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Nah und Fern.

O Glück gehabt. Ein Motorradfahrer bemerkte kurz vor der Ueberquerung der Hunsrückbahn, daß die Schran­ken geschlossen waren. Er bremste so heftig, daß er in hohem Bogen über den Schlagbaum geschleudert wurde und sich auf den Gleisen vor einem heranbrausenden Zuge wiederfand. Er hatte die Geistesgegenwart, aufzusprin­gen und dem Ueberfahrenwerden zu entgehen. Er kam mit einigen Hautabschürfungen und Verstauchungen und dem Schrecken davon.

O Verlobung des Grafen Christian Friedrich ju Stol­berg-Wernigerode. Graf Christian Friedrich zu Stolberg- Wernigerode, Majoratsherr von Jannowitz, der im De­zember vorigen Jahres wegen fahrlässiger Tötung seines Vaters rechtskräftig zu neun Monaten Gefängnis ver­urteilt worden ist, hat sich mit Anneliese von Rothkirch- Trach aus Panthenau bei Liegnitz verlobt. Graf Christian Friedrich hat sich in letzter Zeit in sehr schlechten Ver- mögensverhältuiffen befunden. Dagegen soll die Familie seiner Braut sehr vermögend sein.

O Doppelselbstmord eines Ehepaares. Aus Verzweif­lung gemeinsam in den Tod gegangen find in Apolda der Wirker Walter Förtsch und seine Ehefrau. Die Lebens­müden ließen sich von einem Schnellzuge überfahren. Der Mann wurde sofort getötet, während die Frau noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Ihre Verletzungen sind aber so schwer, daß sie kaum mit dem Leben davon­kommen dürfte. Der Grund zur Tat ist in wirtschaftlicher Notlage zu suchen. Dem Ehepaar drohte die Zwangs- Heraussetzung aus der Wohnung und die Zwangsversteige­rung der Wohnungseinrichtung.

O Verhängnisvoller Mauereinsturz. Beim Einsturz einer etwa 30 Meter langen Hofmauer der Schule in Dom- nitzsch wurden zahlreiche Schulkinder, die sich auf die Maner gefetzt hatten, um dem Richtfest auf einem be­nachbarten Neubau zuzusehen, unter den Trümmern be­graben. Sechs Kinder wurden mit schweren Verletzungen aus den Trümmern herausgeholt, zehn Kinder erlitten leichtere Verletzungen.

O Flugzeuge für je 46 Personen. In den Handley-Pags» Flugzeugfabriken in England wird gegenwärtig das erste einer Reihe von acht großen britischen Verkehrsflugzeugen für je 46 Personen fertiggestellt. Von den acht Flugzeugen sind vier für den Verkehr nach Indien, die anderen vier für den Dienst zwischen London und Paris bestimmt. Die Flugzeuge sind mit vier Motoren mit einer Gesamtstärke von 1800 Pferdestärken ausgerüstet.

O Verhaftung internationaler Juwelendiebe. In einem Newyorker Hotel wurden fünf internationale Juwclen- diebe, darunter eine Frau, verhaftet. Bei den Verhafteten wurden Juwelen und Schmucksachen im Werte von 1 250 000 Mark vorgefunden. Der größte Teil der be­schlagnahmten Diebesbeute stammt aus Diebstählen, die die Bande im letzten Winter in verschiedenen Hotels in Florida verübt hat.

0 Drei Personen im Flugzeug verbrannt. Ein Flug­zeug mit drei Insassen kam in Tulsa (Oklahoma) beim Landen mit einer Hochspannungsleitung in Berührung, wodurch es in Brand geriet. Die drei Insassen, zwei Männer und eine Frau, verbrannten mit dem Flugzeug.

0 Ozeanslugpläne eines australischen Fliegerhaupt­manns. Der australische Fliegerhauptmann Kingsforth Smith beabsichtigt, in etwa 14 Tagen mit seinem Flugzeug Südkreuz" von Dublin zu einem Flug nach Newyork zu starten. Er wird von einem Flieger der holländischen Luftschiffahrtsgesellschaft, van Dyk, und zwei Mechaniker» begleitet sein.

Bunte Tageschronik

Zittau. Ermordet aufgesunden wurde in seiner Wohnung der 69 Jahre alte Rentner Eduard Jahn. Man fano den alten Mann mit zusammengebundenen Beinen, gefesselten Händen und einem blutgetränkten Handtuch um den Kopf auf.

Lübeck. Die 37jährtge Jutta von Melle wurde nach einem Familienstreit von ihrem jüngeren Bruder Kurt nieder­geschlagen und daraus mit einer Drahtschlinge erwürgt. Der Täter wurde verhaftet

Warschau. In Tluszcze bei Warschau fielen 40 Häuser, darunter 20 Wohnhäuser, einer Feuersbrunst zum Opfer. Hundert Familien sind obdachlos.

Börse und Handel

Frankfurter Börsenbericht vom 27. Mai. Tendenz: im Ver­laufe freundlich. Nach der reibungslosen Ueberwindung des gestrigen Liquioationstages eröfnete die Börse zunächst in lust­loser Haltung. Anregungen waren wieder nicht vorhanden, so daß die Kulisse kaum Neigung zeigte zu Neuengagements zu schreiten. Der Auftragsmangel hielt weiter an, und die zum Schluß schwächer gewordene gestrige Newyorker Börse wurde eher als Druck empfunden. Da aber aus der anderen Seite nach­teilige Momente nicht vorhanden waren, zeigte die Spekulation nach Festsetzung der ersten Kurse einiges Deckungsbedürfnis für den neuen Monat. Die Erundstimmung war daher nicht un­freundlich, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abend- börse vereinzelt leichte Kurserholungen.

Amtliche Berliner Notierungen vom 27. Mai.

Börsenbericht. Tendenz: F e st. Die Börse blieb wieder unter sich. Orders von außenstehender Seite waren kaum eingegangen. Unter Berücksichtigung der Reportzuschläge war die Tendenz im allgemeinen gut gehalten. Vereinzelte Sonderbewegungen gaben den ersten Kursen einen Anstoß zu einer allgemeinen leichten Kursbefestigung. Geld war trotz des nahenden Ultimos weiter leicht. Tagcsgeld 4,254,50. Monats- geld 56, Warenwechsel l1/» Im weiteren Verlaus machte die Befestigung Fortschritte. Die Stimmung wurde zusehends zuversichtlicher. Die Spekulation schritt aus einzelnen Spezi<rl- zebieten zu Rückkäufen.

* Devisenbörse. Dollar 4,184,19; engl Pfund 20,34 bis 20,38; holl. Gulden 168,40-168,74; Danz. 81,3581,51; franz. Frank 16,4116,45; schweiz 80,9981,15; Belg. 58,4158,53; Italien 21,93-21,97; schwed. Krone 112,34112,56; dän. 112,01 bis 112,23; norweg. 112,00112,22; tschech. 12,4112,43; österr. Schilling 59,0659,18; Argentinien 1,591,60; Spanien 50,95 bis 51,05.

* Produktenbörse. Vom Ausland lagen von Amerika für Weizen festere Meldungen vor. denen Liverpoo nur zögernd anfangs folgte. Jnlandsofferten sind ansreichend, aber mäßig. Mitteldeutschland forbert für seinen guten Wetzen höchste Jn- landsweizenpreise. Roggen vom Jnlande weiter stark offo- ricrt, begrenzt gestützt. Hafer matt zufolge Einfuhrscheinsrage. Gerste ruhig. Mehl Wetter still.

Betret»«

per

und Olf amen per 1000 Kilogramm, sonst 100 Kilogramm tn Reichsmark

Werz, märt

2?. 5.

26 ö.

27 5

26 5

295-296

290-292

Wetzkl f. Bln

829,0

t.2-D.0

pommersch

Rogkl f Bln.

8,59,2

8.5 9.2

Rogg. märt

169 177

169-177

Raps

Braugerste

Leinsaat

Funergerste

165 180

165-180

Vikl.-Erbsen

24,0-29,5

24,0-29,0

Sommergerste

kl Speiseerbf

21,0-25,0

21,0-25,0

Wtniergeiste

Fuiiererbsen

18,0-19,0

18.0-19,0

Hafer märt.

146 156

148 158

Peluschken

17,0-18,0

17,0-18/

pommersch

Ackerbohnen

15.5-17.0

15,5-17,0

meftpreufe

Wicken

19,0-21,5

19.0-21,5

Weizenmehl

Lupin., blaue 16.0-17 5

16.0-17,5

P 109 ke fr.

Lupine, gelbe

21.5-24 0

21.5-24.0

Brl br tnfl.

Seradella

Sack (feinst.

Rapskuchen

12 0-15,0

12,0-18 0

Mrk ü Rot.

82 2 40?

32,040 0

Leinkuchen

li.5-18.0

17.5-18,1

NoqgenmthI

Trockenschtzl

8.0 8,5

8 0 8.6

P 100 kg fr.

Soya-Schrm.

13,8 14 8

13.8-14 8

Berlin br

Torfml 30/70

tnfl. Kack

21,9-25,4

22.0-25.4

Kartoffelflck.

12,4-12,81

12.7-13.0

Aus dem Gerichissaal

§ Der Zusammenbruch der Lübecker Bank für Handel und Gewerbe vor Gericht. Wegen des Zusammenbruchs der Dank für Handel und Gewerbe in Lübeck hatten sich der Bank­direktor Hirschfeld, die Bankbeamten Wulf und Thomson und der Van1v»rsteher W a r n ck vor dem Gericht in Lübeck zu verantworten. Hirschfeld wurde zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und zu 700 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Sechs Monate Untersuchungshaft werden an» gerechnet, die Haftentlassung wurde abgelehnt. Wulf wurde zu 800 Mark, Thomson zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Warnck wurde freigesprochen.

§ Geistig gesund, aber von den eigenen Töchtern inS Irren­haus gebracht. Vor der Großen Strafkammer in Potsdam findet die Berusungsverhandlung gegen die beiden Töchter des 82 Jahre alten früheren Oberamtmannes Klcinbarih aus Werder statt. Die beiden Frauen lebten mit dem Greis in Unfrieden und suchten sich seiner dadurch zu entledigen, daß sie ihn in eine Irrenanstalt bringen ließen, nachdem ein Pots­damer Arzt bescheinigt hatte, daß Kleinbarth geisteskrank fei. Der Arzt hatte jedoch denKranken" niemals untersucht. Im Irrenhause wurde Kleinbarth für geistig und körperlich gesund erklär!. Es wurde dann gegen die beiden Töchter Anklage er­hoben und die eine von innen. die Bankiersgattin Kleisinger,

* Heu- und Strohnoticrungcn. Roggenstroh, brabtaeh, 1,00-1,20; Weizenstroh, drahtgepreßt 0,85-110; AN drahtgepreßt 0,650,75; Gerstenstroh 0,650,75;

stroh 0,951,20; Roggenstroh, bindfadengeprcßr 086^7^ Weizenstroh, bindfadengepreßt 0,750,90; Häcksel 165_i Heu, handelsüblich 1,401.60; Heu, gutes 2,002,30 3,00-3,40; Kleeheu 3,00-3,40. Drahtgepreßtes H-ü äa W über Notiz. ° *>6.

Berliner Schlachlviehmarkt. (Amtlicher Bericht) wurden für 50 Kilogramm in Mark:

Ochsen: 1. vollfl ausgemäst höchst. Schlachtw., jg

2 sonstige vollfletschtge

3. fleischige

4. gering genährte

ältere jüng ältere

27. 5.

59-60

5558

Bullen: 1 jüngere, vollfl., höchst Schlachtwertes 2 sonstig« vollfletschtge oder ausgemäftete 3 fleischige

4 . gering genährte

Kühe: 1. jüngere, fleischige, höchsten Schlachtw

2 sonstige vollsleischige oder ausgemästete

3 fleischige

4 gering genährte

Färsen: 1 vollst., ausgemäst., höchst Schlachtw

2 vollfleischige

3 fleischige

Fresser: 1 mäßig genährtes Jungvieh

Kälber: 1 Doppellender bester Mast beste Mast- und Saugkälber

2 . mittlere Mast- und Saugkälber

3 geringe Kälber

Schafe: 1 Maplämmer u. ja Masth (Weidemast) 2 Mastläm»er wb junge Mastham (Stattmast) 3 mittlere Mastlämmer, ältere Mafthammel und gei genährte Schafe

Schweine: 1 Feklschwetne über 300 Pfd

2 vollst Schi

3 vollst 5epi

4. vollst

5 fleisch

«weine

«weine

v v.

Schweine v

Schweine v

6 fleischige Schweine

etwa 240300 Pfd etwa 200-240 Pfd etwa 160200 Pfd etwa 120160 Psd unter 120 Psd

B

7 Sauen

Austrieb: 1146 Rinder, darunter 252

5254 48-5] 5556 5354 5152 4850 4448 38-42 3035 2425 5456 5053 4449 4349

70-80

60-68

4558

6265

58 5861

61 60-61 59-61

50

Bezahl, 23.5.

5759

54-57

5153 47-50

54-56 5253 50-51

4849 45-49 8843 5035 2428 53-65 4951 43-48 43-4«

72-81 60-70 45-68

6263

5760

62

62 61-63 6163 60-62

63

. Ochfen, 360 Bullen, 534 Kühe und Färsen; 3365 Kälber, 5166 Schafe, zum Schlacht- hos bireft 724 Schafe, 14 014 Schweine, zum Schlachthos direkt seit letztem Viehmarkt 2456 Schweine, 444 Auslandsschweine. Verlauf: Bei Rindern glatt; bei Kälbern ruhig, schwere Kälber vernachlässigt; bei Schafen gute Lämmer gesucht, sonst ruhig; bei Schweinen bei nachgebenden Preisen ziemlich glatt, fette Schweine vernachlässigt.

* Amtliche Berliner Butternotierungen. Infolge des Himmelsahrtstages werden die Butterpreise in dieser Woche am Mittwoch und Sonnabend festgesetzt.

* Berliner Schweine- und Ferlelmarkt. (Magervtehhof in Sriedrichsfelde.) Amtlich. Auftrieb: 266 Schweine und 254 erkel. Verlauf: Langsam bei weichenden Preisen. Es wurden gezahlt im Großhandel für Läuferschwetne, 56 Monate alt 6585; Polke, 34 Monate alt 5065; Ferkel, 913 Wochen alt 4050, 68 Wochen alt 3410 Mark per Stück.

wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, während die andere freigesprochen wurde. Gegen dieses Urteil haben der Staatsanwalt und die Verurteilte Berufung eingelegt.

Wandern und Reisen.

»Das Schönste was Europa bietet", betitelt sich des Pro­gramm der diesjährigen Erholungsreisen der bekannten # ner Verlag und Reisedienst G.m.b.H", München 39, In* 15, das soeben in Form einerReisemappe" erschienen ist. Vorwort hat Fr. Willy Frerk, ein bekannter Berliner Fach­schriftsteller verfaßt, es folgen dann allgemeine Reisewinst und schließlich von jeder Erholungsreise eine ausführliche Beschrei­bung mit prächtigen Bildern auf Kunstdruckpapier (zirka Bilder). Das Ganze wird in einer Mappe versandt, die m Titelbild (Photomontage) nochmals die Glanzpunkte der Rei­sen zeigt. Mit jeder Erholungsreise veranstaltet der oben genannte Verlag auch einen originellen Photowettbewerb für die Teilnehmer. Die schöne Reisemappe erhalten die Leser unserer Zeitung, wenn sie sich auf die vorstehende Notiz be­rufen, gegen Einsendung von 30 Pfennig Unkostenbeitrag (Originalpreis 1 RM.) von derAlpiner Verlag und ReP- dienst G.m.b.H.", der anerkannten Organisation für vorbild­liche Reiseführung, München 39, Postscheck München 243 70 zu­gesandt. _

Die Verwendung von lebenden Katzen zur Dressur

von Hunden.

Von N. Kratz, Darmstadt.

Am Palmsonntagd. Js. veranstaltete man in dem Dorfe X eine Prüfung und Wertung für einjährige Jagdhunde. Der Auftakt zu dieser Prüfung war leider für jeden Tierliebhaber und gefühlvollen Menschen geradezu abschreckend und grauen­erweckend genug, um einmal öffentlich besprochen zu werden, zu­mal derartige Veranstaltungen sich in den letzten Jahren in ähnlicher Weise häufig wiederholt haben.

Als die Glocken zum Buß- und Bettagsgottesdienst läuteten, da zogen wohl 50 Jäger mit Hunden und Katzen hinaus auf die Flur, um hier mit demKatzenwürgen" zu beginnen. Nicht, daß Die armen, verängstigten Opfer schon von weit her in Säk- ken und Kisten mitgeschleppt wurden, war das Schlimmste, nein, denn was letzt geboten wurde, war Tierquälerei, wie sie ärger nicht getrieben werden kann. Kaum war eine Katze im freien Felde losgelaffen, als sich dann der durch Geruch und Hetze scharf gemachte Hund auf sein verängstigtes Opfer stürzte. Konnte er es nun in der Flucht ergreifen, so war das Ende kurz. Setzte sich das Tier aber in berechtigter Verteidigung zur Wehr oder sprang dem Angreifer entgegen, so liefen sogleich 23 Hundeführer herbei, bedrängten den Schwächeren von hinten mit Stöcken, warfen das vor Todesangst zitternde Tier in die Luft, um so die feigen und schlecht dressierten Elemente anzu­feuern und ihnen die schwachen Stellen im Angriff zu zeigen. Es kam vor, daß eine Katze erst vom dritten Hund erleoigt wur­de. Als die Kräfte des armen Tieres versagten, legte es sich auf den Rücken und wehrte sich in Verzweiflung mit seinen Krallen. Die Bevölkerung des kleinen Dörfchens stand mit geballter Faust abseits ober wandte sich ab, wie man auch einige Jäger bemerkte, die dies gleichfalls nicht mit ansehen konnten. Und die Jugend? Sie wird wohl in respektvoller Entfernung gehalten, aber sie sieht 'es doch.Quäle nie ein Tier zum Scherz", das gilt doch nur für die Kleinen im Schulsaal, den Großen ist dies sicher erlaubt! ! Dies Beispiel hier wirkt besser als das Gute.

Und wer ist der Veranstalter, wer sind die Tierquäler, die ausgerechnet in der Passionszeit, 5 Tage vor Karfreitag diesem rohen Sport obliegen? . . . Männer, sogar in Begleitung von Frauen, die zweifellos für sich das Recht von Kulturträgern in Anspruch nehmen.

Wenn auch ein Teil der Jäger diese Art der Hundeprüfung zu rechtfertigen versuchen und für unbedingt notwendig halten wird, so gibt es eine große Anzahl Anhänger des edlen Waid­werks, die dies nicht hilligen. Die Pressestelle des deutschen Kartells für Hundewesen, Herr E. v. Otto, Bensheim, schreibt nach einer Drucksache des Berliner Tierschutzvereins unterm 18. April 1930:

Im Hess. Jagdklub, dem ich angehöre, wird nur an Raub­wild geprüft, nicht an Katzen. Es steht zu erwarten, daß nach

Annahme des neuen R. St. G. V. Erlasse die Verwendung von Katzen unter Strafe stellen werden. Ich persönlich hoffe es. Ich arbeite schon längst daran, daß das Prüfen auf das allernö- tigffe beschränkt werde, wir bringen in W. u. H. nie Bilder von Katzen würgenden Hunden. Ich habe den Vereinen, denen ich nahestehe, vorgeschlagen, die Schärfe an Gitterkasten mit leben­dem Fuchs zu prüfen, so daß der Hund das Raubwild nur durch das Gitter verbellen kann. Das genügt, aus dem ganzen Ver­halten des Hundes seine angeborene Raubzeugschärfe zu beur­teilen, nach meiner Ansicht vollkommen".

Wie hieraus hervorgeht, besteht die Möglichkeit, den Miß­stand zu beseitigen. Es kann und muß die oben beschriebene Tierquälerei für die Folge vermieden werden. Behördliche Maßnahmen werden angeregt werden, die die Verwendung von Katzen bei Hundeprüfungen unter Strafe stellen. Alle Tier­freunde und edeldenkende Menschen werden gebeten, den Tier­schutzverein für Hessen in seinem Bestreben zur Verhinderung der Tierquälereien zu unterstützen.

Schutz dem Zungwilde!

Mit Ende Mai beginnt wiederum die Setzzeit des Rehwil­des, und die große Kinderstube, welcher die Natur um diese Jahreszeit gleicht, bedarf vermehrt des Schutzes nicht nur des Weidmannes und Wildhegers, sondern auch aller sonstigen ein­sichtigen Kreise der Bevölkerung. In diesem Zusammenhänge weist der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein wiederum auf die Gefahren hin, die dem hilflosen Jungwilde drohen, und bit­tet alle diejenigen, die in Wald und Feld auf Jungwild stoßen, ihm ihren Schutz angedeihen zu lassen. Vor allem sei dringend gewarnt vor jeglichem Berühren Streicheln oder gar Aufnehmender Rehkitze. Alljährlich kommt es immer wieder und leider nur zu oft vor, daß Wanderer sich drückende Rehkitze streicheln, auf den Arm nehmen oder wo­möglich, im Glauben, denverlassenen" Tierchen helfen zu müssen, vom Fundorte megtragen und dem Revierinhaber ober nächsten Forstbeamten überbringen. Hiermit wird den Reh­kitzen schwerster Schaden zugefügt. In den ersten Tagen nach dem Setzen sind die Kitze noch recht unbeholfen und drücken sich, weil sie der Ricke noch nicht zu folgen vermögen, dicht an den Boden. Daher der Glauben, die Tierchen seien von der Mutter verlassen und bedürfen menschlicher Hilfe. Dem ist aber keineswegs so. Läßt man die Kitze unberührt, so wird sich die Mutter bald, nachdem sich die Menschen entfernt haben, wieder einfinden und sich der Tierchen annehmen. Anders aber, wenn die Kitze durch das Berühren oder Streicheln mit Men­schenwitteruna behaftet sind. Dann pflegt die Ricke, durch die Witterung erschreckt, abzuspringen, und läßt die hilflosen Tier­chen im Stich. Die Folge ist daß sie zugrunde gehen müssen. Davor kann sie auch menschliche Pflege (etwaiges Aufziehen mit der Flasche) nur in den seltensten Fällen bewahren. Meist sind die wenige Tage alten Geschöpfe noch so zart, daß sie selbst bei liebevollster Pflege eingehen. Darum: Hände weg von allem

Jungwild, in Sonderheit von den Rehkitzen! Die ihnen zuge­dachte Hilfe wird nur zu oft ihr Verderb!

Nächstdem droht allem Jungwilde nicht minder große ®e- fahr von frei umherlaufenden Hunden. Man bedenke: Feder Hund ist ein Raubtier, wird von seinen Raubtierinstinkten ge­leitet, hetzt und reißt, was er irgend erreichen kann. Besonders die schnellen und ausdauernden deutschen Schäferhunde reizen mühelos jedes Stück Jungwild und richten so ynmiederbnE lichen Schaden an. Mehr noch als sonst im Jahre ist es daher Pflicht der Hundebesitzer, ihre Hunde bei sich zuchalten und^an- zuleinen, wenn sie sie auf Spaziergängen in Wald und mitnehmen. Das gebietet nicht nur die Rücksicht aus die Vierinhaber, die für die Erhaltung des Wildstandes große Sum­men opfern, sondern liegt auch im dringendsten Interesse w Volkswirtschaft und des Naturschutzes. Niemand hat das Nem, diese Güter der Volksgesamtheit mutwillig oder fahrlässig schädigen. Mit Recht seisen sich Hundebesitzer, die solches anerkennen wollen, der Gefahr schwerer Bestrafungen aus. o. dem sei besonders darauf hingewiesen, daß in Preußen u vielen anderen deutschen Ländern ber Jagdberechtigte besM ist. frei umherlaufende Hunde zu töten. Mögen alle "" besitzer dies bedenken und einsichtig genug sein, dafür zu daß dem Jungwilde durch Hunde kein Schaden geschieht!

.Mögen alle Hunde- g sein, dafür zu sorgen,

Tiere als Wetterpropheten.

Aus dem Verhalten der Tiere wissen der Bauer und der ö^ ger das Wetter oftmals richtiger vorauszusagen, als das terglas. Als befonbers zuverlässige Wetterkünder 8^"en nen, Frösche, Vögel, Mücken und Bienen. Wenn die SM weben und lange Fäden ziehen, läßt sich dauernd schönes vorhersagen. Viele Hängespinnen, die fleißig arbeiten, t . schönes Wetter, sind sie aber faul, kommt Regen. Wenn Frösche in den Tümpeln bis spät in die Nacht hinein. qu , kommt gut Wetter auf längere Zeit;lassen sich aber «J« serfrösche hören mit Knarren, brauchst du nicht lang aus » zu harren." Fliegen Schwalben und Lerchen hoch m ten, dann ist schönes Wetter im Anzug, wenn sie aber . fliegen, der Pfau nachts oft laut schreit, Spatz und Heim ber Dorfstraße im Sande baden, dann wird es bald Nege » ben,Wenn die Wachteln fleißig schlagen, tun sie von ^

ttnrage tm sanbe haben, bann miro es ww ^- ^

Wenn die Wachteln fleißig schlagen, tun |te von

Schlugen die Pferde am Wagen immer nach den. t0>

sagen". Schlugen ote Pserüe am tragen immer ""^ "^. aIßs fen, so ist ein Gewitter nicht weit, dagegen hält des Abe» Rér Mückenschwarm das Wetter schön und warm.' .fl

Bienen aus zum Sammeln des Honigseims und kehren k den Stock zurück, so ist andauernd mit schönem Wetter nen; es kommt aber bald Regen, wenn sie frühmorgens fliegen, aber nicht weit vom Korb sich entfernen und och°,M- kehren. Ein origineller alter Sainmelreim über der lautet:So die Hunde das Gras speien und ote » über Flöh' schreien Oder die Zehen jucken -tut da ter naher rucken.