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Abschie-spara-e.

Die Räumung von Landau und Mainz.

Gemäß einem Divisionsbefehl des Generals Mangin findet in Landau noch einmal eine große Parade der fron- zösischen Besatzungsiruppen statt. Anschließend werden die Truppen nach Frankreich verladen. General Mangin selbst wird am gleichen Tage dem Bürgermeister von Landau seinen Abschiedsbesuch machen, um alsdann mit seinem Generalstab die Pfalz gleichfalls zu verlassen. Von den französischen Truppen wurde auf dem Landauer Militärfriedhof noch eine Feier veranstaltet, bei der Kränze niedergelegt wurden. Der Generalstab der französischen Armee in Mainz wird die Stadt erst am 30. Juni verlassen.

Börse und Handel.

Hamburg flaggt anläßlich der Rheinlandräumung.

Hamburg. Aus Anlaß der Räumung der drillen Be­satzungszone hal der Senat für den 1. Juli eine allgemeine Be­flaggung der öffentlichen Gebäude, Flaggenmasten und Schiffe in den Häfen für das Hamburgische Staatsgebiet angeordnet. Auch aus den Reichsgebäuden werden Flaggen gesetzt werden. Da der 1. Juli in Hamburg in die Schulferien fällt, wird in den Schulen der Befreiung des Rheinlandes am ersten Unter­richtstage nach den Ferien gedacht werden.

Frankfurter Börsenbericht vom 24. Juni. Tendenz: freundlicher. Nachdem an der gestrigen Abendbörse die Stimmung zum Schluß schon etwas freundlicher geworden war, konnte sich in Verbindung mit der erholten gestrigen Newyorker Börse und durch Unterstützung dhr Banken, die weiter zu In­terventionen zu schreiten scheinen, die Tendenz weiter etwas bessern. Das Geschäft war aber mit Ausnahme einiger Spe­zialaktien nicht nennenswert groß, da auf der anderen Seite die rnnèrpolitischen .Schwierigkeiten immer noch der Börse einen gewissen Druck auferlegten. Der Auftragseingang hat eben» falls noch nicht zugenommen doch schritt die Kulisse in Anbe­tracht der besseren Beurteilung der Börsensituation zu Dek- kungen.

Weizenstroh (Vindsadengeprepri O,(jO0,70; Häcksel 1,501,65; Heu, handelsüblich, neu 1,501 70; Heu, gutes, neu 1,902,20; Luzerne, lose, neu 2,402,70; mothy, neu 2,402,60; Klee- Heu, lose, r ' 2,50; Heu (drahtgepretzt) 40 Pf. über Notiz Ruhig.

* Berlincl Schlachtviehmarkt. (Amtlicher Bericht.) Bezahli wurden für 50 Kilogramm in Mark:

Ochsen: 1 vollfl ausgemäst. höchst. Schlachtw., jg. ältere

2 sonstige voll fleischige jüng.

ältere

24 6.

20. 6

58-59 ,5557

5557 5354

Sommerstille im preußischen Landtag.

(170. Sitzung.) tt. Berlin, 24. Juni.

Der Preußische Landtag trat nach mehrtägiger Pause zu seinem letzten Sitzungsabschnitt vor der Sommerpause zusammen, die am 27., spälestens am 28. Juni, eintreten soll.

Auf der Tagesordnung staub zunächst die Abstimmung über eine Reihe von Ausschußanträgen. Annahme fand u. a. ein Antrag des Landwirlschaflsaüsschusses, der eine Aus­dehnung des Ostprogramms aus die bedürftigen landwirt­schaftlichen Betriebe Schlesiens verlangt.

&3 folgte die erste Beratung des Staatsvertrages zwischen Preußen u n d B r e m e n.

Die Vorlage wurde dem Hauplâusschuß überwiesen.

Bei der zweiten Lesung des Gesetzentwurfes über die Schulgelderhöhung wurde die Ausschußfassung mit einigen Änderungen vom Plenum bestätigt. Entsprechend den Beschlüssen des Interfraktionellen Ausschusses wurde die Aus­dehnung auf die Mittelschulen wieder gestrichen. Die Ge- schwisterermäßigung soll von den wirtschaftlichen Verhältnissen abhängig gemacht werden und nicht eintreten, wenn bei man­gelnder Begabung des Kindes sich eine Umschulung notwendig macht.

Mittwoch 12 Uhr: Schlußabstimmung über den Haushalt und Abstimmung über die Grundvermögenssteuer, kleine Haus­halte.

Amtliche Berliner Notierungen vom 24. Juni.

Börsenbericht. Tendenz: Erholt. Der Tendenzumschwung an der Newyorker Börse hatte eine allgemeine Befestigung der europäischen Börsenplätze zur Folge. Auch die Berliner Börse eröffnete durchweg erholt. Die Kurssteigerungen hielten sich im Rahmen von 13 und teilweise 4 und 5 Prozent. Das Geschäft war jedoch nicht bedeutend. Die Spekulation schritt fast überall zu Deckungen, teilweise sollen auch Anlkgekäufe in einzelnen Werten erfolgt sein. Geld war mit 1% bis 4 Pro­zent angeboten. Monatsgeld 4% bis 524, Warenwechsel 3'/» Pro­zent. Nach den ersten Kursen machte die Befestigung Fort­schritte. Im Verlaus machte die Erholung Fortschritte, ohne daß das Geschäft größeren Umfang annahm.

* Devisenbörse. Dollar 4,194,20; engl. Pfund 20,36 bis 20,40; holl. Gulden 168,43168,77; Danz. 81,4581,61; franz. Frank 16,4516,49; schweiz. 81,2281,38; Belg. 58,4758,59; Italien 21,97-22,01; schweb. Krone 112,60112,82; dän. 112,20 bis 112,42; norweg. 112,19112,41; tschech. 12,4312,45; österr. Schilling 59,1459.26; Argentinien 1,5301,534; Spanien 48,68 bis 48,7'8.

* Produktenbörse. Der Markt lag uneinheitlich. Die matte­ren Auslandsdcpcschen waren nicht dazu angetan, das Preis­niveau für Weizen zu halten. Bei gleichzeitig schlechtem Weizen­mehlgeschäft gingen die Preise für Weizen auch hier zurück. Roggen prompt stetig, Angebot mäßig. Lieferungsnotierungen abgebröckelt. Gerste still, Hafer uneinheitlich, Roggenmehl ge­fragt und stetig.

3. fleischige

4. gering genährte

Bullen: 1. jüngere, vollfl., höchst. Schlachtwertes

2. sonstige vollfleischige oder ausgemästete

3 fleischige

4. gering genährte

Kühe: 1 längere, fleischige, höchsten Schlachtw.

2 sonstige voll fleischige oder ausgemästete

3 fleischige

4 . gering genährte

Färsen: l vollfl., ausgemäst., höchst Schlachtw.

2 vollfleischige

3 . fleischige

Fresser: 1 mäßig genährtes Jungvieh

Kälber: 1 Doppellender bester Mast beste Mast- und Saugkälber

2 mittlere Mast- und Saugkälber

3 . geringe Kälber

Schafe: 1. Masttämmer u ig. Masih (Weidcmast i

2 Mastlämmer und junge Mastham (Stallmast)

3 mittlere Mastlämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe

Schweine: 1. Feitfchweme über 300 Pfd.

* Pfd

2 vollfl Schweine v

3 vollfl Schweine v

4. vollfl Schweine v

5. fleisch Schweine v

6. fleischige Schweine

etwa 240300

etwa 200240 Psd

etwa 160 200 etwa 120160 unter 129 Pfd

Pfd Psd.

7 Sauen

D

CB

£

5254

50-52

47-50

46-48:

56-57

55

5455

5254

5153

50-52

48-50

484 m

4449

4348

8843

37-42

3337

3135

2630

2528

5456

5254

5053

48-50

4448

42-41

40-48

43-48

6571

63-70

5565

5562

40-50

10-50

6263

55-59

5560

5054

6061

6355

6163

5556

6263

5658

62-63

5658

60-62

56-57

5354

49

WirtWaffsankurbelmia durch die Post.

Preisabbau und Arbeitereinstellung als Auftragsbedingung.

Bei den von der Deutschen Reichspost im Rahmen der Rotgesetze vorgesehenen umfangreichen Bestellungen werden, Ivie verlautet, an die Auftragserteilung gewisse Bedingungen an die Lieferilidustrien gestellt. Im Rahmen der Lohn- und 'Preissenkungsaktion sollen sich die Lieferfirmen zu einem Preisnachlaß von durchschnitt­lich 10 Prozent bereit erklären und sich ferner verpflichten, auf Grund der Sonderbestellungen Arbeiter einzu­stellen. In erster Linie sei es Sinn und Zweck des Not­programms, die Arbeitslosigkeit zu mildern. Von einer Reihe der betreffenden Lieferanten sind bereits.Preisnach­lässe zugestanden worden, die sich im Durchschnitt auf etwa 10 Prozent belaufen.

Getreide und Olsaaien per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark

24 K

28 6

24 6

23. 6.

Wetz., mârt

297-300

800-304

Weizkl f Bln

7,6-8.1

7,6-8,1

pommersch

Rogkl f Bln.

7.7 80

7.7-8.0

Rogg. mark

172-177

172-177

Raps

Braugerste

Leinsaar

Futiergerste

168-184

168 184

Vlki.-Erbsen

24,0-29,1

24,0-29,0

Sommergste.

kl Speifeerbf

21,0-25.0

21,0-25,0

Wliilergerste

Fulleierbsen

18.0-19,0

18,0-19,0

Hafer, mark.

150-161

150-161

Peluschken

17,0-18,1

17,0-18,0

pommersch

Ackerbobnen

15,5-17,0

15,5-17,0

westpreuß

Wicken

19,0-21,5

19,0-21,5

Weizenmehl P 100 ku ir. Brl.br.inkl Sacftfctnä

Lupin.. blaue Lupine, gelbe Seradella Rapskuchen

15,7-17.2

21.2-23.5

11,0 12 0

15,7-17,2

21,2-23.5

11,0-12,0

Mrk ü Noi

93.7-41 7

1-3 7-41 7

Leinkuchen

16,0-16,5

16,0 16,5

Rvggenmchl

Trockenschtzl

-

p 100kg ir

Sova-Schrol

12,8 18 7

12,6-13,6

Berlin br

Torsml 30,70

tnfl Sack

2 0-24 9 21.7-2 4.7

Karivfselslck

12.8-13.2

* Heu- und Strohnotierungen. Rogqenstroh (drahtgepr.) 1,001,15; Weizenstroh (drahlgepretzl) 0,851,05; Haferstroh (drahtgepr.) 0,600,70; Gerstenstroh 0,600,70; Roggenlang- stroh 0,851,05; Roggenstroh (bindsadengepreßt) 0,700,85;

Auftrieb: 902 Rinder, darunter 147 Ochsen, 319 Bullen, 436 Kühe und Färsen, 2600 Kälber, 4818 Schafe, zum Schlachlhos direkt 439, 9335 Schweine, zum Schlachthof direkt seit letztem Viehmarkt 1734, 194 Auslanpsschweme. Verlauf: bei Rindern infolge schwachen Auftriebs glatt, bei Kälbern ziemlich glatt, bei Schafen gute Ware glatt, schwere fette Schafe schwer ver­käuflich, bei Schweinen glatt.

* Berliner Butternotierungen (Ermittelt durch die Ber­liner Butternotierungskommission.) 1. Qualität 138, 2. Quali­tät 128, abfallende Butter 112 Mark pro Zentner. Fracht und Gebinde gehen zu Lasten des Käufers.

* Berliner Schweine- und Ferkelmarkt. (Magerviehhof in Friedrichsfelde.» Amtlich. Auftrieb: 165 Schweine und 338 Ferkel. Verlaus: Langsam, bei weichenden Preisen. Es wur- den gezahlt im Großhandel für: Läuferschweine, 56 Monate alt 5068; Pölke, 34 Monate alt 3550; Ferkel, 913 Wochen alt 2835. 68 Wochen alt 2528 Mark per Stück.

Berliner Essektenfriihverkehr vom 25. Juni. Der heutige Vormittagsverkehr liegt wieder außerordentlich still. Die er­neute Abschwächung in Newyork verstimmt natürlich, man wartet allgemein ab, ob die Deckungen zum Ultimo, die gestern zu beobachten waren, sich auch heute sortsetzen werben. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man Lm- don-Kabel 486, -Berlin 20.38%, -Mailand 92.77, -Madrid 42, -Paris 123.78, Kabel-Berlin 4.19.50.

Krankenkassen auf dem Lande.

DieReichsraaung der Landkrankenkassen.

^m Ostseebad Stolberg tagte der Reichsverband der Deut­schen nidkrankenkassen, dein in 439 Landkrankenkassen 2,1 Mil­lionen Mitglieder in der deutschen Land- und Forstwirtschaft angehören. Den Verhandlungen wohnten Vertreter desReichs- verforgungsamtes, des Ministeriums für Volkswohlfahtt, der Haupilandwirlfchaftskammcr, des Reichslandbtindes, der Orga­nisationen des Landarbeiterverbandes, des Deutschen Land­kreises, des Verbandes preußischer Landkreise, des Verbandes der Arbeitgeber, der Verbände der deutschen Ärzte, Zahnärzte und Dentisten bei. Das Ausland war durch das Bundesmini­sterium für soziale Verwaltung in Wien und durch die Deutsche Sektion des Landeskulturrates für Böhmen vertreten. Die nächsteRcichstagung findet 1931 in Dortmund statt.

Strerlunruhen in SevMa.

Paris. Nach hier vorliegenden Meldungen aus Sevilla nimmt der dort proklamierte Generalstreik einen revolutionä­ren Charakter an. Anto- und Pfcrdcdroschken sowie die meisten Strassenbahnen verkehren nicht. Soweit sie es noch tun, wer­den sie von Zivilgardisten begleitet. Mehrere Straßenbahn- führer, die von der Menge angegriffen wurden, wurden übel zngerichtet. Zwei Motorradfahrer fuhren in einer der Haupt­straßen mit großer Schnelligkeit an einer Polize.üreiie vorbei und feuerten mehrere Revolverschüssc auf die Beamten ab. In den Vororten von Sevilla ist die Straßenbeleuchtung zum Teil zerstört worden. Die Zivilgardisten der ganzen Gegend sind in Sevilla zusammengezogen. Bisher sollen insgesamt über hundert Personen verhaftet worden sein. Der Bürgermeister von Sevilla erklärte, daß die Brotversorgung von Sevilla dank der. Unterstütznng der iimliegcnbcn Dörfer gesichert sei. General Martinez Aido, der sich zurzeit in Sevilla aufhält, hatte mit dem Mitilärgouverncur eine Besprechung über die Lage.

Die Verufungsverhandlung

im Siinnes-Yrozeß.

Zwei Tage lang Urteilsverlesung.

Vor einer Strafkammer des Landgerichts I in Berlin begann die Verufungsverhandlung gegen Hugo S t i n n e s jun? und Genossen wegen versuchten Anleihebetruges zum Schaden des Deutschen Reiches. In der ersten Instanz waren durch Urteil vom 24. Juli 1929 Hugo Stinues, Erich Nothmann, Leo Hirsch und Joseph Schneid freigesprochen worden; von Waldow, der frühere persönliche Sekretär von Hugo Stinnes, und der tschechoslowakische Kaufmann Bela Groß waren zu je vier Monaten Gefängnis, der Kaufmann Eugen Hirsch zu 3000 Mark Geldstrafe verurteilt worben. Die Angeklagten sind zur Stelle bis auf Eugen Hirsch-Paris, der schon der ersten Ver­handlung ferngeblieben war, und Joseph Schneid, der in Amerika weilt. Nach den einleitenden Förmlichkeiten begann die Verlesung des Urteils erster Instanz, für die allein zwei Verhandlungstage vorgesehen sind.

Das Schuldkonto des Düsseldorfer Massenmörders.

Eine Bestie in Menschengestalt.

E s s e n , 25. Juni.

(Eigene Funkmeldung.)

Das Schuldkonto des Düsseldorfer Massenmörders Kür­ten hat einen solchen Umfang angenommen, daß die Haupt­verhandlung wohl kaum vor Ende dieses Jahres stattfin­den kann. Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlun­gen werden Kürten nicht weniger als 11 Morde, 33 Mord­versuche, und 36 Brandstiftungen zur Last gelegt.

Nah und Fern.

O Mit dem Faß und zu Fuß von der Mosel nach Berlin. Zwei Küfer aus Bernkastel an der Mosel haben, um für den Moselwein Propaganda zu machen, ein 38 Jahre altes, 139 Liter fassendes, allerdings leeres Faß über Koblenz, Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Osnabrück, Hamburg nach Berlin gerollt. Ihre Fußwanderung mit dem Faß, die am 14. April begonnen hatte, ist am 24. Juni am Berliner Funkturm beendigt worden. Die beiden Faßroller hatten von den Mofelwinzern nur 30 Mark und eine Kiste Zigarren als «Wegzehrung" mitbekommen.

O Wieder eine Falschmünzerbande in Köln unschädlich gemacht. Die Kölner Kriminalpolizei kam in Köln- Braunsfeld einer Falschmünzerbande, die in einer Auto­garage eine Werkstätte zur Herstellung von falschen Fünf­markstücken eingerichtet hatte, auf die L-pur. Mehrere Per­sonen wurden verhaftet. Damit konnte die Polizei inner­halb von zwei Wochen die dritte Falschmünzerbande in Köln unschädlich machen. Wie verlautet, soll es sich um eine regelrechte Bandenorganisation von Falschmünzern handeln.

O Raubmörder Axelsen aus dem Lüneburger Gerichts­gefängnis entwichen. Der vom Lüneburger Schwurgericht zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Raubmörder Axelsen ist zusammen mit einem Mitgefangenen, der ebenfalls noch eine längere Zuchthausstrafe zu verbüßen hat, aus dem Lüneburger Gcrichtsgefängnis entwichen. Die sofort mit einem größeren Polizeiaufgebot aufgenommene Ver­folgung der beiden Schwerverbrecher blieb erfolglos. Axelsen, der von Beruf Seemann ist, hatte im Jahre 1922 in Buenos Aires zwei argentinische Händler nieder­geschlagen und beraubt. Er wurde deswegen von den argentinischen Behörden zu lebenslänglicher Zwangs­arbeit verurteilt. Es gelang ihm aber, zu entfliehen und nach Deutschland zu kommen, wo er sich längere Zeit unter falschem Namen unbehelligt aufhieli.

0 Vereitelter Anschlag aus einen französischen D-Zug. Von unbekannten Tätern wurde auf dem Bahnhof Dijon ein Sabotageakt versucht, der jedoch rechrzeitig entdeckt wurde. Die Übeltäter hatten zwei Weichenstcllhebel durch einen Strick miteinander verbunden, um auf diese Weise den D-Zug ParisDijon zur Entgleisung zu bringen.

O Große Mengen Rauschgift beschlagnahmt. In Mar­seille wurden große 'Dien gen Heroin entdeckt und beschlag­nahmt. In einem Hafenschuppen fand man 50 Kilo­gramm dieses Rauschgiftes, die von Bord des Dampfers «Italia" stamnuen. Außerdem wurden . von den Zoll­behörden 16 Kisten Opium, die nicht weniger als 9000 Kilogramm wogen, beschlagnahmt.

O Ein norwegisches Walfangschiff verschollen. Wie aus Tromsö gemeldet wird, wird das Walfangschiff «William Boot" aus Hammerfest als verloren bezeichnet. Das Schiff dürfte an der Ostküste Grönlands gekentert sein. An Bord befanden sich vierzehn Mann. Trotz eifrigster Nachforschungen hat man noch nicht die geringste Spur des Schiffes finden können und hat nunmeür alle Hoff­nungen aufgegeben.

Bunte Tageschronik

Madrid. In Oviedo ereigneten sich Minenexplosionen, durch die zwei Arbeiter getötet und zahlreiche andere schwer verletzt wurden.

Newyork. In Chikago herrscht augenblicklich eine Hitze von 41 Grad Celsius. In den Staaten des mittleren Westens hat die Hitzewelle 15 Todesopfer gefordert.

Haag. Der hiesigen Polizei ist es gelungen, das Treiben einer Erpresserbande aufzudecken, die vielen begüterten Per­sonen unter der falschen Beschuldigung, daß sie sich gegen die Siuengesetze vergangen hätten, große Summen abzupressen verstand. Die Erpresser waren gegen ihre Ofer mit unge­wöhnlicher Dreistigkeit vorgegangen. Vier Mitglieder der Bande sind bereits verhaftet und überführt, weitere Ver­haftungen sollen bevorstehen.

Turnen, Sport und Spiel

8p. Im Triumphzug wurde Hertha-B. S. C., der neue deutsche Fußballmeister, in Berlin vom Bahnhof abgeholt und nach dem Vereinslokal begleitet. Tausende und aber Tausende brachten immer wieder Hochrufe auf die Mannschaft aus.

8 p. 30 000 Zuschauer wohnten dem Endspiel um die^Deulschc Fußballmeisterschaft in Düsseldorf bei, höher lautende Schahun- gen treffen nicht zu. Die Gesamteinnahme betrug 38 009 von der jeder der beteiligten Vereine gegen 2000 Mark erhalten dürfte.

8p. Berufsschwimmer wird Arne Borg, der bekannte schwe­dische Weltrekordler und Weltreisende. Er will jetzt zusammen mit Weißmüller, der schon im vorigen Jahr zum Berufssporl überging, eine neue Reise unternehmen.

1929 wurden in

Bethels Arbeitsfeld.

Infolge der wachsenden sittlichen und wirtschaftlichen Not unseres Vaterlandes werden auch an die Anstalten der Inneren Mission immer größere Anforderungen ge­stellt. Nach der letzten statistischen Ausstellung im Iah'-c

Bethel und seinen Zweiganstalten ver­pflegt: 2497 Epileptische in 781096 Pflegetagen, ll Geistes- und Nervenkranke in 225 184 Pflegetagen, 39^ Arbeitslose und Wanderer in 224 038 Pflegetagen, 1-3 erwachsene und jugendliche Erziehungsbedurfttge

188 997 Pflegetagen, 5991 körperlich Kranke, Alternde, Krüppel usw. in 221871 Pflegetagen. Wie aus der Statistik ersichtlich ist, gehört Bethels Dienst in er»K Linie den Epileptikern (Fallsüchtigen) und Gemu - kranken, für deren Pflege 1867 die Anstalt ant v Kranken eröffnet wurde. Heute stehen für diese ^d ,

ihr Leiden aus der menschlichen Gesellschaft AusgefchloNe- nen neben den Krankenhäusern für Schwerkranke 40 landwirtschaftliche, gärtnerische, handwerkliche andere Betriebe zur Verfügung. In ihnen weroer Kranken, je nach ihrer körperlichen Kraft und ü) geistigen Fähigkeiten, 'beschäftigt. Dort wirken* ö^ meisten gern und fröhlich, weil sie wissen, daß ihre A _

meriren gern unu |iuijiiuj, lum -

gewertet wird. Dazu werden sie durch die Beschäl g vom Grübeln über ihre Krankheit abgehalten. ZN Zweiganstalten Bethels liegt der Schwerpunkt d in der Pflege derF a l I s ü ch t rg e n des Lebens. Nach dem Grundsatz Vater Bodelschwmgh s^ 6

niemanden abweist, der Hilfesuchend anklopst , I Bruder von der Landstraße"

der Senne und in Freistatt im Wietingsm ^

genommen, damit er, innerlich und außer ) ^

aufgerichtet, nützliche Arbeit zu leisten imstande s- ^^ diese vielseitige Mitarbeit seiner Pflegebefoh ^

Bethel 60 Tage im Jahre von eigenen Erzeugnis^ Das übrige kommt durch Pflegegelder und l Fusses Gaben zusammen. Bethel bedarf jährlich eu-es Z i ^ von über 1 Million Mark, der aus

Wohltätigkeit und Liebe von nah und fern z

fließt.