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Zul-aer Anzeiger

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Nr. l-fflife^l?

Fulda, Freitag, 2. Januar

8. Jahrgang

Kundgebungen zum Jahreswechsel

Hoffnungen für 1931.

Wünsche zum Beginn.

Zum 1. Januar 1931 haben sowohl allgemeine wie politische Vereinigungen wie auch Einzelpersonen ihre An­sichten und Wünsche für das kommende Jahr öffentlich bckanntgegeben. Es kommt darin das volle Verständnis für die überaus schwierige Lage, in der sich das wirtschaft- z y liche und politische Leben des Reiches befindet, zum Aus- I druck, ohne daß indessen hoffnungsloser Pessimismus die Oberhand gewinnt. Durchweg wird die Treue zum deut­schen Vaterland uneingeschränkt ausgesprochen und der Wille, an seinem Wiederaufbau mitzuarbeiten.

Aus der Fülle der Darlegungen geben wir eine Reihe der bezeichnenden wieder, ohne"daß dabei weder Voll­ständigkeit noch Erschöpfung des Themas bezweckt sein soll. Jedenfalls sieht man, daß auch in dieser schweren Zeit das Interesse an dem Ergehen der Gesamtheit nicht erloschen ist und die Erwartungen auf enm künftigen Aufstieg der Gemeinschaft deutschen Blutes nicht auf­gegeben werden dürfen.

Kanzler Brünings Neujahrsgedanken.

Mission hin, die die Verhältnisse im Saargebiet nie richtig schildern. Dem Saargebiet könnte es viel besser gehen, wenn die Regierungskommission mehr mit der Bevölkerung zusammen- arbeiieie. wenn sie weniger die französischen Interessen den saarländischen voranstellen würde.

Und der Vorsitzende der Zentrumspartei des Saargebietes Rechtsanwalt Stegmann, schreibt:Unsere deutsche Treue ist unwandelbar. Wir lehnen eine Autonomie als ein lebens­unfähiges, der Korruption ausgesetztes Gebilde ab. Wir wollen zum deutschen Vaterland lieber heute als morgen."

Der Führer der Deutschnationalen.

Geheimrat Dr. H u g en b e r g verösfenlticht einen Aufruf, in dem gesagt wird:Wie der 14. September 1930 gezeigt hat, beginnen weite bisher unpolitische Kreise des deutschen Volkes daß Voung - Plan und Ersüllungs - n Elend und der Marxismus sein Verderben ist

en,

Aber nun über den

sein

muß eine sogenannte bürgerliche Regierung die Hand Marxismus halten Artikel 48 und alle sonstigen

Künste der Verfassung sind dazu da, den natürlichen ver« fassungsmäßigen, gegen den Marxismus gerichteten Lauf der mnge zu hemmen Das Dasein des deutschen Volkes wird um des Marxismus' willen aufs Spiel gesetzt. Ungeheure Not. ungeheure Ratlosigkeit und ungeheure Spannung bemächtigt sich des deutschen Menschen "

Aufruf Adolf Hitlers.

Das Haupt der Nationalsozialisten, Adolf Hiller, läßt einen Aufruf erscheinen, in dem die Nationalsozialisten zunächst aufgeforbert werden, im Kamps gegen die Augrisse der Gegner eine unzertrennliche Gemeinschaft zu bilden Welter verlangt Hitler von seinen Anhängern: Steht nunmehr treu hinter mir. Ich verlange von euch nichts Ungesetzliches, fordere nichts, was euer Gewissen in Konflikt mit dem Gesetz bringt, verlange aber, daß ihr mir aus dem Wege, den das Gesetz genehmigt und mir mein Gewissen und meine Einsicht Dorfdnemt, in Treue folgt und euer Schicksal mit dem meinem Verbinder. Dann wird nach zwölf Monaten der Weg zur deutschen Freiheit offen sein.

Neujahr beim Reichspräsidenten

Der Reichskanzler Dr. H. Brüning übergibt der Öffentlich­keit einenNeujahrsgedanken 1931" überschriebenen Aufsatz. Das Jahr 1930, sagt er darin, war ein schweres Jahr, Depression und Krisis der Finanzen nährten das Mißtrauen in unserem Volke. Es wurden Bewegungen groß, die über nwärtige Ordnung unserer

dieses Mißtrauen hinaus die gegenwärtige Ordnung unserer politischen Verhältnisse als des Ruins des Staates und der Nation Schuldige anklagten und sich anheischig machten, Volk, Staat und tltur aus ihren Grundsätzen, ihrem Blute und ihrer Tatkraft erneuern zu können. Von außen fanden die innenpolitischen Erregungen Zündstoff an der allgemeinen poli­tischen Unrast in der Welt sowie an der Abneigung der Mächte, in den Fragen der Abrüstung, der deutschen Tribut- v e r p f l! cb lung sowie der, So u v e r ä n G ä t s v c r b g s si. - ' * f c . m O i. e eine schöpferische v p. die oöhci beruhi­gende, Gegner versöhnende, die Kultur der Menschheit fördernde Politik zu aktivieren. Dennoch aber hat sich tm abgelaufenen Jahre so viel politisches Verständnis äußern und durchsetzen können, daß mir den Finanzen wieder trotz der fortschreiten­den Depression eine festere Grundlage geben konnten.

Wenn ich an der Schwelle zum neuen Jahre uns allen und mir politisch etwas ganz Tiefes und Großes wünschen darf,

Neichskanzler an Hindenburg.

Der Reichskanzler, der sich zurzeit in Badenweiler aufhält, hüt an den Reichspräsidenten zum Jahreswechsel folgendes Telegramm gerichtet:

Zum Jahreswechsel darf ich Sic, hochgeehrter Herr Reichspräsident, bitten, meinen ehrerbietigsten Glück- und Segenswunsch entgegenzunehme». Ich lvötß mich eins mit dem deutschen Volke, das Ihrer am Neujahrstage mit mir in Verehrung gedenkt. Möge es Ihnen vergönnt sein, auch im neuen Jahre als das Vorbild treuester

etzen

h etwas ganz Tiefes und Großes wünschen darf, dieses: Möge unser Voll in seiner Gesamtheit, also in allen Schichten, Berufen und Ständen und Lebensaltern, zu- K.-wum in der Fähigkeit und der Geschicktheit, seine großen Anlagen und unerschöpflichen Kräfte richtig zu behandeln und einzusetzcn - besonders im Politischen möge es also ein sehen, daß alle praktische Politik Aufbau ist, daß aber alles Aufbauen nicht darin besteht, daß alles zugleich getan wird, sondern daß ein Stein sich auf den anderen fügt.

Lernen wir maßhalicn nicht nur im Politischen selbst, som

dann ist es

dein auch in den Forderungen an unsere Politik. Die Auf­gaben, die diese uns stellt, sind nicht neu: wir haben sie ja auch nur einen Augenblick gleichsam wie Außenstehende im Frühschein des neuen Jahres betrachtet Wir begrüßen dieses Jahr als Männer mit Erfahrung und Hoffnung und wenden uns morgen wieder dem unvollendeten Werke zu

Oer Kampf des Landvolkes.

Die Landvolknachrichten veröffentlichen Betrachtungen über das verflossene Jahr, bei denen sie u a ausführen:So bren­nend die Roi der Landwirtschaft jetz: am Jahresende ist

vor einem blieb sie wenigstens durch Schieles Bemühungen bewahrt, nämlich in den völligen Zusammenbruch der Preise auf dem Agrarwelimarki hineingerissen und völlig vernichtet i. An den Wahlen vom 14. September 1930 erwies es .1 im Lande schon bis zu einem scharfen Radikalismus gediehen war. Wir erblicken heute darin einen elementaren Vorgang, der nichts mit Partei­begriffen zu tun hat, sondern erst einmal Kräfte in Bewegung fett, die zu dem von uns erstrebten Ziele hingeleitet werden müssen. Ein Wort gewinnt wieder Bedeutung, das ebenfalls eine Epoche verzweifelten nationalen Widerstandes einleitete: Erst Brot, dann Reparationen!"

zu werden. An den Wahlen vom 14. S sich, daß die revolutionäre Stimmung

müssen

eine

Or. Curtius an die Grenzmark.

Reichsaußenminister Dr. Curtius hat an die Provinz Grenzmark Posen-Wcstpreußen einen Neujahrsalückwunsch ge­sandt, in dem es heißt:Meine kürzlichen Fahrten nach Ost­preußen und Schlesien entsprangen dem Gedanken, nicht nur Schilderungen, sondern auch aus eigener Anschauung ein lebendiges Bild von der Lage der Dinge an Ort und Stelle zu gewinnen. Meine schwierige Aufgabe in Genf wird mir durch die wertvollen Eindrücke und Informa­tionen, die ich von den bewährtesten Sachkennern in reichem Maße erhalten habe, wesentlich erleichtert. Ich hoffe auf­richtig, daß das neue Jahr der Grenzmark Posen-Westpreußen fomic dem deutschen Osten überhaupt mit dem wachsenden Ver­ständnis für seine Leiden und Sorgen Erleichterung und Besse-

aus Berichten und

Pflichterfüllung dem deutschen Volke in schwerer Zeit aus dem Wege zur Einigkeit und zum Aufstieg voranzu- schr^iien,, Dr.^B^ .ü n tun, ^iMten^«

Bürgermeister Scholtz und Stadtverordnetenvorsteher Haß haben im Namen beider städtischen Körperschaften Ber­lins dem Reichspräsidenten das nachstehende Telegrammge­sandt: Dem Herrn Reichspräsidenten sprechen wir namens des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zum Jahreswechsel herzliche Glückwünsche aus.

Oie Empfänge.

Anläßlich des Neujahrsrages fanden bei bem Reichsprä­sidenten bie üblichen Empfänge statt. Um 10 45 Uhr zog die Wache mit Musik zum Hause des Reichspräsidenten, an dessen Portal der Reichspräsident die Meldung entgegcnnahm. Um 11.30 Uhr begann dann die Anfahrt des Diplomatischen Korps. Die Chefs der beim Reich beglaubigten fremden diplomatischen Vertretungen versammelten sich in dem großen Saal des Reichspräsidentenhauses. Um 12 Uhr traf der Reichspräsident mit seiner Begleitung ein und begab sich in die Mitte des Saales. Der Apostolische

Nuntius Monstgnor Orsenigo brachte als Dopen des Diplomatischen Korps dessen Glück­wünsche in einer Ansprache zuni Ausdruck. Im wesentlichen sagte er:

Mit ganz besonderer Genugtuung Darf ich zum ersten Male die ehrenvolle Aufgabe erfüllen. Ihnen, Herr Reichs­präsident, die Neujaürswünsche des beim Deutschen Reich be glaubigten Diplomatischen Korps auszusprechen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, in meiner Eigenschaft als Dopen des Diplomatischen Korps ein treuer Dolmetsch zu fein aller edlen Wünsche der Wohlfahrt und des Gedeihens. Die meine er tauchten Kollegen heute für Ihre Person und rar die deutsche Nation hegen. Die Morgenröte dieses neuen Jahres ist leider nicht ohne Trübung. Der Horizont des internationalen Lebens bleibt noch immer düster; Millionen von kräftigen und arbeits- willigen Armen sind gezwungen, untätig und unfruchtbar zu bleiben, und wir beobachten mit großer Genugtuung den Ernst der Gcsinnuna und die Großherzigkeit der Anstrengungen, mit denen Deutschland, um Eure Exzellenz geschart, sich in diesen schweren Augenblicken bemüht, die wirtschaftliche Krisis, die das Land bedrängt, zu überwinden. Ohne die volle und auf- richtige Eintracht der Nationen ist cs nicht möglich, eine wirkliche wirtschaftliche Wiedergesundung der Völker her- beizusührcn. Möge es Gott gefallen, daß diese tief ersehnten nnd schon oft in Äussichi gestellten wohltätigen Wirkungen im Laufe dieses Jahres zur Tatsache werden zum Gedeihe» Deutschlands und zur Wohlfahrt der ganzen Menschheit.

Hindenburgs Antwort.

Der Reichspräsident antwortete hierauf mit folgenden

Ländern, kann nicht in Vereinzelung vollzogen werden. Zu­sammenarbeit aller, Zusammenfassung aller positiven Kräfte zur Überwindung der Krise, zur Beseitigung der Hindernisse für den Fortschritt der Menschheit ist die

große Friedensaufgabe.

an der Deutschland mitzuwirken entschlossen ist. Wenn wir uns im neuen Jahr den Weg hierzu bahnen, dann wird das Jahr ein fruchtbares und gesegnetes gewesen sein. Dieser Hoffnung, in der ich mich mit Ihnen allen und Ihren Völkern eins zu wissen glaube, möchte ich am heutigen Tage Wsdruck geben. Ihnen aber, Herr Nuntius, sowie Ihnen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker spreche ich im Namen des deutschen Volkes und in meinem eigenen Namen meine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus.

Äaü# oem Austausch der Ansprachen begrüßte der Reichs- Präsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Gcschcifts- rräger und wechselte mit ihnen Neujahrswünsche. An dem Empfang nahmen der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Curtius, Staatssekretär Dr. Meißner und die übrigen Herren der Umgebung des Reichspräsidenten sowie der Chef des Protokolls, Graf von Tattenbach, teil.

Oer Empfang der Reichsregierung.

Um 12.30 Uhr fand der Empfang der Reichsregierung ebenfalls im großen Saal des Reichspräsidentcnhauses statt. In Vertretung des beurlaubten Reichskanzlers begrüßte namens der erschienenen Reichsminister und Staatssekretäre des Reiches Reichswehrminister Dr. e. h. Dr.-Jng. Gröner den Reichspräsidenten mit einer Ansprache. , Er übermittelte die ehrerbietigen und herzlichsten Glückivünschc der Reichs­regierung und sagte weiter, mit der Regierung vereine sich das gesamte deutsche Volk in dem Wunsche sidenten auch in diesem Jahre Gesundheit beschieden sein möge. Gröner fuhr fort: _

Jahr brachte uns die schicksalsschwere Beendigung der Haager Verhandlungen mit den Abmachungen über den Neuen Plan. Wir mußten uns trotz schwerer Bedenken zur An­nahme dieser Regelung entschließen, weil sie eine erhebliche Herabsetzung unserer Zahlungen mit sich brachte, weil sie die ausländischen Kontrollen über Deutschland beseitigte, und end­lich. weil sie wr Befreiung des Rbeinlandes führte.

ie, baß dem Prä- und Wohlergehen

Das vergangene

rung bringen.

Hilfsbereitschaft.

von B ü l 0 w hat eine Kund- es heißt:Vom Frtcdensdiktat

Oberpräsident Dr. e. h. 1 gebung herausgegeben, in der , so schwer getroffen wie kaum ein anderer Fleck deutscher Erde, wirtschaftlich das schwächste Glied in der Kette preußischer Pro- vinzen und deutscher Länder, so steht die Grenzmark Posen- Westpreußen heute an der Spitze aller deutschen Rot. Das neue Jahr führt als ersten Gast den Reichskanzler zu uns. Willkommen ihm! Wir sehen in dem Besuch ein starkes Zeichen treuer Hilfsbereitschaft der Reichsrcgierung Wappnen mir uns für das Jahr 1931 mit Gottvertrauen, mit zähem Mut und unbeugsamem Willen, mit starkem Trotz und noch viel stärkerer

Hoffnung!"

Die Deutschen an der Saar.

Der Vorsitzende der Dcutsch-Saarländischcn Volkspartei, Landesraiabgeordneter Schmelzer, sagt für die Saarländer: Das zu Ende aehende Jahr sei für doS^Saargebret ein Jahr der politischen Enttäuschung gewesen " Schmelzer weist dann auf bic stark gefärbten Tätigkeitsberichte ver Regierungskom-

Worten: .

Herr Nuntius! Es ist für mich eine befondere ^reube, von Ihnen zum erstenmal in Ihrer Eigenschaft als Dopen die Wünsche des Diplomatischen Korps für die Wohlfahrt und das Gedeihen des deutschen Volkes entgegennehmen zu können Für diese in so herzlicher Form dargebrachten Wünsche und auch für bic meiner Person gewidmeten freundlichen Worte sage ich Ihnen aufrichtigen Dank.

Sie haben auf bic schwere wirtschaftliche Krise hingewiesen, unter der heute fast bic ganze Welt leibet. In tiefempfundenen Worten haben Sic vor allem der Arbeitslosigkeit gedacht, bic beste produktive Kräfte fast aller Staaten zu ungewollter Un fruchtbarkcit verurteilt und bittere Not für Millionen unserer Mitmenschen im Gefolge hat. Mit besonderer Wucht treffen bic Auswirkungen bet Weltwirtschaftskrise das deutsche V 0 1 k. Wie Sic, Herr Nuntius, hervorhcbcn, hat Deutschland seine äußerste Kraft eingesetzt, um bic Grundlagen seiner Existenz zu sichern. Aber unsere Hoffnung aus eine bauernb wirksame Besserung der Lage ist auch von Umständen ab hängig, über bic wir nicht allein Herr sind. Mit steigender Spannung erwartet das deutsche Volk, daß bic

undenen

internationale Zusammenarbeit ach im (ommenben Jahr als wirksam genug erweist, um das deutsche Volk vor weiteren schmerzlichen Enttäuschungen zu beivahrcn. Der Ausgleich der starken Jntereffengegensätze. vie allenthalben das politische, wirtsctzoZtliche uns soziale Schicksal oer Völker bedrohen kann nicht non den einzelnen

Scither hat sich jedoch in der gesamten Weltwirtschefts- läge eine so tiefgehende Wandlung vollzogen, daß die Reichs- rcgicrung vor die ernste Frage gestellt ist, ob das deutsche Volk die in dem Neuen Plan vorgesehenen Lasten zu tragen ver- ntag. Die Reichsregierung ist sich ihrer Pflicht bewußt, dafür zu sorgen, däß die sittlichen und sozialen Lebensgrundlagen des beutfdKn Volkes nicht erschüttert werden.

Die berechtigten Klagen und Beschwerden der deutschen Alinderheiten haben in unserer Öffentlichkeit einen starken Widerhall gefunden. Die Reichsregierung teilt und würdigt diese Empfindungen und wird in der Sorge für das deutsche Volkstum jenseits unserer Grenzen eine ihrer wichtigsten Aus­gaben sehen.

Schwer empfindet cs das deutsche Voll, daß der Grund­satz der Gleichberechtigung, auf die unser Volk einen selbstver­ständlichen Anspruch hat, noch nicht gewährleistet ist. Noch immer ist die feierlich übernommene Verpflithtuna auf Ab­rüstung durch die anderen Mächte nicht in die Wirklichkeit um- gesetzt, und noch immer muß sich Deutschland in seiner Sicher­heit bedroht fühlen.

Auch hier wird es Aufgabe der Reichsrcgierung sein, die Ich gerade in meiner Eigenschaft als Reichswehrminister zu unterstreichen die Pflicht habe, mit allem Nachdruck dafür ein- zutreteu, daß der Gruudsatz gleicher Sicherheit für alle Völker, - ohne den eine wahre Befriedung unmöglich ist, sich durchsetzt. Dann verbreitete sich der Reichswehrminister über die innere Lage und kam zu dem Schluß, daß trotz aller Leiden, trotz aller Gefahren und trotz aller Sorgen sich der Lebenswille des deutschen Volkes ungebrochen behaupte. Er gibt uns das Recht, zuversichtlich für eine Zukunft zu wirken, tn der das Reich in friedlicher Arbeit wieder frei und unabhängig den ihm gebührenden Platz unter den Nationen bet Erde einnimmt!

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Eine Reihe von politischen Führern, Korporationen und Bereinigungen erlassen Kundgebungen zum Jahreswechsel.

* Die Nachricht, daß im Reichsinncnministcrium neu« Amts­bezeichnungen erwogen werden, wird amtlich als unrichtig bezeichnet.

* Der Zechenverband im Ruhrgebiet hat den Bergarbeitern zum 15. Januar 1931 gekündigt mit der Maßgabe, daß neue VsrhsndlurMn zwecks Kürzung ter Löbsr stâinSes

* Im Mhrhsrghau sind Smit früh Tsisttreiks ausgeiroche«, von denen etwa 20 Zeche» betroffen werden.