Zulöa
Zulöaer PnZLSger
Sia« L
Nr. 239
Montag, 13. Oktober
1930
Politische Rundschau
Deutsches Reich.
Die Wünsche der Städte.
Wie nach einer Mitteilung des Deutschen Städtetages dem Reichsarbeitsminister in einer Besprechung am 9 Oktober noch einmal auf das eindringlichste vorgetragen wurde, liegt in einer sofortigen Hilfe für die untragbar gewordenen Lasten der Wohlfahrtserwerbslosen die Kernfrage für die weitere Entwicklung der kommunalen Finanzpolitik und gleichzeitig für das Gelingen des ganzen Finanzprogramms im laufenden und im nächsten Jahre. Die Städte müssen mit allem Nachdruck hierbei auf die sofortige Abhilfe des gegenwärtigen Notstandes und auf eine grundsätzliche Neuregelung der Krisenfürsorge und der Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen drängen. Sobald die wichtigsten in Aussicht gestellten Gesetzentwürfe vorliegen, wird sich der Vorstand des Deutschen Städtetages hiermit befassen. Dabei werden die Städte bemüht sein, eine dem Reich und ihren Lebensbedürfnissen Rech- nun tragende Gesamtlösung mitzuschaffe«.
Die Bestechungen in Anhalt.
Der in die Bestechungsaffäre verwickelte Landtagsabgeordnete M a r z a h n-Roßlau hat nunmehr zugegeben, 20 000 Mark von der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz nach seiner Abstimmung über die Abtretung der Salzwerke erhalten zu haben. Der zweite Abgeordnete, Oberpostsekretär Günther, ist vom Dienst suspendiert worden.
Ablehnung des preußischen Landwirtschaftskammergesetzes
Die zu einer außerordentlichen Sitzung in der preußischen Hauptlandwirtschaftskammer Berlin versammelten Präsidenten der preußischen Landwirtschastskammern befaßten sich mit den Beschlüssen des preußischen Landtagsausschusses über den Landwirtschaftskammergesetzentwurf. Sie kamen zu. dem Ergebnis, daß das Gesetz in der vom Ausschuß festgestellten Fassung für alle Landwirtschaftskammern unannehmbar und deshalb im ganzen a b g u = lehnen sei. Die Landwirtschaftskammern sind der Auffassung, daß eine Beteiligung der Arbeitnehmerschaft an den Arbeiten der Landwirtschaftskammern erwünscht ist und durchgeführt werden kann.
Aus In- und Ausland
Berlin. Das Mitglied des Preußischen Landtages Gustav Menzel- Halle (Komm.), der den Wahlkreis Merseburg vertrat, ist plötzlich einem Herzschlag erlegen. Er hatte noch am Freitag den Beratungen des Rechtsausschusses beigewohnt. Als Nachfolger kommt Hermann Gebhardt-Delitzsch in Frage.
Berlin. In einer nationalsozialistischen Massenversamm- machte Reichstagsabgeordneter Hinkel davon Mitteilung, daß die 107 Mitglieder der nationalsozialistischen Retchstags- nattion geschlossen in dem Ehrenkleid der S. A., in dem in Preußen verbotenen Braunhemd, an der Eröffnungssitzung des neuen Reichstages teilnehmen würden.
Görlitz. In der Stadtverordnetenversammlung teilte Oberbürgermeister Wiesner mit, daß er mit Rücksicht auf die große Not weiter Kreise der Bevölkerung und die schwere finanzielle Notlage der Stadt bis zum 31. März nächsten Jahres auf monatlich 200 Mark -seines Gehaltes verzichte.
Breslau. Der tschechische Schuhindustrielle Thomas Bata hat von dem Grundstückstaus in Klodnitz (Oberschlesien) Abstand genommen, weil das Grundstück für seine Fabrikationszwecke sich als nicht geeignet herausgestellt hat.
Osnabrück. In Lengerich kam es zu einer schweren Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Vier Nationalsozialisten wurden verletzt. Als Osnabrücker Polizei erntras, waren die Kommunisten unter Mitnahme ihrer Verwundeten geflüchtet.
Paris. Der französische Staatspräsident begibt sich nach Toulon, von wo er stch am Montag an Bord des Kreuzers „Colbert" nach Marokko einschiffen wird.
Carlos Puenta
16)
Roman von KurtMartin.
(Nachdruck verboten.)
»Ich war schon nahe der Straße, an der letzten Biegung, ehe der Waldweg in die Straße einbiegt. — Ich höre nn . einmal sind Pferde hinter mir. Schon ganz nahe.
Aann schreit mich an. Ich habe es nicht verstanden JJiit SRü^ und Not trat ich zur Seite. Ganz dicht fuhr ber Schütten an mir vorbei."
-So, und dann? Wo fuhr er hin?"
^Als ich mich gefaßt hatte und auf die Straße trat, war lieber zu sehen. — Ich dachte, ich müßte es doch
»Wer saß denn alles in dem Schlitten?"
tt ’^Wn der Kutscher, und hinten ein Mann und eine r zwei Männer. Ich denke aber schon, ein Mann Frau."
W Stein fragte hastig.
"Knuten Sie jemand?"
ja f° finster!"
sah den Staatsanwalt an.
sab öie Frau den Schlitten in der achter: Stunde der Strafe H'ârs Aussage, der dem Schlitten auf Ä k^chte?w Stirn.
bnß ff Dann haben Sie aber jetzt den klaren Servers, niifit m Schlitten — wenn die Frau wirklich recht sah — noch Lang saß! Sie ist ja nach dieser Begegnung d AC^sthause gewesen. Das hat Hiebler ja zugegeben!" »Höchst sonderbar!"
maßung!«â und gar nicht! Alles paßt zu meiner Mut- die dritte Person im Schlitten?"
o05 geht das uns an! Dieser Schlitten hat mit dem J nichts zu tun. Das steht doch nun fest!"
»Scheinbar schon."
Noeb wandte sich an die Frau.
kann^hen Sie hinaus in den Gang und warten Sie! Ich ^hre Aussagen ja protokollieren lassen.
Schreibtisch E Stein allein war, schlug er erregt auf seinen
Lang muß her! Sie wird, in die Enge ge- ^^'schließlich alles eingestehen, und dann können wir ser restlos überführen. Wer weiß, vielleicht hat un- sch°n bald Erfolg. Wir haben ja alle größeren «topmf^n » verständet."
Gewaltakte.
Die Erschießung russischer Professoren.
6roße Anzahl von Vertretern der deutschen Wissenschaft, Literatur, bildenden Kunst und Technik veröffentlichen nachfolgende Erklärung:
-Am 3. September meldete die amtliche sowjelrussifche dw Verhaftung einer Reihe von hervorragenden Mannern d er W i s f e n s ch a f t, die ihre ganze Kraft in den Dienst ihres Landes gestellt hatten. Die Tatsachen häufen sich, die zu beweisen scheinen, daß jede wissenschaftliche Tätigkeit, die auch nur das bescheidenste Maß von Gedankenfreiheit für sich beansprucht, in der Sowjetunion unmöglichwird.
Nach weiteren Meldungen der amtlichen sowjetrussi- idjen Presse sind andere 4 8 Personen ohne Gerichtsverfahren, lediglich auf Beschluß der O. G. P. U. (Staatspolitische Verwaltung) erschossen worden. Die unterzeichneten Vertreter von Wissenschaft, Technik, Literatur und Kunst halten es für ihre Gewissenspflicht, gegen ein solches Vorgehen, das den elementarsten Grundsätzen des menschlichen Gemeinlebens widerstreitet, vor der Öffentlichkeit Einspruch zu erheben."
Deutscher Sieg im Memelland.
Der Ausfallder Landtagswahlen.
Nach dem Ausfall der Wahl zum M e m e l l ä n d i - schen Landtag steht es einwandfrei fest, daß der kommende Landtag im großen und ganzen die alte Zusammen- setzung beibehalten und das Geschick des Memellandes auch weiterhin von den alten eingesessenen memelländischen Parteien geleitet werden wird. Die Zunahme der litauischen Stimmen ist nicht zum geringen Teil darauf zurückzuführen, daß das Wahlalter von 21 auf 24 Jahre erhöht worden ist und hierdurch der alteingesessenen memelländischen Bevölkerung ein Teil der Stimmen verloren ging.
Operation an einem Gesunden.
Der Operateur als Angeklagter vor Gericht.
Unter der Anschuldigung, einen kerngesunden Menschen operiert zu haben, um ein Honorar zu erlangen und mehrere Versicherungsgesellschaften zur Zahlung der hohen Kosten zu veranlassen, hat sich vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte ein Berliner Arzt zu verantwo- .i. Die Operation soll mit voller Zustimmung des Opfers — das also gar kein „Opfer" wäre — erfolgt sein.
Der Mann, der später operiert wurde, ein Ungar, soll eines Tages als Patient zu dem Arzt gekommen und von diesem längere Zeit behandelt worden sein. Im Laufe dieser Behandlung hätten sich Arzt und Patient derart angefreundet, daß sie eines Tages den Beschluß gefaßt hätten, einen Versicherungsbetrug zu begehen. Der Patient soll sich auf Veranlassung seines ärztlichen Freundes bei drei Gesellschaften haben versichern lassen, worauf dann der Arzt „zum Scheine" operative Eingriffe — es handelte sich um eine Öffnung der Bauchdecke —, an ihm vorgenommen habe, um die Versicherungsbeträge zu erlangen, die zwischen den beiden geteilt werden sollten. Der Arzt, der nunmehr mit dem Patienten sich
wegen Betruges
zu verantworten hat, stellt die Sache ganz anders dar. Er behauptet, das Opfer einer unerhörten Erpressung zu sein. Die Operationen, die er vorgenommen habe, seien durchaus notwendig gewesen. Sein Patient habe in Gemeinschaft mit einer Dame, die Buchhalterin bei dem Berliner Kassenärzteverein gewesen sei, mehrere tausend Mark und ein — Auto von ihm verlangt, mit der Drohung, daß sie ihn, wenn er das Geld nicht hergäbe, wegen Vornahme von
Scheinoperationen
zur Anzeige bringen würden. Er habe es wirklich nicht nötig gehabt, solche Betrügereien an Krankenkassen zu verüben, da er die größte Kassenpraxis gehabt und in eineinhalb Jahren von den Kassen
über 60 000 Mark ausgezahlt erhalten habe. — Zu dem Prozeß, der schon seit mehreren Jahren schwebt, sind zahlreiche Zeugen und mehrere Sachverständige geladen worden.
„Wenn nur diese Widersprüche nicht wären!"
Das Telephon rief. Roeb ergriff den Hörer.
„Staatsanwalt Roeb! — Polizeidirektion ist dort? — Ja. — Ja, Kriminalinspektor Stein ist hier! — Nein. — Ach so. — Wie?!"
Seine Stimme überschlug sich.
„Wie sagen Sie? — Erdrosselt? — Die Anny Regler? — Wirklich? Sie ist erkannt? — So! — Ja! — Gut! — Ich spreche sogleich mit Kriminalinspektor Stein!"
Er hing ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er sah Stein groß an, ohne ein Wort zu sprechen. Der drängte.
„Was ist mit der Regler? Ist die etwa gar tot?"
Roeb faßte sich.
„3a. — Atan fand heute in einem kleinen Hamburger- Hotel die Leiche eines jungen Mädchens. — Erdrosselt. — An Hand der von uns eingesandten Photographien Anny Reglers, die deren Vater uns gab, wurde in der Ermordeten die Tochter des Wirts Regler erkannt. Man glaubt wenigstens mit Bestimmtheit, daß es Anny Regler ist. — Fahren Sie sofort nach Hamburg und sehen Sie sich die Tote an! Sie kennen ja das Mädel."
Stein biß sich erregt auf die Lippen.
„Dachte ich es mir doch! — Ja, ich fahre!"
Roeb stieß heiser hervor:
„Die Hamburger Polizei meldet noch, daß die Anny Regler vermutlich das Opfer internationaler Mädchenhändler geworden sei. Man will Carlos Puenta in Hamburg gesehen haben; er soll in dem Hotel gewesen sein, in dem die Regler erdrosselt aufgefunden wurde. — Es sind verschiedene Verhaftungen vorgenommen worden."
Stein stand dicht vor dem Staatsanwalt. Seine Augen blitzten.
„Herr Staatsanwalt, dann beharre ich auch bei meiner Ansicht: Der Schlitten spielt in der Tragödie Lang eine große Rolle! Man hat auch Hanna Lang entführt. Auch sie ist das Opfer Carlos Puentas geworden!"
Roeb stöhnte.
„Er und Sasse —?"
„Sind ein und dieselbe Person, geben Sie acht!"
„Wozu denn der Mord?"
„Das werden wir noch erfahren, später! — Wahrhaftig, Carlos Puenta ist ein Wild, auf das ich gern Jagd mache!"
VIII.
Staatsanwalt Roeb hatte es sich im letzten Augenblick noch anders überlegt. Er hatte Paul Stein nicht allein nach Hamburg fahren lassen. Er fuhr gemeinsam mit -hm.
Unterwegs sprach er in einem fort. Er stellte Mutmaßungen auf, verwarf sie wieder, kam,schließlich doch auf
Nachklang« zum Leipziger Prozeß.
Graf von der Goltz antwortet Gröner.
Der Generalmajor a. D. von der Goltz von den sogenannten Vaterländischen Verbänden hat auf den Bries des Reichswehrministers Gröner in bezug auf die in Leipzig ver- urtellten Ulmer Reichswehroffiziere geantwortet. In dem Schreiben heißt es: „Mit mir haben zahllose alte und neue Soldaten die wehrpolitische Entwicklung der letzten Jahre mit Sorge verfolgt, weil die Wehrmacht allzusehr in die enge innenpolitische Auffassung unserer Zeit und in die Abhängig- teit von einer wehrmachtfeindlichen und internationalen Parteiregierung hineingezogen wurde. Es ist keine Partei-, sondern Staatspolitik, wenn die nationalen Kreise internationale und wehrmachtfeindlche Einstellung für eine Regierung, die der Wehrmacht befiehlt, scharf ablehnen. Weil aber unter den jetzigen Verhältnissen eine solche internationale und wehr- machtfeindliche Parteienregierung leicht wiederkehren kann, bekämpfen wir das heutige System im Interesse des wehrhaften Geistes von Wehrmacht und Volk."
Des Reichsgerichtspräsidenten Vertrauen zu Braune.
„In der Strafsache gegen die Ulmer Reichswehroffiziere hatten Angeklagte und Zeugen vor dem Reichsgericht gegen den Untersuchungsrichter Landgerichisdirektor Dr. B r a u n e den Vorwurf erhoben, er habe bei der Festnahme der Angeklagten und bei Vernehmungen nicht völlig korrekt gehandelt. Dieser Vorwurf ist bereits in der Hauptverhandlung vor dem Reichsgericht bei der Urteilsverkündung und in einem in der Presse kürzlch veröffentlichten Brief des Reichswehrmtnisters an den Generalmajor a. T. Graf von der Goltz zurückgewiesen und das durchaus untadelige Verhalten des Untersuchungsrichters festgestellt worden. Nach Erlaß des Urteils gegen die Ulmer Offiziere ist Landgerichtsdirektor Braune von dem Präsidenten des Reichsgerichts in drei weiteren Strafsachen wegen Vorbereitung zum Hochverrat als Untersuchungsrichter zur Führung der Voruntersuchung bestellt worden. Diese Bestellungen sind ein Beweis dafür, daß auch der Präsident des Reichsgerichts das vollste Zutrauen in die Untersuchungsfüh- rung des Lackdgerichtsdirektors Braune hat."
Nah und Fern
O Schließung der Dortmunder Gewerbcbank. Die Gewerbebank in Dortmund-Hörde ist vorläufig geschlossen worden. Bei Nachprüfung der Bücher hatte sich herausgestellt, daß der Direktor der Bank an zwei Dortmunder Firmen Kredite von insgesamt 140 000 Mark, für die keine Deckung vorhanden ist, gegeben hat. Der Direktor der Bank ist flüchtig.
O Eine Familientragödie. In Berlin hat der Monteur Walter Richter in seiner Wohnung seine Frau und sein Kind mit einem Beil erschlagen und sich dann erhängt. Über die Ursachen der Bluttat konnte bisher nichts ermittelt werden.
O Von der Tigerin angegriffen, vom Tiger gerettet. Im Zirkus Hagenbeck, der zurzeit in Leipzig gastiert, kam es zu einem aufregenden Vorfall. Ein Tierbändiger trieb aus dem Käfigwagen Tiger in den Laufgang, der in die Arena führt. Plötzlich griff ihn eine Tigerin an und riß ihn zu Boden. Da sprang ein Tiger hinzu und biß der Tigerin das Genick durch, so daß sie sofort tot war. Der Tierbändiger erlitt nur geringfügige Verletzungen. Das Publikum hatte von den Vorgang gar nichts bemerkt.
O Mit 33 Mann Besatzung verschollen. Der belgische Dampfer „Tigris", der am 18. September Antwerpen verlassen hat, um nach Alexandrien zu fahren, ist seit seiner Abfahrt verschollen. Man befürchtet, daß er gesunken ist. Er hatte 33 Mann Besatzung an Bord. An der englischen Küste sollen zwei Rettungsringe des Schiffes^ ange- schwemmt worden sein.
O Ein neuer Flug über den Ozean. Die Flieger Russel Bordman und Polando wollen zu eine mDauerssuge aufsteigen, der sie von Newyork nach dem Flugplatz Bennett Field auf Barren Island und von dort aus über den Ozean bis nach Konstantinopel führen soll. Das Flugzeug „American Legion" hat 3000 Liter Gasolin an Bord.
Bunte Tageschronik
Newyork. Allan Pinkerton, der weitbekannte amerikanische „Sherlock Holmes" und Chef des Newyorker Detektivwesenâ, ist hier, 54 Jahre alt, an einer Lungenentzündung gestorben.
Newyork. Die Blätter berichten über zahlreiche Selbstmorde von Börsenspekulanten, die in den letzten Tagen riesige Verluste erlitten hatten.
D
die gleichen Ansichten zurück, er zweifelte, hoffte, sah sich schon als Ankläger im Schrourgerichtssaal.
Aergerlich fuhr er Paul Stein an.
„Warum reden Sie nicht? — Wollen Sie schlafen? — Ditte!"
„Ich bin nicht müde. — Ich denke nur."
„Denke ich am Ende nicht?"
„Doch!"
„Was denken Sie?"
„Wo ich Carlos Puenta finden könnte."
„Das find ja alles nur Mutmaßungen! Die Polizei kann sich auch irren!"
„Wir werden ia bald Näheres baren.*
„Das ist sehr gut. — Wenn es schließlich dieser Puenta wäre. —"
„Wer weiß! — Er hat hier ungestört arbeiten können, und seien Sie versichert, Anny Regler und Hanna Lang sind nicht die einzigen Opfer seines Erholungsaufenthalts in der Waldschenke!"
„Noch mehr?"
Roeb griff sich an den Kragen, er bekam plötzlich schlecht Luft.
„Sie halten es für möglich, daß er sich aus unserer Gegend noch weitere Opfer holt?"
„Ja."
„Wir müssen öffentlich vor ihm warnen!"
„Wir dürfen ihn aber auch nicht mißtrauisch machen!"
„Und wenn noch ein drittes Opfer — ?"
„Wir müssen eben auf der Hut sein."
,Leicht gesagt!"
„Wenn er es war, der als Karl Sasse in der Waldschenke weilte, dann will ich ihn finden, welche Verkleidung er auch wählt! — Einmal finde ich ihn!"
„Es wäre ein gefährlicher Gegner!"
„Carlos Puenta hat bereits den Tod dreier tüchtiger Kriminalisten auf dem Gewissen!"
„Man hörte zwei Jahre lang nichts von ihm."
„Er arbeitet unter guten Masken."
„Ich brenne darauf, Näheres zu hören!" —
In Hamburg erkannte Paul Stein in der Toten sogleich Anny Segler wieder.
Inspektor Hansen von der Hamburger Kriminalpolizei berichtete dem Staatsanwalt und Paul Stein Einzelheiten.
„Ich hatte vorgestern abend Dienst. Mein Weg führte mich durch die Antonienskraße, eine Gegend, in der man ziemlich zweifelhafter Gesellschaft begegnen kann. Ich kam in die Nähe des ^Hotels Ernemann. Das ist ein kleines Haus, das einer Frau Kranwetter gehört. Die^ Frau und