Einzelbild herunterladen
 

Gefährliche Schiffe.

So und so wie?

Ev Matth. 16, 23: Hebe dich, Satan, von mir! Dn bist mir ärgerlich. Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist!

Atte großen christlichen Feiern kann man entweder den einzelnen Menschen anwenden oder auf das Menschengeschlecht und seine Geschichte. Beides bänat natürlich eng zusammen: die Geschichte wirkt auf einzelnen, der einzelne wirkt auf die Geschichte. Be- rät man den Leidensweg von Jesus Welt- oesckichtlich, so sind jene Wochen damals die Zeit gewesen, in der eine ganz neue Art zu leben sich durchgekämpft hat, den ferneren Gang der Menschheit umzulenken zur Erneuerung hin, zum Aufwärts. Was ist diese neue Art zu leben? Die alte und die neue, die verderbliche und die rettende stehen in dem Abschnitt Ev. Matth. 16, oj26 sich in schroffer Klarheit gegenüber. Petrus rät: "^enf an dich, schone dich!" Das ist menschlich gedacht, wie Jesus sagt, es ist die alte, auch heute noch längst nicht überwundene Art zu leben, die den einzelnen Menschen und ganze Generationen immer wieder herunterzieht und verdirbt, die nicht wirklich vorwärts-, nicht emporkommen läßt Eine Welt, in der diese Art ganz siegte, wäre dem Untergang geweiht, der Vernichtung aller durch alle, ^em stellt Jesus unerbittlich gegenüber:Denk nicht, was menschlich, sondern was göttlich ist. ^enk nicht an dich und schone dich nicht, sondern tue und, wenn's sein muß, dulde, was Gott will." Dieser neuen «(rt, das Leben zu nehmen, hat er damals den Platz in dcr Welt erkämpft, dafür hat er gelitten und damit hat er, der eine, der Weltgeschichte eine neue Bahn aufge­zwungen, die emporführt. Je mehr diese Art zu leben: Gott aehorsam sich durchsetzt im einzelnen und in der Gesamtheit, desto mehr geht es aufwärts aus der ge­meinen Niedrigkeit und ihrem Elend zur beglückten Freudigkeit und zum Frieden. So oder so wie willst dn's haben? Wie soll's für die nach uns werden?

BoLksirauertag.

Von D. Geßler, Reichsminister a. D., Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Die Völker unserer Gegner im Weltkriege gedenken am Waffenstillstandstage ihres Sieges und ihrer Gefallene,!. Dies geschieht in eindrucksvollster Weise dadurch, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt für kurze Zeit überall das öffentliche Leben stillsteht und alles in ehrfurchtsvollem Schweigen verharrt. Bei uns ist es bisher leider nicht möglich gewesen, einen einheitlichen Gedenktag für die Toten des Weltkrieges durchzuführen, obwohl es unsere Gefallenen bei ihren Leistungen gegen eine Welt von Feinden wahrlich nicht weniger verdient haben. Gerade unser Volk, das unter den Auswirkungen des Weltkrieges am bittersten zu leiden hat, muß sich das Andenken andasGroßeundSchwerederKriegsjahre lebendig erhalten; denn es darf nicht dahin kommen, daß die großen Erinnerungen in der Not der Zeit und in dem Hader der Parteien verlorengehen und daß ein Geschlecht heranwächst, das nichts m e h r v o n all dem weiß.

Hier setzt die Arbeit des Volksbundes ~ eu tsche Kriegsgräberfürsorge ein. Er hat übernommen, für die Gräberstätten unserer Gefallenen im Auslande überall in der Welt zu sorgen, und an dieser . Aufgabe trotz aller Fährnisse der politischen Entwicklungen festgehalten. Gerade jetzt, da die Beziehungen der Völker zueinander wieder normaler werden, eröffnet sich ein Feld großer Wirksamkeit.

Wenn sich in Deutschland im Gegensatz zu unseren ehemaligen Feinden eine große private Organisation der Kriegsgräberfürsorge angenommen hat, so liegt dies in folgendem begründet:

Die Not und Verwirrung war in Deutschland nach dem verlorenen Kriege so groß, der Aufgaben, die der Staat zu lösen hatte, waren so ungeheuer viele, daß der Gedanke an die Ruhestätten der draußen Gefallenen in den Hintergrund trat. Dann legte der Versailler Vertrag dem deutschen Volke so schwere Lasten und Hemmungen auf, daß eine staatliche Kriegsgräberfürsorge, wie sie unsere ehemaligen Gegner treiben, nicht entfernt im Bereich der Möglichkeit lag. Es kann kaum das unerläßlich Not­wendige mit staatlichen Mitteln gemacht werden. Daher ^Kanzt. die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegs- graberfursorge seit den elf Jahren seines Bestehens die amtliche Tätigkeit und bringt damit zum Ausdruck, daß trotz aller Not der Zeit das deutsche Volk es als sein heiliges Recht, seine hehre Pflicht be- trachtet, selbst aus eigenem Antrieb in wahrer Volks­gemeinschaft für die letzten Ruhestätten derer zu forgen, dieallcshingabenfürVolk und Vaterland

In erster Linie gilt unsere Arbeit den sichtbaren EhrenstättenunsererGefallenenimfrem- d e n L ande. Dann aber kämpfen wir um den Gedanken daß da? deutsche Volk nicht nur im Vaterland, sondern überall in der Welt, unter Zurückstellung alles Trennenden

aneinem Tage zusammenfindet, um in D a n k b a r- keit und Treue der Gefallenen des Welt- riegeszu gedenken. Bei den Deutschen im Aus- land hat sich diese Sitte schon fast überall durchqesetzt- wo Kncgsgräber sich befinden, werden sie an diesem^age l ebevoll geschmückt, und die Gedanken wandern hinüber Auch bei uns wird die Beteiligung an den von Jahr zu Jahr stärker. Besonders ein duttksvoll gestaltet sich die Feier im Reichstag, die von ^sang an durch die Teilnahme des Reichspräsidenten ihre »Ä' Weih- erhält. In Diesem Ä S ««mifiete am 1. März. Stell- sich an Diesem T-a- deè- S âr in unsere Reihen zur Erfüllung der tz-'»dilck,°,. Pflicht! ein Dali. Das fein?

und seine Toten vergäße, würde sich selbst @oSblerftnben- Bereinigen wir uns deshalb an diesem Ä [° wert die deutsche Zunge klingt, in dem Ge- ErwÂ" ?erErinnerung und des Opfers. "ugt die Zukunft in sich.

6cim Absturz eines Militärflugzeuges in Australien. ^UbunaâHun^ Flugübungen stieß über dem lAustraliem^Vlatz für Refervesormattonen in Seymour ein âlua , einem Scheinangriff aus ein Militärgeschwa- gras« $Ä ^en die Spitze eines Baumes. Es stürzte W Die beiden ^u Boden, wo es sofort in flammen auf. c 1 Insassen verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

5WenMI «iif DeilWlâ Allen.

Hendersons R o m f a Art.

Eins muß man den englisch-französischen Flottenverhandlungen lassen, sie zeichnen sich durch Tempo und überraschend schnellen Wechsel der Verhandlungsorte aus. Der Staatssekretär der englischen Marine fomnit nach Paris, verhandelt dort kurze Zeit mit französischen Re­gierungsstellen und kehrt nach London zurück. Am nächsten Tage schon fährt der englische Außenminister nach der französischen Hauptstadt, wo er Besprechungen hat, um sich sogleich nach Rom zu begeben, um mit Mussolini zu verhandeln. In Rom finden Zusammen­künfte außer mit italienifchen Staatsmännern mit dem deutschen und dem französischen Bot­schafter statt, und schon rüstet Henderson wieder zur Ab­fahrt nach London, überraschend, wie er gekommen ist, verschwindet er wieder. Hoffentlich wird das Resultat dieser überraschenden Besuche eine nicht allzu große Überraschung für Deutschland sein.

Vorläufig spielen sich alle Verhandlungen streng geheim hinter verfchlofsenen Türen ab, und wie es dabei stets zugeht, vor den gesperrten Toren arbeitet um so fleißiger das Gerücht, dâsWie mau zu wissen glaubt" und die politisch gefärbte Tendenz. Was Deulfch- iand zunächst dabei besonders interessiert, ist die Be­fürchtung, daß Frankreich für feine Zustimmung zu den englischen Vorschlägen sich von England hat Zu­geständnisse für die Landabrüstung machen lassen, die eine weitere militärische Knebelung Deutschlands zum Ziele haben und sich auf der kommenden ,,A b r ü st u n g s" k o n f e r e n z unangenehm auswirken können. Deutschland würde sich dann noch mehr als früher einer geschlossenen Front von Ab- rüstungs g e g n e r n gegenübersehen. Wenn man in der Landabrüstungsfrage in Deutschland von Amerika eine entscheidende Initiative erwarten wollte, so wäre das eine gefährliche Illusion. Ein der amerikanischen Regierung nahestehendes Blatt erklärt jetzt anläßlich der Flottenver­handlungen u. a., daß diese Frage die Vereinigten Staaten nicht allzusehr interessiere, da Washington die weise Politik der Nichteinmischung in europäische

Deutschnationale Ländertagung.

Einheitliche politische Richtlinien.

Im Preußischen Landtag trat eine deutschnationale Län­dertagung zusammen, an der etwa 60 deutschnationale Länder­minister, Reichsratsmitglieder und Reichstagsabgeordnete, Ab­geordnete der Länder, Parlamente sowie Mitglieder des Preu­ßischen Staatsrates teilnahmen. Die Tagung verfolgt den Zweck, einheitliche politische Richtlinien für die einzelnen Parlamente zu schaffen.

Der Vorsitzende, der preußische Landtagsabgeordnete von Winterfeld, eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die gegenwärtige politische Lage. Da die Reichstagsfraktion gegenwärtig nicht in der Lage sei, zu dem Osthilfeprogramni Stellung zu nehmen, so liege die Verantwortung mehr als bisher beim Reichsrat und bei den Länderparlamenten. Es sei notwendig, in den Grundzügen an den Ent- und Um- fchuldungsplänen Hugenbergs festzuhalten.

Die neue Agrarvorlage sei völlig unzureichend.

Die neue Vorlage sei nur dazu da, der Landwirtschaft Sand in die Augen streuen. Es müsse eme Regierung der Rechten zustande kommen.

Der Württembergische Finanzminister Dr. D e h l i n g e r sprach über die Finanzlage des Reiches und der Länder. Die Sanierung der Reichsfinanzen erfolge jedesmal auf Kosten der Länder. Das Reich beschließe Ausgaben, die sich un­mittelbar auf die Länderhaushalte auswirkten, ohne sich zu vergewissern, ob die Länder diese Belastung tragen könnten.. Die Grenze der Steuerkraft sei überschritten, "die Steuern müßten jetzt gesenkt werden. Sparmaßnahmen seien dringend notwendig, aber nicht auf Kosten der Länder.

Landtagsabgeordneter Steuer fetzte sich in längeren Ausführungen mit den zentralistischen Bestrebungen ausein­ander. Die Rechte habe keine Ursache, zentralistische Bestrebun­gen zu unterstützen, denn der Zentralismus wolle den Banke­rott des Systems vermeiden, indem er die letzten Reste bundes­staatlicher Gliederung auslösche. Das von Geheimrat Hugen­berg aufgestellte Vcrsassungsprogramm zeige einen prak­tischen Weg, auf dem die Vereinfachung der Verwaltung möglich fei.

Bei der Aussprache forderte von Walldow (Mecklenburg- Strelitz), daß die deutschnationalen Vertreter im Reichstag und im Reichsrat sich für die Erhaltung der kleinen Bun des st aalen einsetzen.

Reichstagsabgeordneter Dr. Everling erklärte, daß die Reichstagsfraktionen sich in der Bekämpfung des Zentralismus völlig einig seien, da die Staatsformfraae der Schlüssel zur Reichsreform sei. Der Ministerpräsident von Mecklenburg- Schwerin, Eschenburg, äußerte die Befürchtung, daß die Reichs­finanzpolitik ein Land nach dem anderen Preußen in die Arme treibe. Der bayerische Justizminister Gürtner meinte, die Reichsfinanzreform könne nicht als reines machtpolitisches Problem angesehen werden. Die Form des föderativen Staates sei die Lebensform deutscher Stämme. Staatsrat Dr.

Die Kriegsteilnehmer-Bons.

Hoover legt sein Veto ein.

Präsident Hoover hat .gegen .die vom Kongreß verab­schiedete Kriegsteilnehmeranleihe fern Veto /mgelegt. In der eingehenden Begründung seines Einspruches betont der Pra- sident, daß eine Beleihung der den Kriegsteilnehmern gewähr­ten Entschädigungspolicen tn Hohe von 50 Prozent eine Mehrausgabe von einer Milliarde Do Na r bedeuten würde. Das Schatzamt könne diese Summe ledoch nur durch eine Anleihe aufbringen. Dies wäre wirtfchaftllch ungesund da hierdurch die Gefahr einer Steuererhohung geschanen würde. Letzten Endes würde das vom Kongreß verabschledete Gesetz zu einer zusätzlichen Belastung der an und für sich schon infolge ber Wirtschaftskrise hart bedrängten Bevölkerung führen.

Kriegsteilnehmeranleihcgesetz endgültig angenommen.

Das Repräsentantenhaus hat mit auffallender Schnelligkeit trotz des Vetos des Präsidenten Hoover dre Kriegsteilnehmeranleihevorlage erneut a n g e n o m m e n. -er Gesetzentwurf wurde sofort an den Senat weitergeleitet.

Die Friedensverträge.

Der Auswärtige Ausschuß der belgischen Sozialistischen Partei hat in einem Bericht zur Frage der Revision derVer­träge Stellung genommen. Der Bericht wird der Partei ab.' Entschließung vorgelegt werden. Er stellt fest, daß man das Verlangen nach Revision der Verträge nicht als » n m o g- lich ab lehnen könne. Jeder Antrag aus Vertrags­revision müsse sich jedoch im Rahmen des Völkerbund- und des Locarnovertrages halten. Der Bericht betont ausdrücklich, daß der Artikel 19 des Völkerbundvertrages

keineSwtzgs'eine Revision der Grenzen ausschlietze. Deutschland habe noch keine genauen Revisionsforderungen ge­stellt. Jede Revision habe sich nur auf bestimmte fünfte zu Mtreckcn.

D i n g e verfolge. Diese Einstellung rann man als charakteristisch für die Stellungnahme der gesamten ameri­kanischen Öffentlichkeit bezeichnen. Die Washingtoner Regierung hat ja auch den beteiligten Mächten Unmißver­ständlich zu verstehen gegeben, daß sie es strikte ad­le h n e, den Vorsitz auf der bevorstehenden Genfer Ab­rüstungskonferenz zu übernehmen. Das Staatsdeparte- ment begründet diese Weigerung damit, daß die geo­graphische Lage Amerikas und die im Vergleich zu euro­päischen Streitkräften geringfügigen amerikanischen Land­streitkräfte die Übernahme einer führenden Rolle seitens Amerikas auf der Abrüstungskonferenz nicht rechtfertigen würden.

Werden sie den Panzerkreuzer versenken?

Wehrhaushalt und Sozialdemokratie.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird zu einer Sitzung zusammentreten, der man in Potttischen Kreisen große Aufmerksamkeit schenkt. Es ist bekannt, daß innerhalb der S. P. D. die

Auffassungen über den Wehrhaushatt

noch nicht völlig geklärt sind und daß eine einheitliche Stel­lungnahme, besonders zu den Fragen des Baues der

ze rs chi f f e noch nicht erzielt ist. Der besondere Widerstand eines Teiles der Fraktion richtet sich gegen

die erste Rate für das Panzerschiff B,

die mit 10,83 Millionen Mark im Wehrhaushalt veranschlagt ist. Davon sind 6,1 Millionen für den Schiffbau, 4,63 Mil­lionen für die artilleristische Ausrüstung und 100 000 Mark für die Torpedowaffe bestimmt. Für das Panzerschiff Amirb darüber hinaus nur noch eines kleinen Restes benötigt werden. Die Frage der Schiffbauten berührt aber zugleich die gegen­wärtig besonders akute

Frage der Arbeitsbeschaffung,

da 80 Prozent der angeforderten Summen für Löhne und Ge­hälter verwandt werden, die den Küstenstädten wie auch den inländischen Lieferanten zugute kommen. Der Wehrhaus- Halt wird voraussichtlich Dienstag oder Mittwoch dem Hans­haltsausschutz des Reichstages zur ^Beratung vorliegen, selbst wenn bis dahin noch keine völlige Klärung über die endgültige Haltung der Sozialdemokratie erzielt sein sollte.

Hersurth-Thüringen betonte, daß Thüringen unter der Ver- Ichlechterung des Finanzausgleichs von feiten des Reiches stark zu leiden gehabt habe. Reichstagsabgeordneter Dr. Q u a a tz versicherte, daß die Reichstagsfraktion der Dtn. Vp. entschlossen sei, den föderalistischen Gedanken zu verfechten.

Darauf wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Wahrung des bundesstaatlichen Charakters des Reichsaufbaues ist eine der wichttgsten Aufgaben beutst nationaler Politik. Ein gangbarer Weg zu einer sachgemäßen Vereinfachung des Verwaltungsaufbaues ist in den Reformvor­schlägen des Vorstandes der Deutschnationalen Volkspartei vom 9. April zu erblicken.

Deutschnationale Forderungen.

Im Preußischen Landtag ist ein Ur antrag der dentschnationalen Fraktion eingegangen, in dem das Staatsministerium ersucht wird, auf die Reichs­regierung einzuwirken, daß diese ihre Agrarvorlage er­gänzt. Als notwendige Bestimmungen werden angeführt:

Sämtlichem Weizenmehl sind sofort unter Mühlenkontrolle 20 Prozent Roggenmehl beizumischen; die Weizenvermahlungs­quote darf noch nicht herabgesetzt werden, weil der Durch­schnittsweizenpreis (gewogenes Mittel) der letzten zwölf Monate den Richtpreis von 13 Mark noch nicht erreicht hat: der unterbrochene Zoll für Futtergerste ist wieder Herzüstellen; die Bezugspflicht von Spiritus als Treibstoff ist in Höhe von mindestens 10 Prozent durchzuführen; das Brennrecht ist auf 100 Prozent zu erhöhen; der Verwendungszwang inländischer Sette ist auf Seife auszudehnen; die Verwendung ausländischer le weitgehend einzuschränken; die Einfuhr von Südfrüchten und anderen entbehrlichen Genußmitteln ist abzudrosseln; für alle Auslandsware agrarischer Art ist Stempelzwang anzu­ordnen; die Zollversprechungen sind in tatsächliche Zollerböhun- gen umzuändern; soweit aus Gründen der Beweglichkeit Er­mächtigungen bestehen bleiben müssen, sind diese "nicht in die Hand des Reichskabinetts, sondern in die des Reicks- ernährungsministers zu legen; sämtliche Handels­verträge, die dem Wirksamwerden der Zölle entgegen­stehen, insbesondere die mit Italien, Holland, Südfläwien, Schweden und Österreich sind zu kündigen; die Verwendung der für die Ausgabe von Einfuhrfcheinen verfügbaren Mittel für andere Zwecke (Roggenstützung) ist zu verbieten und die Ausfuhr von Hafer, Schweinen und deren Erzeugnisse sowie von Holz (Rund- und Schnittholz) durch die Ausgabe von Ein­fuhrscheinen sofort zu ermöglichen; die Forderungen des Reichsforstwirtschaftsrates an die Reichsregierung, die in dessen Denkschrift Vom 13. Dezember 1930 aufgeführt sind, find zu erfüllen; das Genfer Zollfriedensabkommen und der pol­nische Handelsvertrag sind nicht abzuschließen; der durch den Untersuchungsausschuß des Reichstages schwer belastetete Reichsgetreidekommissar, Ministerialdirektor Dr. Baade, ist aus allen mit dem Ernährungsministerium unmittelbar und mittelbar zusammenhängenden Stellen zu entfernen.

Propaganda SerGottlosen"

in Sen Schulen.

Gefährdete Schüler.

Einer Entschließung des bayerischen Staats- ministeriums für Unterricht und Kultur ist zu entnehmen, daß Anzeichen dafür bestehen, daß der bolschewistische Verband der Gottlosen seine religionsfeindlichen Ideen auch in den Schulen zu verbreiten sucht durch mündliche Beeinflustung einzelner Schulkinder, durch Verteilung von Flugblättern und Handzetteln unter den Schülern, durch Heranziehung der Schüler zu Gott­losenkundgebungen usw. Die Schulaufsichtsbehörden werden angewiesen, dieser Bewegung besonderes Augen m e r f zu widmen und gegen Personen, die sich eine Beeinflussung von Schülern im Sinne des Ver­bandes der Gottlosen zuschulden kommen lassen, un­verzüglich Strafantrag zu stellen. Jenen Schülern, die durch Beeinflussung des Gottlofenverbandes gefährdet erscheinen, ist im Benehmen mit de« Religionslehrer erhöhte Fürsorge zuzuwenden. Über besondere Wahrnehmungen ist jeweils auf dem Dienstwege zu berichten.

2 Zeppelin-Südamerikafahrten in diesem Zahr.

Friedrichshafen. Der Luftschiffbau Zeppelin gibt sein erstes Fahrtenprogramm bekannt. Es sind mindestens zwei Süd- amerikafahrlen in der zweiten Hälfte des Jahres vorgesehen. Die erste Fahtt soll voraussichtlich im August stattfinden. Ferner sieht das Programm Nordlandfahrten, Ägyptenfahrten, eine Ungarnsahrt, Fahrten nach Frankfurt am Main, nach Stettin, nach Düsseldorf, nach Lübeck, nach Magdeburg und nach Hannover vor.