Oke Hochzeitsreise in den Tod.
Zugzusammenstoß im Tunnel.
Ein ernster Zugzusammenstoß ereignete sich im Tunnel außerhalb des Quecnstrect-Bahnhofes von Glas gow. Ein Mann wurde getötet; die Zahl der Verletzten beträgt 50. Die Dunkelheit des Tunnels erhöhte den Schrecken des Niiglücksfallcs. Auf das Klirren der zerbrechenden Scheiben und das Krachen des eingedrückten Holzes der Abteile folgte das Stöhnen der Verletzten. Als die Eisenbahnbeamten
t durch den dunklen Tunnel zur Unfallstelle
eilten, hörten sic das Rufen der Männer und das Schreien betreuten und Kinder, von denen viele verletzt und andere zu Tode erschreckt waren. In der Dunkelheit des Tunnels, bedeckt von Ruß und Teer, arbeiteten die Eisenbalmangestellten und Arzte verzweifelt, um die in den Trümmern Eingekeilten zu befreien. Der ums Leben gekommene Mann war drei Stunden vorher getraut worden und befand sich auf der H o ch z e i t s r e i f c. Seine Frau war so schwer verletzt, daß ihr im Hospital ein Bein amputiert werden mußte. Ein anderes Paar, das auf der Hochzeitsreise war, wurde ebenfalls schwer verletzt.
Nah und Fern.
O Noch einmal Gattcnmordprozeß? Der Dresdener Oberstaatsanwalt hat gegen das Urteil, das den wegen Eattenmordes angeklagten Kaufmann Treiber freigesprochen hat, Revision eingelegt. Der Grund für diese Maßnahme ist, wie von amtlicher Seite erklärt Wirb, hauptsächlich darin zu suchen, daß die ausführliche Begründung des Urteils bei Ablauf der Revisionsfrist noch nicht vorliegt, die Staatsanwaltschaft aber für den Fall, daß das Urteil einen Revisionsgrund enthalten sollte, die Möglichkeit einer solchen offenhalten muß.
O Zwei Handwerker vom Zuge überfahren. Kurz vor dem Bahnhof Lehrte fuhr der D-Zug 14 auf einer Brücke in eine Gruppe von Handwerkern. Der Schlossermcister Bruns aus Lehrte wurde getötet, sein Geselle sehr schwer verletzt ins Krankenhaus cingelicfcrt.
O Die Fcmilic in den Tod gefahren. Eine Mutter und vier schlafende Kinder haben bei einem Automobil- unfall im Hafen von Batemans, 140 Meilen südlich von Sydney, ihr Leben verloren. Der Pastor Benson, der am Steuer saß, hielt ein Licht auf dem Wasser für eine Straßenlaterne und fuhr mit seinem Wagen in den Fluß hinein, Wo Frau und Kinder ertranken.
O Scherz mit tödlichem Ausgang. In Schmiedeberg im Ricsengebirge rangen zwei jugendliche Arbeiter im Scherz miteinander. Dabei faßte der Bergarbeiter Eckert den Arbeiter Rufe mit den Armen um den Hals und drückte ihn an sich. Ruse stürzte besinnungslos nieder und starb kurze Zeit darauf. Wahrscheinlich hat eine Quetschung des Kehlkopfs und eine Blutung der Lunge den Tod herbeigeführt.
0 Unglück über Unglück. Bei den Bergungsarbeiten bei dem in Prag cingestürzten Betonbau wurden keine Leichen mehr aus den Trümmern geborgen. Die Arbeiten schreiten mit Hilfe eines Kranes sehr rasch vorwärts. Bei den Aufräumungsarbeiten ereignete sich ein neuerliches Unglück. Ms der Kran einen mehrere Zentner schweren Betonblock aus drei Meter Höhe ycrvorhob, riß plötzlich das Stahlseil des Krans und der Block sanfte in die Tiefe zurück. Das am Kran noch übriggebliebeuc Seil- stück wurde mit ungeheurer Kraft zur ^citc geschleudert und schlug die diese Arbeiten beaufsichtigenden drei Soldaten sowie einen Monteur zu Boden. Die vier Mann erlitten schwere Verletzungen und mußten ins Krankenhaus geschafft werden.
0 Nur das nackte Leben gerettet. Ter Saarort Saar- Wellingen wurde von einem großen Schadenfeuer heimgesucht. Drei Wohnhäuser fielen dem Feuer anheim, ebenso die Erntevorräte und die Wohnungseinrichtungen von fünf Familien. Die erste Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr war es, in der Nacht die Angehörigen der Familien in Sicherheit zu bringen. Später wurde ein drittes Wohnhaus vom Feuer ergriffen.
Dunie TageStbronil
Potsdam. In Schloß Sanssouci brannten in dem seitlich angebauten Eiskeller alte Balken und morsche Bretterverschläge. Bei der starken Rauchentwicklung konnten die Mannschaften nur mit Ranchschutzmasken in den sieben Meter tiefen Schacht entsteigen und das Feuer löschen.
Wittenberge. Das große Pricgnitzcr Sägewerk in Karstädt wurde durch Feuer zerstört.
Görlitz. Der Rangierer Gerhard Krause geriet beim Zusammeu'koppelu von Fahrzeugen einer Rangicrgruppe zwischen die Puffer, so daß ihm Brust und Kopf eingedrückt und er aus der Stelle getötet wurde. Der Arbeiter Willi Kleiz ließ sich anscheinend auf der Strecke Görlitz—Zittau in selbstmörderischer Absicht überfahren. Ihm wurde der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt.
Schmiedeberg i. R. Auf der Bcrgsrcihcitsgrubc wurde der Berghauer Hermann Puschmann infolge des vorzeitigen Tieferlafscns des Förderkorbes cingeqnetscht und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb.
In diesen Tagen
zieht der Briefträger die Gebühren für den Novemberbezug dieser Zeitung ein. Wir empfehlen, das Geld bereit zu halten und die Postquittung möglichst schon bei der ersten Vorzeigung einzulösen. Nur dadurch wird die ununterbrochene Lieferung dieser Zeitung gesichert und der Sonderzuschlag vermieden, den die Post für alle nach dem 25. eines jeden Monats eingehenden Zeitungsbestellungen in Anrechnung bringt.
Aus dem Genchissaas
§ Ein kostspieliger Steuerbetrug. Wegen Zollhinterziehung halten sich in Kirchen a. d. Sieg ein Brennereibesitzer, dessen Betriebsleiter und zwei Arbeiter vor Gericht zu verantworten. Der Breuucreibesitzer wurde zur Zahlung des vierfachen Betrages der hinterzogenen Steuersumme, insgesamt 2 706 000 Mark, und zu sechs Monaten Gefängnis, der Betriebsleiter zu 254 000 Mark Geldstrafe und Vier Monaten Gefängnis, die beiden Arbeiter zu zusammen 2 706 000 und zwei Monaten bzw. einem Monat Gefängnis Verurteilt.
§ Das Urteil im Kattowitzer Volksbundprozetz. Rach dem Urteil im Volksbundprozetz erhielten Fräulein Ernst-Königs- Hütte ein Jabr, zwei Monate Festung, Ganzicr-Schwicutochlo- Witz zwei Jahre Festung, Tbomas in Myslowitz 1% Jahre Festung und zwei weitere Angeklagte je 1’/ Jahr Festung. Zwei Angeklagte wurden frcigcsprochcn. Gegen das Urteil wird Revision eingelegt.
Vermischtes.
— Feldpost im Frieden. Am 8. November 1917 hatte die Schwester eines Feldgrauen Geburtstag, und er sandte ihr ein Pfundpäckchen, das nie eintraf. Am 12. Oktober 1927, also zehn Jahre später, kam das Paket endlich an. Was es in dieser Zeit gemacht hat, war nicht aus ihm heraus zu bekommen. Da aber die Schwester des ehemaligen Feldgrauen auch am 8. November 1927 Geburtstag hat, hätte die Post wirklich solange warten können und ihr erst dann die knochenharte Schokolade aushändigen können.
— Einer, der 130 Stunden — reden will! Der Rekordwahnsinn wächst. Zu Hunger- und Freßkünstlern, Dauer- tänzern und Dauerklavierspielern kommt jetzt der Dauerredner Herr Parlatus, ein ehemaliger Schauspieler, der alle bisher auf diesem Gebiet ausgestellten Höchstleistungen mit einem Dauerrcden und -singen von 130 Stunden überbieten will. Parlatus will mit einer einstündigen Pause nach je 24 Stunden deklamieren, sprechen, singen, diktieren — 130 Stunden lang! Er möchte beweisen, daß cs keine Heiserkeit gibt, wenn der Mensch richtig atmet und spricht. Es gilt angeblich einen von einer Amerikanerin mit nur 43% Stunden gehaltenen Rekord zu brechen. Parlatus tritt in Berlin auf, übrigens im gleichen Lokal, in dem der Hungerkünstler Jolly sich zeigte. Von den erhofften Einnahmen will er einen größeren Teil der Stadt für Mohlfahrtszwecke zur Verfügung stellen.
Lukas Cranach,
der Freund Luthers und Mcla»chj,
Por 375 Jahren, am 16. Oktober 1553, starb bet Maler Lukas Cranach der Ältere iso genannt ' scheidu»g von seinem gleichnamigen (lohne, VnbfnNci. dem Jüngeren), nächst Dürer und Holbein der deutsche Maler des 16. Jahrhunderts. Cranachs Familienname war Müller; Cranach nannte er sich n”?lNci im Bistum Bamberg gelegenen Vaterstadt ^bt Kranack. Viele Jahre lebte der süddeutsche Meist» ^« Friedrichs des Weise» zu Wittenberg, wo er neben Sojc sicllung — er war zum Hofmaler ernannt worden holt die Würde eines Ratsherrn, ja sogar des SBüroTJf'N- bekleidcte und im Anschluß an Luther, Melanchthon ^W hervorragende Männer der Reformationszcit, zu deren den er gehörte, eine hervorragende Rolle im gcisti»» spielte. Zn seinen bekannteste» Werken gehören bier/c^ Berlin befindlichen Bilder „Ruhe ans der Flucht" von Engeln umspielten heiligen Familie) und „Fiii^ der (eine naive Darstellung der Verjüngnng älterer Lcunv bedeutendem Wert sind viele von Crauachs Darstellung der Biblischen Geschichte und manche feiner mhthotoaifE ^ allegorischen Kompositionen. Das letzte Jahr feinc/^ verbrachte der Meister in Weimar; in der dortigen liegt er begraben.
Luftkrankheit.
„Die Fahrgäste an Bord des „Graf Zeppelin" in ungewöhnlichem Maße an der Luftkrankheit " ? lautete eine Meldung von der Ozcanfahrt des stob™ o , schiffes. Luftkrankheit? Ist das etwas Neuest doch nicht neu — schon deshalb nicht, weil bie Amerika fahrt des „Graf Zeppelin" ja nicht die erste S Fahrt eines Luftschiffes ist und weil auch bei friSc Luftschiffahrten schon die „Luftkrankheit" beobachtet 2 den konnte. Und auch die Flieger kennen sie zur Genü, und weit länger noch die — Bergsteiger. Die heit" unterscheidet sich nämlich nicht allzusehr von vielen Bergsteigern aus eigener böser Erfahrung bcfannb Bergkrankheit.
Jedermann weiß, daß nicht nur Steigeruna, fons™ auch Verminderung des Luftdrucks Gefahren für / Gesundheit — und unter Umständen auch für das Leben zur Folge habe» kann. Die Erfahrungen, die man beim Ersteigen hoher Berge und bei Luftschiffahrten über die Wirkungen der L u f t v e r d ü y n u u g gesammelt ha, zeigen, daß in großen Höhen Herzklopfen unter bedeutender Beschleunigrnrg des Pulses, größeres Atmungsbedür nü auffallendes Nachlassen der Kräfte, EncrgielosiM Schläfrigkeit u. a. m. cintretcu oder doch eintreten können' Auch Übelkeit und Erbrechen, Brustbeklemmung. Schwindel itub Muskelschwäche kommen vor. Die Erscheinungen können sich bis zur Ohnuracht steigern, auch können Blutungen verschiedener Art erfolgen. Je schneller der Mensch große Höhen erreicht, um so heftiger treten bic Symptome auf. Man hat sich gegen alle diese Erscheinungen durch Einatmen von reinem Sauerstoff zu schützen gesucht.
Nun darf man aber nicht alle Krankheitssymptomc, die bei Lustschiffern und Bergsteigern beobachtet wurden, auf den Einfluß der Luftverdünnung zurMführen, denn die lähmende Wirkung der oft erheblichen Kälte in großen Höhen kommt bei Luftschiffahrten ebensosehr in Betracht wie bei den Bergbestcigrrugcn die oft enorme Anstrengung, die geistige nicht minder als die körperliche, und dic dadurch bervorgerufene Erschöpfung. Dazu kommen vielleicht noch die Stärke und Neuheit der Sinnesein- drücke und andere Einflüsse psychischer Natur. Zur So Handlung der Luftkrankheit wendet man — abgesehen von dem Einatmen von reinem Sauerstoff, das von kvM- tätigem Einfluß fein taun — belebende Mittel an: Rrech- mittel, Kognak usw. Glücklicherweise werden nicht alle „Luftpassagiere" von der „Luftkrankheit" , befallen. Es kommt hier, genau so wie beim Bergsteigen, ans die Fähigkeit, sich einer verminderten Sauerstoffzufuhr nqit« passen, an und diese Fähigkeit ist individuell sehr ver* schieden.
ROMAN ».WOLFGANG MARKEN!
, »URHEBER RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG " <)SKAR:M EISTER.USL'WERDAU (SA> -
13 (Nachdruck verboten.)
Ein furchtbares Entsetzen, ein mildes, banges Fragen war in dem Aufschrei. Die beiden Männer erbebten und traten rasch zu Anne. Das totenblasse Mädchen schien einer Ohnmacht nahe.
„Was ist Ihnen, Fräulein Walthaus?" hörte sie wie aus weiter Ferne dis dunkle, gütige Stimme Karners. „Sie wollten mich sprechen?"
Die Stimme!
Annes Lippen bewegten sich zum Sprechen, aber sie vermochte kein Wort zu reden.
Karner sah die ungeheure Bewegung im Antlitz des Mädchens, er faßte die Bebende und führte sie in sein Arbeitszimmer. Dort drückte er sie sachte in einen Sessel.
„Sie sind erregt, Fräulein Walthaus!" faate er aütia. „Kommen Sie erst zur Ruhe, dann sprechen Sie. Wir haben soviel Zeit."
Das Gütige, Hilfsbereite in seinen Worten verwirrte sie noch mehr, denn so war auch der tote Bruder gewesen.
Karner wartete eine Weile, bis Anne sich wieder beruhigt hatte und fragte dann: „Wollen Sie sich jetzt aussprechen?"
Sie nickte hastig und bog den Oberkörper nach vorn, Karner zu.
„Ja! Verzeihen Sie mir, Herr Karner, daß ich . . . Ihre Zeit wegnehme, aber ich mußte kommen. Ich hielt die furchtbare Ungewißheit nicht mehr aus. Es ist ja Wahnsinn . . . aber wenn Sie das Bild meines Bruders ansehen, dann werden Sie mich verstehen. Ich sah in einer Zeitschrift Ihr Bild, Herr Karner . . . und es war meines Bruders Bild, meines toten Bruders getreues Bild. Ich wollte es nicht glauben. Aber je länger ich hinfah, umso tiefer grub sich in mir der Gedanke ein: Martin, dein Bruder, lebt! Und ... es ist doch nicht. Verzeihen Sie mir, Herr Karner!"
Ein haltloses Schluchzen erschütterte sie.
Karner schüttelte seltsam berührt den Kopf und sagte dann: „Verzeihen? Ich habe nichts zu verzeihen. Ich verstehe Sie! Sehe ich auch jetzt Ihrem verstorbenen Bruder fo ähnlich?"
„Ja!" stieß sie hervor. „Es wird Sie jeder, der meinen Bruder gekannt hat, für den Toten halten. Ich habe meinen Bruder geliebt! Maßlos geliebt! Ich bin bald verzweifelt, als er um seiner Frau willen in den Tod ging. Zwei Jahre schon traure ich um ihn, ich kann keine Ruhe, keinen Frieden finden, ich habe ihn unendlich geliebt. Er war so gut!"
Karner war tief bewegt bei ihren Worten. Lange sah er sie 6N, und sie feiest seinen Blick aus.
Es waren die guten Augen Martins, die sie ansahen.
Aber die Augen brachten Befreiung. Es war ihr, als löse sich mit einem Male das Dunkle, Dumpfe, das auf ihrer Seele gelegen hatte.
Karner begann wieder:
„Ihre Worte tun mir weh, Fräulein Walthaus. Ich beneide den Toten um die Liebe, die Sie ihm entgegengebracht haben. Aber Sie tun unrecht, wenn Sie Ihre, Kraft im Dornenwald des Schmerzes verkommen lassen."
Leidenschaftlich sprach sie: „Sie haben ihn nicht gekannt. Er war ein Mensch so voller Güte und Liebe, voll Erbarmen für die elendeste Kreatur, wie ihn die Erde nur alle Jahrhunderte einmal gebiert. Ich werde ihn immer lieben."
Karner nickte ernst: „Das sollen Sie! Setzen Sie dem Toten ein Denkmal in Ihrem Herzen, aber vergessen Sie nicht, daß Ihre Kraft, Ihre Jugend dem Leben gehört!"
„Was ist das Leben, Herr Karner? Ein törichtes Nichts!"
„Ja! Ein Nichts und doch Alles. Haben Sie noch nie daran gedacht, daß Sie den Menschen helfen können? Es ist viel Unglück, viel Weh unter den Menschen."
Seine Worte ergriffen sie. Sie erschrak innerlich.
„Ich helfen?"
^,Ja, Sie . sollten helfen! Sie sollten das Erbe des toten Bruders antreten!"
Immer verwirrter starrte sie ihn an. Eine wunderbare Kraft ging von ihm aus.
„Das Erbe meines Bruders?" stammelte sie bestürzt.
„Ja!" sagte er sehr ernst. „Hören Sie mich jetzt einmal ganz ruhig an. Ihre Seele soll Ruhe finden. Sehen Sie mich an! Ich bin Karner! War nie ein anderer. Ihr Bruder ist tot. Die ungeheure Aehnlichkeit ist eine der seltsamsten Zufälle des Lebens. Sehen Sie es ein?"
Sie nickte gehorsam.
„Sie sprechen so voll Liebe von dem Toten, daß ich glaube, Sie würden gern Ihre ganze Kraft in den Dienst der Menschheit stellen. Ich möchte Ihnen helfen, möchte aus Ihnen den Menschen machen, der er sicher einst war: froh, glücklich und innerlich zufrieden. Wollen Sie sich von mir helfen lassen?"
„Sie wollen mir helfen, Herr Karner?"
„Ja, wenn Sie wollen!"
„Ich will, Herr Karner!" sagte sie begeistert. „Ich will! Sagen Sie mir, was ich tun soll."
Die starken Augen des großen Erfinders sahen sie durchdringend an. Karner sprach weiter:
„Wollen Sie mir in meinem Werke helfen?"
„Ihnen? Ich soll hier bei Ihnen schaffen?"
„Ja! In meinen Werken. Hören Sie mich an. Mein Werk soll d->r G-WnickRt binnen Ick bin bestrebt nicht nur eine volkswirtschaftliche Notlage mit ihm zu beseitigen und die Massen besserzustellen, sondern mir gilt es auch, die soziale Frage zu lösen, oder wenigstens an der Lösung mitzuhelfen. Und ich muß von meinem Betriebe ausgehen. In meinem Betriebe arbeiten, wenn er voll läuft, viele tausend Menschen. Meist Männer, aber auch Frauen und Mädchen. Und kiesen feilten Sie eine steiferm werden."
„Ich .'. . Herr Karner? Ich,'die ungeschult im Lebens- Kampfe ist? Ich soll helfen?" ..
„Ja! Diese Menschen, ich denke jetzt einmal nur an oir Frauen und Mädchen, tragen alle den guten Willen m M )as Leben zu meistern. Ihre Seele ist voll Sehnsucht w von Idealen erfüllt. Dann kommt das Leben so go anders, wie sie es sich gedacht haben, und dann werfen! bas Beste, den Drang »ach oben, die Ideale weg. werden sie arm. Die tausend kleinen Nöten des Lebens, eigentlich mit etwas gutem Willen mühelos zu uberw« find, drücken sie zu Boden. Hier soll Ihre Arbeit einü Sie sollen versuchen, ihnen allen in diesen tausend n Nöten zu helfen, die sollen ihnen raten, ein wenig Znv ' und guten Willen in sie pflanzen." . „ . , . .te „Ob ich das kann, Herr Karner?" sagte sie kleinlau, doch voll Hoffnung. _.
„Ja!" sagte er zuversichtlich und herzlich. „Sie können^ wenn Sie Ihr starkes Herz voll Menschheckslwoe, cky „ Seele mitbringen. Darauf kommt es an. Ware c। ’ine köstliche Aufgabe? Ob ich sie Ihnen allerdings 3 8 bars; das weiß ich nicht. Aber ich möchte Ihnen so g ihrer Seelennot helfen." , $
Da stand Anne auf. Ihre Augen leuchteten, a Karner trat und ungestüm seine Hand faßte- . ..„f „Ich will! Herr Karner! Wie soll ich Jh"en ^ Ein Zug herzlicher Freude ging über Karne Lange hielt er Annes schmale Hand in der semen. . ^ „Richt danken! Wenn Sie in Ihrer Arbeit stehen M feste Ihre Braunaugen hell leuchten, immer so wre i v' ioll mir das Dank genug sein."
Hallendach staunte nicht schlecht, als Kam
Hand in Hand in seinem Arbeitszimmer ers ) ar5u(eiti
„Herr Hallendach, vorzustellen brauche im ) , ^st geta^ von Walthaus nicht erst. Das hat sie vory g^rbèiter'^ Aber vorstellen will ich Ihnen unsere neu
Fräulein von Walthaus bleibt bei uns. E^KengE Ueberrascht sah Hallendach auf das lieblich ^ HM, das vor Freude gerötet war. Dann reichte er die sie gern nahm und herzlich drückte. . mtf einv^ „Fräulein von Walthaus - Sie müssen dam ^ d-- standen fein, daß wir das „vou" weglch! ^^rin f weibliche Helferin für die Werke. Sie soll «, ineren g die Frauen und Mädchen sein, die, vo ^erb ■ größeren Alltagssorgen bedrückt, bei ^ Richtige Zut^ Es wird eine Weile dauern, ehe man da^ yenit "' faßt, man wird sich im Anfang scheuen, Ritten erst weiß, daß ein Mensch da ist, der der i xomwe"' - raten und zu helfen hat, dann werden sw g -&er den Hallendach nickte. Der Gedanke Karners, ^ m F schon gemeinsam gesprochen hatten, ges den»je. , .
(Fortsetzung folgt.) .