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Wirtschaftsoerluste durch Konkurse.

Vorschläge des Verbandes der Vereine Ereditresorm zur Be­schleunigung des Konkursverfahrens.

Das Kreditwesen ist ein Fundament der Volkswirtschaft. Gehen dem Kreditgeber die gewährten Kredite verwren, so gehen sie der Wirtschaft verloren. Es muß dahier, im Interesse des gesamten deutschen Volkes jedes Mittel versucht werden, um den Gläubiger vor Verlusten zu schützen und ihm >ern aus- geliehenes Kapital möglichst ungeschmälert zu erhalten. Seber Konkurs führt mit absoluter Sicherheit zu irgendwelchem Ver­lust von Kapital. Das hat in der Kriegs- und Nachkriegszeit Maßnahmen treffen lassen, welche die Eröffnung des Konkurs­verfahrens vermeiden sollen. So kam man zu der Einrichtung der Eeschäftsaufsicht, dann folgte das Gesetz über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses. Trotzdem weist, die Statistik über die Konkurse erschreckend hohe Ziffern aus. Auch das Konkursverfahren muß so gestaltet werden, daß es seine das Kapital verzehrende Wirkung verliert. Es muß dafür gesorgt werden daß der Gläubiger nicht jahrelang aus sein Geld zu warten braucht, um schließlich eine Quote zu erhalten, die oft kaum den Zinsverlust Leckt. Die Notwendigkeit, das Verfah- ren zu beschleunigen, ergibt sich aus der Tatsache, daß 1928 nur bie Hälfte der Konkursverfahren innerhalb eines Jahres er­ledigt wurde und daß ein volles Viertel 23 Jahre in An­spruch nahm. Dabei sinkt das quotenmäßige Durchschnittsergeb­nis von Jahr zu Jahr. Will man das Uebel an der Wurzel fassen, so "muß man dafür sorgen, daß die Zahl der mit dem Konkursverfahren zusammenhängenden Feststellungsprozeße, Anfechtungs- und Regreßklagen auf ein Mindestmaß reduziert wird.

Der Verband der Vereine Creditreform hat auf Grund sei­ner Einblicke in die Struktur der deutschen Wirtschaft in einer Eingabe an das Reichsjustizministerium die Vorschläge zusam­mengestellt, die eine Abkürzung des Konkursverfahrens ermög­lichen. Im Hinblick auf den heutigen Tiefstand der Schuldner- moral wird eine Ausdehnung der rückwirkenden Fristen ver­langt, welche für Lie Anfechtung der sogenannten Familien- schiebungen maßgebend sind. Ebenso wird eine für alle Betei­ligten verbindliche Ermittlung und Festsetzung des Zeitpunktes der Zahlungseinstellung gefordert. Aber auch die Gleichgültig­keit der Gläubiger richtet viel Unheil an. Es geht nicht an, daß die Gläubiger noch im letzten Moment Feststelltingsklagen erheben und dadurch eine weitere Verschleppung verursachen. Eine dreimonatige Ausschlußftist für die Einreichung derarti­ger Klagen genügt vollkommen. Aus denselben Gründen emp­fiehlt sich für die Anmeldung von Konkursforderungen eine ge­setzlich zu bemessende Sperrfrist. Bei den lückenhaften Be­stimmungen über Lie Tätigkeit des Konkursverwalters fehlt es besonders an der genügenden Beaufsichtigung. Andererseits stehen ihm nicht genügend Hilfsmittel zur Verfügung, um eine Massebildung zu erreichen und vorgenommene Schiebungen an­sechten zu können. Bereits in dem Jahresberichte 1928-29 des Verbandes Ler Vereine Creditreform hat Ler Reichsgerichts- präfibent a. D. Professor Dr. Simons sich dafür eingesetzt, Laß Len Konkursverwaltern das Armenrecht zu gewähren sei. Ein Bericht des Konkursrichters über die Tätigkeit des Konkurs­verwalters wird stets eine verantwortungsvollere Auffassung Lieser Aufgabe fördern und darüber hinaus einer Auslese der befähigten und gewissenhaften Konkursverwalter dienen. An Ler Gleichgültigkeit der Gläubiger liegt es meistens, wenn straf­bare Handlungen des Konkursverwalters infolge mangelnder Kontrolle durch den ElLubigerausschuß immer wieder vorkom­men. Wenn Ler Konkursrichter darauf hinweist, Laß der Gläubigerausschutz allmonatlich eine Revision der Kaffe vorzu- nehmen habe und daß er sich bei Außerachtlassung dieser Vor­schrift haftbar mache, o wird das stets eine gute Wirkung haben. Die Vorschrift aus der Vergleichsordnung über die sogenannte Sicherungssperre, daß Einzelvollstreckungen aus der Zeit 30 Tage vor Stellung des Antrages auf Veröffentlichung unwirk­sam sind, hat sich durchaus bewährt und ihre Uebernahme auf das Konkursverfahren ist deshalb zu empfehlen. Die vor mehr als 50 Jahren unter ganz anderen Verhältnissen geschaffene Konkursordnung bedarf ohne Frage in vielen Dingen einer Anpassung an die heutige Zeit. Die Versendung Ler Konkurs­akten an andere Prozetzgerichte kann dadurch vermieden wer­den, Latz das Konkursgericht oder eine bestimmte Kammer des Landgerichtes für die mit dem Konkursverfahren zusammen­hängenden Prozesse ausschließlich zuständig wird. Wo aber die Versendung nicht zu vermeiden ist, läßt- sich eine Verschleppung sehr leicht dadurch verhindern, daß durch Anfertigung von Durchschlägen Duplikatakten geschaffen werden. Die Konkurse bilden nicht nur für die Gläubiger selbst, sondern für die ge­samte Geschäftswelt stets eine Quelle von Verdruß und Ver­lusten, da jedesmal große Mengen von Waren zu Schleuder­preisen den Markt überschwemmen. Auch hier kann Abhilfe geschaffen werden. Die Handelskammern sind Lie gegebenen Stellen, den Konkursverwalter wegen der bestmöglichen Ver­wertung von Konkursmassen zu beraten. Eine Veräußerung der Forderungen im ganzen ist der Veräußerung von Waren­lagern vorzuziehen.

Mit solchen Vorschlägen zeigt die Eingabe des Verbandes der Vereine Creditreform gangbare Auswege aus Ler heutigen Gläubigernot. Der Satz, der ihr vorangestellt ist:das Pro­blem der Konkursreform sei ein Problem der Kapitalerhal­tung", läßt erkennen, daß alle darin empfohlenen Maßnahmen der Aufgabe dienen sollen, allmählich auch auf diesem Wege eine WieLergesundung der deutschen Wirtschaft anbahnen zu helfen.

Protest gegen die hessische Personalpolitik.

Gießen, den 19. Januar 1930.

Gestern trat der neugewählte Kreistag des Kreises Gießen zum erstenmal unter dem Vorsitz des kürzlich zum stellvertre­tenden Kreisdirektor ernannten Oberrcgierungsrat Ritzel zu­sammen. Oberregierungsrat Ritzel stellte . sich zunächst dem Kreistag mit einer Ansprache vor, in der er sich als aufrichtiger Freund der Selbstverwaltung bekannte, eine durchaus loyale Ar­beit zum Wohle aller Kreiseingesessenen ohne Ansehen der Person oder der Partei versprach, die Beachtung vernünftiger Spar­samkeit ankündigte und um das Vertrauen des Kreistages warb. Bei der Wahl des Kreisausschusses wurden drei Mit- gieder des Hessischen Landbundes und drei Mitglieder der lozialemokratischen Partei gewählt. Im Anschluß an die Ta- gesordnung gab ein Vertreter des Landbundes namens des Hessischen Landbundes, der Deutschnationalen Volkspartei, der Evangelischen Volksgemeinschaft und der Wirtschaftspartei fol­gende Erklärung ab:Der Kreistag des Kreises Gießen, zum erstenmal in der Wahlperiode 1930/33 versammelt, hat mit Befremden von der trotz Sparmaßnahmen und trotz Beförde­rungssperre erfolgten Neubesetzung der Stelle des Oberregie­rungsrats beim Kreisamt Gießen Kenntnis genommen. Dieses Befremden ist umso größer, als für die Besetzung lediglich par­teipolitische Erwägungen maßgebend waren. Daß der neue Stellemnhaber sich in seinem bisherigen Amt einseitig partei- polittzch betätigt hat in einer Art. die der Ansicht der Mehrheit der Bevölkerung des Kreises Gießen widerspricht, liegt die Ee- fahr nahe daß das bisherige reibungslose Zusammenarbeiten zwilchen den Vertretern der Staats- und Selbstverwaltung aufhort und damit die Interessen der Gesamtbevölkerung schwer genhaüigt werdern Falls sich die Befürchtungen bewahrheiten, heute schon festge,teilt, daß dann die Folgen der verfehlten Personalpolitik dem Innenministers zuzuschreiben sind." Auch die Deutsche Vottspartei lieg erklären, daß sie zugleich auch zur Wahrung der Rechte des Berufsbeamtentums Einspruch er­hebe gegen das System der Personalpolitik, die bei der Be­setzung der Oberregierungsratsstelle beim Gießener Kreisamt angewandt wurde, und welches dem Mehrheitswillen des Krei-

-^ENen und der Provinz Oberhessen widerspricht. Dieser Einspruch gelte dem System. Dem neuen Inhaber der Ober- regierungsrats,teile werde die Deutsche Volkspartei zunächst ab­wartend gegenuberstehen, um zu sehen, ob er eine loyale Ar­beit ohne Ansehen der Person und Partei entfalten^ werde Von seiner Amtsführung mache die Deutsche Volkspartei ihr »^^d Perhalten im Kreistag abhängig. Weiter forderte der Redner der Deutschen Volkspartei nachdrücklich Sparsamkeit und Senkung des Kreishaushaltsetats. vparsamleit

Londoner Zlottenkonferenz eröffnet.

Abrüstung zur Gee?

Deutschlands Beteiligung angeregt.

Mit der ersten Plenarsitzung am Dienstag beginnen in London die Besprechungen der großen Seemächte. Der Zweck ist dabei die Erforschung der Möglichkeit zur Hcr- absebung der Rüstungen in einem zu vereinbarenden gemeinsamen Plan. An der Konferenz sind beteiligt außer Großbritannien die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Frankreich und Italien. Die Abordnungen der vier fremden

Deutschland hat abgerüstet.

Seine einstige stolze Flotte versank vor Scapa Flow und ihre Reste liegen abaciuradt imSchiffsfriedhof" von Wilhelmshaven.

Mächte waren schon am Sonntag in London eingetroffen. Montag morgen empfing der englische Ministerpräsident Macdonald die Abordnungen.

Bei einem Presseempfang der amerikanischen Abord­nung erklärte Staatssekretär S t i m s o n , daß die bis­herigen inoffiziellen Verhandlungen einen herzlichen Ver­lauf genommen hätten. Er freue sich besonders, daß der anwesende französische Ministerpräsident so gut englisch spreche. Über die Arbeiten der Konferenz selbst könne er sich nicht äußern, da erst die Besprechungen sämtlicher Ab­ordnungen mit Macdonald hierüber entscheiden würden.

Der englische König empfing im Buckinghampalast die Delegationen der fünf Mächte und eröffnete die Kon­ferenz mit einer persönlichen Rede, die durch Rundfunk in alle Welt verbreitet wird. Ebensolche Verbreitung finden die Antworten der Delegationsführer. Montag abend nahmen die Delegierten an einem Regierungsbankett im Savoyhotel und danach an einem Empfang im Lancaster House teil.

Italiens und Frankreichs Wünsche.

Italienische offiziöse Pressestimmen erklären, Italien habe in London seine Zukunft und den mühsam errungenen Platz einer Großmacht zu verteidigen. Es dürfe mit keiner Zurücksetzung aus der Konferenz hervor­gehen. Wenn von der grundsätzlichen Verschiedenheit des italienischen Standpunktes vom französischen die Rede sei, so müsse das als nicht ganz richtig bezeichnet werden. Die Konferenz sei einberufen unter der offenbaren politischen These, für eine lange Zeit eine Rangordnung unter den Seemächten festzustellen. Dadurch könnte eventuell die gegenwärtige Lage der Schwachen und der Starken so er­starren, daß die Schwachen kaum jemals sich ernsthaft gegen die Reichen und Starken zur Wehr setzen könnten. Dieses Ziel könne von Italien nicht gebilligt werden.

Aus Frankreich vernimmt man, die französische Abordnung beabsichtige, die technischen Verhandlungen der Konserenz durch private Besprechungen über die poli­tischen Aussichten der Sicherheit zu ergänzen. Den Fran- rosen schwebe vor, den von ihnen gewünschten und von

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieien.

Merkblatt für den 22. Januar.

Sonnenaufgang 7.52, Sonnenuntergang 16.32 Uhr. Mond­aufgang 1.21, Mönduntergang 11.9 Uhr.

1561: Der Philosoph Francis Bacon von Verulam in Lon­don geb. (gest. 1626). 1729: Der Dichter Eotth. Ephraim Leffing zu Kamenz i. d. Lausitz geb. (gest. 1781). 1775: Der Physiker Andre Marie Ampere in Lyon geb. (gest. 1836). 1788: Der Dichter Lord Byron in London geb. (gest. 1824). -

Studium ist Balsam gegen die Leidenschaft. Talmud.

Wetterbericht.

Ueber Nordeuropa ziehen fortgesetzt sehr kräftige Tiefdruck­wirbel ostwärts, deren Einfluß sich jedoch kaum bis zu uns er­streckt. Während am Montag im nordwestlichen Deutschland ein Tiefausläufer Regen verursacht hat, hat sich bei uns das zwar vielfach neblige, sonst aber meist heitere und trockene Wetter gehalten. Infolge der vorherrschenden vertikalen Temveraturverteilung, unten kalt, oben warm, kann auch zu­nächst noch mit dem Fortbestand trockener und auch vielfach nebliger und zeitweise wolkiger Witterung gerechnet werden. Vorhersage bis Dienstag abend: Vielfach neblig, sonst heiter bis zeitweise wolkig, stellenweise leichter Nachtfrost, südliche bis westliche Winde. Witterungsaussichten für Mittwoch: Im wesentlichen noch Fortdauer der heiteren Witterung, doch tags­über etwas milder.

* Fulda, den 21. Januar 1930.

Veamten-Personalnachrichten.

. Pe stätigt: der Schriftleiter Dr. Johannes Kramer und der Metzgermeister Karl Sunkel in Fulda als unbesoldete Bei­geordnete der Stadt Fulda. Versetzt: der Regierungsland- meyer Claus von Treysa nach Fulda, der Landeskultursuper- numerar Kuhse von Fulda nach Dillenburg.

Konkurs Kaufmann Walter Jahn in Bronzell bei Fulda.

^«Jem Verfahren fand am gestrigen Montag vor dem Ämtsgerlcht ,>sUrda bie 1. Gläubigerversammlung statt. Aus Konkursverwalter erstatteten Bericht ging hervor, Gemernichuldner seit einigen Jahren Pächter eines gul- £?^eninon^ in Bronzell war. Anfang

¥ bereis in eine schwierige finanzielle Lage. Scharf kritisiert wurde die unverantwortliche Form, wie rU nl^n Ä gewirtschaftet hatte. Auch die Buchführung °>el zu wunichen übrig. Nach dem vorläufigen Statut be- 000 J( , denen das Warenlager und Augenbestmide mit zusammen 1700 M gegenüberstehen. Es mürbe beftbloffen. das Geschäft weiterhin offen zu halten und e ner ermöglichen. Voraussichtlich dürfte mit einer Quote von 8 % ^u rechnen sein.

England abgelehnten M i t t e I m e e r p a k t durch einen Locarnopakt für den Ärmelkanal oder einen Atlaiftikpakt einzutauschen. Englands Widerstand gegen ein Mittel­meerabkommen hoffe Frankreich durch das Entgegen­kommen über den Nordatlantik, das den Ärmelkanal in sich schließe, zu überwinden.

Die Unverletzlichkeit des Aermelkanals.

Englische Diplomaten nehmen an, die Frage der Un­verletzlichkeit des Kanals zwischen England und dem Kontinent werde möglicherweise tm Verlaufe der Lon­doner Konferenz aufgeworfen werden. Wenn Frankreich beabsichtige, durch eine gegensätzliche Verpflichtung die Unverletzlichkeit des Kanals zu achten, so sei es dabei hauptsächlich von P o l i t i s ch e n Erwägungen geleitet, zu­mal auch vorgeschlagen werde, daß sich an dem Abkommen außer Frankreich und Großbritannien auch Deutsch- land - sogar Belgien und auch Holland beteiligen ^Ton der in England in der Presse begründeten An­regung, Deutschland förmlich zu der Konferenz ein­zuladen, ist an amtlicher Stelle bisher nichts bekannt geworden.

Und Englands Stoffe?

Solange noch einzelne Nationen das Vorrecht haben, durch Meere zu kontrollieren, wird in der Welt das Faustrecht gelten, das sich über alle Verträge hmwegsetzt.

Die Verhandlungsweise derGrohen Fünf".

London, 21. Jan. Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" meldet folgende Einzelheiten über die gest­rigen Beschlüsse der fünf Hauptdelegierten: Wenn Macdonald einer Sitzung nicht beiwohnen kann, wird der Vorsitz der Reihe nach von anderen ausländischen Hauptdelegierten übernommen werden. Der ursprünglich geplante Tagesordnung-Ausschuß wird nicht eingesetzt werden, aber Macdonald wird von Zeit zu Zeit nach seinem Ermessen eine Zusammenkunft derGroßen Fünf" einberufen, um die Tagesordnung für einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Woche zu vereinbaren. Die technischen Unterausschüsse werden wahrscheinlich erst ernannt werden, wenn der Hauptausschuß eine vorläufige Vereinbarung über grundsätzliche Fragen und über die eventuell damit verbunde­nen politischen Probleme erreicht hall Der Verzicht auf setzung eines starren Schemas für die Arbeit der Konferenz °* ermöglicht eine gewiße Elastizität und dürfte für den Anfang einen Zusammenprall der Meinungen verhindern oder wenig­stens abschwächen. Andererseits besteht die Gefahr, daß die Erörterungen sich dadurch in die Länge ziehen.

Rückkehr der deutschen Delegation aus dem Haag.

Berlin, 21. Jan. Die deutsche Delegation von der Haager Konferenz ist heute früh kurz nach 7 Uhr fahrplanmäßig in Berlin eingetroffen.

Vortragsvereinigung.

Man schreibt uns: Der glänzende Erfolg, den Frau Edith Herrnstadt-Oettingen aus Berlin im vergangenem Winter durch ihre Rezitation mehrerer Novellen von Björnson, Jens Peter Jakobsen, Knut Hamsun und Selma Lagerlöf erzielte, hat die Vortragsvereinigung bewogen, die begnadete Künst­lerin nochmals zu einem Rezitationsabend einzuladen. Die Vortragende, die auch diesmal über nordische Dichtungen, be­sonders von Knut Hamsun und andere Dichtungen zu sprechen gedenkt, wird sich am Mittwoch abend wieder als Meisterin ihres Faches zeigen. Der Vortrag der Künstlerin mit ihrem vollen, warmen, männlich festen Organ, ihren sprechenden Augen und dem beweglichen, diskreten Mienen- und Hände­spiel wird diesmal den Beifall der Zuhörer nicht verfehlen. Möge ein großer Besuch dem Rezitationsabend beschieden sein, um eine Vortragskünstlerin von seltenem Können und wunder­voller Gestaltungskraft, wie sie Frau Edith Herrnstadt-Oettin­gen besitzt, kennen zu lernen. Ein genußreicher Abend ist jedem Zuhörer sicher.

Berichtigung.

In der Besprechung der Gastspiele der Berliner Kammer­oper sind zwei kleine Druckfehler unterlaufen. Bei Besprechung der Dekoration zumBarbier von Sevilla" muß es heißen praktikabel" (nichtpraktisch"), bei der Bewertung des Lib­rettos zuCofie fan tutte" istDiction" (statt Dictation) zu lesen.

Neuer Haltepunkt

aus der Strecke FuldaHildersWüstensachsen (Rhön).

Am Sonnabend, den 1. Februar 1930 wird der zwischen Milseburg und Eckweisbach (Strecke FuldaHilders (Rhön) Wüstensachsen neuerbaute Haltepunkt Rupsroth für den Personenverkehr eröffnet. Von diesem Tage an halten in Rupsroth alle der Personenbeförderung dienenden Züge außer dem Eüterzug mit Personenbeförderung 8716 kW) und dem beschleunigt durchgeführten Ausflugs- und Wintersportzug

Es wird hierbei besonders darauf hingewiesen, daß vom Tag der Eröffnung des Haltepunktes an

P 2331 (S) in Eötzenhof. Melzdorf-Almendorf, Wiesen (Kreis Fulda), Niederbieber, Langenbieber, Bieberstein und Milseburg,

P P je

2330 in Eckweisbach,

2333 in Bieberstein und Milseburg und

2334 in Hilders und Eckweisbach

1 Minute früher abfahren werden als jetzt.

Die Not der deutsch-russischen Auswanderer

hat zahlreiche deutsche Herzen und Hände trotz der eigenen Be­dürftigkeit zu tatkräftiger Hilfe angeregt Noch bleibt vieles zu tun. Die Zeit für die SammlungBrüder in Not" ist von den staatlichen Stellen deshalb bis zum 31. März 1930 ver­längert worden. Mögen recht viele Mitbürger bis dahin noch ihr Scherflein für dieBrüder in Not" zu den Fuldaer Banken und Sparkassen bringen!