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Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieteu.

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Merkblatt für den 8. April.

Sonnenaufgang 5.23 Uhr, Sonnenuntergang 18.43 Uhr. Monday Uhr, Monduntergang 8.04 Uhr. °1835: Der Staatsmann Wilhelm v. Humboldt gest.

Nichts lockert mehr der Neigung zarte Bande Als Sorgen nm des Lebens Unterhalt.

Wetterbericht.

Während der Feiertage hat sich über Skandinavien ein -.zftiaer Tiefdruckwirbel ostwärts gelegt und dabei das Hoch- druckaebiet, das vorher dort lag, vollständig beseitigt. Seine südlichen Ausläufer brachten dabei in Frankreich und Deutsch- and meist trübes Wetter und verbreitete Regenfälle. Wei- tere kräftige Tiefdruckgebiete, die von Westen herankommen, werden von jetzt ab auch weiterhin veränderliches und vielfach Mnerisches Wetter bringen. Die zyklonale Wetterlage hält

Vorhersage bis Dienstag abend: Meist bewölkt und auch vielfach Regenfalle, kühl, westliche Winde. Witterungsaus- Mten für Mittwoch: Nach vorübergehender Bewölkungsab­nahme wieder Niederschläge und geringe Erwärmung, südwest­liche Winde. _____________

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* Fulda, den 7. April 1931.

Der Osterverkehr in der Rhön.

Der Osterverkehr in der Rhön ließ diesmal zu wünschen übrig. Zum Teil mag dies auf die wirtschaftlichen Verhält­nisse zurückzuführen sein, zum größeren Teil aber ist die un­günstige Witterung schuld. Dafür aber konnte man die Fest­stellung machen, daß die Zahl der Unentwegten, die zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wdtter ihr Ränzlein schnürt, im weiteren Wachsen begriffen ist. Besonders gehört es auch nicht mehr zu den großen Ausnahmen, daß Vertreterinnen des schö­nen Geschlechts ohne männliche Begleitung wandernd die Berge durchstreifen. Zu den bekannteren Plätzen der Rhön, die diese Ostertage schon einigen Verkehr aufzuweisen hatten, gehörten Dammèrsfeld, Kreuzberg, Wasserkuppe, Milseburg und Ellen­bogen. Den diesjährigen Osterbesuchern der Rhön, die dem fast eisigen Nordwind trotzten, bot sich ein wunderbares Schau­spiel der Natur dar. Wahrend in den Tälern schon langsam der Frühling seinen Einzug gehalten hat, bot die Fernsicht von den Höhen ein Bild, das lebhaft an das Hochgebirge erinnert. Auf den Bergkuppen lagern noch gewaltige Schneemassen, die in der Phantasie das Bild großer Gletscher erstehen lassen.

*

Osterverkehr und Osterwetter

ließen in diesem Jahre viel zu wünschen übrig. Schon der am Samstag nachmittag einsetzende Regen vereitelte manche Oster­reise. Der erste Osterfesttag zeigte sich dagegen wieder etwas freundlicher, jedoch mußten die Spaziergänger zum Schutze gegen den scharfen Wind Wintermäntel und Pelze wieder her­vorholen. Auch der zweite Ostertag war nicht von besonders guter Witterung begünstigt. Nachmittags waren sogar schwache Regenfälle zu verzeichnen. Das ungünstige Wetter wirkte sich auch stark auf den Ausflugsverkehr aus, so daß auf dem hiesigen Bahnhof an den beiden Feiertagen kein allzu lebhafter Verkehr herrschte. Der sonst am 2. Festtag in den ersten Nachmittags­stunden einsetzende Ausflugsverkehr in die Rhön fiel diesmal fast ganz aus.

Ofterkonzert des Hofmannschen Männerchors.

NNS, erwartungsfreudig zugè- starker Chor, sichtlich verjüngter

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Ein in Anbetracht der mißlichen wirtschaftlichen Verhält- nijse noch gut besetzter Stadtsaal. Unter den Zuhörern viele alte getreue Freunde des Vereins, jtimmt. Auf dem Podium ein statin ^^^,

Ächwuchs, mir Zuversicht aufschauend zu seinem bewährten Ehsmeister. Ein verständnisvoll zusammengestelltes Pro- Mmin, die Aufführung in jeder Beziehung ein Erfolg, dies ist w kviM Strichen die Kennzeichnung des am 1. Ofterfeiertag atzehaltenen Konzertes. Ließ der erste Teil des Programms miiptfächlich den vaterländischen Gedanken hervortreten, so war

hauptsächlich den vaterländisch! m zweite Teil mehr durch ft

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bei zweite Teil mehr durch seine heitere Note gekennzeichnet. Fr Kremser'sche, von Männerchor und Orchester gleichgut ge- brachte VertonungIm deutschen Geist" vermittelte die Ein- suhlung zwischen Chor und Zuhörern. Feierlich, wuchtig er­klang der Schlußsatz:Im deutschen Geist und Herzen sind wir

I Als Höhepunkt der Veranstaltung muß die Neumann- IcheTeja-Ballade" bezeichnet werden, die ganz prächtig gesun- 8«n wurde. Ausgezeichnete Textbehandlung, rhythmisch ein- mndsreie Vortragsweise, klare Aussprache und am Schlüsse ein einzig schönes Pianissimo gaben Zeugnis von der gediegenen und zielbewußten Arbeit des Chorleiters. Die Brahms'schen ^uaeeZn stiller Nacht" undMein Mädchen hat einen Rosen- Ulund erfuhren ebenfalls liebevolle Behandlung und gute Interpretation. Die sehr beifällig aufgenommene, ansprechende urchester-Komposition des alten Volksliedes's kommt ein ^el geflogen" bearbeitet im Stile älterer und neuerer Meister S OAs, abschließend als Militärmarsch, mußte in ihrem ieglen Teil wiederholt werden. Starker Publikumserfolg hatte

Walzer für Männerchor und OrchesterWein, Gesang" zu verzeichnen. Daß die Kapelle des Ar- werie-Negiments mit rhren klassischen Beigaben von Wagner, ' JJ5. und Nicolai wie immer auf der Höhe war, bedarf besonderen Erwähnung. Würdig schließt sich das ^Vige Konzert allen vergangenen an. Es bedeutet für . J veranstaltenden Verein einen vollen Erfolg, der in aller- bem verdienstvollen Chorleiter, Öbermusikmrifter e 12, zu verdanken ist. Wenn in der Vorbesprechung des £ Auzeigers" gesagt wurde, daß das Streben des Chor- 'u bi^ .zielt, jedem Besucher einen genußreichen Abend ^.ch 'i1 dies als durchaus gelungen zu bezeichnen. Und ^iur gebührt ihm herzlicher Dank. -d-

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Diebstähle.

Wer kann Angaben machen?

?m vergangenen Mittwoch aus dem Husflur des St. fms hierselbst gestohlene, einem Rennfahrer gehörige ^^ichine MarkeWanderer" ist in dem benachbarten ermittelt worden und in den Besitz des Eigentümers üerfm?u n^ Das Fahrrad ist dort von einem Unbekannten Lein?! morden, der sich Eugen Paul Erich Courbcaux aus seltne ~ ' n b e n a u nannte. Diese Angaben sind zwei- 25 ft; ^Der Unbekannte wird wie folgt beschrieben: Etwa leben & Fahre alt, 1,65 bis 1,68 in groß, schlank, hageres 21u5= ^ bekleidet mit Hellem Rock, Knickerbocker- trua t Wadenstrümpfen und schwarzen Halbschuhen. Er sieben ^?hsK Aktenmappe bei sich. Wer kann nähere An- ind an diesen Mann machen? Entsprechende Mitteilungen "e Kriminalpolizei in Fulda zu richten.

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vom 1. zum 2. Feiertag wurden von dem in umni+Lt Schmiedemeisters Fink in der Johannisstraße jetzt unh-fPa!er ^âhe der Hutstoffwerke gelegen von bis bruchsüi>b>t^ 7?^rn elf Hühner und ein Hahn durch Em- gestohlen. Es handelt sich um perlgraue, und schwarze Tiere.

g Reichsbahn-Personalien.

Fulda wmnÂ^be der Reserve-Zugführer Schädel in ^ißitent Zugführer. Versetzt wurden: Reichsbahn- meifter "on Hünfeld nach Langenselbold, Vahnhofs- von Neukirchen (Kreis Hünfeld) nach J ^reis Ziegenhain).

wurde her nr , Befördert ^djägernzeifter"" Albrecht in Neuhof bei Fulda zum

Gegen die Angriffe auf das Vermögen der Angestelltenversicherung.

Die Versammlung der Vetriebsvertrauensleute des D H.V. aus dem rhein-mainischen Wirtschoftsgebiet wendet sich schärf- stens gegen die sich in letzter Zeit häufenden Angriffe auf die Selbstverwaltung und das Vermögen der Angeftellten-Ver- sicherung.

Nachdem erst vor wenigen Wochen die Stelle des Präsiden­ten der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte im Wider­spruch zu dem einhelligen Vorschlag des alle Kreise der Ver­sicherten und ihrer Arbeitgeber umfassenden Verwaltungsrates besetzt worden ist, sind neuerdings im Reichsarbeitsministerium, ohne Hinzuziehung der maßgeblichen Instanzen der Angestell- ten-Versicherung, Verhandlungen über die Sanierung anderer Zweige der Sozialversicherung mit Hilse des Vermögens der R.f.A. gepflogen worden.

Die Versammlung sieht in diesem Verfahren eine grobe Mißachtung der außergewöhnlichen Leistung, die die Angestell­tenschaft durch die Wiederaufrichtung ihrer während der In­flation finanziell zusammengebrochenen Pensions-Versicherung aus eigener Kraft zu Stande gebracht hat. In den allerletzten Tagen verlautet, daß der Reichsverband der Landesversiche­rungsanstalten Ansprüche an das Vermögen der Angestellten- Versicherung in Höhe von nicht weniger als 500 Millionen Mark erhebt. Diese Wünsche sind in keiner Weise sachlich ge­rechtfertigt, da die Jnvaliden-Versicherung wegen ihrer Be­lastung durch die Wanderversicherten bereits eine einmalige und endgültige finanzielle Abfindung erhalten hat. Mit der Verwirklichung der Absichten der Landesversicherungsanstalten würde die bisher gesunde Angestellten-Versicherung die finan­zielle Grundlage ihrer dauernden Leistungsfähigkeit verlieren, ohne daß der Jnvaliden-Versicherung durchgreifend geholfen wäre. Die Angestellten, die gegenwärtig schwerer als irgend­welche andere Schichten um die Aufrechterhaltung ihrer sozia­len Stellung zu kämpfen haben, werden es sich nicht gefallen lassen, daß man ihnen die unter schwersten Opfern und ohne jede finanzielle Hilfe seitens des Staates aufgebrachten Mittel für Invalidität und Alter ganz oder teilweise enteignet.

Die Versammlung fordert die Verbandsleitung des D.H.V. auf, alle geeigneten Schritte zu tun, um die Reichsregierung zu veranlassen, von jeder' Inanspruchnahme der Gelder der An­gestellten-Versicherung für fremde Zwecke abzusehen. Es geht nicht nur um die Daseinsbedingungen eines für Kultur und Wirtschaft hochbedeutsämen Standes, sondern es steht darüber­hinaus das Vertrauen in die soziale Gerechtigkeit des Staates auf dem Spiel.

25jähriges Jubiläum.

Am 8. April begeht Herr Carl Diegelmann in der Firma Aloys Maier, Hofbuchhandlung und Verlagshaus in ?~ulba sein 25jähriges Jubiläum als Buchhändler. Durch ziel- ewußtes Streben und Begabung für die wissenschaftlichen und kulturellen Aufgaben des Buchhandels erwarh sich Herr Diegel­mann schon in verhältnismäßig jungen Jahren die Kenntnisse, die ihn auch für die schwierigen Aufgaben des Buch- und Musik­verlages befähigten. Nach dem Kriege hat Herr Dfegelmann in führender Stellung als treuer Mitardeiter der Geschäfts- leitung seine Kräfte tn den Dienst des Aufbaues der inter­nationalen Verbindungen des Verlagshauses gestellt und da­mit dazu beigetragen, daß die neuen, großen Verlagswerke auf dem Gebiete des Buches und der Musikalien von Fulda aus wieder ihren Weg nach allen Weltteilen nehmen. Das Ver­lagshaus, Handelskammer und die Vorstände der großen Fach­verbände ehrten gebührend den Jubilar. -e.

Vom kirchlichen Leben in der evangelischen Gemeinde Fulda.

Die Karwoche einschließlich der Osterfeiertage sind nun ver­flossen. Die Gottesdienste an Palmarum, am Gründonners­tag, am Karfreitag sowie an den beiden Osterfeiertagen erfreu­ten sich eines überaus zahlreichen Besuchs. Die Hauptgottes­dienste am Kärfreitag und am ersten Ostertag wurden durch die Mitwirkung des Kirchenchors verherrlicht. Auch die Be­teiligung am heil. Abendmahl während des obigen Zeitraums war beachtenswert. An Palmarum empfingen außer den Kon­firmanden 96 männliche und 106 weibliche Personen das Heil. Abendmahl. Am Gründonnerstag vormittag waren es 67 männliche und 136 weibliche Personen. Im Abendgottesdienst, der dieses Jahr zum ersten Male am Gründonnerstag stattfand, stieg die Zahl der männlichen Abendmahlsgäste auf 161 und die der weiblichen auf 359. Am ersten Ostertag nahmen 131 männ­liche und 109 weibliche Personen am heil. Abendmahl teil. Insgesamt empfingen in der Karwoche bis einschließlich Oster­sonntag 1165 Mitglieder der evangelischen Gemeinde Fulda das hèil. Abendmahl.

Die Finanzkasse Fulda am 8. und 9. April geschlossen.

Vom Finanzamt Fulda wird uns mitgeteilt, daß die Finanz­kasse Fulda am 8. und 9. April 1931 wegen Jahresabschlußarbei­ten für den Verkehr mit dem Publikum geschloßen ist.

Auszahlung der Unterstützung an hilfsbedürftige Kleinrentner.

Am Donnerstag, den 9. April 1931, von 911 Uhr, wird die Unterstützung an hielfsbedürftige Kleinrentner der Stadt Fulda für den Monat April gegen Vorlage der grünen Ausweiskarte ausgezahlt.

Die Turngemeinde-Jugend auf der Spur des Osterhasen.

Wie alljährlich, so veranstaltete auch in diesem Jahre die Jugend der Fuldaer Turngemeinde zu Ostern eine Wanderung. Am Ostermontag um 2 Uhr erfolgte bei reger Beteiligung der Jugend sowie zahlreicher Eltern, Vorstands- und Vereinsmit­glieder der Abmarsch vom Viehmarktplatz über den Pfaffen­pfad nach dem Rauschenberg. Am Rauschenberg angelangt, wurde die Zeit bei kurzweiligem Spiel vertrieben. Sehr inter­essant war das Fußballspiel der älteren Jugend gegen den kleineren Nachwuchs der Turngemeinde, das von den Kleinen mit 3 :1 gewonnen wurde. Die Mädchen führten Volkstänze auf, die großen Beifall fanden. Während des munteren Trei­bens hatte der Jugenwart B o e ck e n die Spur für den Oster­hasen gestreut. Nach einem Antreten wurde nun die Spur des Osterhasen, der unterwegs mancherlei Gaben verloren hatte, verfolgt. Leider hatten auch einige Jungen aus der Umgebung die Spur ausfindig gemacht und die Gaben des Osterhasen merklich dezimiert. An der abgehaltenen Schnitzeljagd beteilig­ten sich 30 Kinder. Die ersten Sieger waren in der Abteilung A. Paul Albert, in Abteilung B. Heinz Koch, bei den Mädchen Annemarie Mi Iker. Auch nach der Schnitzeljagd hatte der Osterhase sein Leggeschäft noch nicht eingestellt, und er verlor noch manches bunte Osterei von Gönnern und Freun­den der Turngemeinde gestiftet. Gegen 1-46 Uhr hatte das fröhliche Treiben sein Ende erreicht. Rach dem Rückmarsch über den Leipziger Hof kam die frohe Schar um X>7 Uhr wieder im Stadtinnern an. Die nächste Wanderung soll Ende dieses Monats stattfinden. Gut Heil!

Regimentsappell des ehemaligen Königin Elisabeth

Earde-Erenad.-Regts. Nr. 3 in Kassel am 2. 4. Mai 1931.

Die Reihe der Tagungen, welche in diesem Jahre in unserer Bezirks-Hauptstadt, der Kongreßstadt Kassel, stattfinden, er­öffnet der Königin Elisabeth- B u n d. Das ist der Bund der Angehörigen des Königin Elisabeth Earde-Erenndier-Regi- ments, eines der stolzesten unseres alten Heeres, in welchem auch mancher hessische Junge gedient und sein Leben für die Heimat gelassen hat. Wir folgen daher gern der Ditte des Bundes, für die, welche dem Regiment angehört haben und an dem Regimentsappell teilnehmen möchten, die Anschrift an Herrn Oskar Lahsberg, Kassel, Untere Königstraße 71, letzmalig bekannt zu geben, damit sie sich bei ihm melden können.

Entfettungsäuren im Frühling

sind sehr empfehlenswert^ weil der Körper gerade jetzt eine be- jondere Neigung zur Stozfausscheidung besitzt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 23 Toluba-Kerne, die Sie in Apo­theken erhalten, sicher in der Hof- u. Schwanapotheke, Marktstr. 1.

Die Ermäßigung der Hauszinssteuer.

Durch das preußischeGesetz zur Aenderung der Hauszins­steuerverordnung" vom 23. März ist der Normalsatz der Haus­zinssteuer von bisher 1200 Prozent der Erundvermögenfteuer auf 114 0 Prozent herabgesetzt worden, d. h. der bis­her innerhalb der gesetzlichen Miete etwa 48 Prozent aus­machende Satz der Hauszinssteuer ist um 5 Prozent auf 43 Prozent herabgesetzt.

Auch die ermäßigten Steuersätze bei unbelasteten oder nur bis zu 60 Prozent des Friedenswertes belasteten Grundstücken sind entsprechend herabgesetzt. Die in § 4 Abs. 3 der Hauszins­steuerordnung aufgeführten Ermäßigungssätze ändern sich wie folgt: Es treten an die Stelle des Steuersatzes von 375 Pro­zent 360, statt 500 Prozent 485, statt 625 Prozent 605, statt 750 Prozent 725, statt 875 Prozent 845, statt 1000 Prozent 970, statt 1050 Prozent 1015, statt 1100 Prozent 1065, statt 1150 Prozent 1110. Die Ermäßigungen sind also um 34 Prozent erweitert.

Bei den vom Eigentümer bewohnten, über 45 Prozent des Friedenswertes belasteten Grundstücken beträgt die Steuer statt der bisherigen 1000 Prozent künftig 920 Prozent der Grund- vermögenssteuer.

Bei den kleinen Einfamilienhäusern ermäßigen sich die Steuersätze wie folgt: statt 500 Prozent 480, statt 625 Prozent 600. statt 750 Prozent 700.

Bis zur endgüligen Feststellung der durch dieses Gesetz er­mäßigten Steuerbeträge sind die bisher veranlagten Steuer­beträge mit der Maßgabe zu zahlen, oaß 3 vom Hundert die­ser Beträge zinslos gestundet werden. Die Abrechnung erfolgt nach Festsetzung der neuen Steuerbeträge.

Die ehemalige Feldartillerie in Kassel.

Die letzten Vorbereitungen zum Waffenlage der deutschen Feldartilleristen am 9. und 10. Mai 1931 wurden in einer Be­sprechung am Montag abend getroffen. Unter den zahlreichen Personen der Ausschuß- und Vorstandsmitglieder der hiesigen Artillerie-Vereine war auch der Chef der 13. reitenden Batterie Art.-Regt. Nr. 6. von Fritzlar vertreten. Mit großer Span­nung wurde seinen Ausführungen gefolgt. Interessant war es, Einzelheiten über sein großes Programm für Sonntag, den 10. Mai 1931 zu hören. Seine Bemühungen zielen daraus bin, nicht nur den ehemaligen Artilleristen von nah und fern das Können der deutschen Artillerie zu zeigen, sondern auch der Bevölkerung Kassel's, die seit langen Jahren keine Kanone mehr gesehen hat, und die innigst mit ihrem alten Artillerie- Regiment verbunden war, zu beweisen, daß noch Artilleriegeist im' deutschen Volke lebt. Das gesamte berittene Trompeter­korps des Artillerie-Regiments Nr. 6 wird am Sonntag in den Morgenstunden den Weckruf in den Straßen Kassel's erschallen lassen. Zu der gegen 12 Uhr angesetzten Parade auf dem Friedrichsplatz wird die Batterie in vollem Schmuck^ericheinen und in den Hepzen unserer Hessensöhne wird die Freude an ihre Soldatenzeit wieder aufleben.

k. Dalherda, 7. April. (Bestandene Gesellenprü­fung.) Zwei junge Männer unserer Gemeinde bestanden vor kurzem ihre Gesellenprüfung: es find dies ,Herr Gottbold Sey­ring , der in Soden-Salmünster seine Prüfung als Wagner, und Herr Christian Barth, der in Frankfurt jein Examen als Gärtner ablegte. Die ganze Gemeinde beglückwünscht die Junggesellen und hofft, daß sie bald viel Arbeit und Verdienst finden.

Hersfeld, 7. April. (Verpachtung der Domäne Eich Hof.) Die etwa 700 Morgen große Domäne Eichhof in Hersfeld soll am Dienstag, den 14. April, um 10 Uhr in Kastel im Regierungsgebäude zum zweiten Male zur Verpachtung auf 12 Jahre ausgeboten werden. Das erforderliche Vermögen für eine Uebernahme muß mindestens 50 000 Mark betragen.

* Breitenbach a. H., 7. April. (Tödlicher Unfall beim Holzabfahren.) Einem tragischen Unfall fiel der Landwirt B. aus dem nahen Magdlos zum Opfer. Beim Holzabfahren sprang er vom Wagen ab, geriet unter denselben und die Räder gingen ihm über beide, Beine. Im Krankenhaus ist er seinen Verletzungen erlegen.

Kassel, 4. April (Zustimmung der Evangelischen Landeskirche Hessen-Kassel zum Kirchenver­trag.) Die Kirchenregierung der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel hat beschloßen, den Staatsvertrag mit den Evangelischen Lanoeskirchen in der jetzt vorliegenden Fassung zu unterzeichnen.

Grünberg (Oberh.), 6. April. (Im Eisensteinberg­werk verschüttet.) Der Bergmann Karl Rau aus Weiters- Hain wurde Ostersamstag nachmittag in der Eisensteingrube bei Atzenhain von niederstürzenden Erdmaßen verschüttet. Der Verunglückte trug Bein- und Rippenbrüche, ferner einen Schlüs­selbeinbruch und innere Verletzungen davon. In schwer verletz­tem Zustand mußte er nach der Chirurgischen Klinik nach Gießen verbracht werden.

Büdingen, 6. April. (Todesfturz vom Motorrad.) Als der Arbeiter Konrad Maul in Bindsachsen Ostersamstag nachmittag seine Schwiegermutter, Frau Dinges von Merken- fritz, mit dem Motorrad nach Hause dringen wollte, stürzte die Frâu, als das Kraftrad durch ein Loch der stark ausgefahrenen Straße fuhr, so unglücklich von ihrem Sitz auf die Straße, daß sie heftig mit dem Kopf aufschlug. Dabei drang der Frau ein Knochensplitter ins Gehirn, wodurch der sofortige Tod der Bedauernswerten herbeigeführt wurde.

Darmstadt, 6. April. (Vom Turm de.r Ludwigs- Höhe heiuntergestürzt.) Am Samstag nachmittag hat sich eine aus Frankfurt gebürtige, in Darmstadt wohnhafte 34 Jahre alte Frau vom Turm der Ludwigshöhe hinüntergsstürzt. Die Frau war auf der Stelle tot. Anscheinend hat sie in einem Anfall von Schwermut gehandelt.

12. Rhön-Segelflugwettbewerb und Hindenburgpreis zur Förderung des Segelfluges.

Die Rhön-Rossitten-Gesellschast veranstaltet mit Genehmi­gung des Deutschen Luftrates vom 22. Juli bis 5. August auf den Hängen und benachbarten Höhen der Wasserkuppe ihren 12. Rhön-Segelflugwettbewerb. Er besteht aus einem Üebungs- wettbewerb und einem Leistungswettbewerb für Segelflieger. Insgesamt sind 22 000 Mark für Preise ausgesetzt, und zwar 10 000 Mark im Uebungswettbewerb und 12 000 Mark für den Leistungswettbewerb. Gleichzeitig schreibt die Rhön-Rossitten- Gesellschaft den vom Reichspräsidenten zur Förderung des Segelflugs gestiftetenHindenburgpreis" mit Zusatzprämie von 3000 Mark aus. Die Ausschreibung ist offen für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1931. Um den Preis können sich Flugzeugführer mit'dem Segelfliegerausweis C auf motorlosen Flugzeugen bewerben, soweit sie die deutsche Staats<rngehörig- keit besitzen oder der deutschen Kulturgemeinschaft angehören, nicht disqualifiziert und im Besitz einer gültigen Spörtlizenz sind. Der Hindenburgpreis mit Zusatzprämie von 3000 Mark wird dem Bewerber zuerkannt, der die beste Eesamtflugleistung auf Segelflugzeugen während der Dauer der Ausschreièung er­zielt hat.

Kirchliche Nachrichten

Evangelischer Gottesdienst.

Mittwoch, 5 Uhr nachm. Osterandacht im Altersheim Emmaus".

Israelitischer Gottesdienst.

Mittwoch und Donnerstag, den 8. und 9. April. Vorabende 0 ^0 Uhr, morgens . 30 Uhr, nachmittags 5 Uhr, abends 7.50 Uhr. Donnerstag abends 7.55 Uhr.

Wochen-Gotftsdienst: Morgens 0.20 Uhr.