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Volks-Botin.

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Wöchentliche Regleiterin des Nheingauer Volksboten.

M 6. Sonntag, den 10» Februar 1S50

Die schöne Beduinin.

(Scene aus meinem Militairleben in Algerien ) Von Baptist Mackauer.

(S ch l u ß.)

Die Gefühle, mit welchen ich in McrS-el- Kebir, dem Hafen Orans'S, den gewaltigen Dampfer Philipp-August bestieg, kann meine schwache Feder nicht beschreiben. Mein Herz durch- bebtc ein Gemisch namenloser Entzückung und pro­phetischer Ahnung. Ernst, jedoch heiter, war meine Seele.

Kaum hatten wir das Land aus den Augen verloren, als sich ein starker Nordwestwind erhob und unser Fortwârtskommen sehr verhinderte. Der Schiffscapitaine suchte die spanische Küste zu errei­chen, um nöthigensallS einen Hafen gewinnen zu können. Wirklich war er gezwungen, zwölf Stun­den lang bei einem schönen Städtchen zu ankern und in den schlamen aber sichern Hafen von Port Ventr e einzulaufen, wo er frische Steinkohlen laden ließ und uns so eine Promenade auf das Land er­laubte. Eine Stunde später lief auch der Dampfer Charlemagne in denselben Hafen und zu demsel­ben Zwecke ein und sollte Passagiere und Güter von Djemah-el-Ghazouat nach Marseille brin­

gen. Bei der gegenseitigen Begegnung der Reisen­den trafen sich mehre alte Bekannten und ich hatte das angenehme Vergnügen, in dr Umgebung eines CapitaineS der Gensd'armerie meine al­lerliebste Fatmeh wieder zu erkennen, welche mit den neugierigsten und verwirrtesten Blicken die erste europäische Stadt und deren Einwohner in ih­rem geschäftigen Treiben und Handeln betrachtete. Mir war es unmöglich, sie ungestört sprechen zu kön­nen und mußte mich mit einem herzlichen Gruße begnügen, welchen sie mir sehr freundlich erwiderte.

Am frühen Morgen des Sylvester- oder Gott­lobtages sprang ich wohlgemuthet aus dem Kahne auf das Pflaster der herrlichen Seestaat Marseille, welche ich in allen Richtungen durchkreuzte und mit der gespanntesten Neugierde durchlief, obgleich ich mich sehr ermüdete, da ich wie ein Kind, welches die ersten Schritte wagt, hin und herwankte und der Boden sich gleich dem Schiffe wiegte.

Trotz der Zusprache meiner Kameraden nahm ich am Neujahrstage 1847 meinen Tornister auf den Rücken, leerte mit ihnen noch einige Flaschen in einem Cabaret, in welchem zwei Nassauerinnen mit Violinenbegleitung eines bckittelten Nassauers bei Usingen gebürtig uns einige Kutsche, neue Lieder sangen, und hatte beinahe das Thor erreicht,