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-> ^ -- - fv».«HMrf«uu»uMUM*i|M/m «Juvijvn |Wvn ji^ ganz offen davon spricht, der Kanzler werde die Neform- gescye durch eine N e i chspr äf i d i a tno rv er o r b « n u n g verkünden und ihnen damit zunächst wenigstens Gesetzeskraft verleihen lassen. Wann diese neue Not­verordnung dann dem Reichstag verfassungsgemäß vor­gelegt wird, ob z. B. etwa noch ein Mißtranensantrag gegen Brüning und sein Kabinett dazwischen geschaffen wird, wann die Notverordnung selbst ergeht usw. das alles liegt noch im Schoße einer allerdings sehr nahen Zukunft. Wobei heute freilich schon mit einem als ganz sicher gerechnet werden darf: Kampflos ergibt sich Doktor Brüning nicht! Sondern er wird, wie schon mehrfach mit Erfolg, auch dieses Mal wieder versuchen, sich den Marsch auf die außen- mib wirtschaftspolitischen Ziele hin zu erzwingen.

Gras Bethkens Abreise.

Handelsvertragsverhandlungen Anfang März 1931.

Der ungarische Ministerpräsident Graf Bethten hat Berlin wieder verlassen, um nach Budapest zurückzukehren. Der Reichspräsident hat Graf Bethlen zur Erinnerung sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift übersandt. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof Reichskanzler Dr. Brüning, der deiltsche Gesandte in Budapest u. a. erschienen.

Über die zwischen dem Grafen Bethlen und den deut­schen Regierungsstellen gepflogenen Besprechungen ist eine halbamtliche Mitteilung ausgegeben worden, in der es heißt: Der Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten hat Gelegenheit zu eingehendem Gedankenaustausch des Reichskanzlers und des Reichsministers des Auswärtigen mit Graf Bethlen und den Herren seiner Begleitung ge­boten. Hierbei wurde die gesamte politische Lage unter besonderer Berücksichtigung der Deutschland und Ungarn gemeinsam betreffenden Fragen und Interessen erörtert. In der Besprechung wurde die volle Übereinstimmung in der Beurteilung aller Fragen und mit besonderer Be­friedigung das Fortbestehen der auf gemeinsamem Schick­sal, auf gleichgerichteten politischen Zielen und auf enger kultureller Verbundenheit fest begründeten freundschaftlichen Beziehungen zwischen dön beiden Völ­kern festgestellt. Als Ergebnis der Besprechungen wurde verabredet, die Verhandlungen für den Abschluß eines Handelsvertrages Ende Februar oder Anfang März 1931 aufzunehmen.

Deutsche Beschwerde gegen Polen in Genf.

Die Anrufung des Völkerbundes.

Der deutsche Generalkonsul in Polnisch-Oberschlesien, von Grünau, hat in Berlin der Reichsregierung über die Ausschreitungen der Polen gegen die deutsche Minderheit Bericht erstattet. Der umfangreiche Bericht enthielt so viel eindeutige Tatsachen, daß die Reichsregierung nunmehr entschlossen ist, auf Grund von Paragraph 72 des deutsch- polnischen Abkommens, der identisch ist mit Paragraph 12 des allgemeinen Minderheitenabkommens, unverzüglich beim Völkerbund vorstellig zu werden. In dem Para­graphen, auf den die deutsche Regierung sich stützt, erkennt Polen ausdrücklich an, bag Deutschland das Recht habe, in jedem Fall einer Verletzung des Abkommens sich an den Völkerbund zu wenden und daß dieser befugt sei, die ihm notwendig erscheinenden Schritte zu ergreifen.

Ter Landrâ, des Kreises Beuthen-Tarnowitz und frühere deutsche Abstimmungskommissar Dr. Urbanek stellt in den Zeitungen fest, daß Polen mit den viehischen Ausschreitungen in Ostoberichlesien die offene Feindschaft eindeutig erklärt hat. Urbanek stellt zwei Forderungen dazu auf: 1 Keine Vergel­tung an den polnisch denkenden deutschen Staatsbürgern, 2. aber alle Energie nach außen, keine schwache Haltung zeigen. Wer jctzi Schwäche zeige, ermuntere die Polen zu neuen Greueln und mache sich mitschuldig, wenn uns unsere Volks­genossen von drüben ihre zerschlagenen Körper und ihre zer- görten Hütten zeigen.

Drohest Kss OA unöss.

Dem Polenlerror soll ein Ende gemacht werden.

Die Leitung des Deutschen O st b u n d e s in Berlin hat an Reichskanzler Dr. Brüning ein Telegramm gerichtet, in dem Maßnahmen gefordert werden, die eine Sühne der vielen Überfälle und Verbrechen sichern, den Geschädigten ent­sprechende Entschädigungen gewährleisten, die vorgekommenen Wahlenirechlungen einwandfrei feststellen und ihre Folgen be­seitigen.

Der Völkerbund soll nicht nur in Oftoüerschlesien dem Genfer Abkommen zu voller Geltung verhelfen, sondern auch sonst in Polen der d e u t s ch e ii Minderheit ihre verbrief­ten Rechte sichern. Zugleich sollen Maßnahmen gegen die un­ausgesetzte systematische deutschenfeindliche Hetze der polnischen Blätter diesseits und jenseits unserer Ostgrenze getroffen werden.

Die Deuischsnhstze in Kaiiowitz.

Stellvertreter des Woiwoden entschuldigt sich.

Durch die Straßen von Kattowitz hat sich ein Demon­strationszug polnischer staatlicher Eisenbahn- und Post­beamten bewegt, in dem auf einem der polnischen Eisen­bahnverwaltung gehörigen Kraftfahrzeug eine an einem Galgen hängende lebensgroße Puppe mttgesuyrt wurde, die einen deutschen Offizier in voller Uni­form mit Originalorden darstellte.

Das Deutsche Generalkonsulat hat bei dem Woiwoden schriftlich nachdrückliche Vorstellungen erhoben. Darauf­hin hat sich der Stellvertreter des Woiwoden beim Leiter des Deutschen Generalkonsulats persönlich ent­schuldigt.

Die Arbeitslosigkeit steigt weiter.

Der Bericht der Reichsanstalt.

Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom l. bis 15. November ist das Anwachsen der Arbeitslosigkeit, - as regelmäßig um diese Jahreszeit einsetzt, in der ersten Hälfte des November annähernd in dem erwarteten Umfang eingetreten. Die Zahl der Hauptuntcrstützungscmpfânger ist um rund 100 000 auf 1 661 159 gestiegen, während in der gleichen Zeit des Vorjahres die Zunahme rund 124 000 betrug. In der Kriscnunterstützung mit 537 613 Unterstützten ist ein Mehr von rund 27 100 zu verzeichnen (im Vorjahr rund 6900). Damit haben die beiden Untcrstützungseinrichlungen zusam­men eine Belastung von rund 2 200 090 erreicht. Wie erwartet, ist die Überlagerung gegenüber dem Vorjahr zum ersten Male etwas zurückgegangen: sie beläuft sich jetzt auf etwa 1 Million gegenüber rund 1 050 000 Anfang Oktober.

Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden bei den Ar­beitsämtern ist um mehr als 230 000 angewachsen. Es wurden am 15. Novenlber rund 3 484 000 Arbeitslose gezählt. Im ganzen läßt das Zahlenbild zusammen mit den Berichten der Landesarbeitsämler den Schluß zu, daß nach dem hohen Stand, den die Arbeitslosigkeit in den Saisonautzenberuscn schon während dieses ganzen Jahres beibehalten hatte, nun­mehr die weitere jahreszeitliche Verschlechterung in etwas milderen Formen als sonst verläuft, dagegen ist offenbar die allgemeine wirtschaftliche Stagnation noch unverändert ge­blieben.

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Schachts AWeLsmrte an Amerika.

Der frühere Reichsbankpräsidenl Dr. Schacht schloß seine Aufklärungskampagne in den Vereinigten Staaten mit einer überaus wirkungsvollen Rede im Economic Club of New York ab, dem die hervorragendsten Wirt­schaftsführer der amerikanischen Handelsmetropole an= gehören. Einleitend betonte Schacht, daß er während seiner großen Reise durch die Vereinigten Staaten ein wachsendes Interesse des amerikanischen Volkes für die R e p a r a t i o n s f r a g e angetroffen habe. Die Ameri­kaner fühlten mehr und mehr, daß die unerledigten Fragen aus der Kriegszeit eine ständige

Bedrohung der Weltprvspcritâl darstellten. Der V o u n g - P l a n habe die völlige Aus­schaltung der Politik und die Lösung der Reparations­frage durch wirtschaftliche Mittel empfohlen.Militärischer oder politischer Druck kann nicht Geld schaffen, sondern nur verschwenden." Der Aoung-Plan habe ferner durch Einsetzung des ständigen beratenden Ausschusses die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Ausgleichs geschaffen. Man sei ferner in Amerika darin einig gewesen, daß Deutschland

nur aus Ausfuhrüberschüssen

zahlen könne und daß die Reparationsfrage kein rein deutsches Problem sei, sondern alle beteiligten Mächte an­gehe. An Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials wies Schacht nach, daß Deutschland seine bisherigen Leistungen ausschließlich mit geliehenen Geldern be­stritten habe. Die wachsenden nationalistischen und schutz- zöllnerischen Tendenzen in der ganzen Welt machten es Deutschland noch schwerer, Ausfuhrüberschüsse zu er­zielen. Weder die Gläubigermächtc noch die BIZ. hätten bisher etwas getan, um die Weltabsatzmärkte zu ent wickeln. Andererseits schaffe

der ständig sinkende Lebensstandard des deutschen Volkes ernste Gefahren sozialer Art, denn es sei zweifelhaft, ob die breiten Volksmassen nicht dagegen rebellieren würden, für die Reparationsleistungen Steuern mahlen tu müssen. Ebenso zweifelhaft sei es. ob die bis­

Preisabbau unO Agrarpolitik.

Reichsminister Schiele über das Ziel der Regierungs­matznahmen.

Minister Schiele führte in einem Vortrag über Agrar- Politik und Preisabbau aus, sehr zu Unrecht versuche man, die deutsche Agrarpolitik gegen die Preisabbaubemühungen der Reichsregierung auszuspielen. Beide hätten vielmehr ein gemeinsames Ziel, dessen zentraler Punkt die Stärkung der Kaufkraft sei: Der Preisabbau wolle verhindern, daß die not­wendig gewordene Kürzung der Gehälter und Löhne die all­gemeine Kaufkraft schwächt, die deutsche Agrarpolitik habe als vornehmstes Ziel die notwendige Stärkung der Kaufkraft der deutschen Landwirtschaft. Der Index für Agrarstoffe stehe bei 110, während die Meßzisfern für die Jndustriesertigwaren über 145, für Lebenshaltung bei 145, für Ernährung bei 139 liegen. Die 30 Punkte Spanne zwischen Agrarstoffen und den übrigen Meßziffern bedeuten, daß das organische Gleich­gewicht zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen a u s das schwerste gestört ist. Dieses wiederum sei

eine der Hauptursachen der Arbeitslosigkeit.

Die Landwirtschaft handele nicht nur im eigenen Interesse, sondern tänipfe für den wirklichen Sinn der Aktion der Neichs- regierung. wenn sie in energischer Kampsposition sich dagegen verwahrt, daß die Preisabbaumaßnahmen zu ihren Lasten gehen, und sie wird dabei stets von der Ncichsregieruna mit allen Mitteln unterstützt werden. Für den Brotpreis, für den Schweinesleischpreis, für Kartoffeln, Milch und Seefische sei schon Ersreuliches erreicht worden Aus dem Gebiete von Gemüse und Obst hätten die noch laufenden Verhandlungen das Ziel der Festsetzung gewisser Durchschnittspreise. Ter Preisabbau dürfe aber nicht bei den Lebensmitteln stehen­bleiben, er müsse sich aus die gesamte Lebenshaltung erstrecken Tie deutsche Zukunst erfordere Opfer, und dre Ne­gierung erwarte, daß Einsicht und Opferbereitschaft das in Angriff genommene Werk fördern helfen

Anzeigen gegen Direftoren

der Deulfthen Dank.

Gerichtliche Untersuchung im Gange.

Gegen Direktoren der Deutschen Bank sind von ent­lassenen Angestellten Anzeigen wegen Kapitalverschiebun­gen, Zoll- und Steuerhinterziehungen in erheblichem Aus­maß erstattet worden. Nach Mitteilung der Justizpresse­stelle in Berlin werden diese Anzeigen gegenwärtig von den zuständigen Stellen geprüft. Es sind zahlreiche Zeugen und Beschuldigte bereits gehört worden, und die Ver­nehmungen werden noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Die Anzeigenden behaupten, daß leitende Direktoren der Deutschen Bank durch Unterstützung der in Amsterdam domizilierenden Zeehandelen - Transport Maatschappij Kapitalien nach Holland gebracht hätten, die in den Büchern der Bank nicht in Erscheinung traten. Die Trans­aktionen hätten bezweckt, die Steuersummen in Deutsch­land zu sparen. Weiter bringen die Anzeigenden vor, daß ein Angestellter der Deutschen Bank in den Jahren 1922 bis 1927 jeden Monat im Auftrage seiner Direktoren zoll­pflichtige Waren von Amsterdam über die Grenze ge­schmuggelt habe, in einem Falle auch ein kostbares Bild.

Die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft läßt er­klären, daß sie die gegen einzelne Mitglieder ihrer Ver­waltung erhobenen Angriffe selbstverständlich zum Gegen­stand eigener Untersuchung gemacht habe, daß sie aber an­gesichts der bei den zuständigen Behörden schwebenden Ermittlungen zu der Angelegenheit in der Öffentlichkeit keine Stellung nehmen zu sollen glaube.

Der Todeskamps derLouise Leonhard". Seemannstod der 30 Mann Besatzung.

Über den Untergang des Hamburger SchiffesLouise Leonhard", das in der Elbmündung mit 30 Mann Besatzung ein Opfer des letzten schweren Sturmes wurde, liegt jetzt ein Bericht des DampfersHermes" vor, dessen Besatzung mit Todesmut versucht hat, dem sinkenden Schiff noch im letzten Augenblick Hilfe zu bringen. Die Funkstation desHermes" wurde fort­laufend von dem in seiner Station aushaltenden Funker derLouise Leonhard" unterrichtet. Die Notrufe wurden immer dringender, bis sie dann plötzlich aufhörten. Das Schiff wurde in diesem Augenblick von einer un­geheuren Welle hochgehoben und emporgeschleudert, so daß es zerbrach. Die Besatzung flüchtete in die Masten. Bis auf eine Seemeile kam derHermes" heran, doch war ein näheres Heranfahren bei der un­geheuren See nicht möglich. Als nach beruhigter See weitere Hilfskchiffe die Unglücksstelle aufsuchten, ragte von dem Dampfer nur noch ein kleiner Teil des Vorschiffes hervor. Von Menschen war nichts mehr zu setzen.

her geübte Methode, politische Schulden mit Privg^ anleihen zu begleichen, ausländische Geldgeber Qn- reizen könne, Deutschland weitere Kapitalien zur An­fügung zu stellen. Ohne gemeinsame international» Wirtschaftsaktion, die eine Steigerung der Warenausfuhr zum Ziele habe, sei die Fortführung der Reparations­zahlungen unmöglich.

Schacht erklärte weiter:Ich verlange nicht die Ein st e l l u n g der Reparationszahlungen. Sie werden viel, mehr

automatisch aufhören.

Ich verlange kein Mitgefühl, sondern setze Ihnen die gegenwärtige Lage, wie ich sie sehe, auseinander.

schlage k e i n e S ch u l d e n st r e i ch u n g vor. Die inter­alliierten Schulden sind von den Reparationszahlungen völlig verschieden, da die Alliierten von ihren Geldgebern wirklich Geld erhalten haben, während

Deutschlands Zahlungen lediglich Tribute

sind." Das geliehene Geld habe den Alliierten geholfen den Krieg zu gewinnen und mehr als fünfzehn Milliarden Dollar in bar oder in Sachwerten von Deutschland zu er­pressen. Der Krieg habe nahezu

220 Milliarden Dollar verschlungen.

Es sei ebenso absurd, die Unruhe in der Welt zu erhalten, um weitere zehn Milliarden Dollar von einem Mitglieds' der internationalen Kulturgemeinschaft zu erpressen, wie es töricht sei, der Welt die Wahrheit vorzuenthalten.

In der anschließenden Aussprache wies Schacht erneut darauf hin, daß es lediglich eine Frage der Orga­nisation sei, durch Erschließung neuer Absatzmärkte die Weltwirtschaftskrise zu beheben. Der Protektionismus sei das größte Hindernis für die Entwicklung des Groß­handels, denn der Verkäufer könne aus die Dauer keine Waren absetzen, wenn er den Käufer nicht prosperieren lasse. Schließlich brandmarkte Schacht

den Raub der deutschen Kolonien

als moralisches wie auch wirtschaftliches Verbrechen, das am besten durch Roosevelts hohes Lob der deutschen Kolonialpolitik gekennzeichnet werde. Schachts Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen.

Jagd nach einem Mordopfer.

Wie der Versicherungsbetrüger Saffran Todeskandidaten" suchte

Was der Rastenburger Versicherungsbetrüger Saffran vorhatte, erinnert noch mehr als das. was er getan hat, an das grauenvolle Verbrechen des Versicheiüngsbetrügerc Tetzner. Dieser Tetzner wollte bekanntlich, um in den Genuß einer hohen Lebensversicherungssummc zu gelangen, seinen eigenen Tod vortäuschen und sich als verbrannte und verkohlte Leiche finden lassen. Zu diesem Behufe lockte er auf einer Fahrt durch Bayern einen Wanderburschen in sein Anto und steckte dann das Auw samt dem Wanderburschen in Brand Die raffiniert eingeleitete, grausame Tat tarn jedoch ane Tageslicht, und Tetzner wurde verhaftet.

Auch Saffran aus Rastenburg brauchte für den Ver­sicherungsbetrug, den er durchführen wollte, eine Leiche, die fc entstellt werden mußte, daß sie nicht identtflzlert werden konnte. Es sollte dann verbreitet werden, daß Safsran, der inzwischen verschwunden war, selbst ums Leben gekommen fei, und seine Hinterbliebenen" hätten die hohe Versicherungssumme ans- gezahlt bekommen müssen. Auch dieser Plan mißlang jedoch, wie man weiß. Saffran und sein Buchhalter Kipnic! hatten den Plan in der Weise durchgeführl, daß sie

einen Melker ermordeten.

die Leiche des Ermordeten in Saffrans Kleider kleideten und den Toten dann unter die Trümmer des von Safsran in Brand gesteckten Hauses schafften Saffrans Sekretärin Ella Augustin soll um das alles gewußt Haven. Ursprünglich aber hatte es Saffran, wie man jetzt aus seinem eigenen Munde erfährt, ganz genau so machen wollen wie Tetzner

Saffran. Elia Augustin und Kipnick sind im Juli nus­gefahren, um sich eine Leiche zu verschaffen, die sie Altstimmen mit dem Heinen Dixiwagcn des Saffran verbrcmtcn mellten um dadurch den Tod des Safsran vorzutäuschen. Saffran fuhr an einem Nachmittag mit dem Dixiwagcn in den Süden der Provinz Ostpreußen, wo er sich mit Kipnick und Ella Augustin, die mit einem. Adlerwagen nruhgckmnmcn waren, traf. Die drei versteckten bett Dixiwagcn im Waldc und fuhren im Raume von Lösten und Serrsburg kreuz und quer herum, um einen Mann zu finden der etwa die Statur des Saffran hätte, und ihn zu ermorden. In der Nähe von ScnSbnrg trafen sie den Monteur F r i e d r i s z i k. Kiphick hielt den Wagen an und fragte den Monteur nach dem Wege. Sodann fer Verte er ihn auf, mitzufahreyt. Der Monteur nahm neben Saffran, der den Wagen führte. Platz. Plötzlich schlug Kipnick, der hinten im Wagen faß mit einem Lederin sippel. in den eine Bleikugel eingcswchtcy war, dem Manne über den Kopf. Toni Überfallenen gelang es, aus dem Wagen zu springen. Kipnick sprang ihn, nach, hielt ihn fest und schlug weiter auf ihn ein. Da der Mann lant um Hilfe schrie, ließ Kipnirk von ihm ab, sprang in den Wagen zurück und fuhr in schnellster Fahrt davon.

Nach diesem mißlungenen Mordversuch unternahmen Safsran und Kipnick eine weitere Fahrt, um sich

ein neues Opfer zu suchen.

Auf der Chaussee zwischen Rössel und Korschen überholten sie einen Mann, den sie zu ermorden beschlossen. Kipnick stieg wieder aus. während Safsran noch ein Stück weiter fuhr. Als er kurze Zeit daraus mit dem Auto zurückkam, sah er, daß nichts passiert war. Kipnick hatte den Mann nicht getötet und soll dem Saffran auch nicht gesagt haben, aus welchem Grunoe die Tat unterblieben war Kipnick ist trotz dieses neuen Ge­ständnisses des Sassran und der Ella Augustin bei seinem Leugnen verblieben.

Hochwassernot am Kurischen Haff.

Tilsit, 26. November.

Das Kurische Haff wurde in den- letzten Tagen von einem orkanartigen Sturm heimgeiucht, dem insgesamt 11 Fischer zum Opfer fielen. Ein in den letzten Tagen verunglückter ist seinen Verletzungen erlegen, weil es unmöglich war, ern Arzt Herbeizurusen. Infolge Hochwasser ist die Lage der z wohner am Hass immer verzweifelter. Besonders traurig ! die Lage in Jnse. Wege, Wiesen und Deiche bilden eure en - lose Wasserfläche, die jeglichen Verkehr mit der Außenwel unterbindet. Seit mehreren Tagen hat der Verkehr mit HM eingestellt werden müssen. Schwerkranke müssen iw-veii und Zelte verpackt, unter Lebensgefahr zum nächsten Arzr g schafft werden; Tote können nicht beerdigt werden. Das 1- ier steht noch vielfach in den teilweise verlassenen Wohnung - Die Gemüsevorräte sind größtenteils durch das Hochwasser 0 den plötzlich eingetretenen Frost vernichtet. Die Deichs wc , in diesem Herbst erhöht wurden, sind teilweise fortgeschwei worden. Es wird dringend Hilse verlangt.

Do X wieder startbereit. t

Das Flugschiff Do. X hat, wie aus La Coruna wird, 10 000 Liter Benzin und 300 Kilogramm Del an genommen. Dr. Dornier ist in Begleitung seiner Gatti»H Madrid abgereist. Wenn das Wetter günstig ist, w'r Do. X heute nach Lissabon starten.