Zulöaer Anzeiger |
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5^85 Donnerstag, 10. April 1930
Bolkszählen ist zu teuer.
Eigentlich Hätre in diesem Jahre 1930 im Deutschen Reiche eine Volkszählung stattfinden müssen, weil alle fünf Jahre eine fällig wird und die letzte im Jahre 1925 stattgefunden hat. Die zuständigen Stellen haben sich aber sie Sache überlegt und die Zählung diesmal ausfallen lassen, weil das Volkszählen zu kostspielig ist, und weil wir momentan unser Geld für bessere Zwecke verwenden können, womit allerdin^ nicht gesagt sein soll, oaß eine Volkszählung von geringem Werte sei. Das Gegenteil ist der Fall! Aber wie gesagt, die kritische Wirtschaftslage zwingt uns, selbst wichtige Dinge einstweilen ungetan zu lassen.
Nur wenige dürften wissen, wie teuer sich eine Volkszählung gestaltet, wenn sie ordnungsmäßig durchgeführt werden soll. Die letzte Zählung zum Beispiel, die von 1925, hat nicht weniger als fast 16 Millionen Mark gekostet. Diese 16 Millionen verteilten sich freilich über mehrere Jahre, denn mit dem Zählen selbst ist eine Volkszählung noch lange nicht erledigt. Die eigentliche Arbeit fängt vielmehr erst nach der Zählung an, wenn das gewonnene Material verarbeitet werden muß, was immer mehrere Jahre in Anspruch nimmt und Hunderte von Hilfskräften beschäftigt. Als erste Rate für die Volkszählung von 1925 wurden im Etat 5 600 000 Mark angefordert. Im Jahre 1926 forderte man wieder annähernd sechs Millionen. In den Jahren 1927 und 1928 wurden für den gleichen Zweck — also die Verarbeitung des Zählungsmaterials — zusammen etwa 3,50 Millionen Mark verbraucht und schließlich wurden sogar noch jetzt im Nachtragsetat von 1929 fast 700 000 Mark angefordert. Also jetzt, nach fast fünf Jahren, sind wir mit der Zählung von 1925 noch immer nicht im reinen, und wenn jetzt wieder eine Volkszählung hätte stattfinden müssen, wären wir mit den Ausgaben für die Zählungen überhaupt nicht mehr fertig geworden. Also hat man aus ökonomischen Gründen die in Aussicht genommene neue Zählung einstweilen gestrichen.
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
Ae deutsche Kohlenwirtschaft.
Der Reichskohlenrat hielt in Berlin seine diesjährige Vollversammlung ab. Der Vorsitzende, von Velsen, erklärte, daß infolge des milden Winters im deutschen Kohlenbergbau eine Absatzstockung eingetreten sei, an der der Kohlenbergbau leide. Der im abgelaufenen Jahr besonders heftige Konkurrenzkampf mit dem englischen Kohlenbergbau habe schwere Opfer für den deutschen Kohlenbergbau gefordert. Hoffentlich werde die inter- ttationale Übereinkunft über die Kohlenabsatzregelung der deutschen Kohlenwirtschaft eine Besserung bringen. Der Geschäftsführer des Reichskohlenrates, Bennhold, gab einen längeren Bericht über die Lage der Kohlenwirt- schaft. Im verfloffenen Jahr habe der deutschen Kohlen- Wirtschaft die notwendige Stetigkeit der Entwicklung gefehlt.
Die deutsch-polnische Liqukdationsstelle in Berlin.
Zur Errichtung der deutsch-polnischen Liquidalions- stelle in Berlin wird mitgeteilt, daß die Zahl der ent* schädigungsberechttgten Personen sich auf etwa 6000 beläuft. Das Entschädigungskapital beziffert sich auf 200 bis 300 Millionen Mark. Die Entschädigungen als solche sind nicht einkommensteuerpflichtig, sondern lediglich die Erträge aus den Schuldbuchforderungen. Man hofft, daß das Vergleichsverfahren in einem Jahr durchgeführt sein werde. Von zuständiger Stelle wird dringendst vor Versuchen, den Geschädigten ihre Ansprüche abzukaufen, gewarnt. Irgendwelche Besorgnisse der Entschädigungsberechtigten sind völlig unberechtigt, da die Erledigung der Ansprüche jedes Geschädigten auf einfachste Art vorgenommen werden wird.
Rußland.
Aussöhnung zwischen Radek und Stalin.
Der auch in Deutschland sehr bekannte russische Revolutionspolitiker Radek, der in starke Opposition zu den offiziellen Sowjetführern geraten war, hat seinen Mieden mit dem ersten Leiter der Sowjetregierung, Stalin, gemacht. Karl Radek soll zur Leitung der deutschen Abteilung der kommunistischen Gewerkschafts- Mternationale, die im Juli 1930 in Moskau ihren Kon- 8reß abhalten wird, berufen werden.
Aus Zn- und Ausland
Berlin. Am 25. März ist in Kairo durch Notenaustausch Zwischen der deurschen Gesauluschast und dem ägyptischen -lußenmiuisterium ein vorläufiges Handelsabtom- wen geschlossen worden, das für den gegenseitigen Waren- veikehr die Behandlung der Meistbegünstigung Vorsicht. Das Abkommen, das mit dreimonatiger Frist gekündigt werden wnn, bedarf noch der Ratifizierung.
Berlin. Im Zusammenhang mit der Polizeiaktion gegen we kommunistische Zersetzungsarbeit in der Polizei und in "er Reichswehr ist es der Abteilung I A des Berliner Polizeipräsidiums im Anschluß an die Verhaftung des Schriftstellers ^--rnst Friedrich gelungen, in Berlin zwei weitere t o m m u - '''.stifte Geher m d ruckcreien auszuheben und ihren -eiter sestzunehmen.
London. Der in Bhinra verhaftete Sohn Gandhis, 'tam Das Gandhi, ist in Surat wegen Übertretung des Salz- Monopols der Regierung zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt worden. Vier seiner Begleiter erhielten ähnliche Strafen.
- Danzig. Der Sieucrausschuß des Danziger Volkstages hat Zündholz Monopolgesetz mit neun gegen acht summen angenommen. Dafür stimmten die Deutschnatio- vvlen, ein Vertreter der Beamtengruppe, das Zentrum und die ^vuonalliberalen. dagegen die Sozialdemokraten und Stammn»
. Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Stell- cnretcr des Außenkommissars der Sowjetunion, Litwinow, deutschen Botschafter von Dirksen empfangen und mit s * ewe längere Unterredung über die d e u t s ch - r u s s i - red» n y^tebungcn gehabt. Die Ergebnisse dieser Unter» inö vorläufig noch nicht bekanntgegeben worden. ae,»» ^â>au. Den Warschauer Untersuchungsbelwiden ist es n \ d" Zentralstelle der kommunistischen »^".verbände in Polen auf die Spur zu kommen. WritAsi L Haussuchungen wurden durchgeführt. Dabei sind 64 worden" d" Kommunistischen Partei Polens verhaftet
Beginn des Menschenraubprozeffes.
Die Reeder und der Kapitän des „Falke" vor Gericht.
In Hamburg begann der mit Spannung erwartete Prozeß gegen die Reeder und den Kapitän des Dampfers „Falke- - Felix Prenzlau, Felix Kramarsky und Zipplitt —, der sogenannte M e n s ch e n r a u b p r o z e ß, über dessen Vorgeschichte wiederholt berichtet worden ist Unter den Zuhörern sind
das Auswärtige Amt
und die fremden Konsulate, besonders die südamerikanischen. stark vertreten Man sah ferner den Reichskommissa. beim Seeamt, Admiral v. Uslar, und zahlreiche Juristen und Schiffahrls- und Handelsvertreter von Rana. Vor Verlesuna
Ter Komuiandant des Dampfers „Falle", Kapitän Zipplitt (mit Mappe):
des Eröffnungsbeschlusses stellte der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Alsberg- Berlin, den Antrag auf Vertagung, weil der Eröffnungsbeschluß lückenhaft sei. Der Staatsanwalt widersprach diesem Anträge. Das Gericht beschloß, die Verhandlung durchzuführen, indeni es den Vertagungsantrag ablehnte
Es folgte dann die Vernehmung des Angeklagten Prenzlau. Er erzählte, daß er und Kramarsky schon früher Waffengeschäfte mit China gemacht hatten, und daß er daher feine Bedenken gehabt habe, auch
mit Venezuela
ein Waffengeschäft zu machen. Es sollten 2000 Gewehre und eine Million Schuß Munition an venezolantscye Aufständische geliefert werden, und zwar sollten sie zuerst nach einer kleinen Insel im Atlantischen Ozean gebracht werden Ein solches Waffengeschäft sei durchaus nichts Unmoralisches und außerdem hätten er und sein Sozius dabei 200 000 Dollar verdienen können. — Es geschieht, wie hier bemerkt sein mag, in der Geschichte der deutschen Strafrechtspflege $um erstenmal, daß der § 234 des Strafgesetzbuches zu einem Strafverfahren führt Der Paragraph lautet: „Wer sich eines Menschen durch List, Drohung oder Gewalt bemächtigt. um ihn in' hilfloser Lage auszusetzen oder in Sklaverei, Leibeigenschaft oder in auswärtige Kriegs- oder S ch i f f s d i e n st e zu bringen, wird wegen Menschenraubes mit Zuchthaus bestraft."
Weitere Beschlagnahme kommunistischer Zersetzungsschriften.
Berlin. Im Verlaufe der weiteren Nachforschungen tiadj Herstellern kommunistischer Zersetzungsschriften für Schutzpolizei und Reichswehr hob die Polizei erneut eine Druckerei in der Wilhelmstraße in Berlin-Lichtenberg aus. Neben größeren Mengen von Zersetzungsschriften, mbesondere solchen für die Reichswehr, wurde umfangreiches Druck und Beweis material beschlagnahmt. Insgesamt sind bisher fünf Personen festgenommen worden, unter anderen der Druckcreibesitzcr Lenz und dessen Sohn. Inzwischen wurde eine weitere Druckerei ermittelt, die sich ebenfalls mit der Herstellung von Zersetzungsschriften befaßt hat. Die Feststellungen gaben ergeben, daß zwischen dem vor einigen Tagen dem Richter vor- geführtcn Friedrich und den erwähnten Druckereien ein enger Zusammenhang besteht.
Die „Emden" bei einem Zusammenstoß beschädigt.
Nach einem bei Lloyds aus Charleston (Südkarolina) eingetroffenen Telegramm ist der amerikanische Dampfer „Arlyn" bei der Einfahrt ins Dock mit dem deutschen Kreuzer „Emden- zusammengestoßen, wobei beide Schiffe leicht beschädigt wurden.
Aus dem Genchissaas
§ Die Sühne für den Einbruch in die Reichsbahnkasse in Reichenberg. Vor dem Kreisgericht in Reichenberg fand die Verhandlung gegen die vier Einbrecher, die am 22 Dezember vorigen Jahres den Einbruch in die Güterkasse der Reichsbahn in Reichenberg ausgeführt hatten, statt. Es waren den Einbrechern 126 000 tschechische Kronen und 13 000 Mark in die Hände gefallen. Das Gericht verurteilte den Stationshilfsschaffner Brandler und den Chauffeur Meisel zu je zwei Jahren, den Schneidergehilfen Frank zu 2% Jahren und den èchuhmachergehilscn Sireda zu 3)4 Jahren schweren Kerkers. Die Verurteilten wurden zum Ersatz des gestohlenen Betrages an die Deutsche Reichsbahn verpflichtet.
§ Haftentlassungen in der „Favag"-Sache. In der Sache der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. hat der Untersuchungsrichter in Frankfurt a. M. im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft angeordnet, daß die Beschuldigten Becker und Dr. Kirschbaum gegen eine Sicherheitsleistung in Höhe von je 100 000 Mark aus der Untersuchungshaft entlassen werden, da Verdunkelungsgefahr und Fluchtverdacht nicht mehr vorliegen.
^âh und Sern
O Großer Chemikaliendicbstahl. Bei der Handelsgesellschaft deutscher Apotheker in Breslau sind große Veruntreuungen aufgedeckt worden. Drei Angestellte der Firma haben im Laufe längerer Zeit Chemikalien im Werte von 80 000 bis 120 000 Mark beiseitegeschafft. Die gestohlene Ware wurde zum größten Teil nach Ober- schlesien verschoben.
0 Frau Hanau aus der Hast entlassen. Frau Hanau, die großer Betrügereien bezichtigte Leiterin der „Gazette du Franc", ist, nachdem die geforderte Kaution von 800 000 Frank von ihren Verwandten und Gläubigern aufgebracht worden ist, aus der Haft entlassen worden. Frau Hanau soll sich in ein in einem Pariser Vorort gelegenes Sanatorium begeben haben.
O 80 beladene Güterwagen aus dem Bahnhof Baku verbrannt. Wie aus Moskau gemeldet wird, vernichtete ein Brand auf dem Bahnhof Baku 80 Güterwagen, die mit wertvollen Maschinen und Textilwaren beladen waren Der Schaden wird auf 100 000 Goldrubel geschätzt. Drei Wächter sind in den Flammen umgekom- men Mehrere Personen wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet.
0 Dynamitexplosion. In einer in der Nähe der Stadt Montreal gelegenen Fabrik explodierten 15 Zentner Dynamit. Ein Mann fand den Tod. Eine bisher noch nicht festgestellte-Zahl von Arbeitern, die in dem Gebäude beschäftigt waren, wurde verletzt und nach Dem Krankenhaus gebracht.
0 überfall auf einen Eiscubahnzug in Australien. In Neusüdwales wurde ein Postzug von Räubern überfallen. Die Räuber, die sich durch Masken unkenntlich gemacht hatten, drangen, während der Zug sich in voller Fahrt befand, in den Postwagen ein und entwaffneten die Wächter. Ein Schaffner, der sich widersetzte, wurde niedergeschlagen. Die Räuber bemächtigten sich hierauf einer Kiste, die 4000 Pfund Sterling in Noten und 600 Pfund Sterling in Silber enthielt, warfen sie auS dem Zuge und sprangen selbst ab, als die Fahrtgeschwin- Digfeit kurz vor einem Tunnel vermindert wurde. Bisher konnte keine Spur von ihnen entdeckt werden.
Bunte Tageschronik
Paris. Bei dem Zusammenstoß einer Lokomotive und eines Personenzuges bei Toulon wurden 12 Personen schwer verletzt.
'London. In Maidstone ist der Mörder Sidney Fox, der seine Mutter getötet hatte, um sich in den Besitz der Lebens- versichcrungssümme zu setzen, durch den Strang hingerichtet worden.
Vermischtes.
— Wenn ein Blindgeborener sehend wird. In Jägern- vors in der Tschechoslowakei wurde ein 44 Jahre alter Musiker, Der infolge grauen Stars von Geburt an auf beiden Augen blind war, mit Erfolg operiert, so daß er plötzlich sehen konnte. Das Sehen wurde ihm aber zu etwas so Phänomenalem, Unwahrscheinlichen, daß er sich, obwohl seit der Operation inzwischen mehrere Tage vergangen sind, noch immer nicht mit der Erscheinung dieser Welt abfinden kann. Er hält gewöhnliche Gebrauchsgegenstände in der Hand, ohne zu wissen, was sic bedeuten. Mit einem Bilde, das man ihm vor Augen hielt, wußte er überhaupt nichts anzufangen. Jeden Gegenstand, den man ihm vorlegt, tastet er noch heute, wie es die Blinden zu tun pflegen, nach allen Seiten hin ab, und man muß ihm dann immer erst erklären, was es mit Dem Gegenstände auf sich hat. Die Ärzte meinen, daß Dieser „Übergangszustand" vom Richtscheit zum Richtigsehen noch lange dauern werde, und daß der Sehendgewordene recht viele gleiche Bilder in sich werde aufnchmcn müssen, ehe er sie genau voneinander werde unterscheide« können.
— 1160 Junggesellen auf der Brautfahrt. Mit dem italienischen Motorschiff „Saturnia" sind 1160 griechische Junggesellen, Die in der Neuen Welt eine neue Heimat gefunden haben, für 14 Tage nach Der alten griechischen Heimat zurückgekehrt, um innerhalb dieser kurzen Frist nach passenden Bräuten Umschau zu halten: sie möchten sich gern mit Landsmänninnen verloben, wenn es geht, auch bald verheiraten, und wenn es weiter geht, die jungen Frauen auch gleich „nach drüben" mitnehmen. Vielen von ihnen wird das sicher glücken, viele andere aber Dürften total unverheiratet nach Amerika zurück- kehrcn müssen. Eine solche griechische Massenheiraterei ist nämlich schon einmal versucht worden, und man weiß, daß damals von 820 griechischen Heiratskaudidatcn, Die zwecks Schnellheirat nach Hellas gesegelt waren, fast 370 unverrichteter Sache über Den großen Ententeich zurückfahren mußten. Diesmal allerdings soll Die Sache weit besser organisiert und arrangiert worden sein, denn daß sie sorgfältig organisiert wurde, ehe die Brantfahrt be- gann, kann man sich denken. Dem Junggesellenkomitee, das sich in Dollarika gebildet hatte, entsprach ein Damenkomitee in Der alten Heimat, und dieses Damenkomitee hatte ein reichhaltiges Album mit Bildnissen mehr oder minder verlockender Damen nach drüben gesandt, so daß jeder, Der sich auf die Brautfahrt begeben wollte, schon vorher wissen konnte, was seiner zu Hause harrte. Hoffentlich kommi es nun bei der Auswahl nicht zu Konflikten zwischen denen, welche in Den Wettbewerb eintreten. Einstweilen geht es den Bräutigamen in spe noch recht gut. dieprasumtivev Bräute haben sie mit Blumen und Musik empfangen. Das ist immerhin schon etwas!
Kleine Späßchen des Dreizehuertlubs. Dreizehn bei Tisch — das bedeutet, wie jeder von uns weiß ein Unglück. Keiner zwar >veiß. warum Das so ist und was die 13 verbrochen hat, daß sie so in Mißkredit kommen konnte, aber es ist nun mal so. Da cs aber überall in Der Welt ein paar tapfere, beherzte Männer gibt, haben sich in verschiedenen Städten Europas und Amerikas je dreizehn ehrenwerte Bürger zusammengetan, um gegen die 13 Front zu machen und einen „Nu geradc!"-Klub zu bilden, einen Klub, der sich vor der 13 absolut nicht fürchtet. Die Dreizehnerklubs — es gibt solche in Newyork in London, in Paris und möglicherweise auch irgendwo in Deutschland — halten ihre Sitzungen sozusagen systematisch am 13. Tage des Monats ab und treiben dann allerlei Hokuspokus, um die 13 zu ärgern und herauszusordern. Dieser Tage fanden sich die Londoner Treizehncr zu einem gediegenen Essen zusammen. Jeder, der in den Saal trat, mußte zunächst unter einer Leiter durchgehen, gerade weil das bei abergläubischen Leuten als besonders bedenklich gilt. Die Dreizehner aber zeigten nicht die geringste Angst vor Der Reiter. Und sie waren auch nicht verstört, als sie sich im Saale einer ganzen Menagerie auSgcftopfter, aber gefährlicher Tiere gegenüber sahen: Eulen waren da und Schlangen und grüne Enten und anderes Viehzeng, das von Tucke gegen den Menschen erfüllt ist. Auf den Tischen aber wimmelte es von zerbrochciren Spiegeln und weißen Elefanten und grünen Tulpen, was alles als unglückbringend gilt. Das Essen aber war gut, und man hat bisher nichts davon gehört, daß einer vielleicht an einer Gräte oder an einem Hahnenknochen erstickt wäre.