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Poutyqe Nunvschau

Deutsches Reich.

Warenhaus- und Filialstcuer in Braunschweig.

Der Landtag trat noch einmal zusammen, um über die auf nationalsozialistischen Vorschlag hin eingebrachte Regierungsvorlage über die Warenhaus- und Filialsteuer abzustimmen. Die Sozialdemokraten sprachen sich gegen die Vorlage aus. Die Abgeordneten der bürgerlichen Ein­heitsliste stimmten unter Vorbehalt für den Antrag, der mit 300 Prozent Zuschlag zur Gewerbesteuer für die Warenhäuser und 150 Prozent Zuschlag für die Filial­betriebe angenommen wurde. Das Gesetz mußte noch ver- absci iedet werden, da eine Beschlußfassung im neuen Jahr der Notverordnung der Reichsregierung gegenüberstehen würde. Ein Antrag der Bürgerlichen, einen Teil der Erwerbslosenunterstützung in Naturalien zu verteilen, wurde dem Ausschuß überwiesen. Darauf vertagte sich der Landtag.

Karneval im Koblenzer Bezirk verboten.

Für den Umfang des Regierungsbezirkes Koblenz hat der Regierungspräsident mit Zustimmung des Bezirks­ausschusses eine Polizeiverordnung erlassen, die ab sofort bis zum 31. März 1935 auf öffentlichen Straßen und Plätzen karnevalistische Umzüge und karnevalistische Ver­anstaltungen sowie das Tragen karnevalistischer Gesichts- maskeii bei Geldstrafen bis zu 150 Mark verbietet. Das Verbot bezieht sich nicht auf Kinder unter 14 Jahren. Die Veranstaltung von Maskenbällen für Kinder unter 14 Jahren ist verboten.

Österreich.

Ausscheiden Pabsts aus der Heimwehr.

Major Pabst ist jetzt endgültig aus der österreichischen Heimwehrbewegung ausgeschieden. Er erhielt von Dr. Steidle einen Abschiedsbrief, in dem ihm für die zehn­jährige Tätigkeit der Dank ausgesprochen und zugleich festgestellt wird, daß die Bewegung der Heimwehren leider nicht so ausgenutzt worden sei, wie es das Interesse des Staates erfordert hätte. Gleichzeitig spricht Dr. Steidle dem Major Pabst gute Wünsche für die .todtere Laufbahn anderswo aus.

Großbritannien.

Neue britische Schlachtschiffgeschütze.

Die englischen Schlachtschiffe erhalten jetzt zum ersten­mal ganz aus Stahl hergestellte Kanonen. Der schnellste und modernste englische KreuzerLeander" betommt sechs Schnellfeuergeschütze dieses Typs. Diese Kanonen sind leichter als die früheren desselben Kalibers, können der ungeheuren Erplosivkraft moderner Geschosse besser wider­stehen und besitzen eine größere Schußweite sowie höhere Zerstörungsfähigkeilen. Die englischen Unterseeboote des K-Typs sollen mit 4,9-Zoll-Schnellfeuergeschützen aus- gestattet werden, die gleichfalls wirkungsvoller sind als die bisher verwandten Geschütze.

Aus In- und Ausland

München. Der frühere bayerische Finanzminister Dr. Schmelzte soll Nachfolger im Präsidium des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs für den wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand tretenden Gustav Ritter von Kahr werden.

Koblenz. Der frühere Kommandierende General des 8. Rheinischen Armeekorps in Koblenz Paul von Plötz der von 1906 bis 1913 das Korps befehligte, starb im 84 Lebensjahr in Wiesbaden

Friedrichshafen. Zu der Meldung, daß der spanische Flieger und Revolutionär Major Franco nach Friedrichs­hafen fahren wolle, um bei den Dornier-Werken zu arbeiten erklärt Moritz Dornier, daß diese Meldung unrichtig sei Weder haben Franco mit den Dornier-Werken noch diese mit Franco verhandelt.

Luxemburg. Ein wegen seiner faschistischen Gesinnung bekannter Schreiner in Esch, italienische! Nationalität, wurde vor seiner Wohnung von unbekannten Tatern, dic der Anti­faschistischen Partei angehören sollen durch vier Revolver- schliffe getötet

Ncwnork Wie aus New-London lConnecttcui» gemeldet wird, gelang es der Küstenwache, das britische Alkohol­schmuggelschiffEleanor John" nach kurzem Feuer- gefechr in der Nähe von Orion Point «Long Island! zu be­schlagnahmen. Der Dampfer führte eine Spritladung im Werte von 170 000 Dollar an Bord.

Mr deutsche Ehr und deutsche Wehr.

Neujahrskundgebung des Deutschen ReichstriegerbundesK y i! h a u i e r".

Der Deutsche ReichskriegerbundKyffhäuser" weist in der diesjährigen Neujahrskundgebung seines Vcistanocs zunächst aus die verschärfte innere Zwietracht, die unerhörte Bedrückung der Teutschen in den abgetrennten Gebieten und die wachsende Wirtschaftssorge, die das vergangene Jahr durch die uns auf­erlegten Tribuilasten gebracht hat, hin Nur bei unbeugsame Wille eines jeden deutschen Patrioten für unser geliebtes Vaterland könne eine Wendung zum Besseren bringen. Der Kyffhäuserbund und seine Mitstreiter würden auch im neuen Jahre mit Zuversicht und frischer Kraft für deutsche Sitte deutsche Art, deutsche Ehr und deutsche Wehr etntreten und alles daran setzen, um Deutschlands Erneuerung zu fördern.

Schiedssprüche in der Zn-uflrie.

In der Pfalz, in Baden und in Thüringen.

Ein Schiedsspruch für die pfälzische Metallindustrie redu­ziert den Spitzenlohn oes normal leistungsfähigen gelernten Arbeiters im Alter von über 24 Jahren vom 1 Januar 1931 ab u m 4 P r o z e n t, vom 1. April 1931 ab um weitere 2 Pro­zent. Das neue Lohnabkommen soll bis zum 31. Juli 1931 gelten; für die Bezirke Frankenthal Mannheim, Ludwigs­hafen sind die Löhne um 6 Prozent im Seetrels und im Bezirk Freiburg um 5 Prozent herabgesetzt worden. Das neue Lohn­abkommen soll bis zum 30. September 1931 mit sechswöchiger Frist kündbar sein.

Der Schiedsspruch für oie badische Holzindustrie setzte die Löhne in der Spitzengruppe von 1,14 Mark je Stunde auf 1,08 Mark herab. Die neue Lohnregelung soll ab 1. Januar in Kraft treten.

Der Schiedsspruch für die thüringische Metallindustrie wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt. Die Arbeitgeber dagegen haben den Schiedsspruch angenommen.

Bombenflieger gegen Aufständische.

Marokkaner fallen in Algier ein.

Eine militärische Aktion Frankreichs in Marokko ist im Gange. Aus Colomb-Bechar wurde gemeldet, daß eine nicht unterworfene marokkanische Abteilung, die über 200 Ge­wehre verfügte, von Tasilelt aus einen

Einfall auf algerisches Gebiet unternommen, den franzosensreundlichen Häuptling und drei andere Ein­geborene getötet und WO Kamele weggeführl habe. Eine französische mobile Abteilung und die Fliegerstaffel von Eo- tomb Bechar habe die Verfolgung bei marokkanischen Abtei­lung ausgenommen Tie französischen Flieger nahmen die Eingeborenen unter Maschinengewehrseuet Es kam zu einem heftigen Kampf, der bis zum Einbruch bei Nacht dauerte. Tie verfolgte Eingeborenenabteilung wurde von zwei französischen Sliegerstasseln bonibardieri und erlitt schwerste Verluste Die erluste aus französischer Seite sollen sich au; niet getötete ein­geborene Reiter und zwei Verletzte belaufen

Zehn Jahre Reichswehr

Am 1. Januar 1931 sieht die Reichswehr auf ihr zehn­jähriges Bestehen in ihrem heutigen durch das Versailler Frie- densdiklat vorgeschriebenen Ausbau zurück. Das deutsche Heer des Weltkrieges, das ein Volk in Waffen darstellte, war nach der Revolution durch die Enttvassnungssorderungen der Sie­gerlander ausgelöst worden. Sehr bald nach dem Revolutions­ausbruch zeigte es sich jedoch, daß auch eine Regierung von revolutionären Volksbeaustragten ohne Wehrmacht nicht aus­kommen konnte. Offiziere und Unteroffiziere des alten Feld­heeres schufen

eine neue militärische Macht, die sich dem neuen Staat zur Verfügung stellte. Damals glaubte man noch, die Gestaltung der neuen deutschen Wehr­macht selbst in die Hand nehmen zu können. Am 6. März wurde ein Gesetz über die Bildung einer neuen Reichswehr erlassen, in dem die Heeresstärke aus 43 große und kleine ge­mischte Reichswehrbrigaden festgesetzt wurde. Im ganzen sollte die neue Wehrmacht 200 000 Mann stark sein. Allen Plänen machte Ende 1919 das Versailler Diktat ein jähes Ende.

Deutschland mutzte sich verpflichten, sich mit einem kleinen 100 illttl-Mann-Heer zu begnügen.

Organisation, Bewaffnung und Ergänzung dieses Heeres waren genau vorgeschricben. Moderne Waffen, wie Tanks, Flugzeuge, Luftschiffe, schwere Artillerie usw , durfte das Reichsheer überhaupt nicht führen, die allgemeine Wehrpflicht wurde verboten. Alles darüber hinaus vorhandene Material mußte abgelicfert und zerstört werden.

Bis zum 1. Januar 1921 war die Abrüstung so weit durch- geführt, daß Deutschland nur noch über die vorgesehene Heeres­stärke von 4000 Offizieren und 96 000 Mann verfügte. Die Gegner Deutschlands hatten damit die nahezu völlige Ent­waffnung Deutschlands und seine Wehrlosigkeit nach außen hin erreicht. An die Stelle des alten Heeres, das sich vier Jahre lang gegen eine Übermacht von Feinden verteidigt hatte, war ein kleines Freiwilligenheer getreten, ^as Walten der Interalliierten Kontrollkommission und der zermürbende diplo­matische Kleinkrieg zwischen Reichsregierung und Botschafter­konferenz sind noch in aller Erinnerung. Dennoch ist es ge­lungen, in zäher, mühevoller Arbeit

aus der jungen deutschen Wehrmacht ein Instrument zu schaffen,

Marschall Joffre im Sterben.

Trotz abermaliger Operation.

Der Krankheilszustand des Marschalls Jossre hat sich weiter verschlimmert Die Ärzte sahen sich gezwungen, erneut operativ einzuareifen Nach der Operation ist Wundbrand eingetreten. Man rechnet stündlich mit dem Ableben des Marschalls.

Letzte Nachrichten.

Lord Cecil über die Abrüstung.

London, 29. Dez. Lord Cecil sprach heute im Rundfunk über das Abrüstungsproblem. Er betonte, daß die Zukunft unserer Zivilisation unter Umständen davon abhängig sein kann, ob die kommende internationale Abrüstungskonferenz zum Erfolg oder zum Fehlschlag führt. Die Konferenz müsse zu einer in­ternationalen Vereinbarung kommen. Die internationale Ab­rüstung, so erklärte Lord Cecil u. a., gehört zu unseren wichtig­sten nationalen Interessen. Wir haben nicht nur einmal, sondern zu wiederholten Malen die Verpflichtung übernommen, die Rüstungen der im Weltkrieg siegreichen Nationen herabzu­setzen und zu begrenzen als Ergänzung zu der Abrüstung, die wir unseren früheren Gegnern zur Pflicht gemacht haben. Wir werden jedes Vertrauen in internationale Verpflichtungen zer­stören, wenn wir das, was wir versprochen haben, nicht er­füllen. Dabei ist es in meinen Augen von sekundärer Bedeu­tung, daß wir in diesem Fall auch nichts zu antworten haben würden, wenn unsere früheren Gegner mit der Forderung an uns herantreten, wieder aufrüsten zu können. Gewiße Natio­nen werden, so erklärte Cecil weiter, vielleicht auf der Ab­rüstungskonferenz die Frage an uns richten:Wenn wir nun abrüsten und angegriffen werden sollten, werdet Ihr uns zu Hilfe kommen?" Wir können einer solchen Mahnung gegenüber uns nicht taub stellen und, wenn wir den Frieden durch Ab­rüstung wollen, so müssen wir auch bereit sein, jedes notwen­dige Opfer zu bringen, um uns die unendliche Wohltat des Friedens zu sichern.

Ein Franzose über die Stimmung in Deutschland.

Paris, 30. Dezember.

Jacques Kayser, Redakteur der radikalen Zeitung La Re- publiaue, des Organes Daladiers, hat sich einige Wochen in Deutschland aufgehalten und berichtet jetzt über sein Eindrücke. In seinem heutigen Artikel führt er aus, daß er in Deutsch­land in der Frage der deutsch-französischen Einigung den guten Willen festgestellt, der bei den Einen vom Gefühl, bei den ande­ren von ihren Interessen diktiert sei und den man in Frank­reich nicht entmutigen dürfe. Ueberall in Deutschland erkläre man, daß man zur Annäherung bereit sei, aber Frankreich sei es, das nicht wolle. Deutschland könne sich die Annäherung nur in Form gewisser Abänderungen am gegenwärtigen Stand der Dinge vorstellen, und die Deutschen seien der Ansicht, daß das offizielle Frankreich lediglich bereit sei, die Annäherung unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung und Festigung des gegenwärtigen Zustandes zu betrachten. Deutschland fei der Fordernde, Frankreich der ablehnende Teil. Ein Ausgleich, so schließt Kayser, könne also nur erfolgen, wenn Frankreich sich bereit findet, seine negative Haltung aufzugeben, um Deutsch­land einen Schritt entgegenzukommen.

das an Wehrgcist, Disziplin und Tüchtigkeit den besten », ditionen des alten deutschen Heeres nicht nachsteht.-

Reben den aus bem alten Heere hervorgegangenen n- zieren und Unteroffizieren, die sich in den Dienst des gedankens stellten, war dies das Verdienst von ein\, Männern, die an die Spitze der Reichswehr traten. die Führerschaft des Generals von Lüttwitz durch sammenbruch des Kapp-Putsches erledigt war, trat in, 1920 der nachmalige Generaloberst und Ches der Hecrc von Seeckt an die militärische Spitze der deutschen macht. Im Oktober 1926 trat er von seinem Posten iut GeneralscldmarschaÜ von Hindenburg, der mit seiner zum Reichspräsidenten im Jahre 1925 gleichzeitig berührt sassungsmüßige Oberbefehlshaber der Reichswehr gewordc. war, ernannte darauf den Führer der I. Division «Königshof! General Heye, zum Chef der Heeresleitung. Am 1. iÂojJ ' ber wurde er durch den General von Hammerstein-EquordX gelöst. Ganz besondere Verdienste aber um den Wiederaulbau der Wehrmacht und ihre Einfügung in den neuen StedV bot sich der erste Reichswehrminister der Republik seit dem % stehen der Reichswehr, Dr. Geßler, erworben. Geßler nahm im März 1920 als Nachfolger Noskes nach dem Kew- Putsch das Reichswehrministerium und verwaltete dieses Wut acht Jahre lang bis zum 1. Januar 1928. Er wurde burdt ben letzten Generalquartiermeister im Kriege, General Gröner diesem Posten abgelöst.

Ähnlich wie bei der Reichswehr waren die Verhältnisse bei der jungen deutschen Reichsmarine,

die erst am 23. März 1921 durch das vom Rerchstag beschlossene Wehrgesetz ihre endgültige gesetzliche Grundlage fand. Ihr sind an Schlachtschiffen sechs zugestanden, davon werden aus Mangel an Mitteln nur vier unterhalten. Es sind die fast 30 Jahre alten Schiffe der Vor-Dreadnougbt-Klassen, und bie Schwierigkeiten zum Ersatz dieses alten Materials sind be­kannt. Der jungen Marine ist es aber gelungen, mit nur wenigen kleinen Kreuzern den Beweis zu erbringen, daß auch heute noch in Deutschland der Gedanke bei Seegeltung lebt Chef der Admiralität war bis März 1920 Vizeadmiral von Trotha. Seine Nachfolger wurden mit der neuen Ticust- bezeichnung Chef der Marineleitung Admiral Behncke bk September 1924, Admiral Zenker bis September 1928, seitdem Admiral Dr. e. h. Räder.

Raubüberfall auf zwei Kassenboten in Mainz. 90 000 Mark geraubt.

Main z,. Dez. In der Nähe des Reichsgebäudes in der Gerichtsstraße wurde heute vormittag ein verwegener Stratzen- raub ausgeführt. Zwei Angestellte der Mainzer Vollsdaiik hatten von der Reichsbank Ultimo-Gelder in Höhe von 90 000 Mark abgehoben. In der Nähe des Gerichtsgebäudes sprangen plötzlich aus einem Personenauto zwei mit Revolvern bewaff­nete Personen und entrissen dem einem Angestellten die Akten­mappe mit dem Gelde. Während einer der Räuber mit bem Gelde im Anto verschwand, gab der zweite auf mehrere Ver­folger zwei Revolverschüsse ab, die aber zum Glück sehlgingen. Das Auto fuhr mit großer Geschwindigkeit über die Rheinbrücke. Mehrere Automobile nahmen die Verfolgung aus.

Belästigung des Bischofs von Mainz.

Mainz, 30. Dez. (Eigene Meldung.) Ueber eine Bekö­stigung des Bischofs von Lüainz wird uns von unterrichtet» Seite mitgeteilt: Bischof Dr. Ludwig Maria Hugo befand sich am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages auf dem Heimweg von der Weihnachtsbescherung im bischöflichen Seminar. Vor einer Wirtschaft in der Heiliggrabgasse befanden sich einige offenbar angetrunkene Individuen, die, als sie des Bischofs ansichtig wur­den, aus der Wirtschaft noch weitere Kameraden herausriefen und dann gemeinsam aus den Kirchenfürsten losgingen. Einer der Angreifer, der mit der Faust auf den Bischof eindrang, wurde von einem begleitenden Dom-Präbendar abgewehrt. Auch die übrigen begleitenden Domherren beteiligten sich an der Abwehr. Die Rohlinge ließen nunmehr von ihrem Angriff ab und bewarfen die rasch weiter schreitenden Herren nur noch mit Schneebällen, wobei sie ihnen häßliche Bemerkungen naditiefen.

Radikale Bauernnotbewegung in Bayern.

Berlin, 30. Dez. In Südbayern, im Jnntal, im Chiemgau, im Mangfallgau und in den angrenzenden Gebieten ist eine neue, radikale Bauernbewegung unter Führung des Bauern Altenburger aus Henkwes entstanden, die demLokalanz." zu- K, bereits starken Anhang in kleinbäuerlichen Kreisen ge­rn hat. Die Parole ist:Die bisherigen Staudesorganifa- tionen, die alten politischen Parteien haben versagt. Es kann nicht mehr so weitergehen. Wir greifen zur Selbsthilfe, um nicht Haus und Hof zu verlieren." In Rosenheim, Alpling und Miesbach fanden große Kundgebungen der neuen Bewegung statt. Zahlreiche Diskufsiosreduer traten für die neue Bewe­gung ein und erklärten, die Bauernbewegung wäre der Not­schrei eines zu Tode getroffenen Standes. Komme keine Hitze, dann fei der Zusammenbruch unaufhaltsam. Die Schutzzölle wären viel zu spät gekommen. Nur ein Abgeordneter der Baye­rischen Volkspartei stellte sich der Bewegung entgegen und sprach sich für die alten Organisationen aus.

Lohnsenkung in der Württembergischen Metallindustrie.

Stuttgart, 30. Dez. Die Schlichtungskammer fällte für die gesamte württembergische Metallindustrie einen Schieds­spruch wonach von der ersten Lohnwoche im Januar 1931 ab die Tariflöhne um 5 Prozent und die Akkordverdienste um v Prozent herabgesenkt werden.

Schiedsspruch in der sächsischen Metallindustrie.

Dresden, 29. Dez. Die Schlichtungsverhandlungen zur Bei­legung des Tarifstreits in der sächsischen Metallindustrie, die heute in Dresden unter Vorsitz von Ministerialrat HausiiM stattfanden und sich bis in die späten Abendstunden hinzogen, haben zu einem Schiedsspruch geführt, der eine 4prozentige Sen­kung der Löhne der Lohnarbeiter und eine öprozentige Senkung der Akkordarbeiterlöhne vorsieht. Die neue Lohnvereinbarung läuft vom 2. Januar bis 31. Mai 1931. Erklärungsfrist der beiden Parteien ist der 5. Januar.

Im selbstgebauten Segelflugzeug abgestürzt,

Berlin, 30. Dez. Der 20jährige Pilot Mätzke der Segcl- fliegergruppe Eisenach unternahm gestern, wie der LokalE meldet, an den Hängen des großen Hörselberges einen Flug mit einem selbstgebauten Flugzeugtyp, mit dem er bereits er­folgreiche Probeflüge ausgeführt hatte. Kurz nach dem Aus­stieg stürzte er am Südhang des Berges aus beträchtncy Höhe ab. Er wurde tot unter den Trümmern des Appara e-- hervorgezogen. Seine Eltern waren Zeugen des Absturzes.

Lohntarifkündigungen der rheinisch-westfälischen Gemeinden.

Essen. Der Arbeitgeberverband der rheinijch-wcstfäliMm Gemeinden hat die Lohntarife für die Gemeindearbeiter bei - kommunalen Straßenbahnen, im Kraftverkehr sowie im Haus- und Pflegepersonal der kommunalen Kranken» - anstalten zum 1. Februar 1931 gekündigt.

Duca Führer der Liberalen Partei in Rumäi°>c>c ^

Bukarest. Die Liberale Partei Rumäniens ha> ^^njch wesenen Außenminister Duca zum Nachfolger o - y^tei verstorbenen Vintila Bralianu in der Führung gewählt.

Meuterei in China. Hai in

Schanghai. Meldungen chinesischer Blätter zuw » < e r t. Fulschau eine chinesische Brigade 0c ^entere1 Den regierungstreuen Truppen sei es gelungen, m etrO zu umzingeln und nach heftigen Straßenkamfl ^ili^ waffnen. Mehrere Hundert von ihnen seien st a n erschossen worden.