Einzelbild herunterladen
 

Steuerkalender der Stavtkasse.

Bis zum 15. Januar 1930 sind folgende Steuern an *? belohnst und Handelslammerbeitrag von

den in den Monaten Oktober, November und Dezember 1929 gezahlten Löhnen und Gehältern unter Einreichung ' des richtig ausgefüllten Steuererklärungssormulars (oeü- blau)'.

2. Erundvermögenssteuer für 1930.

3. Hauszinssteuer für Januar 1530.

Bon den Steuern, die nach dem 15 Januar 1030 zur Einzah­lung gelangen, kommen 10 Prozent Jahreszinsen als Ver­zugszinsen zur Erhebung.

Fulda-Rhön-Sängergau.

Aus Anlaß des morgen nachmittag in Hünfeld stattfinden­den Volksliederkonzerts des M.E.V. Hünfeld hat die Nerchs- bahndirektion Frankfurt a. M. den in Fulda um 1 .5/ Uhr nach Hünfeld abfahrenden Leertriebwagen für den Verkehr frei« gegeben. Der Zug hält auch in Marbach.

Ueber die Einstellung, Beschäftigung und RückkehrpfUcht der ausländischen Arbeiter im Stadtkreise Fulda

wird uns von der Polizeiverwaltung geschrieben:

^mmer wieder wird die Wahrnehmung gemacht, daß unlegi- timrerte ausländische Arbeiter in Arbeitsstellen eingestellt und beichäftigt werden, für die das Landesarbeitsamt. oder die von ihm beauftragte Stelle die Beschäftigung ausländischer Arbei­ter nicht genehmigt hat. Dies ist nach der Verordnung vom 2. Januar 1926 strafbar. Beabsichtigt ein Arbeitgeber, auslän­dische Arbeiter einzustellen, so hat er einen diesbezüglichen An­trag dem Arbeitsamt Fulda zur Begutachtung und Weiter­leitung an das Landesarbeitsamt in Frankfurt a. M. einzu- reichen. Die Genehmigung zur Beschäftigung eines Auslän­ders wird in der Regel längstens für ein Jahr ausgestellt^des­halb müssen diese Anträge jährlich und zwar vor Ablauf der im Eenehmigungsschein festgesetzten Zeit wiederholt werden. Wird die Genehmigung zur Beschäftigung ausländischer Arbei­ter erteilt, so ist die Beschäftigung nur zulässig, wenn M die Arbeiter im Besitz einer ordnungsmäßigen Legitimationskarte oder eines Befreiungsscheines der Deutschen ArbMerzsNtrtzle befinden. Für die erste Beschäftigung nach der Einreise bis zur Beendigung des Legitimationsverfahrens genügt. Reiseaus­weis oder Paß. Beim Wechsel der Arbeitsstelle darf der aus­ländische Arbeiter in eine neue Arbeitsstelle nur , eingestellt werden, wenn der letzte Arbeitgeber oder das zuständige Ar­beitsamt durch Vermerk auf der Arbeiterlegitimationskarte da­gegen keine Einwendung erhoben hat und die Umschreibung dieier Karte auf eine andere Arbeitsstelle von der Polizeibe­hörde erfolgt ist.

Die Anträge auf Legitimierung müssen a) für die neu . in das Inland gelangten und eingestellten ausländischey Arbeiter sofort und 6) für die bereits im Zulande in Arbeitsstellen be­findlichen Arbeiter spätestens bis zum 28. Februar eines jeden Jahres ovm Arbeitgeber bei der Polizeiverwaltung beantragt sei, der auch die Kosten des Legitimierungsverfahrens zu tra­gen und diese bei Stellung des Antrages einzuzahlen hat.

Die Erteilung des Befreiungsscheines ist von dem ausländi­schen Arbeitnehmer bei der Polizeiverwaltung zu beantragenI mit dem Antrag ist der Patz oder Paßersatz und die Gebühr vorzulegen.

Wird das Arbeitsverhältnis gelöst, so hat der Arbeitgeber dies unter Angabe der Nummer der Legitintationtzkarte, inner­halb 3 Tagen schriftlich anzu zeigen. Gleichzeitig wird davauf hingewiejen, daß die Weiterbeschäftigung oder die Neueinstel­lung von Arbeitern, deren Legitimationskarten den Vermerk tra­gen:Inhaber unterliegt dem Rückkehrzwange" unter allen Umständen verboten und strafbar ist. Solche Arbeiter werden in jedem Falle und ohne Rücksicht auf die Jahreszeit, gegebe­nenfalls auch noch im Laufe des nächsten Jahres, zwangsweise auf Kosten des jeweiligen Arbeitgebers in die Heimat be- fördert. _ ... . - , , / , -

'" Es braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden, daß die genaue Befolgung der Verordnung über die Einstellung und Beschäftigung ausländischer Arbeiter im Interesse der deut­schen. Volkswirtschaft und mit Rücksicht auf die große Notlage am einheimischen Arbeitsmarkt notwendig ist.

Sollten in Zukunft trotzdem Zuwiderhandlungen gegen die genannte Verordnung und gegen die Bestimmungen über den Legitimierungszwang festbestellt werden, so würden die Be­hörden gezwungen sein, die Strafverfolgung bei der Staalsan- walischaft zu beantragen.

Aus dem Gertchtssaal.

Kreditbetrug: Der 31jährige, wegen Betrugs vorbe­strafte Kaufmann H. L. von hier stand gestern wegen Kredit­betrugs vor Gericht, nachdem er durch einen Kriminalbeamten zum Termin geholt worden war. Er hatte sich im Jahre 1928 bei einem hiesigen Dentisten 2 Goldkronen und anderen Zahn­ersatz für zusammen 90 Mark anfertigen lassen und blieb trotz wiederholter Mahnungen für diese Arbeiten das Zahlen schul­dig. Erft am 9. Januar d. J. gab L. einen Kundenwechsel über 30 Mark abschläglich in Zahlung. In der gestrigen Verhand­lung wurde festgestellt, haß L. bei Bestellung.der Goldkronen völlig vermögenslos und bereits wiederholt fruchtlos gepfändet worden war. Das Gericht vertrat in seinem Urteilsspruch die Ansicht, daß gegen Kreditbetrüger künftig schärfer als seither vorgegangen werden müsse, und verurteilte demzufolge den Angeklagten zu 14 Tagen Gefängnis und in diè Kosten des Ver­fahrens. Ueble Nachrede: Am 27. September kam es in einem hiesigen Fabriksaal zwischen einigen Fabrikarbeiterin­nen zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die Arbeiterin R. R. aus Maberzell gegen die Arbeiterin E. B. von hier ehren­kränkende Aeußerungen tat, die erweislich unwahr waren. Da vor dem, angerufenen Schiedsmann zwischen den Parteien keine Einigung zustande kam, mußte sich das Gericht mit der Ange­legenheit befassen. R. R. wurde wegen übler Nachrede zu 10 Mark Geldstrafe bzw. 2 Tagen Haft und in die Kosten des Ver­fahrens,verurteilt. Die Verunreinigung des Ful­daflusses, die bereits häufig in der Presse besprochen und gerügt worden ist, war gestern Gegenstand eines Strafverfah­rens vor dem Amtsgericht. Der Fabrikbesitzer H. E. von hier hatte einen Strafbefehl über 50 Mark erhalten, weil er Schmutzwasser aus seinem Betriebe in den Ködenbach abgclassen hatte, wodurch die Fulda stark verunreinigt wurde. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Die gestrige Verhandlung konnte noch zu keinem Ende geführt wer­den, da am nächsten Donnerstag unter Hinzuziehung von Sach­verständigen an Ort und Stelle ein Augenscheinstermin statt­finden soll. Einige weitere Strafsachen endeten mit der Frei­sprechung der Angeklagten.

Der Kampf gegen die Vrandstiftungsseuche!

Innerhalb weniger Monate wurden im Regierungsbezirk Kassel wegen vorsätzlicher Brandstiftungen 10 Personen zu ins­gesamt 3 Jahren 8 Monaten Zuchthaus, 15 Jahren 9 Monaten 3 Wochen Gefängnis und 20 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Um die Organisation der Vrandstif- tungsbekämpfung weiterhin wirksam zu gestalten und gleich­zeitig zu vereinfachen, wird, wie wir hören, bei der Staatsan­waltschaft in Kassel ein besonderes Dezernât für Brandermitte- luWsarüeiten und Strafverfolgung von Brandstiftungen ein­gerichtet werden. Auch beabsichtigt dem Vernehmen nach- die Landeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. wieder, ähnlich wie im Vorjahr, eig fliegendes Vrandermittlungs- k 0m in a n d 0 i n Fu Ida zu stationier e n , dessen Auf- gabe die Klärung von Brandursachen und Verfolgung von Brandstiftungen im Bereich der Staatsanwaltschaft Hanau sein wird.

Hoffentlich tragen diese verschärften Bekämpfnngsmaßnahmcn der Strafverfolgungsbehörden dazu bei, die in letzter Zeit wie­der auflebende Vrandstiftungsseuche fühlbar einzudämmen und damit Werte zu erhalten, deren Vernichtung von der Allge­meinheit getragen werden muh.

Es gibt noch Rentenmarlschetne.

Um irrigen Auffassungen im Publikum zu begegnen, macht die Deutsche Rentenbank darauf aufmerksam, daß sowohl die Rentenbankscheine zu 1000, 500 und 100 Renten mark mit Aus­stellungsdatum vom 1 November 1923 (ohne Kopsbilder) als auch die Rentenbankicheine zu 50 Rentenmac! (mit Kopfbildnis eines Laudmanues), zu 10 Rentenmack (mit Kopfbildnis einer Landfrau) und zu 5 Rentenmark (mit Kopsbildnis eines Land­mädchens) nicht aufgerufen, also nach wie vor gesetzlich zuge­lassene Zahlungsmittel sind.

Geflügellehrgang.

Die Landwirtschaftskammer Kassel veranstaltet vom 27. bis 29. Januar auf der Großgeflügelfarm Heckershausen einen dreitägigen Eflügellehrgang für Fortgeschrittene und Anfänger. Neben den verschiedensten Spezialvorträgen finden Demon- Sal tonen und praktische Uebungen statt. Da nur eine be­rankte Anzahl Personen teilnehmen kann, müssen Anmeldun­gen bis zum 22. Januar bei der Landwirtschaftskammer in Kassel erfolgen.

Schweinemarkt vom 11. Januar 1930.

Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 167 Ferkel aufge­trieben. Bezahlt wurden je nach Alter und Nährzustand 30, 38 und 46 Mark. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberstand.

Dermbach (Rhön), 10. Jan. (Selbstmord mit dem Vieh- töter.) Auf eine eigenartige Weise hat der Fleischergeselle Otto Hermann von hier Selbstmord verübt. Er nahm den so­genannten Viehtöter und schoß sich damit eine Kugdl in den Kopf. Seine Angehörigen fanden ihn tot vor der Kllchentür liegen. Da andere Gründe nicht vorliegen, nimmt man einen Anfall von Schwermut an, der den Unglücklichen zu der Tat bewegt haben dürfte.

Geradezu lächerlich ...

ist die Anschauung Kleinmütiger, datz in wirtschaftlichen Depressionsperioden nicht inseriert werden darf. Zeitungsinserate dienen bedeutend bess-r als die meisten anderen Werbemittel zur Ankurbelung der Wirtschaft!

* Gersfeld (Rhön), 10. Jan. (Kreistagssitzung.) Der Kreistag des Kreises Gersfeld trat gestern zu einer Sitzung, der ersten nach den Neuwahlen, zusammen. Landrat Dr. Wie - chens gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit der Kreisverwaltung während der Amtszeit des letzten Kreis­tags. Dannn erledigte der neue Kreistag die erforderlichen Wahlen: In den Krejsausschuß wurden gewählt: Bürgermei­ster O e tz e l - Tann, Bürgermeister Bub- Poppenhausen, Bür­germeister Happel- Wüstensachsen, Rittergutsbesitzer Dr. von Waldthausen-Gersfeld, Landwirt Schütz-Lütter und Schornsteinfegermeister Schönberg - Hilders. Zu Kreisdepu­tierten wurden gewählt: Bürgermeister Bub-Poppenhausen und Bürgermeister Seifert-Gersfeld. Dis Kommissions­wahlen konnten durch Zuruf erfolgen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden Nachträge zu den Satzungen des Kreis­jugendamts und der Kreissparkassen genehmigt. Zustimmung fand dann der Voranschlag für den Wegebanetat und die Er­höhung des Anteils des Kreises an der Hessischen Heimstätte. Eingehend beschäftigte sich der Kreistag mit der Frage der Neuregelung der Elektrizitätsversorgung. Der Kreisausschuß wurde bevollmächtigt, mit dem Ueberlandwerk Rhön und dem Zweckverband Fulda-Hünfeld-Schlüchtern die erforderlichen Verträge abzuschließen.

Kassel, 10. Jan. (Sitzung, her.Haupts Am

8. d. M. fand im Sitzungssaal des Landesfinanzamts unter dem Vorsitz des Präsidenten des Landesfinanzamts eine Sitzung der Hauptzollamtsvorsteher des Bezirks statt. Vom Reichsfinanz­ministerium nahmen die Herren Ministerialdirektor Ernst und Ministerialrat Prugger, vom Landesfinanzamt Darmstadt Staatsrat Dr. Hellwig teis.. Zur Erörterung standen Fragen der neuen Zoll- und Verbrauchsabgabengesetzgebung, der Zoll- förmlichkeiten der Rheinschiffahrtsatte u. a.

Marburg, 10. Jan. (Wegen Betrugs verurteilt) Ein hie­siger Bankangestellter juchte feinem in finanziellen Bedräng­nissen befindlichen Schwiegervater dadurch zu helfen, daß er an ihm durch seine Banktätigkeit bekannte Leute herantrat und sie bewog, ihm Gelder zu übergeben, die er zu hohen Zinsen anzulegen, versprach, und die er dann seinem Schwiegervater zur Verfügung stellte. Die Geschäftslage des letzteren ver- jchlechterte sich' jedoch immer mehr, die Zinszahlungen blieben aus und schließlich waren es 40 000 Mark, die die vielen kleinen Leute, die ihr Geld auf diese Weise angelegt hatten, nun ver­lieren müssen. Das Schöffengericht verurteilte den Bankbeam­ten, der auch dadurch stellenlos geworden ist, wegen Betrugs zu vier Monaten Gefängnis.

d. Hungen, 9. Jan. (Stillegung.) Die Gewerkschaft Fried­rich in Trais-Horloff hat sämtlichen Angestellten und Arbei­tern gekündigt. Damit werden etwa 300 Personen arbeitslos.

Friedberg, 10. Jan. (Unfall im Schwelkraftwerk Wölfers­heim.) Bei einer Kohlenstaubexplosion im Wölfersheimer Schwelkraftwerk erlitten mehrere Personen Brandwunden. Ein Arbeiter mußte in das hiesige Bürgerhüspital eingeliefert werden'.

Bad Homburg, 9. Jan.. (Seinen Verletzungen erlegen.) Ein hiesiger Wdißbindergeselle hatte, wie berichtet, einen Selbst­mordversuch unternommen, indem er sich ein Schlächtermesser in die Brust stieß. Nunmehr ist er im Homburger Kranken­haus seinen schweren Verletzungen erlegen.

Frankfurt a. M., 10. Jan. (Das Schicksal 'des Welfen- schatzes.) Nachdem der Welfenschatz von drei Frankfurter Fir­men erworben ist, hat sich über das weitere Schicksal dieser wertvollen Sammlung eine lebhafte Diskussion entwickelt. Ins­besondere taucht immer wieder die Behauptung auf, daß sie nach Amerika gehen wird. Wie uns von maßgebender Seite mitge­teilt wird, ist diese letztere Vermutung völlig unzutreffend. Der Schatz befindet sich wohlverwahrt in den Safes und die Experten werden jetzt daran gehen, eine Publikation über den Welfenschatz -auszuarbeiten. Erst dann dürsten die drei Frank­furter Firmen einem Verkauf näher treten. Jedenfalls wird dann der Welfenschatz nicht als geschlossene Einheit, sondern nach und nach zum Verkauf gelangen.

Frankfurt a. M., 10. Jan. (Viel Lärm um Nichts.) Die gestern auf dem Frankfurter Polizeipräsidium erfolgten Ver­nehmungen von etwa 18 Bauunternehmern, Postbeamten usw. wegen angeblicher Betrügereien bei der Vergebung und Aus­führung von Bauten für die Postverwaltung dauerte bis in die späten Abendstunden. Durch das schlagartige Vorgehen der Polizei sollte verhindert werden, daß sich die Herren vorher untereinander verständigen konnten. Die gesondert vorgenom­menen Vernehmungen haben ergeben, daß es sich bei den Be­schuldigungen um haltloses Gerede eines entlassenen Angestell­ten handelte, denn die Angaben der Vernommenen haben sich in den meistest Punkten als wahr erwiesen. Sämtliche Herren sind nach ihrer Vernehmung wieder entlassen worden und es ist kaum anzunhmen, daß die Angelegenheit zu einem gericht­lichen Verfahren führen wird.

Alzey, 10. Jan. (An den Folgen eines Revolverschusses ge­storben.) Der kürzlich gelegentlich eines politischen Streites von dem Rationalsozialiften Rebhain aus Darmstadt durch einen Revolverschuß schwer verletzte israelitische Kaufmann Richard Kahn von hier ist im Laufe des gestrigen Tages seinen Ver­letzungen erlegen Der Streit war im Anschlüß an eine hier stattgefundene nationalsozialistische Versammlung entstanden. Der Revolverschutz hatte nutzer Lungen- und Herzverletzungen zuletzt noch eine Bauchfellentzündung verusucht, die nunmehr den Dod herbeiführte.

Vermischtes

Stresemanns Horoskop. Wie sehr man sich ans Pro­pheten, Astrologen, MenfchenschiZfalsdenter und ahn ichs. Zukunstskünber verlassen kann, ersieht man aus^ folgen­dem: In einem jetzt erschienenen astrologischen Jahrbuch für 1930, das sichSterne und Menschenschicksale" betitelt und den Propheten Hüter zum Verfasser hat, ist über Stresemann folgendes zu lesen:Tas Horoskop für Reichsminister Tr. Stresemann zeigt für 1930 vorwiegend günstige Gestirne. Nur Anfang Januar hat er sich vor leichten gesundheitlichen Störungen zu hüten. Der Glücks­planet Jupiter fördert den beruflichen und gesellschaft­lichen Aufstieg und bringt gute Gelegenheiten im öffent­lichen Leben, eine vorteilhafte Gestaltung des Schicksals zu erreichen. Hoffentlich gelingt es Dr. Stresemann, die im Dezember 1929 ungünstig wirkenden Saturneinflüsse in Opposition zum Mars in Quadrat zu Saturn und Venus abzuwenden und sich vor ernsteren Gefahren für die Ge­sundheit zu bewahren." überseht man das aus dem Schwülstigen ins Gemeinverständliche, so ersieht man, daß der Herr Astrolog mit Saturn und Mars und dem Quadrat zu Saturn und Venus schwer hereingefallen ist. Er hat sich offenbar lange vor Stresemanns Tod aufs Prophezeien verlegt und dann vergessen, sein astrologisches Jahrbuch in auf Stresemann passender Weise zu ändern. Aber irgendwie wird sich die Astrologie schon heraus­reden!

Turnen, Sport und Spies.

8p. Zwischen Ruderern und Paddlern wird demnächst eine Fühlungnahme über ein engeres Zusammenarbeiten, nament­lich aus dem Gebiet des Wasserwanderns, staufinden.

8p. 42 deutsche Ruderucreinc, 4 Regmtavereine können bereits auf ein Bestehen von 50 Jahren und Mehr zurückblicken. 43 Rudervereine begehen 1930 ein Jubiläum: 20 werden 25 Jahre alt, 13 werden 40 Jahre, 10 Vereine werden 50 Jahre alt.

Sp. Die Bildung des Sicherheitsgrundstockes für das Teutsche Turnfest in Stuttgart nimmt einen so guten Verlaus, daß die Zeichnungen aus den Steigen der württembergischen Turner- schaft schon in den ersten Februarwochen abgeschlossen werden dürften.

Sp. Am Berliner Reitturnier vom 1. bis 9. Februar nehmen fünf spanische Offiziere teil. Die Spanier gehören zu den besten Springreiiern der Welt, ihrem Erscheinen dars man mit großer Spannung erugegenblicken. Die erste große deutsche Reiipserbeschau findet innerhalb der Jubi- läumsveranstaltungen des Rcichsverbandeè für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes vom 18. bis 21. Juli in Aachen statt. Im Jahre 1929 haben djtanb nicht weniger als insgesamt 25 Zerr-, Fahr- und Spring- lurniere staugesundcu. 1928 waren es nur 218.

Sp. Eine Spielausschuf,sitzung der Teutschen Turnerschaft legte in Oberwiesenthal Die Spielmeisterschaften für 1930 fest, sie sollen in Schlagball, Faustball und Tennis in Weimar aus­getragen werden. Als Bewerber waren neben Weimar noch Frankfurt a. M., Leipzig und Heidelberg aufgetreten.

Geschäftliches.

Nach sonnigen Gestaden und heiligen Ländern.

Während die Hamburg-Süd durch ihre modernen Motor­schiffe in den letzten beiden Jahren je vier Mittelmeerreisen ausführen ließ, die sich bester Beteiligung erfreuten, mutzie sie sich infolge der stärkn Nachfrage nunmehr entschließen, ihren Fahrplan im kommenden Jahre auf insgesamt sechs Mittel­meerreisen zu erweitern, die folgendermaßen beabsichtigt sind:

1. Von Hamburg am 22. März über Lissabon, Câdiz, (Sevilla), Malaga, (Granada), Ceuta, (Tetuân), Palma de Mallorca, Palermo, Neapel, am 8. April an Genua. Mindestfahr- preis 240 Mark.

2. Von Genua am 13. April über Neapel, Tunis, Malta, Kon­stantinopel, Phalëron, (Athen), Corfu, Galtaro, am 30. April in Venedig. Mindestfahrpreis 280 RM

3. Von Venedig am 4. Mai über Caltaro, Corfu, Beirut, (Syrien), Haisa, (Palästina), Port Said (Aegypten), Nea­pel, am 26. Mai an Genua. Mindestfahrpreis 2v RM.

4. Von Genua am 4. Juni über Palma de Mallorca, Tunis, Tripolis, Malta, Corfu, Cartaro, Ragusa, ,.m iS. Juni an Venedig. Mindestfahrpreis 240 RM.

5. Von Venedig am 2. Juli über Corfu, Phaleron (Athen), Konstantinopel, Malta, Tunis, Palermo, Neapel, am 19. Juli an Genua. Mindestfahrpreis 280 RM.

6. Von Genua am 22. Juli über Barcelona, Palma de Mal­lorca, Ceuta, Tetuân, Mâlaga, (Granada), Câdiz, (Se­villa), Lissabon, am 6. August in Hamburg. Mindestfahr- preis 240 RM.

Die zweite, dritte und fünfte Reffe führt nach Asien, und Nord-afrika, so daß in der Zeit von drei Wochen der Tourist in drei Weltteilen gewesen ist.

Auskunft über vorstehende Fahrten und Prospette sind er­hältlich bei der Hamburg-Süd, Hamburg 8, und ihren Ver­tretungen, in Fulda Reisebüro E. Manteuffel, Fulda, Adalbertstraße 43, Telfon 935.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelischer Kirche Gersfeld.

1. Sonntag nach Epiphanias, 12. Januar. 10 Uhr: Gottes­dienst mit Liturgie und Predigt (Pfr. Langheinrich.) 11% Uhr: Kindergottesdienst im Diakonissenheim. 6 Uhr: Abend- gottesdienst mit Predigt (Pf. L.) 8 Uhr: Jungmädchenverein im Diakonissenheim.

Dienstag, 14. Januar, abds. 8 Uhr: Mürterverein. 810 Uhr: Bastelstunde für Jungmädchen.

Mittwoch, 15. Januar, 2% Uhr: Bibelstunde in Maiersbach. 8 Uhr: Chor- und Lautenstunde der Jungmädchen.

Donnerstag, 16. Januar, 8 Uhr: Bibelstunde im Diakonissen­heim.

Montag, Mittwoch, Donnerstag, von 36 Uhr Nadelstunde der Jungmädchen im Diakonissenheim.

Sonnabend, 18. Januar, 8 Uhr: Jungmännerverein.

Evangelische Kirchengemeinden Tann, Habel,

Ncuswarts und Hilders. "

Sonntag, 12. Januar. Tann. 9% Uhr: Beichte. 10 Uhr: Predigtgottesdienst mit Abendmahl (Pfarrer Eüttel). Hilders. 10 Uhr: Predigtgottesdienst. 11 Uhr: Kindergottes­dienst (Pfarrer Bäumler).

Verantwortlich für die Schriftleitung:

Dr. KarlKrömmelbein -Fulda.

Kohleskontor Ferrenbach

Fulda, Frankfurterstraße 55.

Telefon Nr. 753

Erste Qualitäten in