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Wöchentliche Begleiterin des Rheingauer Volksboten.

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Sonntag, den 13. Januar

183«.

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Heute sind eS 104 Jahre, daß der große Mann Joh. H. Pestalozzi das Lichi der Welt zu Zü­rich in der Schweiz, wo sein Vater Arzt war, er­blickte. Er war im vollen Sinne deö Wortes ein Wohlthäter der Armen. Da er die Noth dieser ken­nen gelernt, begann er 1775 mit dem schönen Werke, Bettelkiuder in sein Haus aufzunehmen, denen er mit seiner wackern Gattin Ernährer, Erzieher und Lehrer war. Viele Hunderte solcher Kinder hat er von dem körperlichen und geistigen Tode gerettet und ihnen sein ganzes Vermögen geopfert. Er gründete ein Erziehungshaus und eine Armenschule, führte eine neue Erziehungsmethode ein, die^trotz ihrer ersten vielen Gegner, die sich von dem alten Schlen­driane nicht trennen konnten, heute als die allein richtige anerkannt wird.

Pestalozzi starb den 17. Februar 1827 zu Brugg in Aargau. Sein Geist lebt aber fort in seinen vielen Schriften, sowie in manchem wackern Lehrer, den er persönlich gebildet, oder der sich durch Lectüre seiner trefflichen Erziehungs - und Unterrichts­werke selbst in seinem Geiste gebildet hat. Dankbar

verehren ihn tausende seiner Freunde und Verehrer und manches Auge weiht ihm heute eine stille Zähre, so wie auch mancher heiterer Toast heute den Manen Pestalozzis gilt. *t*

Winkel, den 12. Januar 1850*

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Die schöne Beduinin.

(Scene aus meinem Militairleben in Algerien.) Von Baptist Mackauer.

(Fortsetzung.)

Die Ordnung wurde hergestellt, die'Viehheerden fortgetrieben, die Gefangenen bewacht und ein Pe­loton beordert, durch Tirailleurs die entronnenen Feinde abzuhalten, während dem das meinige die Felsen durchsuchen sollte, um noch etwaige verborgenen Be­duinen aufzufinden.

Schon wollten wir unverrichteter Sache umkehren, als plötzlich unsere Aufmerksamkeit durch den schwa­chen Schrei eines kleinen Kindes auf eine Höhle ge­lenkt wurde, welche dem äußeren Scheine und der inneren Leere nach keine Flüchtlinge zu hegen schien. Ein Soldat, welcher das Innere durchsuchte, fand endlich, nachdem sein Auge an daS starke Dunkel gewöhnt war, in der oberen Felsenlage der Höhle ein geräumiges Loch, das zwei Weiber und ein klei­nes Kind verbarg. Zitternd kämmen sie auf den