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Aus Hessen-Nassau und Rachbargebieien.

Merkblatt für den 5. Februar.

Sonnenaufgang 7.33, Sonnenuntergang 16.56 Uhr. Mono­aufgang 9.58, Monduntergang Uhr.

1808: Der Maler Karl Spitzweg in München geb. (gest. 1885). 1861: Der Luftschiffer August v. Parseval in Franken­thal (Pfalz) geb. 1881: Der englische Sozialethiker und Ge­schichtsschreiber Thomas Carlyle in London gest. (geb. 1795). 1889: Der Rechtsgelehrte Franz v. Holtzendorff in München gest. (geb. 1829). 1929: Der Ozeanflieger Günther Freiherr v. Hünefeld in Berlin gest. (geb. 1892).

Eine freudlose Jugend ist nur zu oft das traurige Borspiel zu einem freudlosen, vergrämten, menschenscheuen, ja menschen­

feindlichen Alter. S p i e l h a g e n.

Wetterbericht.

Die Wetterlage befindet sich immer noch in einem kritischen Stadium. Die an der Vorderseite des bei Irland liegenden Wirbels auf den Kontinent einströmende milde Luft trifft über Deutschland mit der aus dem kräftigen nordöstlichen Hochdruck­gebiet ausfließenden Kaltluft zusammen. Unser Gebiet bildet dabei die Grenze zwischen diesen beiden Luftströmungen, so daß es zu erheblichen Niederschlägen kommt. Im südlichen und west­lichen Teil Deutschlands liegen daher die Temperaturen noch über dem Gefrierpunkt, während im übrigen Teil Deutschlands, besonders nach Nordosten zu, Fröste herrschen. Wenn auch die Kaltluft sich langsam durchzusetzen scheint, so muß doch gerade in unserm Gebiet zunächst noch mit verhältnismäßig mildem, später aber abkühlendem Wetter gerechnet werden. Vorher­sage bis Dienstag abend: Meist bewölkt, zeitweise Niederschläge, Temperaturen noch über dem Gefrierpunkt, überwiegend süd­liche Winde. Witterungsaussichten für Mittwoch: Bei nach Ost drehenden Winden Abkühlung zeitweise Niederschläge, im Gebirge überwiegend Schnee.

Jagd und Fischweid im Februar.

Mit dem Februar beginnt ein neuer Abschnitt der Werd- Mannsbetätigung. Die große Hegezeit, beginnend mit dem Jänner und endigend mit der Bockzeit, ist gekommen und mit ihr dieTote Zeit" für den Jäger, aber nur in bezug auf Hahn in Ruh!" Die Büchse hat zu schweigen. Das Wild braucht Ruh zur Hütung, Schaffung und Wartung neuen Lebens. Unser Hoch- und Niederjagdwild ist in seine Schon­zeit eingetreten. Treue Pflege durch Wildfütterung ist auch heuer Pflicht jedes Weidmannes, der nicht nur Jäger, sondern auch Heger und liebevoller Betteuer seines Wildes sein will. Als Trockenfutter, Saft-, Kraft- und Beifutter eignen sich: Kleeheu, getrocknetes Eschen- und Eichenlaub, ungedroschene Hafergarben, Hafer in der Krippe, Kastanien, Eicheln, Mohr­rüben, Kartoffeln, Topinambur, Mais. Nur das Haarraub­wild hat Schußzeit. Jetzt finden die Rauchwarenversteigerun­gen der Jägervereinigungen statt. Der Fuchs beginnt schon zu ranzen, der Hase zu rammeln. Folgen der Wintermilde.

Bleibt der Februar so mild, geht der Huchen gern an die Angel. Bachsaibling und Forelle sind wieder frei, doch ihr Genuß ist kein Hochgenuß ergo! Die Regenbogenforelle ist im Laichen, daher Schonung, Hecht und Hechtbarsche beißen spärlich, wohingegen der Barsch noch gerne an den Wurm geht. Große Kälte beeinträchtigt das Nahrungsbedürfnis aller Fische. Bei Barben, Karpfen, Schleien sogar vollkommen. Mit dem Gefrieren des Wassers ist der Fischweid von selbst ein Ziel gesetzt.

Schützt die Bienenstände vor Sonne!

Die Strahlen der Sonne, die in diesem Jahre eine unge­wöhnlich belebende Kraft zeigen, können den ruhenden Bienen leicht zum Verhängnis werden. Die Völker werden unruhig und verzehren mehr, als sie es sonst in der Winterstarre tun würden. Die Folge ist, daß im Frühjahr Futtermangel ein­tritt, der unter Umständen eine große Gefahr bedeuten kann. Es ist stets zweckmäßig, durch Vorstellen von Schutzwänden den Sonnenstrahlen den Zugang zu verwehren.

* Fulda, den 4. Februar 1930.

Justiz-Personal-Nachricht.

Justiz-Inspektor Schlitt von Hanau ist vom 1. Feb­ruar ab an das Amtsgericht Fulda versetzt worden.

Eine Jubilarin.

Am 4. Februar jährt sich der Tag zum 25. Mal, an dem Fräulein Käthe Jobst aus Neuhof Krs. Fulda in die Dienste der Familie Kommerzienrat Neitzert, Fulda, getreten ist. Aus diesem Anlaß wurden ihr gebührende Ehrungen zuteil. Auch der Magistrat der Stadt Fulda hat sich mit dem üblichen Ehrengeschenk den Gratulanten zugestellt.

Zweckdienliche Mitteilungen

über den Raubllberfall auf den Landkraftpostwagen sind an den in Schlüchtern weilenden Beamten der Landes­kriminalpolizeistelle oder den Kreisleiter Oberland­jägermeister Dörr, Fulda, erwünscht.

Der Evangelische Volksverein Fulda

hielt am Sonntag, den 2. Februar, im Eemeindehaussaal einen sehr gut besuchten Familienabend ab. Der 1. Vor­sitzende, Herr A. Zirkenbach, begrüßte die zahlreichen Mit­glieder, insbesondere aber die Herren: Pfarrer Zeidler- Kassel, Verbandssekretär Poepke-Kassel und Kreispfarrer Weber. Zunächst hielt Herr Pfarrer Zeidler-Kassel an­knüpfend an das Wort Bismarcks:Alles Große wird in der Gemeinschaft erlebt", einen sehr inhaltreichen Vortrag. Im hinreißenden Vortrag behandelte er eingehend die alte deutsche Berufstreue gegenüber der überhand nehmen­den Untreue und Minderwertigkeit in dem heutigen Volk, sowie die christliche deutsche Menschenehre und ferner das gute reine Gewissen, die beide leider in der Jetztzeit zu schwinden drohen. Für diese zeitgemäßen und sehr ermah­nenden Wort ward dem mit einem ganz besonderen Red­nertalent begabten geistlichen Herrn großer Beifall gespen­det. Sodann ehrte der 1. Vorsitzende für eine 35jährige treue Mitgliedschaft die Herren: Großenbach, Iulius; Kilian, Georg; Pfeiffer, Hugo; Siering, August; Schleicher, Friedrich und Steube, Otto. Sie erhielten den Ehrenbrief, ein Blumengebinde und wurden zu Ehrenmitglie­dern ernannt. Für 25jährige treue Mitgliedschaft wur­den geehrt die Herren: Blackert, Theodor; Eömbel, Paul; Lichtenfeld, Karl; Küllmer, Heinrich; Kraiger, Hermann; Schade, Konrad; Sohl, Jakob und Vorhauer, Ferdinand. Diesen Jubilaren ward der Ehrenbrief und ein Blumen­angebinde überreicht. Sodann ergriff Herr Kreispfarrer Weber das Wort und ehrte für 28jährige treue Mitglied­schaft den langjährigen 1. Vorsitzenden, Herrn Prokurist Zir­kenbach, dabei hinweisend auf die Würde, die der erste Vorsitzende eines so großen Vereins wie der Evangel. Volks­verein es ist hat, und auf die Bürde, die ein solches Amt erforderte. Ferner ermahnte er die Versammlung, drin­gend die Ausführungen des Herrn Pfarrer Zeidler zu be­herzigen. Für die zu Ehrenmitgliedern ernannten Jubila­ren dankte Herr August Siering, für die 25jahrigen Jubi­laren Herr Sohl. Herr Vevbaitds-Sekretar Poepke-Kassel

wies in seiner Ansprache auf die in diesen Tagen hier statt­gefundene Evangelische Arbeiter-Freizeit hin, ferner nahm er Bezug auf die Ausführungen des Herrn Pfarrer Zeidler zu Beginn dieser Feierstunde und zeigte, wie man von den Jubilaren lernen könne, die Treue zu einer Organisation zu üben. Eine sodann für eine in Not geratene evangelische Familie, wo der Ernährer arbeitslos ist, die Frau in eine Heilanstalt muß und die Kinder im Evangel. Altersheim Emmaus Aufnahme finden sollen, veranstaltete Sammlung ergab die Summe von ca. 43 Mark. Zu dem am 2. März im evangelischen Gemeindehaus stattfindenden humoristi­schen Abend mit Theater-Aufführungen des evangelischen Volksvereins sowie auf das am 12. Oktober im Stadtsaal zu feiernde 40jährigen Stiftungsfest des Volksvereins wurde aufmerksam gemacht. Herr Kreispfarrer Weber legte eingehend dar, welche Umstände dazu geführt haben, daß die Besetzung der ausgeschriebenen 3. evangelischen Pfarr­stelle für Fulda nicht, wie ursprünglich vorgesehen, getrennt von der Leitung des evangelischen Lyzeums erfolgen kann. Es muß vielmehr noch einige Jahre wie seither bleiben; d. h., daß der Leiter des evangelischen Lyzeums auch 3. Pfarrer der evangelischen Gemeinde ist. Der Kirchenvorstand wird sich bemühen, einen Hilfspfarrer zu erhalten. Umrahmt war der Abend durch schöne Klavier- und Violin-Vorträge. 5 Anmeldungen für den Volksver­ein erfolgten.

DieTheatergemeinde, Fulda" gibt für die kommenden Wochen nachstehenden Spielplan bekannt:

22. Februar,Die Vrautschau", Lustspiel von Eopol;

22. März,Katharina Knie", ein Spiel aus dem Zirkus­leben, von Erich Zuckmazen;

12. April, Gastspiel der Berliner Kammeroper,Die Pasgnale";

29. April, Gastspiel der Berliner Kammeroper,Gärt­nerin aus Liebe".

Vortragsvereinigung.

Für die Faschingszeit, wo sich wohl jeder einmal von Herzen freuen und cmslachen möchte, hat die Vortrags­vereinigung einen der besten Humoristen der Jetztzeit zu einemLustigen Abend" gewonnen, um jung und alt für zwei Stunden in heitere Stimmung zu versetzen. Herr Senff Georgi, bekannt im In- und Ausland durch seinen unverwüstlichen Humor, glänzend kritisiert in den Zei­tungen zahlreicher deutscher Großstädte, wo er die größten Säle zu füllen vermochte, wird auch die Besucher des Lustigen Abends am 4. Februar im großen Stadtsaal zum Lachen bringen. Versäume darum niemand die Ge­legenheit, Herrn Senff Georgi zu hören, um einmal los­gelöst von den Sorgen des Alltags, sich hier einigen Stun­den rechter Freude hinzugeben. Die Preise der Plätze sind so niedrig gehalten, daß ein zahlreicher Besuch des Abends sicher ist. Numerierte Karten zu 2., 1.50 und 1. Jt, Schülerkarten zu 0.50 J( sind in der Nehrkornschen Buchhandlung zu haben.

Jahres-Eeneralversammlung des Zentralverbandes christlicher Fabrik- und Transportarbeiter, Ortsguppe Fulda.

Am Sonntag hielt die Ortsgruppe Fulda des Zentralver­bandes christl. Fabrik- und Transportarbeiter ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Geschäftsführer des Bezirks Fulda, Eewerkschaftssekretär Steinbeck, konnte über eine recht umfang- und segensreiche Tätigkeit Bericht erstatten. Aus diesem entnehmen wir folgendes: Die Mitgliederbewegung war eine sehr wechselvolle, bedingt durch die stark schwankenden Konjunkturverhältnisse der hiesigen Industrien. Die rege Werbetätigkeit der Ortsgruppe kommt durch die im abgelaufe­nen Jahre getätigten 311 Neuaufnahmen zum Ausdruck. _ Die Einnahmen waren infolge der vielen Stockungen der Beschäf­tigungsmöglichkeiten sehr schwankend. Die große Arbeitslosig­keit bedingte große Unterstützungsleistungen. Für diese Zwecke wurde einschließlich der Unterstützungen in Krankheitsfällen die Hälfte der reinen Verbandsbeiträge wieder verausgabt. An die Kasse der Alters- und Jnvalidenhilfe des Verbandes, die bald mit ihrem segensreichen Wirken für die invaliden Mit­glieder einsetzen wird, wurden ca. 20 Prozent der Gesamtein­nahmen abgeführt. Sehr umfangreich wie auch in früheren Jahren war die Rechtsschutztätigkeit der Fuldaer Verbands-Ee- schäftsstelle. Es wurden 488Auskünfte erteilt, 232 Schriftsätze an­gefertigt und in 106 Terminen die Vertretung von Mitgliedern und deren Angehörigen übernommen. Soweit die Resultate der Rechtsschutztätigkeit erfaßt werden konnten, wurde ein Bar­erfolg von 7792 Mark sestgestellt. Diese Tätigkeit wurde über­einstimmend besonders dankbar anerkannt, weil gerade sich in den »größten Notfällen der Verband als die beste Stütze und der beste Berater erwiesen habe. Der Bericht gibt dann weiter Aufschluß über die lohnpolitische Tätigkeit des Verbandes. Wenn auch im Jahre 1929 die Lohnerhöhungen durch Neu- abschlllste von Tarifverträgen geringer gewesen wären als in den Vorjahren, so bezeichnet der Berichterstatter diese Erfolge als die größten auf lohnpolitischem Gebiete der Nachkriegszeit.

Viel größere Widerstände, die sich von allen Seiten bemerk­bar machten, seien zu überwinden gewesen. Das segensreiche Wirken der Gewerkschaften für die deutschen Arbeiterfamilien komme so recht jetzt zum Ausdruck, wo der Arbeitsmarkt so stark überlastet sei. Es wird in diesem Zusammenhang daran erin­nert, wie früher bei Nichtbestehen von Tarifverträgen und beim Fehlen einer Erwerbslosen-Versicherung solche Ueberangebote an Arbeitskräften dazu führten, daß die Löhne wesentlich ge­senkt wurden. Wenn heute dieses alte Prinzip von Angebot und Nachfrage für die Lohnhöhe noch entscheidend wäre, könne man sich die verhängnisvollen Wirkungen kaum ausdenken. Wenn es möglich gewesen wäre, die Löhne der Mitglieder im letzten Jahre um 51 Mark im Durchschnitt für das Jahr zu erhöhen, so könne man mit Recht wohl sagen, daß in Anbetracht der geschilderten Eesamtverhältnisse das letzte Jahr lohnpoli­tisch eines der erfolgreichsten gewesen sei. In der anschließenden Aussprache kam in Uebereinstimmung aller Mitglieder vollste Anerkennung für die gesamte Tätigkeit aller Mitarbeiter zum Ausdruck. So wurden denn auch in voller Einmütigkeit die Vor­standswahl und andere Wahlen vorgenommen. Von den ge­wählten bzw. wiedergewählten Mitgliedern wurde der drin­gende Wunsch ausgesprochen, daß alle Mitglieder sich für die weitere Ausbreitung und Festigung des Verbandes einsetzen mögen zum Wohle der gesamten Arbeiterfamilien.

Die Jugendgruppe der Ortsgruppe, welche in Auswirkung des Reichsjugendtages in Köln gegründet wurde, hatte am ver- aufgegangenenen Freitag ihre Generalversammlung abgehalten. Ueber das große Interesse, welches die jugendlichen Mitglieder zeigten waren dieAlten" sehr erfreut und gaben der Hoff­nung Ausdruck, daß durch diese jungen Kräfte der christliche Ee- werkschaftsgedanke sich immer mehr vertiefen und auswirken möge.

Ueber öffentliches Sparkasten- und Bankwesen veranstaltet der Sparkassenverband für Hessen-Nassau gemein­sam mit der Verwaltungsakademie in Frankfurt a. M. einen Wochenendkurs auf dem hervorragende Führer des Sparkassen- wie des öffentlichen Bankwesens in unserer Provinz wie im Reiche, über die wichtigsten Probleme dieses Gebietes sprechen werden. So wird der Verbandsvorsteher des Sparkassenver­bandes, Oberbürgermeister Dr. Blaum, Hanau, überSpar« kastenwesen und Volkswirtschaft", der Generaldirektor der Nassauischen Landesbank in Wiesbaden, Dr. Lammers über Die öffentlichen Banken in der deutschen Wirtschaft" sprechen,

Stagen »Koc bs^Lâln,' die M bei aUZetcheinLN Kachttalnot DerttschlackSs "von giotztek Wichtigkeit' find. Die rechtliche Stel­lung der öffentlrchen Banken wie der Sparkassen wird von Ge­heimrat Dr. Schwarzkopf, Direktor der Landeskreditkasse Kassel, Universitätsprofessor Dr. Giese, Frankfurt a. M., und Justiz­rat Dr. h. c. Reh Darmstadt. Verbandsvorsteher des Hessischen Sparkassen-, und Giroverbandes, Darmstadt, behandelt werden, während Universitätsprofessor Dr. Kalveram, Frankfurt a. M., über die technische Seite des Sparkassen- und Bankbetriebes spricht. Besonderes Interesse wird der Vortrag des Geh. Rat Präsident Dr. Kleiner, Berlin, Präsident des Deutschen Spar­kassen- und Eiroverbandes und der Deutschen Girozentrale Deutschen Kommunalbank, Berlin, überSparkassen und Kom­munen unter besonderer Berücksichtigung des Kommunalkredits" beanspruchen, da dieser liervorragende Führer des öffentlichen Sparkassen- und Eirowesens Deutschlands gerade die Fragen des so viel in der Oeffentlichkeit behandelten Kommunalkredits und seiner Gesundung, für die er sich ganz besonders immer eingesetzt hat, darlegt.

Die Vorträge finden in der Aula des Goethe-Gymnasiums, Frankfurt a. M., Platz der Republik 24, statt. Hörgebühr 6 R-N für den Kurs. Karten sind zu beziehen durch die Ge­schäftsstelle der Verwaltungsakademie, Frankfurt a. M., Wie- senhüttenstr. 10, Fernsprecher Hansa 4800. Die Geschäftsstelle weist auf Wunsch Unterkunft nach.

Die Vorträge dürften besonders für die im öffentlichen Le­ben stehenden Persönlichkeiten der öffentlichen Körperschaften, wie der Sparkassen, aber auch für jeden sehr instruktiv sein, der die große Bedeutung der Kapitalneubildung in Deutschland erkannt hat und sich ein Bild von der bis ins Einzelste ausge- arbeiteten Organisation und Tätigkeit der öffentlichen Spar­kassen und öffentlichen Banken bilden will.

Konkurs Valentin Ernst, Schreinermeister, Fulda.

In diesem Verfahren fand am gestrigen Montag im Amtsgericht die erste Eläubigerversammlung statt. Aus dem vom Konkursverwalter erstatteten Bericht ging her­vor, daß das in 1902 gegründete Geschäft bereits 1914 stark verschuldet war. Während der Inflation trat eine schein­bare Besserung ein, die sich aber nach Einführung der festen Eeldwährung stetig stark verschlechterte. Eine' ordnungs­mäßige Buchführung fehlte. Auch verstand es der Gemein­schuldner nicht, zu kalkulieren. Nach dem vorläufigen Sta­tus beträgt die Ueberfchuldung 17 889,30 Mark. Voraus­sichtlich ist mit einer Quote von 2025 Prozent zu rechnen. Das Wohnhaus ist mit ca. 30 000 Mark belastet. Zwecks Klärung verschiedener schwebenden Angelegenheiten (Ver­kauf des Hauses,der Maschinen usw.) wurde ein aus den Herren Berkel, Fr. Schmitt und Schäfer bestehender Eläu- bigerausschuß gewählt. Beschlossen wurde, das Geschäft baldigst zu schließen.

Konkurs Schreinermeister f^t'a Laibach in Fulda.

In diesem Verfahren fand gestern die erste Gläubiger­versammlung statt. Aus dem Bericht des Konkursverwal­ters ging hervor, daß der Wert des vorhandenen Lagers und der Einrichtung des Betriebes äußerst gering ist. Außenstände sind keine vorhanden. Für die Gläubiger dürfte höchstens eine Quote von 2 Prozent zu erwarten sein. Beschlossen wurde, das Geschäft sofort zu schließen; auch soll der Konkursverwalter das Zwangsversteigerungs­verfahren für das Wohnhaus etc. einleiten.

Konkurs Kaufmann Justus Stoppel und Ehefrau Fulda.

In diesem Verfahren fand am gestrigen Montag im Amtsgericht ein Prüfungstermin für zwei nachträglich an« gemeldete Forderungen statt. Eine Forderung wurde an« erkannt, und die andere, da angeblich schon beglichen, be­stritten.

Konkurs Kaufmann Walter Jehn in Bronnzell.

In diesem Verfahren fand am gestrigen Montag im Amtsgericht Fulda der allgemeine Prüfungstermin statt. Die meisten der angemeldeten bevorrechtigten und nicht be­vorrechtigten Forderungen wurden festgestellt, nur wenige bestritten.

Hengst-Station Fulda.

Am Montag, den 3. Februar d. J. sind von dem Hessen- Nassauischen Landgestüt in Dillenburg 2 Hengste auf der Station in Fulda bei dem Fuhrunternehmer Alfons Wie­gand hier, Frankfurter Straße Nr. 25 Telefon Nr. 736 eingetroffen. Die beiden Hengste von bester Zucht­qualität sind dieses Jahr so frühzeitig von der Gestüts- Direktion abgesandt worden, damit die Landwirte in der jetzigen arbeitsfreien Zeit Gelegenheit haben, ihre Stuten decken zu lassen. Die Pferdezllchter werden daher gebeten, von dieser günstigen Gelegenheit, ihre deckfähigen Stuten bereits jetzt den Hengsten zuführen zu können, regen Ge­brauch zu machen und nicht zu warten, bis die Zeit der Feldbestellungsarbeiten da ist.

* Hünfeld (Rhön), 4. Febr. (Wieder ein Unfall am schran­kenlosen Bahnübergang.) Als die 22jährige, im Werkskasino Merkers beschäftigte Elise Orth in der 8. Abendstunde den schrankenlosen Bahnübergang dortselbst überschritt, muß sie auf dem glatten Boden ausgeglitten sein. Im selben Augenblick kam auch schon ein Eüterzug aus der Richtung Dorndorf und erfaßte sie. Die Unglückliche wurde 20 Meter mitgeschleift und übel zugerichtet, so daß es der Kunst der Aerzte kaum möglich sein wird, sie am Leben zu erhalten. Das Mädchen wurde am Kopf verletzt und außerdem wurden ihr ein Fuß und ein Finger glatt abgefahren.

Steinau bei Hünfeld. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in einem Steinbruch in der Nähe unseres Ortes. Der 34- jährige Landwirt Joseph Helmer, der in seinem Bruch beschäf­tigt war, wurde plötzlich von herabstürzenden Erdmassen ver­schüttet und so schwer verletzt daß er in Besorgnis erregendem Zustand in das Landeskranienhaus Fulda überführt werden mußte.

Hersfeld. Ein Einbruch wurde in der Nacht zum Sonntag in die hiesige Synagoge verübt. Dabei wurde die Opferbüchse mit Inhalt entwendet. Die Täter sind anscheinend durch ein Fenster ins Innere gelangt. Es fehlt noch jede Spur von ihnen.

Bebra, 1. Febr. (Die große Eüterumladehalle bei Bebra siillgelegt.) Die große Eüterumladehalle der Reichsbahn vor dem benachbarten Lispenhausen ist mit dem 1. Februar stillge­legt worden. Den Arbeitern wurde bis auf einzelne, die ver­setzt wurden, gekündigt. Von der Kündigung sind auch schon lange Jahre im Dienste der Reichsbahn tätige Arbeiter betrof­fen worden. Die Umladehalle ist erst vor fünf Jahren erbaut und mit den modernsten technischen Einrichtungen versehen worden. Von der Reichsbahn wurde die Stillegung damit be­gründet, daß sich ihr Betrieb infolge der ungünstigen Lage des Einlaufbahnhofs nicht rentiert habe.

Bebra. Seinen 80. Geburtstag feierte in geistiger und kör- pelicher Frische der Lokomotivführer i. R Reinmöller. Ihm wurden zahlreiche Glückwünsche von behördlicher und privater Seite zuteil. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Ehepaar Nikolaus Groß und Frau in Braunhausen.

Bebra, 2. Febr. (Masern-Epidemie.) Im Rohrbachtal herrscht eine Masern-Epidemie, und zwar sind in dem Ort Rohrbach etwa 30 Kinder erkrankt. Die Schule ist geschlossen worden. In vielen Familien liegen mehrere Kinder gleich­zeitig krank darnieder.

Homberg. Eine gemeine Tat wurde hier in der Nacht ver­übt. Im Garten des Weißbindermeifters Kramer vor dem Obertor war Wäsche zum trocknen aufgehängt worden. Am andern Morgen nun wurde dem Eigentümer derselben, Herrn P., die Mitteilung gemacht, daß sämtliche Wäschestücke durch Schnitte oder Risse erheblich beschädigt seien.