Nah uns Fe rn.
O Neuer Weltrekord im Fallschirmabsprung. Der Flugzeugführer Resch aus Würzburg unternahm mit dem Kasseler Kunstfliegermeister Fieseler auf dessen Sportmaschine „Tigerschwalbe" einen Angriff auf den Weltrekord im Fallschirmabsprung, der bisher 4300 Meter betrug. In einer Höhe von 5200 Metern sprang Resch mit seinem Fallschirm von der Tragfläche des Flugzeuges ab und landete hinter dem Dorfe Vollmarshausen bei Melsungen. Der Fallschirm blieb in einem Obstbaum hängen, während Resch neben dem Baum unverletzt den Boden erreichte. In einer Höhe von 5000 Metern herrschten 29 Grad Kälte.
O 5000 Liter Benzin in die Luft geflogen. Bei Schweißarbeiten flogen 5000 Liter Benzin in einer Werkstätte in Berlin-Charlottenburg in die Luft. Bei der Explosion des Benzintanks wurden mehrere Arbeiter verletzt, darunter einer schwer. Dem Schwerverletzten wurde der rechte Unterarm abgerissen, auch trug er schwere Brandwunden davon.
O Schlagwetterexplosion in einem amerikanischen Bergwerk. In einem Bergwerk bei Valier (Illinois), in dem sich mehr als 500 Bergleute befanden, ereignete sich eine Schlagwetterexplosion, durch die zwei Arbeiter getötet wurden. Vier Arbeiter erlitten schwere Brandwunden und dürften kaum mit dem Leben davonkommen.
Q Fünf Tote bei einem Eisenbahnunglück. Bei Arlington Hèights im Staate Illinois ereignete sich ein Eisenbahnunglück, bei dem fünf Personen getötet und zahlreiche andere erheblich verletzt wurden. Ein Personenzug der Chlkago-Northwestern-Eisenbahn stieß mit einem Bahnbauzug zusammen. Der Personenzug streifte die Dampfschaufel des Bauzuges, die auf das Gleis eines dritten Zuges geschleudert wurde. Die Lokomotive und fünf Wagen des Personenzuges und die Lokomotive des dritten Zuges entgleisten.
O Ein Japaner zahlt 44 Millionen Erbschaftssteuer. Eine phantastische Summe an ErbschaMpèüer wurde dieser Tage in Tokio von dem Baron Sumitomo, dem drittreichsten Japaner, an die Steuerbehörde gezahlt. Der Steuerbetrag belief sich auf die ungewöhnlich hohe Summe von 44 Millionen Mark. Das Vermögen des Barons wird auf 500 Millionen Mark geschätzt.
Bunte Tageschpon'if
Berlin. In den Geschäftsräumen der Deutschen Vereinsfilm A.-G. versuchten fünf Einbrecher die Panzerschränke auf* zubrechen. Sie wurden bei ihrer Arbeit von der Polizei überrascht und festgenommcn.
Berlin. Am 21. März wird der Fernsprechverkehr Deutschland—Brasilien eröffnet. Ein Gespräch von drei Minuten Dauer kostet 126 Mark, jede weitere Minute 42 Mark.
Schwenningen (Neckar). Im Verlaufe eines Streites verletzte hier ein Sohn seine Mutter durch Schläge derart, daß sie trotz sofortiger Operation ihren Verletzungen erlag. Der Täter wurde verhaftet.
^nrië Einbrecher haben in der Notre-Dame-Kathedrale sämtliche Opferstöcke erbrochen und ausgeraubt. Wie man an- nimmt, hatten sie sich vor Schließung der Kirche in einem Beichtstuhl versteckt.
Bilbao. Nach einer Meldung aus Bermeo wurden sechs mit Ausbesserungsarbeiten am Hafen beschäftigte Arbeiter durch eine Sturzwelle weggespült. Vier Arbeiter ertranken.
Geständnis im Alkoholrausch.
In Westerhof (Kreis Osterode) ließ der Landarbeiter Gadameck in Alkohol st immung Äußerungen über einen Raubmord fallen, der 1927 im Schodmia, Kreis Oppeln, an einer alten Frau verübt worden war. Gadameck wurde daraufhin verhaftet und gestand die Tat ein.
Noch 3000 ungarische Kriegsgefangene in Rußland.
In Beantwortung einer Interpellation teilte der Minister deS Innern im Ungarischen Abgeordnetenhaus mit, daß die Zahl der ungarischen Kriegsgefangenen in Rußland etwa 2000 bis 3000 betragen dürfte. Die Regierung werde alles tun, um die Heimkehr der ungarischen Kriegsgefangenen aus Rußland zu ermöglichen.
Eine chilenische Provinzhauptstadt eingeäschert.
In der chilenischen Provinzhauptstadt Puerto Montt wütet seit 24 Stunden ein Riesenbrand, der die Stadt fast einäscherte. Etwa 12 000 Einwohner sind obdachlos geworden. Drei Personen sind in den Flammen umgekommen, bU Zahl der Verletzten ist noch nicht festzustellen.
200 Personen in einem Kino verbrannt.
Nach einem Bericht auS Peking sind bei einem Kinobrand in Kirin (Mandschurei) mehr als 200 Personen ums »Leben gekommen. Der Brand entstand durch die Explosion 'eines Films. Sechs Polizisten, die sich an dem Rettungswerk beteiligten, kamen gleichfalls ums Leben.
Das Todesurteil.
Roman von Kurt Martin.
(Alle Rechte vorbehalten.)
Vertrieb: Literarisches Büro „Das neue Leben". Bayr. Gmain, Oberbayern.
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„Ich weiß es, aus deinen Briefen an mich, und aus deinen Briefen an Günther. — Ja, jetzt sage ich es offen vor Mutter, die den Inhalt dieser Briefe nicht kennt: Du hast alles für Adalbert getan, was in deiner Kraft stand. Er hat dir bitter wehe getan und dich von sich gestoßen."
Frau Jutta sah überrascht auf die Tochter und dann wieder auf Reinhold.
„So ist das alsol — Hättet ihr mich doch von Anfang pn alles wissen lassen!"
„Es wäre vielleicht besser gewesen. Ich wollte Ihnen! Sorgen ersparen, Frau Doktor, und Günther und Irmin-' gard dachten wie ich. Wr meinten es alle gut mit 2hnen„ und hätten doch vielleicht —."
Er stockte. Sie drängte.
„Was? — Es ist also dom irgend etwas geschehen/ gestern Abend!"
Er sah fragend auf Irmingard, und sie gestand.
Ich habe vorhin Muttchen deinen Brief lesen lassen, wollten noch heute Abend abreisen, nach Leipzig."
Wir wollten noch heute Abend abreisen, nach Leipzig."
„Dann — Ja, es ist gut fol — Du hast recht oetan,) Irmingard."
Frau Jutta forschte:
„Was geschah gestern Abend?"
Er zögerte.
„Es —. Adalbert begleitete Frau Burckardt und ihre. Tochter in die Oper."
„Ja."
„Ich wollte ihn hindern; er ließ es sich nicht ausreben.*
„Und dann?"
»Ich saß dèn Damen Burckardt und Adalbert gegen»; über. —"
„Und?"
„Am Ende den nmfion m^.r« r..---»i- tx —i- *—-
Börse und Kandel.
Frankfurter Börse vom 19. März. Tendenz: freundlich. Nachdem der Reichspräsident die Unterzeichnung des deutschpolnischen Liquidationsabkommens vorgenommen hat, war die Tendenz wesentlich beruhigter. Die Stimmung wurde durch einige noch vorhandene günstige Momente bestärkt. Beachtung fanden vor allem die feste gestrige Newyorker Börse, die vorteilhaften internationalen Geldmarktverhältnisse — der Medio zeigte diesmal nur ganz geringfügige Beanspruchung —, und der relativ gute Abschluß der Commerz- und Privatbank. Auch wurde gestern schon mit Befriedigung wahrgenommen, daß die D.-D.-Bank bekannt gab, daß mit einer Kürzung der Dividende nicht zu rechnen sei. Die Gerüchte, die im Zusammenhang mit der Farbenaktie aufgetaucht waren, wurden jetzt selbst in Börsenkreisen nicht mehr geglaubt. Der Markt eröffnete freundlicher, und die Kulisse schritt weiter zu Rückdeckungen, so daß gegenüber der gebesserten gestrigen Abendbörse weitere Kurserholungen eintraten. Das Geschäft konnte im allgemeinen aber keine größere Bedeutung annehmen, da der Ordereingang immer noch klein blieb. Etwas in den Vordergrund traten Siemens, die 3 % fester eröffneten. A.E.G. plus %. Sonst kamen hier Erstnotierungen zunächst nicht zustande. Am Chemiemarkt eröffneten I. E. Farben 2 % fester. Der Montanmarkt fand auch heute nur geringe Beachtung. Nur Rheinstahl waren etwas gesucht und 2 % höher. Mannesmann waren leicht erholt. Am Kunstseidemarkt machte die Beruhigung weitere Fortschritte. Aku lagen auf Rückkäufe 3% % höher. Einiges Jn- tersse machte sich noch für Karstadt mit plus 1% % und für Zellstoff Waldhos mit plus 2% % bemerkbar. Von Verkehrsaktien lagen A.-E. für Verkehrswesen 1% % fester. Hapag vernachlässigt. Banken bei kleinen Umsätzen gehalten. Von Bauwerten waren Wayß u. Freytag weiter angeboten und erneut 2 % schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen gut behauptet. Nachdem nach der Festsetzung der ersten Kurse erneut kleine Besserungen eingetreten waren, wurde die Tendenz später auf Realisationen etwas schwächer, und das Kursniveau gab bis zu 1% % unter Anfang nach. Späterhin konnten sich aber wieder Erholungen durchsetzen, und die Tendenz war zuversichtlich und freundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 % erneut leichter. Am Devisenmarkt war Spanien wieder etwas schwächer. Mark gegen Dollar 4.1929, gegen Pfunde 20.3850. London- Kabel 4.8620, -Paris 124.30, -Mailand 92.85, -Madrid 38.70, Schweiz 25.12%, Holland 12.12%.
Frankfurter Abendbörse vom 19. März. Tendenz: etwas freundlicher. An der Abendbörse konnte sich die Stimmung weiter etwas bessern, wenn auch eine Belebung des Geschäftes in Anbetracht des anhaltenden Ordermangels nicht eintrat. Die Umfa^tätigfeit beschränkte sich in der Hauptsache auf Deckungen in der Kulisie. Z. E. Farben, Schuckert, Siemens, Waldhof und Mannesmann lagen bis ca. 1 % fester. Banken blieben gut behauptet. Am Markte der Kaliaktien gaben dagegen Aschersleben auf Realisationen geringfügig nach. Im Verlaufe erhielt sich freundlichere Stimmung. J. G. Farben waren weiter etwas gefragt. Renten still. Neubesitzanleihe 8.40, Adca 120%, Commerzbank 155, Danatbank 227, Dresdner Bank 146, Reichsdank 279%, Buderus 75%, Gelsenkirchen 138, Harpener 130, Aschersleben 209%, Mannesmann 104, Rheinstahl 112%, Stahlverein 95%, Aku 91, A.E.G. 162%, Bemberg 141, Deutsche Linoleum 234%, J. E. Saften 159%, Felten 124, Holzmann 94%, Karstadt 123%, Metallgesellschaft 104%, Rütgerswerke 75, Schuckert 183, Siemens 245, Wayß u. Freytag 77%, Waldhof 204%.
Frankfurter Produktenmarkt vom 18. März. Tendenz: befestigt. Die heutige Produktenbörse war wesentlich beruhigter und lebhafter, als an den vergangenen Märkten. Das Zustandekommen einer Verständigung zwischen dem Reichsernährungs- minister und den Vertretern der Regierungsparteien über die meisten schweben den Argrarfragen bot eine stärkere Anregung. Namentlich Weizen war vermehrt gefragt und eine halbe Mark fester. Auch Roggen und Mais konnten sich gut erholen, während Gerste schwächer lag. — Weizen 26.50—26.75, Roggen 17, Gerste 16.75, Hafer 15.75—16, Mais 14.75—15, Weizenmehl südd. 37.75—38.50, d». Niederrhein. 37.75—38.25, Roggenmeyl 24.25—25.50, Weizenkleie 8.10—8.25, Roggenkleie 8.50.
Gießener Pferdemarkt vom 19. März. Auf dem heutigen Gießener Frühjahrspferdemarkt standen.280 Pferde und 23 Fohlen zum Verkauf. Bei gutem Besuch des Marktes blieb jedoch das Geschäft ruhig. Immerhin entwickelte sich annehmbare Kauftätigkeit. Man bezahlte für leichtere Pferde 500 bis 800 Mark, für mittelschwere 600—900 Mark und für Schwere 1200 bis 1300 Mark. Für Schlachtpferde wurden verhältnismäßig hohe Preise bewilligt.
Keine Verlegung der Frankfurter Montags-Viehmarktes.
Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz von Stadtrat Dr. Lingnau über Angelegenheiten des Schlacht- und Viehhofs eine Jnteresientenbesprechu'ng statt, an der Vertreter der Landwirtschaft, des Viehhandels,' der Viehkommissionäre und der Metzger- schaft usw. teilnahmen. Insbesondere wurde über den erneut vorgebrachten Wunsch der Verlegung des Montagsmarktes gesprochen. Man war sich jedoch allgemein darüber einig, daß aus den verschiedensten Gründen vorläufig eine Verlegung des Montagsmarktes nicht zweckmäßig sei, und oaß der ganzen Frage überhaupt erst dann näher getreten werden könne, wenn auch die übrigen deutschen Viehmärkte auf einen andern Wochentag verlegt würden. Stadtrat Dr. Lingnau berichtete dann über die von Direktor Bourmer durchgeführten und eingeleiteten Ver- besserungsmaßnahmen im Betriebe des Schlacht- und Viehhofs,
schien überrascht zu sein. Sie öffnete den Umschlag und las. Dann sank sie leblos vom Sessel. —"
Frau Jutta neigte tief das Haupt.
„Die andere hat sich gerächt."
Irmingards Augen hingen voll banger Fragen an, Reinholds Mienen.
„Wirklich, Reinhold, war die Nachricht von jener andern?"
„Ja. — Ich erfuhr es wenige Minuten später. Ich eilte hinüber in die Loge. Adalbert hatte Fräulein Ilse gum Ruhesofa getragen. Ich bemühte mich um sie. Adalbert war aufs Aeußerste erregt. — Ich ahnte sogleich alles. Plötzlich vernahm ich Frau Buckardts Stimme. Ich wandte mich um. Sie las das Billet, das man Ilse gesandt hatte. Da sprang Adalbert plötzlich hinzu, entriß ihr das Schreiben, las es und stürmte hinaus."
„Und dann?"
Irmingards Augen füllten sich mit Tränen. Er bat, eindringlich:
Nicht so erregen, bitte!"
„Sprechen Sie weiter!"
„Aber ruhig bleiben, Frau Doktor! — Ich sah die Karte am Boden liegen und steckte sie zu mir. Den Haus- >arzt der Familie Burckardt hatte ich vorher in einer anderen. Loge gesehen. Den holte ich rasch herbei und überließ ihm) Fräulein Ilses Behandlung. Ich aber eilte fort, Adalbert zu suchen."
„Und fanden Sie ihn?"
„Was stand auf der Karte?"
Er überlegte rasch. Dann griff er in seine Brusttasche (Und reichte Frau Jutta die Karte. Sie starrte auf die wenigen Zeilen; aber sie konnte kein Wort entziffern.
„Ich kann nicht. Kind, lies du!"
Irmingard griff nach der Karte und las, was da der Haß, die Rachsucht geschrieben hatte. '
; Frau Jutta taumelte mit einem schmerzlichen Aufschrei empor.
„Der Sohn des Brudermörders Ulrich Jordan! — Mein Junge! — Sie hat ihn ins Herz getroffen! — Sie —"
Sie schwankte und wäre zu Boden geglitten, hätte nicht
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die von den Anwesenden anerkannt wurden. Er konnte weiterhin mitteilen daß der Magistrat sich grundsätzlich für die Modernisierung des Kühlhauses ausgesprochen habe die durchs führt werden solle, sobald es nur die finanzielle Lage der Stadt gestatte. Auch die weiteren Wünsche, u. a. die Modernisierung und Erweiterung der Schweinemarkthalle, sollen sobald wie möglich erfüllt werden.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 20. März. (Vorbericht,)
Kälber: B 74—78, C 68—73, D 60—67. Schafe: A 1. 48-52,
B 40—47. Schweine nicht notiert. Aufgetrieben waren: Rinder 177, Kälber 1052, Schafe 151, Schweine 145. Marktverlauf.
Kälber und Schafe mäßig rege, ausverkauft.
Amtliche Berliner Notierungen vom 19. März.
* Börsenbericht. Tendenz: Nach festem Beginn schwächer. Die Börse eröffnete auf allen Gebieten befestigt, teilweise kräftig erholt. Bereits vorbörslich machte sich überall Deckungsneigung bemerkbar, die sich bei Börsenbeginn noch verstärkte. Am Geldmarkt trat eine weitere Erleichterung ein. Tagesgeld 4 bis 6. Monatsgeld 6,50—8,50, Warenwechsel 5,50 Prozent. Im weiteren Verlauf ging der Spekulation bald der Atem aus und die Aufwärtsbewegung kam überall züm Stillstand. Auf einen Vorstoß der Baissepartei gab das Kürsniveau schließlich wieder allgemein nüch.
* Devisenbörse. Dollar 4,18—4,19; engl. Pfund 20,36 bis 20,40; holl. Gulden 167,94—168,28; Danz. 81,38—81,54; franz. Frank 16,38—16,42; schweiz. 81,04—81,20; Belg. 58,36-58,48; Italien 21,92—21,96; schwed. Krone 112,46—112,68; dän. 112,11 bis 112,33: norweg. 112,05—112,27; tschech. 12,40—12,42; österr. Schilling 58,99—59,11; poln. Zloty (nichtamtlich) 46,87—47,07; Argentinien 1,56—1,57; Spanien 52,35—52,45.
* Produktenbörse. Die nur teilweise leicht erhöhten Cif- offerten des Auslandes für Weizen boten wenig Anregung. Die Zollvorschläge regten zu Deckungskäufen und teilweisen Neuanschaffungen an. Andererseits hielten die Verkäufer mit Abgaben sich noch reservierter als bisher. Roggen ist gleich- falls nur mäßig angeboten. Hier. hinterließen die geplanten Maßnahmen keinen so deutlich erkennbaren Eindruck. Die Preise zogen nur wenig an. Gerste in Brauware sind Jn- dustriematerial behält die gebesserte Nachfrage und erstell höhere Preise. Hafer von der Küste vereinzelt verlangt, hier vernachlässigt. Mais still, Mehl beim Bäcker etwas besser abzusetzen, Preise kaum geändert.
Getreide und Olsaaixn per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.
19 3.
18 3.
19. 8.
18. 8
Wetz., märt
240-243
237-240
WeizN. f.BIn.
8.0 8.5
8,08.5
pommersch
—
—
Rogkl. f. Bln.
8,0 8 2
7,7 80
Nogg. mark.
144-149
144-149
Raps
—-
Braugerste
162-172
160 170
Leinsaat
—
—
Suttergerfte Sommergste.
142-152
140150
Vikt.-Erbsen
20,0-25,0
20,0-25,0
——
kl Speiseerbs
18,0-20,0
18,0-20,0
Wintergerste
» ' »
—
Futtererbsen
16,0-17,0
16.0-17,0
Hafer, märt
121-131
118-128
Peluschken
16,5-19,0
16,5-19,0
pommersch.
—
—
Ackerbohnen
16.0-17,5
16,0-17,5
westpreuß.
—
Wicken
19,0-23.0
19,0-23,0
Weizenmehl
Lupln.. blaue
12,5-14 0
12,5-14,0
p. 100 kg fr.
Lupine, gelbe
16.5-18,0
16.047.5
Brl.br. inkl.
Seradella
28,0-32,5
28,0-32,0
Sack(stlnst.
Rapskuchen
12 0-13,0
11.0 130
Mrk.ü Not
26,7-34,5
26.5-34 2
Leinkuchen
16.4-17,2
16,017,0
Roggenmehl
Trockenschtzl.
6,2 6,4
6 2 6.4
P. 100 kg fr.
Zova-Schrot
13,5-14.2
13 2-137
Berlin br.
Torsml 30/70
—
—
infl Sack
20,2-23,5
20.0-23 5
Kanofjelflck.
11,0-11,5
11,0-11,5
Berliner Effektenfrühverlehr vom 20. März. Der heutige
Frühverkehr zeigte das übliche geschäftslose Aussehen und ließ eine Tendenz zuverlässig noch nicht erkennen. Nachdem aber bereits gestern abend Kurserholungen bis zu 1 Prozent eingetreten waren, scheint sich der freundliche Eründton weiter erhalten zu können. Am Devisenmärkte nannte man London-Paris 124.20, -Mailand 92%, -Spanien 36.90, -Buenos 42.18, -Kabel 486.26—
30, -Berlin 20.38.60—70, Kabel-Berlin 4.19%.
Turnen, Sport und Spiel.
Sp. Zum Osterverbandstag der deutschen Schwimmer t« Braunschweig sind nicht weniger als 66 Anträge verschiedenster Art eingereicht worden. Das wichtigste Thema ist das Abkommen mit der Deutschen Turnerschaft, dessen Endziel ja ei« späterer Zusammenschluß sein soll.
Sp. Turnerzuwachs konnte bisher jeder Kreis der D. dessen Ergebnisse der Bestandeserhebung vom L Januar 193° bis jetzt bekanntgeworden sind, verzeichnen. Rheinland meldete plus 4484, Norden plus 673, Schwaben plus 2571, Branden- bürg plus 2571 und jetzt Westfalen mit plus 1468 ___
Erregung über die eben gelesenen Worte, die Angst um die Mutter lösten sich in einem qualvollen Ruf.
„Reinhold, hilf mir!"
„Hole Wasser! — Und Kognak!"
Während er Frau Jutta behutsam auf das Sofa nieder- ließ, eilte Irmingard in die Küche. Da saß Olga am Tisch, den Kopf in die Hände vergraben, und weinte herzzerdre» chend. Irmingard schaute fragend auf das treue Mädchen, Und ihre Angst wuchs noch mehr. Sie rief:
„Olga! — Helfen Sie! — Wasser! — Kognak!"
Da sprang die Schluchzende auf.
„Die arme Frau Doktor! — Der Adalbert, der Adalbert!"
Irmingard griff sich ans Herz.
„Was ist? Hat Reinhold Ihnen alles gesagt? — Sprechen Sie!"
Olga ließ das Tuch von den Augen sinken.
„Sie wissen es noch nicht?" , -
Sie lief zum Schrank, zum Wasserhahn. Irmingard
Flehte:
„Sagen Sie alles! Ist er — denn tot?" .
Olga reichte ihr mit zitternden Händen Glas uns Flasche. Dann sank sie wieder auf den Stuhl und sommerte erneut. ,
„Die arme Frau Doktor! — Die arme Frau Dokrori Irmingard sah auf die Wehklagende. Sie wußte alles.
— Die Mutter! —
Sie lief hinüber ins Zimmer. ,
Frau Jutta hatte sich schon wieder ein wenig eryo?
Reinhold Schmidt griff nach der Kognakflasche.
„Ein Glas!" .
Irmingard hielt ihm das wassergefüllte Glas hm- sah ihr in die Augen und bat:
„Irmingard!"
Sie zuckte zusammen.
„Oh, — verzeih!"
Er trat zum Fenster und goß Wager auf dre men draußen, öffnete die Flasche und goß ein wenig Kognar in das große Glas.