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Dir dsLrfchr èMrrkrMksH 1829.

Tr ixT ErMrmg hol,er 'Mttchlerstüngen find irr W- Ws ^nfnen in Deutschland durch Sie verbesserte Fütterungsteckmik große Fortschritte gemacht worden. Dies kommt besonders in ^oibenleistungen einzelner hervorragend veranlagter Milâ>- kübe rum Ausdruck. Während bisher den Rekord als beste Milchkuh Deutschlands die ostsriesische Kuh Ameise 118162 mit 13 665 kg Milch. 451 kg Fett zu 3,30 Prozent innehatte, ist diese Leistung 1929 überholt worden von der Kuh Schwarzkopf, Herd- buch-Nr 9577 des Hofbesitzers Koch-Dohnsen, Kr. Celle. Diese Rekordkuh hat in 3uo Tagen die erstaunliche Milchleistung von 14 077 kg Milch, 470,23 kg Fett zu 3,34 Prozent geliefert und dadurch einen neuen deutschen Milchrekord aufgestellt. Die Kuh ist eingetragen in das Herdbuch des Verbandes Lüneburger Rindviehzüchter in Uelzen und von dem Besitzer selbst gezüchtet worden.

Hersseld, 5. März. (Sid) selbst gestellt.) Der 24jäf)= rige Kraftwagenführer Erich Rübenstahl aus Sorga bei Hers­seld der nach voraufgegangenem Streit seinen Vater in der Wohnung mit einem Jagdgewehr angeschossen hatte, hat sich freiwillig gestellt. Er hat angegeben, nicht die Absicht gehabt zu haben, seinen Vater zu verletzen. Im Verlaus des Streites hätten sie beide nach der Waffe gegriffen. Er sei aber seinem Vater zuvor gekommen und habe, um Unheil zu verhüten, die Waffe durch einen Schutz in den Fußboden entladen wollen. Dabei habe er seinen Vater in den Unterleib getroffen. Nach der Tat sei er geflüchtet und habe sich in der Nacht zum 4. Mürz in dem an Sorga grenzenden Wald aufgehalten. Am 4. März sei er dann über Weiterode nach Bebra zu Fuß gegangen und von dort mit der Bahn nach Kassel gefahren, um sich der Polizei zu stellen.

Homberg (Bez. Kassel), 5. März. (Zehn Jahre Kreis­bauernschaft Homberg.) Hier fand die Generalversamm­lung der Kreisbauernschaft Homberg statt, mit der die Feier des zehnjährigen Bestehens verbunden war. Landrat Freiherr von Funck überbrachte die Grüße des Kreises und erbat weiteres Zusammenhalten zum Besten der Gesamtheit. Landtagsabge- crdnter Justi gab einen Rückblick über die Lage der Landwirt­schaft und rügte die Zersplitterung bei den letzten Wahlen. Dr. Haag-Kassel referierte über die technische und ökonomische Seite der Landwirtschaft.

Ziegenhain. (Staatsbürgerliche Bildungsta- g u n g.) Die Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabteilung Hessen, hatte zu dem diesjährigen staatsbürgerlichen Bildungs­tag eingeladen. Die Versammlung fand imRosengarten" hier unter Beteiligung von etwa 200 Zuhörern statt. Nicht nur eine grosse Anzahl von Lehrern und Beamten waren erschienen, son­dern auch viele Frauen und Männer aus der Bevölkerung von Stadt und Land. Dr. Steuber hiess zunächst die Erschienenen herzlich willkommen. Alsdann hielt der erste Redner des Tages, Dr. Weinerts, Offenbach, einen Vortrag. Als Diskus­sionsredner sprachen Dr. Steuber-Frankfurt, Hoos-Leimbach, Egener-Ziegenhain, Lange-Rommershausen und Dr. Schaub- Hèphata. Frau Rosa Kempf sprach über die Bedeutung der Familie für den deutschen Wiederaufbau.

Kassel. (Aus dem Zuchthaus entflohen.) Diens­tag früh ist es dem in der Strafanstalt in Wehlheiden unterge­brachten Zuchthäusler Paul Panske gelungen zu flüchten. Die sofort angestellten Nachforschungen sind bisher ergebnis­los gewesen. Panske, der aus Burg bei Magdeburg stammt und eine" längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, ist am 26. Oktober 1901 geboren. Der Flüchtling wird wie folgt beschrieben: Größe' 1,60 Ztm., schlanke (schwächliche) Figur, dunkelblond, bartlos. Hellbraune Augen. Augenlider bogenförmig, kleine spitze Rase, Mund und Ohren mittelgroß. Das Gebiß ist vollständig. Besondere Kennzeichen: an der linken Hand sind Daumen und Zeigefinger verstümmelt.

Kassel. Im Vergleichsverfahren der Bankfirma Gebr. Zahn haben die Inhaber für die Firma und für sich persönlich gestern den Vergleichsvorfchlag zurückgezogen. Da gegen sämtliche Be­teiligten Konkursanträge vorliegen, mutz nunmehr das Kon­kursverfahren eröffnet werden.

Kassel, 4. März. (Zahlungsschwierigkeiten eines Milchhofs.) Der Milchhof der Einkaufsgenossen­schaft Kasseler Milchhändler hat sich an seine Gläubiger ge­wandt, um ein längeres Moratorium und Zustimmung zu einem autzergerichtlichen Vergleich zu erlangen. Die Schwierigkeiten sind durch die Unkosten des Neubaues und die Ergebnislosigkeit der Bohrungen nach Wasser entstanden, das für Milchkühlung erforderlich ist. Der Voranschlag für den Neubau verzeichnet 170 000 Mark Baukosten, die um meist als das doppelte über­schritten wurden.

Kirchhain. (Aus der reformierten Gemeinde.) Für den am 1. April 1929 in den Ruhestand getretenen Metro­politan Wille an der hiesigen reformierten Gemeinde hat das Landeskirchenamt zu Kassel Pfarrer Hufschmidt aus Dens­berg (Kreis Fritzlar) ernannt.

Büdingen, 5. März. (Mit dem Rasiermesser die Kehle durchschnitten.) Auf schreckliche Weise hat in der letzten Nacht die 34 Jahre alte Ehefrau Erandhomme in dem Nächbardorfe Wenings ihrem Leben ein Ende gemacht. Die Bedauernswerte, die schon seit längerer Zeit kränklich war, durchschnitt sich in ihrer Wohnung mit einem Rasiermesser die Kehle. Welche Ursachen die Frau zu der Verzweiflungstat ge­trieben haben, ist bis jetzt noch nicht festgestellt. Die Verstor­bene hinterlätzt ihrem Männe ein Kind.

Schlüchtern, 4. März. (Mädche n-A u f b a u s ch u l e.) Die hier in Entwicklung begriffene Aufbauschule, die einzige Mäd­chenaufbauschule der Provinz Hessen-Nassau, umfaßt ab Ostern 1930 die Klassen Untertertia bis Untersekunda. Der Ausbau der Oberstufe beginnt Ostern 1931 und wird 1933 beendet sein. Auch Knaben können ausgenommen werden. Der Lehrplan ist der der Deutschen Oberschule in Aufbauform mit Englisch als erste und Lateinisch als zweite Fremdsprache. Die Berechtigun­gen entsprechen denen der anderen höheren Schulen. Voraus­setzung für die Aufnahme ist erfolgreicher sieben- oder acht­jähriger Besuch der Volksschule. Mit der Anstalt ist ein vom Hessischen Diakonissenhaus, Kassel, eingerichtetes und vorbild­lich ausgestattetes Schülerinnenheim verbunden. Die in dem stimmungsvollen Klostergebäude untergebrachte Anstalt setzt die Jahrhunderte alte Schlüchterner Schultradition fort.

Frankfurt a. M 4. März. (Tobsuchtsanfall eines Arbeitslosen.) Der 38jährige Arbeitslose Degenhardt er­litt am Montagnachmittag in seiner Wohnung einen Tobsuchts­anfall, in dessen Verlauf er seine Wohnung demolierte und die Gashähne öffnete. Als Degenhardt die herbeieilenden Nach­barn mit dem Messer bedrohte, wurde die Polizei alarmiert. Aber auch den eintreffenden Polizeibeamten trat der Mann mit dem Messer entgegen. Ehe er schließlich überwälttgt werden konnte, rannte er sich das Messer selbst in den Leib. Er wurde nach Anlegung einer Zwangsjacke ins Krankenhaus verbracht und dort sofort einer Operation unterzogen. Lebensgefahr be­steht bei ihm nicht.

Frankfurt a. M., 4. März. (Die C. von Noorden- Klinik als Stiftung.) Die Gemeinnützige Wohlfahrts­geiellschaft in Frankfurt a. M. hat beschlossen, im Rahmen der von ihr verfolgten gemeinnützigen und mildtätigen Zwecke die vor ca. drei Jahren erworbene Privatklinik Lampe und Dr. C. von Noorden der Allgemeinheit zu stiften. Geheimrat von Jioorben hat der Gesellschaft seinen Namen zur fünftigen Be­nennung dieser Klinik zur Verfügung gestellt. Die Klinik führt deshalb die BezeichnungC. von Noorden-Klinik Frankfurt am Main". Zur Ueberwachung und Mitarbeit an diesen Auf­gaben bildet die Gemeinnützige Wohlfahrts-Gesellschaft ein be­sonderes Kuratorium der C. v. Noorden-Klinik. In dieses Kuratorium sollen neben anderen Persönlichkeiten vor allen Trugen Männer der Wissenschaft berufen werden. Die Einfüh- rungsseier der C. v. Noorden-Klinik als Stiftung findet am kommenden Samstag statt.

Januar 1930 wurden im Landes- Doppelzentner Zucker in den freien

tfrantftttt a. M., 5. März. (H esse n-N afsau s Zucker- v.erbrauch.) Im Monat 2 ' 2 *

Ttrtexn â amtsbeMrf Kassel 8106 Doppelzentner Zucker in' den freien brachten ubetTu^rt welche rund 85 000 Mark Zuckersteuer er-

TraitlfLä L- M. 5. MSrz. (Mrs L :»L in Hessen- Aassa« verdient 2) Ritch bei SkrtiM des Steuerab­zugs vom Arbeitslohn gab es in Hessen-Nassau insgesamt 854 000 Lohnfteuerpflichltge, Bei 346 000 Arbeitnehmern er reichte das Jahreseinkommen nicht die steuerpflichtige Grenze von 1200 Mark, so daß zwei Fünftel aller Pflichtigen unbesteuert blieben. Im Durchschnitt wird im Bezirk Wiesbaden besser verdient als im Bezirk Kassel, denn hier stellt sich das Durch­schnittseinkommen auf nur 1519 Mark, dort auf 1711 Mark. Auch das Eejamtaufkommen an Löhnen und Gehältern ist im Bezirk Wiesbaden weit höher. Es haben im Bezirk Kassel 174 000 Steuerbelastete ein Gesamteinkommen von 264 Mill. Mark, dagegen 318 000 Steuerbelastete im Bezirk Wiesbaden ein solches von 545 Mill. Mark. Hiervon werden allein in Frankfurt 281 Mill. Mark, in Kassel 80 Mill. Mark und in Wiesbaden 68 Mill. Mark verdient.

Frankfurt a. M., 5. März. (Hessen-Nassauliefert d i e m e i st e n Steine.) Die Hälfte aller Güter, welche von Hessen-Nassau nach auswärts versandt werden, sind natürliche Steine. Von den rund 40 Millionen Tonnen, welche nach der neuesten Statistik des Eisenbahngüterverkehrs im Deutschen Reich zum Versand kamen, entfielen allein 7,1 Mill. Tonnen auf die hessischen Gebiete. An zweiter Stelle steht dann erst in weitem Abstand Niederschlesien mit 4 Mill. Tonnen. Die mei­sten Steine, welche Hessen-Nassau und Oberhessen verlassen, gehen nach Hannover, nämlich 700 000 Tonnen, nach dem Ruhr­gebiet und der Rheinprovinz links des Rheines gehen je 600 000 Tonnen, nach Nordbayern, Württemberg und der rechtsrheini­schen Rheinproviirz je 309 000 Tonnen. Vom Ausland nimmt uns Holland etwa 31 000 Tonnen ab.

Frankfurt a. M., 3. März. (Tagung der Stadt­synode der evangelisch-lutherischen und evan­gelisch-unierten Kirchengemeinden.) Die Stadt­synode der evangelisch-lutherischen und evangelisch-unierten Kirchengemeinden trat am Montagnachmittag zu ihrer ersten gemeinsamen Tagung zusammen. Nach kurzen Begrüßungswor- ten des Vorsitzenden wurden die Wahlen für die Ausschüsse ge­mäß den Vorschlägen des Vorstandes genehmigt, ebenso die Prüfung der Wahlen zur Synode in der Dreifaltigkeitsge­meinde, der St. Jakobsgemeinde, der Markusgemeinde und der Gemeinde im Dornbuschgebiet. Die Berichte des Synodalvor­standes über die Ausführung früherer Beschlüsse und über die Jahresrechnung der Synodalkasse für 1923 erhielten nach kur­zer Besprechung die Zustimmung. Der Voranschlag für das Haushaltsjahr 1930 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 2 603 100 Reichsmark ab. Die Beratungen des Haus­haltsplanes, für die eine große Reihe von Anträgen ge­stellt sind, werden im Laufe der Woche stattfinden. Der Vor­sitzende war jedoch schon jetzt in der Lage, mitzuteilen, daß die Aussichten für die Zukunft nicht sehr rosig sind. Es ist nicht nur eine Senkung der Einkommensteuerveränlagung, auf der die Kirchensteuer basiert, festzustellen, sondern es liegen bereits eine größere Anzabl von Kirchenaustritten vor, die âuf die Ein­nahmen der Synodalkasse nicht ohne Einfluß bleiben werden. Trotzdem kann an einer Erhöhung des Kirchensteuersatzes, der gegenwärtig 12 % beträgt, nicht gedacht werden. Die Folge der schlechten Lage müsse daher sein, daß Anträge auf größere Ausgaben, die nicht unbedingt erforderlich sind, entschieden ab­gelehnt werden müssen. Ganz besonders Sauanträge werden von vornherein überhaupt gestrichen werden müssen. Im übri­gen wird es zur Sanierung des Etats notwendig sein, eine langfristige Millionenanleihe (es wird von einem Betrage von drei bis viereinhalb Millionen Mark gesprochen) aufzunehmen. Bei der Größe des Objektes wird es erforderlich sein, eine gründliche Besprechung der Frage im Ausschuß vorzunehmen. Die Stadtsynode wird am Freitag, nachdem die Ausschüsse bis dahin voraussichtlich ihre Arbeiten abgeschlossen haben, eine neue Sitzung abhalten.

Frankfurt a. M., 4. März. (Der Stand der Ver­handlungen über den evangelische Kirchenzu- sammenschluß.) Die Arbeiten für den Zusammenschluß der fünf Landeskirchen von Hessen-Kassel, Hessen-Nassau, Frei­staat Hessen, Waldeck und Frankfurt schreiten nur sehr langsam vorwärts. Am vergangenen Sonntag hat wahrscheinlich zum letzten Mal die sogenannte Fünferkommission getagt. Sie wird in den nächsten Tagen den inzwischen seitens der be­teiligten Landeskirchen gebildeten parlamentarischen Ausschüs­sen eine Denkschrift über die bisher vorliegenden Zusammen­schlußpläne und die bereits geleisteten Vorarbeiten überreichen. Die Ausschüsse werden daraufhin in eine eingehende Prüfung des Materials eintreten. Die zurzeit in Berlin zwischen der Regierung und den preußischen Landeskirchen stattfindenden Verhandlungen über ein Konkordat waren bisher nicht ohne hemmenden Einfluß auf die Zusammenschlußbestrebungcn der fünf Landeskirchen.

Frankfurt a. M.-Höchst, 4. März. (Rasende Eifer- sucht.) Am Sonntagvormittag ereignete sich hier in der Königsteiner Straße ein aufregender Vorfall. Eine junge Frau glaubte Grund zur Eifersucht zu haben, die sich schließlich zu einet Raserei steigerte. Die Frau brachte ihrem noch im Bett liegenden Manne mit einem Beil eine schwere Kopfverletzung bei und flüchtete dann in notdürftiger Kleidung auf die Straße. Hier schrie sie fortgesetzt nach einem Messer, mit dem sie sich töten wolle. Die Rasende wurde von der Polizei in Obhut ge­nommen und nach Aufnahme des Tatbestandes ihren Angehöri­gen übergeben. Der schwerverletzte Ehemann hatte noch soviel Kraft, um sich aus dem Bètt zu erheben und nach dem Kranken­haus zu begeben. Lebensgefahr besteht nicht. Die Stellung eines Strafantrags gegen seine Frau hat der Verletzte ab­gelehnt.

Frankfurt a. M., 4. Mär^ (Kommt der Reichsprä­sident nach Höch st?) DasHöchster Kreisblatt" erfährt von zuständiger Stelle, daß von Frankfurt aus sowohl durch den Regierungspräsidenten in Wiesbaden als auch durch andere Vertretungen in Berlin in der Kanzlei des Reichspräsidenten der Antrag gestellt wurde, daß Reichspräsident von Hindenburg bei seiner kürzlich angekündigten Rheinreise anläßlich der Be­freiung auch den Stadtteil Höchst, die Grenzstadt des besetzten Gebiets, besucht. Die Bitte sei in einer Form an den Reichs­präsidenten gerichtet worden, die erhoffen lasse, daß auch Höchst das Reichsoberhaupt in seinen Mauern begrüßen könne. Im übrigen wird als Tag der Befreiungsfeier für Höchst am 30. Juni oder 1. Juli festgehalten.

Frankfurt a. M 4. März. (Volkstrauertag 1930.) Für die am Sonntag, den 16. März, geplanten Frankfurter Gedächtnisfeierlichkeiten zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen sind die Vorbereitungen beendet, so daß in den nächsten Tagen mit entsprechenden Veröffentlichungen begonnen werden kann. Um keine Zeit zu verlieren, werden jetzt schon sämtliche Frank­furter Verbände, Vereine und sonstige Korporationen, die an­läßlich der am Volkstrauertag vormittags 10 Uhr an den Grä­bern des Ehrenfeldes auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt- finbenben offiziellen Gedächtnisfeier Kranzdeputationen zu ent­senden wünschen, aufgefordert, ihre schriftliche Anmeldung an die Kriegsgräberfürsorge, Münzgasse 3, betreffs Zustellung der Passierkarten gelangen zu lassen.

Frankfurt a. M., 5. März. (O be r p r ä s i d e ii t Schwan- der nimmt Wohnsitz in Frankfurt.) Wie verlautet, wird der Oberpräsident dèr Provinz Hessen-Nassau Dr. Schwan- 6er nach seinem Ämtsrücktritt seinen Wohnsitz nach Frankfurt am Main verlegen.

Frankfurt a. M., 5. März. (Der D-Zugdieb mit der gestohlenen Fahrkarte.) Der in Frankfurt in Unter­suchungshaft weilenden internationale D-Zugdieb Hundes­hagen, der vor etwa drei Monaten verhaftet wurde, ist durch einen reinen Zufall im hiesigen Hauptbahnhof gefaßt worden. Es war nämlich einer Dame eine Fahrkarte nach auswärts ab­handen gekommen und die Eisenbahnbeamten wurden infor­miert, daß sie Reisende mit Fahrkarten nach dem betreffenden Ort anhalten sollten. Mit der Karte kam Hundeshagen, und schon wurde er ergriffen. Die Nachforschungen ergaben, daß er an mehr als vierzig D-Zugdiebstählen beteiligt ist, und daß er aus seinen Diebesfahrten vorwiegend süddeutsche Strecken be­nutzte, so vornehmlich die Linie BerlinMünchen. In Frank­furt hatte er sich zum erstenmal gezeigt. Der Fall dürfte wahr­scheinlich vor einem auswärtigen Gericht zur Aburteilung ge­langen. Die umfangreiche Beute hatte er in Mannheim versteckt.

ZrxKzsri a. SL 6 Mürz CS* d»r WüH^unL Les Ich e a n a e s e vi u) o j i o n.) Mâag ©ß elfe eist Ocmiftc aus dem Stadtteil Griesheim in Frankfurt in der Cranachstcatze bei einem Jugendfreund zu Besuch. Plötzlich ergriff der Che­miker ohne jeglichen Anlaß ein Jagdgewehr und brachte sich men Schuß in den Kopf bei, der seinen alsbaldigen Tod zur Folge hatte. Was den 39jährigen Mann zu der Tat veranlaßt hat, ist unbekannt.

Klein-Auheim, 3. März. (N e u e r ö f f n u n g eines Fabrikbetriebes.) Die Hessische Gummiwarenfabrik Fritz Peter wird nach gründlicher Umstellung auf modernste Arbeitsweise neueröffnet werden. Es dürfte in Kürze einem Sroßen Teil der früheren Belegschaft von 500 Mann wieder Arbeitsgelegenheit geboten sein, da bereits günstigee Aufträge völligen. Es ist die Fabrikation von Gummifußbodenbelag vorgesehen, wie überhaupt das Fabrikationsprogramm der Kapazität des Werkes entsprechend erweitert werden soll.

Darmstadt, 5. März. (We gen Beleidigung des preußischen Innenminist ers.) Ein zur Zeit in Han­nover wegen öffentlicher Beleidigung im Gefängnis sitzender früherer Redakteur desVölkischen Beobachters" in Frankfurt am Main hatte im April v. I. in Darmstadt in einer Versamm­lung der Rationalsozialisten den preußischen Innenminister Erzesinski schwer beleidigt. Er war vom Bezirksichöffengericht im Dezember zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er durch den AusdruckBankert" gegenüber der Person des Ministers die heute bestehende Staalssorm herabzuwürdigen versucht habe. Gegen das Urteil hatten der Angeklagte und der Staatsanwalt Berufung eingelegt. Zu der heutigen Verhand­lung vor der Großen Strafkammer war der Angeklagte nicht er­schienen. Die Strafkammer wies beide Berufungen zurück, wan­delte aber die Geldstrafe in 210 Ji Geldstrafe um.

Darmstadt, 5. Mävz., (Bürgermeister Schulte- Worms klagt gegen Gaswetksdir « ktor Nuß.) Wie verlautet hat Der Wormser Bürgermeister Schulte gegen den hiesigen Gaswerksdirettor Nuß eine Beleidigungsklage bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Der Klage liegt eine Be­hauptung des Darmstädter Bürgermeisters Ritzert tn der letz­ten Stadtratsfitzung zugrunde, wonach Direktor Nuß in einem von Bürgermeister Ritzert beschlagnahmten Privatbrief die Behauptung aufgestellt hat, daß Bürgermeister Schulte lediglich deshalb für die Ruhraasverträge gewonnen worden sei, weil man seinen Schwiegersohn in die Ruhrgasdirektion hinein­bringen wollte.

Erotz-Eerau, 5. März. (Haftbefehl gegen einen kommunistischen Führer.) Der kommunistische Ge­meinderat Jülich, Führer der Kommunisten in den Opelwerken, der bei dem Putsch in den Opelwerken und bei den Unruhen in W-orms führend tätig war, ist seit einigen Tagen flüchtig. Es wird die Vermutung ausgesprochen, daß er sich nach Ruß­land begeben hat, da nachgewiesen sein soll, daß er die Un­ruhen auf Befehl Moskaus inszenierte. Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt hat einen Haftbefehl und einen Steckbrief hinter ihm erlassen.

Erotz-Eerau, 5. März. (D c . " M ä r z i in K r e i s e G r o ß - Eerau.) Die kommunistische Organisation des Kreises Erog- Eerau, die Internationale Arbeiterhilfe und die Rote Hilfe Deutschlands, fordern in einem von dem kommunistischen Land­tagsabgeordneten Hammann unterzeichneten Aufruf die Er­werbslosen und die Arbeiter des Kreises Groß-Eerau auf, sich am 6. März um 16 Uhr vor dem Bahnhof in Groß-Gerau ein­zufinden, um von hier aus den Hungermarsch aiyutreten,

Obernhof (Lahn), 4. März. (Ein nachahmenswer­ter Beschluß zum Volkstrauertag.) Die Vereine der hiesigen Gemeinde haben beschlossen, zum Volkstrauertag nur einen gemeinsamen Kranz durch die Gemeinde am Krieger­ehrenmal niederlegen zu lassen und den Gegenwert zur Verfü­gung zu stellen. Man ging dabei von dem Gedanken aus, daß auf diese Weise ein ansehnlicher Betrag für die Ausschmückung der fernen Heldenfriedhöfe gesammelt werden könne.

Limburg, 5. März. (Lotterieglück eines Arbeits­losen.) Der schon seit längerer Zeit arbeitslose Schlosser Ackermann aus dem benachbarten Dietkirchen gewann bei der Breslauer Wohlfahrtslotterie 25 000 Ji. Seinen Haushalt hatte er auflösen müssen. Während er bei seinem Schwager in Hausach i. B. Unterkunft fand, wohnte seine Frau bei ihrer Mutter in Freiburg. Nunmehr ist es den beiden wieder mög­lich, ihren Hausstand neu aufzubauen.

Siegen, 5. März. (Das erste Ferngas im Sieger­land.) Run hat das erste Ferngas im Siegerland Einzug ge­halten, und zwar wird zunächst das Eichener Walzwerk (Ver­einigte Stahlwerke) täglich 140 000 chm verbrennen. Das Gas kommt mit einem Druck von etwa 3 Atmosphären in Eichen an und irirb dort in besonderen Durchgangsapvaraten auf unge­fähr % Atmosphäre heruntergedrosselt. Das Bild der Industrie wird sich auf die Dauer dadurch etwas ändern, daß Kamine für den Abzug der Gase bei den Oefen nicht mehr notwendig sind. Das verbrennende Gas ist so gering an Menge daß es nicht be­sonders abgezogen zu werden braucht. Infolgedessen werden nach und nach die eisernen Kamine bei den Werken verschwinden und dazu auch der starke Rauch und Qualm, bet die Gegend nicht gerade verschonte. Wirtschaftlich erhofft man viele Aende­rungen durch das Ferngas, und zwar in der Richtung, daß es ermöglicht, die heimische Industrie im Wettkampf mit bem rheinisch-westsälffchen Industriegebiet wirtschaft zu erhalten. Siegen selbst erhält erst in einiger Zeit Ferngas.

Vermischtes.

29. Februar 1930??? Ein geflügeltes Wort lau­tet:Die Post weiß alles". Die liebe Reichspost hat diese ehrende Bezeichnung dieser Tage nun selber glänzend widerlegt. Die Post weiß eben nicht alles, sie weiß an­scheinend noch weniger als der einfachste Sterbliche, hat sie sich doch ein Stück geleistet, das in den Annalen der Postgeschichte einzig dasteht. Jedes Kind weiß, daß wir nur alle vier Jahre ein sogenanntes Schaltjahr haben, in welchem der Monat Februar mit einem 29. Tag aufwar­tet, und daß das Jahr 1930 eben kein Schaltjahr ist, son­dern derkleine Monat" diesmal wieder bescheiden mit 28 Tagen sein Dasein beschließt. Diese unleugbare Tat­sache hat aber ein Frankfurter Postamt nicht verhindert, Postsachen mit dem Stempel29. 2. 30. 2+. A." zu ver­sehen, wie aus einer Postkarte hervorgeht. Ob der Fasching hierbei die Hand im Spiele hatte?

Turnen, Sport und Spiel.

Radsport-Saison-Eröffnung in Fulda.

Am kommenden Sonntag, den 9. März 1930, eröffnet der Gau 8 Hessen-Nassau der Concordia seine diesjährige Saison mit der Querfeldein-Meisterschaft. Die Ausrichtung ist dem Radsportklub Opel 1907 e. V. Fulda übertragen. Das Publi­kum zeigt scho^ jetzt großes Interesse für diese Veranstaltung und es dürften bei günstigem Wetter den Zuschauern imposante Kämpfe zwischen den einzelnen Gruppen gezeigt werden. Start ist des Mittags um 1% Uhr am Eingang Lehnerz. nach Rau­schenberg, Kreuzung Petersberg Edtzenhof (Bahnübergang) Geishecke, Michelsrombacherwald, Dicke Eiche, Romanusstein, Eerloserhäuschen, Kreuzung Niesig-Lehnerz, hinter der Erillen- burg vorüber zum Ziel an der Kreisgrenze. Das Meldeergeb­nis ist ein erfreuliches und bringt neben den alten Rivalen im Gau 8 der Concordia erstmals innerhalb eines Eaukampfes die neuhinzugekommenen Ortsgruppen Rot-Weiß-Mifa Frank­furt a M. und R. und M.C. Offenbach-Bürgel mit den Kampf. Unter den Gemeldeten befindet sich auch der Deutsche Meister der D.D.R.V. Mar Becht aus Frankfurt a. M. Das Fuldaer Taem Lay-Roth-Weiß-Kram-Schneider vom R.C. Opel wird den Sieg nicht gerade leichten Kaufes sich entreißen lassen wol­len, darf sich aber mächtig anstrengen, wenn es ehrenvoll gegen die starke Konkurrenz bestehen will, was in Fulda erwartet wird.