Untechaltungsblatt
Deutsche Scholle.
Skizze von Kurt Kühns.
Frau Bertha Schütz stand am Fenster und sah hinaus in den strömenden Regen. Sie war eine schlank«, kräftige Er- scheinung. Blonde, reiche Flechten rahmten ihr hübsches, freundliches Gesicht, doch ihre Stirn war umwölkt, ihre Miene ernst. Wie sollten sie nur noch durchkommcn? Die halbe Ernte war verdorben bei dem ewigen Regen im vorigen Sommer.
Durch die Torfahrt ihres Gehöftes rasselte ein leichter Jagdwagen, von einem kräftigen Braunen gezogen. In flottem Trabe fuhr der Wagen vor, und Konrad, ihr Mann, hielt vor dem Hause, sprang ab und übergab die Zügel dem herbei eilenden Jungen, seinem Aeltesten, der schon als Knecht in der Wirtschaft diente.
Konrad trat ein.
„Nun?" fragte Bertha gespannt.
Konrad zuckte die Achseln. „Es gibt kein Darlehen", versetzte er, und seine offenen Züge wurden finster und verzweifelt. „Nichts als Versprechungen, Ausflüchte, Schwierigkeiten. Es ist kein Geld da. Vielleicht zum Frühjahr! Bis dahin ist unser Hof unter dem Hammer."
„Du lieber Himmel!" seufzte Bertha, „Konrad, was soll nur werden?"
„Ja, was soll werden? Ich weiß auch keinen Ausweg mehr." ,
Still ging die Frau aus dem Zimmer, holte die Kartoffeln und den Hering. Etwas anderes gab es schon seit langer Zeit nicht mehr. Schweigend nahm die Familie ihr Abend- effen ein; der Junge und seine kleineren Schwestern gingen ins Bett. Konrad stellte die Lampe auf seinen Schreibtisch und begann zu rechnen.
Da schlugen die Hunde wütend an. Konrad ging, die Tür zu öffnen. Der späte Besucher trat ins Zimmer. Es war ein Mann in mittleren Jahren, von dunkler Hauffarbe mit dunklen Augen.
„Herr Olczinski?" rief Konrad, halb überrascht und halb abweisend. „Was führt Sie zu mir?"
„Ein Geschäft", versetzte Olczinski. „Kann ich Sie einmal unter vier Augen sprechen?"
,^ch habe vor meiner Frau keine Geheimnisse, wüßte auch nicht, was ich mit Ihnen zu verhandeln hätte", entgegnete Konrad.
,^Jch habe eine gute Nachricht für Sie", erwiderte Olczinski mit einem schmeichelnden Lächeln. „Sehen Sie, ich habe mich auch einmal auf so einer kleinen Klitsche herumgequält. Aber es ist kein Segen mehr bei der Landwirtschaft. Da hab' ich verkauft und bin hinüber nach Polen gezogen, und es geht mir gut." Er spielte mit seiner dicken goldenen Uhr- kette und ließ so recht vor Berchas Augen seinen Brillantring funkeln.
„Was treiben Sie denn jetzt?" fragte Konrad obenhin.
„Ich bin Güteragent", versetzte Olczinski. „um) ich habe den Auftrag, auf deutscher Seite, möglichst nahe der Grenze, ent Gut zu kaufen. Ihr Gut scheint mir geeignet, ich kenne es ja von früher her. Wie wär's, Herr Schütz, können wir das Geschäft machen?"
„Nein" versetzte Konrad hart und abweisend. „Ich verkaufe nidjt.
„Ich biete tausend Mark für den Morgen". fuhr Olczinski unbeirrt fort. „Tausend Mark! Sie werden ein Kapitalist, Herr Schütz."
„Neins Ich verkaufe nicht", beharrte Konrad.
„Ich weiß nicht, ob Sie so gestellt sind, ein solches Angebot von der Hand weisen zu können?" lächelte Olczinski höhnisch.
Konrad atmete schwer. Nein! er war nicht in der Lage. Er würde die Zwangsversteigerung erleben, wenn er nicht verkaufte. Er sah zu Bertha hinüber. Diese zuckte die Achseln.
„Wer ist denn Ihr Auftraggeber?"
„Das ist meine Sache", lehnte Olczinski ab. „Mein Auftraggeber will nicht genannt sein."
„Das will ich aber wiffen, oder die Sache ist für mich abgetan", fuhr Konrad auf.
„Wenn Sie's denn durchaus wiffen wollen", sagte Olczinski nach einigem Zögern, „es ist der Viehhändler Stanislaus Stablewski."
Stanislaus Stablewski, der selbst in Polen wohnte, war durch seine dunklen Geschäfte bekannt. Schon öfter hatte er auf deutscher Seite Höfe aufgekauft — für polnische Besitzer. „Jetzt weiß ich genug", herrschte Konrad den Unterhändler an. „Hinaus aus meinem Hause! Bleibt doch in Eurem schönen
Polen. Wenn Ihr zu dem Aufbau dieses Landes auch nicht einen Stein herbei getragen habt. Bleibt doch drüben, cs ist ja herrlich dort, Ihr'habt doch lange genug davon geschwärmt. Aber unersättlich wie die Wölfe schleicht Ihr jetzt um die Höfe im alten Deutschland, unterwühlt den Boden, daß auch hier das Land polnisch werden soll, nein, mein Lieber, wir Grenzmärker sind auch noch da! Eher selbst verderben als auch nur einen Fuß breit deutscher Erde in polnische Hand falle» lassen! Hinaus aus meinem Hause, Du scheinheiliger Halunke!" Im nächsten Augenblick flog der Eindringling auf die Straße. Zähneknirschend, mit geballter Faust drohend, verschwand er tn der Dunkelheit.
Am anderen Tage fuhr Konrad wieder nach der Kreisstadt, und wieder wartete Bertha in Angst und Spannung auf seine Rückkehr.
„Nun?" fragte sie, als er vom Wagen sprang.
„Geglückt!" rief Konrad strahlend. „Die Kreissparkaffe hat das Darlehen doch noch gegeben und der Landrat einen Zuschuß aus der Osthilfe. Kapitalisten werden wir ja allerdings nun nicht gerade werden, aber —"
„Wir haben unsere deutsche Scholle behauptet", schloß Bertha.
Die Reisetasche.
Humoreske von Alfred Manns.
Wenn es ans Reisen ging, war Tante Berta meist etwas "ob das auf die Nerven, die Ver-
Wenn es ans Reffen gi schwierig. Die Umwelt sch, wandten nannten es Reisev
everfolgungsfieber, und sie selbst be
stritt jede pathologische Aenderung ihrer Seele.
reise an, zu der
Jahre schickte sich Tante Berta zu einer Badesie ihre Nichte Helene eingeladen hatte.
Alles war besorgt, das Großgepäck aufgeliefert, und das Auto wartete draußen bereits seit einer halben Stunde.
Die geräumige Reisetasche stand mit aufgesperrtem Rachen empfangsbereit zur Aufnahme der zahllosen feinen belegten Brote nebst erquickenden Gaben an Früchten und leckeren Süßigkeiten; denn immerhin sollte die Fahrt an diesem Tage sieben Stunden dauern, und Tante fuhr grundsätzlich nicht v-Zug. „Kinder", pflegte sie zu sagen, „erstens kostet er Zuschlag, und dann gibt es darin einen Speisewagen, der verleitet zur Völlerei."
Auf die Entgegnung des Nachwuchses, daß die guten Brote auch etwas kosteten, antwortete sie konsequent: „Seht zu, wie Ihr mit Euren Methoden durchs Leben kommt! Ich bin für das Einfache, nach guter, alter Art."
Im Schlunde der Reisetasche verschwanden die guten Dinge und auch die Medikamente, die zu Tantes Lebensvoraussetzungen gehörten. Der Schlüssel zur Tasche lag auf dem
Tische, und schreckhaft fuhr die Tante zusammen, wenn die Hand des fürsorglichen Hausmädchens in dessen Nähe kam. den Schlüssel anfaßt!" rief die Tante
erl
fürsorglichen Hausmädchens in dessen Nahe kam.
„Daß mir keiner den Schlüssel anfaßt!" rief die Tante dann in höchster Erregung. „Das Zuschließen besorge ich selbst." Zwar hatte die Reisetasche drei automatische Sicherheitsriegel, aber die wirkliche Sicherheit bot nur der Schlüssel. Um die Möglichkeit eines Angriffs auf diesen auszuschließen, !griff die Tante ihn sowie die Tasche, schloß letztere und erhob sich.
„Ich bin heute so unruhig und fühle mich nicht besonders gut; ich komme erst wieder richtig zu mir, wenn ich meinen Sim Zuge habe. Und niemand fährt mit zur Bahn. Abkann ich ganz und gar nicht vertragen. Helene ist ja
auch bei mir."
So saßen denn eine halbe Stunde vor Abfahrt Tante Berta und Nichte Helene wohlversorgt auf zwei Eckplätzen eines Damenabteils zweiter Klasse. .
Fünf Minuten herrschte eine durchaus friedliche Stimmung; dann fiel es der Tante ein, daß der Abschied von den Ihrigen sie doch stark mitgenommen habe und daß solche Zustände stets Kopfschmerzen bei ihr im Gefolge hätten, wogegen sie ern Medikament vorbeugend schlucken müsse.
Sie nahm ihr Handtäschchen vor und begann erst selbst« verständlich, dann schneller und endlich mit wilder Hast nach dem Schlüssel der Reisetasche zu suchen. Ihr Gesicht wurde bleich, ..Lili Himmel, auch das noch! Nun habe ich den Schlussel vergessen. Nie im Leben wäre das möglich gewesen, wenn nicht tausend Blicke wie fasziniert darauf gehangen hätten. Wie soll denn ein Mensch dabei seine Gedanken sammeln können? O, du liebe Güte, wenn ich nun meinen Anfall bekomme und dann die Herztropfen nicht habe! Ich mag es ja nicht ausdenken. Helene, weißt Du nicht, wo der Schlüssel ist? — Ach, ich weiß schon selbst: ich habe ibn wieder
auf dèn Tisch gelegt. O, sowas! Ich begreife Dich gar nicht Kind, daß Du Dich nicht noch einmal umgesehen hast! Wenn ich mal verreisen will, kümmert sich niemand um meine Dinge. Zuerst tun alle so besorgt wegen des Schlüssels, und dann lassen sie ihn neben mir liegen. O, ich unglückliche Frau!"
Helene sprang auf. „Tantchen, wir haben noch zwanzig Minuten Zeit. Ich telephoniere rasch, dann kann der Chauffeur Dir den Schlüssel noch bringen."
„Liebes Kind, za, tue das. Du bist die einzige, die noch etwas für mich übrig hat."
Helene stürzte ans Bahnhofstelephon und hing schließlich mit ihrem Vetter an der Strippe. „Oskar, um Himmels
mit ihrem Vetter an der Strippe. „Oskar, um Himmels willen, schickt sofort den Schlüssel zur Reisetasche Deiner Mutter, er liegt vor Tantes Stuhl auf dem Tische."
„Frieda!" (Oskars Gattin) „Isolde!" (Hausmädchen) hörte Helene durch den Apparat den dienstwilligen Vetter brüllen. Dann kam eine Pause, während der Helene plastisch "ch sah, wie jetzt Oskar, nebst Frau, Magd und Gesinde r Villa auf der Suche nach dem Schlüssel wie die Van-
deutln
in der
dalen hausten.
Dann ertönte Oskars verzagte Stimme. „Arme Helene, Furchtbares steht Dir für die nächsten Stunden bevor. Der Schlüssel ist nicht zu finden."
Wie gehetzt langte Helene vor dem Zuge an, wo sie vor der heftig winkenden Tante empfangen wurde. „Liebe Helene", rief die schon von weitem, ebenso ungerecht wie unlogisch, „was man nicht im Kopfe hat, muß man in den Beinen haben. Mir ist eingefallen: Der Schlüssel liegt nicht vor meinem Platze, ich vergaß ihn auf dem Waschtisch im — nun, Du weißt schon. Kannst Du nicht noch einmal...?"
„Einsteigen, meine Herrschaften!" rief der Schaffner.
Aufatmend meinte Helene: „Das geht nicht mehr, Tante. Aber hier ist eine fertige Karte, auf der ich unsere Ankunft in L. meldete. Darunter schreibe ich, wo der Schlüssel liegt — sofort nachschicken."
Gesagt — getan. Der Bahnhofsvorsteher übernahm die Absendung der Karte, die noch am Nachmittage in Oskars Händen sein mußte.
Mit der Abfahrt des Zuges ging das Elend an. Die Tante begrüßte die Kopfschmerzen beinahe mit Genugtuung, ebenso auch die Herzanfälle. Da die beiden Damen allein im Abteil waren, wurde die alte Dame von Helene auf der Bank lang ausgestreckt. Dann hatte Ruhe zu herrschen, stundenlang. Helene mußte auf das Lesen verzichten, denn das Knistern des Papiers verschlimmerte Tante Bertas Zustand. Diese schien sehr zu leiden. Bei der gesunden Helene aber meldete sich ta Appetit lange und schmerzhaft in ihrem Innern.
Nach der Ankunft verließ sie elend vor Hunger das Abteil.
Geführt wurde Tante Berta von einem Gepäckträger und der sie abholenden Base, der sehr rüstigen, einundachtzigjähri- gen Tante Melanie.
„Kind, Berta, was ist Dir? Und auch das Helencheu ist so blaß. Was ist Euch denn zugestoßen?"
„Meine Kinder waren unachtsam; sie vergaßen, mir den Schlüssel zur Reisetasche, in der meine Medikamente sind, mit- zugeben. Laß' uns sofort zu eitlem Schlosser fahren, baè er mir die Tasche öffnet."
„Nun, nun", machte Tante Melanie begütigend, „in nnsc- rem Nebengebäude wohnt ein Schlosser, das werden wir bald haben." — Das Auto hielt. Tante Berta wurde auf eine« Diwan gebettet.
Der Handwerker machte sich im Nebenzimmer mit der Tasche zu schaffen; er kam sehr schnell damit an. „Wissen Ä wat? De Tasche war ja offen, und hier is ooch der Schlüssel, der log oben druff uff de Sachen. Een Ei is ausjeloofen, aber sonst riecht det aus de Tasche verdammt jut heraus."
Rollboden für Kohlenwagen.
Für den Kohlentransport verwendet man in London versuchsweise Lastwagen, deren Boden von einer Art Rolljaloutze gebildet wird. Beim Entladen läuft dieser Boden über eine Walze am hinteren Ende des Wagens und wird dann unter dem Wagen aufgerollt. Die vordere Stirnwand des Wagens ist auf dem Boden befestigt und wird mit nach hinten gezogen, weil sonst der bewegliche Boden unter der Kohlenlast hinweg gleiten würde. Dieses System macht die sonst gebräuchliche Kippvorrichtungen, die wegen der zu bewältigenden geoB Lasten sehr kräftig und damit auch schwer ausgeführt wero mußten, überflüssig. Nach dem gleichen Grundsatz arbn übrigens schon lange eine mechanische Feuerung, der Wano rost, der in gewissem Sinne ja auch als Kohlentranvpo anlaae gelten kann.
Don Arzneien und Kranken-,
Bon Dr. Adalbert Schücking.
„Mit Arznei ist schwer Tote lebendig machen", sagt ein alter chinesischer Spruch oder „Wider den Tod tft kein Kraut gewachsen", tagt ein deutscher. Alte Volksweisheiten — wir modernen Menschen sind nicht ganz so pessimistisch. Wir wiffen zwar auch, daß gegen den Tod endgültig kein Kraut gewachsen ist, aber wir vertrauen doch darauf, daß eine gute Arznei den Tod lange Zeit fernhalten kann. Wieviel das deutsche Volk an Arzneien verbraucht, ist uns nicht genau bekannt; es muß sich aber um gewaltige Summen handeln. Das zeigt ein Blick auf jene Zahlen, die für einen bestimmten Bruchteil unseres Volkes, nämlich die Krankenversicherten, feststehen. Bei den reichsgesetzlichen Krankenkassen wurden im Jahre 1913 für Arznei- und Heilmittel 65,1 Million Mark, tin Jahre 1927 aber 183,9 Millionen Mark ausgegeben. Riesige Summen, die uns zeigen, daß die Arzneimittelindustrie ein volkswirtschaftlicher Faktor von erheblicher Bedeutung geworden ist. In der Tat gilt ja auch die deutsche Pharmazeutische Industrie als die erste der Welt. Leider gilt aber auch der Deutsche schlechthin als der erste Arzneimittelverbraucher der Welt; er wird darin wohl nur noch von einer gewissen Schicht des Amerikanertums übertroffen.
Cs war wohl kein Zufall, daß die letzte Notverordnung des Reichspräsidenten unter anderen Hemmungen, die den Krankenversicherten auferlegt wurden, auch eine Beteiligung an den Arzneikosten vorsah. Ostnrals ist die Befürchtung laut geworden, daß der Kranke, weil ihm die bekannten 50 Pfennige fehlen, auch dort mit der Arznei sparen würde, wo sie un bedingt notwendig wäre. Unsere Volksvertretung wird sich mit dieser Frage noch eingehend zu beschäftigen haben. So notwendig es ist, den Arzneihunger abzudämmen, so wichtig ist anderseits die Ueberlegung, ob man auf diesem Gebiete nicht des Guten zuviel tun kann. Und hier muß der Arzt seine warnende Stimme erhèbèü.
Der Arzt steht, wenn er Medikamente verordnet, unter entern doppelten Druck: Die Wirtschaft verlangt von ihm, daß er sich dabei in den Grenzen des Notwendigen hält, und der Kranke erwartet in seinem unerschütterlichen Glauben M Wirksamkeit der Arznei, daß sie möglichst viel verordnet Wird, Den richtiaen MfttMr.tzg zu. Anden, ist nicht
immer leicht. Niemand beklagt es stärker als die Aerzieschasl, daß so viele tüchtige Aerzte in diesem Zwiespalt der Gefühle dem Verlangen des Patienten meist unterliegen. Die Notverordnung hat gewiß den Arzt diesem Verlangen zum Teil enr- rückt. Aber gerade die gewissenhaftesten Aerzte fragen sich nun, ob die Notverordnung nicht zu weit gegangen ist und ob es kein Mittel gibt, ihre übermäßigen Wirkungen wieder zurückzuschrauben, ohne die Volkswirtschaft zu schädigen und andererseits um dem wirklich Kranken zu geben, was er nötig hat. Sie bekennen ganz offen, daß zum Teil auch der Arzt jette Notverordnung verursachte. Keine Arznei ohne ärztliche Verordnung! Das ist ein fesfftehender Grundsatz bei den jkranken- kassen. Und wenn der Patient ungerechter- oder unnötigerweise eine Arznei erhält, so ist sie doch immer von einem Arzt verordnet worden. Man übertreibt nicht, wenn man behauptet, daß die Aerzte den Schlüssel zum Geldschrank der Krankenkassen in der Tasche tragen; denn fast 90 Prozent aller Airsgaben der Krankenkaffen werden durch ärztliche Anordnung bestimmt. Die ärztlichen Organisationen haben das schon lange erkannt. In vollem Bewußtsein der schweren wirtschaftlichen Lage, unter der unser deutsches Volk seufzt, haben deshalb große und einflußreiche Organisationen ihre Mitglieder im Hinblick auf die Notverordnung ersucht, sich bei ihrer Arzneiverordnung nur von den objektiven wissenschaftlichen ärztlichen Anschauungen leiten zu lassen. Niemand weiß weniger darüber Bescheid, was ihm in seiner Krankheit zuträglicher ist, als der Kranke selbst. Ihre langjährige Ausbildung und ihr berufliches Pflichtbewußtsein gibt den Aerzten das Recht, sich in der Arzneiverordnung jene Beschränkungen aufzuerlegen, die dem Kranken mitunter so unnötig erscheinen. Die Organisationen der Arbeitgeber und Versicherten lassen sich bei ihrer Kritik von dem Gedanken leiten, daß, wenn schon in der Vergangenheit auch seitens der Aerzte zuviel Nachsicht gezeigt wurde, es niemals zu spät sein kann, diesen Fehler wieder gut zu machen. Von der gewissenhaften Arbeit der Aerzte auf dem Gebiete der Arzneiversorguna erhoffen sie, daß es über kurz oder lang möglich sein wird, die scharfen Eingriffe in die Leistungsgewährung der Krankenkassen für den Patienten erträglicher oder vielleicht gar völlig überflüssig zu machen. Wenn das gelingt, dann wäre das ein Beitrag dar deutschen Ärzteschaft zur Medergeszindung der deutschen WuÄchätt
Kristallisierter Kautschuk.
Die lange vergeblich gebliebenen Versuche, Kautschuk zm" Kristallisieren zu bringen, haben kürzlich bei dem amerikanischen Bureau of Standards zum Ziele geführt. Das p fahren ist allerdings recht langwierig und schwierig, Bow. dingung war die Gewinnung möglichst reinen Kautschuks, $ nach einem umständlichen Reinigungsprozeß schließlich gelang, indem man einen so gut wie völlig farblosen, glasklaren Kau- schukblock herzustellen vermochte. Dieser Block wurde M wieder in Aether aufgelöst. Bei einer alsdann folgenden - kühlung auf 80 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt c standen unzweifelhafte Kristalle, allerdings von ft gering Größe, daß sie nur mit Hilfe eines Mikroskops 3" entvi waren, unter diesem aber gut sichtbar hervortraten. Dem den Chemikern des Bureau of Standard erzielten Erfolg i deswegen besondere Bedeutung beizumeffen, weil dann großer Schritt nach vorwärts zur Erkenntnis der des Kautschuks getan wurde, über die bislang noch nicht o viel bekannt ist.
Die Weisheit des Nordlands..
Norwegische Sprichwörter.
Die Wahrheit ist zu jeder Zeit wohnungslos.
Wenn du reich wärest und ich wäre reich — iuci: ^ dann das Boot rudern?
Wenn die Jäger sich zanken, hat der Bär gilte Ruhe.
*
Die Zeit hat ein kräftiges Gebiß.
*
Was drei wissen, wissen alle.
Der Tod lauert den Jungen auf, den Alten fleht Augen.
* . . schlecht
Es ist gleichgültig, was für eine Religion
-.Mensch Hap.