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Ar. 283 Donne- stag, 13. Dezember ms

Oie Krise im Zentrum.

Politik und Gewerkschaften.

Die Reichstagsfraktion des Zentrums beschästiai"Nck zurzeit mit der Neubildung des F r a k t i o n sv o r - stand es, dre als eine Fortsetzung der in Köln kürzlich getroffenen Entscheidungen erscheint. Es ist selbstverständ­lich, daß die beim Kölner Zentrumstag offenbar ge­wordenen U n st i m m i g k e i t e n auch bei der Fraktions­vorstandswahl nachwirken. Aber dazu trat nun über­raschend ein neues, schwieriges Moment, und zwar eine

Erklärung des Abg. Stegerwald, dessen Wahl zum Parteivorsitzcnden in Köln bekanntlich vereitelt wurde und der nun in feiner Veröffentlichung die Beweggründe dazu und die Entwicklung bis zu seiner Ablehnung darstellt.

Er selbst, Stegerwald, habe nicht, wie behauptet werde die Partei m eine schwierige Lage gebracht, sondern die 'W lrunisparter habe ihm, Stegerwald, seine politische Rrbci? für die Zukunft außerordentlich erschwert. Er habe sich nie um den Vorsitz der Partei beworben. Vielmehr sei mehrfach auf ihn eingcwlrkt worden, den Vorsitz der Reichstagsfraktion zu iibernehrnen, insbesondere nach dem Wiederzusammcntritt des Reichstages im November Demgegenüber habe er erklärt er müsse es ablehnen, auf der einen Seite parteipolitisch und gleichzeitig auf der anderen Seite gewerkschaftlich herausgestellt zu fern. Er tverde künftig entweder ganz den Gewerkschaften oder ganz der Partei gehören. Solle er in erster Linie politisch tet!g sein, dann sei er geneigt, seine sonstigen Ämter aufzu­geben. Das tue er nur in dem Falle, daß er vor eine größere Aufgabe als in der christlichnationalen Arbeiterbewegung ge­stellt werde. Das könne er nur in der

gleichzeitigen Führung der Fraktion und der Partei sehen, da nur das eine größere Aufgabe als seine bisherige Tätigkeit ser: Nur dann sei er bereit, seine gewerkschaftliche Drhrerstellung dranzugeben. Von alledem sei in Köln nicht die Rede gewesen. Nachdem der Ausschuß der Partei, der etwa zur Hälfte aus Beamten zusammengesetzt sei, entgegen dem Vor­standswillen ihn abgelehnt hatte, habe er erklärt, jetzt gebe cs keine Kavitulation, jetzt gebe es nur eine Entscheidung in offener Feldschlacht. Trotzdem habe der Vorstand und das We ihn persönlich gekränkt ohne weiteres vor dem Aus- kapituliert und in völliger Verkennung der Auffassung her Arbeiterschaft geglaubt, nunmehr an Stelle des einen einen anderen Arbeiterführer für den Parteivorsitz vorschlagen sollen

Die Erklärung hat natürlich die größte Aufregung in den führenden Zentrumskreisen wachgerufen und man spricht davon, daß die Partei eine Antwort auf Steger Walds Angaben veröffentlichen wolle. Daß man nunmehr Stegerwald als Vorsitzenden der Reichstagsfraktion wählt, wie beabsichtigt war. erscheint fast als ausgeschlossen, zumal man ihm vorwirft, den Riß zwischen Arbeiterschaft und anderen Mitgliedern der Partei, namentlich der B e - amten, wesentlich verbreitert zu haben.

.. rDer Boche zahlt alles."

Metrugsanzeige gegen Senator Kl 0 tz.

Wegen den ehemaligen französischen .Finanzminister Klotz, dessen Name neben dem Namen des damaligen Ministerpräsidenten Clemenceau unter dem Versailler Ver­trag steht, ist wegen Ausstellung ungedeckter Schecks, Be­truges und Wechselfälschung Anklage erhoben worden.

Loucheur soll versucht haben, die atls einem Autokauf herrührenden Verpflichtungen des späteren Finanz­ministers, der im 61. Lebensjahre steht, durch eine Samm­lung unter Parlamentariern zu decken, ja, man soll sogar die Absicht gehabt haben, die Geheimfonds der Regierung in Anspruch zu nehmen. P 0 i n c a r o soll jedoch energisch Widerspruch gegen solche Pläne erhoben haben. Auf Ver­anlassung P a i n l e v tz s wurde Klotz, der jetzt Senator ist, dann in einem Nervensanatorium untergebracht, aber das konnte ihn vor der Anklageerhebung nicht mehr schützen. Klotz war es, der in einer Parlamentsrede über die deutschen Rcparationsverpflichtungcn das berü hmte Wort sprach:Der Boche zahlt alles!" Die Schulden des als sehr flott und lebenslustig bekannten Herrn Senators scheint der Boche aber doch nicht zahlen zu wollen oder zu sollen!

GmärMrssrge für berufsühliche

Arbeitslosigkeit.

An nähme der Regierungsvorlage.

Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages fanb die Abstimmung über die Sonderfürsorge bei berufs- üblicher Arbeitslofigkeit statt. Zur Erledigung stand zu­nächst der von den Sozialdemokraten, dem Zentrum und der Deutschen Volkspartei eingebrachte Kompromißantrag, von dem sich die Sozialdemokraten wieder zurückgezogen haben. Die Deutschnationalen, die in diesem Antrag eine Verbesserung der Regierungsvorlage sahen, stimmten ihm zu. Trotzdem wurde der Kompromißanträg abgelefint, da cufter den Sozialdemokraten jetzt auch von den vier Zen­bumsabgeordneten zwei gegen den Kompromißantrag stimmten . Der Ablehnung verfiel auch ein dentsümatlo- Wer Änderungsantrag, bei größerem landwirtschaftlichen Besitz die Unterstützung zu versagen. Mit schwacher Mehr- heit fand dann schließlich die ursprüngliche Regiernngv- Vorlage die Zustimmung des Ausschusses, und Mar mit der Änderung, daß das Gesetz bis zum,30. September 19j bcfristet wird Da die Vorlage zugleich dre Bewilligung von 28 Millionen Mark vorsieht, also finanzielle Aus- v'irkungen hat, muß sie noch die Zustimmung des Hau^- daltsansschusses des Reichstages finden, der sich ani Donnerstag mit ihr beschäftigen wird.

Kongresse und Versammlungen

ÄltSÄ^

^. daß alle Verhandlungsfragen unter dem MchtSpunkt der La»d flucht zu betrauten seien. Die Industrie hatte ihren ^rbeuerbedari aebedt sie habe sogar ein Heer von urveu^ i°sen, trotzdem bestehe die Landflucht 1933 werde 'wn^aber durch den Geburtenrückgang ein Wettbewerb um . ' ö & ^afte einsctzen. Das könne für das Land eine Slata Ph intern Die Tagesordnung wurde in ^feraten, die der G ichaftsführer des Vereins Okonomierat LemblL^run, stattete, und in den anschließenden Aussprachen erledigt. ^ ^uptversammlung findet am 31. Januar und 1. Februar

Aus Äsn Parlamenten.

Die Busdehnnüg der Mallperfichrnmg.

Abstimmungen im Reichstage.

-(2. Sitzung.) CB. Berlin, 12. Dezember.

Die zweite Beratung der Novelle über die Ausdehnung ver all verficht ru il g wurde fortgesetzt. Artikel 1 ber Vorlage, der die Erweiterung der Unfallversicherung auf eine große Anzahl von Betrieben und Tätigkeiten vorsieht, wurde in^der Ausschußfassung angenommen Zum Artikel lla, der dre Versicherungspflicht des kaufmännischen und Ver- walmngspcrjouals des sonst versicherten Betriebes feftlegt, werden lämUichc Änderungsanträge der verschiedenen Par­teien mit wechselnden Mehrheiten abgelehnt. Zum Artikel t her die Mitglieder geistlicher Genossenschaften und Schwestern von Tlakonisfenmutterhäusern, die lebenslänglich versorgt sind, von der Versicherungspflicht ausnimint, wird cm Zusatzantrag angenommen, der die Ausnaümebcstimmun- gen auch auf die Schwestern von gleichartigen jüdischen Mutterhäusern ausdehm.

Der Rest des Gesetzes wurde im Wesentlichen in der Aus- schuß,ggnng genehmigt. Der Antrag des Reichsrates, den Landern d'.c Mehrkosten zu erstatten, mürbe gegen Dentsch- nationale, Wirtschaftsparlci und Kommunisten abgelchnt. Angenommen wurden die Ausschußentschließungen über eine weitere Arisdehnung der Unfallversicherung und über eine Neuregelung der Leistungen ebenso mit den Stimmen der ylntragftencr und der Sozialdemokraten bei Stimmenthaltung des Zentrums, und ferner eine kommunistische Entschließung, daß Personen, die ans Anlaß eines Unfalls in Feuerwehr- betrieben oder anderen kommunalen, jetzt der Versicherung neu unterstellten Betrieben versorgt werden, in ihren Bezügen "ach dem Inkrafttreten des Gesetzes nicht gekürzt werden, auch wenn cs sich um freiwillige Leistungen handelt. Die dritte Beratung des Gesetzentwurfes wurde zurückgestcllt.

Tic Erhöhung deS Zuckerzolls.

Tas Haus wandte sich dann der ersten Beratung des Gesetzentwurfes über die Erhöhung des Zuckerzolls auf 25 Mark zu. Die Vorlage bringt im Interesse Der Konsu­menten eine Beschränkung dahin, daß Der Zoll wieder herab­gesetzt wird, wenn der Zückerpreis an der Magdeburger Börse 21 Mark für 50 Kilogramm übersteigt.

Abg. Frau Sender (Soz.) hält den in der Vorlage fest­gesetzten Zückerpreis für 'm hoch. Sie kündigt für den Aus­schuß Abändcrungsanträge an.

Abg. Hörnle (Komm.) bekämpfte die Vorlage, die darauf den: Handelspolitischen Ausschuß überwiesen wurde.

Verschiedene Anträge auf Bereitstellung von Mitteln zur Hilse für die Sturmgcschädigten wurden Dem Volkswirtschaft­lichen Ausschuß überwiesen Ein kommunistischer Antrag wegen beschleunigter Auszahlung der örtliche» Souderzuschlügc an die Beamten wurde dem Haushaltsausschuß überwiesen. Ein ivciterer kommunistischer Antrag, der eine Weihnachts- beihilfc für die Sozial- und Kleinrentner tn Höhe von 30 Mark verlangt, wurde dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen.

Darauf vertagte sich das Haus.

Handelsverträge und -abkommen.

Genehmigung durch den Auswärtigen Ausschuß. x

Der Reichstagsausschuß für auswärtige AngelegeN- heiten behandelte einen Gesetzentwurf über ein Protokoll und einen Notenwechsel zum deutsch-französischen Handelsabkommen. Von Negierungsseite wurde hierzu bemerkt, daß beide Teile bestrebt gewesen seien, sich gegenseitig die Erleichterungen zu gewähren, die der Ent­wicklung der Handelsbeziehungen beider Teile sörderlich sind, ohne die Interessen des eigenen Landes zu beein­trächtigen. Der Ausschuß erklärte sich mit der Regierungs­vorlage einverstanden.

Auch mit den Gesetzentwürfen über den Handels« und Schiffahrtsoertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Südafrikanischen Union sowie über einen Noten­wechsel zu der deutsch-französischen Vereinbarung über den Warenaustausch zwischen dem Saarbeckengebiet und dem deutschen Zollgebiet erklärte der Auswärtige Aus­schuß sein Einverständnis. Es folgte die Beratung des Gesetzentwurfs über den Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Panama. Es erschien ratsam, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern auf eine feste vertraglich? Grundlage zu stellen. Die Annahme dieses Vertrages erfolgte ohne

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3m hrenNendsn Flugzeug.

Der Tod des Pour-ls-morito-Fliegers.

Das schwere Flugzeugunglück bei L c tz l i n g e n, Dem die drei Mann starke Besamung des Flugzeuges zum Opfer fiel, während der einzige Passagier wie durch cm Wunder gerettet werben konnte, hat sich nach Berichten von Alrgenzcügcu fulgcnbcrmavcn ereignet: Es war vsfcn- sichtlich, daß der Flugzeugführer nach einem Linrdungs- plab suchte, was bei der herrschenden Dunkelheit große Schwierigkeiten bereitete. Plötzlich schoß aus dem Ftng-

Das verunglückte FlugzeugRheinlanv".

rcua eine gewaltige Stichf 1 an« me hoch. J'N gleichen Augenblick senkte sich vas Flugzeug zur Erde. Während die dreiköpfige Besatzung ihr Leben einbugte, konnte der Passagier namens Ge 0 r g H c r m a n n aus Ohligs schwer verlebt aus den Trümmern geborgen werden. Er fand Aufnahme im Kreiskrankenhaus Garvc- ^^Der beim Flugzeugabsturz tödlich verunglückte Flug- kapitän Dörr, der im Jahre 1887 geboren qt und während des Krieges als ^Jagdflieger

mit dem Pour le mérite ausgezeichnet

wurde, war einer der bewährtesten Flugzeugführer der Deutschen Lufthansa, der bereits 572 000 Kilometer un planmäßigen Lustverkehr zurückgelegt oatt*..

1 ^er gerettete Passagier, der Brandwrrnden erlitten und sich beim Sturz die Zunge durchgeblssen hat, konnte über den Hergang der Katastrophe nicht viel au -Zagen,

^" ^ im Schlaf von dem Absturz überrascht wurde. Als er durch den Aufprall erwachte, schlugen die Flammen bereits in die Kabine, ^ gelang ihm mit Kroger Mühe, durch die Flammen hindurch die Zur zu

weitere Aussprache. Bei dem Handelsabkommen zwi­schen dem Deutschen Reich und der Republik 6 n i n a erklärte der Regierungsvertreter, der Handel zwischen Deutschland und China hatte in der Zeit nach dem Weltkriege die Vorftregszahlen bald wieder erreicht und seit dem Jahre 1925 bereits über­schritten. Die Zunahme ist hauptsächlich der chinesische» Ausfuhr nach Deutschland zugute gekommen. Das Ab­kommen wurde genehmigt. Ebenso wurde der Pergteichs­vertrag und der Schiedsgerichtsvertrag zwische,i dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten von Amerika angenommen. Bei der Beratung des deutsch-- ts.bechoslowakischcu Bei ;» um die Gn izover handele es sich um eine nicht schiffbare Stromstrecke. Der Aus­schuß erklärte sich mit dieser Vorlnae einverstanden.

Ernste Lage der preußischen Finanzen.

(22. Sitzung.) tt. Berlin, 12. Dezember.

Der Preußische Landtag überweist zunächst einige Ur­anträge den zuständigen Ansschüsscn, barunter einen kom- munistischen Antrag, wonach die am 14. Januar nächsten Jahres fällige zweite Hälfte der für die Ablösung ber ört­lichen S 0 nderz u s chläqe an die in Frage kommenden B e a m t e n zu zahlenden Abfindungsbeträge noch vor Weih­nachten ausgezahlt werden soll. ES folgt dann Die

erste Lesung des Haushalts für 1929,

zu der sämtliche preußischen Staatsminister unter Führung des Ministerpräsidenten Dr. Brailu zugegen sind.

Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff weist zunächst darauf hin, daß mit einem Anwachsen der Stencreiniiabineu nun nicht mehr gerechnet werden könne und daß sich daraus Die ernste Lage der öffentlichen Finanzen ergebe. Sie mache cs auch erforderlich, daß die B e s 0 l d u u g S b e w e g u 11 g, für die er sich mit starkein Nachdruck eingefegt habt, nunmcür z u r Ruhe komme. Der Minister crwälmtc baun die Abschluß-» »ahleu des Haushalts, die für den Bruttoctat in Einnahme und Ausgabe mit 4172 Millionen abschlicßeu und damit ein Mehr von 64,5 Millionen aufwiesen, Im Rettoelat aber be­trügen die Mehrausgaben nur 20,1 Millionen. Sie erklärten sich daraus, daß die reinen Verwaltungsausgaben um 12 Mil- < Honen gestiegen seien. Diese Mehrausgaben von rund 20 Mil­lionen würden durch

höhere Erträgnisse der GrundveriiiögenSstcuer und durch ttbcrfdjüffc der Betriebe zu decken sein. Die preu­ßischen Stencrgesctzc, die an sich Ende März nächsten Jahres ablicfcn, würden vorläufig verlängert tverden muffen, da Die Steucrvercitthcitlichuugsgcsetzc des Reiches frühestens mit April nächsten Jahres in Kraft treten köünteu. In Preußen seien in den vergangenen Jahren rund 800 Millionen Mark Anleihen für werbende und produktive Zwecke bewilligt worden. Bedenklich sei es allerdings, daß die Anleihen hinter den Anleiheausgabcn herhinklcu und daß zurzeit rund 151 Millionen Mark Vorschüsse auf bett Anleihekonten zu ver­zeichnen seien. Mau Werbe die

Anleiheauögabcn stärker drosseln müssen. Angesichts Der starken Anspannung des Hanshalts fei die Forderung besonders zu betonen, daß Ausgaben nur dann bewilligt werden, wenn die Deck u N g für sie borbanben ist. Dcr Minister betonte zum Schluß, es b»- stehe teilt Amlaß, mit krisenhafte« Erscheiuuugcn tu der Wir»- schaft und auch in der Landwirtschaft zu rechnen, wenn auch ein Teil der

Landwirtschaft im Osten durch übermäßige Verschuldung schwer betroffen sei. Die Steigerung der KultuSaitsgabcu von 32 Prozent im Jahre 1913 auf 43 Prozent des Zuschußbedarfs im Jahre 1929 be­weise, daß Hauptaufgabe in Preußen die Entwicklung der geistigen Kräfte des Volkes sei.

Äach der Rede deS Ministers vertagte sich der Sankt«« auf Donnerstag.

Keine Aussprache über das Konkordat.

Staatssekretär Weisman« gab im Ältestc«ausschuß best Preußische« Landtages die Erklärung ab, daß bem Kabinett die Besprechung der deutschnaiionalcn Anfrage nach Dein Stande der Konkordatsvcrhaudlungeu zurzeit nicht erwünscht erscheine^ Mit Rücksicht auf diese Erklärung beschloß deß Ältestenrat, von einer Besprechung der Anfrage zurzeit abru- schen, so daß vor Weihnachten eine solche Besprechung lischt mehr erfolgen dürfte.

öffnen und ins Freie zil gelangen, wo er bewußtlos §11' sammenbrach. Der Funker des Flugzeuges ist anscheinend brennend in der ßitft abgesprungen und zer­schmettert. Die beiden anderen Toten konnten nur i ns verkohlten Zustand von ihren Plätzen geborgen werden.

Ue Wache des KlkmeuauWüüs.

Pcriiu. über Den Absturz des FlugzeugsRheinland" bet Letzlingen teilt Die Deutsche Lufthansa u a mit: Gut Maud in Der Luft ist auf Grund dcS Befundes an Crt Und SteUei ausgeschlossen, da Die Feuerlöscher weder automatisch «ach durch Die Besatzung in Tätigkeit gefeilt würben. Während der ganzen Zeit bis unmittelbar vor Dem Unfall hat Die Junten« Nation des Flugzeuges mit Den Bodcustatioueu Hannover uns Berlin laut Ausweis Der Funtmeldebücher über Weiter und andere Frage« gesprochen. Hierdurch scheint es auSgeichloMb zu fein, daß irgendein»' technisch- Störung vor big Aus dec Meldung des StrcckenftugzeugèS Loudon Berlin, das etwa acht Minuten vorher Vehlingen passierte geht cimrmnvjrei hervor, daß zwischen Ol'iöfelde und Poisdani, ganz besonder» jedoch bei Letzlingen, fdnvereë Schuccin iNc« unzureiclienver Sicht herrschte. Ter Flugzeugführer Torr oer zur Aufrecht­erhaltung her Angenverbiudrmg mit Der Erde und Den Nacht- feuern der Strecke sehr tief flog, ist allem Anschein nach in besonders schwere Scbnecböen hi ne füge rasen So hat er Die vor ihm liegenden 70 Meter hohen Hügel nicht erkenn:^ könn-n und ist gegen sie geflogen Die vorher vou ihm in Tätigtest gesetzten ßanbefadelu, Die zur besseren Erleünuna des GelcnrveK bienen sollten, sind irrtümlicherweise von Den Erdbeobachtern für Brand in Der Luft gehalten mordest. Die Einstchung d?L Feuers nach bem Unfall läßt sich durch Lectspriagen in . LienziutankS erkläre«

Zum Kampf der Lieder und Gesänge.

Im Jahre 1927 hatte der Deutsche Sängerbund erstmalig eine sogenannteSäugerwoche" in Nürnberg veranstaltet. Allerdings fehlte auf der ersten Nürnberger Säugerwoche ein wesentliches Moment, das für Die kleineren Vereine, insbeson­dere auf dem Lande, größte Bedeutung hat: das technisch leicht ausführbar Wed. Man vermißte volkstümliche Literatur. Diese Lücke auszufüllen hat sich die 2. Nürnberger Sänger- Woche, die im Juli nächsten Jahres stattfiuden wirb, zur Auf-' gäbe gemacht. Der Begriff voltStümlid), der zu Mißverstand Nissen Anlaß geben kann, darf nicht so ausgelegt werden, als handele es sich um die vielfach gerügten Schinachtstücke, die sich seit Jahrzehnten in der Literatur in unangenehmster Form breitmachen und zur Vcrüchtlichinachilitg des bcutfdKW MänneraesangS ganz wesentlich beigetragen haben. Diese Chöre lehnt.der Deutsche Sängerbund, der für die Nürnberger Sängerwoche verantwortlich zeichnet, ausdrücklich ab. Ter Endtermin oer Einsendungen 131. Dezember o. I.) dürste etwa eine Schlußsumme von 1500 Werken ergeben.

Über Zahl und Verteilung der Konzerte ist noch keine Ent­scheidung gefällt. Es besteht kein Zweifel, daß im Juli 192!) Nürnberg wieder der Treffpunkt aller derer werden wird, denen die Entwicklung deS deutschen Männerchores am Herzen liegt. -t