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Wöchentliche Pegleiterin Les Uheingauer Volksboten.
M 39. Sonntag, den 29. September 1830.
Der Lohnweber.
(Fortsetzung.)
Die drei Männer gingen und verschwanden im Hause Brünnings, ohne daß sie bemerkt hatten, wie in einer geringen Entfernung hinter ihnen sich einige Gestalten bewegten. Bald erschienen siè wieder auf Ist Gasse, Brünning und Fischer trugen ziemlich schwer an mehreren Paketen, und Stürmer hielt die Laterne.
„Ich dächte, da kämen uns Leute entgegen/ flüsterte Brünning seinem Schwager zu.
Der Faktor überzeugte sich davon und kam etwas aus der Fassung, da ihm eine Begegnung von Leuten, trotzdem, daß er nichts zu fürchten hatte, fatal sein mußte. In dieser Ueberraschung war er so unbesonnen, die Laterne auszulöschen, ohne zu bedenken, daß dadurch gerade die Aufmerksamkeit der Entgegenkommenden erregt werden mußte. Und in der That rief auch jetzt eine Stimme:
„He, was löscht denn da so plötzlich eine Laterne aus? — Wer ist da? — Auf unrechtem Wege wahrscheinlich? — Kommt einmal her, Gevatter, und helft sehen, was eS hier gibt!"
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„Was kümmert Euch unser Weg!" antwortete Stürmer mit verstellter Stimme, „geht Ihr den Euem und laßt uns unsern gehen!"
Nein, nein, so kommt Ihr nicht los," entgegnete die andere Stimme. „Wir sagen Euch, wer wir sind ; wir sind ehrliche Bürger und gehen vom Quartale heim; aber Euer Weg scheint, mir verdächtig. Gevatter, kannst Du nicht leuchten ?" Einer der Fremden drehte jetzt eine Blendlaterne zurecht, und das Licht siel auf die Gruppe.
„Ei, wohl gar Diebe ?" rief Meister Adam. Denn dieser war es, der mit seinen Bekannten den nächtlichen Wanderern entgegengetreten war. „Was habt Ihr hier? Setzt ab!"
„Ha, das soll Dir theuer zu stehen kommen, da Du mir so in die Quere läufst," murmelte Stürmer dem es natürlich nicht einfallen konnte, daß die Begegnung eine von Adam angestellte war.
„Laßt uns ungeschoren, ihr Nachtstreicher!" rief er dann laut und suchte vorwärts zu kommen.
„Ha, Bursche," erwiederte Adam, und vertrat ihm den Weg, „diesen Namen und wohl noch einen schlimmeren können wir Euch zurückgeben! Das ist fürwahr gestohlenes Gut, und wenn ich nicht irre, so find die Sachen aus dem Hause des Herrn Brün-