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Nr. 4 Montag, 6. Januar 1930

politische Rundschau

Deutsches CReid)

Dank des Reichspräsidenten.

Dem Reichspräsidenten sind anläßlich des Jahres­wechsels wiederum zahlreiche telegraphische und auch briefliche Glückwünsche aus dem In- und Auslande zu­gegangen. Da die Einzelbeantwortung ihm nicht möglich ist, bittet der Reichspräsident alle, die seiner freundlichst gedacht haben, seinen herzlichen Dank und die Erwiderung der Glückwünsche auf diesem Wege entgegenzunehmen.

Deutsches Einverständnis für Sackett.

Wie aus Washington gemeldet wird, ist aus Berlin die Nachricht eingetroffen, daß das Agrement (Einverständ­nis) für den neuen Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin, Senator Sackett, erteilt worden ist. Die Ernennung wird offiziell bekanntgegeben werden, sobald der Senat sein Einverständnis erklärt hat, das kommenden Montag zu erwarten ist. Es handelt sich jedoch nur um einen formellen Akt.

Der Neichsausschuß bleibt bestehen.

In einer Erklärung zu der Veröffentlichung der Landvolknachrichten sagt der Reichsausschuß für Volks­begehren und Volksentscheid, der erwähnte Brief des Reichslandbundes sei schon am 23. Dezember (dem Tage nach dem Volksentscheid) ihm zugestellt und der Schritt sei u. a. mit innenorganisatorischen Fragen des Land­bundes" begründet worden. Die Schlußfolgerungen der gegnerischen Presse seien verfehlt,über die kommenden politischen und organisatorischen Maßnahmen des Reichs­ausschusses, so heißt es schließlich,wird die auf den 7. Januar einberufene Präsidialsitzung entscheiden."

Der deutsche Zoll für lettische Butter.

Aus Riga hört man, daß noch im Laufe des Januars als Bevollmächtigter des Berliner Auswärtigen Amtes Generalkonsul Schlesinger in Riga eintrifft, um über die lettländischen Vorschläge in der Frage der Erhöhung des deutschen Butterzolles zu beraten. In den lettländischen Vorschlägen wird die Erlaubnis zur Einfuhr lettlän­dischen Viehs nach Deutschland gefordert, wobei für jedes Jahr eine bestimmte Menge festgelegt werden soll, wie es für Schweden bereits vorgesehen ist. Ferner wünscht Lettland von Deutschland Zollnachlässe für Kleesaat und verschiedene Jndustrieerzeugnisse sowie günstige Bedin­gungen für die lettländische Landwirtschaft beim Einkauf von Kunstdünger. Verhandlungen in diesen Fragen sind bereits eingeleitet worden.

Die Kirchenaustritte in Braunschweig.

Der braunschweigische Justizminister Sievers hat in den einzelnen Gemeinden, in denen kein Amtsgericht vor­handen ist, die Verwaltungen aufgefordert, ein besonderes Zimmer zur Verfügung zu stellen, zu beleuchten, zu Heizen und zu reinigen, in deni ein Beamter des Amtsgerichts sich aushalten kann, um K i r ch e u a u s t ri t t s er klä- ru n g c u entgegenzunehmen. Eine Gemeinde des Kreises Wolfenbüttel hat das Ersuchen abgelehnt, da für derartige Zwecke bei der schlechten Finanzlage der Ge­meinde kein Geld vorhanden sei.

Das Märchen von Dinant.

Die Christlichnationale Arbeitsgemeinschaft hat im Reichstag einen Antrag eingebracht, der die Reichs­regierung ersucht, der Verunglimpfung des deutschen Heeres und damit des deutschen Volkes durch die Schmäh­schrift der Stadt Dinant (im ehemaligen Kriegsgebiet) Das Märchen von den Franktireurs von Dinant" mit allen Mitteln entgegenzutreten und alle Maßnahmen zu ergreifen, die zur Wahrung der Ehre des deutschen Heeres und des deutschen Volkes notwendig sind.

Aus Zn- und Ausland

Berlin. Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums ist die Angelegenheit der Schießerei in der Nähe des Görlitzer Bahn­hofes amtlich aufgeklärt. Eine etwa 610 Mann starke Gruppe der Nationalsozialisten hat sich in der Nähe der als Verkehrs­lokal der Kommunisten bekannten Gastwirtschaft von Helmuth aufgehalten und vier aus dem Lokal heraustreieudc Kommu­nisten beschossen, von denen einer starb. Von den Tätern sind zwei geständig, drei weitere sind einwandfrei als Schützen wiedererkannt.

Berlin. Der Ncichsparteivorstand der Deutschen Z e n t r u m s p a r t e i ist vom Parteivorsitzenden, Prälaten Dr. Kaas, zum 26. Januar nach Berlin emberufen worden. Es handelt sich um eine Besprechung der allgemeinen poli­tischen Lage.

London. Der deutsche Generalkonsul in Dublin, Dr. Georg von Dehn, hat dem Außenminister des Irischen Freistaates sein Beglaubigungsschreiben als erster deutscher Geschäftsträger überreicht.

Warschau. Wie aus Luck gemeldet wird, ist in Wolhynien eine ganze Reihe von Haussuchungen im Kamps gegen den K o m m n n i s m u s vorgenommen worden. Im ganzen be­finden sich etwa 100 Kommunisten hinter Schloß und Riegel.

Rom. In hiesigen zuständigen Kreisen wird erklärt, daß Briand und Mussolini vor Ende des nächsten Monats eine Unterredung, und zwar in einer Stadt Liguriens, viel­leicht in Rapallo, haben würden.

Bukarest. In Temesvar versuchten Arbeitslose, zu demon­strieren. Dabei griffen sie die Polizei tätlich an und ver­letzten zehn Bcanite. Die Polizei nahm 85 Zwangsgestellungen vor.

Wellington (Neuseeland). Die Regierung hat beschlossen, die Geltungsdauer der Bestimmungen über die Beschränkung der Einwanderung um wettere zwölf Monate zu verlängern.

Ore Polensiedlung in Woynowo.

Der Staat ivird einschreiten.

Zu der skandalösen Gutsaustcilung in der Grenzmark Posen- Westpreußen wird von zuständiger Seite ein Einspruch der preußischen Behörden angekündigt. Wenn auch der Verkäufer, Prinz Bernhard zur Lippe, den Verkauf mit pol­nischen Bauern getätigt habe, so sei damit, wie erklärt wird, der Verkauf noch keineswegs erledigt. Zunächst sei der Ver­kauf noch nicht rechtskräftig geworden, weil er auf Grund einer Bundesratsverordnung von 1918 der Geneh­migung d c s zuständigen L a n d r a c s unterliege. Die Genehmigung ist bisher nicht erfolgt, so daß das preußische Landwirlschastsministerium als höhere Instanz vor­läufig von ministeriellen Maßnahmen abgesehen hat. Außer­dem würde dieser Verkauf von Teilen deS Gutes auch nach dem Reichssiedlungsgesetz in Frage gestellt sein, da nach dessen Bestimmungen bei Gutsverkäufen in der Ostmark bet Gütern von über 500 Hektar Größe die Reichssiedlungsgesellschaft das Recht besitzt, in den Vertrag einzutreten.

Eduard Bernstein 80 Jahre.

Ein sozialdemokratischer Politiker.

Am 6. Januar vollendet der sozialdemokratische Pâiker Eduard Bern st ein sein 80. Lebensjahr.

Berlin geboren, besuchte er das Werdersche Gymnasium und wandte sich, nachdem er erst im Bankfach tätig war, 1878 der Politik zu. 1880 ging Bernstein nach Zürich, wo das Blatt der deutschen Sozialdemokratie,Der Sozial­demokrat", erschien. 1888 aus der Schweiz ausgewiesen, ging Bernstein mit demSozialdemokrat" nach London. Erst 1901 kehrte er nach Deutschland zurück, da er von den Behörden außer Verfolgung gestellt wurde.

Durch Bernstein wurde der große Streit in der deutschen Sozialdemokratie über zeitgemäße Anpassung entfacht, wobei Bernstein die Führung der sogenannten r e v i s i o n i st i s ch e n Richtung innehatte. Während des Krieges setzte er dauernd sein internationales Ansehen ein, um eine Verständigung zwischen England und Deutschland anzubahnen, allerdings ohne Erfolg. Bern­stein ist seit 1920 unbesoldeter Stadtrat in Berlin-Schöne­berg. Im alten Reichstag saß er von 19021906 und dann wieder von 19121918. Der Nationalversammlung gehörte er nicht an, war aber von 1920 bis 1928 Mitglied des neuen Reichstages.

Ztalienifch-schweizerische Spannung.

Verwahrung aus der Schweiz.

Aus der Festnahme einiger angeblich antifaschistischer Italiener in P a r i s, die ein Attentat auf die italienische Ver­tretung bei der demnächst in Genf beginnenden Völkerbundrats­tagung geplant haben sollen, hat sich eine lebhafte Kampagne in Italien gegen dieSchweiz entwickelt, die diesem Lande zum Vorwurf macht, nicht genügend gegen antifaschistische Umtriebe einzutreten. Andererseits glaubt man in der Schweiz, seit langem Ursache zu haben, der über ihre Grenze dringenden Propaganda des in Italien herrschenden Faschismus zu miß­trauen, zumal man ihr vorzuwerfen imstande sei, offene oder versteckte Pläne zur Angliederung des schweizerischen Kantons Tessin zu hegen.

Die italienische Presse schreibt gegen das Gastrecht, das die Schweiz Antifaschisten gewähre, und äußert die Ansicht, dies sei unvereinbar mit dem weiteren Verbleiben des Völker­bundessitz in Genf. Sie verlangt, daß die italienische Abordnung diese Frage dem Völkerbundrat vorlege.

Darauf antwortet man aus Genf:Ohne sich über die angebliche Aufdeckung eines antifaschistifchen Attentatsplanes gegen die italienische Delegation auf der Tagung des Völker­bundrates irgendwie äußern zu wollen, empfindet man in poli­tischen Kreisen längst die Mahnung der italienischen Blätter an den schweizerischen Bundesrat und die Genfer Polizeibehör­den zum mindesten als sehr verfrüht, da es seit den zehn Jahren des Bestehens des Völkerbundes mit der einzigen Aus­nahme des tätlichen Angriffes eines ungarischen Journalisten auf Graf Bethlen nie zu irgendwelchen Ruhestörungen gekom­men ist. Die Bundesbehörden wie auch die Hauptorgane des Völkerbundamtes wissen ihrer Pflicht auch in Zukunft nach­zugehen."

In Genf wurden infolge der Attentatsgerüchte durch dir Bundespolizei in anarchistischeu und antifaschistischen Kreisen Haussuchungen vorgenommen,, aber nichts Belastendes ge­funden.

Setter im Kapitol in Washington.

Zehn wertvolle Gemälde vernichtet. ''

Vor einigen Tagen brannte es im Weißen Hause in Washington, dem Wohnsitze des Präsidenten der Ver­einigten Staaten. Jetzt wird ein Brand aus dem Kapitol in Washington, dem Sitz des Kongresses, gemeldet. Das Feuer brach im Archivzimmer des Repräsentantenhauses, wo ein Künstler mit der Auffrischung der Wandmalereien beschäftigt war, aus; es konnte nach 1% Stunden gelöscht werden. Zuerst befürchtete man, daß viele historische

Das Kapitol in Washington.

Dokumente vernichtet worden seien; das lst jedoch glück­licherweise nicht der Fall. Dagegen sind mehrere Ge­bäudemodelle und zehn wertvolle Gemälde zerstört worden.

Das Kapitol ist das imposanteste öffentliche Gebäude in Washington. Es ist aus Sandsteinquadern und weißem Marmor erbaut und bedeckt eine Grundfläche von 1,4 Hektar. Das Mittelgebäude wird von einem mit einer Statue der Freiheit gekrönten Dom überwölbt. Drei korinthische Säulenhallen zieren die östliche Hauptfront. Die zu ihnen hinanführenden Freitreppen sind mit den Statuen des Friedens, des Krieges, der Zivilisation und des Kolumbus geziert. Vor dem Gebäude selbst steht ein Reiterdenkmal Washingtons. Eine erzene Tur, die von Miller in München gegossen wurde, führt in die vom Dom überwölbte Rotunde, die mit historischen Fresken, Reliefs und Wandgemälden geschmückt ist. Südlich von der Rotunde liegen die Nationalgalerie, mit Standbildern berühmter Amerikaner, und die Halle der Repräsentanten. Im nördlichen Flügel befinden sich der Senatssaal und der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, eine Bibliothek u. a.

Rußlands neue Zeitrechnung.

Die Kalenderreform in der Sowjetunion.

.. Der Ausschuß der Staatlichen Planwirtschaftskom­mission in Sowjetrußland, der mit der Prüfung der ver- schiedentlichen Projekte der Kalenderreform betraut ist, hat mehr als hundert Projekte gesichtet und ist zu dem Er­gebnis gelangt, daß es am zweckmäßigsten wäre, den zur­zeit geltenden Gregorianischen Kalender den neuen Lebens­und Arbeitsbedingungen anzupassen. Danach soll die Zeitrechnung mit der Oktoberrevolution beginnen, der Jahresanfang auf den 1. November festgelegt werden. Somit würde die Zeitspanne vom 1. November 1929 bis Zum 1. November 1930 als das Jahr 13, der Zeitraum 1930/31 als das Jahr 14 uff. bezeichnet werden.

Ein Jahr wird nach wie vor 365 bzw. 366 Tage-s und zwar 360 Arbeitstage und 5 revolutionäre Festtage zählen. An diesen Festtagen feiern alle Werktätigen, un­abhängig von ihren sonstigen Ruhetagen, die jeder Arbei­tende nach je vier Arbeitstagen genießt. Das Arbeitsjahr. (360 Tage) zerfällt in vier Quartale mit je 90 Tagen,, jedes Quartal in drei Monate mit je 30 Arbeitstagen., Dem Monat Februar werden zwei Tage angehängt, die: den Monaten Januar und März entnommen werden. Diej revolutionären Festtage werden so verteilt, daß sie stets! auf den 31. Tag des Monats fallen.

Die Zahl und Benennung der Monate bleibt unver­ändert. Jeder Monat wird in drei Dekaden mit je zehn- Tagen, in sechs Wochen mit je 5 Tagen eingeteilt.

Die Gefahr für den Welfenfchah.

Neue Bemühungen.

Die städtischen Kollegien in Hannover haben bekannt­lich ein Eingreifen zum Erwerb des Welfenschatzes im Deutschen Reiche wegen Geldmangels abgelehnt. Die Gefahr des endgültigen Verkaufs nach Amerika ist in unmittelbare Nähe gerückt. Nun hatte der Herzog von Braunschweig-Lüneburg das Konsortium von deutschen und englischen Kunsthändlern, das die Sammlung ange­kauft hat, verpflichtet, den Welfenschatz mehreren deut­schen Museen für längere Zeit zu Ausstellungszwecken zu überlassen, bevor die Reliquien nach dem Ausland ge­bracht werden. Die erste Ausstellung soll demnächst in Berlin, die zweite in Frankfurt am Main statt- finden. Inzwischen haben neue Bemühungen um die Erhaltung des wertvollen Kulturgutes für Deutschland eingesetzt. Der Heimatbund Niedersachsen hat beschlossen, durch den hannoverschen Oberbürgermeister Dr. Menge bei der preußischen Staatsregierung die Genehmigung zu einer Lotterie für die Aufbringung von Mitteln zum Erwerb des Welfenschatzes nachzusuchen. Außerdem soll ein Appell an kapitalkräftige Kreise des In- und Aus­landes gerichtet werden, um sie für die Aufbringung von Mitteln zu dem gleichen Zweck zu interessieren.

Ein französischer Kreuzer auf ein Riff gelaufen.

Paris. Ter französische KreuzerEdgar Quinet", der sich aus dem Wege von Algier nach Casablanca befand, ist zwischen Cap Blanc und der Inselgruppe Habibas, etwa 36 Kilometer westlich von Oran auf ein Rist gelaufen. Bon allen französischen Flottenstützpunkten Nordafrikas sind sofort Hilssschiffe ausgesandt worden. Tie Besatzung des Kreuzers hat inzwischen von einem anderen Schiss übernommen werden können. Das Schiff hat am Bug ein etwa 15 Meter langes Leck erhalten. Ter Kreuzer ist im Jahre 1903 vom Stapel ge­laufen. Er hat eine Wasserverdrängung von 14 000 Tonnen. Tas Schiff ist 59 Meter lang und 21,5 Meter breit, die Be­satzung besteht aus 23 Offizieren und 890 Mann.

Nah und Fern.

O Unterschlagungen eines Essener Rechtsanwalts. Der Essener Rechtsanwalt Darnieder ist mit seinem Bruder, der bei ihm als Bureanvorsteher tätig war, nach Unter­schlagung von mehreren tausend Mark Klientengeldern sowie unter Hinterlassung von etlichen tausend Mark Schulden flüchtig. Gegen den Rechtsanwalt wurde be­reits vor einigen Wochen ein Haftbefehl zur Erzwin­gung des Offenbarungseides erlassen.

0 Der Versicherungsverbrecher Tetzner wird ausge­liefert. Tas Gericht in Kolmar hat die Auslieferung des auf französischem Gebiet verhafteten Deutschen Erich Tetzner angeordnet. Tetzner, der aus Leipzig stammt, hatte, wie seinerzeit berichtet wurde, mit der Absicht, eine Lebensversicherungssumme zu erhalten, einen Unbekannten in sein Automobil genommen und den Wagen in Brand gesetzt, so daß der Eindruck entstand, er selbst sei bei dem Brande ums Leben gekommen.

Q Die Bestattung der Opfer des Lichtspieltheater­brandes in Paisley. In Paisley in Schottland wurden Freitag fünfzig Opfer des Lichtspieltheaterbrandes zu Grabe getragen. Während der Bestattungsfeier wurden die Geschäfte geschlossen, die Fahnen halbstock gestellt und die Jalousien heruntergelassen. Eine große Menschen­menge füllte die Straßen und bekundete den Eltern der Opfer ihre Sympathie. Der Bürgermeister und die Mit­glieder des Gemeinderates wohnten der Trauerfeier bei-

O Flugzeuge im Dienste der Heringsfischerei. Nach einer Meldung aus Oslo wurden an der Westküste Nor­wegens jetzt zum ersten Male Flugzeuge in den Dienst der Heringsfischerei gestellt. Das Ergebnis war über alles Erwarten gut, da die Flieger imstande waren, den Stand­ort der Heringszüge und deren Richtung so genau anzu- geben, daß der Fang sehr ergiebig wurde.

0 Großfeuer in einem Newyorker Fremdenheim. Im Erdgeschoß des Hotels Marguery, eines der elegantesten Fremdenheime Newvorks, wurden durch Kurzschluß zwei Explosionen veranlaßt. Rauch und Flammen drangen durch die Ventilations- und Aufzugsschächte in die oberen Geschosse des elfstöckigen Gebäudes. Unter den vielen hundert Bewohnern des Fremdenheims herrschte große Aufregung. Eine Frau erlitt einen Herzschlag. Ein Ingenieur wurde in einem Personenaufzug erstickt auf­gefunden. Die Feuerwehr vermutet noch weitere Opfer. Bunte Tagesckronil

Berlin. Der 76jährige Generaloberarzt Dr. Laufs stürzte sich aus dem zweiten Stock des Hauses, in dem er wohnte, auf den Hof und blieb tot liegen. Als Ursache des Selbstmordes- wird Schwermut angenommen.

Königsberg i. Pr. Im Zusammenhang mit der Autobus^ katastrophe bei Insterburg ist der Schrankenwärter Fiedler ver­haftet worden. Die Frau des Fiedler, die ihren Mann aufs schwerste belastet hatte, erlitt nach ihrer Vernehmung einen schweren Nervenschock.

Bonn. Hier wurde ein Einbruchsdiebstahl verübt, bei dem den Dieben, die im Auto vor dem Geschäft vorgefahren waren, Pelzmäntel im Werte von 40 000 Mark in die Hände fielen.

Paris. In La Rochelle ist ein Neubau eingestürzu Dabei wurden der Bauunternehmer schwer, sein Schwager und drei Arbeiter leicht verletzt.

Santa Klara (Kalifornien). In einer hiesigen Apotheke erfolgte infolge Entzündung von Gasen eine Explosion, wobei die Vorderfront von sieben Läden zerstört und sieben Personen verletzt wurderr, darunter eine tödlich.