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Tragischer Todesfall.

Der erst seit kurzer Zeit in Fulda ansässige Ärzt Dr. med. ^vrenael wurde heute morgen in feiner Wohnung, im Hause Sarlstraße 4, infolge einer Gasvergiftung im Bett bewußtlos rtiifacfunoen. Die Vergiftung war bereits soweit fortgeschritten, dak er auf dem Transport zum Krankenhaus verstarb. Die Ilriache der Easentströmung konnte noch nicht festgestellt wer­den Anscheinend ist der noch im besten Mannesalter stehende Arzt das Opfer eines Unglücksfalles geworden.

Stadtverordneten-Versammlung.

Am Donnerstag, den 28. Mai 1931, 17 Uhr, findet eine Sihung der Stadtverordneten-Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bekanntgabe der Niederlegung des Mandats seitens des Stadtverordneten Jordan. 2. Einfiih- runq und Verpflichtung des Stadtverordneteen Ehser. 3. Vor- nah'me der Ersatzwahl für das ausgeschiedene Mitglied Jordan der Kassenrevisionskommission ; b) der Rechnungskommission. 4 Vornahme der Wahl der Beisitzer für den Ausschuß zur Schöf­fen- und Eeschworenenauswahl. B. E. Herr Stadtverordneter tzellhan. 5. Bericht über eine außerordentliche Revision der Stadtkasse. B. E. Herr Stadtverordneter Richter. 6. Erteilung der Zustimmung zum I. Nachtrag zur Sparkassensatzung. B. E. Herr Stadtverordneter Pfeiffer. 7. Erteilung der Zustimmung zum Bauprogramm für die Instandsetzung und Neubefestigung von Straßenteilen. V. E. Herr Stadtverordneter Fuchs. 8. Erteilung der Zustimmung zu einem Erunderwerb vom Bau­verein am Zickegarten. V. E. Herr Stadtverordneter Jahn. 9. Festsetzung der Fluchtlinie für die Maberzellerstraße. B. E. Herr Stadtverordneter Weißmüller. 10. Festsetzung der Flucht­linie für die verlängerte Straße Am Jagdstein. ' B. E. Herr Stadtverordneter Wißler. 11. Nachstandserklärung. B. E. Herr Stadtverordneter Vogt. 12. Bewilligung der Mittel für Instandsetzung der Decke im weißen Saal der Orangerie. V. E. Herr Stadtverordneter Ed. Schmitt. 13. Wohnungsbaupro­gramm 1931. V. E. Herr Stadtverordneter Grosch. 14. Er­weiterung der Ofenanlage im Gaswerk und Bewilligung der Mittel. B. E. Herr Stadtverordneter Schulte. 15." Ausbau des Wtisserwerks und Bewilligung der Mittel. B. E. Herr Stadtverordneter Plappert.

Vom Friseurgewerbe.

Die Friseurgeschäfte werden am 2. PfingMeiertag von vormittags 79 Uhr offen gehalten.

Apothekendienst.

Sonntags- und Nachtdienst ab heute bis Pfingstmontag morgens 8 Uhr: Löwenapotheke. Ab Montag morgen 8 Uhr bis Samstag: E n g e l a p ot h e k e.

Vom Ring der Bauwirte.

Die am Freitag abend im Evgl. Gemeindehaus abgehaltene Monatsoersammlung erfeute sich eines zahlreichen Besuches. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Prokuristen Schöpf, berichtete dieser in gro­ßen Zügen über eine vor kurzem in Kiel stattgehabte Vertreter- Versammlung der Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft e.E.m b.H. (Ring der Bauwirte), zu der Vertreter aller bestehenden Orts­gruppen erschienen waren. Der Hauptpunkt der Besprechung galt dem am 1. Oktober d. J. in Kraft tretenden neuen Bau­sparkassengesetz. Aus dem Verlaus der dortigen Aussprache ist zu erwähnen, daß das neue Gesetz der Vauwirtsbewegung keine Schwierigkeiten bereitet, da diese Organisation bereits sehr groß ist und ständig in allen Gebieten unseres Vaterlandes wei­tere große Fortschritte macht. Es besteht die beste Aussicht, daß die Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft auch nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes weiter bestehen wird und die Selbständigkeit in den einzelnen Bezirken aufrecht erhalten bleibt. Die Haupt­sache bleibt auch fernerhin, daß jedes einzelne Mitglied bei den einzelnen Genossenschaften sich Einblick in das ganze Geschäfts­gebaren verschaffen kann. Mehr als 30 000 Mitglieder haben sich bereits der Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft Bremen an­geschlossen. Besonders hervorgehoben wurden ferner die niedri­gen Pflichtbeiträge pro Monat und die nachteiligen Folgen beim Austritt aus anderen Bausparkassen. Sodann machte Herr Schöpf bekannt, daß die Mitgliederzahl der Gruppe Fulda inzwischen auf 491 gestiegen sei. Herr Schöpf bat die Mitglie­der, intensiv zu werben, denn je mehr Mitglieder die Fuldaer Truppe zähle, desto günstiger sei es für jedes Mitglied. Auch lei dann der Verband in der Lage, bald wieder weitere Dar­lehen zu gewähren. Zu beherzigen sei, daß die Gruppe Fulda «in Ring der Bauwirte innerhalb eines Jahres 20 Darlehen ohne fremden Zuschuß bewilligt habe. Herr Wolfschlag hielt sodann einen Vortrag über den Eigenheimbau. Der Red­ner behandelte ferner die äußere und innere Gestaltung eines Eigenheims und gab hierzu praktische Vorschläge. Sodann führte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Amtsgerichtsrat E l l l e s, u. a. aus, daß verschiedene inzwischen erschienene Zeitungsnotizen über das neue Bausparkassengesetz eine Beun­ruhigung in die Kreise der Bausparer gebracht habe. Aus die- >em Grunde hätten sicherlich viele mit ihrem Beitritt seither zuruckgehalten. Herr Schöps habe jedoch mitgeteilt daß gar

Erund zu Beunruhigungen vorläge. Der Redner sprach den Wunsch aus, daß der Vorstand noch in diesem Monat in der Lage sein möge, das 500. Mitglied zu melden. Sodann wies Herr Amtsgerichtsrat Eilles noch darauf hin, daß er als Vor- Wnder des Auffichtsrates wiederholt Prüfungen in der Ee- Mstsstelle vorgenommen und stets die beste' und peinlichste Ordnung angetroffen habe. Bei Herrn Schöpf sei die Genossen-

in allerbesten Händen. Herr Schöpf dankte für die Aborte der Anerkennung und betonte, daß er sich nur aus in- uerster Ueberzeugung der Dauwirtsache gewidmet habe, und das um so mehr, als die eingehenden Gelder von der Fuldaer Eruppe selbständig verwaltet würden und im eigenen Bezirk Verwendung fänden. Es folgte sodann eine Aussprache über "Me und Propagandatätigkeit, woraus die Versammlung um 11 Uhr geschlossen wurde.

Kraftfahrzeug-Zusammenstoß.

Litern nachmittag 13.50 Uhr erfolgte in bei iTU^trgßeKarlstraße ein Zusammenstoß zwisch " bUftüftwagen und einem Motorrad. Der urrades war in betrunkenem Zustand. Wege ! eiiung des Grades der Betrunkenheit wurde i

der Einmündung

ich einem Per-

^"^wagen und einem Motorrad. Der Führer des Mo-

5 ®ar ui betrunkenem Zustand. Wegen dieser Fest- ?ung des Grades der Betrunkenheit wurde der Motorrad- ' hiesigen Kreisarzt zugeführt und alsdann wurde er Ernüchterung in Schutzhaft genommen. Die Strafanzeige ein "^gelegt. Nach den ministeriellen Bestimmungen hat sich tJ lEglicher Fahrer des Alkdholes zu enthalten, andernfalls et Ichwere Strafen zu erwarten.

Wochenspielplan der Frankfurter Theater.

^"uhaus: Sonntag, 24. Mai, 19 Uhr: Aida. Montag, 25. yb 19% Uhr: Viktoria und ihr Husar. Dienstag, 26. 20 Uhr: Tiefland. Mittwoch, 27. Mai, 19 Uhr: Enhauser. Donnerstag, 28. Mai, 20 Uhr: Madame ^"erfly, Freitag, 29. Mai, 20 Uhr: Wozzeck. Samstag, Mai, 20 Uhr: Fidelio. Sonntag, 31. Mai, 19 Uhr: -anuhauser.

^Ä»'Elhaus: Sonntag, 24. Mai, 20 Uhr: Der Hauptmann ^"itf. Montag, 25. Mai, 20 Uhr: Phaea. Diens» * ^b 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. 27. Mai, 20 Uhr: Margot und das Jugendge- Donnerstag, 28. Mai, 20 Uhr: Elisabeth von Eng- J^S, 29. Mai, 20 Uhr: Elavigo. Samstag, 30. sm ^r: Margot und das Jugendgericht. Sonntag, Mai, 20 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick.

^Uk^^er: Sonntag, 24. Mai, 16 Uhr: Intimitäten' 20 Drotverdiener. Montag, 25. Mai, 16 Uhr: Der Uhr: Der Brotverdiener. Dienstag,, 26. NA: Schneider Wibbel. Mittwoch, 27. Mai, 20 Der' Drotverdiener. Donnerstag, 28. Mai, 20 Uhr: diener ^^ Freitag, 29. Mai, 20 Uhr: Der Brotver- 31 Samstag, 30. Mai, 20 Uhr: Hellseherei. Sonntag, Verdiener^ Schneider Wibbel; 20 Uhr: Der Brot-

Die Landesbibliothek im Jahre 1930/31.

Dem Jahresbericht der Landesbibliothek Fulda für das Ge­schäftsjahr April 1930 bis März 1931 entnehmen wir folgende Angaben:

Das Geschäftsjahr 1930 stand ganz unter dem Zeichen des Neubaus, der am 6. Mai 1930 vom Landesausschuß bewilligt worden war. Am 2. Oktober konnte der erste Spatenstich er­folgen, am 5. November wurde unter Anwesenheit der Mitglie­der der Anstaltskommijsion und der Vertreter der örtlichen Be­hörden und Anstalten der Grundstein gelegt. Der Rohbau war bis zu Beginn des neuen Jahres fast vollendet, leider mußte dann infolge anhaltender Kälte fast ein Vierteljahr mit den Bauarbeiten ausgesetzt werden. Anfang März konnten diese mit Nachdruck wieder ausgenommen werden, so daß am 16. April 1931 das Richtfest begangen werden konnte. Der Stand der Arbeiten ist zur Zeit so, daß mit dem Bezug des Neubaus zum 1. Oktober gerechnet werden kann.

Die ständige Ausstellung im Schausaal wurde von 1962 (2921) Besuchern besichtigt. Während der Sommermonate fand eine AusstellungDie Photographie im Dienste der Wissenschaft und Heimatpflege" statt. Während des Winters wurde aus Anlaß des Neubaus ein lleberblick über die Geschichte des Bibliotheksbaus gezeigt.

Auch die Landesbibliothek Fulda mußte den Tod des Landes­hauptmanns von Gehren aufrichtig bedauern, da er ihr stets ein wohlwollender Freund und Förderer gewesen war.

Die Bibliothek war geschlossen wegen Revision vom 10. bis 14. Mai, außerdem am 24. Dezember sowie am 27. und vom 29. bis 31. desselben Monats. Der Direktor nahm teil an der Tagung der deutschen Bibliothekare in Lübeck und benutzte die Gelegenheit zu einer gründlichen Besichtigung der dort um» bzw. neugebauten Stadtbibliothek.

Vermehrung.

Es wurden verausgabt zum Ankauf von Büchern 8803,48 (9993,49) RM., davon für abgeschlossene Werke 3073,48 (3946,83) Reichsmark, davon für Fortsetzungen und Zeitschriften 5730,00 (5146,66) RM., für Bucheinband wurden benötigt 1995,15 (2124,57) RM.

Der Bücherbestand an abgeschlossenen Werken vermehrte sich durch Kauf um 376 (302) Werke mit 420 (453) Bänden, an Fortsetzungen wurden durch Kauf erworben 164 (163) Werke mit 222 (248) Bänden. Die Mittel der Vereinigung der Freunde der Landesbibliothek wurden für die auf ihre Kosten laufenden Fortsetzungen sowie einige besonders wertvolle Neu­erwerbungen verwandt.

Erfreulicherweise war auch der Zugang an Geschenken wieder groß, er betrug 625 (575) Werke mit 1057 (1081) Bänden. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft Berlin, der Ma­gistrat der Stadt Fulda, Sanitätsrat Dr. Schindler, Dr. med. Trier, Hauptschriftleiter Dr. Kramer, Oberegisseur E. Mehler- Fulda, seien aus der Zahl der Schenker besonders hervorge­hoben Auch den 'ungenannten Spenden sei für manche wert­volle Bereicherung gedankt. Mit wertvollen geschenkten Musi­kalien wurde der Grundstock einer Notenbücherei für Ausleih­zwecke geschaffen, die durch Ankauf ergänzt wurde. Leider war die Bearbeitung noch nicht möglich.

Pflichtexemplare gingen ein 41 (20) Werke mit 44 (22) Bänden. Der Gesamtzuwachs beträgt somit: 1206 (1060) Werke mit 1743 (1804) Bänden.

Im 1. Halbjahr wurden 466 (230) und im 2. Halbjahr 590 (517), also insgesamt 1056 (747) Werke neu für die verschiede­nen Kataloge verarbeitet. Das Schlagwortregister zum syste­matischen Katalog wurde fortgesührt, desgleichen der alphabe­tische Lesesaalkatalog der Neuanschaffungen nach 1920.

Lesesaal und Ausleihe waren für das Publikum an 282 (289) Werktagen geöffnet. Besucher des Lesesaals wurden 4975 (4583) gezählt auf Grund persönlicher Eintragung, 5495 (4952) wurden durch die Aufsicht gezählt (also wirkliche Benutzerzahl). Unter den Besuchern waren 4805 (3707) männliche und 690 (1245) weibliche. Es wurden, im Lesesaal aus den Magazinen 3982 (6099) Bände vorgelegt.

Die Benutzung der Druckschriftenabteilung gestaltete sich folgendermaßen: Abgegebene Bestellungen 25 856 (23 890) Werke, davon erledigt durch Entleihung 22 822 (21041) Werke, unerledigt, weil fehlend, 244 (186) Werke, unerledigt, weil ver­liehen, 2790 (2663) Werke. Verliehen wurden am Ort aus eigenen Beständen 20 915 (18 490) Bände, von auswärtigen Bibliotheken 356 (220) Bände, zusammen 21 271 (18 710) Bände, nach auswärts aus eigenen Beständen 5254 (5537) Bände, von auswärtigen Bibliotheken 268 (162) Bände, zusammen 5522

11. Kurh. Wald. Handwerkertag.

Das im Kurh. Wald. Handwerkerbund zu Kassel als zwi­schenberufliche Eesamtvertretung zusammengeschlossene Hand­werk begeht seinen diesjährigen 11. Bundestag am 30. und 31. Mai in Homberg. Die Vorbereitungen zu dieser Veranstal­tung, der man nicht allein in Kreisen des Handwerks, sondern darüber hinaus in aller Oeffentlichkeit großes Interesse ent­gegenbringt, sind bereits in vollem Gange. Es ist bestimmt damit zu 'rechnen, daß die Hamberger Tagung den gleichen machtvollen Verlauf nimmt, wie die früheren Bundestage. Da im Laufe des Sommers die Fragen einer Neuordnung der Sozial- und Steuerpolitik im Mittelpunkt der öffentlichen Aus­sprache stehen werden, hielt es der Bund für seine Pflicht, schon jetzt in aller Oeffentlichkeit die Stellungnahme des Hand­werks zu den einzelnen Problemen bekanntzugeben. Zu diesem Zwecke soll am Sonntag, den 30. Mai b. I., in einer großen öffentlichen Handwerkerversammlung von berufener Seite über das Thema:Das Handwerk zur kommenden Sozial- und Steuerpolitik" gesprochen werden. Das Handwerk will durch diese Veranstaltung betonen, daß es der Neuordnung der Dinge nicht abseits gegenUbersteht, es will aber andererseits auch reiytzeitig im' eigenen Berufsstandsinteresse die notwendige Kritik herausstellen. Die Bundestagung selbst wird den Ab­schluß in einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Homberg finden. Bei dieser Kundgebung werden der Bundesvorsitzende, Schneiderobermeister C. L. Müller, sowie der Bundesge­schäftsführer, Dr. Hartmann, das Wort zu dem Thema: Das Handwerk soll und muß leben" ergreifen.

Fuldaer Schweinemarkt.

Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 353 Ferkel ange» fahren. Je nach Alter und Qualität wurden für die Ferkel 13, 18 und 23 Mark bezahlt. Der Handel war schleppend, es ver­blieb Ueberftanb.

Schwere Bluttat in Frankfurt a. M.

Totschlag um 3 Mark.

Frankfurt a. M, 22. Mai.

Heute abend ereignete sich im Hause der GastwirtschaftZur Olympiade" in der Lahnstraße eine schwere Bluttat. Der Gast­wirt Köhler, der bereits den ganzen Tag über mit dem Ehe­paar Hild, das bei ihm in Miete wohnt, Streit gehabt hatte, drang am Abend in die im zweiten Stockwerk gelegene Hilo'sche Wohnuua ein und schlug die Ehefrau Hild derart, daß sie be­wußtlos liegen blieb. Der Ehemann griff daraufhin zum Mes­ser und versetzte Kayler einen Stich in die Seite. Der Gast­wirt konnte sich noch in seine Wohnung zurückschleppen, starb aber bald darauf. Der Täter wurde verhaftet.

Hild, der von Beruf Schuhmacher ist, hatte eine Lichtrech- nung nicht bezahlt. Strittig war ein Betrag von ungefähr drei'Reichsmark. Um 21 Uhr war Köhler wiederholt bei Hild in der Wohnung erschienen und hatte Bezahlung der Rechnung verlangt. Als Hild, der seit Monaten arbeitslos ist, die Be­zahlung verweigerte, gerieten die beiden Männer als Folge eines Wortwechsels in tätliche Auseinandersetzungen. Als Köhler dann auf Frau Hild, die die Männer zu trennen suchte, einschlug, lief Hild in die Küche und holte ein dolchartiges Messer, mit dem er dem Gastwirt zwei Stiche in die Seite und in den Rücken versetzte. Köhler flüchtete blutend. In seiner Gastwirtschaft brach èr zusammen und starb an Verblutung. Hild wurde einige Zeit später von der Polizei festgenommen. Hild ist Vater von drei Kindern im Alter von acht Jahren bis neun Monaten. Der getötete Gastwirt Köhler stand im 42. Lebensjahre. Er war ebenfalls verheiratet.

(5699) Bände. Die Gesamtausleihe betrug also 26793 (24 409) Bände.

Für die Entleihung von und nach auswärts trat die Lan­desbibliothek Fulda mit 54 (45) Bibliotheken in Verbindung.

Es wurden 998 (761) Bestellungen erledigt mit 621 (444) Werken in 730 Bänden. Die verhältnismäßig höhere Zahl der Bestellungen erklärt sich daraus, daß für eine große Zahl von Werken, die zunächst als nicht vorhanden oder nicht verfügbar bezeichnet wurden, mehrere Bestellungen nötig waren.

Die Zahl der Entleiher (jeder auch bei wiederholtem Kom­men nur einmal gezählt) war: 1612 (1645), wovon 467 (441) außerhalb Fuldas wohnten.

Berufsstatistik.

Von den die Anstalt benutzenden Personen waren: a) Geist­liche, höhere Beamte, Richter, Anwälte, Arzte, Schriftsteller, Künstler 129 (130), b) Höhere Lehrer und Lehrerinnen 82 (72), c) Volksschullehrer und -Lehrerinnen, Seminaristen 165 (186), d) Studenten und Kandidaten 129 (106), e) Schüler und Schü­lerinnen 523 (451), f) Personen ohne Beruf, Rentner, Pensio­näre, Offiziere a. D. 9 (5), g) Frauen ohne Beruf 210 (215), h) Erwerbstätige Frauen 50 (59), i) Industrielle, Kaufleute, Handwerker 98 (222), k) Gehilfen und Lehrlinge (kausm. und behördl.), Boten 20 (29), l) Oekonomen, Landleute, Architekten, Techniker, Ingenieure 58 (42), m) Mittlere und untere Be­amte 59 (53), n) Arbeiter und Hausangestellte 31 (34), o) Mi­litär (Offiziere und Mannschaften) 21 (16), p) Bibliotheken und andere Anstalten, Vereine 28 (25); zusammen:-1612 (1645).

Fachstatistik.

Es wurden benutzt von den einzelnen Fächern: Allgemeine Wisjenschaftskunde 960 (817), Astronomie 33 (44), Biographien 1035 (932), Buchwesen 60 (40), Fuldensien 804 (886), Geogra­phie 1443 (1244), Geschichte 2194 (1866), Historische Hilfswissen­schaft 49 (26), Kunstwissenschaft 1319 (1169), Mathematik 60 (57), Medizin 204 (139), Militaria 39 (44), Naturwissenschaften rav (589), Pädagogik 488 (594), Philosophie 726 (606), Rechts­wissenschaft 345 (298), Staatswissenschaften 590 (462), Schöne Literatur 11427 (10 508), Sprachwissenschaft und Literatur 3301 (3121), Technologie 558 (513), Theologie 396 (437), Zei­tungen 7 (17). Insgesamt 26 793 (24 409) Bände.

Die Steigerung der Benutzung im allgemeinen drückt sich naturgemäß auch in den einzelnen Fächern aus, besonders her­vorzuheben sind: Geschichte, Geographie, Schöne Literatur, Naturwissenschaften und Kunstwissenschaft.

Am Ort wurden benutzt eigene Handschriften 117 (78), fremde Handschriften 44 (47), nach auswärts wurden verliehen 7 (6), zusammen 168 (131). Auch im Berichtsjahr wurden meh­rere photographische Aufnahmen aus den Handschriften gemacht. In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten wurden die Ergebnisse der Benutzung der Handschriften niedergelegt. Ein besonderes Verdienst hat sich in dieser Hinsicht der Rabbiner Dr. Weinberg (Neumarkt, Oberpfalz) erworben, der alle hebräischen Hand­schriften der LandeÄibliothek katalogmäßig beschrieben und diese Arbeit imJahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft Franffurt" veröffentlicht hat. Außer der durch direkte Bestel­lung bedingte Benutzung von Handschriften erfolgte eine solche auch noch in zahlreichen Fällen durch die Bibliothek selbst zum Zwecke wissenschaftlicher Auskünfte, von denen mehrfach auf Grund mühsamer Feststellungen 71 schriftlich erteilt wurden.

Gesamtbenutzung.

A. Druckschriften (Ausleihe) 26 793 (24409), B. Druckschriften (Lesesaal) 3982 (6099), C. Handschriften 168 (131). Zusammen 30 943 (30 639) Bände.

In der Benutzung der Ausleihe ist eine Steigerung (rund 2400 Bände) eingetreten. Der Rückgang im Lesesaal aus dem Magazin vorgelegter Bücher erklärt sich zum Teil in der ver­stärkten Benutzung außerhalb der Bibliothek und aus der stär­keren Heranziehung der neuen im Lesesaal aufgestellten Nach­schlagwerke.

In Ergänzung der anläßlich des Jubiläums im Jahre 1928 gemachten Veröffentlichung zur älteren Geschichte der Biblio­thek gab der Direktor noch einen kleinen Beitrag in der Fest­schrift für Bibliotheksdirektor Georg Leidinger und in den Buchenblättern der Fuldaer Zeitung.

Der vorstehende Jahresbericht zeigt, daß auch die neuere Geschichte der Bibliothek von frischem Leben erfüllt ist. Wir hoffen auf eine weitere Entwicklung in dem seiner Vollendung entgegengehenden Neubau.

Dalherda, 23. Mai. (Impftermine.) Zur Ausfüh­rung der öffentlichen Schutzpockenimpfung für Erft- und Wiederimpflinge sind folgende Termine festgesetzt: Jmpfbezirk Dalherda : Für die Gemeinde Dalherda, Freitag, den 5. Juni 1931, ,15 Uhr, Nachschau: Freitag, den 12. Juni 1931, 15 Uhr, Jmpslokal: Gastwirtschaft Klüh, Dalherda. Jmpfbezirk Thalau : Für die Gemeinden Thalau, Altenhof und Stell­berg, Freitag, den 5. Juni 1931, 16 Uhr, Nachschau: Freitag, den 12. Juni 1931, 16 Uhr, Jmpslokal: Gastwirtschaft Müller, Thalau.

Ziegenhain, 22. Mai. (Landfriedensbruchprozetz in Ziegenhai n.) In Ziegenhain fand gestern der Prozeß gegen eine Anzahl junger Leute aus Niedergrenzebach statt, die angeklagt waren, am 4. März b. J. eine Gruppe National­sozialisten, Die einen Werbemarsch durch das Dorf Nieder­grenzebach veranstalteten, beschimpft und mit Steinen beworfen zu haben, wobei 19 Personen mehr oder weniger schwer ver­letzt wurden. Die fünf Hauptäter wurden wegen schweren Land­friedensbruches zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Marburg, 21. Mai. (M usikpädagogische Tagung i n M a r b u r g.) In der Aula der Marburger Universität wurde Dienstag vormittag die Musikpädagogische Tagung, die vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht zusammen mit dem Verein der blinden Akademiker und dem Reichsdeut­schen Blindenverband in dieser Woche veranstaltet wird, eröff­net. Nach der Begrüßungsansprache des Rektors Geheimrat Verse gab Oberbürgermeister Müller als Vertretr der Stadt Marburg der Hoffnung Ausdruck, daß die Harmonie der Musik die gestörte Harmonie unserer Seelen wieder herstellen möge. Ministerialrat Kestenberg als Vertreter des Kultusministeriums erklärte den Sinn der Tagung, die der Vertiefung und Klärung musikpädagogischer Fragen innerhalb der Fachwelt dienen wolle, aber auch die Aufmerksamkeit breitester Sichten auf die Be­deutung der Musikerziehung lenken solle. Dr. Mittelsten-Scheid sprach von den ganz besonderen Probelmen, die dem Blinden gestellt seien. Hierauf folgten zwei großangelegte Referate von Oberschulrat Dr. Deiters-Kassel, der überDie Aufgaben der Kunsterziehung unserer Zeit" sprach, und von Ministerialrat Kestenberg.

Lohr a. M., 21. April. »Lohr baut ein Kltersheim.) Der Stabtrat hat beschlossen, ein Altersheim zu errichten. Die Kosten des Baues sind ans 55 000 -F veranschlagt. Das hierzu erforber» li^e Kapital wurde auf dem Wege einer Stiftung zur Verfügung

Darmstadt, 22. Mai. (Zweifacher Lebensretter.) Dem Motorbootführer Ludwig Haas in Mainz wurde, weil er am 5. Juli 1919 eine Frau vom Tode des Ertrinkens im Rhein unter eigener Lebensgefahr gerettet hat, vom hessischen Eesamt- ministerium Dank und Anerkennung für seine bewiesene Näch­stenliebe dargebracht. Weiter wurde ihm für die mit Mut und Entschlossenheit am 2. August 1928 betätigte Rettung eines vier­jährigen Knabens vom Tode des Ertrinkens aus dem Rhein eine Ecldbelohnung zuteil.

Groß-Gerau, 22. Mai. (Eine Spur des ausgeriffe» nenEinbrechers von Wixhausen?) Bei einem hie­sigen Autohändler erschien ein Motorradfahrer, ließ sich Benzin geben und flüchtete, ohne das Benzin zu bezahlen. Der Händler verfolgte den Fahrer, drängte ihn in einen Straßengraben und verprügelte ihn. Der Motorradfahrer flüchtete darauf un­ter Zurücklassung seines Rades, das, wie später festqestellt wurde eine falsche Nummer trug und wahrscheinlich gestohlen ist. Man vermutet in dem Flüchtigen den bei seiner Verhaftung m Darmstadt ausgertfienen und seitdem verschwundenen Ein­brecher, der zusammen mit zwei Komplizen kürzlich den Raub- ubersall auf eine Metzgerei in Wixhauen ausführte.