Gegenwartsfragen der preußischen Landkreise.
Im Kommunalwissenschaftlichen Jnstilut der Universität Berlin hielt der Präsident des Deutschen und Preußischen Landkreistages, Dr. von Stempel, einen Vortrag über „Gegenwartsfragen der preußischen Landkreise". Er begann mit einem historischen Ueberblick über die Entwicklung kreis- kommunaler Selbstverwaltung ausgehend vom Emanzipationsedikt 1807 über das Gendarmerie-Edikt vom 30. Juli 1812 bis zur Kreisordnung von 1872, die die heutige Grundlage für die Kreisverfassung bildet.
Nach Behandlung des Wahlrechts und der Finanzgrundlagen des Landkreises behandelte der Redner das Für und Wider der neuerdings wieder stark in den Vordergrund treten- . den Frage der Kommunalisierung des Landrates.
Das gewaltige Anwachsen der Aufgaben der Landkreise auf dem Gebiete des Verkehrs, Gesundheits-, Wohlfahrts-, Bil- dungs-, Jugend- und Kreditwesens erfordert für ihre Verfassung eine größere Anpassungsfähigkeit und für ihren Bestand eine größere Stabilität. Die Bestrebungen der Landkreise gehen dahin, die sozialen Zustande des flachen Landes durch Ausgestaltung der hygienischen und sozialmedizinischen Anstalten zu verbessern, sowie durch Intensivierung das Wohnungsbaues
den Gesundheitszustand und das seelische Wohlbefinden aller Kreise der ländlichen Bevölkerung zu heben. Diese Aufgaben erfordern eine bessere Anpassung der Betätigungsmöglichkeit an die moderne Entwicklung der Verhältnisse. Landkreise und Großstädte können nutzbringend zusammenärbeiten auf dem Gebiete der industriellen Ansiedlung und der Arbeiterwohnsiedlung. Der Vortragende bemerkte sehr treffend, daß die Wohnungsnot in den großen Städten, größeres Wohnungselend jedoch auf dem Lande zu finden sei. Alle diese Ausgaben können nur gelöst werden unter möglichst breiter Zusammenfassung der mannigfaltigen wirtschaftlichen und geistigen Kräfte eines räumlich nicht zu eng begrenzten Gebietes.
Vielfach wird der Landkreis als landwirtschaftlicher Kreis aufgefaßt. Das entspricht in keiner Weise der Wirklichkeit. Die Industriebevölkerung, die in den Großstädten arbeitet, aber in Landkreisen ihren Wohnsitz hat, stellt einen sehr beträchtlichen Bestandteil ^rer Landkreisbevölkerung dar. Infolgedessen dient die Arbeit der Landkreise gleicherweise der Jndustriebetriebs- bcvölkerung wie den übrigen Berufsständen in Stadt und Land.
Der Vortragende stellt an treffenden Beispielen die Ab- hänigigkeit der Landkrcisarbeit von einem gerechten Finanz- I ausgleich und von einer endgültigen Regelung der Gebiets- i Verhältnisse zwischen Stadt und Land dar. Er beleuchtet die 1
Gefahren, die dem Gesamte ohl der Bevölkern»«, v - fortschreitende Erotzstadtbilb^ drohen. MammmkW tino mindern die Anteilnahme der Bevölkerung mb »'' Der» ^..Selbstverwaltung. Ihre Verwaltung in dabei
Welse billiger. Eingemeindungen großen Stils mi^-^'ner allem seitens der Großstädte immer wieder erftr^t *e vor können nicht als Mittel angesehen werden, i s Volkes zu fordern. ^vhl ^5
Die Frau als Amerikas Finanzmacht
Dreft Feststellung E Bessie Q. Mott die sitzende des amerikanischen „National-Komitees für bL k Ziehung der Frauen in Geldangelegenheiten" in dem Bank-Journal" Von den 72 Milliarden Lohn- unf&^ gelbem, die sahrlich in Amerika ausbezahlt werden, geben! Frauen etwa 85 Prozent aus, über weitere 10 Pro' sie streiten Einfluß und nur über die übrigen verfugen bie Männer. 85 Prozent sämtlicher Sparkonti lauten auf Frauen. '
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K-5E 3074. Spielhöschen aus hellgrünem Waschsamt mit einer leicht zu arbeitenden bunten Stickerei.
man es ja und meist ist man überrascht von dem guten Erfolg. Mit Selbstvertrauen und einem guten Schnitt kann man der erwachsenen Tochter glühenden Wunsch nach einem Tanzkleid erfüllen. Die Seide gibt es billig im Weihnachtsausver- kauf, die Nähte sind schnell zusammengenäht und auch die moderne Dolantgarnierung ist keine Hexerei. Sie erfordert
V 1947. Die moderne Stagengarnitur aus weißem oder zartfarbigem Georgettekrepp mit eingerollten Ständern.
nur ein paar ruhige Abendstunden. Und welche Ueber- raschung wäre eine elegante Pelzjacke? Aus Breitschwanz, dieser schönen, natürlich wirkenden Imitation, gearbeitet mit einem ebenso schönen imitierten Hermelinkragen, den man auch fix und fertig zu kaufen bekommt. Eine Kleinigkeit für geschickte Hände sind die modernen kleidsamen großen Kragen,
K 4094. Hübsches Tanzkleid aus wafferblauem Chinakrepp mit gezogener Passe, gezogenem Gürtelteil unb vielen schmalen gezogenen Volants gearbeitet.
as wünscht man sich nicht alles und wen alles möchte man nicht beschenken! Man sieht in den Läden so viele hübsche Dinge, die man gern verschenken möchte, aber wenn man sich dann ausrechnet, wieviele Geschenke man zu machen
het unter Berücksichtigung des Weihnachtskaffenfonds, der zu diesem Zweck zusammengespart uitb — verdient wurde, dann kommt leider auf den einzelnen nicht soviel, als daß man all die hübschen Sachen kaufen könnte, die als Gabe Freude machen würden. Man verzichtet ungern und holt deshalb alle, manchmal schon vergessenen, Handfertigkeitskünste wieder hervor. Versuchen kann
H 1400. Eine elegante Pelzjacke aus schwarzem Breitschwanzsamt mit imitiertem Hermelinschalkragen.
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die man jetzt so gerne am Nachmittagskleid trägt, zusammenmiteinerMan- schette von beträchtlicher Höhe und Weite. Eine solche Garnitur, recht duftig aus Georgettekrepp gearbeitet, gibt einem einfachen Kleid ein sehr modisches Aussehen, und man kann gar nicht genug davon besitzen. Ebenso wie Blumen. Jede Frau kann man mit einer Blüte beglücken, besonders, wenn man sie recht paffend zu einem ihrer Kleider herstellt. Ist erst die erste gut gelungen, dann verschenkt man sicher eine ganze Reihe. Auch eine einfache Bluse arbeitet sich leicht, und ist aus hübscher Seide hergestellt, rin sehr paffendes Ge
B 1423, Eine neue Bluse zum Kostüm oder zum dreiteiligen
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schöner Morgenrock
3802. Ein vraktischer Morgenrock aus chwerer waschbarer Herren- /emdseide, streifig gemustert, •mit einfarbigem Besatz.
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ein schmal fallendes Jabo:.
Anzug. Seide.
Material gemusterte Als einzigen Aufputz
schenk bei der Mode des Iäckchenkleides mit aus- wechselbarem Jumper.
Heddy Hadank.
V 1775. Zwei hübsche Blumen. Die linke hängende zum Abendkleid, die rechte als Ansteckblüte für den Tag. Material ist Chiffon ober Setbeniamt. Am besten das Material des Kleides, zu dem die Blume getragen werben soll.
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ROMAN v. WOLFGANG MARKEN j
DURCH VERLAG
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64) (Nachdruck verboten.)
„Wie ist das Befinden des Herrn Karner?" „Gut! Es besteht keine Lebensgefahr mehr." Wie ein Aufatmen ging es durch die Journalisten. „Ist mit einer völligen Gesundung zu rechnen?" „Nach Aussage des Arztes: Ja!" „Wird es lange dauern?"
„Das weiß ich nicht!" wich Hallendach aus.
„Wer hat jetzt die Oberleitung über das Werk?" „Herr Karner hat mir alle Vollmachten erteilt?" Die Hochachtung vor dem blonden Hünen wuchs.
„Wo befand sich Karner nach seinem sensationellen schwinden?"
„Darüber hat sich Herr Karner noch nicht geäußert.
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Weiter gingen die Fragen, bis Hallenbach nach etwa 20 Minuten die Uhr zog und ruhig sagte: „Nur noch eine Frage, meine Herren. Meine Zeit ist um."
Und die letzte Frage lautete: „Wird Herr Karner seine Bedingungen ändern? Ist in absehbarer Zeit auch mit einer Belieferung des Auslandes zu rechnen?"
Hallendach antwortete fest: „Nein! Karners Wort gilt für immer. Daran wird sich nichts ändern."
Rücksichtslos war es ausgesprochen, und alle, die den blonden Riesen ansahen, wußten, daß er so fest und unerschütterlich war wie der Herr der Karnerwerke selber.
Am andern Tag traf Wladimir Michailoff ein.
Hallendach hieß ihn herzlich willkommen und dankte ihm für das, was er zusammen mit seinem Bruder geleistet hatte.
Lange währte die Unterredung, in deren Verlaufe sie einander austauschten, was sie in der Zwischenzeit erlebt hatten.
Maximilian Michailoff aber befand sich immer noch gefangen an Bord des Panzerkreuzers „Queen Elisabeth." Dieser Umstand beunruhigte Hallendach sehr, aber Wladi- mir war ohne Sorge um den Bruder.
„Maximilian wird uns nicht grollen, wenn er noch einige Wochen auf der Queen bleiben muß. Ich bin fest überzeugt, daß England Maximilian freigibt. Schlecht behandeln wird man ihn bestimmt nicht."
Sie einigten sich daraufhin, zu warten.
11.
Seit dem Wiedererscheinen waren vier Wochen vergangen.
Am 15. August überreichte der englische Gesandte Ramsay im Auftrage seiner Regierung eine Gemeinschaftsnote der englischen, französischen, italienischen und spanischen Regierung.
Man wies in dieser ziemlich scharf gehaltenen Note darauf hin, welche Gefahren der Weltwirtschaft durch Karners Erfindung und eine einseitige Anwendung auf Deutschland allein drohten und fragte bei der deutschen Regierung an, ob sie gewillt sei, für die alliierten Mächte ein Abkommen mit Herrn Karner zu treffen. In einer Ablehnung müßten die alliierten Mächte eine unfreundliche Handlung erblicken, die geeignet sei, die alliierten Mächte zu Maßnahmen zu zwingen, deren Auswirkung in wirtschaftlicher Hinsicht für Deutschland bedeutend würde.
Die Note erweckte stürmischen Protest bei der Regierung und im deutschen Volke.
Man verlanate eine glatte Zurückweisung der Note.
yer Mmyterral trat zusammen, debattierte endlos. Es wurden Besprechungen mit Wirtschaftsführern gepflogen, der Reichsrat und der Reichstag beschäftigten sich damit. .. und es kam nicht zu der verlangten scharfen Ablehnung.
Man teilte den alliierten Regierungen mit, daß man gewillt sei, für sie mit Herrn Karner Verhandlungen zu pflegen.
Am Tage nach der Reichstagsdebatte über die Note bat Karner Hallenbach zu sich.
Er saß in dem hohen Lehnseffel, noch immer bleich und krank, aber das Mumienhafte in seinem Aussehen war gewichen. Schon ähnelte er dem gesunden Karner wieder.
Auch das Sprechen fiel ihm leichter. Nur leiser war ‘»ine Stimme.
„Es geht mir besser, Herr Hallendach! HoffentUch bin ich bald wieder auf den Beinen."
„Schonen Sie sich recht, Herr Karner!" bat Hallendach. „Werden Sie erst richtig gesund, ehe Sie die Arbeit wieder sutnebmen."
1 „Gewiß will ich das, lieber Freund!" lächelte Karner. „Aber zu lange darf das nicht mehr dauern, sonst meroe Sie mir krank. Man sieht Ihnen an, daß Sie von der Der Arbeit strapaziert sind."
Hallendach war darob förmlich erschrocken. .
„Ich bin's aber nicht!" sagte er. „Sie irren bestimm Ich fühle mich jetzt sehr wohl. Mich haben nur die LH Nisse der letzten Zeit, Ihr Verschwinden, Ihre Krankheit! , mitgenommen. Aber jetzt kann ich wieder Berge -
Karner sah ihn dankbar an und sagte dann: „Ich ® von Ihnen nur einen Bericht über die Lage haben.
„Herr Karner. . .," bat Hallendach. , «x
„Ich weiß schon, lieber Freund! Ich soll mich „schonen.
will es ja auch, aber mein Kopf kann arbeiten.
„Im Werk ist alles seinen Gang gegangen. Wir y keine Stockungen."
Karner wehrte mit einem Blick ab. „Nicht vom W Da kenne ich Sie zu gut, und ich weiß, daß alles^ i geklappt hat. Von draußen sollen Sie mir erzählen.
„Von draußen!" Hallenbach war es sichtlich unang y . davon sprechen zu müssen. „Draußen sieht es . . - n günstig aus. Die deutsche Regierung hat eine Marse Der alliierten Mächte erhalten, die gewissermaßen v verlangt, sie solle dafür sorgen, daß die alliierten Ihren Strom erhalten."
"Und?"
„Die deutsche Regierung hat sich bereiterklärt, die ~ Handlungen zu führen. Ich rechne damit, daß wir « Bevollmächtigte der deutschen Regierung hier haben w» '
„Man wird Sie nach Berlin bitten, lieber Hallen Aber. . ."
„Ich weiß, Herr Karner. Wer was von uns wm, soll zu uns kommen." ,
»Das können wir verlangen und werden es tun. , t< Karner schwieg und schien in Gedanken. Schließlich I » er tiefaufatmend: „Die Entscheidung wird rascher kow als mir ahnen. Ach, wenn man in das Herz des sehen könnte."
Hallendach pflichtete ihm bei. ,
„Wie hatte unsere Arbeiterschaft das . . . Erlebm genommen?"
(Fortsetzung folgt )