Nie Kunst, arm zu sein.
Von Paula Hohenfels.
Nrmut ist das Zeichen unserer Zeit. Arm ist das Volk arm ist der Einzelmensch. Nicht jeden drückt letzte Not Durch harte Wirtschaftskämpfe aber muß fast jeder aehen. Entsagen, verzichten, sich einschränken.
Armut ist bitter und schwer wohl für jeden, und doch wirkt sie sich seltsam vielgestaltig aus. „Armut rauft" — sagt ein altes Sprichwort, sie hat schon manchen böse und hart gemacht. Sie weckt den Neid und die Scheelsucht, alle bösen Leidenschaften vermag sie zu entfesseln. Aber: Not lehrt beten" — weiß der Volksmund auch, und Rainer Maria Rilke sagt in seinem Stundenbuch: „Armut ist ein großer Glanz von innen." Es gibt verschiedene Arten, Armut zu tragen. Es ist wieder Rilke, der von einer bestimmten Art von Armen sagt: „Sie sind nicht arm, sie sind nur die — Nicküreicken."
Nur die — Nichtreichen. Paßt das Wort nicht auf viele? Nur die, die grollend empfinden: „Ich kann nicht haben, was ich haben möchte. Warum kann ich nicht? Warum kann es der Nachbar, der Freund oder sonst Mt? „X haben eine Reise gemacht," sagt die Frau zum Mann, "wir können nalürlich nur Sonntags in den Wald. Warum kannst du nicht schaffen, was Herr X schafft? Warum können die sich neue Möbel kaufen und wir nicht? Warum hat meine Schwägerin einen neuen Mantel und ich muß mit meinem alten gehn?"
Wir kennen sie alle, die Frauen, die so und so ähnlich reden; wir kennen auch die Männer. Dunkle Wolken stehen über ihrem Leben, vergällen ihnen die Tage. Denn auch ihre Kinder nehmen die neidvolle Frage mit. Was sind ihnen allen die kleinen Freuden, die, wie jedem, auch ihnen noch blühen? Der andere fährt Auto und ich muß laufen. Warum kann er Auto fahren? Warum hat meine Schwester ein Dienstmädchen, und ich muß meine Arbeit allein machen? — Sie sind nicht arm, sie sind nur — die Nichtreichen. „Die Armut kommt von der Powertè", heißt ein Wort von Onkel Bräsig. Man könnte richtiger sagen, daß die Powers von der Armut kommt. Arm sein und Power, ist nämlich zweierlei. „Power sein ist sehr viel schlimmer und häßlicher als arm sein," schreibt Theodor Fontane einmal an seine Frau, „und leider," fügt er hinzu, „überwiegt bei uns das Powersein." Es überwiegt auch heute noch und es wächst heraus all der Zerfall und Niedergang, all die Habgier, die sich die Taschen füllt, die Sinnenlust, die nur an den Genuß der Stunde denkt, alle die Unbeherrschtheit, die sich zu nehmen sucht, was das Schicksal im Augenblick versagt, und wäre es auch gegen alle menschlichen und göttlichen Gesetze.
Kann es anders sein? Fragen die, die jeder Ausschreitung, jedem Verbrechen selbst, weichmütig Entschuldigung suchen. _ „Ist es ein Wunder, wenn der Mensch dabei jeden Halt verliert? Ist ihm nicht alles geraubt und zerbrochen? Kann man nicht verzweifeln an dieser Zeit?" Die Zeit, die Zeit, die schlimme Zeit! Immer ist sie es, der alles in die Schuhe geschoben wird. Dabei ist die Zeit an sich etwas Wesenloses, wir selber sind es, die sie erst mit Inhalt füllen. „Kind seiner Zeit", das ist solche schöne Entschuldigung,' der Starke war niemals Kind der Zeit, der Starke wurde immer ihr Gestalter Er wurde es nicht nur an öffentlicher Stelle, er wurde es an kleinstem, bescheidenstem Platz. Pölkerschicksale werden nicht nur im politischen Kampf entschieden, sie haben ihre Keimzelle im stillsten Winkel, am Familientisch, im Bureau, wo der Buchhalter arbeitet, an der Schreibmaschine der kleinen Stenotypistin Der Geist, der da herrscht, die Arbeitslust, die Ehrlichkeit^ die Freundlichkeit
für den Nebenmenschen, sie gehen ebenso mit in die Welt hinaus wie der Neid, wie das böse Scheelsehen: Hat der andere auch nicht mehr als ich? Wie der hämische Trotz: Versagt mir das Schicksal, was ich haben möchte, so nehme ich es mir mit eigener Hand!
Hart und schwer liegt Armut über uns allen, es ist vielleicht feinste Lebenskunst, sie mit — W ü r d e zu tragen. Wer sie beherrscht, wird nicht herabsinken zu der erbärmlichen Stufe der Powerte; er wird als Mann nicht zum Schwindler werden, als Frau nicht zum neidisch grämeln- den Hausdrachen. „Armut ist ein großer Glanz von innen" — sie kann es sein, sie kann auch etwas sehr anderes sein, etwas sehr Häßliches und Erniedrigendes. Wir müssen uns jeder für uns entscheiden, wie wir die Armut dieser Tage tragen wollen.
Eva wirkt beim Völkerbund.
Gleiches Recht für alle! — Wenn die Frau tüchtiger ist als der Mann. — Eine Miß vornehmer als eine Fürstin.
Von Herbert Schmitt-Carlèn, z. Zt. Genf.
Wer nach dem Kriege zum ersten Male wieder hierher kommt und am Quai Wilson — einst Quai du Montblanc — vor dem ehemaligen Hotel National steht, in dem heute der Völkerbund seine Büros hat, wird gegen früher kaum einen Unterschied bemerken. Wie einst fahren die eleganten Kraftwagen vor, öffnet ein reich galonierter Pförtner den Schlag, und von den nahen Tennisplätzen hört man die hellen Stimmen munterer Spielerinnen, kurz: äußerlich ist alles wie einst. Tritt man jedoch ein, so wird der Wechsel deutlich. Zwar sieht man auch letzt noch viele schöne, elegante Frauen, aber sie ruhen nicht lässig in Sessel hingestreckt in der großen Halle, um den Tee zu nehmen, zu plaudern oder den Klängen einer gedämpften Musik zu lauschen, sondern man sieht sie mit wichtiger Miene, vielleicht noch ein Aktenbündel unter dem runden Arm, geschäftig hin und her eilen.
Der Besucher gewinnt sofort den Eindruck, daß hier beim Völkerbund das weibliche Element eine große Rolle spielen muß. Das trifft in der Tat zu. Wenn es auch nicht gerade in den Satzungen festgelegt ist, so hält Sir Eric Drummond, der Generalsekretär, doch streng darauf, daß bei seinen Untergebenen unter den Gefchlechtern völlige Gleichheit herrscht, nicht nur bezüglich der Zahl, sondern auch hinsichtlich der Gehälter und Aufstiegsmöglichkeiten. Wir finden Frauen dahe* in allen Stellungen, sei es als einfache — was man hier so einfach nennt — Stenotypistinnen, sei es als Sekretärinnen oder selbst auf leitenden Posten. Ja, es steht theoretisch nichts im Wege, daß eine Frau einmal den sehr begehrten Platz Sir Eric Drummonds als Generalsekretär einnimmt, wenn für's erste auch wohl schwerlich damit zu rechnen sein dürfte, daß dieser Fall sich verwirklichen wird. Da- ür wacht das starke Geschlecht doch mit allzu großer Eifer- ucht über die Behauptung seiner durch das Herkommen geheiligten Rechte.
Ein Fünftel der 350 weiblichen Angestellten des Völkerbundsbüros ist verheiratet, nicht wenige mit Kollegen aus demselben „Betriebe". Darum kümmert sich hier kein Mensch; häufig kommt es sogar vor, daß Mann und Frau in derselben Abteilung arbeiten, ja, daß die Gattin unmittelbare Vorgesetzte ihres Ehepartners ist. Das gilt z. B. für den in der französischen Schweiz gut bekannten Dichter R. L. Pa- chaud, der — den Leuten von der Feder geht es heute bekanntlich besonders schlecht — sich beim Völkerbund einen kleinen Nebenverdienst verschafft, es aber erst zum bescheidenen „Clerk" gebracht hat. Mit philosophischem Gleichmw nimmt der Mann mit dem gutmütigen Epikuräergesicht es hin, daß im Büro — wie auch tn den heimischen vier Wän
den? — Madame Pachaud seine gestrenge unmittelbare Vov gesetzte ist.
Auch die Angestellte, die einen nicht zum Bau gehörenden Außenstehenden geheiratet hat, behält ihre Stellung meistens bei. Einmal wegen des recht bedeutenden Gehalts, und dann nehmen die Damen vom Völkerbund in Genf eine ganz besondere Stellung ein, auf die niemand gern verzichtet. Alle haben ein gewisses Etwas, das ihre Zugehörigkeit zu ihrem Kreise ohne weiteres kenntlich macht. Durchschmttskräfte sind hier nicht zu gebrauchen, von jeder einzelnen wird viel verlangt, dementsprechend werden sie aber auch bezahlt. Alle sind daher sehr elegant mit mehr als gewöhnlicher Bildung, fast stets sportliebend, selbständige Charaktere und häufig recht anspruchsvoll.
Wie erwähnt, stehen beim Völkerbundssekretariat auch die höchsten Stellen den Frauen offen. Manche haben es auch schon recht weit gebracht, vor allem solche, die sich schon im Kriege, z. B. beim Roten Kreuz, oder auch in der Frauenbewegung ausgezeichnet haben. Da ist z. B. die Fürstin Giustiani-Bandini, Gründerin der italienischen Frauenbewegung, heute erste Sekretärin des italienischen Unter-Generalsekretärs Marchese Paulucci. Oder die kürzlich von der Leitung der sozialen Abteilung zurückgetretene Engländerin Dame Machel Crowdy. Diese Abteilung beschäftigt sich mit den Fragen des Kinderschutzes und der Bekämpfung des Mädchenhandels, also Angelegenheiten, für die eine Frau in erster Linie sachverständig ist. Rachel Crowdy machte sich zu Beginn des Weltkrieges durch die Organisation des englischen Hilfsdienstes für belgische und französische Flüchtlinge verdient und erhielt dafür den in England für solche Fälle vorgesehenen Titel „Dame".
Die Fürstin Giustiani-Baldini ist keineswegs die vornehmste Angestellte des Völkerbundes. Im Range über ihr steht die Privatsekretärin Sir Eric Drummonds, Miß Howard. Wie, wird man fragen, eine einfache englische Miß vor einer italienischen Fürstin? Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen, muß man ein wenig die Geheimnisse der englischen Rangordnung kennen und wissen, daß Miß Howard ein Mitglied der Familie der Herzöge von Dork ist, mithin zum englischen Hochadel gehört. — Schließlich ist hier auch noch die Fürstin Radziwill zu nennen, die einst in der polnischen und litauischen Gesellschaft eine führende Rolle spielte und ihre von daher stammenden Beziehungen heute in der Nachrichtenabteilung des Völkerbundes au^e^ zeichnet verwerten kann.
Der Wert einer guten Aussprache.
Die Filmschauspielerin Fräulein Dorothy Mackaill ist durch den Tonfilm aus einer wenig beachteten „Edel-Kom- Parsin", die sich mit 60 Mark Wochenlohn begnügen mußte, Plötzlich zu einer Darstellerin geworden, die 16 000 Mark wöchentliche Einnahmen bezieht. Die Engländerin, die sich mit Freuden als Landsmännin der Australienfliegerin Amy John- jon aus Hull betrachtet, erklärt diesen Wendepunkt im 27. Jahre ihres Lebens aus dem Bedarf des Tonfilms an Filmschauspielerinnen, die sprechen können. Gerade in der englischen Welt fehlt es an schauspielerisch befähigten Kräften mit einem echt englischen und sprachlich reinen Tonfall. Fräulein Dorothy Mackaill spricht ein gutes Englisch und durfte deshalb ihren bescheidenen Lammpelz mit einem kostbaren Chinchilla vertauschen.
Es hat nichts genutzt. „Wie soll man es anfangen, um schlank zu werden?" fragt Elli ihre Freundin. Diese antwortete: „Mir ist empfohlen worden, zehn Tage lang nicht zu essen und zehn Nachte lang zu schlafen!" — Elli: „Hat dir das geholfen?" — Die Freundin: „Nein, trotzdem das doch nichts ändern sollte,daß ich eben am Tage geschlafen und nachts gegessen >■■■■■■■»■■■«■■■■■■■■■1
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