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Der Artikel 430 des Friedensvertrages ist un- anwendbar, da er die Existenz der Reparationskom- miffion zur Voraussetzung hat. Die Reparations- kommiffion aber ist abgeschafft und kann weder ins Leben zurückgerufen werden, noch denkt jemand daran, dies zu tun.

Durch diese Erklärung Tardieus ist somit festgelegt, daß Frankreich unter keinen Umständen irgendeine Sank- tionsmaßnahme gegen Deutschland ergreifen kann, die sich außerhalb des Völkerbundpaktes und des Kellogg-Paktes beweat.

Gegen die Verunglimpfung Hindenburgs.

Ein Aufruf des Kyffhäuserbundes.

Der Vorstand des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" erläßt folgende Kundgebung: Der Reichs­präsident, Herr Generalfeldmarschall von Hindenburg, ist in den letzten Wochen, in denen die politische Erregung auf das höchste stieg, das Ziel verletzender und maßloser persönlicher Angriffe gewesen. Wer nicht von Parteihaß verblendet ist, sann im Interesse des deutschen Ansehens in der Welt solche Schmähungen nur auf das tiefste be­dauern. Der Kyffhäuserbund hat nicht die Entschlüsse des Reichspräsidenten in den politischen Wirren der letzten Zeit zu verteidigen, wohl aber ist er entschlossen, sich vor seinen hochverehrten Ehrenpräsidenten und Feld­marschall zu stellen, wenn man es wagt, ihn persönlich herunterzureißen und seine hohen Verdienste für das Vaterland zu bestreiten. Wo Parteihaß, krankhaft ver­zerrter Ehrgeiz und Selbstüberhebung die Feder führen, da kann ein gerechtes Urteil über eine geschichtliche Per­sönlichkeit nicht entstehen. Der Feldmarschall steht schon durch seine menschlichen Eigenschaften hoch über denen, die ihn jetzt schmähen. Seine ehrfurchtgebietende Persön­lichkeit sollte jedem wahrhaften Deutschen zu wertvoll sein, um den 82jährigen wegen politifche-r Meinungsverschieden­heiten in so unwürdiger Weise anzugreisen. Der Vor­stand des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser", gez. von Horn, General der Artillerie a. D. und Präsident.

Erziehung in der (Strafanstalt

Preußischer Landtag.

(152. Sitzung.) tt. Berlin, 29. März.

Das Haus begann die Aussprache über den zweiten Ab­schnitt des Justizhaushalls, der den Strafvollzug zum Gegenstand hat.

Justizminisler Dr. Schmidt leitete die Aussprache mit einer längeren Rede über den

Stand des Strafvollzugswesens

ein. Die bedeutsamste Arbeit auf diesem Gebiete sei die Ver­ordnung über den Strafvollzug in Stufen vom 7. Juni 1929 und ihre Durchführung in der Praxis. Den obersten Sinn der Strafe und damit des Strafvollzugs sehe die Stusenverordnung in der Aufgabe, die Gesellschaft gegen das Verbrechen zu schützen. Der Minister glaube aber diesen Schutz nicht besser und zuverlässiger erreichen zu können als dadurch, daß diese Menschen innerlich zu einer anderen Einstellung der Gesellschaft gegenüber gebracht würden. Das sei der Sinn der Erziehung, die im Strafvollzug erstrebt werde. Um die Gefahr der Ansteckung der Neulinge durch Menschen, die schon tiefer abgeglilten seien, zu bannen, sei eine

strenge Scheidung

derjenigen, die bereits eine große Zahl Vorstrafen hinter sich hätten, von denjenigen, die nur gering oder überhaupt noch nicht vorbestraft seien, vorgesehen. Auf alle, in denen ein guter Funke lebe, werde die Möglichkeit, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen, sich die Freiheit in der oberen Stufe gewissermaßen zu verdienen, anfeuernd wirken.

Um das Programm zu verwirklichen, sei eine weitgehende Umgestaltung der Anstalten erforderlich. Eine große Anzahl von Strafanstalten, die für den modernen Strafvollzug un­brauchbar waren, seien bereits geschloffen, in zahlreichen anderen sei für moderne ArbeitSeinrichtungen gesorgt worden. Besondere Aufmerksamkeit werde allen Bestrebungen zur geisti­gen Förderung der Gefangenen geschenkt.

Bei den weiblickien Gefangenen

werde insbesondere auf eine Förderung der hauswirtschaft- lichen und gewerblichen Ausbildung Bedacht genommen. Ge­nau so wie jedem Gefangenen die seelsorgerische Betreuung gewährleistet bleibe, genau Jo solle alles, was der körperlichen oder geistigen Förderung der Gefangenen diene, Unterricht, Turnen, Bücher, bildende Vorträge usw., jedem Gefangenen von Beginn seiner Haftzeit an zugänglich gemacht werden. Voraussetzung für die Durchführung der Reformen sei selbst­verständlich auch eine gewisse Umstellung der Beamten­schaft. Hier gelte es insbesondere die Ausbildung der vor­handenen Beamten und die, Heranbildung eines guten Nach­wuchses.

Abg. Frau Mehlis (Dtn.) hatte an sich nichts gegen Re- kormen im Strafvollzug einzuwenden, erklärte aber, die Strafe dürfe dabei nicht ihren Sinn, nämlich den Schutz der Gesell­schaft vor den Rechtsbrechern, verlieren.

Da weitere Wortmeldungen nicht vorlagen, wurde die Aus­sprache vom Präsidenten für beendet erklärt.

Zwischen dem Präsidenten und den Kommunisten kam es zu einem Zusammenstoß,

als der Abg. Obuch (Komm.) gegen die Beendigung der Aus­sprache in scharfen Worten protestierte. Das Verfahren des Präsidenten, die Aussprache kurzerhand zu beenden, sei eine rücksichtslose Wortabschneiderei und „gemeine Hinter­hältigkeit". (Der Redner wurde für diese Ausdrücke zur Ordnung gerufen.)

Abg. Menzel-Halle (Komm.) nannte in einer Geschäfts­ordnungsbemerkung den Landtag einen „überflüssigen Stall". Den Abg. Kuttner (Sozh belegte er mit Aus­drücken wie „Schweinigel" und „Lügner". Er erhielt dafür hintereinander drei Ordnungsrufe. Als er seine Be­leidigungen trotzdem fortsetze, wurde er von dem Präsidenten aus dem Saale gewiesen.

Als die Kommunisten gegen diese Maßnahme des Präsi­denten protestierte und ihn mit beleidigenden Äußerungen be­dachten, wurde auch der Abg. S t e i n f u r t (Komm.) von der Sitzung ausgeschlossen.

Die Abstimmungen wurden auf Mittwoch, 12. April, vertagt.

Nächste Sitzung: Montag 12 Uhr. Kultushaushalt.

Das neue polnische Kabinett.

Der polnische Staatspräsident hat, nachdem auch Jan Pilsudski, der Bruder des Marschalls, den Auftrag zur Regierungsbildung zurückgegeben hatte, Oberst Sla­we! zum Ministerpräsidenten ernannt. Oberst Slawek hat bereits sein neues Kabinett gebildet. Von den bis­herigen Ministern verbleiben fast alle im Kabinett, so Marschall Pilsudski, Zaleski, Matuszewski usw. Nur Pro» feflor Bartels und Justizminister Dutkiewicz scheiden aus. An die Stelle des letzteren tritt der ehemalige Justiz, minister Car. Bei der neuen Regierung hat man es mit einem ausgesprochenen Kurswechsel im Sinne einer V e r- stärkung der Diktatur zu tun.

Oberst Slawek ist 51 Jahre alt. Er trat politisch zuerst als terroristischer Revolutionär im Kampfe gegen den Zarismus hervor. Während des Weltkrieges war er als Unterführer und engster Vertrauensmann Pil- sudskis Leiter der politischen Nachrichtenabteilung des Legionärkommandos.

Aus Heffen-Mfsa« und Nachbargebietm.

Merkblatt für den 1. April.

Sonnenaufgang 5.38, Sonnenuntergang 18.31 Uhr. Mond­aufgang 6.27, Monduntergang 21.30 Uhr.

1732: Der Komponist Joseph Haydn in Rohrau geb. (gest. 1809). — 1815: Fürst Otto d. Bismarck in Schönhausen geb. (gest. 1898).

Hindernisse überwinden ist der Bollgenutz des Daseins.

Wetterbericht.

Hinter einer Randstörung, die gestern nachmittag West­deutschland überquerte und dabei kurze Niederschläge brachte, ist kühlere Luft ostwärts vorgedrungen, in deren Bereich der Luft­druck zunächst wieder sehr stark ansteigt und Aufheiterung ein­tritt. Mit dieser Entwicklung eines Hochdruckkeils wird aber keine beständige Schönwetterperiode eintreten, vielmehr ist zu erwarten, daß sich weitere Teilstörungen des mächtigen auf dem Ozean liegenden Tiefs entwickeln und unbeständiges, zeitweise zu Regelfällen neigendes Wetter verursachen. Die Teperaturen bleiben für die Jahreszeit etwa normal. ■— Vorhersage bis Montag abend: Nach klarer und ziemlich kalter Nacht' rasche Erwärmung, bei südlichen Winden dann zunehmende Bewölkung und später aufkommende Regenneigung. — Witterungsaussich­ten für Dienstag: Fortdauer der unbeständigen, aber nur zeit­weise zu Regenfällen neigenden Witterung.

Die Wiederaufnahme abgefundener Kriegsbeschädigter in der

Versorgung durch das Reichsverlorgunasgesek. „_____

Die Vermehrung der Zahl der Versorgungsberechtigten"auf Grund des Reichsversorgungsgesetzes ist in der weit überwie­genden Mehrzahl darauf zurückzuführen, daß auf Grund einer im Dezember 1927 abgegebenen Regierungserklärung, die in früheren Jahren abgefundenen Kriegsbeschädigten mit einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von 20 % unidr gewissen Voraussetzungen wieder in die Rentenversor­gung Aufnahme gefunden haben. Diese Maßnahme hat mit dem 30. September 1929 ihr Ende erreicht. Die dem Reichshaushaltsansatz für die Versorgung zugrunde gelegte Zahl von 775 000 Beschädigten wird also um 60 000 Beschädigte über­schritten. Die Vermehrung erfordert für die auf gesetzlicher Ver­pflichtung beruhenden Rentenzahlungen einen ehrlichen Mehr­aufwand von rund 20 Mill. R<^.

Die bereits erwähnte Zählung der Kriegsbeschädigten int Mai 1929 hat gegenüber den Bet der Aufstellung des Reichs- Haushalts-Etat vorliegenden Ziffern auch insofern noch Ver­änderungen gezeigt, als die Zahl der Empfänger der einfachen Ausgleichszulage und bte Zahl der Empfänger der Pflegezulage erheblich gewachsen ist; außerdem find die Aufwendungen für Kapitulanten trotz einer zahlenmäßi­gen Verringerung dieses Personenkreises etwas gestiegen, weil infolge stärkeren Ausscheidens aus der beruflichen Tätigkeit die Ruhenvorschriften gegenüber diesem Personenkreis nur in ge­ringem Maße zur Anwendung kommen können. eMÄ^wsöTHaayww^crasfa s-aasn^^^rw^^. „âL-. *^. . . r4»jCTw■my+Txgwi"1 ■>•!>»•»<— Diese drei Veränderungen gegenüber der haushaltsmäßigen Schätzung verursacht einen Mehraufwand von rund 5 Mil­lionen R°tl.

* Fulda, den 31. März 1930.

Eisenbahn-Personen-Nachrichten.

Ernannt wurden: zum Reichsbahn-Sekretär der Reichsbahn-Assistent Vogel in Fulda; zum Zugführer der Reserve-Zugführer Wilh. Herget in Fulda; zum Rotten­führer der außerplanmäßige Rottenführer Ferdinand Möl­ler in Fulda. Versetzt würde ^er Stationsaspirant Daumann von Fulda nach Niedernhausen.

Ein vielfacher Jubilar.

Unserem allseits hochgeschätzten und beliebtem Mitbür­ger, Herrn Elasermeister Max Röder, Brauhausstraße, ist es vergönnt, am morgigen 1. April, 3 vierzigjährige Jubi­läen feiern zu können. 40 Jahre sind verflossen, seitdem Herr Max Röder in hiesiger Stadt als Elasermeister an­sässig ist. Seit 40 Jahren gehört er auch dem hiesigen Kriegerverein als eifriges, treues Mitglied an. Sehr große Verdienste hat er sich hier für die Kriegervereins­sache erworben und wurde mit dem Ehrenverdienstkreuz 2. Klaffe des Kyffhäuserbundes ausgezeichnet. 40 Jahre sind ferner dahin, daß Herr Röder mit großer Lust und Liebe sich in den Dienst der hiesigen aktiven Feuerwehr stellte, wo er es bis zum Hauptmann brachte. Für seine hervor­ragenden Verdienste wurde er mit dem silbernen und gol­denen Feuerwehr-Abzeichen geehrt. Der Magistrat der Stadt Fulda verlieh ihm den Titel „Ehren-Hauptmann". Nicht unerwähnt sei, daß Herr Röder auch in 1901 den Kreuzbruder-Stammtisch, „Germania" gründete und 28 Jahre dessen Vorsitzender war. Der Stammtisch ernannte ihn, als er sein Amt in jüngere Hände legte, zum Ehren­vorsitzenden. Viele Jahre war Herr Röder auch als Jn- nungsmeister tätig. An Ehrungen mancherlei Art wird es Herrn Röder nicht fehlen. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre bei voller Rüstigkeit und geistiger Frische unter uns zu weilen.

Die Leitung der Evang. Volksschule bittet die Eltern der Schulneulinge, den Kindern zum Schulbeginn keine Zuckertüten mitzugeben.

Ausstellung des evangelischen Lyzeums.

Es ist eine Freude, wenn unsere Zeit Verhältniffe und Ansichten verändert zum wahren Vorteil eines Volksteils, besonders aber, wenn es die Jugend betrifft. Jede Aende­rung ist nicht immer eine Verbesserung, wie man es leider erfahren mußte. Umso wärmer begrüßt man es, wenn die Wandlung rückhaltslos anerkannt werden muß. Die Aus­stellung des evangelischen Lyzeums beweist, wie durchgrei­fend der Unterricht in Handarbeiten, Handfertigkeiten ver­ändert wurde. Es gibt Generationen von deutschen Frauen, die lernten mit mehr oder weniger Geschick das Stopfen, Stricken, Häkeln und Nähen, es entstanden mögliche und unmögliche nützliche Dinge, fast allen fehlte aber Phantasie und Schönheit. Die Ausstellung der Schülerinnen des evangelischen Lyzeums zeigte schon in den Arbeiten der untersten Klassen, daß heute von den Lehrkräften auf Phantasie und Schönheitssinn, neben der Handfertigkeit, Wert gelegt wird bei der Ausbildung. Die Kleinen lernen stricken und häkeln wie einst ihre Mütter, aber sie dürfen ihre neuen Kenntnisse gleich für allerlei hübsche Dinge ver­wenden. Beutelchen und Taschen entstehen, ja, die Puppe bekommt ein selbst angemessenes Kleid oder Mäntelchen und ein Mützchen dazu. Da ist die Handarbeitsstunde eine der liebsten der Woche geworden. Sieht man nun die Zeichnungen der Klasse VII und der Sexta an, so beweisen viele, daß Kinder schon eine gute Beobachtungsgabe haben, besonders für alles, was sie lieben. Der Weihnachtsmann, die Tiere und Blumen, Spiel und Sport beschäftigt ihre Phantasie, wird daher zum Teil sehr gut wiedergegeben. Farbige Bilder überall! Von der Sexta an zaubern ge­schickte Hände nun aber auch Darstellungen von Märchen und Begebenheiten des täglichen Lebens hin, Menschen und Tiere werden plastisch dargestellt in einem Garten

einer Hühnerfarm, auf dem Jahrmarkt. Hänsel und Gretel Rotkäppchen, Brüderchen und Schwesterchen erstehen vor unseren Augen. Zu den Zeichnungen kommen schwarze und bunte Scherenschnitte, im Handfertigkeitsunterricht ent­stehen Kalender, Büchlein und Schreibmappen. (U. un Die Quarta hat ganz allerliebste Darstellungen von einer Schwimmanstalt, einer Waldschule, Schau- und Kaufbuden gemacht, U. in in Gemeinschaftsarbeit den Osterhasen in seinem Leben festgehalten. Tische mit sauber gefertigter Wasche und aller Art Handarbeiten überzeugen den Be­schauer, daß das Nützliche nicht zu kurz kommt. Dem Eigen- geschmack wird in Form und Farbe Spielraum gelassen Der Fortschritt bei den plastischen Arbeiten ist an der Dar­stellung einer Parkanlage aus der Rokokozeit zu sehen (O III), hier formten jugendliche Hände Kulturgeschicht­liches, wie auch U. II in der mittelalterlichen Stadt mit Brunnen und Stadttor. Besonderen Fleiß und sorgfältigste Arbeit zeigen die mannigfaltigen Handarbeiten der U II Webereien u. Feinstickerei, verwendet für Gürtel, Taschen' Kopfkissen usw., wechseln mit Buntstickereien und Strick­arbeiten in Seide und spitzenartiger Ausführung ab Nach eigenen Maßen sind gefällige Kleider angefertigt worden die die jungen Mädchen nach eigenem Geschmack verzierten' Bejonders hervorzuheben sind aber auch die selbstgeschrie­benen und mit Einband und Bildschmuck versehenen ^Bücher manches ein kleines und feines Kunstwerk, für Andenken besonders hübsch zugeschnitten. Die Ausstellung lobt aber nicht nur fleißige Schülerinnen, sondern in besonderem Maße die Lehrkräfte. Viel Geduld und Mühe, aber auch künstlerischer Sinn gehört dazu, eine solche Menge guter Schülerarbeiten zu erzielen. Zeichnerisch sind einzelne Naturaufnahmen, Aquarelle und Scherenschnitte über den Durchschnitt. Es ist eine wirkliche Freude zu beobachten wie das Auge geübt wurde. Ein guter Graphiker fällte vor Jahren den Spruch: „Wenn Du erst sehen gelernt hast, kannst Du ein Künstler werden". Wer guten Unter­richt im Sehen genießt oder genossen hat, dem wird es nicht vorkommen, daß er den Wald vor Bäumen nicht sieht' Fraulein Karwat gilt der Dank von den Eltern wie auch den Freunden der Anstalt für alle Mühe, Sorgfalt und Geduld, die diese Schülerausstellung bezeugt, aber auch Fräulein Kohlhaas, welche die Kleinsten betreut, wie allen Lehrkräften, die den Sinn für Schönheit mitpflegen helfen

Hh.

Ring der Vauwirte, Gruppe Fulda.

Am letzten Samstag fand sich abermals ein größerer Kreis Interessenten im Bürgerverein zusammen um eine eigene Ortsgruppe des „Ring der Bauwirte" zu gründen. Bekanntlich ist unter dieser Firma eine Bau- und Wirt­schaftsgemeinschaft e. E. m. b. H. zu verstehen, die den Hauptsitz in Bremen hat und in letzter Zeit an 2 Sanis­tagen in hiesiger Stadt durch Lichtbildervorführungen zeigte, welche große Erfolge sie allenthalben in unserem Vaterlande durch Errichtung von Eigenheimen mit zins­losem Gelde zu verzeichnen hat. An vielen Orten haben sich Vaulustige zu eigenen Ortsgruppen zusammen ge­schlossen und zur Behebung der Wohnungsnot und Ar­beitslosigkeit dadurch beigetragen, daß sie mit zinslosem Gelde Wohnhäuser errichteten. Herr Schöpf verbreitete sich eingehend über die große Vorteile dieser Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft gegenüber anderer ähnlicher Un­ternehmungen. Besonders aufklärend legte er die Be­dingungen dar, zur Erlangung eines zinslosen Darlehens und über die später zu leistenden Rückzahlungen. In bei­den Fällen werden keine hohen Zinsen berechnet, sondern nur ein sehr geringer Verwaltungskostenbeitrag kommt in Anrechnung. Die in 1928 im nahen Gelnhausen gegrün­dete Gruppe des Ring der Bauwirte habe die großen Vor­teile dieser Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft beizeiten zu würdigen verstanden. Diese Gruppen mit 40 Mitgliedern gegründet, zähle jetzt über 440 Genossen und habe bereits eine sehr große Anzahl Häuser erstellt. Bei der Anfang März erfolgten Darlehensvergebung entfielen abermals 5 zinslose Darlehen an die Eelnhäuser Gruppe. Auch die Hanauer Gruppe erhielt ein Darlehen, sowie Maurer Heinrich Grosch in Großenlüder (Landkreis Fulda), ferner eine größere Anzahl Darlehen nach andern Gegenden. An diese sehr klaren und leichtverständlichen Ausführungen des Herrn Schöpf schloß sich eine längere Aussprache an, in der noch einig Unklarheiten Aufklärung fanden. Der Aufforderung in Fulda eine eigene Gruppe des „Ring der Bauwirte" zu gründen, kamen sofort 16 Genossen durch Abgabe ihrer Beitritts­erklärung nach. Die Satzungen dieser neugegründeten Gruppe Fulda wurden durchberaten und genehmigt. In den Vorstand wälhte man die Herren: Vincenz Schöpf, Heinrich Sander und Hermann Müller sämtlich in Fulda. Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren: Dentist Rudolf Schwarz-Großenlüder, Heinrich Kreß und Fritz Volmer beide in Fulda. Die Eintragung in das Ge­nossenschafts-Register beim Amtsgericht Fulda erfolgt in den ersten Tagen.

Generalversammlung des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes.

Am 30. d. M. hielt der Allgemeine Eisenbahnerverband seine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem Ge­schäfts- und Kaffenbericht konnte man ersehen, daß die Ortsgruppe weitere Fortschritte gemacht hat. Im Laufe des Jahres erfolgten 42 Neuaufnahmen. Während der alte Vorstand bis auf den 1. Vorsitzenden wiedergewählt wurde, mußte an Stelle des früheren Vorsitzenden, der aus dienstlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben kann, Neuwahl erfolgen. Mit großer Stimmenmehrheit wähl­ten die Anwesenden den Kollegen J. Henkel zum 1. Vor­sitzenden. Nachdem noch der Vertreter zur Bezirkstagung nach Frankfurt a. M. sowie zur Länderkonferenz nach Berlin gewählt war, berichtete Kollege Pfeifer über die letzte Betriebsratssitzung mit dem Amtsvorstand.

Zum Schluß der Versammlung fand noch nachstehende Resolution an den Zentralvorstand einstimmige Annahme:

Die am 30. 3. Ä. M. in Fulda im Vereinslokal zum goldenen Anker zahlreich anwesenden Mitglieder des Allge­meinen Eisenbahnerverbandes stellen mit Bedauern fest, daß den jetzt schon bei den Reichsbahnlohnempfänger ein­geführten Feierschichten weitere Verschlechterungen auf so­zialem und wirtschaftlichem Gebiet folgen sollen. Die Eisenbahnerschaft im Lohnverhältnis verkennt nicht die schwere Finanzlage der Reichsbahn betreffs der politischen Sonderbelastung, sowie der durch die schlechte Wirtschafts­lage hervorgerufene Rückgang in der Verfrachtung, kann es aber nicht verstehen, daß dieser finanzielle Ausfall aber auch nur von den Reichsbahnarbeitern getragen werden soll.

Wir verlangen von unserem Verbandsvorstand, daß er alles unternimmt, damit die im Lohnverhältnis stehenden Reichsbahnbediensteten vor weiteren Härten auf wirtschaft­lichem und sozialem Gebiet verschont bleiben.