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Zul-aer /Anzeiger

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Nr. 102 1930

Fulda, Freitag, 2. Mai

7. Jahrgang

Eisenbahnsorgen.

Es ist heutzutage wirklich kein besonderes Vergnügen, in Deutschland Minister zu sein. Ein Vergnügen ist's auch nicht, als Generaldirektor der deutschen Eisenbahnen zu amtieren. Bisher gab es deren zwei und keiner von ihnen hatte und hat es leicht. Nach dem Kriege voll­brachte der verstorbene Leiter des bald geeinten deutschen Eisenbahnwesens, Sser, das furchtbar schwere Werk, die durch den Krieg und seine Folgen in Grund und Boden gewirtschaftete Eisenbahn nach dem riesigen Extra­aderlaß der Waffenstillstandsbedingungen einiger­maßen wieder in Ordnung zu bringen, aber erst die Zeit nach der Inflation und der wirtschaftlichen Neuordnung hat trotz der schweren Tributlast, die aus ihr liegt, die Eisenbahn wieder etwa auf den Stand der Vorkriegszeit kommen lassen. Und mit leiser Wehmut und neidischem Gefühl mag der jetzige Generaldirektor Dorpmüller an seine Vorgänger von einst, an die Maybach und Breiten­bach, denken, die nicht wußten, wohin mit den Überschüssen aus dem preußisch-hessisch-badischen Eisenbahnbetrieb.

Jetzt ist der Verwaltungsrat der Reichseisenbahn wieder einmal sorgenbeschwertenGemütes zu­sammengetreten, um den Geschäftsbericht für 1929 ent- gegenzunehmen, vor allem aber, um sich darüber schlüssig zu werden, was eigentlich geschehen soll, um bessere Ein­nahmen zu erzielen. Denn man ist für das vergangene Jahr in der Bilanz sozusagen noch mit einem blauen Auge weggekommen, hat ungefähr denselben Überschuß erzielt wie im Jahr zuvor aber die ersten drei Monate des Jahres 1930 haben einen Einnahmerückgang von 130 Millionen gegen die gleiche Zeit des Vor­jahres auszuweisen, der durch schärfste allzu scharfe Drosselung der Ausgaben nur auf 85 Millionen herunter­gedrückt werden konnte.Es muß etwas geschehen!" pflegt man ja dann zu sagen, nur wissen diese weisen Leute meistens selbst nicht, was denn nun eigentlich geschehen soll.

Tariferhöhung? Ein zweischneidiges Schwert, schließlich ist und fühlt sich die Eisenbahn als In­strument zur Förderung und nicht zur Einschränkung des Verkehrs, weiß, welch wichtige volkswirtschaftliche Bedeu- lung und Verantwortung sie besitzt. Jetzt, da es der Wirt- chaft also auch ihrem Verkehrsinstrument, der Eisen­bahn so schlecht geht, alles darangesetzt werden müßte, die Produktion zu verbilligen und erleichtern, soll eine Tariferhöhung im allgemeinen oder im speziellen statt- iinden! Die Not der Landwirtschaft, des Handels und des Gewerbes, der Industrie in Ostdeutschland ist ganz wesentlich ein Tarifnotstand und nun sollen die Bcförde- cungskosten noch gesteigert werden! Und selbst wenn dies bejaht werden würde, weil nicht anders mehr die Ein­nahmen und die Ausgaben ins Gleichgewicht gebracht werden können, so erhebt den mahnenden und drohenden Finger die Konkurrenz.

Auch das mag ja bei dem Generaldirektor Gefühle )es Neides auslöfen, wenn er daran denkt, daß seine Vor- Zänger so ganz und gar nicht von Konkurrenzsorgen ge­brückt waren, weil die Eisenbahn für den Verkehr ein tat­sächliches Monopolrecht besaß. Sie hat es nie mißbraucht, Jenn wohl nirgends fuhr man so gut, schnell und billig wie in dem Vorkriegsdeutschland. Jetzt ist's anders und Dr. Dorpmüsser beziffert den Verlust, den die Reichsbahn wrch ihre Hauptkonkurrenz, den Kra f 1 wagen- betrieb, im vergangenen Jahreerlitten" hat, auf 400 bis 500 Millionen. Dazu der gleichfalls sich durch Kanal- reubauten steigernde Wasserverkehr, der der Eisenbahn Noße Teile des Massengüterverkehrs entzieht. Auch der Flugverkehrknabbert" an den Einnahmemöglichkeiten der Reichsbahn. Aber die Technik, die Verkehrserforderniffe, bie Ausgabennotwendigkeiten für Ausbau des Betriebes wd seiner Sicherheit schwellen viel rascher an als früher. Früher schaffte man das dafür notwendige Geld grund- ätzlich durch Anleihen heran, aber jetzt ...

Denn die Eisenbahn hat ja nach wie vor ihre Tri bu tlast von 660 Milli o n en zu tragen, die ne alljährlich jetzt an die Internationale Bank zu zahlen bat. Dazu noch an die Reichsregierung den Ertrag Jer Beförderungssteuer, die ein ziemlich hoher Aufschlag tnf die Personen- und Gütertarife ist. An wen er be- »ahlen muß, ist aber dem Reisenden gänzlich egal, ist es ebenso für die Kosten der Güterbeförderung es kommt in beiden Fällen nur auf das Wieviel? an Die Verwal­tung ist aber mit der Drosselung der laufenden ebenso wie der einmaligen Ausgaben nicht ohne sonstige schwere Schädigung des gesamten deutschen Wirtschafts­iebens, für das dieser früheregrößte Auftraggeber" von lebenswichtiger Bedeutung war und ist bis an die äußersten Grenzen des Wirtschaftlichen und der Pflicht zur Sicherheit für Mensch und Gut gegangen: weiter geht es einfach nicht mehr. Und für die Eisenbahn,die dem Lerkehr dient", gilt das Sprichwort besonders: Wer rastet, der rostet, auch wenn dies Rasten erzwungen ist. Ge­holfen wäre ihr. wenn das Reich ihr irgendwie in der 'ttogé der Beförderungssteuer, also einer Sonder- Jelaftung, entgegenkommen würde. Wenn . . . ^ Vor allein, weil die Eisenbahn au ihren Einnahmcrückgängcn deutlich genug die Wirtschaftskrise zu spüren bekam und "och lange verspüren wird.

Wenn die Reichsbahn jetzt 250 Millionen aus dem Ertrage der ersten Reparationsanleihe erhält, so bedeutet das auch keine entscheidende Wendung zum Besseren, londern nur eine kleine Hilfe in der dadurch nicht ge­wendeten Not

Die Vorbereitung der Aktienemission der B. I. Z.

= Brüssel. Die von der Bank für Internationalen Zahlung»-, ausgleich einberufene Bankierkonferenz ist hier zusammen-- ^treten. Es wurden die allgemeinen Bedingungen geprüfte unter denen die Emission des Aktienkapitals der Bank erfolge«

Der 1. Mai ist ruhig verlaufen!

Im Reiche und im Ausland kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen.

Die Arbeitsruhe am 1. Mai geht zurück!

Die Maifeiern.

In der Reichshauptstadt.

Die sozialdemokratischen und kommunistischen Par­teien wurden bei ihrer Maifeier in Berlin von herrlichem Frühlingswetter begünstigt. In den Stadtvierteln mit Arbciterbevölkcrung zeigten sich viele rote und auch schwarz-rot-goldene Fahnen. Die meisten industriellen Betriebe feierten. Jedoch war in den großen Werken gegen das Vorjahr eher eine Abschwächung als eine Ver­stärkung der Arbeitsruhe zu konstatieren. So wurde bei den Siemenswerken in allen Abteilungen gearbeitet. Bei derKnorr-Bremse" erschienen 65 Prozent der Belegschaft. In den städtischen Bureaus war Sonntagsruhe. Die lebenswichtigen Anstalten blieben im Betrieb. Allen städtischen Arbeitern und Angestellten war die Beteiligung an der Maifeier freigestellt. Schon in den frühen Morgen­stunden begann in den einzelnen Stadtvierteln der Auf­marsch der Kommunisten, deren Kundgebung um 1014 Uhr im Lustgarten festgesetzt war. Die Sozialdemokraten hatten ihre Demonstration um 1 Uhr ebenfalls im Lust­garten angesetzt.

Pis in die Abendstunden hinein war von größeren Zwischenfällen nichts bekannt geworden. Kleine Zu­sammenstöße blieben natürlich nicht aus. Jugendliche Kommunisten griffen eine Berufsschule in der Wassertor­straße an, aber die Polizei verhinderte rechtzeitig größere Unannehmlichkeiten. Mehrfach mußten kommunistische Teilnehmer, welche die Uniform des verbotenen Rotfront­kämpferbundes trugen, aus den Zügen herausgeholt werden.

Die Kommunisten.

Das Treffen der Kommunisten im Lustgarten ver­zögerte sich stark, so daß um 12 Uhr die Zugangsstraßen völlig verstopft wa^ey. Die einzelnen Gruppen der aus­marschierenden .Kommunisten trugen Plakate mit ent­sprechenden Aufschriften und rote Fahnen. Im Lustgarten sprachen nach gemeinsamem Gesang der Internationale die Abgeordneten Thälmann, Neumann und Pieck sowie andere Funktionäre. Nach wiederholten Musikaufführungen wurde die Feier beendet, zu der nicht alle Teilnehmer hatten Vordringen können, denn der Polizei waren etwa 32 000 Personen gemeldet worden, während 50 000 erschienen. Der Abmarsch erfolgte in mehreren großen Hauptzügen nach Neukölln und nach dem Norden zu.

Oie Sozialdemokraten.

Der Aufmarsch der Sozialdemokraten mit einem Wald von roten Fahnen und Jnschristplakaten erfolgte kurz nach 12 Uhr zum Lustgarten nach dem vereinbarten Programm, wonach Trennung der Kommunisten rind der Sozial­demokraten vorgesehen war. In 23 großen Sälen Berlins sammelten sich morgens die Sozialdemokraten und ent­sandten von dort ihre Abteilungen. Der Verkehr auf dem Schloßplatz wurde stark behindert, da die Autobusse, Kraft­droschken und Geschäftswagen sich jedesmal stauten, wenn ein Zug durchmarschierte. Von der Rednerbühne vor dem Alten Museum sprach bei Beginn der Feier der Reichs­tagsabgeordnete Peter Graßmann, der sich gegen das Kabinett Brüning wandte und Verkürzung der Arbeitszeit wie den Ausbau der Arbeitslosenversicherung als notwendige Forderungen bezeichnete. Die Musik­kapellen sekundierten den Ansprachen. Der gesamte An- und Abmarsch nahm mehrere Stunden in Anspruch, voll­zog sich aber fast reibungslos. Am Nachmittag und am Abend veranstaltete die Sozialdemokratie Feiern in vielen großen Etablissements.

3 m Reiche.

In Frankfurt a. M. verlief die Maifeier bis nach­mittags ruhig und in Ordnung, ebenso in München, wo 20 000 Menschen demonstrierten. In Posen kam es in der Nacht zum 1. Mai zu verschiedenen Zusammen­stößen der Kommunisten mit der Polizei. In H a m b u r g herrschte fast völlige Feiertagsruhe und die Maidemon­strationen hatten besonders starke Beteiligung aufzuweisen. Die Kommunisten marschierten vormittags auf, die Sozialdemokraten nachmittags.

Urteil im Pfadsinderprozeg.

Bromberg, 2. Mai. Heute in den Morgenstunden hat das Bromberger Bezirksgericht im sogenannten Pfadfinderprozetz das Urteil gefällt. Dr. Walter Burchardt wurde auf Grund des Art. 5 K 1 des Spionagegesetzes zu 1 Jahr Gefängnis, wegen § 128 (Eeheimbündelei) zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt; die Strafe wird zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis zusammengezogen. Mielke wurde aufgrund des § 128 zu 3 Mo­naten Gefängnis und zu 1200 Zloty Geldstrafe wegen zwei­maligen unrechtmäßigen Erenzübertritts, Preuß wegen § 128 zu 3 Monaten Gefängnis und zu 800 Zloty Geldstrafe wegen einmaligen unrechtmäßigen Grenzübertritts verurteilt. Burow wurde freigesprochen. Die Vertreidiger haben gegen dieses Urteil sofort Berufung eingelegt. Da die Verhandlungen hin- ter verschlosienen Türen stattfanden, sind die Strafanträge des Staatsanwalts nicht bekannt; ebensowenig kann sich die Öffentlichkeit ein Urteil darüber bilden, wie der ganze Prozeß verlaufen ist.

Oas Ausland.

Ruhig blieb es in Wien, wo die Auszüge von Musik­kapellen begleitet vor dem Rathause an dem Bürgermeister und den sozialdemokratischen Stadträten und Gemcmderätcn vor­beizogen. Paris meldet ruhigen Verlauf der Feier. Die Zahl der teilnehmenden Arbeiter schwankte zwischen 50 und 100 Prozent der Gesamtheit. Die Metallfabriken hatten ge­schlossen. Die öffentlichen Verkehrseinrichtungen funktioniertem normal. Verhaftet wurden zahlreiche Kommunisten und Aus­länder. Von der kommunistischenHumanitè" wurden in der Nacht vorher 105 000 Exemplare beschlagnahmt. Der Kraft- droschkcnverkehr ruhte fast vollständig. Stark besuchte Massen­versammlungen hielten in Warschau die Sozialisten, die Regierungssozialisten und die Kommunisten ab. Mehrfach kam es zu starken Zusammenstößen mit russischen Kommunisten. Al o s k a u veranstaltete zum 1. Mai eine Parade der Gar­nison. Fluggeschwader kreisten über dem Paradeplatz. Nach der militärischen Parade folgten die Maikundgebungen her Arbeiterverbände, bei denen man polemisierende Plakate gegen den Papst und gegen das Bürgertum sah. Tokio hatte eine ruhige Maifeier von etwa 50 000 Personen. Es wurden 100 Verhaftungen vorgenommen. Man sah auch etwa 1000 Frauen.

In Osaka demonstrierten 30 000 Personen.

Zusammenstöße in Warschau.

Bei den 1. Mai-Kundgebungen kam es in Warschau mehrfach zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und demonstrierenden Kommunisten. Bisher wurden etwa 30 Kommunisten verhaftet. Zahlreiche Fahnen und Transparente mit staatsfeindlichen Aufschriften wurden beschlagnahmt. An einigen Stellen der Stadt wurde die Polizei von Kommunisten mitSteinenbeworfen; mehrere höhere Polizeioffiziere wurden verletzt. Auf Polizeispitzel gaben die Kommunisten mehrfach Re- v o l v e r s ch ü s s e ab.

In der Tschechoslowakei:

Die von den sozial istischeu Parteien und von den Kommuni­sten veranstalteten Auszüge und Maifeiern verliefen in der Hauptstadt in vollkommener Ruhe und Ordnung. Da in der tschechoslowakischen Republik der 1. Mai Staatsfeiertag ist, ruhte in sämtlichen Betrieben die Arbeit. Trotzdem war die Beteiligung überraschend geringfügig. Die Veranstaltungen der tschechischen Nationalsozialisten und der tschechischen sowie der deutschen Sozialdemokraten verliefen ohne jeden Zwischen­fall. Bei der kommunistischen Veranstaltung kam es zu ge­ringfügigen Zwischenfällen.

In Frankreich:

Der 1. Mai ist in ganz Frankreich in diesem Jahre besonders ruhig verlaufen. In vielen Städten wurden Umzüge und Kund­gebungen veranstaltet, die jedoch nur zu wenigen, bedeutungs­losen Zwischenfällen führten. So wurde nach einer im Innen­ministerium eingegangenen Meldungen in Valenciennes ein Belgier, der bei einer öffentlichen Kundgebung sprechen wollte, verhaftet und ausgewiesen. In Rouen versuchten,feiernde Ar­beiter ihre Arbeitsgenossen an der Arbeit zu hindern. Die Polizei griff ein. Bei dem Handgemenge wurden einige Per­sonen unwesentlich verletzt. Rach Mitteilungen der Polizei­präfektur sind heute im ganzen 687 französische und 94 auslän­dische Manifestanten in Paris verhaftet worden.

Zn Madrid:

Der erste Mai ist hier und im Lande in größter Ruhe ver­laufen. Nur die Autoführer feierten. Die Straßen- und Un­tergrundbahnen verkehrten. Die Arbeiter waren, wie üblich, mit ihren Familien zum größten Teil aufs Land gezogen.

Zn Norwegen:

Der 1. Mai ist im ganzen Lande ruhig verlaufen. In Oslo fand ein Demonftrationszug statt, der eine größere Beteiligung aufwies als in früheren Jahren. Ein kommunistischer Demon­strationszug zählte nur etwa 400 Teilnehmer.

Zu Ungarn:

Der 1. Mai ist in Budapest und ganz Ungarn ruhig ver­laufen.

Zn Bulgarien:

Der heutige Tag ist hier ruhig verlaufen. Die Stadt bot den gewohnten Anblick. lleberall wurde gearbeitet. Ein ein­ziger, unbedeutender Zwischenfall ereignete sich, als Kommuni­sten im Zentrum der Stadt versuchten, eine Kundgebung zu veranstalten. Auch in der Provinz wurde die Ordnung nir­gends gestört.

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Das Reichskabinett trat zu einer Sitzung zusammen und beschäftigte sich neben lausenden Angelegenheiten mit der Frage der Osthilfe.

* Zm Rechtsausschuß des Preußischen Landtages wurde ein deutschnationaler Antrag auf Beibehaltung der Todesstrafe adgelehnt.

* Die Maifeiern verliefen bis gegen Abend überall ohne besondere Zwischenfälle. Auch aus dem Ausland liefen während des Tages keine alarmierenden Meldungen ein.

* Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober setzte seine Reise von Paris nach London fort und wurde dort feierlich empfangen.

* Im Handwerk ist eine langsame Belebung zu verzeichnen. Die Handwerkswirtschaft im Monat April blieb jedoch noch hinter der des Vorjahres zurück.