Zul-aer Anzeiger
Zoköa / Vlaar
Nr. 40 Montag, 17. Februar 1930
politische Rundschau
Deutsches Ireich
Einschränkung des Branntweinverkaufs.
Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages traf die Entscheidung über den § 15 des Gaststätten- aesetzes, der vorsieht, daß die obersten Landesbehörden den Ausschank von Branntwein sowie den Kleinhandel mit Branntwein für bestimmte Morgenstunden und ferner an Lohn- und Gehaltszahlungstagen, jedoch an höchstens zwei Tagen in der Woche, ganz oder teilweise verbieten oder beschränken können. Nach längerer Aussprache wurde die Bestimmung mit 14 gegen 13 Stimmen angenommen. Praktisch würde die Durchführung dieses Beschlusses bedeuten, daß der Branntweinausschank und -verkauf an den Freitagen und Sonnabenden jeder Woche verboten werden könnte. Auf sozialdemokratischen Antrag wurde noch eine Ergänzung dahin beschlossen, daß das Verbot auch auf die Wahltage für den Reichstag, die Landtage und Gemeindevertretungen ausgedehnt werden kann.
Der siebzigjährige Schiffer.
Zu Ehren des früheren Reichsjustizministers Eugen Schiffer hatte sich an seinem 70. Geburtstag ein großer Kreis, der namentlich aus Politikern und Juristen bestand, in Berlin zusammengefunden. Im Namen der Reichsregierung sprach der Neichswehrminister Dr. Gröner dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche aus. Er betonte, daß gerade die Reichswehr Schiffer zu besonderem Danke verpflichtet sei, weil er in den schweren Tagen des Kapp-Putsches durch sein Eintreten dafür gesorgt habe, daß die Einheit von Wehrmacht und Regierung wiederhergestellt wurde. Schiffer antwortete mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland.
Schweiz.
Faschistische Umtriebe im Tessin.
In der schweizerischen Presse wird die neuerliche Verhaftung faschistischer Agenten im Kanton Tessin lebhaft befprochen. Die Agenten, die Gelder aus Italien empfingen, führten Schwarze Listen über Tessiner Personen, die wegen antifaschistischer Gesinnung denunziert werden sollten. Italien hat längst seine Blicke auf den schweizerischen Kanton Tessin gerichtet und behauptet, er falle in feine Interessensphäre. Deshalb auch die fortwährenden Bemühungen Roms, der Schweiz Schwierigkeiten zu bereiten.
Nordamerika
Zur Abhilfe internationaler Doppelbesteuerung.
Unlerstaatssekretär Mills eröffnete in Washington die Konferenz zur gesetzlichen Festlegung von Bestimmungen gegen die internationale Doppelbesteuerung. In seiner Ansprache führte Mills aus, auch andere Nationen wären zu der Einsicht gekommen, daß eine Doppelbesteuerung die Erhöhung der Produktion und die Steigerung der Kaufkraft behindere und daß eine gegenseitige Verständigung notwendig wäre.
Aus 3n« und Ausland
Berlin. Im Auswärtigen Amt wurde ein Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Republik Österreich über Fragen des gegenseitigen gewerblichen Rechtsschutzes und des gegenseitigen Schutzes des Urheberrechts unterzeichnet. Der Vertrag wird dem Reichstag vorgelegt werden.
__Dresden. Der frühere Präsident der Zweiten Kammer des Sächsischen Landtages, Dr. phil. Paul Wilhelm Vogel, ist nach längerem Leiden gestorben. Er ist 84 Jahre alt geworden.
Hamburg. Der Senat gibt bekannt, der Ankauf des Gebäudes der kommunisttfchen Hamburger Volkszeitung Kreits im September 1929 zum Kaufpreise von 250 000 Mark erfolgt.
Landau. Einer halbamtlichen Mitteilung der französischen âsatzungsbehörde zufolge soll die Räumung der Pfalz i iang März in Angrift genommen werden. Die Garnisonen in Kaiserslautern, Speyer, Germersheim, Zweibrücken und Landau sollen bis auf einige Sicherheitstruppen bis Ende Marz abgezogen sein.
Wien. Der österreichische Bundeskanzler Schober wird am ^reckag, den 21. d. M., in Begleitung des Generalsekretärs Peter seine Reise nach Berlin antreten. Der Aufenthalt in Berlin ist nur auf wenige Tage berechnet.
. - Ans- Das deutsche Mitglied der Informationsabteilung $olter6unbfetretariatë, Dr. Max Beer, ist aus dem ^ârbundsekretariat ausgeschieden. Sein Austritt ist in vollem Elnvernehmen mit den deutschen amtlichen Stellen er- Zeuung^in^ Journalist und vertrat früher die Kölnische
Paris. In Granada sind zahlreiche Kinder von einer epidemischen Krankheit befallen worden, die mit Haarschwund verbunden ist. Bis jetzt sind sieben Todesfälle eingetreten.
London. Der Aufstand der Schinwaris ist nach einem Bericht aus Peschawar durch afghanische Regierungstruppen niedergeschlagen worden.
... Madrid. Der König unterzeichnete das Dekret zur Auflösung der bisherigen Nationalversammlung. Die Bewegung unter der Arbeiterschaft nahm in den letzten Tagen ernsteren Charakter an.
Ahmedabad. Nach einer sechsstündigen Debatte ermächtigte der Ausschuß des panindischen Kongresses Gandhi und alle diejenigen, die die Gewalt nicht anwenden möchten, die Aktion des „p a s s i v e n Widerstandes", wie und wann sie es wünschen, zu beginnen.
Um die „Adler und Falken".
Amtsenthebung eines Weimarer Gymnastaldirektors.
Am Weimarer Wilhelm-Ernst-Gymnasium bestand bis vor kurzem eine Jugendgruppe des über ganz Deutschland verbreiteten Jugendbundes „Adler und Falken". Nachdem dieser Jugendbund in sein Programm die Beschäftigung mit Politik im nationalen Sinn ausgenommen hatte, verbot der Leiter der Schule, Oberstudiendirektor Dr. Siefert, die Jugendgruppe. Als der nationalsozialistische Volksbildungsminister Dr. Frick ans Ruder kam, war eine seiner ersten Amtshandlungen die Aufhebung dleses Verbots. Dagegen verwahrte sich der Schulleiter unter Berufung auf das thüringische Schulverwaltungsgesetz. Auch eine gegen ihn erkannte Disziplinarstrafe ließ ihn von seiner grundsätzlichen Stellungnahme nicht ab- ' ße.hen, so daß er nunmehr vom Volksbildungsminister Winer 'lmtsgeschäftc enthoben worden ist. Dr. Siefert >teht der Deutschen Volkspartei nahe.
Pflanzensamenbestrahlung.
Bedeutungsvolle Wachtumsförderung.
Von der hoben Bedeutung der ultravioletten Strahlen, ihrer Heilwirkung und vielfachen Verwertung zu wissenschaftlichen Zwecken, ist in den letzten Jahren so viel gesprochen worden, daß jeder darüber einigermaßen unterrichtet sein dürfte. Man weiß, daß das Sonnenlicht in einzelne Farben zerlegt werden kann. Wir erkennen deren sieben, die wir die sieben Regenbogenfarben nennen. Es gibt aber mehr als sieben, nur daß wir die, die über die Siebenzahl hinausaeben. mit unserem Auae nicht mehr
Der Berliner Ptzypwr Fritz Hitdevrand.
erkennen können. Hinter Violett gibt es eben noch dâs berühmte „Ultraviolett" (das heißt: jenseits von Violett), und hinter Rot- am andern Ende der Sonnenfarben, gibt es das Ultrarot oder Infrarot (das heißt: jenseits von Rot oder überrot). Aber auch mit dem Infrarot ist die Sache noch nicht zu Ende. Es gibt da noch andere unsichtbare Strahlen und mit diesen Strahlen sind jetzt von dem Physiker Fritz Hildebrand Bestrahlungsversuche, die für die gesamte Landwirtschaft, also für unsere Ernährung von höchster Bedeutung sein können, gemacht worden.
Hildebrand setzte angekeimte Pflanzensamen der Be- strahlung durch Strahlen, die jenseits von Infrarot liegen, aus und säte die bestrahlten Samen dann in Sandboden aus. Die Versuche wurden in der Mark Brandenburg gemacht. Es wurden Bohnen, Kohlrabi, Kohl, Radieschen, Sonnenblumen und anderes ausgesät und daneben säte man unbestrahlten Samen der gleichen Pflanzen. Und da zeigte es sich, daß, während die unbestrahlten Samen nur sehr langsam wuchsen, die bestrahlten Samen in überraschend kurzer Zeit in die Höhe kamen: die Reifezeit war auf die Hälfte abgekürzt. Es eröffnen sich, falls diese Beschleunigung des Wachstums systematisch durchgesührt werden kann — und sie wird eines Tages durchgeführt werden —, der Landwirtschaft die günstigsten Aussichten. Verkürzung der Reifezeit der Pflanzen auf die Hälfte — das würde nicht mehr und nicht weniger bedeuten als zwei Ernten im Jahre. Wir hätten dann Nahrungsmittel in Hülle und Fülle und brauchten nichts mehr oder nur wenig noch einzuführen. Zukunftsmusik! Aber keine, über die man lachen und lächeln sollte, denn wir haben schon ganz andere Dinge erlebt.
Oesterreichs Nationalhymne.
Entscheidung der Regierung.
In Österreich hatte sich in letzter Zeit ein lebhafter Meinungsaustausch über die für das Land amtlich anzuerkennende Nationalhymne, die vor der durch den Krieg , bedingten Umwälzung bekanntlich „Gott erhalte Franz, den Kaiser" mit der Melodie des Deutschlandliedes war, erhoben. Nunmehr hat die Regierung eingegriffen und durch eine Verfügung des Unterrichtsministers angeordnet, daß bei allen offiziellen Anlässen die Hymne von Haydn (also die frühere Melodie, übereinstimmend mit der Weise „Deutschland, Deutschland über alles") mit dem , Text von Kernstock zu singen ist; bei inoffiziellen Anlässen liegen gegen die Absingung des Deutschlandliedes keine Bedenken vor. Ein Teil der Bevölkerung war nämlich für die Übernahme auch der Worte des Deutschlandliedes, das im Reiche durch den verstorbenen Präsidenten Ebert eingeführt wurde, eingetreten. Der Ke'mstocksche Text beginnt „Sei gesegnet ohne Ende, Heimaterde wunder- hold". Es wird bemerkt, daß eine dritte, bisher bei amtlichen Anlässen gesungene Renner-Kienzlsche Hymne, die niemals als Bundeshymne erklärt wurde, nicht mehr amtlich gebraucht werden darf. Sie begann mit der Zeile „Deutschösterreich, du herrliches Land .
Ein Brand, der 22 Gehöfte in Asche leaie.
juchle das Pfarrdorf Ofingcn heim, das unweit Donau- efchlngen an der badisch-württembergischen Grenze liegt. Autzcr den Gebäuden sind erhebliche Mengen an Klein- bleh, Inventar, Futter und Getreide den Flammen zum Opfer gefallen.
Zusammenstoß zweier Autobuffe in Zndien.-S Tote.
Madras. Bei dem Zusammenstoß zweier Kraft- omnibuffe in Madukarai wurden acht Personen getötet und mehrere schwer verletzt. Die Führer beider Wagen wurden verhaftet. Sie sollen versucht haben, sich gegenseitig zu Überholen, was das Unglück herbeiführte.
Nah und Kern.
O Großfeuer in einer Zündholzfabrik. In der Zündholzfabrik der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine in Lauenburg an der Elbe entstand durch Explosion von losen Zündhölzern ein Feuer, das in kurzer Zeit das ganze Gebäude ergriffen hatte. Der angerichtete Schaven ist bedeutend. Die Fabrik mußte den Betrieb einstellen.
O Ein tolles Räuberstück. In der Nähe von Köln ist ein tolles Räuberstück verübt worden. Ein 20jähriges Mädchen und ein 16jähriger Bursche, die in Köln-Mülheim bei einer Bank 11 000 Mark Lohngelder für eine Wiesdorfer Firma abgeholt hatten, wurden von einem Motorradfahrer auf belebter Straße nnter Bedrohung mit einem Revolver zur Herausgabe des Geldes, das sich in einer Aktentasche befand, gezwungen. Die völlig eingeschüchterten Boten händigten dem Burschen die Mappe auch wirklich aus. Der Räuber schwang sich sodann auf sein Motorrad und suchte mit einem Helfershelfer, der auf dem Soziussitz mitfuhr, das Weite. Von den Räubern konnte, obwohl sie verfolgt wurden, keine Spur entdeckt werden.
0 Die Papageieneinfuhr in Holland verboten. Die holländische Regierung hat ein Ein- und Durchfuhrverbot für Papageien und den Papageien verwandte Vogelarten erlassen. Von den sechs in Amsterdam an Psittakosis erkrankten Personen ist eine Frau im Städtischen Krankenhause gestorben. Der Zustand zweier weiterer Personen wird als ernst bezeichnet. Weiter ist noch ein kleines Mädchen, die Tochter der verstorbenen Frau, unter Psitta- kosiserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
O Drei Arbeiter unter einem Petroleumtank begraben. Bei der Aufrichtung eines großen Petroleumtanks in den Preston-Docks in London ereignete sich ein schweres Unglück. Der Tank stürzte um und begrub unter sich drei Arbeiter, die nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Zwei weitere Arbeiter wurden schwer verletzt.
0 Altentatsversuch auf einen polnischen Zug. An der Eisenbahnunterführung zwischen Bobrek und Beuthen wurde auf einen polnischen Personenzug ein Bomben- attentat verübt. Unbekannte Täter warfen unter der Eisenbahnbrücke ein mit Lignosit gefülltes Eisenrohr, das mit einer Zündschnur versehen war, vor den Zug. Da die Zündschnur abriß, ist das Attentat ohne Folgen geblieben. Bei der Revision der Lokomotive wurde das Eisenrohr am Zylinder vorgefunden. Das Sprengmaterial war, wie aus der Verpackung hervorging, polnischen Ursprungs.
0 Vier mexikanische Studenten auf einer Hazienda erschossen. Elf Studenten der Universität Mexiko, die sich auf einer Studienreise im Staate Queretaro befanden, wurden beim Betreten einer Hazienda (Landgut) von Landarbeitern, die die Studenten irrtümlich für Mitglieder einer religiösen Mission hielten, beschossen. Vier Studenten wurden getötet und sieben verwundet.
Bunte Tageschronik
London. Bei einem Brande, der in der City ausbrach, kamen drei Frauen, die aus den obersten Stockwerken auf die Straße sprangen, ums Leben.
Warschau. Vor dem Bezirksgericht in Thorn findet zurzeit der Prozeß gegen 15 Mitglieder einer Räuberbande statt. Die Räuber haben in den letzten zwei Jahren in Posen und in Pommerellen mehrere hundert bewaffnete überfalle, Brandstiftungen usw. verübt.
Newyork. Bei den von Prohibitionsbeamten in allen Teilen Newyorks durchgeführten Nachforschungen sind bereits zwölf Geheimbrennereien entdeckt und über 5000 Gallonen Whisky beschlagnahmt worden.
Kairo. Ein Erdbeben von über zwei Minuten Dauer wurde in Heluan, Kairo und Alexandria verspürt.
Aus dem Gerichissaal
8 Die gestohlenen Mauritiusmarken. Vor dem ZivillandeS- gericht in Graz begann der Prozeß des Reichsdeutschen Joseph Zinsheim gegen den Österreichischen Staat auf Zab- hing von 900 000 Mark. Zinsheim klagt auf Schadenersatz, weil ihm, wie er angibt, aus gepfändetem Gepäck bei einem Einbruch iw eine Auktionshalle kostbare Briefmarken, darunter zwei rote und zwei blaue Mauritiusmarken, gestohlen worden sind.
§ Ein in Argentinien begangenes Verbrechen in Deutschland gesühnt. Das Lüneburger Schwurgericht verurteilte den Seemann Peter Axelsen, der beschuldigt war, Anfang November 1922 in Buenos Aires an der Ermordung zweier argentinischer Händler beteiligt gewesen zu sein und beide beraubt zu haben, zu 15 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre. Axelsen war seinerzeit in Argentinien verhaftet und nach einer Untersuchungshaft von einem Jahre fünf Monaten und 28 Tagen zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt worden; er war aber auf dem Transport entwichen und nach Deutschland geflüchtet, wo am 16. Mai 192? die Untersuchungshaft wegen der ihm zur Last gelegten Taten über ihn verhängt wurde. Die Haft in Argentinien sowie die gesamte Haft in Deutschland werden Axelsen auf bie Strafe angerechnet.
Vermischtes.
— Verjüngungskuren und Krankenkassen. Ein recht interessanter Zivilprozeß beschäftigt seit einiger Zeit die Berliner Gerichte. Er ist noch nicht zu Ende gekommen, aber der Sachverhalt liegt schon jetzt klar zutage, und die Sache verdient die größte Beachtung, da sie von grundsätzlicher Bedeutung ist. Ein etwa 60 Jahre alter Arzt, der an Schüttellähmung litt und in seinem Berufe dadurch gehemmt wurde, hatte an sich eine Verjüngungsoperation nach Steinachscher Methode vornehmen lassen, in der Hoffnung, wieder gesünder zu werden und seiner ärztlichen Tätigkeit wieder in alter Frische nachgehen zu können. Die Bezahlung der Operationskosten verlangte er dann von einer Krankenversicherungsgesellschaft, bei der er versichert war. Die Versicherungsgesellschaft lehnte jedoch eine Bezahlung ab, indem sie darlegte, daß Kuren und Operationen zum Zwecke der „Verjüngung" nicht als Krankenbehandlung im Sinne der Versicherungsbedingungen aufzufassen seien, und daß jeder Mensch sich mit den Alterserscheinungen abfinden müsse. Die erste Instanz wies denn auch die Klage des Versicherten ab. Vor der zweiten Instanz, die sich jetzt mit der Sache zu beschäftigen hat, erklärte der Anwalt des Versicherten, daß Krankenkassen und Versicherungsgesellschaften verpflichtet seien, auch bei Verjüngungsoperationen einzutreten, zumal da sie indirekt davon Nutzen hätten, indem ein „Verjüngter" der Kasse oder der Versicherung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr so oft durch Alterskrankheilen zur Last fallen würde. Demgegenüber erklärte der Anwalt der Versicherungsgesellschaft, daß Alterserscheinungen nicht als Krankheit im eigentlichen Sinne zu werten und daher auch nicht versicherungsfähig seien. Außerdem soll die Schüttellähmung bei dem Versicherten — die „zitterige Hand" — durch die Operation nicht beseitigt worden sein. Das Gericht konnte noch zu keinem Urteil gelangen und hat die Sache zwecks bestimmter Beweiserhebung vertagt.