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Zul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Vrzugspreks: monat­lich 2 Mark. Bei Lieferungobehmderungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag §ciedrich Ehrenklau, Zulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 1M60

Nr. 308 1928

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zul-a- und Haunetal ^uiöaer Kreisblatt Reöaktlon und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-flnschluß Nr.9S- Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit chuellenangabr .Zuldaer Nnzetger"geNo»e<.

Fulda, Montag, 31. Dezember

Mzekgenpreks: Für BehSrden, Genossenschaf­ten, Banken usw. beträgt die Kleinzeile 0.Z0Mk., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., v Neklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnung-stel­lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen Tag» und platzvorschristen unverbindlich.

6. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Nm 5. Januar soll die Reparationskommisfion der fünf Gläubigerstaaten Deutschlands zusammenrreten, um thre Sach- vcrstandiqen zu der für Februar geplanten Konferenz zur Schuldenregelung zu ernennen.

* ^ieichSverlehrsminister v. Guèrard, der seit der Ernennung des Kabinetts Müller diesem angehört, vollendete das. Lebensjahr.

* Der Deutsche Städtetag wendet sich in einer Eingabe an den Sieichsfinanzminister gegen jede etwaige Kürzung der Be­züge der Kommunen und Gemeinden.

* Nach den letzten Mitteilungen soll die kürzliche Springflut aus de" Philippinen 550 Menschen getötet Haven.

An die Reichswehr Reichsheer und Reichsmarine

ergehen auch an diesem Jahresschluß wie üblich be­sondere Erlasse der vorgeordneten Stellen, des obersten

Kriegsherrn, des Reichspräsidenten, des Reichswehr- r-rinisters Gröner, des Chefs der Heeresleitung, Generals Heye, und der Marinclcitung, Admirals Räder.

In den Erlasien wird der Reichswehr Dank für die treue Pflichterfüllung im Dienste des Reiches während des vergangenen Jahres ausgesprochen und der zuver­sichtlichen Erwartung Ausdruck gegeben, daß cs im kommenden Jahre ebenso bleiben werde.

Mit den Neujahrswünschen für die Reichswehr ver­bindet sich die Hoffnung auf weiteren Aufstieg des ge- saulten deutschen Volkes zum Heile des Vaterlandes.

Feujahrskundgehungen.

Der Kyffhâuserbund.

Der Präsident des Kyffbäuserbundes, General ver WBLer« a. D. von He-n, richtet im Kattun des Vor­standes des Deutschen ReichskriegerbundesKyffhäuser" zum Jahreswechsel eine Kundgebung an die Bundesmit­glieder, in der es heißt:Unsere nächste und wichtigste Aufgabe besteht darin, die Seelenkräfte des deutschen Volkes zu sammeln, den inneren Wert des Volkes zu heben, ein Kampfbund zu werden für das Deutsche und gegen alles Nndeutsche. Dieses Streben führt zu dem großen Ziel: Erhebung des Vaterlarides, des Volkes und des einzelnen."

Ministerpräsident Dr. Held an die Pfalz.

Ministerpräsident Dr. Held hat an die Pfalz einen Neu- jahrsgruß gerichtet, der sagt:So schön, so teuer so tast­bar ist die Pfalz dem deut schen Volke. WaS Wunder, daß in tausendjähriger Geschichte immer wieder Feindeshand gerade nach diesem herrlichen Lande sich ausstreckte, daß sie auch nach dem letzten Weltkrieg versuchte, die Pfalz vom großen deutschen Vaterlands loszureißen. Noch immer ist dieses Verlangen gescheitert an der nationalen Treue und Seiinatliebè des aanren Isolier Volkes."

Schwierige Kabinettslage in Frankreich.

Tritt Poincarâ zurück?

«'er Senat hat den von der Kammer angenommenen Gesetzentwurf, der den Parlamentariern^ Übernahme von Aufsichtsratsstellen und sonstigen führenden Posten in Finanz- und Wirtschaftsunternehmen verbietet, durch .^andaufheben angenommen. Der Gesetzentwurf, der hart bekämpft wurde, verbietet nicht die Beibehaltung der­jenigen Posten, die die Parlamentarier vor ttbernahme ihres Mandates bereits bekleideten. Er betrifft auch nicht die Übernahme von leitenden Stellen m landwirtschaft­lichen Genossenschaften, staatlich kontrollierten Verstche- rungsgesellschasten. Er betrifft aber die Banken und die Finanzqesellschaften. Er verbietet auch den Regierungs- und Parlamentsmitgliedern, ihren Titel auf Dokumenten finanzieller, industrieller oder Handelsunternehmen an»

^Poincarö trat mit seinem ganzen Gewicht für den durchdrungenen Vorschlag ein, man glaubt aber das Kabinett für erschüttert und nimmt an, daß sich im Januar die Frage entscheiden wird, ob Pomcard Minister­präsident bleiben wird.

Deuischenversolgunq in Oberschlesien.

Dem .' W Ävi'^

bat der Oberdirektor .TrMchkebe^

Verwaltungsgericht in Warschau f Oberdirektor Die Klage schwebt noch, aber esst dem v

Treitschke von der polnischen Verwaining «$ct- worden, daß über den 3L. Dezember b erfolgen längerung der AufcntbaltEeneom geringste vor, würde. Gegen Trettjchke liegt mch g Behörde sondern in dieser Maßnahme der l . :nen leiten- lammt erneut das Bestreben zum Kt^ ^ 'entfernen, um den deutschen Beamten von seiner ute s Acsaudt- für einen Polen Platz zu schaf,en. ~ ' hei den zu- sckaft in Warschau hat wegen dieses F Vorstellungen ständigen polnischen Behörden erfolglose Vorstellung .erhoben,

Im Februar Schuldenkonferenz.

Die Auswahl der Sachverständigen.

Zwei für jeden Gläubigerstaat.

Aus einer Pariser, von der Regierung beeinflußten Veröffentlichung erfährt man, daß die fünf Gläubiger- mächte Deutschlands Frankreich, England, Italien, Belgien und Japan übereingekommen sind, ihre Dele­gierten für den Sachverständigenausschuß zur Regelung der Schuldenfrage durch die Reparationskommission er­nennen zu lassen. Wahrscheinlich werde die Reparations­kommisfion am 5. Januar zusammentreten, um diese Ernennungen vorzunehmen. Diese Sachverständigen würden von den Regierungen selbst ausgewählt werden, und zwar je zwei an der Zahl für jeden der fünf Gläubi­gerstaaten. Die Ernennung der beiden amerikanischen Sachverständigen, die in der Kommission nur einen halb­amtlichen Charakter erhalten sollen, werde in gemeinsamer Vereinbarung zwischen Deutschland und den fünf alliierten Regierungen erfolgen. Die Ernennung der amerikanischen Sachverständigen soll im wesentlichen von den Besprechun­gen abhâugcn, die Parker Gilbert, der von Southampton nach Newyork abgefahren ist, mit dem Präsidenten , Coolidge, mit Hoover und mit einer Reihe amerikanischer Sachverständige, führen wird.

Es war der Meinung Ausdruck gegeben worden, die Ernennung der deutschen Sachverständigen könne nicht erfolgen, weil sich der Reichskanzler in Urlaub begebe. Hierzu wird von zuständiger Stelle erklärt, daß eine Kabinettssitzung auch ohne den Reichskanzler stattfinden könne, da dieser durch den dienstältesten Minister vertreten , sei. Sollte eine Kabinettssitzung während des Urlaubs des Reichskanzlers in Frage kommen, so dürste der Reichskanzler durch Dr. S t r e s e m a n n vertreten werden.

Nach halbamtlichen Stimmen aus Newyork ist die in Aussicht genommene Beteiligung Amerikas an der ^Klä­rung des Reparationsproblems auf der kommenden «mdp WiCÄt!WtT.f8tfra»fc wüntchenbwer« Der Erfolg des. Dawes-Plans eröffne hie Aussicht, daß auch diesmal wie­der die Bereinigten Staaten in mittelbarer Werfe aus- gleichenden und vielleicht kontrollierenden Einfluß auS- üben könnten, um Meinungsverschiedenheiten über die Reparattonen aus eine Frage des' guten Glaubens und gesunden Menschenverstandes zurückzuführen. ßüne ge­rechte Lösung würde allen Beteckiglen Helsen und dürste weit leichter sein als im Jahre 1924

Jm Staatsdepartement zu W a s h i n g t o n be­hauptet man, keine Kenntnis navon zu haben dan irgend­welche Anfragen an O w e n D. Y 0 n n g oder an andere Persönlichkeiten ergangen seien, um festzustellen ob sie ge­neigt wären, an der Sachverständigenkonferenz terlzu-

Eine Newdorker Meldung ans Washington sagt da­gegen, die Ernennung Owen D. Youngs sowie des Cbtkagoer Bankiers Rufus T. Dawes, eines Bruders des Vizepräsidenten, fei so aut wie sicher.

Diz amerikanischen Sachverständigen.

Wie aus Washington gemeldet wird, beabsichtigt der neugewählte Hoover während seines dortigen zehntägigen Aufenthalts, an den Besprechungen Coolidges mit Gilbert, General Dawes, Rufus Dawes und Young teilzunehmen, da dabei die Instruktionen für die amerikanischen Beob­achter der europäischen Reparationsberatungen festgesetzt werden sollen. Hoover ist an diesen Besprechungen inter­essiert, weil er seinerzeit als Kabinettsmitglied an der Reparations- und Schuldenpolitik sehr stark teilgcnommen hatte, dann aber auch, weil die praktische Auswirkung der kommenden Reparationsabmachungen in seine Amts­periode fällt. Hoover ist Gegner der Reparations- und Schuldenverquickung.

Hoover wird Gewicht darauf legen, daß in der kom­menden Sachverständigenkonferenz nur rein wirtschaft­

Kaas über den Anschluß.

Ein europäisches Problem.

Der neue Zentrumsvorsitzende, Prälat Kaas, äußert sich in der Neuen Freien Presse über den Anschluß u a:Alle Parteien Deutschlands wollen die Veremi- auna aber das Problem des neuen Sstereichs ist nicht nur ein österreichisch-deutsches, sondern auch ein europäisches Problem, und darum kann es nur in dem großen Rahmen der europäischen Verständigung gelöst werden. Goldie Entwicklung vollzieht sich nicht von heute auf morgen. Wir haben gesehen, daß Locarno erst mehr als ein halbes Jahrzehnt nach Versailles gekommen ist. Das Rad der Geschichte wird sich auch in der Anschlußfrage nicht rascher drehen, als es die europäische Entwicklung bestimmt. Teilte aber gilt es für eine ganze Generation: Bereit sein, bis die Geschichte uns ruft!"

Keine Mittel für den Werfenschah.

Preußen verzichtet auf den Ankauf.

Die kleine Anfrage der Landlagsfraktion der Deut­schen Volkspartci über den angeblichen Verkauf des Welfenschatzes an das Ausland hat der preußische Ministerpräsident jetzt wie folgt beantwortet: Das Staats- ministerium hat die Angelegenheit geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß von einer käuflichen Erwer­bung des Welfenschatzes, der sich übrigens seit 1867 im Auslande befindet, abgesehen werden muß/da Mittel hierfür bei der Finanzlage Preußens nicht vorhanden imd.

liche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Man ist der Mei­nung daß die Rheinlandräumung zur wirtschaft­lichen Wiedergesundung Europas gehöre.

Es heißt, daß das Staatsdepartement Owen Young und Professor Jeremiah Smith als die von ameri­kanischen Standpunkt aus am meisten erwünschten Sach­verständigen für den neuen Reparationsausschuß be­zeichnet habe. Die endgültige Entscheidung über die Er­nennung oder Nichternennung hängt von der Stellung­nahme der sechs beteiligten Mächte ab .

AMstMKSbesMlhMM April 1929.

Beschleunigte Vorarbeiten.

Der Ausschuß zur Vorbereitung einer ersten Inter­nationalen Abrüstungskonferenz ist, wie das Völkerbund- sekretariat amtlich bekanntgibt, von seinem Präsidenten Loudon-Holland auf Montag, den 15. April nächsten Jahres zu einer neuen Tagung einberusen worden. Die letzte Völkerbundversammlung hatte unter Hinweis auf ihre früheren Beschlüsse den beschleunigten Abschluß der Abrüstungsvorarbeiten verlangt, die vor bald zwei Jahren ins Stocken gerieten, und deshalb die baldige Einberufung einer neuen Tagung innerhalb der ersten drei Monate des kommenden Jahres gefordert, auch wenn bis dahin die bestehenden Meinungsverschiedenheiten über die Seeab­rüstung und die Einbeziehung der ausgebildeten Land- reserven nicht beigelegt sein sollten.

Der deutsche Vertreter Graf Bernstorff hat in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Sonderausschusses für Kontrolle der Rüstungsindustrie auf Montag, den 11. März einen Sachverständigenausschuß einberufen, der den neuen belgischen Vorschlag über Kriegsmaterialien prüfen soll. Sämtliche im Sonder usschuß vertretenen Staaten wurden aufgefordert, zu dieser Tagung Sachverständige zu entsenden.

Amerikanische Beteiligung.

wfe amerikanische Regierung hat nach Berichten aus Wasyingror dem Vorschlag auf Einberufung der Vor­bereitenden Abrüstungskommission auf April nächsten Jahres zugestimmt. In einigen Kreisen hegt man die Erwartung, daß Präsident Hoover, der kurz vorher ins Weiße Haus einzieht, die Gelegenheit benutzen wird, um seinerseits eine neue Abrüstunqsoffensive einzuleiten.

Die russischen Mrüflungsvorschläge.

Ter Vorsitzende des Genfer Vorbereitenden Aus­schusses für die Abrüstungskommission, Loudon, hat dem sowjetrussischen Hauptdelegierten dieses Ausschusses, Volkskommissar Litwinow, auf sein Schreiben vom 6 Dezember zwecks baldiger Einberufung des Vordere!- tunqsausschusses und Beratung des sowjetruistichen Ent­wurfs zur vollständigen Abrüstung innerhalb vier Jahren unter Berufung auf die Beschlüsse der letzten Bundesver- san mlung nunmehr geantwortet. Nach reiflicher Über­legung habe er (Loudon) den Ausjchuß erst. zum 15. Kpril nächsten Jahres zn einer neuen Tagung einberufen, ^n dem Antwortschreiben heißt es:Ich bin der Meinung, daß für eine erfolgreiche Fortsetzung der von dem Vor- bereitunqsausschuß übernommenen Aufgabe, die auf dem bereits abgefteeften Weg fortgeführt werden soll, die nächste Sitzung erst im nächsten April statifmden sollte.

^as zweite Projekt, das die sowjetrustische Delegation na» Ablebnung ihres Entwurfes für eine sofortige, voll­ständige Abrüstung zum Zwecke einer etappenweiien Pcr- wirklichunq der Abrüstungsverpflichtung eingebracht hatte, wird in dem Schreiben des Präsidenten Loudon nicht be- sorders erwähnt, so daß man das. Schreiben Loudons bereits für eine wenn auch unausgesprochene ^lblehnung der russischen Vorschläge hält.

Waldecks Vereiniquna mit Preußen.

Im Landtag zu Arolsen angenommen.

Die waldecksche Landesvertretung in Arolsen hat in zweiter und letzter Lesung mit 12 gegen 5 Stimmen das Gesetz verabschiedet, nach dem die Vereinigung des ehe- matigen Freistaates mit dem preußischen Regierungs­bezirk Kassel vollzogen wird. Sitz des Zweckverbandes, der das ganze Domanialvermögen des ehemaligen ?xret» stattcs Waldeck verwaltet, ist Corbach. Auf je 3000 Ein­wohner soll ein Abgeordneter gewählt werden, so daß in den Provinziallandiag der Provinz Hessen-Nassau drei Abgeordnete entsand werden.

Berliner Berhandtungen im Werfi- konsiikt am Mittwoch.

Arbeitsstreitigkeiten in Stettin.

Da beide Parteien int Werstkonflikt den Schieds­spruch abgelehnt haben, sind sie jetzt zu Nachverhandlungen übe- eine Verbindlichkeitserklärung für nächsten Mittwoch ins llcichsarbeitsministcrium geladen worden.

Wie vom Teutschen Melallarbeitervcrband mitgeteilt wird. Hat die Vereinigung der Eiseuindustriellen Stettins den für die Stettiner Metallindustrie geltenden Lohntarif zum Ablauf des Monats Januar getünbigt. Auch der Arbeitgeberverband der Zentralheizungsindustrie hat für den in dieser Industrie bestehenden Lohn- unb Mantel- taris bie- Kündigung ausgesprochen mit der Absicht, am 1. Januar 1929 die Löhne um 10 Prozent abzubauen.