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Börse und Handel.

Frankfurter Börsenbericht vom 2. Juni. Tendenz: schwächer. Auch zu Beginn der neuen Woche fehlte der Börse jegliche An­regung, so daß das Geschäft wieder einen schleppenden Verlauf nahm.'' Die Kulisse schritt weiter in mäßigem Maße zu Elatt- stellungen. Bei der herrschenden Aufnahmeunlust ergaben sich bei schwächerer Tendenz gegenüber den Schlußkursen vom Sams­tag Abschwächungen bis zu 2 Prozent. Die kritische Finanzlage des Reiches und die weiter anhaltende Orderlosigkeit mahnten stärker zur Zurückhaltung.

Frankfurter Abendbörse vom 2. Juni. Tendenz: lustlos. An der Abendbörse hielt zwar im Hinblick auf die andauernde Orderlosigkeit die Lustlosigkeit und Zurückhaltung des Mit­tagsverkehrs an, doch blieben die Kurse auf dem ermäßigten Niveau meist gehalten.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 2. Juni. Der Auftrieb des Schweinemarktes bestand aus 6396 Stück. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren 938 Schweine mehr angetrieben. Notiert wurde der Zentner Lebendgewicht: Schweine: B 62—64, C 64—66, D 64—66, E 63 bis 65. Marktverlauf : Mittelmäßig, geringer Ueberstand. Fett­schweine schwer verkäuflich. Schweine waren im Preise bis zwei Mark billiger. Fleischgrotzmarkt: Ochsen- und Rindfleisch 1. 90—100, Ochsen- und Rindfleisch 2. 80—90, Bullenfleisch 88— 92, Kuhfleisch 2. 65—75, Kuhfleisch 3. 55—65, Kalbfleisch 1. 120 bis 128 Kalbfleisch 2. 110—120, Schweinefleisch 90—93, Ge­frierfleisch, Rindfleisch Vorderviertel 58 und Hinterviertel 65 (zollfrei).

Frankfurter Getreidemarkt vom 2. Juni. Infolge des jüdi­schen Feiertages verkehrte die Produktenbörse bei schwachem Besuch in ruhiger Haltung. Die Erundstimmung war etwa gehalten. Nur Gerste lag etwas im Angebot und niedriger. Weizen war dagegen wieoer stark gesucht und konnte infolge des sehr knappen Angebots ca. 10 Mark anziehen. Für Wei­zenmehle wurden die Konventionspreise von den rheinischen Eroßmühlen abermals um 0,25 Mark für den Doppelzentner erhöhft das Geschäft war aber nach wie vor sehr gering. Rog­genmehlofferten entgegenkommender. Futtermittel wenig ver­ändert. Kartoffeln hatte feste Tendenz. Hülsenfrüchte und Rauhfuttermittel unverändert. Es notiertee Getreide per Tonne, alles übrige per 100 kg ab Frankfurt: Weizen 322.50—325, Rog­gen 171—172.50, Gerste 200, Hafer 165—167.50, Weizenmehl südd. 45—46, Niederrhein. 44.75—45.75, Roggenmehl 25.25— 26.25, Weizenkleie 6.90—7, Roggenkleie 7—7.25, Erbsen 26—35, Linsen 38—80, Heu 8, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 4.75, gebündelt 5.25, Treber 9.50—10.25, Kartoffeln per Zent­ner 3.75 Mark

Amtliche Berliner Notierungen vom 2. Juni.

* Börsenbericht. Tendenz: Lustlos. Die Börse bot wieder ein äußerst farbloses Bild. Bei fast vollkommener Geschäft­stagnation waren die ersten Kurse fast durchweg niedriger. Während es an Anregung mangelt, wird die Stimmung weiter durch die schwierige Etatslage beeinflußt. Außenstehende Kreise beteiligten sich überhaupt nicht am Geschäft. Geld war un­verändert. Tagesgeld 5,50 bis 7,50, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Im weiteren Verlauf traten kaum Änderungen ein. Tie Tendenz blieb weiter lustlos und die Kurse waren eher etwas niedriger.

Liebe Kinder,

fangt keine Schmetterlinge, Käfer und andere Tiere!

Auch die kleinsten Tiere hängen an ihrem Leben und fühlen Schmerz, wenn man sie verletzt oder tötet.

Kein Mensch ist berechtigt, irgend ein Tier ohne Not zu töten. Und selbst die schädlichen Tiere sollen nicht von Kindern getötet werden.

Was haben Euch die Tiere zu Leide getan, daß Ihr die Schmetterlinge, Käfer usw. zerdrückt zerzaust und tötet und die Fische, Salamander usw. in ein Aquarium einsperrt, wo sie meist elend umkommen?

Freut es Euch denn nicht, wenn Ihr die Tiere in der F r e i - h e i t seht, wenn die farbenprächtigen Schmetterlinge von Blume zu Blume flattern, die buntschimmernden Käfer im Gestein und im Gesträuch herumkrabbeln und die Wassertiere in Seen und Flüssen ihr luftiges Spiel treiben? Z st das nicht ein schönerer Anblick, als wenn die toten Tier­chen aufgespiest im Kasten modern oder die lebenden in der Gefangenschaft ihr kurzes Dasein vertrauern?

Wenn Ihr etwas sammeln wollt, so sammelt Steine, Muscheln und andere Sachen. Lebende Tiere sind kein Spielzeug!

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Karl der Große.

llrheber-Rechtschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau Sa.

36) (Nachdruck verboten.)

„Das ist sehr liebenswürdig, Herr Bolle. Natürlich fahre ich mit. Aber dann möchte ich auch bitten, daß Sie am Sonnabend im Hause meines Freundes Station machen. Es ist genug Platz. Betten sind auch vorhanden."

Bolle strahlte über das ganze Gesicht. „Wenn Ihr Herr Freund damit einverstanden ist, könn' wir uns 'nen fidelen Tag machen."

„Das wollen wir. Aber . . . Sie müssen Ihren Weinkeller mal plündern, damit wir eine gute Bowle machen können."

„Det sowieso!" sagte Bolle wichtig. „Ordentlich was zu essen und trinken. Nee, nee, das hat Bolle noch nie ver­gessen."

Also war der Ausflug beschloßen.

Gretes Herz schlug stürmisch. Sie fühlte mit jeder Stunde mehr, wie es sie zu dem stattlichen.Manne zog. Wenn er in das Kontor trat, dann klopfte ihr Herz, und am liebsten hätte sie ihn gebeten: „Nimm mich in deine starken Arme! Sieh mich an mit deinen treuen, ehrlichen Augen voll Sonne!

Küsse mich!"

Aber das verschloß sie ganz tief in ihrem Herzen.

♦ ♦

*

„Ich brauche am Sonnabend den Wagen," sagte Frau Bolle am Abend nachlässig zu ihrem Gatten. „Die Baronin von Scholz hat mich gebeten, daß ich ihr meine Unterstützung zu dein Sommernachtsball zugunsten des Säuglingsheims leihe."

„So! Warum hat sie nich gleich gesagt, wieviel harte Taler nötig sind?"

Frau Volle sah ihn geringschätzig an.

„Du wirst nie ein Mann von Welt werden, der das nötige Taktgefühl besitzt."

„Ich 'n Mann von Welt! Da haste recht, Alte, eher geht die Welt unter, un was euren Takt betrifft ... du, weste, was der ist . . . Große hat mir das gestern so schön gesagt: Takt ist die Kunst zu lügen! Haste verstanden: die Kunst zu lügen. Un das liegt Bollen nicht. Dex muß rausbringen, was er denkt. Det kann er nicht anders. Un mein Takt, der steckt da drinnen im Herzen. Ich bin 'n guter Kerl, das ist mein ganzer Takt. Aber am Sonnabend brauche ich den Wagen."

„Das tut mir leid!" sagte sie überlegen. „Da wirst du dir einen Mietwagen nehmen müssen."

Getreide und Olsaaien per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark

2 6

31 5

2 6

81. 5

Wetz., mark

303 304

300-301

Wetzkl. f. Bln.

8.0 8 7

8,0 8 7

pommersch

—

—

Rogkl. f. Bln.

8 0 8.7

8.0 8 7

Rogg., märt.

172-177

172-177

Raps

—

—

Braugerste

—

Leinsaat

—

•—

Funergerste

165-180

165-180

Vikt.-Erbsen

24,0-29,0

24,0-29,0

Sommergerste

fl.. Spetseerbs

21,0-25,0

21,0-25,0

WlNiergerste

—

Furrererbsen

18,0-19,0

18.0-19,0

Hafer, mark.

142-152

—

Peluschken

17,0-18,0

17,0-18,0

pommersch.

——

Ackerbohnen

15.5-17,0

15,5-17,0

westpreutz.

—

Wicken

19,0-21.5

19,0-21,5

Weizenmehl

Lupin., blaue

16,0-17 5

16,0-17,5

p 100 kg fr.

Lupine, gelbe

21,5-24.0

21.5-24.0

Brl. br. inkl.

Seradella

—

—

Sack (fernst.

Mrk. ü Nm.

Rapskuchen

11.5 12,5

11,5-12.5

33 0-41.0

32,7-40.7

Leinkuchen

17.0-17.5

17,0-17,5

Roggenmehl

Trockenschtzl

—

—

p. 100 kg fr.

Sova-Schror

13,0 14.0

13 0 14 1

Berlin br.

Torfml. 30/70

—

—

tntl. Sack

21,7-25.2

21.9-25.2

Karroffelflck

12,1-12,5

12,1-12,5

♦ Produktenbörse. Das Geschäft am Produktenmarkte ge­staltete sich sehr schleppend. Das inländische Angebot von Weizen alter Ernte macht sich von Tag zu Tag knapper, die Mühlen, namentlich die Provinzmühlen, bekunden laufend gute Nachfrage, so daß das Preisniveau für effektive Ware eine weitere Befestigung erfuhr. Der Lieferungsmarkt lag stetig, nur für Herbstsichten eher etwas schwächer. Am Roggenmarkle haben sich die Verhältnisse immer noch nicht gebessert. Alte Ernte ist stark und verschiedentlich auch recht dringlich ange- boten, während andererseits wenig Ware ausgenommen wird. Beachtenswert ist, daß Neuroggen weniger reichlich angeboten ist als Neuweizen. Weizenmehl ist in den Forderungen der Mühlen wiederum um 25 bis 50 Pfennig erhöht; Roggen- mehl hat bei unveränderten Preisen schleppendes Geschäft. Hafer wird etwas lebhafter vom Konsum gefragt und liegt infolgedessen stetiger. Gerste still.

* Preisnotierungen für Eier. (Festgestellt von der amt­lichen Berliner Eiernotierungskommlssion.) 1. Deutsche Eier: Trinkeier (vollfr., gesteinp.) über 65 Gramm 11,25, 60 Gramm 10,25, 53 Gramm 9, 48 Gramm 8, frische Eier 53 Gramm 8,75, aussortierte kleine und Schmutzeier 7. 2. Auslandseier: Dänen 18er 11, 17er 10,50, Estländer 17er 10, 15,50—16er 9,50, leichtere 8,75, Holländer 60—62 Gramm 10, Belgier 9,75—10, Bulgaren 8,50, Rumänen 8—8,25, Ungarn 8—8,25, Russen normale 8, Polen normale 7,50—7,75, kleine, mittel, Schmutzeier 6,50—7. Tendenz: Etwas freundlicher.

Berliner Effektenfrühverkehr vom 3. Juni. Auch im heu­tigen Frühverkehr konnte man infolge der anhaltenden Ge­schäftslosigkeit eine, ausgesprochene Tendenz noch nicht erkennen. Da anregende Momente aus der Wirtschaft nicht vorlagen, war eine gewisse Unsicherheit zu beobachten, die auch mit dem wenig optimistischen Bericht der preußischen Handelskammer für Mai und den schwebenden Verhandlungen über das Notopfer in Zusammenhang stand. Kurse wurden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hörte man London-Paris 123.90%, -Mailand 92.72, -Spanien 40, -Buenos 42%, -Schweiz 25.11, -Berlin 20.35%, -Kabel 485.77, Kabel-Berlin 4.19.05.

Aus dem Geschäftsleben.

Das kleine Wörtchen „zu" verdirbt alles, /sagt der Volks- mund. Zu groß, zu dick, zu viel, — alles nichts und sei's zu viel Geld, das jemand besäße, es wäre sein Verderben. — Trotzdem wir ein armes Volk sind, haben wir doch von vielem zu viel.

So klopfen viel zu viel Geschäftsleute tagtäglich an deine Türe, die alle verkaufen wollen. Meistens sind sie mit einem Auto angekommen, und das ist gerade ihr Verderben, wie gleich gezeigt werden soll.

Der Kaufmann bereist heute mit seinem neuzeitlichen Ver­kehrsmittel einen dreimal so großen Kundenbezirk wie ehedem. Das wäre an und für sich kein Nachteil für ihn nämlich dann nicht, wenn die anderen Standesgenossen ihre Kundschaft noch nach dem alten Stil zu besuchen pflegten. Aber die haben's längst nachgemacht, jeder Geschäftsmann beinahe hat sich so eingestellt, daß er das 3—4fache Kundengebiet bewältigen kann. Ist durch diese Entwicklung eigentlich für den Einzelnen etwas bezweckt, abgesehen davon, daß der Autobetrieb dem Geschäftsunternehmen hohe Betriebsunkosten auflädt? Ganz und gar nicht: Früher konnte jeder Geschäftsmann an einem Tage nur einen kleinen Kundenkreis aufsuchen, verkaufte aber dafür in jedem 2. oder 3. Haus etwas; heute kann er zwar einen viel größeren Kreis bereifen, verkauft aber auch dem

Bolle lachte dröhnend auf.

„Ich... als Chef der Firma! Nee, nee, Minna. Da könnte ... der Ruf der Firma leiden Das mußte doch einsehen. Den Wagen brauche ich am Sonnabend und Sonn­tag."

„Was hast du denn vor, Bolle?"

„Ich mache mit Gret'n een Ausflug. Wir nehmen Herrn Große mit und setzen ihn in Mieritz ab."

„Herr Große fährt mit? Gott, machst du dich mit den unter­geordneten Leuten gemein. Und Grete . . . das geht nicht. Ich verbiete dir, sie mitzunehmen. Sie ist die Braut des Barons von Hochgesang."

„Gewesen!"

„Sie ist es und bleibt es."

„Sie ists gewesen. Da nützt alles nichts. Da kannste machen, was du willst, das dulde ich nicht!"

„Das wirst du nicht!"

„Wenn er nicht von selber Vernunft annimmt, tue ich es." Damit endete die genußreiche Unterhaltung. Bolle aber fühlte, wie sich seine Position als Chef und Hausherr immer mehr verbesserte.

* ♦

Der Iulisonntag war strahlend schön.

Die Wettervoraussagen waren denkbar günstig. Bolle machte gegen 11 Uhr Schluß und rief Schrippe zu sich.

„Schrippe," sagte er zu dem Alten, „wir machen heute und morgen 'nen Ausflug mit dem Auto. Da brauche ich Ver­schiedenes zum Pickern. Du weißt ja, was dazu gehört. Hier haste 'nen Hundertmarkschein, kauf mal ein. Bring auch eine gute Flasche Asbach oder 'ne andere schöne Marke mit. Laß dir alles gut verpacken, und denn rin in Autokoffer."

„Wird jemacht, Aujust. Aber soll ich den ganzen Hundert­märker klar machen?"

„Natürlich! Un nu tummel Dir! Du kannst dir ja nen Fünfmärker für deine Mühe extra behalten."

Dann telephonierte er nach der Villa, gab dem alten Die­ner Auftrag, ein rundes Dutzend Flaschen Wein aus dem Keller zu holen, sie gut zu verpacken und sie Josef, dem Chauffeur zu übergeben.

Dann fiel ihm ein, daß er die Zutaten zur Bowle ver­gessen hatte.

Er öffnete das Fenster und sah eben, wie Schrippe über den Hof schritt.

„Du, Schrippe! Ich habe was vergessen. Wir brauchen auch Zutaten zu 'ner Vowle. Bring sie mit."

„Wird jemacht, Aujust!"

Bolle rieb sich befriedigt die Hände. Alles ging programm­mäßig.

gegenüber selten etwas und zwar aus dem einfachen Gruâ weil kurz vorher schon % Dutzend anderer Geschäftsleute au^ per Auto da war und einer von den vielen hat nur sein W etwas zu verkaufen, erreicht. Für die anderen war der Vesuck eine Zeitverschwenduna. Durch zu oftmaligen Besuch Fehlgänge. — Der Effekt beim Ueberblick über die getätiqten Verkäufe vom Tage ist derselbe wie früher, da man wenig« zu den Kunden kam, dafür aber ziemlich bestimmt verkaufte Die Bevölkerung wird eben durch die Autobedienung zu viel überlaufen, sie kann nicht jedem jedesmal abkaufen und jej’g der beste Bekannte, der im Auto alle Woche vorfährt.

Durch die vielen Fehlgänge wird einmal das Publikum unnötig oft belästigt und zum anderen versäumt der Eeschätfs- mann enorme Zeit, also wirtschaftlich ein Leerlauf in seinem Geschäftsbetrieb. Die Zeit ist nicht allein daran Schuld, bah der Kaufmann aus so vielen Häusern unverrichteter Sache ab­ziehen muß. Also, vereinfacht euren Betrieb, ihr lieben Ee- schästsleute, ihr belästigt die Kundschaft nicht unnötig oft, ver­säumt weniger Zeit durch allzuviele Fehlgänge, spart Be­triebskosten und kommt mit demselben Ergebnis nach Hause

M. O. '

Viicherecke.

Henrik Ibsen. In der im Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig erschienenen Sammlung „Das Drama der Gegen­wart-Analysen zeitgenössischer Bühnenwerke" sind kürzlich zwei sehr instruktive Bände über den norwegischen Dichter Henrik Ibsen herausgekommen. Der erste von Friedrich H. Krämer verfaßte Band enthält die Dramen „Nora oder ein Puppen­heim", „Gespenster", und „Wildente , während der zweite Band — sein Verfasser ist Max Freyhan — die Dramen „Rosmersholm", „Baumeister Solneß" und „Die Frau vom Meere" umfaßt. Allen, die sich mit dieser Materie etwas näher bekannt machen wollen, seien diese sehr anschaulich und mit tie­fer Sachkenntnis geschriebenen Einführungen wärmstens emp­fohlen. Jeder Band ist einzeln zum Preise von 40 Pfg. (qeb.) käuflich.

Rationalisierung und Arbeiter. Von Wilhelm Mauer. 8°, broschiert, 50 Seiten stark. Verlag: Christlicher Metall­arbeiterverband Deutschlands, Duisburg, Stapeltor 17. Preis 0.50 R-R. Für Mitglieder der christlichen Gewerkschaften Preis­ermäßigung. Diese Schrift will vornehmlich Arbeiter in Methoden "und Wesen der Rationalisierung einführen. Das Gute an ihr soll gefördert sowie das Gefährliche und Schäd­liche gemindert werden. Geschichte, Kräfte, Begriffe und Or­ganisationen der Rationalisierung werden geschildert, ebenso auch ihre Anwendung und Durchführung sowie Licht und Schat­ten, die dadurch ausgewirkt wurden. Insbesondere wird dar­getan, wie sich die Lage der Arbeiter dadurch geändert hat und welche Ausgaben sich aus dieser Neugestaltung der Arbeits­und Wirtschaftsweise für Arbeitnehmer und Volksgesamtheit ergeben. Die leichtverständlich gehaltene Schrift schöpft zumeist aus praktischen Erfahrungen der neuen Industriearbeit. Sie will auch wieder deren Befruchtung dienen mit dem Ziele, dem schaffenden Menschen eher Zu seinem Recht zu verhelfen sowie das Wohl aller stärker zu fördern. Die Broschüre verdient da­her allgemeine Beachtung.

Wie schützt man sich vor ArterienverkalkuM? Und wie kann man sie bekämpfen? Von Professor Dr. Martin Mendel­sohn, Herzarzt in Berlin. Kartoniert 2.40 Jt. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W 57 und Leipzig. — Zn dieser aufschlußreichen Schrift geht der angesehene Berliner Herzarzt Professor Mendelsohn von dem bewährten Stand­punkt aus, daß bei jeder Behandlung und Vorbeugung einer Krankheit vor allem der Patient selbst, resp, der Gesunde, der kein Patient werden will, mitwirken müsse. Das trifft in be­sonders hohem Maße auf die Arterienverkalkung zu, die nichts anderes als einen Abnützungsprozeß darstellt, dem kein Mensch in höherem Alter ganz entgehen kann. Vor ihr herrscht Heme vielfach eine stark übertriebene Furcht, die nur dazu geeilt ist; durch schädliche seelische Aufregung und fälschlich angesMe Gegenmittel das Uebel zu fördern. Es ist der Zweck von Pro­fessor Mendelsohns Broschüre, diese Furcht zu zerstreuen, iiM sie das vielfach weit ungefährlichere Wesen der Arterienm- kalkung aufzeigt und Ratschläge zu ihrer Bekämpfung an die Hand gibt. Sie tut dies auf der Grundlage einer anschaulichen Darstellung des Blutkreislaufes des Menschen von den,Kapil­laren und Venen über das regulierende Stauwerk des Herzens bis in die Ausläufer der Arterien hinein. Bei gesundheitsge- müßem Leben, für das Mendelsohn seine Hinweise gibt, läßt sich die übermäßige Abnutzung der Arterien und damit der Ver­lust ihrer Elastizität unter normalen Verhältnissen sehr uw hinhalten. Aber selbst wenn die Arterien starr geworden iw vollzieht sich der Blutlaus beim Vorhandensein von noch ge­nügenden Bewegungskräften des Organismus vielfach in völ­lig befriedigender Weise. Ja selbst beim Einreißen einer, ge­ringfügigen' Arterienwand, nach einem kleineren Schlaganfall, übernehmen benachbarte Arterien gewöhnlich wieder die Zu­leitung des Blutes an die betreffenden Stellen des Gehirns. Die Broschüre kann jedermann empfohlen werden.

Pünktlich um drei fuhr der Wagen vor. Bolle mit Toch­ter und Karl Große stiegen ein.

Josef schmunzelte über das ganze Gesicht, als er den Motor anließ.

„Wie uff 'ne Brauffahrt!" dachte er und balancierte die Zigarre virtuos von einer Mundecke in die andere.

Der Wagen zog an.

* *

Der junge Ingenieur, alleinstehend und mit einem guten väterlichen Erbteil gesegnet, erwartet die Gäste, Karl hatte ihm geschrieben.

Multsch war erst knapp Ende der Zwanzig, aber wer ihn nach seinem Leibesumfang taxierte, vergriff sich immer um ein halbes Dutzend Jahre.

Er war ein fröhlicher Geselle, der mit Karl sehr be­freundet war. Die beiden Männer waren Sonnenkinoei und verstanden sich ausgezeichnet.

Erich Multsch überlas noch einmal die Depesche.

„Komme mit meinem Chef und seiner Tochter, die «ob abend mit Station bei dir machen wollen. Dein gluaua; entlobter Karl."

Was hatte das letzte zu besagen? ...

Multsch kannte Karls Lebensgeschichte und wußte von oe Verlobung mit der Kölner Schauspielerin. War die heb liche Verlobung zurückgegangen? . ,

Und was hatte es zu bedeuten, daß er mit seinem und dessen Tochter kam? Spann sich da was Neues anc

Ungeduldig wartete er. „

Im Schweiße seines Angesichts hatte er mit dem au Gärtner Schladewig, der ihm immer etwas zur Hand g wenn er Sonnabends und Sonntags sein Wochenendy - aufsuchte, Ordnung in dem stattlichen Wochenendhaus 9 schaffen. Sauberkeit war überall.

Blumen standen in allen Räumen, und von dem Garten her duftete es lieblich nach Rosen und Nelken.

Ganz besonders reizvoll an dem Hause war der auf dem alles zum Essen hergerichtet war.

Erich Multsch hatte selbst den Kaffee gekocht, der Kb stammte aus Berlin, auch einige Flaschen Wein harr da.

Die Gäste konnten kommen.

Aber der Zug fuhr ein, und nur Fremde wandelten See zu.

Plötzlich schrak er auf. S hl.r(f).

Der kräftige Ton einet Hupe drang ihm durch und ^ Und siehe da, das Auto kam näher und naher uno u vor Multschs Hause.

liünrtfeinitta kolatA