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Tageblatt für Rhön und vogelsberg^ ^d# h Zulöa- unö Haunetal ♦ Zulöser Kreisblä^p« ^ ^^
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ft, 255 — 1828
FuLds, Montag, 29. Oktober
jten unverbinülich.
Unabhängige Sachverständige
Menregekwg - Rheinland- räumöng.
Beschlüsse der Reichsregierung. , s Achdcm das Reichskabinett in seiner entscheidenden M zur Frage der geplanten Reparativnskonferenz Ertrag des Reichsministers der Finanzen über die Mentgcgcngenomlnen hatte, welche durch die bekannte Mbarung von Gens und die seither eingetretene Cnt- Wng in der Reparationssrage entstanden ist, ging Beschluß dahin, zusammen mit den übrigen be* ttifen Regierungen die nötigen Schritte zu tun, um den kl der Einsetzung einer unabhängigen Sach- ^t|tân digenkommission zur endgültigen und ^mndigcn Regelung der Kriegsschulden zu verwirk- f N des bedeutungsvoller, Sitzung nahmen sämtliche Mninister einschließlich des Reichskanzlers Her- kniil M ü l l e r teil. Einstimmigkeit herrschte darüber, i-k Sachverständige berufen werden sollen, die nicht an Wische Instruktionen eng gebunden sind. Die diplo- k#n Verhandlungen mit den beteiligten Regierun- M sollen schon in nächster Zeit ausgenommen werden, Matzes den Anschein gewinnt, als wenn die Initiative L von der deutschen Regierung ausgeben M was mehrfach in den letzten Wochen an auslan-- Stellen verlangt worden ist.
I Ilm die Regelungskonferenz.
I «4 die Pariser Zeitungen bestätigen die Meldun- |p<bencn die Vorbereitungen für die baldige Rän- teiet zweiten Zone int Rheinland getrosten würden, üssiziijsc. Stimme versucht zwar abzuschinâchen, aber «„Quoüdicn" schreibt z. B., wenn das Dementi recht «le, wäre eS um des französischen auswärtigen Amts neu zu bedauern, das hier eine Gelegenheit hätte, teil- elfe die schweren Fehler tvieber gutzumachen, die es bei st Verhandlungen über das englisch-französische Flotten- Momiß begangen hatte.
Inzwischen sind von Berlin auS die Anlvcisungeu für ik dcinschm diplomatischen Vertreter in Paris, London, lein, Brussel und Tokio abgegangen, die beauftragt «veröden Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, münd- ch tiiitjiiteilen, unter welchen Voraussetzungen man deut- Witë eine gedeihliche Arbeit der seinerzeit in Gens hc* ^offenen Konferenz von Sachverständigen zur endgül- W Bereinigung der Reparationssrage erhoffe. Als eine Miiwc Einladung zur Konferenz ist das natürlid) noch Afzüsassen. Der deutsche Botschafter in Paris, von isesch, ist nach Wiesbaden abgereist, um mit bem Reichs- liniltcr ?r. Stresemann Rücksprache zu nehmen. Die Wnung der Vereinigte«« Staaten wird durch die Botschaft in Washington von den Schritten der FW» diplomatischen Vertreter in den genannten fünf MlUdten unterrichtet lverden.
Siegt die Vernunft?
Ham jetzt ein bestimmter Beschluß der Reichsregie- der bekanntgcwordcnen Form vorliegt, so läßt länger nicht mehr daran zweifeln, daß nunmehr ; deutscher Seite aus die Reparationskonferenz i "^!?che angesehen wird, deren Verwirklichung w derhältiüsmäßig abgekürzter Zeit entgegensehen ü Hinweis in der Regierung aus u n a b h ä n - ^Sachverständige läßt sich wohl dahin verstehen, daß technischen Möglichkeiten erwogen L sollen und baß die m a t e r i e l l e n D i n ge, d. h.
1 ''«scheu Entscheidungen, erst dann als reif an- " werden können, wenn diese technischen Möglich- L Ma» geprüft sind und eine Einigung der betet* w. sie darüber erzielt ist. Die Parole wird also »Hier Politik, hier Wirtschaft", wie bisher L »iondern vielmehr „Politik und Wirtschaft sind jeder rugewiesenen Teile berechtigt, mitznraten Um endlich den auf ganz Europa und
^"Uf Deutschland ruhenden Alpdruck zu er- K "ar — was zu hoffen ist — hinwegzu- mit dieser Hoffnung nun trotz allem nicht liolirih Weile haben wird, steht ««ach ben bisherigen 'm letzten Jahrzehnt immer noch dahin, d, ™n Ztveifel unterliegen, daß die ainer«- robäiM^1 Iukündigungen, man wolle sich von den R iuseinandersetzungen möglichst fern halten, Men ? ^ie Erwartungen etwas herabdrücken |ilittie'tl f ielst Amerika auf der vollen, nicht modi- k ^l'iiuung seiner Schuldforderungen an Europa, Situation schwieriger, denn sowohl England K aber and, Frankreich operieren stets M'Vtung, die Abtragung ihrer Schulden ar« Rllen? "ur möglich, wenn ihnen völliges Zurück- i'm’* °ie deutsche Leistnngsfähigkeit, und sei es bis r" . ^allar, gewährt werde. Jmmethin ist auch I . iangft die Tatsache erkannt, daß es nicht „auf feinem Schein bestehen könne, tj* . Gesamtbernhigullg der wirtschaftliche»«. 1*11, b Jru r e"«geschlossen, eine tödliche Wunde z^ Erholung, selbst in Jahrzehnten nicht, k,MUrde. Deshalb mag Amerika als ein auch heute noch an dem anfänglich ge- jEsthalten, auf die Dauer sann es sich der u C|Weljen: der auf weite Sicht arbeifeude
“nett.
Vernünftige muß endlich nachgcvcn und das starre Prinzip der Unnahbarkeit verlassen. um überhaupt ein Ziel zu erreichen, in diesem Falle also, um endlich einer gesunden Entwicklung wieder die Bahn zu öffnen.
Wollen die Vereinigten Staaten wirklich die Abrüstung, wie ihre Präsidenten es mehrfach verkündeten, wollen sie ihren« am Boden liegende«« Exportgeschäft ivieber aufhelfen, so dürfen sie sich nicht von Europa ab- wenden. Die Welt ist zu klein geworden, um die Absonderung eines Teiles, und sei er auch finanziell und wirtschaftlich so mächtig wie die Vereinigten Staate«, zurzeit, ertragen zu können. Ähnlichen Gedanke«« gab auch der britische Premierminister Baldwin Ausdruck, als er bei einer Londoner Massenkundgebung zur zehnten Wiederkehr des Gründungstages der Völkerbundunion sagte, langsam breche sich bei ben Nationen das Gefühl Bahn, es müsse eine höhere Autorität als den Unfrieden zwischen den Völkern geben. Besonders betonte er auch das ante Verhältnis Englands zu Deutschland, den«
,W3eweliiT8iiiii MW gestartet wtb. Lakehurst, 29. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 1.58 Uhr (7.58 mitteleuropäische
Zeit) zum Rückflug nach
Rückfahrt auf nördlichem Kurs?
Der Start zum Rückflug des „Graf Zeppelin".
wtb. Lakehurst, 29. Okt. Begünstigt von der Hellen Mondnacht, den schwachen Wind und günstiger Windrichtung gelang es überraschend schnell, den „Graf Zeppelin" aus der Halle zu bringen. Diese Arbeit benötigte weniger als 10 Minuten. Als die Mannnschaften, die den „Graf Zeppelin" aus der Halle geholt hatten, die Seile losließen und das Rattern der fünf großen Motore die nächtliche Stille unterbrach, schoß der „Graf Zeppelin" aufwärts, bem Mond entgegen und beschrieb einen großen Kreis um die Flugstation, die seit seiner Ankunft von Deutschland sein Heim war. Dann nahm das Luftschiff nordöstlichen Kurs dem Ozean entgegen.
wtb. Lakehurst, 29. Okt. Der Start des „Graf Zeppelin" zu seiner Heimreise ging ebenso schnell und leicht von- statten, wie die Landung, die vor 14 Tagen erfolgte. Die Hilfsmannschaft, aus über 300 Matrosen bestehend, und durch die Manöver mit der Los Angeles trainiert, marschierte zu den ihr anaewiesenen' Posten, hielt den Luftriesen fest und auf das Kommando des Offiziers wurde das große Luftschiff, das über seine ganze Länge erzitterte, von den Seeleuten im Marschschritt aus der Luftschiffhalle gezogen. So wurde auch die Gefahr vermieden, daß das Luftschiff seine silbernen Flanke,« an den Pfosten der Luftschiffhalle zerriß. Das Luftschiff glich einem riesigen schwarzen Ungetüm, dessen Rücken von dem Lichte des Mondscheins silbern erglänzte. Das Luftschiff drehte sich daraus nordwärts und bewegte sich vorsichtig unter der bewährten Führung der Matrosen einer kleinen Bodensenkung zu, weit genug von der Luftschiffhalle entfernt, so daß nicht mehr die Gefahr bestand, daß es vom Winde gegen die Stahlpfosten getrieben werden könnte.
mtb. Lakehurst, 29. Oktober. Zum Aufstieg des „Graf Zeppelin" wird noch gemeldet: Um 12.30 Uhr wurden die Tore der LuftschiffhaNe geöffnet. Neun Eongschläge forderten die Mitfahrenden auf, einzusteigen. Zwischen den Fahrgästen und ben ZurÜckbleiVenden entspann sich eine angeregte Unterhaltung. Aka«« glaubte zunächst noch nicht, daß der Aufstieg des Luftschiffes unmittelbar bevorstehe. Nach kurzer Zeit aber wurde das Luftschiff an den Haltetauen aus der Halle geführt. Es erhob sich majestätisch in die monderhellte Nacht und war bald den Blik- ken der Zurückbleibenden entschwunden.
wtb. Lakehurst, 29. Oktober. Es wird erwartet, daß das Luftschiff den nördlichen Kurs nehmen wird. Man rechnet damit, daß es bei günstigern Wetter die ganze Fahrt in etwa 50 Stunden bewerkstelligen könnte.
„Graf Zeppelin" über Newyork.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" befand sich 3.16 Uhr „achtg (9.16 Uhr vorm. mitteleuropäische Zeit) über New- york. Es war in der Mondnacht deutlich zu erkennen.
wtb. Newyork, 29. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" schlug, nadjbem cs Newyork überflogen hatte, nordöstlichen Kurs ein.
wtb. Newyork, 29. Oktober. Der „Graf Zeppelin" überflog um 4 Uhr früh Curtiß Field auf Long Island.
wtb. Newyork, 29. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog um 5 Uhr früh Block Island nordöstlich von Long Island.
mächtigsten der ehemaligen Feinde. In England ist sicher der Konferenzgedanke auf guten Boden gefallen, benn schon beschäftigt man sich eifrig mit der Auswahl der Kandidaten für die britische Vertretung auf der Konferenz.
Auch in Berlin ist man der Ansicht, daß sich nunmehr Amerika direkt an den Arbeiten der Kommission beteiligen könnte, zumal die ersten Arbeiten durch unabhängige, von keiner Regierungsinstruktion abhängige Sachverständige in Angriff genommen werden sollen. Damit dürften die Vereinigten Staaten es leicht haben durch private Finanzmänner sich vertreten zu lassen. Ist diese Ansicht richtig, so würde ein großer Stein des Anstoßes und der Behinderung aus dem Wege geräumt sein, an dem bisher so vielerlei Bemühungen scheiterten.
* »
Präsidium und Vorstand des Neichsverbandes der Deutschen Industrie, die sich mit der Reparationsfrage beschäftigten, sind der einheitlichen Auffassung, daß sich Deutschland unter Wahrung seines Standpunktes positiv zu den kommende«« Reparationsverhandlungen einsteven müsse. Allerdings müßten die Vorschläge von der Gegenseite abgewartet werden.
Deutschland aufgestiegen.
wtb. Providence (Rhode Island), 29. Okt. Bei seiner Fahrt über Block Island hatte das Luftschiff eine Stunden- geschwindigkeit von ungefähr 120 km. Es fuhr in einer Höhe von rund 800 Metern in östlicher Richtung. Ein leichter Nordwestwind begünstigte die Fahrt.
Danktelegramme Dr. Eckeners.
wtb. Newyork, 29. Oktober. In den ersten Stunden der Rückfahrt des „Graf Zeppelin" richtete Dr. Eckener an den Präsidenten Coolidge, an den Marinesekretär und an den das Kommando in Lakehurst führenden Offizier Telegramme, in denen er für die der Zeppelin-Besatzung in Amerika gewährte Aufnahme seinen Dank aussprach.
Die Ladung des „Graf Zeppelin".
Außer den bereits erwähnten Baumwollballen nahm der „Graf Zeppelin" drei weitere Frachtstücke an Bord, bestehend aus zwei Reiseschreibmaschinen für die Freund
ilat»
Compan" in München, eine Kiste gravierter Kupferplat» ten, die vom Marinebllro von Ainerika einer Versicherungsgesellschaft zugestellt werden und ferner eine Kiste mit Seidenstoff, der nach dem Beginn des Amerikafluas des „Graf Zeppelin" gewoben wurde und das Luftschiff tn feinem Fluge über Newyork zeigt.
Washington, 27. Oktobr.
. _ . Am Rückflug des „Graf Zeppelin" nehmen drei Luftschiffsachverständige der amerikanischen Marine teil.
Die Liste der Passagiere wies im letzten Augenblick noch einige Veränderungen aus: Lady Drummond fehlte, da sie angeblich an einer Filmdarstellung des letzten Zeppelinflugs beteiligt ist. Auf der Passagierliste befand sich dafür William Ullman, ein Sohn des Teilhabers des bereits erwähnter« Josef Jessel. Das Gepäck der Passagiere war auf je 44 Pfund beschränkt. Die Post, die 32 Postsäcke füllte, hat ein Gesamtgewicht von 1531 Pfund.
Autounsall eines Passagiers des „Gras Zeppelin".
Wie die „B. Z." berichtet, stieß dein Pasiagier des „Graf Zeppelin" Josef Jessel kurz vor der Abfahrt noch ein Unfall zu. Jessel war mit seinen Familienangehörigen im Auto zu bem 16 km entfernten Lakewood gefahren, um zu Abend zu speisen. Auf der späten schnellen Rückfahrt über dunkle, schmale Zufahrtstraßen zur Flugstation stürzte das Automobil in einer Kurve um, wobei die Insassen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Jessel selbst erhielt Riffe und Abschürfungen im Gesicht, wurde schleunigst in Lakewood notdürftig verbunden und mit Jod eingepinselt und traf in Lakehurst gerade vor dem Abflug des „Graf Zeppelin" ein. Seine schwerer verletzte Mutter drängte ihren Sohn, trotz des Unfalls, sich die Mitfahrt nicht zu versagen.
Ziel der Rückfahrt Friedrichshafen, nicht Berlin.
wtb. Berlin, 29. Oktober. Wie Dr. Dürr dem W.T.V. auf Anfrage mitteilt, ist darnit zu rechnen, daß das Luftschiff zunächst nach Friedrichshafen führt und erst später den angekündigten Besuch in Berlin abstattet, bei dein es an dem Ankermast in Staaken anlegen wird. Nach einge- gangenen Nachrichten hat „Graf Zeppelin" bereits günstigen Wind und scheint gute Zeit zu machen. Sollte Dr. Eckener auf der nördlichen Route bleiben und an Irland herunter steuern, so würde der Kurs über Deutschland rheinauswärts gehen; Berlin würde dann auch nicht auf der Route liegen.