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Der Deutsche als Bedienter oder der Bediente als Deutscher.

Kammerdiener: Da Du nun alleweile aujetzo durch meine Rekommedation in unser Hoch- grâfl. Haus gekommen bist, Christoph, so hast Du Dir vor Allen zu erinnern, daß Du von diesem Au­genblick an nicht mehr Christoph heißen thusf, son­dern Jean. Sofern hast du auch allen Umgang mit Subjecten und gemeinen Leuten zu vermeiden und stets eingedenk zu sein, daß Du nunmehro Hoch- grâfl. Hundejunge bist. Schließlich habe ich Dir, Jean, noch mitzutheilen, daß ich aus Rücksicht auf unsere Verwandtschaft mich entschlossen habe, Dir meine Stiefel und Schuhe zum Putzen zu überlassen !

B u n d e s m e i st e r. Bei Ihnen, Schmâdicke, undankbarer Mensch! ist eine Nro. derAbendpost" gefunden worden.

S ch in ä d i k e. Ach ! Gott! bester Herr Bun- dcsmeester, ick hatte mir aus'n Keller Kuhkâse ge­holt und der war in de Abendpost injewickelt!

B u n d e s m e i st e r. Aha ! So ! jetzt durch­schaue ich Alles das ist das neueste Manöver der Demokratie, zur Verbreitung ihres Giftes, die Lebensmittel in ihre Blätter zu hüllen! Herr Sekretär! Sie gehen sofort zu Gödsche, das muß heut noch in die Reue Preußische Zeitung! Und Sie, Schmädicke, verlieren die Anwartschaft auf den Constablerposten, wenn Sie jene Giftbude noch einmal betreten.

Anecdoten.

Schneller Lebenslauf. Ein Bürger zu Brimington in der Grafschaft Warwick in Eng­land verlor seine Frau am Dienstage, lies sie am Mittwoch begraben, und heirathete am Donnerstage eine andere. Da die ihm aber am Freitage einen jungen Sohn gebahr, den er nicht erwartete, so er­hing er sich am Sonnabend.

Die sonderbare Uhr. In B. sind zwei Stadtuhren; die eine bei der Universität, die andere dem Versatzamte. Ein Student, der sehr flott lebte, beklagte sich einst bei einem Uhrmacher, daß seine Uhr schlecht gehe, mit den Worten:Ich weiß nicht was ich mit meiner Uhr machen soll; ich richte sie immer nach der Universität, und sie geht meistens nach dem Versatzamte."

Ein Pfarrer wollte seine Gemeinde dazu be­wegen, gegen den Feind zu ziehen und das Vater­

land zu beschützen. Er haranguirte die Zuhörer mit folgenden Worten:Ha! Schon seh' ich die Feinde anrücken, sie dringen ins Dorf, sie stecken eure Hüt­ten in Brand, schänden eure Weiber und Kinder! Ja; sie nahen, sie kommen, seht ihr die Fahnen wehen? hört Ihr die Trommeln wirbeln? (Bei die­sen Worten trommelte er selbst mit den Füßen auf der Kanzel.) Gleich darauf hörte man hinter der Kanzel den Küster blasen: dederedeng! dederedeng! Der Pfarrer rief ihm leise zu:He, Küster, was thut Er denn?"Ich helfe Ihnen, Herr Pfarrer," erwiederte dieser.Ich kenne unsere Bauern; die Infanterie allein wirkt nicht auf sie, da muß schon die Kavallerie anreiten!"

Buchstabenräthsel.

Das Ganze.

Meine Haut ist grün, Mein Kleid ist weiß, Und cs wird noch weißer, Scheint die Sonne so heiß.

Die Sonne muß scheinen, Und regnen muß es auch,

Wo nicht aus den Wolken, Doch aus dem Schlauch.

DaS Ganze ohne Kopf.

Der Mcnjch von der Erde

Wird Erde sein:

Der Geist ist die Wahrheit

Und das Leben allein.

Ich bin, was du sein wirst.

Und willst du leben

Mußt du dich selber

Dem Geiste geben.

Das Ganze ohne K o p f u n d Hals.

Germane, du zitterst?

Bis dein Wort zerbricht, Mag der Sturm dich beugen, Er entwurzelt dich nicht.

Dein Wort ist dein' Waffen, Deine Sprach dein' Wehr, Und ich keine Mutter, Was zitterst du mehr?

Auflösung des Räthsels in Nro. 25 . Der Buchstabe l.

Druck und Verlag von A. Herber in Winkel. Verantwortlicher Redakteur A. Herder.