'âKesreursn. -
F.rankfurt a. M., den 1L Februar 1930.
Der Bezirk Hessen und Hessen-Rassau des Reichsverbandes . Büroangestellten und Beamten veranstaltete am Sonntag : Frankfurt a. M. im „Haus der Kaufmannsgehilfen" eine undgebung der Büro- und Behördenangestellten. Reben zahl- öchen Vertretern von Büro- und Behördenangestellten nah- Lrt an der Kundgebung zahlreiche Abgeordnete, Politiker fö= L Vertreter von Behörden und öffentlichen Verwaltungsftel- L teil. — Nach einem Begrüßungswort des Vorsitzenden Martin hielt Hauptgeschäftsführer Georg Süßer-Berlin ein Referat über „Durch Selbsthilfe zum sozialen Aufstieg". Der [ebner warf zunächst einen Rückblick auf die zehnjährige Tä- iefeit des Bezirks und ging sodann auf das Dienstverhältnis et Angestellten, ihre Stellung in den Behörden gegenüber den samten und die verschiedenen Angriffe der reinen Beamten- rqanisation gegenüber den Angestellten ein. — Der Redner Ltonte hierbei, die Vergangenheit habe bewiesen, daß die An- chelltenschaft in den Behörden sich bewährt und den Verwal- ungcn damit in höherem Maße Beweglichkeit gegeben habe, a forderte darum, daß die Parlamente sich in Zukunft in stür- klein Maße der Angestelltenschaft annehme. Ohne eine «nirtenmäßige Ruhegehaltsversorgung zu fordern, erwarteten ^ Behördenangestellten, daß ihnen nach ununterbrochener zehn- zhriger Beschäftigung ein erhöhter Kündigungsschutz zuteil mrd^ Weiter forderten die Angestellten den Ausbau des Be- gicbsrätegesetzes zum Schutze der Arbeitnehmer und Zulassn— m allen Arbeitsplätzen in den Verwaltungen. Mit allem Ri jrui müsse man sich dagegen wenden, dâß immer wieder ver- ucht werde, langjährige Angestellte zu entlassen, um Bersor- 'qimgsanwärtern Platz zu machen. Rach einer Kritik des Reders an den Politisicrungsbestrebungen in den einzelnen Vèr- ivaltungen und dem politischen Terror richtete Süßer zum Schluß den Appell an die Anwesenden, durch erhöhte aktive Mitarbeit in der Berufsorganisation der Behördenangestellten für ihre Anerkennung als gleichberechtigter Faktor neben der Beamtenschaft einzutreten.
In einer
ung 'ach-
In einer kurzen Aussprache stellte Oberregierungsrat Knoll- Darmstadt als Vertreter des hessischen Arbeitsministeriums fest, sag z. B. in H e s s e n das Verhältnis zwischen Beamten und öehördcnangestellten das denkbar beste, und daß die Regierung imer bestrebt und bemüht gewesen sei, den Angestellten zu helfen. Hessen werde sogar in Zukunft Arbeiten, die bisher von höheren oder mittleren Beamten erledigt wurden, den Behör-
Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten
Merkblatt für den 18. Februar.
Sonnenaufgang 7.09 Uhr, Sonnenuntergang 17.20 Uhr. — Mondaufgang —, Monduntergang 9.23 Uhr.
1546: Martin Luther gest.
Die Grundlage guter Manieren ist Selbstvertrauen. Notwendigkeit ist das Gesetz aller derer, die sich nicht selber zu be
herrschen wissen.
Emerson.
Wetterbericht.
Mit den Niederschlägen, die im Laufe des Samstags und in der Nacht zum Sonntag fielen, überquerte ein Ausläufer des über dem nordöstlichen' Europa liegenden Wirbels unser Gebiet. Die Rückseite brachte gegen Abend schon Abkühlung, die sich besonders auf den Bergen bemerkbar machte und dort auch zu Schneefällen führte. Dâs über England liegende Hochdruckgebiet hat sich nun neuerdings wieder verstärkt, so daß die Luftmassen, die Mitteleuropa überströmen, von Norden her kommen. Allerdings bringen sie nur vorübergehend weiteren Temperaturriickgang, da in diese allgemeine Nordströmung kleinere Störungen eingelagert sind, die eine dauernde Zufuhr polarer Luft nicht gestatten. — Vorhersage bis Montag abend: Vielfach aufheiternd, vereinzelt noch Niederschläge, die in der Höhe als Schnee auftreten, wieder leichte Erwärmung bei nordwestlichen^, Winden. — Witterungsaussichten für Dienstag: Westliche Winde, zunächst Bewölkung und Niederschlagsneigung.
* Fulda, den 17. Februar 1930.
Tagesordnung für die am Donnerstag, den 20. Februar 1930, 17 Uhr, stattfindende Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung.
1. Bekanntgabe der Niederlegung des Mandats seitens des Stadtverordneten Dr. Weymar. — 2. Einführung und Verpflichtung des Stadtverordneten Richter. — 3. Erwerb eines Teils der Rosenauwiese zur Errichtung einer neuen Badeanstalt. (B.E. Herr Richard Schmitt.) — 4. Erteilung der Zustimmung zum Erundstückstausch mit der Reichsbahn- gesellschaft und zur Veräußerung von Grundstücken an diese. (B.E. Herr Ferdinand Schmitt.) — 5. Errichtung von weiteren Neubauten im Kohlhäuserfeld. (B.E. Herr Weiß- Mler.) — 6. Bewilligung der Mittel zur Herstellung der | kinfriedigung für die im Kohlhäuserfeld erstellten Häuser. (B.E. Herr Fuchs.) — 7. Erteilung der Zustimmung zur Einholung der Verlängerung der Genehmigung der Wertzuwachssteuerordnung und Zustimmung zum I. Nachtrag. (B.E. Herr Kind.) — 8. Neuwahl der Beisitzer und Stellvertreter des Kleingartenschiedsgerichts. (B.E. Herr Vogt.) — 9. Nachstandserklärungen. (B.E. Herr Wißler.) — 10. Bewilligung der Mittel' für Jnstandsetzungsarbeiten im Kaisersaal. (B.E. Herr Ed. Schmitt.) — 11. Erteilung der Zustimmung zu einer neuen Satzung für die städtische Sparkasse. (B.E. Herr Enders.) — 12. Wahl des Sparkassenvorstands. Zu wählen sind 3 Mitglieder, von denen mindestens 2 der Stadtverordneten-Versammlung angehören müssen. (B.E. Herr Enders.) — 13. Wahl der Mitglieder des Wohlfahrtsausschusses. Zu wählen sind 3 Personen, unter denen 2 den Kreisen der Hilfsbedürftigen oder deren Vereinigungen angehören müssen. (B.E. Herr Dr. Hohmann.) — 14., Wahl der Mitglieder des Jugendamtes. Zu wählen sind 1 Lehrer und 1 Lehrerin sowie 4 Mitglieder, die in der Jugendpflege erfahrene und bewährte Männer und Frauen sein müssen. (B.E. Herr Taubel.) — 15. Wahl der Kommission zur Feststellung der Mietwerte zur Veranlagung der Kanalbenutzungs- und Müllabfuhrgebühr. Zu wählen ^ 6 Mitglieder und 6 Stellvertreter. (B.E. Herr Dr. Hohmann.) NB. zu 12, 13, 14 und 15: Zur Einreichung von Wahlvorschlügen • entsprechend den Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl der Mitglieder der städtischen Deputationen und Kommissionen vom 20. Dezember 1928 wird hiermit aufgefordert. — 16. Bericht über den Stand 5)61 Wasserbohrungen.
Gastspiel der Frankfurter Operettengesellschaft.
Die Kindervorstellung am gestrigen Sonntagnachmittag war gut besucht. Ein Beweis dafür, daß die allen deutschen Märchen noch immer ihre Anziehungskraft auf die Kinderderzen ausüben. Die „Kleinen" waren ganz bei der «ache, besonders wenn sie selbst „mitspielen" durften. Es war aber auch wirklich „erschröcklich", wenn der böse Wolf oen Waldhüter beschnupperte, der sich tot gestellt hatte, oder wenn er das Rotkäpchen fraß. Um so größer war der Jubel, wie nachher Rotkäppchen und die Großmutter lebend aus dem ausgeschnittenen Bauche des Wolfes herauskamen. Die Kleinen sind jedenfalls auf ihre Kosten gekommen. —
mar wieder orm^Setten 'der g^e^benw^otparWstftOT ^tö) eine „Inflation von Gesetzen" aüfgebürdet würde, «dgebaut und rationalisiert werden müsse.
In einer Entschließung, die zum Schluß der Kundgebung von der Versammlung einstimmig angenommen würd». wenden sich die Behördenangestellten gegen eine moralische Tieferstei- jung gegenüber den Beamten und verlangen die materielle und soziale Gleichstellung mit denselben. Außerdem wenden sich die Behördenangestellten gegen den Plan, die Gelder der Angestelltenversicherung der Arbeitslosenversicherung zur Verfügung zu stellen, da bei der heutigen Finanzlage der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung nicht damit gerechnet werden könne, daß diese Gelder in absehbarer Zeit an die Angestelltenver- ficherung zurückerstattet werden.
Kundgebung der jungen Volksparteiler.
Frankfurt a. M., 15. Februar.
Am Mittwoch, den 19. Februar, veranstaltet die Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler abends 8 Uhr in den Kyffhäusersälen eine öffentliche Kundgebung zum Aufmarsch der jungen Generation. Als Redner ist der Führer der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler, Frank Glatzel-Essen, gewonnen.
Schweres Strahenbahnuuglück.
Ein Toter und drei Schwerverletzte.
Hagen, 16. Febr. Ein schwerer Straßenbahnzusammenstotz ereignete sich Sonntagabend auf der Strecke Hohenlimburg- Hagen. Kurz vor einer Ausweiche fuhr der von Hohenlimburg kommende Wagen auf den Hagener Wagen auf. Der Anprall war so höftig, daß beide Motorwagen schwer beschädigt wurden. Ein Straßenbahnkontrolleur wurde so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb. Außerdem wurden drei Personen schwer verletzt. Leichtere Verletzungen durch Glassplitter erlitten vier Personen. Die Untersuchung wurde sofort ausgenommen. Es wird angenommen, daß durch das starke Schneetreiben der Fahrer des Hohenlimburger Wagens übersehen hatte, daß der Hagener Wagen noch nicht in die Weiche eingefahren war.
Zu der Abendvorstellung „Drei alte Schachteln" von Walter Kollo hatte sich, trotz verschiedener Faschingsveranstaltungen, eine immerhin beträchtliche Zuhörerschar eingefunden. Der Saal war ungefähr zu drei Vierteln besetzt. Die Aufführung selbst stand auf Mittel-Niveau. Zunächst war die schwache Orchesterbesetzung (2 Geigen und Klavier) für den großen Stadtsaal nicht genügend. Theaterzettel waren nicht zu haben, so daß man sich über die Namen der Künstler nicht informieren konnte. Hervorgehoben zu werden verdient Spiel und Gesang der Darstellerin der Lotte, die besonders ihren Gegenspieler, den Darsteller des Claus, weit überragte. Schauspielerisch war der Letztgenannte, besonders anfänglich, von einer Steifheit, die ans dilettantenhafte herunterreichte. Von der Stimme dieses Künstlers ist zu sagen, daß wir in Fulda schon bessere Tenöre gehört haben. Die Darstellerin der „Iuste" zeigte annehmbares Können in Spiel und Gesang. Bei. ihrem Partner, dem „Cornelius", konnte man mit der Darstellung im allgemeinen auch zufrieden sein, aber, lieber „Cornelius", den Berliner Dialekt darf man nicht mit Frankfurter Brocken (ei jei, jei usw.) mischen. Lieber Cornelius, auch in der Operette darf man sich nicht immer auf den Standpunkt des Frankfurter Lokaldichters Stolze stellen, daß der Mensch nur aus Frankfurt sein muß. Fräulein „Ursel" führte ihre kleine Rolle gut durch. — Das Publikum war sehr beifallsfreudig und erzwang sich sogar einige Wiederholungen, die auch anscheinend gern gegeben wurden. Für die anerkennenswerte Uebereinstimmung und Harmonie von Orchester und Sängerinnen bzw. Sänger sorgte Frl. Toni Knöffel, die mit ihen zwei Begleitern den musikalischen Part so gut herausbrachte, als es bei der unzuläng
lichen Besetzung möglich war.
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Die Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft, Hauptleitung in Bremen,
hielt am Samstagabend im „Ballhaus" einen öffentlichen Vortrag der Bauwirte über Eigenheimbau und Siedlung mit zinslosem Geld. Der Redner, Volkswirt Wilhelmi, wies darauf hin, daß es Hauptziel der Bauwirte sei, die Zinsenwirtschaft zu beseitigen. Das von der Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft an ihre Mitglieder zum Bau von Eigenheimen o. dergl. zu gebende zinslose Geld, ist Geld, das ohne Zinsforderung gegeben wird, so daß der Schuldner an den Gläubiger nur zurückzuzahlen hat, was èr wirklich erhielt. Mitglied kann jeder werden, der ein einmaliges Eintrittsgeld von 2 Mark bezahlt, einen Geschäftsanteil von 22,80 Mark erwirbt und einen Monatsbeitrag von mindestens 5,70 Mark leistet. Dieser Beitrag kann auch in höheren Beträgen bezahlt werden. Auch die übrigen Bestimmungen in den Satzungen wurden eingehend erläutert. Redner machte besonders darauf aufmerksam, daß die Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft auch in Gelnhausen festen Fuß gefaßt habe. 6 Häuser seien bereits mit zinslosem Geld erstellt und eine weitere Anzahl in Vorbereitung. Eine eigene Auskunftsstelle bestehe dort. Nach dem aufklärenden Vortrag folgte die Vorführung einer Lichts bilderserie von zahlreichen durch die Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft erstellten Wohnhäuser größeren und kleineren, Umfangs. Eine Aussprache schloß sich an, in der über verschiedene Punkte Aufklärung gegeben wurde.
Automobilunfälle.
Samstag nachmittag stießen an der Straßenkreuzung^ Kurfürstenstraße—Viehmarktplatz zwei Kraftdroschken zusammen. Beide Droschken wurden leicht beschädigt, Personen wurden nicht verletzt.
Ein weiterer Zusammenstoß zwischen zwei Personenkraftwagen ereignete sich am Sonntagnachmittag an der Straßenkreuzung Lindenstraße— Nikolausstraße. Der Zusammenprall wâr so stark, daß der eine Wagen gegen die an der Insel aufgestellte Sperrtafel geschleudert wurde. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt, Personen wurden nicht verletzt.
Versteigerungen von Fleckviehbullen.
Der Verband Kurhessischer Fleckviehzüchter hält am 19. d. M. in âulda, am 20. d. M. in Hersfeld und am 21. d. M. in Kirchhain je eine Vullenversteigerung ab. Angemeldet sind über 150 Bullen. Die Versteigerungen beginnen jeweils 11 Uhr vormittags. Beendigung des Auftriebs 9 Uhr vormittags. Ab 9 Uhr Körung und Prämiierung. Die Käufer seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Bullen auf den Frühjahrsversteigerungen infolge des starken Auftriebs und der geringen Nachfrage stets am billigsten sind, während sie auf den Herbstversteigerungen stets teuerer sind. Es empfiehlt sich dringend, beim Ankauf von Bullen hierauf Rücksicht zu nehmen.
bei den Rundfunkteilnehmern des Bezirks Kassel veranstaltete Eeldsammlung zur Beschaffung von Rundfunkgerät für Blinde ist ein Betrag von 4025,25 RM. aufgekommen. Die Oberpostdirektion hat hierfür 37 vollständige Röhrenempfangsanlagen für Lautsprecherbetrieb, 15 Detektorempfangsanlagen sowie eine größere Anzahl von Ersatzteilen beschafft und an Blinde abgegeben. Hiermit sind alle Sammlungen abgeschlossen. Die Oberpostdirektion spricht allen Rundfunkteilnehmern, die einen Beitrag zu der Sammlung geleistet haben, ihren Dank aus.
Sicherung der Landpoftem
Die kurze Aufeinanderfolge räuberischer Hebers alle auf Landposten hat in der Oeffentlichkeit begreifliche Unruhe erregt. Die Deutsche Reichspost wird ihrem Personal erhöhten Schutz angedeihen lassen. Abgesehen davon, daß die Polizeibehörden der Unsicherheit auf den Landstraßen mit verschärften Mitteln entgegentreten werden, sollen Postbegleiter auf gefährdeten Strecken mit Schußwaffen ausgerüstet werden, damit sie jederzeit in der Lage sind, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen.
Schaffung von Radsahrerwcgcn?
Der Preußische Minister für Bolkswohlfahrt hat durch Runderlaß die Verfügung eines Regierungspräsidenten zur Kenntnis gebracht. In dem betreffenden Erlaß heißt es: „Da das Fahrrad nicht nur Beförderungsmittel ist, sondern der körperlichen Gesundung dient, begrüße ich das Vorgehen des Regierungspräsidenten in T. und bitte, zu prüfen, ob die Lage der Verhältniße in Ihrem Bezirk nicht den Erlaß einer gleichen oder ähnlichen Verfügung geboten erscheinen läßt. Jedenfalls ersuche ich ergebenst, die Erreichung des Zieles auch dort nach Möglichkeit zu fördern". Gleichzeitig verweist der Minister auf den Wortlaut des Städtebaugesetz-Entwurfs, wo es heißt: „Durch Fluchtlinien können begrenzt werden: Straßen, Plätze und Wege, die besonderen Zwecken dienen sollen (Zugangswege, Verbindungswege, Uferwege, Wanderwege, Radfahrerwege und dergleichen)."
* Hersfeld, 15. Febr. (Unfall auf der Hersfelder Kreisbahn.) Ms der Lokomotivführer Kurz von der Hersfelder Kreisbahn auf dem Bahnhof Heimboldshausen von der langsam fahrenden Maschine absprang, schlug er mit dem Kopf gegen den Mast einer Stromleitung. Er brach bewußtlos zusammen und mußte ins Hersfelder Krankenhaus gebracht werden.
* Dietlas (Rhön), 15. Febr. lD-> Münzenfund bei Dietlas.) Im Schloßpark des Freiherrn mm B^Ucar bei Dietlas wurden gelegentlich der Vercegungsarbeiten der Felda etwa 50 cm tief 1'8 große Silbertaler und eine kleine Silbermünze gefunden. Es handelt sich, wie jetzt festgestellt wurde, um Silbertaler aus der Zeit von 1545 bis 1627. Unter den Münzen befinden sich Taler von Johann Friedrich, Moritz, Augustus, Johann Ernst und Johann Kasimir von Sachsen sowie Heinrich von Braunschweig 1611, Friedrich Albert von Brandenburg 1627 und Ferdinand II. (römischer Kaiser) 1624.
* Kaltennordheim (Rhön), 15. Febr. (Um die Rhönbraun- kohle.) Hier fand eine gutbesuchte Versammlung statt, in der der Leiter des Braunkohlenwerks Hausen, Ing. Bildstein, einen interessanten Vortrag über die Rhönbraunkohle hielt. Das Rhönbraunkohlenfeld habe eine Ausdehnung von 13 Kilometer Breite und 18 Kilometer Länge und erstrecke sich von Bischofsheim bis Kaltennordheim. Der Kohlenvorrat ist enorm. Er würde genügen, um den Hausbrand von ganz Deutschland für 16 bis 18 Jahre zu decken. Bezüglich der Qualität komme die Rhönbraunkohle gleich nach der böhmischen. 21 000 Zentner Kohle wurden im vergangenen Jahre abgefahren. Der größte Teil davon wurde nach Ostheim (Rhön) geliefert. Die Rapollo- Pressenfabrik ist bereit, eine Brikettfabrik dem Rhönbraunkohlenwerk Hausen anzugliedern. Es soll versucht werden, das erforderliche Kapital dafür durch Gründung einer Genossenschaft aufzubringen.
Kassel, 16. Febr. (Folgenschweres Autounglück bei Kassel.) Ein folgenschweres Automöbilunglück ereignete sich heute nachmittag kurz nach 3 Uhr auf der Landstraße zwischen Gudensberg und Fritzlar. Ein Kasseler Personenkraftwagen, der mit einer Dame und drei Herren besetzt war, kam hinter dem Dorf Dorla plötzlich ins Schleudern und sauste mit großer Gewalt gegen die im Grunde liegende Steinbrücke. Der hintere Aufbau des Wagens stürzte mit den Insassen ins Wasser, Ortseinwohner, die den Vorfall bemerkt hatten, holten die Insassen, von denen die Dame und ein Herr sehr schwere Schädelverletzun-
gen erlitten hatten, aus dem Wasser heraus. Die beiden andern
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Insassen hatten nur leichte Stauchungen davongetragen. Schwerverletzten wurden in das Fritzlarer Krankenhaus „ schafft und einer Operation unterzogen. Ihr Zustand ist sehr ernst. Wie groß die Gewalt gewesen sein muß, mit der das Auto gegen die Steinbrücke gefahren ist, geht daraus hervor, daß die 'schweren Steinquadern der Brücke fast % Meter beiseite geschoben worden sind.
! Kassel, 16. Febr. (11. Kurhessischer Landbundtag in Kassel.) Am 20. Februar d. J. findet in Kassel der 11. Kurhessische Landbundtag statt. Vormittags 10 Uhr wird die Tagung in der Stadthalle eröffnet werden. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Nägel-Crumbach und einer Ansprache des Kammerherrn von Keudell-Eschwege wird der Präsident des Reichslandbundes Hepp über „Unser Kampf um Recht und Freiheit" sprechen. Die Schlußansprache wird Abgeordneter Justi-Lützelwig halten.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Gemäß § 20, 22 und 41 des Wahlgesetzes für die Provinzial- llandtage und Kreistage vom 7. Oktober 1925 in der Fassung Ives Gesetzes vom 29. Oktober 1928 gebe ich bekannt; daß an Istelle der Herren:
Land- und Gastwirt Otto Sondergeld-Hofbieber, Schneidermeister Karl Schum-Dietershausen.
Bürgermeister Albert Pütz-Bad Salzschlirf.
Bahnarbeiter Adalbert Axt-Petersberg,
Arbeiter Johann Sippel-Uffhausen,
ihre ihre Aemter als Mitglieder des Kreistages des Landkreises Wulda niedergelegt haben, die folgenden, an nächster Stelle in demselben Wahlvorschlage stehenden Bewerber getreten sind und zwar:
1. Landwirt und Bürgermeister Anton Abel-Marbach,
I 2. Landwirt Josef Bub-Riederkalbach.
I 3. Landwirt und Bürgermeister Leopold Leinweber-Hauswurz,
4. Landwirt und Bürgermeister Anton Seuring-Wissclsrod.
* Ferner hat die Mehrheit der Unterzeichner des Wahlvorschlages der Zentrumspartei den Maurer Wilhelm Kreß zu Rückers in Vorschlag gebracht.
Die Feststellung der genannten Ersatzmänner ist vom Kreis- ausschuß in seiner Sitzung vom 7. Februar d. I. erfolgt.
Fulda, den 15. Februar 1930.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Frh. v. Eagern.
Bekanntmachung.
Die Wühl:
a) des Landwirts Josef Schmitt zum Bürgermeister der Gemeinde Lüdermünd;
b) des Landwirts Clemens Leibold zum Bürgermeister der Gemeinde Rönshausen;
c) des Landwirts Karl Brill zum Bürgermeister meinde Dipperz
ist von mir gemäß § 55 der Landgemeindeordnung worden.
Fulda, den 13. Februar 1930.
Der Landrat: Frh. von Eagern.
der Ee- bestätigt