Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer Anzeiger

Zol-a / Statt 2

^77 Dienstag 1. April 1930

politische Rundschau

Deutsches Heid»

Beschlüsse des Reichsrats.

Seine Zustimmung gab der Reichsrat zu folgenden im Reichstag beschlossenen Gesetzen: Novelle zur Pacht- schutzordnung, Beteiligung des Reiches an der Preußischen «entralgenossenschaftskasse, Verwendung der Jndustrie- delastung, Notetat für 1930 und Nachtragsetat für 1929. Annahme fanden auch das neue Hausgehilfen- aC|e$ und Verordnungen über die Einfuhr, Durchfuhr und Ausfuhr sowie über den Verkehr mit Betäubungs­mitteln. Eine vorgetragene Ausführungsverordnung über dasRepublikschutzgesetz wurde genehmigt, ebenso mit einigen kleinen Änderungen das Gesetz über das Maismonopol.

Gedenkfeiern für Bismarck.

Am Grabe des ersten Reichskanzlers in F r i e d r i chs- ruh fanden am Sonntag zur Erinnerung an den 115. Geburtstag Bismarcks zwei Feiern statt. Auf der ersten Feier, die von Abordnungen der verschiedenen Vater­ländischen Verbände und Vereine Hamburgs besucht war, hielt Pastor Fork-Hamburg die Gedenkrede. Herr von Schinkel-Hamburg erinnerte an die Leistungen Bismarcks und gelobte im Namen aller Teilnehmer, den Kampf für die Erneuerung des Deutschen Reiches mit allen Kräften sortzuführen. Die zweite Feier wurde vom Alldeutschen Verband in Hamburg veranstaltet. Die Gedächtnis­rede hielt der deutschnationale Bürgerschaftsabgeordnete Karl Witt. Seine Rede war ein Appell an das nationale Deutschland, mitzuhelfen an dem Wiederaufbau eines großen Deutschlands aus den Trümmern der Revolution.

Der Prozeß wegen der Bombenanschläge.

In der Angelegenheit der Sprengstoffanschläge in Schleswig-Holstein und in Hannover wird amtlich u. a. mitgeteilt: Nachdem das Landgericht Berlin sich hinsicht­lich der in Schleswig-Holstein und in Hannover verübten Bombenanschläge für unzuständig erklärt und die Akten dem Landgericht in Altona zugeleitet hatte, prüft die Staatsanwaltschaft in Altona gegenwärtig, in welchem Umfange die Anklage zu erheben ist.

Stollen.

Erneutes Ökumenisches Konzil.

In vatikanischen Kreisen versichert man, daß sich der Papst entschlossen hat, das 1870 bei Ausbruch des Deutsch- Französischen Krieges unterbrochene Ökumenische Konzil für das Ende oder vielleicht sogar schon im Frühjahr des nächsten Jahres wieder einzuberufen. Der Papst bereitet eine Enzyklika für das Ende seines Jubiläumsjahres vor, in der er die bevorstehende Neueinberufung des Konzils ankündiaen wird.

Aus Zn- und Ausland

Schaffhausen. In der Nacht sind am italienischen Konsulat in Schaffhausen von unbekannten Tätern das Wappen des Konsulates und die Fahnenstange heruntergeriffen worden. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Paris. Hier ist der ehemalige elsässische Reichstagsabge­ordnete Blumenthal im Alter von 70 Jahren gestorben.

der preußische Kultusminister über VildungSfragen.

Preußischer Landtag.

(153. Sitzung.) tt. Berlin, 31. März.

Das Haus begann die zweite Beratung des Kultushaus«

Abg. Dr. Steffens (D. Vp.) erstattete den Bericht deS ^âuptausschusies^ der eine Reihe von Anträgen zur Annahme empfiehlt, die mit der Beratung verbunden werden. Danach u. a. das O st e r f e st auf einen bestimmten Tag festgelegt w^rucn,

. Der neue Kultusminister Dr. Grimme leitete die allge- meme Aussprache mit einer längeren Rede ein, in der er ein* Ulend seinem Amtsvorgänger Minister Dr. Becker einige «orte widmete. Der Staat habe den verschiedenen geistigen Richtungen gegenüber die

Pflicht zur Toleranz.

Toleranz finde ihre natürliche Grenze an einer Jntole- die den demokratischen Staat als das Fundament der N»/lanz unterhöhle, in einem politischen Rowdytum, h^ Parteien sollten die Jugend zu der Erkenntnis erziehen, ^u.pvlstische Erziehung nicht parteipolitische Festlegung be-

Toleranz, die der am Staate Mitarbeitende üben ans^' , ^de seine Haltung gegenüber der religiösen und Welt« r^'chEn Seite unseres Schulkampfes bestimmen, ^"r sowohl gegenüber den Konfessionen als auch gegen- °en nichtkonfessionellen Kreisen. Der Minister äußerte nn zu den Problemen des Bcrechtigungswesens und des lj^?Wgsprivilegs. Es sollte allgemein mehr aus die Person- den ^und nicht nur auf den Vorbildungsweg gesehen hier* rjrf," â diese Ausführung schloß der Minister einen eindring- uchen Appeli zur allgemeinen

Bekämpfung des Bildungsprivilegs.

N^ând der den Wert der Persönlichkeit bejahe, dürfe einen bablick länger wollen, daß das Erlangen von Berechtigun- auf bestimmte Schichten beschränkt bleibe. Ohne Möglichkeiten für alle, zu Bildungsgütern und damit m._?"^chtigungen zu gelangen, verdiene ein Staat nicht den

ej*jer Demokratie. Es sei kein Paradox, daß gerade, un! Persönlichkeit wolle, zur Masse stehen müsse miin° « gerade um der Perfönlichkeitswerte willen helfen oeiiii^ "us der Verstricktheit in die Materie zum Träger gelstlger Werte zu erlösen.

A «lze (Dtn.) wandte sich gegen die Veränderung des verlegen wo'!?'* ^en Anfang des Schuljahres in den Sommer aus König-Potsdam (Soz.) hob hervor, daß in Preußen fnTr Poden der Toleranz eine Einigung auf eine Schul- oet-s>»/ ^.âwlt sei, während im Reiche das Reichsschulgesetz ab- danii^^Die Volksschule müsse mehr ausgebaut werden,

Ander von ihr aus in die Berufe treten können, sehn« ®r Lauscher (Ztr.) wies darauf hin, daß die Be- iinrifiL v Postens des Kultusministeriums mit einem <âo= und unversöhnlichen Gegensatz zwischen Christentum habe °^"èmus wieder besonders zum Bewußtsein gebracht

:en

nift^^^1' Ausländer (Komm.) meint, die Rede des Mi- übers-â,, nur abstrakte in die Luft gebaute philosophische dow ^""^ausgesprochen, während für einen Marxisten nutzte * lDn*rcte Staat maßgebender Ausgangspunkt fein vertagt*^ wurbe die weitere Beratung auf Dienstag

ein

Die bestandene

Ein bewegtes Wirtschaftsjahr der deutschen Sparkassen.

Die Spareinlagenentwicklung im Wirtschaftsjahr 1929 wurde nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverban­des durch eine Reihe von außerhalb der eigentlichen Sparkassentätigkeit liegenden Momenten empfindlich ge­stört.

Die Statistik zeigt als Tiefpunkt der Bewegung die Monate Mai und Dezember. Die Verringerung des Zuwachses ist überwiegend durch erheblich gegenüber den Vorjahren

verstärkte Auszahlungen hervorgerufen. Die Entwicklung der Einzahlungen weist demgegenüber keine wesentlichen Veränderungen auf. Auch wenn man die Auswirkungen der saisonmäßigen Einflüsse (Reisezeit, Weihnachtsfest) und der wirtschaft­lichen Depression berücksichtigt, so wird dadurch der relativ starke Rückgang des Einlagenzuflusses nicht aus­reichend erklärt. Die Hauptgründe für das zeitweise Nach­lassen der Spartätigkeit bzw. die Abhebung der Spargut­haben liegen in außen- und innenpolitischen Momenten. Die im ersten Halbjahr 1929 erneut aufgenommenen

reparationspolitischen Verhandlungen

lösten in weiten Volkskreisen lebhafte Unruhe und Be­sorgnisse aus, die im Mai zu einer sachlich nicht begrün­deten Markkrise führten. Trotzdem diese erfreulicherweise schnell überwunden war, blieben die Nachwirkungen bei den Sparkassen noch lange zu spüren; sie wurden durch das lange Zwischenstadium zwischen Dawes- und Young- Plan und die erregte öffentliche Diskussion darüber, be­sonders aber durch das Volksbegehren, in sehr un­günstiger Weise verstärkt. Durch eine Falschdeutung des Zusammenhanges von Spartätigkeit und Reparationen wurde ohne sachlichen Grund eine Abneigung gegen das Sparen geschaffen. Dazu kamen vor allem im zweiten

Schiffszusammenstoß während eines Tanzfestes auf Deck.

Vier Tote, zwölf Verletzte.

Das VergnügungsbootSwan", auf dem sich eine durch zwei Decks gehende große Tanzhalle befindet, wurde bei St. Helena am Kolumbiafluß von dein Küstendampfer Davenport" gerammt. Der Bug derDavenport" zer­splitterte die Seitenwand derSwan" und drang tief in das Tanzdeck ein, auf dem sich gerade eine große Anzahl von Tanzenden befand. Vier Personen wurden getötet, zwölf verletzt und einige weitere werden noch vermißt.

Da das Vergnügungsboot auf eine Sandbank auflief und so vor dem Sinken bewahrt wurde, konnte die Mehr­zahl der 286 Passagiere ohne Schwierigkeiten gerettet werden. Der Dampfer, der dieSwan" im Schlepptau hatte, wurde bei dem Zusammenstoß leck und sank.

Vermischte Nachrichten.

Dankschreiben an Präsident Dr. Karpinski.

Berlin. Der Reichspräsident hat aus Anlaß der Auf- löfung des Reichsentschädigungsamtes für Kriegsschäden an den Präsidenten Dr. Karpinski ein in herzlichen Worten ge­haltenes Schreiben gerichtet, in dem er feine Verdienste um die gerechte wohlwollende Verteilung der ihm anvertrauten Mittel, die zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft bei­getragen und auch zahlreichen Geschädigten die Gründung einer neuen Existenz ermöglicht haben, würdigt.

Hauszinssteuerverordnung und Grundvcrmögcnssteuergesetz.

Berlin. Der Preußische Landtag hat am 28. März die Verlängerung des Grundvermögenssteuergesetzes und der Hauszinssteuerverordnung beschlossen. Der Staatsrat hat am gleichen Tage unter Verzicht aus fein Einspruchsrecht dem Landtagsbeschluß zugestimmt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bleiben die bisherigen für die Zahlung der Grundvermögens- und Hauszinssteuer maßgeblichen Vor­schriften, insbesondere die Steuertermine, also unverändert über den 1. April hinaus in Kraft.

Zwei Tote eines Motorradunglücks.

Sondershausen. In der Nacht zum Sonntag fuhr ein Einwohner aus Otterstedt mit zwei lungen Leuten auf dem Soziussitz seines Motorrades bei Otterstedt über einen Stein­haufen gegen einen Baum. Beide Mitfahrer wurden vom Sitz geschleudert und blieben mit Schädelbrüchen tot liegen. Verlängerung des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats.

Essen. Die Verhandlungen über die neue Grundlage für das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat sind vorläufig ge­scheitert, hauptsächlich deshalb, weil eine Einigung in dem Hauptstreitpunkt, der Umlagefrage, nicht erzielt werden konnte. Der Reichswirtschaftsminister hat laut Verordnung im heu­tigen Reichsanzeiger die Zechen des Ruhrgebietes auf der alten Grundlage für einen Monat zusammengeschloffen.

Zerfall der Danziger Linkskoalition.

Danzig. Nach dem Austritt der Liberalen Partei aus der Regierung haben nunmehr auch die Sozialdemokraten ihren Austritt erklärt. Dieser Beschluß wird vor allem darauf zu­rückgeführt, daß die zwischen dem Zentrum und den Sozial­demokraten bestehenden Gegensätze in der Frage der Bereini­gung des Danziger Arbeitsmarktes nicht überbrückt werden konnten. Damit ist auch in Danzig die Linkskoalition, die seit mehr als zwei Jahren an der Regierung beteiligt war, zerfallen.

Schweres Grubenunglück in Kentucky.

Auf einer Kohlengrube bei Pineville in Kentucky hat sich eine schwere Explosion ereignet. 16 Bergleute sind eingeschlossen. Die Rettungskolonnen arbeiten fieber- Haft, um die Eingeschlossenen noch lebend befreien zu können, konnten jedoch bisher noch nicht bis z» der Unfall- stelle vordringen.

Rah und Fern.

O Ausbruch aus dem Berliner Zellengefängnis. Aus der Jrrenabteilung des Berliner Zellengefängnisses ist der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Mörder Goldbach zusammen mit dem Kaufmann Schröder, der wegen schweren Diebstahls zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, ausgebrochen. Es war in einem Schlafsaal der Jrrenabteilung große Unruhe entstanden, als einer der Leute von Krämpfen befallen wurde. Während das Pflegepersonal mit dem Ruhestiften beschäftigt war, sind Goldbach und Schröder aus ihren Zellen entwichen. Die Eisentraillen vor den Fenstern waren verbogen; beide Sträflinge waren hindurch- geschlüpst und hatten sich von einem benachbarten Dache an einem Seil hinabgelassen.

O Verhängnisvolle Wettfahrt um ein Liter Bier. In einer Gastwirtschaft in Hohennenendorf bei Berlin schloffen zwei Berliner Motorradfahrer qine Wette ab: es sollte fest-

Bertrauensprobe.

Halbjahr nicht minder starke Hemmungen von der Seite der Finanzpolitik. In steigendem Maße mußten die Spar­kassen beobachten, wie ihr Publikum aus

Besorgnis über die Gestaltung der Reichsfinanzen und aus Beunruhigung über die immer wieder hinaus­gezögerte Ausgleichung des Defizits im Reichshaushalts­plan mit neuen Einzahlungen zurückhielt. Auch wer keine gefährliche Entwicklung auf die Dauer befürchtete, glaubte gut daran zu tun, wenn er über die kritische Zeit keine Guthaben stehen ließ. Dieses Mißtrauen wurde durch die häufig sehr polemisch geführte Auseinandersetzung über öffentliche Finanz- und Verwaltungsfragen genährt und durch verantwortungslose Demagogen verstärkt. Leider hat auch die gegen Ende des Berichtsjahres eingeleitete, im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse liegende

Konsolidierung des kurzfristigen Kommunalkredits mit Hilfe der Sparkassen teilweise zu einer absichtlichen Verkennung der Beziehungen zwischen Sparkassen und Kommunen geführt. Ungünstig wirkten ferner die Zu- sammenbrüche einer Reihe privater Versicherungs­und Geldinstitute; sie führten vereinzelt zu Runs auch auf Sparkassen. Die Sparkassen waren allerdings erfreu­licherweise dank einer vorausschauenden Liquiditätspolitik und mit Hilfe ihrer Girozentralen imstande, diese Angriffe glatt abzuschlagen. Aber volle Beruhigung trat in der Bevölkerung erst ganz allmählich wieder ein, so daß man auch heute noch nicht überall vön normalen Verhält­nissen sprechen kann.

Angesichts aller dieser ungünstigen Momente, die im vergangenen Jahr in besonders umfangreichem Maße fest­zustellen waren, muß die Einlagenentwicklung, die einen (absoluten) Zuwachs von 2,02 Milliarden Mark (nach Abzug der Zinsen und Aufwertungsbeträge 1,46 Milliar­den Mark) aufweist, als durchaus befriedigend bezeichnet werden. Jedenfalls war die Einlagenbewegung auch im letzten Jahr bei den Sparkassen von allen Geldinstituten verhältnismäßig am günstigsten. Das Vertrauen zu den Sparkassen hat die Probe bestanden.

gestellt werden, wer von ihnen schneller fahre. Die Wette ging um ein Liter Bier. Die Fahrer sollen dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern losgefahren sein. Einer von ihnen wurde mit seinem Motorrade gegen einen Baum geschleudert und erlitt lebensgefähr­liche Verletzungen.

O Mit einem Geldschrank in die Tiefe gestürzt. Beim Transport eines Geldschrankes in einem Hause in der Oranienburger Straße in Berlin strauchelte auf dem Treppenabsatz im zweiten Stock einer der Träger, so daß der etwa 25 Zentner schwere Geldschrank mit voller Wucht auf das Geländer stürzte, dieses durchbrach und den In­haber der Transporlfirma mit sich reißend bis in das Erd­geschoß hinabfiel. Die anderen Arbeiter konnten recht­zeitig beiseite springen. Der Gestürzte wurde mit lebens­gefährlichen Verletzungen in die Klinik gebracht.

O Der Tod vor der Hochzeit. Auf rätselhafte Weise ums Leben gekommen sind in Berlin eine 57 Jahre alte Frau Rocker und ihre 23 Jahre alte Tochter aus Neudorf im Kreise Beeskow-Storkow. Die beiden Frauen, die zur Hochzeit der jüngeren Tochter der Frau Nöcker nach der Reichshauptstadl gekommen waren, wurden in ihrem Zimmer tot aufgefunden. Es liegt weder Selbstmord noch ein Verbrechen vor; auch eine Vergiftung durch Gas kann als ausgeschlossen gelten.

O Handgranatenexplosion im Rathaus zu Strehlen. Wie erst jetzt bekannt wird, ereignete sich vor einigen Tagen im Strehlener Rathaus eine Handgranatenexplo­sion. Der 18jährige Kassenlehrling Riedel und einer seiner Freunde hatten auf dem Boden des Rathauses eine Stiel­handgranate gefunden, die sie in das Bureau des Magistratsangestelllen Reimelt trugen, um diesen zu er­schrecken. Die Granate explodierte und Riedel wurde so schwer verletzt, daß er noch am selben Tage starb. Auch Reimelt erlitt bedenkliche Verletzungen.

O Doppelselbstmord eines Geschwisterpaares. In Düssel­dorf wurden der 60jährige Ingenieur Küppers und seine zwei Jahre ältere Schwester in ihrer Wohnung aus Stüh­len sitzend tot aufgefunden. Küppers betrieb eine Fabrik für Beizmittel, die in der letzten Zeit nicht mehr gewinn­bringend gearbeitet haben soll. Die schlechte Wirtschafts­lage, verbunden mit einer Schwermut, zu der das Ge- schwisterpaar neigte, dürfte die beiden in den Tod ge­trieben haben.

O Schreckenstat einer Geistesgestörte«. Auf einer Polizeiwache in Prag erschien eine Frau Lips und be­richtete, daß ihre beiden Kinder von ihrer Schwester, der 44jährigen Kontoristin Marie Hlavacek, in deren Woh­nung festgehalten würden. Ihre Schwester drohe, die Kinder zu erschießen, falls man in die Wohnung einzu­dringen versuche. Einige Polizeibeamte begaben sich nach der Wohnung der Hlavacek. Als diese der Aufforderung aufzumachen nicht nachkam, wurde die Tür erbrochen. Im gleichen Augenblick hörte man einige Schüsse fallen. Als die Polizei eindrana, fand sie die beiden Kinder und Fräulein Hlavacek schwer verletzt am Boden liegen. Die Tante hatte, offenbar in einem Anfall plötzlicher Geistes­gestörtheit, ihren beiden Neffen und sich selbst Kopfschüsse beigebracht. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht, wo Fräulein Hlavacek inzwischen gestorben ist.

0 Eisberge aus dem Atlantik. Der Cunard-Dampfer Alaunis", der sich auf der Fahrt von London nach New- york befindet, berichtete durch Funkspruch, daß er an der Südspitze der großen Sandbank von Neufundland, die sich auf der Hauptroute der transatlantischen Dampfer be­findet, zwei Stunden lang die Fahrt unterbrechen mußte, weil er von acht Eisbergen, die sich in Hufeisenform um ihn gelagert hatten, nahezu eingeschlossen war. Der Dampfer meldete, daß er 22 weitere Eisberge südöstlich von Neu­fundland auf der großen transatlantischen Schiffahrts- route treibend angetroffen habe.

0 Petroleumüberschwemmungen in Oklahoma. In der Nähe von Oklahoma City wurde eine Petroleumquelle angebohrt, deren Ausfluß innerhalb weniger Tage 2000 Faß stündlich erreichte. Eine große Anzahl von Arbeitern ist damit beschäftigt, die gewaltigen Petroleummengen, die die ganze Umgebung überschwemmen, die Felder ver­derben und die Häuser der Gefahr einer Katastrophe aus- setzen. einzudämmen.

Bunte Tageschronik

Danzig. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Feuer- wehrauto und einem Wagen der elektrischen Straßenbahn wurden drei Feuerwehrleute verletzt.

Lorch (Oberamt Welzheim) Die Teigwarenfabrik Gebr. Taiber, die 200 Personen beschäftigt, ist fast vollständig nieder­gebrannt.

Stockholm. Der in Bremen beheimatete 5000 Tonnen große Dampfer .Königsberg" ist im Nebel in der Nähe der Stadt Varbcrg gestrandet.