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Eröffnung des Instituts für Völkerpädagogik in Mainz.

Mainz, 16. Mai.

Von dem Institut für ^Lölkerpädagogik, das die Stadt Mainz auf der ehemaligen Zitadelle errichtet, sind nunmehr das Lehr­mittelhaus und zwei Gasthäuser fertiggestellt. Diese wurden heute nachmittag im Rahmen einer schlichten Feier der Ocffent- lichkeit übergeben. Die Eröffnung des Instituts im alten Ka­sernenhof hatte regstes Interesse der beteiligten Kreise gefunden. Neben Staatspräsident Adelung, Oberbürgermeister Dr. Er­hardt und Provinzialdirektor Dr. Wehner wohnten ihr die Ver­treter der übrigen Mainzer Kultnrinstitute und der hessischen Lehrerorganisationen bei.

Staatspräsident Dr. Adelung als Mitglied des Vorstandes des Instituts begrüßte die Erschienenen und führte nach einer Erinnerung an die militärische Vergangenheit der Zitadelle u. a. aus:Nun ist neues kulturelles Leben an dem wichtigen Kreuzungspunkt des Kulturweges am Zusammenfluß des Rheins und des Mains erblüht. Diese Stätte, über die seit Jahrtausen­den, solange sich die Geschichte der Menschheit zurückverfolgen läßt, viele Kämpfe und Kriegsstürme dahingingen, soll jetzt dem geistigen Kontakt der Völker dienen, soll dem Gedanken der Verbundenheit aller Menschen Wege öffnen, indem sie dem wich­tigsten Problem aller Nationen, der Erziehung der Jugend, Impuls und Anregung vermittelt. Steier historische Ort soll der Welt auch Zeugnis geben von deutscher Art und deutschem sittlichen Wollen in einer Zeit tiefster wirtschaftlicher Not. Möge er eine Stätte friedlicher Zusammenarbeit und gegenseitigen Verstehens der Kulturvölker werden.

Namens der Stadtverwaltung Mainz sprach Oberbürger­meister Dr. Erhardt zunächst der hessischen Regierung für das große Entgegenkommen bei der Durchführung des Projekts herz­lichsten Dank aus und dehnte diesen Dank aus auf Direktor Dr. Feldmann, den Leiter des Mainzer Pädagogischen Instituts, der den Plan zum völkerpädagogischen Institut aufgestellt hat. Oberbürgermeister Erhardt betonte weiter, daß,das hier errich­tete Werk der Erziehung der zukünftigen Geschlechter dienen werde, einem Menschheitsproblem in des Wortes wahrster Be­deutung. Er gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß das Werk Wegbereiter werden möge für eine Verständigung der Völker und für eine praktische Kulturarbeit.

Der Leiter des Instituts, Schulrat Niemann, gab einen Ueberblick über den Plan und die Anlage des Instituts und führte u. a. aus, daß mit demLehrmittelhaus Deutschlands", das als erste Etappe nunmehr vollendet ist, eine pädagogische Stätte geschaffen worden sei, die ihresgleichen nicht habe. In dem Institut für Völkerpädagogik solle ein Haus entstehen, das uns und unseren Nachbarn die Möglichkeit gibt, verglei­chende Erziehungswissenschaft mit wirklichem Erfolg zu studie­ren. Zu diesem Zwecke werden aus den einzelnen Ländern alle erforderlichen Anschauungsobjekte erworben und Sachverstän­dige zu gemeinsamer Aussprache herangezogen. Lehrpläne und Schulbücher, Statistiken und Tabellen neben den Ergebnissen der Schularbeit sollen in Dauerstellungen aufgebaut werden. In etwa 30 Sälen werden vom Kindergarten bis zum Gymnasium Ausschnitte und Arbeiten gezeigt. Pädagogen des Nordens und des Südens, der Alten und Neuen Welt, sie alle sollen wissen, daß sie hier in der alten Kulturstadt Mainz eine Stätte finden, wo alles die guten Willens sind, jederzeit herzlich will­kommen sind. Schulrat Niemann schloß mit dem Wunsch, daß jeder Iugendbildner von hier das Interesse und das Verständ­nis für die großen Zusammenhänge unter den Kulturvölkern mitnehmen möge. Anschließend unternahmen die Erschienenen einen Rundgang durch die Gebäude.

Uebersall auf ein nationalsozialistisches Verkehrslokal in Gießen.

Gießen, 16. Mai.

In der letzten Nacht drangen eine Anzahl Männer, unter ihnen Mitgliedr der K.P.D., hier in die Gastwirtschaft von Soldau ein, die ein Verkehrspunkt der Nationalsozialisten ist und in der Hauptgeschäftsstraße von Gießen liegt. Die Ein­dringlinge, die betrunken waren, verlangten unter Rot Front­rufen Bier, und als ihnen das verweigert wurde, zertrümmer­ten sie die ganze Wirtschaftseinrichtung und warfen mit Bier­gläsern um sich, die selbstverständlich auch in Trümmer gingen. Beim Gintreffen der Polizei waren die Kommunisten bereits wieder verschwunden, jedoch gelang es, vier von ihnen unterwegs in den Straßen zu verhaften und nach der Polizei zu bringen. Die vier Verhafteten, von den zwei Mitglieder der K.P.D. sind, stammen aus Bad Nauheim und aus Schwalheim. Sie waren gestern in Gießen vor Gericht als Zeugen erschienen und hatten sich bann in der Stadt herumgetrieben. Vor diesem Sturm auf die Gastwirtschaft hatte ein Kommunist einem auf der Straße stehenden Nationalsozialisten das Abzeichen abgerissen und ihm gegen den Leib getreten. Als der Nationalsozialist sah, daß noch weitere Kommunisten hinzukamen, flüchtete er in das oben ge­nannte Verkehrslokal der Nationalsozialisten, worauf dann der Sturm dort einsetzte. Die Verhafteten werden dem Schnellrich­ter vorgeführt.

Die Erneuerung des Elisabeth-Schreins zum

Elisabethjahr im Zeichen neuen Glanzes.

Marburg, 16. Mai.

700 Jahre ruhen auf den blinkenden Wänden des Schreins, der die Reliquien der Heiligen Elisabeth birgt. 700 wechsel­volle Jahre, in denen der Kriegsruf durch die deutschen Lande ging und im weltgeschichtlichen Wechsel der Friede folgte. Zeiten des Glanzes und Zeiten der Not, die Gebete von Mil­lionen gläubigen Menschen pochten an die goldenen Wände. Räuberhände rißen in der Franzosenzeit Stücke des Kunstwerks ab . . . den Christus der Kreuzigungsgruppe, Filigranstücke des Sockels, Arme an den Figuren, Gemmen, Perlen, Halbedelsteine. Im Jahre 1920 drangen Diebe ein und griffen mit Zangen nach dem Edelsteinschmuck.

Man kann sich denken, daß diese 700 Jahre nicht ohne Spuren an dem großen Kunstwerk vorübergegangen sind, und es be­durfte einer umfassenden und überaus sorgsamen Arbeit, es in seinem alten Glanz wiederherzustellen. Fast vier Monate be­reits arbeiten ein Frankfurter Goldschmied und zwei Gehilfen an dem Schrein. Stück um Stück wurden die aus Silberblech getriebenen und vergoldeten Gruppen abgenommen, gesäubert und wieder befestigt. Eine überaus zeitraubende und schwie­rige Arbeit, nur vergleichbar mit der Aufgabe^ die der Gemälde­restaurator an einem von blindem Firnis verschleierten Meister­werk der Malerei zu erfüllen hat. Eine Aufgabe, die ein außerordentliches Verantwortungsbewußtsein verlangt und, wie man bereits jetzt erkennen kann, mit großer Kunst gelöst wurde. Zum Elisabethjahr wird der Schrein zu seiner ursprünglichen Schönheit wiedererwachen und die Zeyntausende von Pilgern, die in diesem Sommer die Stätte des Wirkens der Heiligen aufsuchen werden, werden erkennen, da dieses Kunstwerk neben dem Schrein der Heiligen drei Könige zu Köln die vollendetste Schöpfung mittelalterlicher Goldschmiedekunst ist, die uns er­halten blieb.

Für Pilzsammler.

In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche Er­krankungen und Todesfälle durch den Genuß giftiger Pilze verursacht. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um den Genuß felbstgesuchter Pilze. Jedem Pilzsammler kann nicht dringend genug empfohlen werden, nur Pilzarten zu verwenden, die ihm zweifellos als eßbar bekannt sind. Einen Ueberblick über die wichtigsten eßbaren und schädlichen Pilze gibt das im Reichsgesundheitsamt bearbeitete Pilzmerkblatt, das im Jahre 1924 in neuer, erweiterter 2lusgäbe im Verlage von Julius Springer Berlin W. 9, Linkstraße 23/24 erichienen ist und von dort oder im Wege bes Buchhandels bezogen werden kann. Der Preis für 1 Stück beträgt 30 Rpf. (einschließlich Porto 33 Reichspfennig), für 100 Stück 27 R-N, für 1000 Stück 220 R^ zuzüglich Porto. In der Neuausgabe des Pilzmerkblattes wer­den 42 Pilzarten beschrieben, es enthält eine farbige Tafel mit 34 Abbildungen sowie eine Reihe von Belehrungen über das Sammeln von Pilzen und die Behandlung von Pilzvergiftungen.

Die Tradition der alten Armee lebt fort!

Feierliche Enthüllung des Ehrenmals für die gefallenen

Helden vom Rheinischen Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 8.

Fulda, 18. Mai.

Das ehemalige Rheinische Fußartillerie-Regiment Nr. 8 hat zur Erinnerung an seine gefallenen Helden auf dem Hofe der Traditionsbatterie, der 2. Batterie Art. Regt. 5, in unserer Fuldaer Garnison ein Ehrenmal errichtet, dessen Einweihung gestern vormittag vollzogen wurde. Schon am Samstag nach­mittag waren diè Kameraden des alten Fußartillerie-Regiments Nr. 8 in großer Anzahl erschienen. Reicher Flaggenschmuck und eine Ehrenpforte am Bahnhof mit der AufschriftTreu Metz Allewege" bewies ihnen, daß sie in Fuldas Mauern gern ge= sehene Gäste waren.

Am Samstag abend vereinigten sich die bereits cingetrof- fenen ehemaligen Kameraden aus dem Rheinland, Westfalen, Saarland usw. mit den Angehörigen der Traditionsbatterie zu einem

Vegrüßungsabend

im großen Saale des Bürgervereins. Flotte Märsche, gespielt von der Artillerie-Kapelle, leiteten den Abend ein. Der Chef der Traditionsbatterie, Hauptmann Schmidt, hieß in seiner Begrüßungsansprache General Ehrke und Oberst Cäsar vom ehem. Fuß-Art. Regt. Nr. 8 sowie alle Kameraden dieses Re- aiments herzlich willkommen. Er betonte, alle Kameraden könnten die feste Ueberzeugung von Fulda mitnehmen, daß das Erbe der alten Armee bei der Traditionsbatterie gut verwaltet wird, und daß der alte Soldatengeist nicht nur lebendig sei, son­dern daß er auch gehegt und gepflegt werde. Endlich sei der Tag herangerückt, an dem das stolze und glorreiche ehemalige Rheinische Fußartillerie-Regiment Nr. 8 in Fulda versammelt sei, um dem Gedenkstein für die gefallenen Kameraden seine Weihe zu geben. Mit Freude und Stolz seien die Herzen aller Angehörigen der Traditionsbatterie erfüllt im Gedenken daran, das Ehrenmal in ihre Obhut zu bekommen. Die Traditions­batterie verspreche, den tapferen Kameraden des Futzartillerie- Regiments 8 und des mit Ruhm bedeckten alten Heeres.nachzu­eifern und das überlieferte Erbe gut zu verwalten. Den ge­fallenen Kameraden zur Ehre erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen zum stillen Gedenken. Wehmütig erklang die Weise vom güten Kameraden. Zum Schlüsse seiner Ansprache forderte der Redner auf, zum Zeichen treuen Zusammenhaltens und echter Kameradschaft mit einzustimmen in den alten Artil- leristen-RufZu-Eleich".

Im weiteren Verlauf des Abends ergriff der Ehrenvor­sitzende des Vereins ehem. Fußartilleristen Nr. 8, Oberst Cäsar, dâs Wort zu einer Ansprache. Er dankte zunächst Hauptmann Schmidt für das treue Gelöbnis, daß die Traditionsbatterie vom alten Geiste erfüllt fei. Sodann begrüßte er die Gäste und die Kameraden, insbesondere den letzten Friedenskommandeur des Fußartillerie-Regiments Nr. 8 Metz, General-Major Ehrke, den ältesten Offizier des Regiments, General-Major Splinter, der trotz seines hohen Alters von 77 Jahren erschienen war, sowie den ältesten Kanonier Adam Reuter aus Norf bei Reuß, der von 1884 bis 1887 aktiv diente. Trotz der schlechten wirt­schaftlichen Lage und der weiten Entfernung haben es sich zahl­reiche alte Kameraden nicht nehmen lassen, nach Fulda zu eilen, um in stolzer Trauer ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken. Lobend gedachte der Redner der erschienenen Kameraden aus dem fernen Saarland, dem Aachener Erenzland, aus dem Rhein­land und Westfalen. Die Kameraden der alten Armee denken mit Stolz an die Friedens- und Kriegsjahre zurück und an die treue Kameradschaft von Offizieren und Mannschaften. Die Kameradschaft bedeutete Selbstaufopferung, Hingabe, eiserne Disziplin und verhalf wahrhaft Großes zu vollbringen. Die Kameradschaft müsse auch im neuen Heere und insbesondere in der Traditionsbatterie gepflegt werden, denn treue Waffen- gemeinschaft, eiserne Disziplin und glühende Vaterlandsliebe sind heute mehr denn je ein dringendes Gebot. Der Redner ließ seine Ausführungen in ein dreifaches Hurra ausklingen auf unser geliebtes schwer geprüftes Vaterland. Hierauf wurde stehend das Deutschlandlied gesungen. Der Rest des Abends wurde von Soldatenliedern, schneidigen Märschen und Pot­pourris ausgefüllt. Viele alte Kameraden feierten fröhliches Wiedersehen und manches Erlebnis aus der Militärzeit wurde in der Erinnerung wieder lebendig, als wären nur wenige Wochen statt viele Jahre vergangen.

Der Festakt.

Am Sonntag vormittag hatte sich außer den zahlreichen ehe­maligen Fußartilleristen eine nach Hunderten zählende Men­schenmenge auf dem Kasernenhof versammelt, um der Denkmals­weihe beizuwohnen. Die Militärvereine waren mit ihren Fah­nen geschlossen erschienen. Kurz vor 11 Uhr erfolgte unter Vor- äntritt der Kapelle der Anmarsch der Traditionsbatterie mit der Fahne des Regiments. Nachdem die KapelleWir treten zum Beten" intoniert hatte, ergriff General Ehrke das Wort zur W e i h e r e d e. Als letzter Friedenskommandeur des ehem. Rheinischen Fußartillerie-Regiments Nr. 8 gereiche es ihm zur besonderen Ehre, alle Erschienenen herzlich zu begrüßen. Ins­besondere begrüße und danke. er den Ehrengästen, den Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden, unter denen sich Land­rat Freiherr von Eagern und Oberbürgermeister Dr. Danzebrink befanden, ferner den Militärvereinen, den Geistlichen beider Konfessionen sowie allen Kameraden des alten und des neuen Heeres, vor allem der Traditionsbatterie. Der Redner erinnerte daran, daß vor zwei Jahren die Kamera­den des Regiments in Honnef a. Rh. zusammengekommen seien, um dort das erste Ehrenmal für die 1539 Gefallenen des Regi­ments einzuweihen. Mutig und tapfer hat das Regiment im Weltkriege gekämpft. Seine Fahne wurde bereits im Jahre 1816 mit der Kriegsdenkmünze von 1813/14 ausgezeichnet. Fer­ner trägt die Fahne Ehrenzeichen zur Erinnerung an die Kämpfe in den Jahren 1848/49. 1864, 1866, und 1870/71. Nach dem Weltkriege wurde die Fahne mit dem Eisernen Kreuz ausge- Ëichnet. Der Versailler Friedensvertrag vernichtete die stolze

Sasse des Regiments, so daß die .2. Batterie des 5. Artillerie- Regiments mit der Erhaltung der Tradition beauftragt wurde. Um der Batterie diese Aufgabe zu erleichtern, haben die Kame­raden des alten Regiments in dem Hofe der Kaserne der Tra­ditionsbatterie dieses Ehrenmal zur Erinnerung an die Ge­fallenen des Weltkrieges errichten lassen. Der Redner dankte allen, die dazu beigetragen haben, daß der Gedenkstein ein wür­diges Ehrenmal für die gefallenen Helden wurde. Wie die alte Fahne durch ihre Kriegsauszeichnungen zu den An­gehörigen der Traditionsbatterie spricht, so soll der Gedenkstein durch leine Inschriften zu ihnen sprechen. Er soll sagen, daß das alte Rheinische Füßartillerie-Regiment Nr. 8 ruhm­reich gekämpft hat. Das Denkmal trage das Wappen von Metz und darunter die WorteTreu Metz' Allewege" zur Erin­nerung an die Friedensausbildung. Wenn Metz auch dem deut­schen Volke entrissen sei, so werde aber trotzdem die Treue zu Metz bestehen bleiben. Das Denkmal erinnert ferner daran, daß 61 Offiziere, 171 Unteroffiziere sowie 1307 Gefreite und Mannschaften im großen Völkerringen des Weltkrieges bis zum letztem Atemzuge heldenhaft gekämpft haben für ihre Heimat, für ihr Vaterland und für uns alle. Diese Inschrift ist eine Mahnung für uns, die umso ernster wird, wenn wir die andere Inschrift:Ihr, die ihr lebt, gedenkt eurer Hel- d e n lesen. Wir wollen bis zur letzten Kraft mitwirken am Wiederaufbau unsers geliebten Vaterlandes ein jeder an sei­ner Stelle, so gut er es vermag. Mit diesem Gelöbnis grüßen wir heute unsere toten Helden. Während die Kapelle das LiedIch hatt' einen Kameraden" spielte, fiel die Hülle von dem wuchtigen Ehrenmal, das nach einem Entwurf des Architek­ten Reith in Lüneburg errichtet wurde. Architekt Reith war früher Oberleutnant beim Fußartillerie-Regiment Nr. 8 in Metz. Er besuchte vor etwa 30 Jahren das Gymnasium in Fulda, wo sein Vater Obersteuerkontrolleur beim Zollamt war. Die Ausführung erfolgte durch Baumeister Ständer- Fulda. Die gärtnerische Anlage, in deren Mitte das Denkmal steht, wurde von Angehörigen der Batterie ausgeführt.

General Ehrke übergab nunmehr im Namen der Offizier- Vereinigung des ehem. Rheinischen Fuß-Artillerie-Regiments Nr, 8 den Gedenkstein in die Obhut der Kameraden vom 5.

Artillerie-Regiment insbesondere der 2. Batterie. Er sei h Gefallenen zur Ehre, den Mitkämpfern zur Erinnerung s Hinterbliebenen zum Troste rind den kommenden Geickn-lm^ü zuin Vorbild geschaffen worden.

General-Major Beck übernahm das Denkmal mit gnDrfM des Dankes für das große Vertrauen in die Obhut des 5 tillerie-Regiments. Es solle eine Erinnerung sein für die Sin gehörigen des Regiments an die toten Helden und an ihr» unvergleichlich entscheidende Waffe, die hoffentlich wieder ein mal zum Schutze unseres Vaterlandes in ihrer alten Größe und ihrem Ruhm neu erstehen werde. °

Ein von der Kapelle gespielter Choral leitete sodann zum

Feldgottesdienst

und Gedächtnisfeier für die im Weltkrige gefallenen Kameraden über. P. Liborius vom Kloster Frauenberg hatte sein», Ansprache das Wort Joh. 15,13:Eine größere Liebe hat nie­mand, als wer sein Leben gibt für seine Freunde" zu Grunde gelegt. Die Toten des Weltkrieges künden uns aus ihren Grä­bern:Das Vaterland braucht den rechten Herzschlag das Vater­land braucht den rechten Handschlag und das Vaterland braucht den rechten Schwertschlag." Der Herzschlag versinnbildet die Religion. Erinnern wir uns der großen Begeisterung bei Aus­bruch des Weltkrieges, die das Zeugnis dafür war, daß das Vaterland den rechten Herzschlag hatte. Mag auch dem deut­schen Frontkämpfer Gottlosigkeit vorgeworfen werden, man hat ihm damit bitter Unrecht getan, gegen das die gefallenen Helden protestieren. Das Vaterland braucht die Religion, denn ohne sie führt kein Weg aus der Not unseres Volkes.' Der Handschlag ist das Sinnbild des Brudersinns und des Kamerad­schaftsgeistes, die unserem Volk fast verlorengegangen sind im Kampf der Parteien. Deshalb muß heute ernster denn je die Mahnung zur Einigkeit in unser Volk dringen. Das Sinnbild der Macht ist das Schwert. Wir sind zwar heute ein wehrloses Volk. Aber auch ein wehrloses Volk hat Macht. Der rechte Schwertschlag wird geführt im Unterordnen unter die Obrigkeit. Hierfür sind uns die Gefallenen Vorbild. Bis zum Tode ging ihr Pflichtgefühl und ihr Gehorsam. Ihr Opfer verpflichtet uns, ihnen nachzueifern im Glauben, im Brudersinn und im Gehorsam. Nur wenn sich unser Volk dieser Pflichten bewußt ist und sie erfüllt, kann es neuem Aufstieg entgegensehen.

Kreispfarrer Weber sprach sodann über Joh. 2. 10:Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Levens geben". Das Ehrenmal, so führte Kreispfarrer Weber aus, will dazu beitragen, daß das deutsche Volk seiner Helden in würdiger Weise gedenkt. Leider ist dies keine selbstverständliche Pflicht. Schon hat man das Gefühl daß unsere tapferen Hel­den bei weiten Kreisen unseres Volkes in Vergessenheit gera­ten sind. Auch dieses Ehrenmal soll uns deshalb daran erin­nern, daß wir nach dem Grundsatz:Treue um Treue" handeln. Es gibt keinen Dank des Wortes für die, die da starben für uns. Es gibt aber einen Dank der Tat, die das fortsetzt, was unsere Helden nicht vollbringen konnten. Daß das Vaterland lebe und nicht untergehe, war ihr erster und ihr letzter Ee- danke. Wir wollen uns nicht beschämen lassen in unserer Liebe zum Vaterland. Schwer ist der Weg aus unserer Not, aber wenn wir zusammenstehen, haben wir eine stärkere Waffe als die Waffen des Krieges, das ist die Liebe. Der heutige Tag soll ein Mobilmacbungstag sein, an dem aufgerufen wird zum Kampf der Liebe für Volk und Vaterland und zum Kampf für einen ehrenvollen und wirklichen Frieden. Wer seine Seele ganz einsetzt, dem muß die Krone werden!

Im Anschluß, an den Gottesdienst wurden am Denkmal von folgenden Vereinigungen Kränze niedergelegt: Regimentsver- ein des Rheinischen Fußartillerie-Regimsnts Nr. 8, Wafjen- ring der deutschen schweren Artillerie, Traditionsbatterie, An­gehörige des Standorts Fulda, Arbeitsgemeinschaft der Militär- vereine Fulda und Offiziersvereinigung des Fußartillerie-Regi­ments Nr. 3.

Nach dem Abmarsch der Traditionsbatterie waren die Stal­lungen für das Publikum zur Besichtigung geöffnet. Die blitz­blanken Ställe, das ausaezeichnnete Pferdematerial und der kunstgerechte Schmuck der Gänge mit teppichähnlichen Auslagen erfreuten einen jeden Besucher.

Am Nachmittag wurden auf dem Exerzierplatz an der Kaserne

Vorführungen der Traditionsbatterie

gezeigt, die wiederum eine große Zuschauermenge angelockt hatten. Ein seltenes militärisches Schauspiel bot vor allem die Fahrschule der Batterie mit Geschützen. Für die Sieger in den einzelnen Kämpfen hatte die Offiziervereinigung des Rhem- scheu Futzartillerie-Regiments Nr. 8 eine große Anzahl Wle gestiftet, die durch den Vorsitzenden dieser Vereinigung, Odern Cäsar, mit Worten der Anerkennung und des Dankes an folgende Teilnehmer zur Verteilung kamen:

800-Meter-Lauf: 1. Preis Kanonier Reimer, 2. Preis Kanonier Fey, 3. Preis Oberkanonier Schönewolf, 4. PM- Kanonier Höhner.

Königssprung über lebende Pferde: 1. Oberkanonier Niedenthal, 2. Preis Kanonier Wagner, 3. PM- Kanonier Hott, 4. Preis Kanonier Ziegelmeier.

M. - G. H i n d e r n i s l a u f : 1. Preis Unteroffizier Käppler. Jagdspringen : Ehrenpreis Wachtmeister Eurk, 1. Unteroffizier Wnlhelmj, 2. Preis Unteroffizier Odenwald, Preis Unterwachtmeister Reith.

Alarm mit Hindernislauf: 1. Preis Oberkanouick Gall, 2. Preis Oberkanonier Roß, 3. Preis Oberkanomc Schmitz.

Puppenreiten: 1, Preis Obergefreiter Klein, 2 Obergefreiter Kaufmann, 3. Preis Obergefreiter Fröhlich Gefreiter Staude.

Vereinigung ehemaliger 81er.

Die am Samstag abend bei Kamerad Franz Ballineier a - gehaltene Monatsversammlung erfreute sich eines guten fuchs. Nach herzlichen Vegrüßungsworten durch den l ' sitzenden, Kamerad Kaufhold, wurde den Anwesenden o 77. Geburtstag des ältesten ehem. 81er in der Vereinigung, Kameraden Schüßler, .bekanntgegeben. Der 1. Vorsitzende der Schriftführer hatten s. Z. dem greifen Geburtstagskinde » Glückwünsche überbracht und ihn durch ein Blumengebinde gecv - Kamerad Schüßler dankte in der Versammlung nochmals d o lich für diese Ehrung. Im weiteren Verlauf der Sitzung w der vorgesehene Ausflug auf den 31. Mai festgesetzt, und z mit einem Postauto nach Dipperz, Friesenhausen, Dwrtcrvi sen. Die Rückfahrt erfolgt über Edelzell. An Hand einer den Mitgliedern zirkulierenden Liste soll festgestellt M wieviele Kameraden nebst Familienangehörige sich daran ligen wollen. Die Einzeichnungen sind bindend. Die -vez nungunbestimmt" gilt als Absage. Bei zahlreicher gung soll die Abfahrt mittags 1.30 Uhr vom Postamt aus erfolgen. Das Fahrgeld für den Ausflug wird au ^ Kasse der Vereinigung bestritten. Die nächste, Versarnmlui g nach Eingang des Nachrichtenblattes einberufen werden.

. Auslandslehrertagung.

In diesen Tagen fand in Frankfurt a. M. die zweite,.^ sammlung der im Januar gegründeten Landesgruiipe s - Main ehemaliger Auslandslehrer statt. Der ^ftte Vor Studiendirektor Scholl (Gernsheim), begrüßte die CTT insbesondere Staatsrat Block, den verdienten Förderer oe einigung. Studienrat Nabe (Wiesbaden) sprach über or Wertung unserer Auslanderfahrungen im inlandistyen dienst" und Lehrer Hofmann (Sprendlingen-Rheinhesst I ^ Das Mandatsystem in Südwestafrika und seine Ans auf die deutschen Schulverhältnisse". Beide Vortrage I starken Beifall und regten zu lebhafter Diskussion

t.