Nah und Fern
O Einbruch bei Dr. Eckener. In die Friedrichshafener Villa Dr. Eckeners, der zurzeit auswärts weilt, ist eingebrochen worden. Geraubt wurden aus dem Silber- schranke zahlreiche Silberbestecke und 24 einzelne Stücke. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf etwa 1500 Mark. Von den Tätern hat man bisher keine Spur.
O Der verurteilte frühere Schatzmeister des Deutschen Sängerbundes verschwunden. Der frühere Schatzmeister des Deutschen Sängerbundes, Assessor Redlin, der wegen Unterschlagung von rund einer Million Mark zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, hat sich, wie die Pressekorrespondenz des Deutschen Sängerbundes mit- teilt, durch Flucht der Verbüßung der Strafe entzogen.
O Wegen deutschfeindlichen Verhaltens aus Sachsen ausgewiesen. Durch Verfügung des Polizeipräsidiums Dresden ist der aus Holland stammende Operettentenor Willi Thunis, der in Dresdener Theatern mit Erfolg die Titelpartien mehrerer Leharscher Operetten gesungen haue, wegen deutschfeindlichen Verhaltens als lästiger Ausländer aus Sachsen ausgewiesen worden, nachdem sich bereits vor Weihnachten seine Frau aus den gleichen Gründen die Ausweisung aus Sachsen zugezogen hatte. Der Sänger hatte seine Kollegen und Kolleginnen dauernd als „deutsche Schweine* bezeichnet. Hoffentlich fliegt dieser Holländer noch weiter — nämlich ganz aus Deutschland hinaus.
O Ein Dampfkessel fliegt in die Lust. Beim Bau der neuen Weserschleuse bei Hameln explodierte der Dampfkessel eines Greiferbaggers, und eine haushohe Stich- flamme schoß zum Himmel empor. Herbeieilende Arbeiter fanden den Maschinisten des Baggers schwer verbrüht auf. Er wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht.
O Ein Frauenmord in München. In München wurde die Metzgermeisterswitwe Frank in ihrem Schlafzimmer er- mordet v Gesunden. Der Mörder hatte sie in ihrem Vette mit dem Oberbett erstickt und dann die Tageseinnahme der Schlächterei geraubt. Als Täter kommt ein junger Mann, den man aus dem Hause flüchten sah, in Frage.
O Wasserstoffexplosion in einer Schule. In einer Volksschule in Kochlowitz (Polnisch-Oberschlesien) ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Während der Lehrer im Physikzimmer vor der Klasse experimentierte, explodierten zwei Behälter mit Wasserstoff. Ein Schüler wurde schwer verletzt und ist in Gefahr, das Augenlicht zu verlieren. Sieben weitere Schüler erlitten leichtere Verletzungen. Die Schuldiraae konnte noch nicht geklärt werden, doch scheint .-er Lebrer die notwendigen Vorsichtsmaßregeln außer acht
) 9;. Tote bei einer Kesselerplösten In einer nen eiii^erichwt^n Glasfabrik in Ziembin in Rußland ereignete sich eine schwere .weswlervresron. Ein 15 Meter hoher Kamin stürzte ein und begrub 16 Arbeiter unter den Trümmern. Sechs Arbeiter wurden netötet, die übrigen zehn wurden schwer verletzt. 300 Arbeiter sind infolge des Unglücks brotlos geworden.
Bunte Tageschronif _
Innsbruck. Die bei Kühtai verunglückten Skiläufer Ober- rechnungsral Anders aus Elberfeld und Ingenieur Kaspar aus Prag sind tot aufgefunden worden»
Moskau. Den zu Hilfeleistungen ins Schwarze Meer ausgelaufenen Kriegsschiffen ist es gelungen, zwölf Fischerboote und Handelsschiffe in die Häfen der Krim zu bringen. Etwa 30 Fischerboote und Handelsschiffe, die in den Sturm gerieten, find noch auf offener See.
Netteres.
Der Nörgler. „Was itzt denn Ihr Mann am liebsten zum Frühstück, Frau Meier?* — „Alles, was gerade nicht im Hause ist!*
Notrufe. „Geben Sie mir Ihre Tochter, ich kann ohne sie nicht leben.* — „Nehmen Sie sie, junger Mann, ich kann mit ihr nicht leben!*
Zumpe macht Karriere.
Eine» Pechvogel« luftige Geschichte von Fritz Körner.
17) (Nachdruck verboten!)
Bat ihn Platz zu nehmen und sagte: „Herr Zumpe... Ihr Herr Bruder hat mich eben interpelliert. Hat gebeten, daß ich veranlasse, daß Sie Ihre eben begonnene Position aufgeben.*
Anton reckte sich auf und saß gespannt.
„Sie haben sich von mir vielleicht ein richtigeres Bild gemacht. Herr Zumpe, als Ihr Herr Bruder, der allzusehr mit seiner Arbeit beschäftigt ist. Sie haben helle Augen und werden wissen, daß ich jede Kleinlichkeit in persönlicher Hinsicht hasse. Ich kann und will Sie natürlich nicht entlassen. das wäre ungerecht, denn im Grunde genommen haben Sie nur als guter Sohn gehandelt und ich muß Ihre Handlungsweise eher schätzen als verurteilen.*
„Ich danke Ihnen, Herr Minister! Ihre Worte sind mir wie Absolution. Ich habe nichts Böses wider Georg gewollt!*
Der alte Herr nickte und sagte steundlich: „Das weiß ich! Drum halte und stütze ich Sie in jeder Hinsicht. Aber . . . darin wollen wir auch ehrlich zueinander sein . . . angenehm wird es für keinen Teil, nicht einmal für mich sein, wenn Sie weiter unter Ihrem Bruder schaffen. Drum mochte ich 3bnen einen Vorschlag machen. Sie treten als HilfsarbLitsr i n Wohlfahtts Ministerium ein. Ich werde mit dem Herrn Minister sprechen und es wird sich machen lassen."
Da schüttelte Anton den Kopf und sagte: „Herr Minister ... Sie sind sehr gütig zu mir. Aber ... ich glaube doch, die Lust auf dem Ministerium ist nicht die richtige für mich!*
»Was wollen Sie dann anfangen?*
„Mein Bruder hat mir eben mitgetellt, daß ich ars Volontär in die bekannte Buchhandlung Stallbaum re Quecke, Unter den Linden, eintreten kann . . . Adolf ist dort Geschäftsführer und ich glaube, es ist doch das Richtige. wenn ichs tue."
Der Minister nickte.
„Vielleicht! Was soll ich Ihnen da raten! Sie sind Manns genug, um das Leben richtig zu packen."
„Ich danke Ihnen, Herr Minister. Dann . . . werde ich heute meine Tätigkeit auf dem Ministerium beschließen."
„Wie Sie wollen, lieber Zumpe! Aber ... um eins bitte ich Sie . . . meine Frau und auch Uschi schließen sich dem an . .. wachen Sie sich nicht so rar bei uns! Wir Veuenjpts, ryenn wir Sie sehens
Krieg gegen -le LunggeseNe«.
Die Ledigensteuer, die man zur Auffüllung der Kasse« in Deutschland eingeführt hat, ist schon eine Einnahmequelle im Altertum gewesen. Denn diè älteste Junggesellensteuer, von der die Geschichte erzählt, ist im alten Rom verordnet worden, als Kaiser Augustus die Lex Papia Poppäa erließ. Wie die alten römischen Geschichtsschreiber jedoch in ihren Annalen vermerken, scheint diese Besteuerung der Ledigen nicht die bevölkerungspolitische Wirkung gehabt zu haben, die sich die Lenker des Staates versprochen hatten. Auch damals schon waren die Junggesellen kühl rechnende Egoisten, die bald dahinterkamen, daß es immerhin vorteilhafter sei, die Steuer zu bezahlen, als eine Frau mit mehr oder weniger hohen Ansprüchen zu ehelichen. Neben dieser Junggesellensteuer des Kaisers Augustus gab es im alten Rom auch eine Steuer für reiche alte Jungfern. Die Römer sind ja im Erfinden neuer Abgaben sehr geschickt gewesen. Witwen, Sklaven, Freigelassene, Haustiere, sogar die Toten wurden besteuert. Der Kaiser Commodus betrieb mit dem Verkauf von Lizenzen auf Grabstätten einen überaus schwunghaften Handel; er führte Steuern auf Heiraten, Fenster, Säulen ein und zog als erster die Freudenhäuser zu besonderen Abgaben heran; noch weiter ging der Kaiser Vespasian, der sogar die natürlichsten menschlichen Verrichtungen mit einer Steuer belegte.
Kein Wunder, daß die Finanzminister späterer Jahrhunderte immer wieder auf den Einfall des Augustus, die Junggesellensteuer, zurückgriffen, wenn in den Staatskassen Ebbe herrschte. Meist hat man ja nach Kriegen dem Junggesellentum erbitterte Fehde ungesagt. Nicht allein mit Steuern, sondern auch mit Maßnahmen anderer Art versuchte man damals, hartgesottene Junggesellen zu zwingen, ihr Lebensschifflein in den Ehehafen einlaufen zu lassen. So wurde im Elsaß nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges jeder Junggeselle über dreißig Jahre, der der dreimaligen Aufforderung der Behörde, endlich zu heiraten, nicht nachgekommen war, verurteilt, am Pranger zu stehen und von allem Volk mit faulen Eiern beworfen zu werden. Nicht genug damit, verfiel sein ganzes Hab und Gut der Konfiskation und er erhielt es e^t dann wieder zurück, wenn er ein Weib heimgeführt hatte. Noch ärger erging es den Junggesellen in Nürnberg. Wer älter als sechsundzwanzig Jahre war und unverheiratet blieb oder länger als zwei Jahre als Witwer trauerte, mußte drei Viertel seiner Einkünfte abgeben, wenn er es vermeiden wollte, in den Schuldturm geworfen zu werden, wo er bei Wasser und Brot mit sich zu Rate gehen konnte, ob es doch nicht besser sei, ins Ehejoch zu kriechen. Derartige primitiv-drastische Verfügungen sind jedoch keineswegs aufs Mittelalter beschränkt geblieben. Noch im 18. Jahrhundert wurden in Hannover die Hagestolze, die bis zum 42. Lebensjahr nicht geheiratet hatten, auf öffentlichem Markt glatt rasiert und es war ihnen bei strengster Strafe verboten, Perücken zu tragen, was für damalige Begriffe die schwerste gesellschaftliche Deklassierung bedeutete; in den Wirtschaften erhielten sie nichts zu essen und zu trinken. In England hat es im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls Junggesellensteuern gegeben; freilich waren die Sätze dort äußerst niedrig und wurden mit Freuden bezahlt. Ledige Aristokraten wurden jedoch höher veranlagt. In Argentinien kennt man seit etwa zwanzig Jahren eine progressiv ansteigende Junggesellensteuer, die sich erst vom 75. Jahr ab auf die Hälfte vermindert. Und vor dem Kriege haben einige deutsche Bundesstaaten, wie das Fürstentum Reuß, von Unverehelichten über dreißig Jahre Steuerzuschläge erhoben.
Börse und Handel.
Frankfurter Börsenbericht vom 24. Januar. Tendenz: still, aber fester. Auch zum Wochenschluß eröffnete die Börse weiter in fester Haltung, nachdem bereits im Vormittagsverkehr höhere Kurse genannt worden waren. Eine Anregung ging vor allem von den festen Auslandsbörsen aus. Daneben machte die Kapitaltransaktion der Deutschen Linoleumwerke einen günstigen Eindruck. Deutsche Linoleum konnten
„Ich werde kommen, Herr Minister! Nochmals recht herzlichen Dank."
Sie schüttelten sich die Hände.
„Vergessen Sie nicht, nach der Kasse zu gehen und sich Ihr Gehalt auszahlen zu lassen!"
„Es sind ja nur vier Tage, Herr Minister!"
„Das ist selbstverständlich, daß Sie ein ganzes Monats- gehall ausgezahlt erhallen. Glück zu, Herr Zumpe!"
♦
Brettschneider war ganz betrübt, als er hörte, daß Zumpe das Ministerium verließ.
Er hatte den frischen, warmherzigen Menschen mL seinem gesunden Mutterwitz richtig liebgewonnen.
„Wo werden Sie denn wohnen, Herr Zumpe?"
„Tscha ... das muß ich erst sehen!"
„Ziehen Sie doch zu mir!"
„Jetzt, wo Sie nur die Vierzimmerwohnung haben?"
„Genügt doch! Ich habe ein Wohn- und Schlafzimmer, Auguste und Sie haben je ein Schlafzimmer! Dann ist die Küche noch da! Reichlich Platz!"
Zumpe war erfreut.
„Einverstanden, Herr RegierungsraN Wer ,, , was kostet der Spaß?"
„Ach darüber reden wir jetzt nicht!"
„Ich möchte Ihnen nicht auf der Tasche liegen, so gering jetzt auch mein Volontärsgehalt ist."
„Ra, gut! Ich mache einen Preis! Ich zahle im Monat 100 Mark Miete. Fünf Räume sind es, da kommen auf jedes Zimmer 20.— und dann das Essen! Na, da müssen wir mit Auguste reden! Teuer solls und wirds nicht kommen!"
Die Basis zu einer Einigung war gefunden.
Zumpe verabschiedete sich und ließ sich sein Gehalt von 190.— auszahlen.
Dann schob er ab, ohne den Bruder noch einmal gesehen zu haben.
Die Etappe Ministerium hatte Anton hinter sich.
Jetzt kam die Etappe . . . Buchhandel!
Zumpe überlegte, was er tun solle, da fiel ihm ein, daß heute Frau Auguste den Umzug leitete. Schnurstracks begab er sich nach der alten Wohnung Brettschneiders.
Ah ... da stand schon der Möbelwagen, und feste trugen sie herunter.
Auguste war selig, daß ihr in Zumpe ein Helfer erwuchs.
Sie begab sich in die Wohnung und dirigierte resolut oben, während Zumpe mit Argusaugen darüber wachte, daß Mes ordnungsgemäß verstaut wurde.
daraufhin 5% Prozent ckttziohen. Das Geschäft war im allgemeinen fletn, da das weitere Ansteigen der Arbeitslosenzisfern etwas verstimmte. Gegenüber der gestrigen Abenoborse ergaben sich Kursbesserungen von 1—2 Prozent.
Frankfurter Eiergroßhandelspreise vom 24. Januar. Bei sehr ruhigem Geschäft neigen die Preise weiter zur Schwäche. Es notierten in Pfennigen per Stück ab loco Frankfurt-Main: bulgar. 11. rumän. 10, holländ. 10—12%, belg.-sland. 12, bayer. 11%, deutsche Landeier 10—14.
Frankfurter Vutteraroßhandelspreise vom 24. Januar. Die Tendenz des hiesigen Marktes ist fest und der Verkauf ziemlich gut. Auslandsbutter (holl.) 1 Faß - 50 kg 1.70, einhalb Faß 1.72, in Halbpfundstücken 1.75, deutsche Molkereibutter 1.50 bis 1.55. Die Preise verstehen sich in R-^t für ein Pfund im Groß- Handelsverkehr.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 26. Januar. (Dorbericht.) Rinder: Ochsen al. 47—50, a2. 42-—16, 61. 39—41; Bullen: a 46—49, b 42—45; Kühe a 40—43, 6 36-39, C 32—35 6 25—31; Färsen a 48—51, b 43-47, c 40-42. Kälber: b 63-66, c 58 bis 62, d 50—57. Schafe: al. 46—48, b 39—45. Schweine: b 52—54, c 53—55, d 53—55, e 50—53. Aufgetrieben waren: Rinder 1272 Stück darunter: Ochsen 240, Bullen 116, Kühe 499, Färsen 398, Kälber 534, Schafe 85, Schweine 5616, darunter 445 Litauer. Marktverkauf: Rinder und Schweine ruhig. Kälber und Schafe schleppend.
Amtliche Berliner Notierungen vom 24. Januar.
* Börsenbericht. Tendenz: Behauptet. Die freundliche Verfassung der Berliner Börse zeigt eine gewisse Wiederkehr des Vertrauens, die sich wieder in kleinen Kauforders von außenstehender Seite zeigte. Die ersten Kurse waren etwa 1 bis 3 Prozent höher. Geld erforderte 4 bis 6 Prozent. Nach den ersten Kursen war die Tendenz gut behauptet. Im Verlauf traten noch leichte Besserungen ein, die sich sväter nicht voll behaupten konnten.
♦ Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; engl. Pfund 20,40 bis 20,44; holl. Gulden 169,09—169,43; Danz. 81,58—81,74; franz. Frank 16,47—16,51; schweiz. 81,32—81,48; Belg. 58,59—58,71; Italien 22,01—22,05; schwed. Krone 112,49—112,71: dän. 112,31 bis 112,53; norweg. 112,32-112,54; tschech. 12,44—12,46; österr. Schilling 59,09—59,21; poln. Zloty (nichtamtlich) 47,05—47,25; Argentinien 1,275—1,279; Spanien 44,01—44,09.
♦ Produktenbörse. Weizen in Anlehnung an leicht gebessertes Weizenmehlgeschäft fester. Roggen stetig bei uneinheitlichem Lieferungsmarkt. Roggenmehl hat in billigster Ware laufendes Konsuminteresse. Hafer mäßig offeriert, schwer verkäuflich, im Preise nachgiebig, Jndustriegersten vermehrt gefragt.
(Betreibe und Olfaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark
24 1
23 1
WetzN f. Bin
24 1
23.1.
Wetz., märt.
261-263
260-262
10 7 110
10,5-10.8
pommersch
—
—
Rogkl f Bln.
9.5-100
9,2-9.7
Rogg., märt
156-159
156-159
Raps
—
—
Braugerste
199-218
199-218
Leinsaat
Funergerste
188-197
188-197
Vitt.-Erbsen
—— .
—
Sommergerste
MB
WB
kl Speiseerbf
22,0-24/
22,024,0
Wimergerste
WM
—
Fuiiererbsen
19,0214
19,021,0
Hafer mark.
189 146
139 146
Peluschken
21,028,(
21,023,0
pommersch
Ackerbohnen
17.O18,r
17,018,0
westpreuß
•
Wicken
18.0214
18.021.0
Weizenmehl
Lupin., blaue
18,0-15,0
13,015,0
p 100 kg fr.
Lupine, gelbe
19.021.0 19,0-22,0
Brl br intl.
Seradella
50,056,0
50,056,0
Sack (feinst. Mrk 8 Not.
Rapskuchen
9,09,5
9,0-9,5
29,7-36.7
29,5-86.7
Leinkuchen
15,7-16,0
15,7-16,0
Roggenmehl
Trockenschtzt.
6,1-6,4
6,1-6,4
P t00 kg ft.
Soya-Schroi
18,5
18,5
Berlin br.
23,7-26.6
23.7-26.6
Torfml 30/76
w
■‘,WM
intl Sack
Karioffelflck.
*—
•
* Berliner Butternotierungen. 1. Qualität 135, 2. Qualität 125, abfallende Butter 111 Mark per Zentner.
Berliner Effettenfrühverkehr vom 26. Januar. Der erste Frühverkehr der neuen Woche war im ©runbe wohl freundlich, aber ohne Umsatztätigkeit. Die Börse steht im Ultimo und rechnet wieder mit weiteren Deckungen. Eine gewisse Zurückhaltung gebietet die Unsicherheit in der inneren Politik und der bevorstehende Reichstagsbeginn läßt kein größeres Geschäft aufkommen. Am Devisenmarkt nannte man London- Paris 123.88, -Mailand 92.74, -Spanien 46.40, -Kabel 485.45, -Berlin 20.42%, Kabel-Berlin 4 20.75.
Er griff auch selber mit zu und die stämmigen Möbel- Hacker staunten nicht schlecht über seine Kräfte.
So ging der Auszug flott vor sich,
In der neuen Wohnung mühte sich Auguste mit Zumpe, die Wohnung so behaglich wie nur möglich einzurichten.
Ein Teil der Möbel war nicht unterzubringen.
Zumpe ließ sie drum kurzerhand auf einen Speicher bringen, bis Brettschneider selber entsprechend disponiere. Es waren natürlich die weniger guten Stücke.
Die Wohnung war entzückend.
Der Konsul hatte die Wände prächtig bemalen lassen und die Möbel paßten glücklicherweise ausgezeichnet dazu.
Zumpe kam kaum dazu, einen Bissen zu essen.
Auguste war unermüdlich und trieb ihn mit an. Sie hatte den Ehrgeiz, daß, wenn der Regierungsrat kam, alles in Ordnung sei.
Und sie schafften es gemeinsam.
Als Brettschneider gegen 6 Uhr seine neuen Räume betrat, da sah er sich erstaunt und erfreut um. Die Gardinen waren schon an den Fenster«
Dann atmete er tief auf.
„Heute . . . kommt mir's zum ersten Male vor . ., als wäre ich richtig zu Hause."
Das Wort erfreute die zwei tüchtigen Schaffer wirklich.
♦
Zumpe war gleichzeitig eingezogen.
Er hatte ein lichtes fteundliches Zimmer, das ganz in Behaglichkeit eingesponnen war.
Der Regierungsrat wollte nun am Abend gleich einen richtigen Einzugsschmaus in Szene setzen, aber Anton entschuldigte sich.
Er wollte bei Ministers einen Besuch machen.
♦
Frau von Zedtlitz und ihre Tochter Uschi nahmen ihn sehr herzlich, ohne eine Spur von Befangenheit, auf.
Beide bedauerten, daß er das Ministerium verließ. Daß Georg der treibende Keil gewesen war, verschwieg er in taktvoller Weise.
„Also Buchhandel!" sagte Uschi nachdenklich. „Sicher ein schöner Beruf! Verstehen Sie etwas von Büchern?"
„Ja, freilich! Es gibt große und kleine, dicke und dünne, gescheite und dumme. Weiter weiß ich allerdings nichts, aber . . . wird gelernt! Da sorge ich mich nicht!"
Seine Unbekümmertheit brach wieder durch.
Die Damen lächelten.
„Jetzt werden Sie nun fleißig studieren müssen! Wenn Sie Bücher verkaufen, dann müssen Sie den Leuten doch auch was erzählen können."
(Fortsetzung folgt.)