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Dtus Hessen und Na^bargebieten.

Siehen, 18. Dez. (Akademische Protestkundge­bung gegen den Terror in Polen.) Rektor, Senat und Studentenschaft der hessischen Landesuniversität Giehen, so­wie eine Anzahl hervorragender Persönlichkeiten des öffent­lichen Lebens in der oberhessischen Provinzialhauptstadt ver­sammelten sich heute vormittag in der bis auf den letzten Platz besetzten groben Aula des llniverfitätsgebäudes zu einer ein­drucksvollen Kundgebung gegen den Terror in Polen. Nach einer einführenden Ansprache des Rektors der Universität, Professor Dr Eger, hielt Studienrat Dr. König-Gießen, Vorsitzender der Siebener Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Aus­lande und eine der markantesten Persönlichkeiten in der Hesfi- rchen DDA.-Bewegung, die Hauptansprache. Hierauf sprach im Namen der Studentenschaft Referendar Dr. Reusch; anschließend wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen:Die politische Tagespresse aller Richtungen berichtet seit Wochen tag­täglich über die politische Entrechtung und Kneblung des Deutschtums in Polen, insbesondere in Ost-Oberschlesien anläß­lich der Sejmwahlen. Die Haltung der polnischen amtlichen Stellen bedeutet nicht nur einen unerhörten Bruch der den volk- lichen Minderheiten durch internationale Verträge feierlichst gewährleisteten Rechte sondern stellt sich auch als ein Verhalten tat. durch das das polnische Volk von sich aus darauf verzichtet, Miterhin als Kulturnation angesehen zu werden. Diese Mel- Wgen, die die gesamte deutsche Oeffentlichkeit mit schärfster 6t«gung vernommen hat, werden aber noch bei weitem über- Wn durch den unerhörten Fanatismus der polnischen Auf- Indischen, die unter dem Schutz der polnischen Behörde mit Auschenunwürdiger Grausamkeit gegen das Deutschtum in Litoberschlesien wüten. Die Studentenschaft der Universität Keßen erhebt einmütigen Protest gegen dieses unglaubliche Lerhalten sie richtet die Blicke der gesamten akademischen Welt auf diese Vorgänge und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Mdemikerschaft aller Kulturnationen bei ihren Regierungen vorstellig wird, um diese zu Maßnahmen gegen die' polnische Regierung zu veranlassen. Die Gießener Studentenschaft rich­tet an den Herrn Reichspräsidenten und die Reichsregierung die dringende Bitte, nicht länger mitanzusehen, wie wehrloses Deutschtum unter den Quälereien rücksichtsloser polnischer Chauvinisten leiden muß, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der polnischen Regierung gegenüber, aber auch bei den diplomatischen Vertretern aller anderen Länder, gegen diese unerhörte Grausamkeit vorzugehen." Mit dem Ge­sang des Deutschlandliedes fand die Kundgebung ihren Abschluß.

Gießen, 18. Dez. (Eindrucksvolle Ehrung für den scheidenden Gießener Handelskammerpr äs i- denten.) Der langjährige Führer der Industrie- und Han­delskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauter­bach, Kommerzienrat Schirmer (Gießen), ist nach über 30jähri- ger Mitgliedschaft im Kammervorstand und nach Ivjähriger Piäsidentenschaft der Kammer jetzt auf seinen eigenen dringen­den Wunsch von der Leitung der Industrie- und Handelskammer Gießen zurückgetreten. Um den in hohem Maße für die Be­lange der Kammer und der oberhessischen Wirtschaft verdienten scheidenden Präsidenten gebührend zu ehren, veranstaltete die Industrie- und Handelskammer Gießen im Kammergebäude zu Gießen eine Abschiedsfeier, bei welcher der stellvertretende Vor­sitzende Kommerzienrat Ramspeck-Alsfeld und Syndikus Dr. Zeidler-Gießen warme und dankesvolle Ansprachen an den scheidenden Führer richteten. Um den Scheidenden für alle Zeit mit der Kammer eng verbunden zu wissen, wurde er zum Ehrenpräsidenten der Gießener Handelskammer ernannt und ihm eine entsprechende Ehrenadresse überreicht. Ferner wurden ihm Geschenke als äußeres Zeichen der Wertschätzung und der Zuneigung der Kammer und ihrer Beamten übergeben. Der Gefeierte sprach der Kammer und den Beamten seinen herzlichsten Dank für Die eindrucksvolle Ehrung aus und erklärte sich gern zu weiterer Mitarbeit für die Interessen der oberhessischen Wirtschaft bereit.

"7 Hieh««. 18. Dez: (B vser Reinfall eines Gewohn­heitsverbrecher s.s Ende Oktober verurteilte das Riesige Bezirksschöffengericht den 25 Jahre alten und trotzdem schon schwer vorbestraften Arbeiter Heinrich Niziuna aus Bochum wegen einer ganzen Reihe schwerer Diebstähle in verschiedenen Orten des Vogelsberaes zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Dieses Urteil erschien dem gewohnheits­mäßig auf der Verbrecherlaufbahn wandelnden jungen Mann $u hart und er legte deshalb Berufung an die Gießener Straf­kammer ein, von der er ein milderes Urteil, ja sogar einen Freispruch verlangte. Er kam aber hierbei schlecht an. denn die Strafkammer machre aus den drei Jahren Zuchthaus eine Zuchthausstrafe von vier Jahren.

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Königskmd er.

Romas von Wolfgang Marken.

Urheber-Rechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.

36) (Nachdruck verboten!)

Da. . vorbei! Der letzte Ton zerflattert, klingt ab.

Ein Wink der Kaiserin.

Fritz beugte sich tief herunter und küßt die zitternde Mäd­chenhand.

Leben .. . Sie wohl, Prinzessin!" sagte er leise und innig Ich . . . werd' dich nie vergessen, klein«, süße Cilly."

Sie hört die Wort«. Ein überirdisches Strahlen ist aus dem Kindergesicht, dann bricht sie ohnmächtig zusammen.

Fritz stützt sie, hält sie in seinem Arm.

Der Fürst und sein Bruder, der Spanier und der Kaiser treten rasch hinzu und man trägt die Ohnmächtige in das Schloß.

Die Augen des Spaniers und des Grafen vom Berge treffen sich zum ersten Male. Feindselig.

Die ganze Gesellschaft ist erregt und lebhaft unterhalten sich di« Gruppen. Toni hat sich von Dieter, mit dem sie eben sprach, getrennt und eilt dem Schloss« zu, um Cilly zu pfleoen.

Die Kaiserin aber blickt auf den todblassen Graf vom Berge.

Sie tritt dicht zu ihm heran und sagt:Graf, was hat das zu bedeuten?"

Alle hören diese Frage, aber die Antwort nicht, denn der Graf vom Berge tritt noch näher an die Majestät heran und sagt:Ein . . . Abschied, Majestät ... ein bitterer Abschied."

Die Kaiserin erschrickt

Sie sieht ihm in die Augen und tiefste Bestürzung erfaßt sie, denn in des Mannes Augen ist bitterer, heißer Schmerz.

Sie senkt das Haupt und atmet schwer.

. Dann wirft sie ihm einen guten, mütterlichen Blick zu, einen tröstenden Blick, winkt ihrer Hofdame und läßt sich ms Schloß geleiten.

Fritz aber geht mit starrem Gesicht auf den Bruder zu und lagt:Komm, ich will heim!"

Aber sie sind nicht heimgerilten.

3n Fritz war die Unruhe um Cilly und er wartete, bis die Fürstin von Leuven-Aliersberg erschien

Dieter fragte sie nach dem Befinden der Prinzessin

Dankbar entgegnete Antonie.Ihr ist wieder wohl! Sie wird bald wieder im Garten erscheinen, wird dem Feuerwerk -?ü> dem Reigen beiwohnen. Sie dürfen ohne Sorgen sein,

Freund . . . sagen Sie Ihrem Bruder, di» Cilly läßt Dr noch einmal grüßen . . . und für den Tanz danken Er ^âöchiL siic nicht veroân."

Friedberg, 18. Dez. (Friedberger Handwerk und Handel protestieren gegen die Auflösung des Kreises Schotten.) Die Handwerkskammer Nebenstelle Friedberg und die Industrie- und Handelskammer Friedberg haben sich in einer Eingabe an den Minister des Innern und den Hessischen Landtag gegen den Plan der Aufhebung des Kreises Schotten gewandt. Die amtlichen Vertretungen von Handel und Industrie, Handwerk und Gewerbe, so heißt es, seien sich darüber tlar, daß bei der heutigen Gestaltung der Dinge mit dem Abbau des Kreises Schotten keine Ersparnisse erzielt werden^ daß vielmehr die mit der Aufhebung verbun­denen wirtschaftlichen Nachteile die erwarteten finanziellen Er­sparnisse und Vorteile bei weitem überwiegen. Die Auflösung des Kreises Schotten würde für die Wirtschaft geradezu eine Vernichtung bedeuten. Aus diesen Erwägungen müsse der Kreis Schotten unbedingt erhalten werden.

Frankfurt a. M., 18. Dez. (Appell des Hessischen Stäbtetages an die Reichsregierung.) Auf seiner jüngsten Tagung, die in Frankfurt a. M. stattfand, faßte der Hessische Städtetag auf Antrag seines Vorsitzenden Oberbürger­meister Dr. Keller (Gießen) folgenden Beschluß:Der Hessische Städtetag vermißt in der Notverordung vom 1. Dezember 1930 Maßnahmen zur Sicherstellung der kommunalen Finanzwirt­schaft welche durch die nach wie vor steigenden Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslosen und Krisenunterstützung auf das schwerste gefärdet wird. Daher muß in letzter Stunde durch das Reich wirksame Abhilfe geschaffen werden. Der Hessische Städtetag hält eine sofortige Ergänzung der Notverordnung, durch die den Gemeinden schon für das laufende Rechnungs­jahr entweder diese Lasten abgenommen, oder ausreichende Mittel zu deren Bestreitung bereitgestellt werden, für erfor­derlich."

Kassel, 18. Dez. (Zu dem Eschweger Raubüber- sall.) Zu dem Raubüberfall am Katharinenberg erfahren wir, daß die Spur des Haupttäters des Gotthold Schmidt aus Eschwege, nach Magdeburg weist. Bei Verwandten des Flüch­tigen,' die in Magveburg wohnen, wurden am Dienstag früh im Briefkasten IIOO Mark Papiergeld gefunden, die aller Wahr­scheinlichkeit nach von Schmidt stammen. Schon in Frankfurt am Main hatte der Sohn Schmidts, der auf der Flucht nach Kaiserslautern begriffen war, telegraphisch an seine Verwand­ten in Magdeburg 500 Mark überweisen lassen. Das Geld wurde in beiden Fällen beschlagnahmt.

Kassel, 18. Dez. (Der ungeklärte Mord an dem Major Götze.) Am 13. März 1919 war der Major Götze aus Frankfurt a. M. bei der Jagdausübung in der Nähe von Gelnhausen erschoßen worden. Dieses bis heute noch unaufge­klärte Verbrechen hat nunmehr zu Preßeerörterungen geführt. Die Justiz-Pressestelle Kassel teilt dazu folgendes mit: Am 5. März 1930 ging bei der Staatsanwaltschaft in Hanau ein mit Wilhelm Reif" unterzeichneter Brief aus Saida (Afrika) ein, in dem der Schreiber erklärt, er habe den Major. Götze er­schoßen. Jetzt sei er in der Fremdenlegion. Er lege ein Ge­ständnis ab, weil ihm sein Gewißen keine Ruhe laße. Die da­durch veranlaßten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft er­gaben, daß als Schreiber des Briefes der am 8. Januar 1901 in Oberolm (Kreis Mainz) geborene Wilhelm Reif, der sich tat­sächlich in der Fremdenlegion befindet, in Frage kommt. Die Staatsanwaltschaft hat daher die Vernehmung Reifs auf diplo­matischem Wege durch die französischen Behörden veranlaßt. Bei dieser Vernehmung hat Reif bestritten an der Tat beteiligt ge­wesen zu sein. Ueberraschenderweise hat er gleichzeitig erklärt, daß der Brief an die Staatsanwaltschaft überhaupt nicht von ihm geschrieben sei. Wenngleich die Schrift des Briefes eine große Aehnlichkeit mit der Schrift des Wilhelm Reif aufwest, hat mangels fonftger Beweise für eine Beteiligung Reifs an dem Morde die Voruntersuchung wieder geschloßen werden müs­sen. Im Laufe der neuen Ermittlungen ist auch die frühere Ehefrau Reiss, die inzwischen von ihm geschieden worden ist, als Zeugin vernommen worden. Sie hat dabei glaubhaft aus- gejagt, daß sie von der Angelegenheit nichts wiße unü daß ihr früherer Mann ihr niemals etwas von jener Tat erzählt habe. Entgegen verschiedenen Preßemitteilungen ist also der Anstoß zu den neuen Ermittlungen nicht etwa von Frau Reif ausgegan­gen, insbesondere besteht kein Anhalt dafür, daß der an die Staatsanwaltschaft gelangte und mit Wilhelm Reif unterzeich­nete Bries aus sie zürückzusühren sei.

_ Kassel, 18. Dez. (Eine Rüge für den Kasseler Stadtveiordnetenvorsteher.) Bekanntlich hatte vor einigen Tagen die Kaffeler Stadtverordnetenversammlung durch einen Beschluß, der durch eine Zufallsmehrheit zustande kam, dem Obeipräsidemen Haas die Mißbilligung ausgesprochen, weil dieser sich parteipolitisch betätigt habe. Regierungspräsident

Stumm stehen sich die beiden jungen Mewchen gegenüber

Dann verbeugte sich Dieter und schickt sich an, zu Fritz zu gehen

Da ruft ihn ein Blick Antonies zurück.

Graf Dieter . . ." sagt sie leise,haben Sie wieder einmal an Ihre unbekannte Toni gedacht?"

Dieter steht still und sieht die schöne Frau bittend an.

Warum quälen Sie mich so, Frau Fürstin?"

Da entgegnete sie leise und innig:Ich . . . will Sie nicht quälen. Ich will Ihnen nur sagen . . die Toni von damals hat die Stunde nicht vergessen . . ." Sie sieht ihn an und fragt:Muß ich noch weitersprechen, lieber Freund?"

Nein!" sagt Dieter leidenschaftlichIch war einst ver­wegen, der Graf vom Berge wird noch verwegener fein . - er wird einst kommen und um eine .. . Fürstin werben."

Das junge Weib wurde glühend rot

Dann senkte sie traurig den Kopf.

Umsonst wartete Dieter auf eine Antwort.

Liebe braucht Mut und Ueberwindung!" sagte Dieter fest.

* * *

Wunderseliger Abend in Wöhlsdorf.

Tausend Lampions brannten im Park, gedämpft erklang Musik und Lachen. Hier und da sah man die Diener eifrig mit Erfrischungen laufen

Auf der großen Rasenfläche tummelte sich ein Kranz schöner Mädchen und Frauen im fröhlichen Reigen.

Dieter hatte Antonie nicht mehr freigegeben. Er folgte ihr wie ein Schatten und sie duldet« es gern

Und am Abend kam die Ttunde, da sie durch den halb­dunklen Park wandelten, sich von der Gesellschaft entfernten, und da kam der schönste Augenblick in Dieters Leben.

Toni sträubte sich nicht, als er sie in seine Arme nahm und küßte.

Du, du!" flüsterte er der Geliebten ins Ohr^Hab' dich gleich erkannt, als ich dich sah. Gesegnet sei der Fasching!"

Du! Hast du mich lieb?"

Ueber alles, Toni! Ich weiß nicht, wie weit mir das Herz ist vor Freude, muß an mich halten, daß ich nicht hinaus- jubele, daß die anderen von meinem Glück hören "

Tausend süße, törichte Dinger flüsterten sie sich zu und küßten sich immer und immer wieder, küßten alle Glut im Innern wach.

Wann wirst du mein?" fragte Dieter.

Doch sie wehrte ab.Frag' mich net heute, Liebster Laß uns in unserem Glück zufrieden fein. Wird sich alles, alles wenden "

Da schwieg er davon. Aber in seinem Herzen war etwas Traurigkeit.

Tut's dir weh, Toni, daß du dann nicht mehr die Fürstin bist, nur noch die Gräfin vom Berge ?"

Geh, Dieter! Red' net von alledem! Vin so glücklich, daß du mein bist. Wollen's dem Herrgott überlasten, daß er alles aut macht."

Der Fritz aber saß wieder unter den zechenden Offizieren Md trank ihnen zu^ wollte das Weh im Herzen vergessen, fühlte sich wie gefangen und wußte nicht wohin.

Dr. Friedensburg hat jetzt den Stadtverordnetenvorsteher er­sucht, in Zukunft dafür zu sorgen, daß ähnliche Erörterungen, die die Zuständigkeit der Stadtverordneten, die in der Städte­ordnung festgelegt ist, weit überschreiten, unterbleiben.

Gereimte Zeitbilder.

Von Gotthilf.

Nun Punkt! Mit all den vielen Sorgen Wird heute gründlich Schluß gemacht, Jetzt kommt erst mal der Weihnachtsmorgen, Ach nein, zuerst die Weihnachtsnachtl

Ich schließe alles in die Truhe, Was mich geärgert und gequält, Jetzt will ich endlich meine Ruhe, Jetzt wird vom Frieden was erzählt.

Was schert denn mich das, ob der Franco In Spanien durch die Lüfte fliegt Und mit dem Alfons spieltva baue©* Und dann die schönsten Haue kriegt!

Was geht's denn mich an, ob in Polen Pilsudski wie ein Waschweib keift, Und ob sie dort den Sejm verfohlen, Wenn er mal aus der Reihe schweift!

Macht's Ihnen etwa großen Kummer, Wenn Steeg sich mit Tardieun entzweit? Der Faden bleibt, und nur die Nummer Ist etwas feiner Wichtigkeit!

Und macht der Reichstag mal 'ne Pause, Weil er doch so viel schuften tut, So denk' ich: Blieb' er doch zu Hause! Bei Muttern ist es immer gut!

Na, kurz und gut, polit'sche Scherze Sind heute außer Kurs gesetzt, Mich dünkt die kleinste Weihnachtskerze Bei weitem int'ressanter jetzt.

Ich schiebe alles glatt beiseite, Was stören könnt' den Friedenstraum, Ich denke nicht an Krachs und Streite. Ich denk' nur an den Weihnachtsbaum.

Ich will ja gar nicht große Gaben, Obwohl mir manches gut gefällt, Ich will nur endlich Frieden haben Und etwas Ordnung auf der Welt.

Das ist es, was ich sagen wollte Nun denken Sie sich selbst den Rest! Und wenn es käme, wie es sollte, Dann käm' für uns ein frohes Fest!

3. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche Staats-Lotterie.

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer pud zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I uns II

1. Ziehungstag 17. Dezember 1S)

3n der heutiges Vormittag-ziehung würd«» Betont ne fih« 200 Ä. gezogen

2 ©teilt« in 5000 St 191980

4 ©eein« m 2000 M. 64151 3361 91

30 ©teilt« tu 1000 91t. 16841 23296 93996 57499 164716 128088 140191 151862 165447 209133 240229 316456 334940 349013 976196 44 ©teilt« an 800 OT. 1745 6597 22700 48732 104205 110385 115796 134444 163182 169590 169905 192909 195491 206019 247320 247454 268341 294191 294332 308439 377448 393828

70 Ottnin« rn 500 OH. 5190 7316 16503 17506 22265 24956 2705T 33761 49944 53476 74045 80158 91486 100077 109921 122705 132007 163288 183326 204843 207880 209220 220336 223362 243857 253576 309789 315422 321202 342072 373643 383216 384544 386850 399344

In der heutigen Rachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

2 3«Binns tn 100000 W. 334554

2 Besinnt in 5000 OL 31 7429

8 ©esinne in 3000 169061 181477 184262 305476

10 Besinne in 2000 ö. 51871 75096 115982 142236 193934

26 ©«sm« in 1000 1816 40297 68344 105760 129066 142124 163225 191997 192814 220416 253061 310422 389700 38 etB-n« tu 800 93. 9373 15892 36092 47742 101426 141926 143457 154638 165152 174182 210657 254170 271449 297935 309927 322801 331032 388222 394562

46 Seern« m 500 S. 894 28381 49827 68636 75868 82462 105222 146758 152949 183830 184070 187361 217110 218=73 223146 225097 226498 258966 262330 267253 277434 325923 366830

Da fiel ihm plötzlich sein Lied ein.

Kameraden," sagte er,will euch ein Lied singen ... ein Lied von der Kaiserin Maria Theresia."

Alle jubelten ihm zu.

»Sings, Graf vom Berg«!" rief der alte Generaloberst von Flüelen.

Und Fritz begann mit kraftvoller Stimme das Liev, bae hell durch den Abend klang.

An der schönen blauen Donau,

Da regiert die Kaiserin Maria Theresia.

Fröhlich wie die Wienerin.

Offnes Herz und g'rader Sinn. Ja, so ist die Kaiserin.

An der schönen blauen Donau Preis ich dich, o deutsche Frau, Maria Theresia.

Tapfres Herz und Gottvertrauen. Deine Völker auf dich schauen. Auf die große Kaiserin.

An Der schönen blauen Donau

Macht das Land so groß und stark Maria Theresia.

Fremde konnten nichts erraffen. Siegreich waren Oesterreichs Waffen Für die liebste Kaiserin.

An Der schönen blauen Donau

Soll der Friede neu erblüh'n, Maria Theresia!

Daß in künft'gen Jahren, Stunden, Land und Volk soll neu gesunden. Das ist deine höchste Pflicht, Maria Theresia, Große edle Kaiserin.

Das Lied drang durch den weiten Park Die Helle schöne Naturstimme schlug alle in ihren Bann. Fritz war kein großer Sänger, aber seine Art des Vortrages riß Die anderen mit.

Während des Liedes strömten die Gäste nach dem Platz«, da Fritz im Kreis« der Offiziere saß, umsäumten den Tisch, und als der Sänger geendet hatte, da brach ein Jubel aus.

Auch das Kaiserpaar stand in der Näh« Es war sichtlich b«w«gt. Der Kaiserin standen Tränen im Aug«.

F^ânz I. sah es und sagte:Geh', Reserl, was wirst meinen. Freuen sollst dich! Ist doch ein Teufelskerl, der Fritz."

Sie nickte.Der . . . arme . .. Graf!"

Erstaunt sah er sie an und fragte:Wie meinst das. Res«rl?"

-Das erzähl ich dir, wenn wir allein sind, Franzl!" (^ortsetpivs folgt.)