* Fulda, den 24. Januar 1930.
Vom Finanzamt wird uns geschrieben:
Die Reichsregierung hat soeben eine Verordnung über die Jahresleistungen nach dem Aufbringungsgesetz für das Kalenderjahr 1930 veröffentlicht. Danach haben die ausbrrngungs- pflichtigen Unternehmer die Hälfte der AusbringungsIelstun- nen für 1930 d. h. 3,25 v. T. des aufbrrngungspftrchtlgen Betriebsvermögens, auf Grund neuer Bescheide, dre ihnen rn na^ ster Zeit zugehen werden, bis zum 2 0. Februar 1930 an die Finanzämter zu entrichten. Das Umlegungsverfahren ist auch in diesem Jahre geboten, wer! die auf Grund des geltenden Rechts zum 1. April 1930 fälligen Zins- und -rilgungs- beträge aus der Zndustriebelaitung rechtzeitig bereitgestellt werden müssen. Ob die Erhebung des zweiten Teilbetrags der Jahresleistungen noch erforderlich werden wiR» läßt sich aus den allgemein bekannten Gründen noch nicht übersehen.
Haltepunkt Rupsroth wird am 1. Februar eröffnet.
Am 1. Februar 1930 wird der an der Bahnstrecke Fulda- Hilders zwischen den Bahnhöfen Milseburg und Eckweisbach neuerrichtete Haltepunkt Rupsroth für den Personenverkehr eröffnet werden. m
Die Entfernungen betragen: zwischen Milseburg und Rupsroth 3 km, zwischen Eckweisbach und Rupsroth 3 km.
Beihilfen in Fällen ansteckender Blutarmut der Pferde.
Durch Beschluß des Landesausschusses in Kassel vom 15. November 1922 ist die Bewilligung von Beihilfen in Fällen ansteckender Blutarmut der Pferde davon abhängig gemacht worden, daß der Seuchenverdacht der Polizeibehörde oder ^em beamteten Tierarzte sofort mitgeteilt worden ist, so daß sie polizeilichen Schutzmaßregeln rechtzeitig haben angeordnet werden können. In Zukunft werden Beihilfen nur noch gewährt, wenn der beamtete Tierarzt alsbald nach dem Auftreten des Verdachtes, spätestens sofort nach der ersten Entnahme einer Blutprobe benachrichtigt wird und wenn die von der Polizeibehörde und dem beamteten Tierarzt für erforderlich erachteten veterinärpolizeilichen und hygienischen Maßnahmen genau befolgt werden.
Wem gehören die Fahrräder?
Beschlagnahmt und sichergestellt wurden vier Fahrräder, deren Eigentümer bis jetzt nicht ermittelt werden konnten. In dem Verzeichnis der bei der Polizeiverwaltung als gestohlen gemeldeten Fahrräder sind sie nicht verzeichnet Es handelt sich um 4 ältere Herrenfahrräder Marke Presto, Stolze und zwei Marke Dürkop mit erkennbarer Fabriknummer. Außerdem wurde ein 6—7 Meter langes schlangenförmig zusammengerolltes Kupferrohr beschlagnahmt und sichergestellt, wie es in den Brauereien verwendet wird. Eigentumsansprüche, bei den Fahrrädern möglichst unter Mitteilung der Fabriknummer, sind bei der Kriminalpolizei Fulda anzubringen.
Gastspiel der Liliputaner.
Die Liliputaner, die besten Zwergschauspieler der Gegenwart, nebst mitwirkenden großen Personen, geben bei uns am Sonntag, den 26. Januar d. I. in den Stadtsälen zwei Theatervorstellungen. Abends 8.30 Uhr gelangt das neue dreiaktige Lustspiel mit Gesang „Heiratsfieber", Text und Musik von Max Mauther, zur Aufführung, und nachmittags 4 Uhr kommt für die Jugend das romantische Märchen „Der kleine Prinz" zur Darstellung. (Alles Nähere siehe Anzeige und Plakate.)
Electrola-Konzert.
Morgen, Samstag abend, findet wieder eines der mit,Recht so beliebten Electrola-Konzerte statt. Erster Teil: Kunstplatten: zweiter Teil: Gute Unterhaltungs- und Schlagermusik. Außerdem wird man noch ein Elertrola, begleitet von einem Pianino hören. Im zweiten Teil Tanzeinlagen von Frl. Elisabeth Meyer-Stuttgart. Es sei übrigens ausdrücklich betont, daß bei Electrola-Vorführungen keine Lautsprecher-Verstärker benutzt werden. Die Apparate, auch die kleinen Koffer, geben die Musik direkt wieder. Daß trotzdem eine so große Klangfülle erreicht wird, spricht ganz besonders für die hohe Qualität der Electrola-Apparatè wie auch der Platten. Dem Publikum steht ein genußreicher Abend bevor.
Aus dem Gerichtssaal.
Ein Opferbüchsenmarder stand gestern vor dem großen Schöffengericht in der Person des mehrfach erheblich vorbestraften 28jährigen Arbeiters Jak. Dirks, gebürtig aus Dortmund. Er kam im November v. I. mittellos nach Fulda und logierte einige Tage in einer hiesigen Wirtschaft. Es fiel auf, daß er meistens gegen Abend im Besitze von Geldbeträgen war. Am 18 November wurden in der Kirche auf dem Florenberg die Opferbüchsen gewaltsam erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Das Packpapier des Handwerkszeuges ließ der Täter in der Kirche zurück. D., der an jenem Tage von verschiedenen Leuten dort beobachtet worden war und verdächtig vorkam, wurde der Landjägerei und der Kriminalpolizei beschrieben. Rascher als man ahnte, hatte man D. in der betreffenden Wirtschaft ermittelt und verhaftet. Zwei Meisel, die man im Bett nerftedt vorfand, zierten als corpus delicti neben den erbrochenen Opferbüchsen gestern den Richtertisch. Zu der gestrigen Verhandlung waren 14 Zeugen zu vernehmen. Das große Schöffengericht verurteilte D. wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Gefängnis. — Unzüchtige Handlungen: Aus der Untersuchungshaft vorgefÜhrt wurde der 60jährige Knecht B. Z. gebürtig aus Neuswarts (Nhön), in Maberzell in Diensten. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ergab sich, daß der Angeklagte in drei Fällen unzüchtige Handlungen mit kleinen Schuljungen vorgenommen hatte. Das Urteil des kleinen Schöffengerichts lautete auf ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft seit dem 7. Nov. v. I. — Verbrechen aus § 1 76 , ‘ 3. Der arbeitslose 27- jährige Arbeiter Th. M., hier wohnhaft, hatte sich im Oktober vorigen Jahres in drei Fällen gegen § 176, 3 vergangen. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. — Schwere Urkundenfälschung und versuchter Betrug: Der 24jährige vorbestrafte K. K., gebürtig aus Frischborn, hier wohnhaft, war voriges Jahr Kassierer bei einer hiesigen Sterbekasse. In dieser Eigenschaft bekam er von einer Dame einen Scheck auf 3 Mark für eine hiesige Kasse. Mit seinem Freunde, dem vorbestraften Arbeiter A. U., hier wohnhaft, änderten sie den Scheck gemeinschaftlich auf 83 Mark. um. U. wurde sodann zu der betr. Kasse geschickt, wo die Fälschung sofort entdeckt wurde. Das kleine Schöffengericht verurteilte K., der seit 3. Dezember in Untersuchungshaft sitzt, zu 3 Monaten und U. zu zwei Monaten Gefängnis. — Betrugsversuch: Der 31jährige Kaufmann K. I., wohnhaft in Eiterfeld, der sich in schlechten finanziellen Verhältnissen befand, hatte im vorigen Jahr einen Einbruchsdiebstahl in sein Geschäft vorgetäuscht, um dadurch Vorteile aus der Versicherung zu erzielen. Es stellte sich sofort heraus, daß der angebliche Einbruch fingiert war, denn die Spuren von der zertrümmerten Schaufensterscheibe waren nicht zu entdecken. Auch sonst sprach vieles gegen den Einbruch, Das kleine Schöffengericht verurteilte J. wegen Betrugsversuch zu einem Monat Gefängnis mit Strafaufschubs
* Bodes (Rhön), 24. Jan. (Ein 8öjähriger Handwerker noch an der Hobelbank.) Der hiesige Schreinermeister Johannes Eigenbrodt beging bei bester Gesundheit seinen 85. Geburtstag. Der ehrwürdige Greis übt noch heute sein Handwerk aus und arbeitet täglich an der Hobelbank.
* Fritzlar. (Der Vatermörder verhaftet.) Der flüchtige Mörder Friedrich Hofmann aus Fritzlar konnte Mittwoch abend gegen 9 Uhr in Ungedanken bei seinen Schwiegereltern von Landjägereibeamten verhaftet werden. Hofmann ist nach Kassel überführt worden. Die Mordwaffe und drei Patronen trug der Festgenommene noch bei sich.
* Schlitz. Gestern mußte sich ein aus der Rhön stammender, in Hemmen in Stellung befindlicher Dienstknecht, der bei einer Schlägerei zwei dortige' Ortsbewohner schlimm zugerichtet hatte,
vor-dem hiesigen Schöffengericht verantworten. Es wurden ihm wegen Körperverletzung 2 Monate Gefängnis zudiktiert.
— Während der Verhandlung gegen ihn trug sich ein Aufsehen erregender Zwischenfall zu, indem zwei junge Leute von Hemmen aus dem Eerichtssaal heraus wegen Meineidverdachts verhaftet und ins Amtsgerichtsgefängnis sofort überführt wurden.
Lingelbach, 20. Jan. (Holzpreise.) Die schwierige Lage auf dem Holzmarkt drückt auf oie Holzpreise: sie sind bei den Versteigerungen wesentlich niedriger als im Vorjahre. Aus den Staatswaldungen am Rimberg wurden schon im vorigen Jahre größere Bestände an Vuchennutzholz, lauter schöne Stämme, an viele hiesige Einwohner zu annehmbarem Preise als Brennholz abgegeben' Auch das noch zurückgehaltene Quantum Nutzholz fand keine Abnehmer und wird darum jetzt, der Festmeter mit 12 Mark, abgegeben. Täglich ziehen unsere Dorffuhrwerke hinauf nach dem Rimberg und bringen die schönen geraden aalglatten Stämme heim, wo sie zerkleinert werden.
Ahlersbach bei Schlüchtern. Auf dem Hofgut brach vormittags ein Schadenfeuer aus, durch welches das zur Rechten des Hofeingangs stehende Personalwohngebäude zum Teil und eine angrenzende Scheune mit Stallung vollständig eingeüschert wurden. Große ungedroschene Erntevorräte in der Scheune gaben dem Feuer reiche Nahrung. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt.
Hanau, 22. Jan. (Stadtschulrat des Amtes enthoben.) Stadtschulrat Behrensmann ist vom Regierungspräsidenten Friedensburg in Kassel seines Amtes als Stadtschulrat enthoben worden. Diese Maßnahme wird darauf zurückgeführt, weil Stadtschulrat Dr. Behrensmann über den Schulrat Otto bei der Kasseler Regierung beleidigende Aeußerungen getan haben soll. Ob und welche weiteten Maßnahmen deshalb noch ergriffen werden, unterliegt augenblicklich der Entscheidung des preußischen Kultusministers.
Frankfurt a. M., 18. Jan. (Favag, Allianz und Unitas.) Die Unitas A.E. für Versicherungsnehmer hat in einem Rundschreiben darauf hingewiesen, daß die Favag wegen des Zab- lungsverbots Schadenszahlungen an Versicherungsnehmer nicht leisten dürfe und daß die Allianz, die noch nicht einmal eine Bürgschaft übernommen habe, sich ebenfalls auf das Zahlungsverbot berufen und Schadenszahlungen aus der von ihr übernommenen Garantie verweigern könne, solange das Zahlungsverbot bei der Favag bestehe. Diese Veröffentlichung ist in sämtlichen Punkten unrichtig. Das Zahlungsverbot läßt Zahlungen an Versicherungsnehmer ausdrücklich zu. Die Garantie der Allianz geht weiter als eine Bürgschaft und ist von der Verbindlichkeit der Favag und deren Eintreten in die Schadensregulierung vollkommen unabhängig. Die Allianz muß also bezahlen, sobald die Favag nicht Zahlung leisten würde. Alles in allem sind die Versicherungsnehmer der Favag besser gestellt als früher, weil ihnen nicht nur das Vermögen der Favag haftet, sondern auch das gesamte Vermögen der Allianz. Daneben hat die Neue Frankfurter es im JnnenverhäUnis gegenüber der Favag übernommen, die anfallenden Schäden zu regulieren, so daß praktisch sogar noch eine dritte Gesellschaft mit ihrem gesamten Kapital und den Versicherungsreserven haftet. Die Favag ünd die Allianz haben daher gegen die Unitas eine einstweilige Verfügung bei der 5. Kammer für Handelssachen des hiesigen Landgerichts erwirkt, worin der Unitas die Verbreitung ihres Rundschreibens und der darin enthaltenen falschen Mitteilungen verboten wird.
Frankfurt a. M^ 19. Jan. (Die Nationale Geflügelaus- stellung in Frankfurt.) Die am Freitag eröffnete Nationale Geflügelausstellung ist heute wieder geschlossen worden. Der Besuch dieser Musterausstellung war ein über Erwarten guter. Während einer kleinen offiziellen Feier am Samstag wies der Vorsitzende des Bundes Deutscher Geflügelzüchter auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Geflügelzucht hin. Mit seinen 146 000 Mitgliedern in 3500 Vereinen sei der Bund eine der größten Vereinigungen der Welt. Der Vertreter der Stadt Frankfurt gab die Anregung, die Nationale Eeflügelausstel- lung regelmäßig in Frankfurt abzuhalten. An die ausstellen- den Züchter sind etwa 1400 Ehrenpreise verteilt worden, darunter drei große Staatspreise und 30 Ehrenpreise der Stadt Frankfurt.
Gernsheim, 22. Jan. (Von der Heimat enttäuscht?) Der Deutschamerikaner Schwarz war vor einigen Monaten aus Kalifornien nach seiner alten Heimat zurückgekommen. Man sagte damals scherzhafterweise dèm 90 Jahre alten Manne nach, er wolle sich in Deutschland ein Weib nehmen. Da stimmt ja nun nicht. Aber Schwarz hätte gern seinen Lebensabend in Deutschland verbracht, wenn die Verhältnisse es gestattet hätten. Dem scheint nun nicht so zu sein, denn Schwarz kann das naßkalte Klima, das jetzt hier herrscht, nicht vertragen. Auch sonst sagen ihm die Verhältnisse in Deutschland, dem sein Herz doch so zugetan war, nicht recht zu. Er sagt, für die alten Leute wisse er in seiner neuen Heimat besser gesorgt. Schwarz erwägt für die ersten Frühlingsmonate die Rückreise nach Amerika.
Groh-Gerau, 21. Jan. (Heiratsschwindlers letzter Streich.) In Dornheim, einem Nachbardorf von Groß-Gerau, hatte sich ein gewisser Marxens in einer Familie festgesetzt und genoß schon^seit Wochen Gastfreundschaft in der Erwartung, daß. er die Tochter des Hauses zum Traualtar führe. Die Familie hatte ihm schon manchmal aus der Not geholfen, bis ihm plötzlich der Boden zu heiß wurde. Unter Mitnahme zahlreicher Dinge, die ihm nicht gehörten, und nachdem er auch die Geschäftswelt des Ortes noch einmal tüchtig hereingelegt hatte, verschwand der „Bräutigam" auf Nimmerwiedersehen.
Eich (Rheinhessen), 21. Jan. (Die Millionen locken.) Die Beckerschen Millionen, die die Stadt Philadelphia haben soll und deren Auszahlung man erreichen will, hat Widerhall in allen Teilen Deutschlands gefunden. Ueberall wollen plötzlich Erbberechtigte wohnen. Eine Dame aus Ulm erschien sogar persönlich in Eich, um ihre Ansprüche anzumelden. Da sie sich aber über die Verwandtschaftsgrade nicht auszuweisen vermochte, mußte sie vorläufig unverrichteter Sache heimkehren. Diejenigen, die sich als erbberechtigt fühlen, haben bisher etwa 2 000 M zusammengebracht, mit denen man den Kampf um die Auszahlung aufnehmen will. Demnächst findet eine Sitzung statt, in der sich die Erben organisieren wollen. — Es ist doch schön, ein großes Ziel zu verfolgen.
Rüsselsheim, 22. Jan. (Die gestohlenen Mäntel wiedergefunden.) Gelegentlich einer Haussuchung im benachbarten Flörsheim bei einem angeblich bekannten Autodieb wurden auch die aus dem Auto des hessischen Innenministers Leuschner am Samstag gestohlenen Mäntel vorgefunden. Der in Frage kommende Mann, ein 34jäbriger Kriegsinvalide, leugnet, die Tat selbst ausgeführt zu haben, sondern will die Mäntel von zwei ihm unbekannten Rüsselsheimer jungen Burschen gekauft haben. Der Mann ist vorläufig noch in Hast, da noch Untersuchungen wegen mehrerer anderer Autodiebstähle laufen. Durch die Aufklärung des Falles steht nun wohl unzweifelhaft fest, daß kein politischer Racheakt gegenüber dem hessischen Innenminister vorliegt.
Lohr, 21. Jan. (Bahnprojekt Lohr—Partenstein—Orb zurzeit undurchführbar.) Wie bereits mehrfach berichtet, war seit langem geplant, die Bad Order Kleinbahn von Wächtersbach über Orb durch den Jossagrund nach Partenstein zu verlängern. Die Weiterführung der Bahn sollte eine Zubringerlinie für die Re ichs bahn strecken Frankfurt—Bebra einerseits und Frankfurt— Würzburg andererseits bilden. Mit der Bahn sollte der Fremdenverkehr im Spessart gehoben und der Waldwirtschaft und der Holzverwertung des Spessarts gedient werden. Der verstorbene Sanitätsrat Dr. Scherf-Bad Orb hatte sich um das Projekt besonders verdient gemacht. Die Aussichten auf die Verwirklichung des Projektes waren bisher gut. Sowohl der bayerische als auch der preußische Staat hatten volle Unterstützung zugesagt. Nun wurde aber in mehrfachen Verhandlungen unter Hinzuziehung aller interessierter Vertreter festgestellt, daß mit dieser Bahnlinie zurzeit nicht nur keine Rentabilität zu erzielen sei, sondern dag man von vornherein mit einem großen jährlichen Defizit rechnen müsse. Unter diesen Umständen wurde allseits anerkannt, daß in unserer Zeit schwerster, wirtschaftlicher Not weder Reich noch Länder und Gemeinden der Ausführung, des Projektes ihre Unterstützung leihen könnten, sondern daß bessere Verhältnisse abgewartet werden müssen. Der Arbeitsausschuß wird daher zunächst prüfen, ob das Projekt abgeändert oder ob es auf andere Weise so gestaltet werden kann, daß es in bezug auf Rentabilität den notwendigen Voraussetzungen entspricht.
Mainz, 22. Jan. (Um die Erhaltung des Mainzer Stadt theaters.) Das Personal des Mainzer Stadttheaters hat burd seinen Betriebsrat Vorschläge zum Etat ausarbeiten lassen, mu in Zukunft Ersparnisse im Betrieb erzielt werden können. Du Kommission ist bei ihren Vorschlägen von dem Standpunkt aus gegangen, daß der selbständige Betrieb des Mainzer Stadttlsea ters unter allen Umstünden aufrechterhalten werden müsse. Di Kommission hat sich trotz schwerster Bedenken in sozialer Hin sicht entschließen müssen, nicht nur den Abbau von künstlerischem, und technischen Kräften in Vorschlag zu bringen, sondern auch einzelne Spitzengehälter entsprechend herabzusetzen. Dre hier gemachten Ersparnisse ergeben eine Summe von 180 641 Mark. Vorgeschlagen wird ferner unter Verzicht auf einen -reil, der Ferien von Seiten des Personals die Einführung einer eom= merspielzeit. Einen Sondervoranschlag für diesen Sommer stellt der Plan einer Festspielwoche anläßlich der Rheinlandbefrelung dar. Es wird ferner der Vorschlag gemacht, die Arbeiterschaft durch Veranstaltungen in Gewerkschafts- uns Belegschafts-Vorstellungen bei billigen Eintrittspreisen für das Theater zu interessieren. Die Befolgung der Vorschläge könne nach Meinung der Kommission mit Sicherheit zu einer Gesundung des Theaters führen. Eine Fusion, wie immer sie sich auch gestalten möge, sei ein Wirtschafts-Experiment gefährlichster Art.
Koblenz, 20. Jan. jStädtewetlkampf im Kunstturnen Kob- lenz-Kreuznach-Marburg.) In dem bis auf den letzten Platz besetzten Apollo-Theater fand gestern ein Städtewettkampf tm Kunstturnen zwischen den Turnern der Städte Koblenz, Kreuznach und Marburg statt. Die Mannschaften von je acht Turnern kämpften an folgenden Geräten um den Eichenkranz: Pferd (quer), Barren. Längspferd und Reck. Es entwickelte sich ein scharfer Kampf, bei dem Kreuznach mit einer gut ausgeglichenen Mannschaft in den Vordergrund treten konnte. Bis zum letzten Gerät, dem Reck, stand Marburg an zweiter Stelle, wurde aber dann von Koblenz überholt. Kreuznach gewann verdient. Die höchste Punktzahl erreichten die Turner Adolf Fink-Marburg mit 154. Simon Frey-Kreuznach mit 149 und Werntgen-Koblenz mit 148 Punkten.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, den 26. Januar (3. Sonntag nach Epiphanias). Fulda: Vormittags 9Uhr Predigtgottesdienst — Kreispfarrer Weber. 11 Uhr Kindergottesdienst. Abends 6 Uhr Predigtgottesdienst — Pfarrer Hattendorff Amtswoche: Kreis- pfarrer Weber. 8 Uhr abends Jungmädchenverein im Schwesternhaus. 8 Uhr abends Jungmännerverein im Pfarrhaus. Mittwoch, 29. Jan., abends 8 Uhr Bibelstunde im Schwesternhaus.
Bad Salzschlirf: Vormittags 10 Uhr Pfarrvikar Rübesam. Donnerstag, den 30. Jan., nachm. VA Uhr, Bibelstunde im Haus Forkel. — Schloß Bieberstein: Vormittags 914 Uhr Pfarrer Hattendorf. — Großenlüder: Nachmittags 1% Uhr Pfarrvikar Rübesam.
Evangelische, landrskirchliche Gemeinschaft, Buttlarstraße 17.
Sonntag, 26. Januar, abends 8 Uhr: Evangelisationsver- sammlung.
Freitag abend 8)4 Uhr: Bibel- und Gebetstunde.
Jedermann ist herzlich eingeladen.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, den 26. Januar 1930. Fulda. Dom. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von Aß Uhr, nachm. von 2—3 Uhr für die Kinder, 145—7 Uhr und von 148 Uhr an für die Erwachsenen, Sonntag morgens von 146 Uhr ab. Gottesdienste: Aß, 6, 147 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. In der 6-Uhr-Messe Kommunion des Müttervereins und der Frauen der Pfarrei. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Kommunion des 4 Schuljahres. % 10 Uhr Kathedralamt mit Predigt. %11 Uhr Christenlehre für die Jünglinge. 1412 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. %2 Uhr Andacht zum hl. Erzengel Michael mit, Segen. 2 Uhr Christenlehre der Jungfrauen. %3 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein. 4 Uhr nachmittags Predigt und Segensandacht. Um 6 Uhr abends ist die Andacht in der Marienkapelle. Werk- tagsgottesdienste: Jeden Morgen von 146—7 Uhr halbstündlich bl. Messen mit Kommunion-Austeilung. %8 Uhr Pfarrgottes- dienst mit Kommunion. 9 Uhr letzte Messe mit Kommunion. Am Montag abend um 5 Uhr Andacht mit Segen. — Stadtpsarr- kirche. Die Kollekte für die Kirchenheizung. Beichtgelegenheiten: Samstag nachmittag von 3—7, 714—814. Sonntag früh 6—7 Uhr. Sonntagsgottesdienste: 6 Uhr hl. Messe, 6% Uhr hl. Messe und Kommunion der Frauen und Mütter. 8 Uyr erster Schulgottesdienst, Predigt und Kommunion des 4. Schuljahres. 914 Uhr Pfarramt und Predigt. 11 Uhr zweiter Schulgottesdienst und Predigt. 9 Uhr Christenlehre der Jünglinge in der Seoerikirche. 114 Uhr Christenlehre der Jungfrauen. Um 2% Uhr Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael. Um 314 Uhr nachmittags Andacht für den Mütterverein. Die hl Kommunion wird von 0—714 Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8)4 und um 914 Uhr vormittags. Werttagsgottesdienste: 6)4, 7, 7% und 814 Uhr hl. Messen. Mittwoch, Freitag, Samstag früh 614 Uhr Beichtgelegenheit. Am Freitag nachmittag ist um 5 Uhr Segens-Ändacht. — Pfarrkirche Mm hl. Geist. 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache, Kommunion des Müttervereins. 8 Uhr Hochamt und Predigt, Kommunion des 4. Schuljahres. %11 Uhr Kindergottesdienst und Ansprache 1412 Uhr Christenlehre für die Jungfrauen. 143 Uhr Müttervereinsandacht. Um 5 Uhr Abend-Andacht. Beichtgelegsnhei- ten stnd: In der Woche täglich eine halbe Stunde vor der Schul- mesje. An den Vorabenden der Sonn- und Feiertage nachmittags von 4—6 Uhr, an diesen Tagen selbst von 6—7 Uhr vormittags. — Sodalitiit. Vormittags um 1410 Uhr Eottes- btenft. — St. Josephslirche. A8 Uhr Frühmesse mit Ansvrache. 1410 Uhr Amt mit Predigt. 142 Uhr Andacht mit Segen. Beichtgelegenheit: Samstag von 2—3 Uhr für die/Kinder und A5—7 Uhr abends für Erwachsene, Sonntag morgens von 147 Uhr ab. Kommunion-Austeilung vor und nach der Frühmesse und 914 Uhr. Werktags 148 Uhr Schulgottesdienst. — St. Sturmius-Pfarrkirche. 714 Uhr Kommunion-Austeilung 714 Uhr Frühmesse mit Predigt. 914 Uhr Hochamt mit Predigt. Darauf Christenlehre. Um 142 Uhr Segensandacht. - Abtei- kirche der Benediktinerinnen. Sonntag %ß Uhr Konventamt Nachmittags um 3 Uhr ist Vesper. Werktags %6 Uhr hl. Messe, 149 Uhr Konventamt. 3 Uhr Vesper. — Herz-Jchu-Heim. Sonntags 614 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Amt und Predigt. Um 2 Uhr Andacht und Segen An den Wochentagen beginnt die hl. Messe um 614 Uhr. Mittwochs um 814 Uhr abends Andacht und Segen. — Friedhofstapelle am Franzosenwäldchen. Sonntag 614 Uhr hl. Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. An den Werktagen 714 Uhr hl. Messe mit Komm.- Austeilung. — St. Michaelskirche. Sonntag um 2 Uhr nachmittags Bruderschaft von den sieben Schmerzen Mariä. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Uhr Singmesse mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Uhr Hochamt mit Predigt 2 Uhr Predigt und Andacht für die Männergemeinde des 3. Ordens mit Einkleidung und Profeß.
Neuenberg. 149 Uhr Amt mit Predigt.
Samstag, 1. Februar. Frauenberg. Nachm. 145 Uhr feier! Vesper mit sakram. Segen.
Israelitischer Gottesdienst.
Samstag, den 25. Januar. Vorabends 4.55, morgens Predigt 8, nachmittags 4, Sabbatausgang 5.55 Uhr.
Mittwoch, den 29. Januar, Fasttag, Gottesdienst 4.45 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7, nachm. 4.45, abds. 5.50 Uhr.
Evangelische Kirchengemeinden Tann, Habel und Hilders.
Sonntag, 26. Januar 1930 (3. Sonntag nach Epiphanias). Tann: 10 Uhr Predigtgottesdienst (Pfarrer Bäumler). - Habel: 1130 Uhr. Predigtgottesdienst (Pfarrer Bäumler).— H'lders: 5.4S Uhr Predigtgottesdienst (Pfarrer Bäumler).
Blbelstunden werden gehalten in: Tann Dienstag 28 Ia- ssuar 8 Uhr abends (Pfarrer Bäumler). — Dippach: Donnerstag, 30 Januar, 6 30 Uhr abends (Pfarrer Bäumler). - Theob^dshoft Freitag, 24. Januar, 7 Uhr abends (Pfarrer Schlltzenhausen: Donnerstag, 30. Januar 8 15 Uhr abends (Pfarrer Eüttel).