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er hat angegeben, daß er das Opfer feiner Söhne sek Die ^noch nickt cmberaumte Verhandlung gegen Luchhol- wird das .lahere darüber ergeben, und man wird auch erfahren, Mr sich ne Sckmldcnlast auf 40 000 Mark beläuft und daß die Ana-NNncker^ schlagungen etwa 21 000 Mark betragen, da er auch Setri. )unt Nachteil der Gerichts kasse unterschlagen hat. Hier hat er aller­dings einen wesentlichen Teil nachträglich zuruckgezahlt.

Frankfurt °. M., 8. Jan. (27. Nationale Deutsche Eeflügel- ausstellung in Frankfurt a. M.) In der Frankfur er Fest- Halle findet in der Zeit vom 17. bis 19 Januar die 27. Natio­nale Deutsche Geflügelausstellung itcttt die von dem Veran,tal- ter dem Bund Deutscher Geflügelzüchter e. V.. Sitz Halle, dem Kreisverband Frankfurter Geflügelzuch-Veremee. D. übertra­gen worden ist. Der Zweck der Schau soll sein, den Interessen­ten und der breiten Masse den heutigen Stand der Geflügelzucht und der Eiererzeugung. die heute in der Volkswirtschaft einen erfolgreichen Platz einnehmen, vor Augen zu führen. Wäh­rend vor dem Kriege Eeflügelausitellungcn hauptsächlich der Schaustellung und Prämiierung erstklassiger Rassetiere diente, soll die jetzige Schau auch im wesentlichen dazu dienen, die Kenntnisse und Erfahrungen der einzelnen Züchter unterein­ander auszutauschen, um Deutschland, das von seinen Nachbar­ländern, Holland, Dänemark und Belgien schon seit langer Zeit in der Eiererzeugung überflügelt worden ist, in Zukunft vom Auslande möglichst unabhängig zu machen.

Mit der Geflügelschau ist gleichzeitig eine vckau moderner Brutapparate und Brut- und Aufzuchtshäuser verbunden.

Darmstadt, 7. Ian. (Einweihung des St. Marienkranken- Hauscs in Darmstadt.) Nachdem bereits gestern die kirchliche Weihe des von der Genossenschaft der Schwestern der göttlichen Vorschueng, einer Gründung des großen sozialen Mainzer Bischofs Ketteler. erstellten St. Marienkrankenhauses durch den derzeitigen Bischof von Mainz Dr. Hugo in Anwesenheit zahl­reicher kirchlicher Würdenträger und der Zentrumsabgeordne­ten des hessischen Landtags stattgefunden hatte, wurde heute das neue Krankenbaus offiziell »einer Bestimmung übergeben. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man die Ministerial­räte der Sauabteilung des Finanzministeriums, weiter Mini­sterialrat Dr. Schrohe von der Gesundheitsabteilung des In­nenministeriums, Staatsrat Dr. v. Eyff vom Justizministerium, Oberbürgermeister Mueller, zahlreiche Vertreter der hiesigen Krankenhäuser, der Aerztekammer. des ärztlichen Kreisvereins, der Krankenkassen, Stadtratsmitglieder und auch die Gattin des zurzeit in Rom weilenden Hessischen Finanzministers Kirnberger. Dem Leiter des Krankenhauses Dr. Melsheimer wurden von den Anwesenden warme Glückwünsche und der Schwestern- Eenossenschaft, die auch die Betreuung der Kranken übernimmt, herzliche Worte des Dankes für die große soziale Tat der Er­richtung des Krankenhauses gewidmet. Die Schwestern-Ee- nossenschaft hat in fressen bereits in Mainz, Mainz-Mombach, Offenbach, Lampertheim und Hirschhorn Krankenhäuser erstellt, denen sich nunmehr das Darmstädter Haus anschließt. Das in ruhiger und prächtiger Lage in der Nähe der Ludwigshöhe ge­legene Heim ist mit allen technischen Hilfsmitteln der Neuzeit ausgestattet und macht in seiner Umgebung einen künstleri­schen sachlichen Eindruck. Es ist für 110 Betten eingerichtet, von denen zunächst 25 bis 30 belegt werden.

Darmstadt, 8. Jan. (Prof. Wilhelm Völsing gestorben.) Professor Wilhelm Völsing, der vor kurzem erst unter allge­meiner Anteilnahme seinen 70. Geburtstag feiern konnte, ist gestern ganz unerwartet verstorben. Mit ihm ist eine in der Tierschntzbcwcgung Deutschlands führende Persönlichkeit und ein ausgezeichneter Pädagoge dahin gegangen, besten Wirken sich bereits in vielen Fällen segensreich ausgebreitet hat.

Herborn, 8. Jan. (Eine Möbelfabrik in Asche gelegt. Zahlreiche Arbeiter brotlos.) Durch ein Großfeuer ist Mittwoch morgen die Möbelfabrik der Firma Wilhelm Heckenroth u. Söhne in Herborn bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das Feuer fand an den reichlichen Vorräten an Halb- und Fertigfabrikaten gute Nahrung. Wertvolle Holzbearbeitungs­maschinen und das gesamte vierstöckige Fabrikgebäude wurden innerhalb zwei Stunden ein Opfer des Brandes. Es konnte so gut wie nichts gerettet werden. Die Feuerwehr war sofort zur Stelle, jedoch mußte sie ihr Hauptaugenmerk auf den Schutz der Nachbargebäude richten. Durch das Brandunglück werden zahlreiche Arbeiter brotlos. Der Schaden wird auf weit über 150 000 eW geschätzt. Die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt.

Die Insel Sylt eine sterbende Insel?

Von einem ausgezeichneten Kenner der Verhältnisse auf der Nordseeinsel Sylt wird uns unter dem Eindruck der furchtbaren Verwüstungen, die die letzten Sturmfluten auf diesem herrlichen Eilande anrichteten, folgendes mitgeteilt:

Was die Insulaner und die besten Kenner der Inselwelt Nordfrieslands ooraussagten, nämlich, daß der Hindenburg- Damm, der das Festland mit Sylt verbindet, zu einer Gefahr für den Fortbestand der Insel wird, scheint sich bereits jetzt, nach 2jährigem Bestehen des Dammes, verwirklichen zu sollen. Wenn ehedem die Sturmfluten um Sylt tobten und der Südweststurm die ungeheuren Wastermasten an der Westküste der 38 Kilometer langen und 102 Quadratkilometer großen Insel nach Norden entlang drängte, dann ergossen sich die Fluten zwischen Sylt und der heutigen dänischen Insel Römo in das Wattenmeer, füllten dieses, konnten aber ungehindert weiter nach Süden abfließen. Es fand also stets ein Ausgleich statt. Die Insel lag wohl in­mitten der tosenden und heulenden Fluten, wurde aber selbst wenig in ihrem Bestände gefährdet. Der Hindenburgdann, der jetzt quer durch das Wattenmeer zwischen dem Festland und der Insel Sylt flutenfest und ziemlich hoch erbaut ist, hat nun die Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Watten­meer unterbrochen. Er bildet einen äußerst gefährlichen Auf­fangedamm für die von Norden zwischen Sylt und Römo ein­dringenden Nordseefluten und staut diese immer mehr auf, so sehr daß die weiten östlichen flachen Ufer der Insel Sylt bei Hochflut regelmäßig tief unter Wasser gesetzt werden, das erst dann wieder langsam abfließen kann, wenn die Nordsee zurück­tritt. Die letzten Sturmfluten vor Weihnachten und die Hoch­flut am Samstag und Sonntag haben deshalb der Insel furcht­bar zugesetzt. Der sogenannte Ellenbogen im äußersten Norden der Insel, eine weit nach Osten vorgreifende idyllische Halbinsel, ist ben, Fluten bereits zum Opfer gefallen. Es fehlte bei der Sturmflut vor Weihnachten nur noch knapp ein Meter höherer Wasterftand, dann wäre an der schmälsten Stelle der Insel, am Roten Kliff, die Insel glatt durchbrochen und in zwei Teile zerrissen worden.

Die Warnungen der Insulaner bei dem Bau des Hindenburg- Dammes, über den bekanntlich eine Eisenbahn führt, mehrere Brücken zu bauen, damit bei Hochfluten die vom Norden ein­strömenden Wasser nach dem Süden abfließen können, fanden bei den Ingenieuren kein Gehör. Jetzt scheint sich diese Versäumnis bitter rächen zu sollen. Man bangt unter den durch den Bau des Dammes mitten durch das Wattenmeer geschaffenen neuen Flutverhältnisten ernstlich um den Fortbestand dieser schönen deutschen Insel.

vermischte Nachrichten

Räuberischer Überfall auf hohe chinesische Scanne.

Futschau. Räuber drangen in ein Gebäude, in dem ein offizielles Festessen ftattfanb. Sie bedrohten die Gäste mit Pistolen, fesselten sie mit Strictén und schleppten sie mit sich fort. Unter den Opfern dieses Überfalls befinden sich der Oberbefehlshaber der chinesischen Marine, Iangschutschuang, der Zivilgouverneur der Provinz Fukien und fünf andere Mit­glieder der Provinzialregierung. Jangschntschuang wird in einem unbekannten Versteck in Futschau selbst acfangenge- halten, während die anderen nach einem Ort c n oberen Laus des Flustes Minkiang gebracht wurden.

18 Tote des Eisenbahnunglücks in Algerien.

Algier. Die Zahl der bei dem Eife ahnunglück in der Nähe von Guelma ums Leben gekommenen Personen beträgt 18. Sieben Leichen liegen noch unter den Trümmern.

M and Sero

o Aufklärung eines Mordes nach zehn Jahren. In Erfurt hat die Ehefrau des Kastellans des bamaltgcn Oberlpzeums in der Schillerstraße, Karl Flemming, der Polizei mitgeteilt, daß ihr Mann im Juni 1920 die 57- jährige Frau Albine Lenzner, die bei der Familie Flemming wohnte, im Keller der Schule mit einer Klopfen* schaufel ei schlagen und die Leiche zerstückelt nnd in einem eisernen Füllofen verbrannt habe. Flemming wurde fest­genommen und hat die Tat eingestanden.

O Rnubübersall auf der Landstraße. Der Gutsbesitzer Kröschel aus Winsen wurde zwischen Borstel und Sangen- stedi von zwei Männern, die aus einem Auto stiegen, überfallen, als er damit beschäftigt war, eine Panne an seinem Auto zu reparieren. Einer der Männer versetzte Kröschel einen Stich in den Rücken, während der andere ihm ein mit einer süßlichen Flüssigkeit getränktes Tuch vor das Gesicht hielt Oro- ^l verlor das Bewußtsein und wurde nach einiger Zeit von anderen Kraftsahrern mit dem Messer im Rücken aufgefundcn und ins Kranken­haus gebracht. Sein Verletzungen sind schwer, aber nicht lebensgefährlich. Es ist ihm eine Brieftasche mit 350 Mark geraubt worden. Die "äter sind mit ihrem Auto in der Richtung Lüneburg ennemmen

O Eine Verhaftung in der Düsseldorfer Mordsachc. Die Polizei von Kierspe (Westfalen) hatte seit einigen Wochen einen jungen Mann, der wiederholt geäußert haben soll, daß er den Düsseldorfer Mörder kenne, beobachten lassen. Er sei, sagte er, vor längerer Zeit als Frau verkleidet mit einem Freunde nach Düsseldorf gefahren, um den Mörder zu stellen. Tatsache ist, daß der junge Mann zur Zeit der Morde sich in Düsseldorf aufgehalten hat. Er ist in Kierspe festgenommen worden. Inzwischen konnte aber festgestellt werden, daß er als Täter nicht in Frage kommt. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.

O Grubenunglück. Auf der ZecheZollern II* bei Kastrop-Rauxel wurden vier Bergleute durch plötzlich her­einbrechende Gesteinsmassen verschüttet. Ein Knappe wurde sofort getötet. Die drei anderen, die nach kurzer Zeit ge­borgen werden konnten, haben mehr oder weniger schwere Verletzungen davongetragen.

Bunte Tageschronik

Mâhrisch-Ostrau. Bei dem Riesenbrand in der Parafsln- abteilung der Oderfurter Mineralölraffinerie sind zwölf Paraffinbehälter ausgebrannt, doch wurden nicht sämtliche Parasfinbestände vernichtet. Das Feuer soll durch einen brennenden Zigarettenrest, der in einen Benzinbehälter fiel, verursacht worden sein.

Moskau. Der Schnellzug TiflisMoskau stieß in voller Fahrt bei Baku mit einer Rangierlokomotive zusammen. Mehrere Zugbeamte sind verunglückt.

San Diego (Kalifornien). Ein Amphibienflugzeug stürzte aus einer Höhe von 450 Metern in die Bucht von San Diego. Die Insassen, zwei Marincilieaer. kanden den Tod.

Hochschulvagabunden.

Sechzigtausend Kilometer aus anderer Leute Kosten. Tas gefährdete Ansehen der weißen Rasse. Vom Salonwagen ins chinesische Reisfeld.

Von John (5. Waters - Chicago.

Mancher deutsche Konsul hat Grund, über Landsleute zu klagen, die aller Mittel entblößt bei ihm um Unterstützung nachsuchen, weil die abenteuerliche Fahrt, die sie aus vage Verheißungen hin oder gar aufs Geratewohl und ohne Mittel unternahmen, den Erwartuimen längst nicht entsprach.

Aber diese deutschenWeltreiscnden" mit ihren Post­karten sind die reinen Waisenknaben gegen den neuesten Veic- ' tretet amerikanischen Vagabundentums, gegen den Hochschul­tramp. Abenteuerlust treibt Hunderte von »ungen Ameri­kanern, die das College absolviert haben, hinaus nach dem Fernen Osten, wo sie bald hilfesuchend in irgend einem Kon­sular landen, wenn ihnen das Glück nicht besoilders hold ist. Der Wunsch dieser Jungen, die Welt zu sehen, bevor sie ins Berufsleben treten, ist ganz natürlich, aber der Leichtsinn, mit dem diese Orientreisenden ihr Unternehmen beginnen, kennt keine Grenzen. In der einen Tasche ihr Hochschuldiplom, das ihnen ihrer Ansicht nach die Welt erobern wird, in der anderen ihre Zahnbürste, drücken die hoffnungsvollen Globe­trotter ihren Eltern die Hand:Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott Euch behüt'!" und ziehen weit zuversichtlicher als ihr Vorgänger im Lied nach der Westküste hinüber. Wenn sie dann in Seattle oder San Franzisko ihre Dampferkarte nach Schanghai, dem beliebtesten Ausflugsort dieser Jüng­linge, gelöst haben, so bleibt meistens kein ZehndoUarschein mehr in ihrer Brieftasche.

Manchmal haben sie wirklich Glück. Empfehlungen oder gar alte Bekannte aus den Staaten helfen in Ostasien den aus den Wolken Geschneiten weiter, beherbergen sie einige Zeit und schieben sie dann mit vielen Segenswünschen und drei Kreuzen an einen anderen Gulwütiaen ab. An Arbeit denken die Jünglinge nicht, und daß sie im Grunde ge­nommen nur von Almosen leben, verträgt sich merkwürdiger­weise sehr gut mit ihrem Nationalstolz. So rühmte sich kürzlich in Schanghai ein Student der Chicagoer Universität, daß er mit weniger als zweihundert Dollars eine Reise von sechzigtausend Kilometern über den Pazifik und kreuz und quer durch Ostasien gemacht habe, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen:Ich weiß, daß ich anderen auf der Tasche liege, aber das Leben gefällt mir."

Ein anderer Typ sind die jungen Hochschultramps, die mit leeren Taschen in China oder Japan ankommen und es verstehen, innerhalb kurzer Zeit die Bekanntschaft einer der vielen alleinreisenden wohlhabenden Landsmänninnen älteren Semesters zu machen, die vielleicht froh sind, doch einen Be­schützer zu haben. So ist mancher Jüngling, den sein Konsul an der chinesischen Küste aus dem Dienstzimmer komplimen­tierte, weil es kein Obdachlosenasyl sei, im Schlafwagen erster Klasse in Cherbourg eingetroffen, um auf einem Luxus­dampfer seine Heimat wieder zu erreichen, da ihm seine Reisebekanntschaft mütterliche Gefühle entgegenbrachte.

Im allgemeinen gereicht diefe Sorte Amerikaner den Vereinigten Staaten nicht im geringsten zur Ehre. Deshalb sind die jungen Leute gerade den Konsuln im Fernen Osten, wo das Ansehen der Weißen schon stark gelitten hat,' ein ^orn im Auge, und das Herz der amtlichen Vertreter ihres Vaterlandes schlägt ihnen mit der gleichen Liebe entgegen wie den zerlumpten und betrunkenen amerikanischen See- teuren, die einen großen Teil der Konsulatskunden" bilden. Aber letztere haben den Vorzug, daß die Konsuln sie sich von amtswegen mit dem ersten abfahrenden amerikanischen Schiff vom Hals laden können, während das bei den Hochschultramps leider nicht der Fall ist.

Ganz abgesehen von ihrer Hoffnungsfreudigkeit sind die Jünglinge oft von der gütigen Natur mit einer Frechheit beschenkt worden, die alles sonst Gewohnte übersteigt. So kamen vor kurzem zwei junge Herren zum Konsul in einem der großen chinesischen Häfen:Wir sind Sachverständige auf dem Gebiete der Anthropologie und wünschen die Expedition Chapman Andrews in der Gobi aufzusuchen."Bitte", meinte der Konsul, der die Sorte Bögel kannte,tun Sie das. Ich hindere Sie nicht daran." Die Jünglinge horchten auf:Nicht hindern? Im Gegenteil, wir hoffen, daß Sie uns behilslsch sind, in die Mongolei zu kvnimcn. Bitte, ver­anstalten Sie innerhalb der amerikanischen Kolonie' eine Sammlung für uns." Der Konsul beherrschte sich:Nein."

Dann leihen Sie uns ein paar hundert Dollars, tzamit wir die Expedition erreichen können." Jetzt stand der Konsul in aller Ruhe auf:Herrschaften, tun Sie mir den Gefallen und verlassen Sie mein Dienstzimmer." Die Jünglinge maren schwer gekränkt:Wir hatten niemals geglaubt, daß ein amerikanischer Konsul so wenig Interesse am Fortschritt der Anthropologie haben könnte." Und einer setzte hinzu: Mein Onst'l ist Senator und wird dafür sorgen, daß Sie fliegen!"

Einige Zeit später brachte die chinesische Polizei dem Konsul zwei etwas heruntergekommene Gestalten. Der Be­amte erkannte mit einer gewissen Genugtuung seine beiden Anthropologen". Dieses Mal waren die Jünglinge aber sehr kleinlaut. Die Polizei hatte sie zwischen Tientsin und Peking aufgelesen, als die beiden Forschungsreisenden mit einem Dollar in der Tasche versuchten, den blinden Passagier zu spielen. Nun mußte der Konsul doch eine Sammlung veranstalten, um die jungen Herren auf den nächsten heim­wärts fahrenden Dampfer zu verladen. Beim Einlaufen in den ersten japanischen Hafen ging es denAnthropologen" aber schon wieder so gut, daß sie auskniffen und nicht mehr gesehen wurden.

Zu einer anderen Sorte Hochschulvagabunden gehören dieSchriftsteller". Sie behaupten, auf der Weltreise zu sein, um Eindrücke für ein Buch zu sammeln, schmuggeln und essen sich durch China, Japan oder gar durch die Sunda- inselwelt und ziehen das Ansehen der Weißen in den Schmutz. Mitunter geben sie auch zu diplomatischen Verwicklungen Anlaß, wie es beinahe jener junge Tramp tat, der angeblich während einer Reise auf dem Jangtse von Chinesen ver­wundet worden war. Schließlich stellte es sich aber heraus, daß der hoffnungsvolle Jüngling sich selbst eine oberfläch­liche Wunde beigebracht hatte, weil er seinen Namen in den Zeitungen seiner Heimat gedruckt sehen wollte, bevor er mit seinem Buch vollselbsterlebter" Abenteuer herauskam.

Allgemein sind die jungen Herrschaften der Ansicht, ein Amerikaner könne in China den blinden Passagier noch besser spielen als in seiner Heimat. Viele glauben, eine überlegene Miene, ein gelegentliches Blecken aller Goldzähne und ein möglichst deutliches Zurschautragen ihrer Verachtung für die gelbe Raffe genüge, um die Erlaubnis zu erhalten, kostenlos ihre Stiefel auf die guten Plüschpolster der chinesischen Salon­wagen zu legen. Sie sind höchst empört, wenn die Schaffner kein Verständnis für diese Ehre bezeugen, sondern sie am Kragen packen und mit einem Fußtritt ins nächste Reisfeld schicken, was den Jünglingen in Anbetracht desBlitztempos" der chinesischen Züge selten etwas schadet. Dann können die Hochschultramps wirklich ein Abenteuer erleben, mit Fuß­wanderungen durch ein Land, dessen Sprache ihnen rätselhaft ist; doch selten finden sie dann Geschmack daran.

Die Konsuln wissen meistens nicht, was sie mit diesen Landsleuten anfangen sollen. Ihnen vollen Schutz zu ge­währen wie anständigen Geschäftsleuten und Touristen ist nicht möglich, weil die Beamten sich in den Augen der Asiatey kompromittieren würden. Die Jünglinge von vorn­herein wieder in die Heimat abzuschieben, wagt man eiten, denn die Hochschultramps haben, wenn nicht verwandtschaft­liche so doch sicher durch das College vermittelte einflußreiche Verbindungen in der Heimat. Das einzige, was die Be­amten tun können, ist, daß sie die Bundesbehörden bitten, bei Ausstellung der Auslandspasse ein wenig mehr Vorsicht walten zu lassen.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Nach der in der Beilage zum Regierungsamtsblatt Nr. 50 abgedruckten Bekanntmachung d- iMMÉMtt

10. Dezember 1929 sind aus dem Wahlbezirk Fulda-Hunfeld als Abgeordnete in den Kommunallandtag gewählt morgen:

1. Landwirt und Bürgermeister Herbert zu Zirkenbach,

2. Rektor Wigbert Sonder gelb zu Hünfeld.

Fulda, den 3. Januar 1930.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Frh. v. Gagern.

Verantwortlich für die Schriftleitung:

Dr. Karl Krömmelbein-Fulda.

Männer- gefangverein Liederkranz.

Zu unserer am Frei­tag, 10. Jan, abends 8 Uhr in derAlten Post" stattfindenden Jahres­hauptversammlung laben wir alle innere Mitglieder ein. Vollzäh­liges Erschein, erwünscht.

Der Vorstand.

fcwJfWf

für Festlich ketten

jeder Art

Tanzkontroller usw.

OUtywiyw- nMMWt4,

Reichsbund der Avildienstberechtigten.

(verein Sulda.)

Sonnabend, den 11. Januar 1930, 8.30 Uhr abends, ordentliche

Zayres- Hauvtversalnmlrmg im Bürgerverein (Hochzeitszimmer) Tagesordnung:

a) Vortrag des 1. Vor­sitzenden über Pflich­ten und Rechte der Versorgungsanwärter b) Erstattung des Jah« l resberichts. ! c) Rechnungslegung. i b) Wahl des Vorstandes.

e) Bestätigung der Ver­trauensmänner. f) Verschiedenes. Es ist Pfl-cht eines jeden I Kameraden, zu dieier Ver- saminlung zu erscheinen.

Der Borstand.

Konsum -Verein Fulda.

Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltltllllllllllllllllllllll

Frisch von der See:

6. E. G,

Schellfisch o. Kopf . . per Pfd. 0.27

Oelsardinen......Dose 0.30

Heringe in Tomaten . . . 0 80

Uwach? und Mur

KyfIhäH*ertechnlku

Aerts ander ab:, r. Lenem u.Fruetcch.

Ingenieur- und Werk­meister-Abi. f. Masch.- und Automobilbau

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