ful-aer Anzeiger
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Fulda, Donnerstag, 11 Oktober
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5. Jahrgan
„Graf Zeppelin- nach Amerika gestattet.
Glückliche Fahrt, „Graf Jeppelin"!
Der Aufstieg.
,ungeheurer Jubel bei der Abfahrt.
- FFr i ed r i ch s h a f e n, 11. Okt. Vom Sonder- Mtter des W.T.V. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" D srüh 7.50 Uhr bei molkigem aber windstillem ,.^r Fahrt nach Amerika aufgestiegen. Als das finite Höhe hob, brachen die Zuschauermassen in K »geheuren- Jubel aus. Dr. Eckener erklärte dem Michtorstatter des W.T.B., daß er zunächst Kurs jM nehmen und dann die südliche Route im einjek Mimiucn werde.
Wisieber in Friedrichshafen.
(Mihhasen, 10. Oktober. (Vom Sonderberichterstatter «LA Zn die kleine Stadt ist heute abend ein Leben b^o» Aufregung. wie sie Friedrichshafen nicht mehr MM den vier Jahren, wie Z. R. III. nach Amerika L MM soll das größere Schwesterschiff aus der Halle
will, das dieselbe Reise antreten wird. Nicht unter WW Enden. Aber das Schiff soll ja gerade zeigen, MsÄDcd Schönwetterschiff ist. Es soll seine Veweg- fetefen, wenn es Unwettern ausweicht und doch sicher M Kz nach Amerika findet. Ueber dem Bodensee heult p èln> noch M'Sturm, doch morgen früh soll es wenig- M hi schon sein. Natürlich gibt es dafür keine hundert- » Sicherheit, und darum ist im Hotel angeschlagen, M letzte Mitteilung an die Passagiere morgen früh um Nhi ergehen wird. Alles jedoch rechnet ziemlich sicher mit küssiieg, auch Dr. Eckener und die übrigen Herren von 11 Seling des Schiffes selbst. Und so ist aus dem langen fei ein Fieber geworden, das alle ergriffen hat, die in UV Hotelhalle durcheinander schwirren. Erregte beut« Renglische Laute klingen ans Ohr. In einer Ecke unter- W der amerikanische Konsul die letzten Pässe und Zoll- WWilgen. Die Passagiere reden vom Kofferpacken, von W, die sie natürlich vergessen haben; Telegraphenboten ” ” und aus. Das Telefon raffelt unaufhörlich. An den M der Halle werden leise die letzten Besprechungen geführt. Wreter des amerikanischen Zeitungskonzerns, der das Mstattungs- und Bildmonopol von Bord erworben hat, I"1 Met Aufregung, denn alle möglichen amerikanischen FW sind in letzter Stunde aufgetaucht, und man
”on Versuchen, das Monopol zu durchbrechen und als k^Wgier mitzufahren. Die Herren vom Luftschiffbau r "^igen. Sie müssen Eide leisten, daß sie jeden, der k«A Mte. . . .1
^AUter Russe aus Paris, der unter allen Umständen Mort 3000 Dollar. Er beteuert, daß er kein Er will ja nicht einmal eine Kabine haben, kw r^n ™ Laufgang schlafen. Er will nicht glau- vtlkM 3000 Dollar wieder einstecken muß. So kün- |n« ÄVné Erwartung für morgen einen großen Tag
Ersten wird draußen in der Halle das Schiff end- k^gM^' ^^ und Proviant verladen, die letzte
»Luftschiff marsch"!
Ö!Udrichshasen, 11. Oktobr. Vom Sonder- L^ ^° W.T.B. Schon um 6.30 Uhr, während Wn-?°^"S lange Reihen von Arbeitern zur Werft HiL.^ ^'Uen sich rings um den Platz die Menschen. Lu ^Ä^tt die Paffagiere bestaunt, neidische Blicke >!«A" -Wahrern, die das Glück haben, mit dem ^iÄ v*«*?^ das Tor paffieren zu dürfen. Nie- R Wh»n «^^ großen Augenblick versäumen, da der ftä^ dre Reise über den Ozean antritt. Aber ^Lb'k^lräftige Brise vom See her und es gibt k yc?' °te den Aufstig immer noch für unbestimmt Miin L^ Eckener lacht nur: „Wir fahren", sagt ^M mâ ^l jede Stunde aufgestanden, bis ich k'-W daß es werden würde." Und so ist denn hhZ.T klar, nur daß bis zum letzten Augen- km das" «^"r^lüllt wird. Dr. Dürr geht noch ein- Meit mi^o herum, ruhig suchend, prüfend. Wäh- r» $aii8Bip, l>as Gepäck verladen und schon steigen die iMtn ^uter ihnen Commander Rosendhal, l'!' 3ic L»I,?^^^ in der Uniform der amerikanischen rinbenV»;?^6 belegen ihre Kabinen und kommen E Men neck K? des Salons zurück. Von außen wer- L‘*Ntt flwnt ^^lartcn zum Abwurf zugereicht. Ein LN ter in» „.""der und hinüber. Der Rundfunk- li^ ®t. Eso„â^rophon in der Halle aufgestellt hat, |>‘M »Ju bewegen, daß er seinen Hörern ein KÄM ein.„7^W hat jetzt andere Dinge im Kopf. W^i itac-thm1 bulüber zu seiner Frau und Tochter M Er E 1 ®® mit ihnen noch ein paar feste ruhige Mt viel M ^ und hat in solchen Dingen das Gs- Dij,; M ^rauon Or v ^u machen. Etwas weiter abseits I "U b^ U"d sonstigen Verwandten der übrigen ^Ullsfes. Eje kennen diese Art Abschied.
Langsam wird es 7.30 Uhr. Alles muß an Bord sein und alles steht da, nur die Lady fehlt. Dann auch sie. Aber ihr fällt noch ein, daß sie einen Mantel vergessen hat. Jemand muß zum Hotel telefonieren. Atemlos kommt bald der Hausdiener angelaufen. Allgemeines Gelächter, wie der Mantel hineingereicht wird. Das klatschende Geräusch der Sandsäcke, die abgehängt werden, ließ es verstummen. Man merkt: jetzt wird es Ernst. Es wird jetzt ausgewogen. Kommando „Alles loslaffen, nur 4 Mann anlüften!" Aber noch ist das Schiff zu schwer. Jemand ruft „Achtung, Wasserhose!" Die um das Schiff Herumstehenden können eins, zwei, drei Platz machen und bald, sonst gibt es eine kalte Dusche und schon öffnet sich auch ein Ventil und, in großen Strömen ergießt sich das Wasser aus dem Schiff in die Halle. Noch einmal wird das Schiff angelüftst, jetzt ist es ausgewogen.
Um 7.45 Uhr kommt das entscheidende Kommando „Luftschiff marsch". Dr. Eckener, der bisher noch in der Halle ruhig auf und ab ging, ist als letzter eingestiegen. Dann wird die Treppe abgezogen, die Haltmannschaften setzen sich langsamen Schritts in Bewegung und, den Bug nach vorn, gleitet das Schiff ruhig zum Osttor der Halle hinaus. Alles geht mit hinaus auf dem Platz. Es ist, als wenn plötzlich eine Erregung, der Taumel des Augenblicks alles erfaßt habe. Unwillkürlich sieht man auf den Kommandoplatz, wo ruhig wie immer Dr. Eckener seinen Posten eingenommen hat. Er scheint wirklich der Einzige zu sein, der nicht von der allgemeinen Erregung und Nervosität erfaßt ist. Das Schiff ist jetzt ganz draußen, mit dem HM - nur MenW ää^ ^feÄgÈe -^ auch das Kommando „Hoch" kommt. Wre ein Freiballon steigt das Schiff 10 Meter, 20 Meter. Dann — Raffeln der Maschinentelegrafen. Ein Motor springt an, die anderen folgen nach, der Bug des Schiffes hebt sich rascher empor: der „Graf Zeppelin" hat seine Fahrt angetreten. In diesem Augenblick bricht ein ungeheurer Jubel los. Niemand ist zu halten. Tücher schwenken, Menschen winken mit Armen und Händen. Langsam entschwindet das Luftschiff den Blicken» die zurückwandern in die große Halle, die nun auf einmal leer und ausgestorben ist. Glückliche Fahrt, „Graf Zeppelin"!
Sonntag früh in Newyork.
wtb. Friedrichshafen, 11. Oktober. (Vom Sonderberichterstatter des W.T.B.) Kurz vor dem Aufstieg hatte der Sonderberichterstatter des W.T.B. noch Unterredungen mit den Führern und einzelnen Passagieren des Luftschiffes. Dabei erklärte Dr. Eckener: „Ich rechne damit, daß wir Sonntag früh in Newyork sind. Das Wetter über dem Ozean ist allerdings sehr schlecht. Unsere letzten Meldungen stammen von heute nacht um 2 Uhr. Sie sprechen nicht nur von Sturm, sondern von schwerem Sturm, das bedeutet mindestens Windstärke 10. Unter diesen Umständen läßt sich die Nute natürlich nicht vorher genau bestimmen. Im allgemeinen werden wir uns aber an den südlichen Kurs halten müssen, d. h. zunächst über Basel nach Frankreich fahren, dann über dem Ozean südlich die Tiefs umgehen, die sich zwischen Neufundland und Irland hm- und herschieben. Die nördliche Rute kommt nicht mehr in Frage, weil wir dann bis nach Grönland hinauf müßten und dort die Tage nur noch 8 Stunden zählen. Jedenfalls haben wir das starke Vertrauen, daß unser schönes Schiff es schon schaffen wird.
Der stellvertretende Führer Diplomingenieur Lehmann sagte daraufhin, daß das Interessanteste gerade an dieser Fahrt angesichts der ungeklärten Wetterlage die Navigation sei. Die Fahrt werde den Sachverständigen, die zu Versuchen mit an Bord genommen sind, Gelegenheit zu interessanten Beobachtungen geben, die große Bedeutung für den zukünftigen Ozeanluftverkehr haben würden. Es sei möglich, daß das Schiff bis zur afrikanischen Küste hinuntergehen müsse, um dann erst auf die Azoren los
zusteuern.
Kapitänleutnant Flemming sagte: Eigentlich haben wir nicht mehr viel zu erzählen. Wir haben alles so sorgfältig vorbereitet, wie es nur möglich ist. Jetzt hat das Schiff das Wort. Es wird schon für sich sprechen.
Ministerialdirigent Brandenburg erklärte, daß er sich freue, Amerika kennenzulernen. Seine Freude sei um so größer, als er gerade als Leiter der Luftfahrtsabteilung des Reichsverkehrsministeriums diesen ersten Besuch Amerikas im Luftschiff mache. Er werde seinen Aufenthalt in Amerika zu wichtigen Fachstudien benutzen.
Commander Rosendhal, der Führer der „Los Angeles" unterstrich, daß sein Besuch in Deutschland ebenso schön wie lehrreich für ihn gewesen sei, zumal sich alle, mit denen er zu tun gehabt habe, seiner sehr herzlich angenommen haben. Er freue sich, die Männer kennengelernt zu haben, die das deutsche Luftfahrtwesen auf eine so große und er- folareiche Höhe gebracht haben, daß man ihnen nur gratulieren könne. Die Fertigstellung des „F—£ °-*—""" schließe nicht nur technische Probleme in sich- sei das Verdienst der Nachfolger des Grafen Zeppelin hervorzuheben, die an ihrem Glauben an die Zukunft der Luftfahrt festhielten. Der „Graf Zeppelin" werde ohne Zweifel ein wichtiger Faktor in der Entwicklung zu einem ständigen Luftschiffverkehr sein.
Graf Zeppelin" ch. Um so mehr
Die Fahrgäste des Zeppelin.
Friedrichshafen, JO. Oktober. (Vom Sonderberichterstatter des W.T.B.) Auf der Fahrt nach Amerika werden an Bord des „Graf Zeppelin" nur 60 Personen sein, davon 40 Mann Besatzung und 20 Passagiere. Die Liste der Fahrgäste umfaßt folgende Namen: Vom Reichsverkehrsministerium Ministerialdirigent Dr. Brandenburg, der Leiter der Luftfahrtabteilung Dr. Denkendorf als Meteorologe der Zentralstelle für Flugsicherung, Dr. Krüger von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, vom Reichsrat der preußische Innenminister Erze- sinski, als Vertreter ausländischer Regierungen der spanische Oberst Herrera und der Führer der „Los Angeles", Commander Rosendahl, ferner Graf Brandenstein-Zeppelin, der Schwiegersohn des Grafen Zeppelin, Herr v. Tyszka von der Versicherungsgesellschaft „Friedrich Wilhelm" sowie die Herren Gilfillan und Dr. Robert Reiner. Weiter werden sich unter den Paffagieren zwei Ingenieure befinden und zwar Bock von Telefunken und Schirlitz von den Zeitzwerken, der optische Untersuchungen und Arbeiten zur Entwicklung neuer Instrumente ausführen wird. Es kommen dann noch die Vertreter der drei Verlage, die das Monopol für die Bordberichterstattung erworben haben und zwar zwei Filmleute aus dem Scherl-Verlag, Rolf Brandt und der bekannte Maler Professor Dr. Ludwig Dettmann, für den Verlag Ullstein, Redakteur Walter Kleffel und der Zeichner Theo Matejko, für den amerikanischen Hearst-Konzern Karl v. Wiegand und Lady Drummond-Hai; sie ist übrigens die erste Frau, die den Ozean in der Luft überqueren wird. Die Führung des Luftschiffes liegt natürlich in den Händen von Dr. .Ecksner, der vsn den beiden stellvertretenden Führern, Diplomingenieur Lehmann und Kapitänleutnant Flemming unterstützt wird.
Die Fahrt.
wtb. Konstanz, 11. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 8.10 Uhr die Stadt paffiert. Sämtliche Kirchenglocken der Stadt läuteten ihm einen Abschiedsgruß. Dem über den Hafen hinwegfliegenden Luftschiff winkten unzählige Personen begeistert M.
wtb. Waldshut /Rhein, 11. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 8.50 Uhr Schaffhausen passiert und um 9.07 Uhr die Stadt Waldshut überflogen. Auch hier läuteten die Kirchenglocken und die begeisterte Bevölkerung jubelte dem Luftschiff zu. Das Wetter war auf der Fahrt durch das Oberrheintal leicht neblig, doch kommt die Sonne mehr und mehr durch.
wtb. Basel, 11. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 9.33 Uhr das Gebiet der Stadt Bafel erreicht. Es wurde von einem Flugzeug des Baseler Flugplatzes, das ihm eutgegengeflogen war, begrüßt. Die Baseler Bevölkerung jubelte dem „Graf Zeppelin" begeistert zu.
wtb. Basel, 11. Oktober. Nachdem das Luftschiff „Graf Zeppelin" das Gebiet der Stadt Basel überflogen hatte, nahm es scharfen Kurs nach Westen der burgundischen Pforte zu, begleitet von zwei Flugzeugen des Baseler Flugplatzes. Um 9.40 Uhr befand es sich bereits über französischem Boden.
wtb. Belfort, 11. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog 9.45 Uhr die Festung Belfort.
Die Vorbereitungen zum Empfang der Zeppelinmannschaft in Newyork.
Newyork, 10. Oktober. (W. V.) Es verlautet, das städtische Empfangskomitee in Newyork wird, falls die Ankunft des Zeppelins am Samstag oder am Sonntag erfolgt, die Mannschaft des Luftschiffes am Montag von Lakehurst nach Newyork bringen. Dort wird nach der üblichen Parade ein Empfang der Besatzung durch den Bürgermeister von Newyork, Walker, erfolgen, dem sich am Abend ein Festbankett im Ritz- Carlton-Hotel und hierauf ein Theaterbesuch anschlietzen wird. Am Dienstag abend veranstaltet die deutsch-amerikanische Handelskammer ein Bankett, wobei Bundessenator Wagner als Hauptredner Führer und Besatzung des Luftschiffes begrüßen wird. Die Berichte über die Vorbereitungen des Zeppelins für den Amerikaflug füllen weiter die Spalten der amerikanischen Blätter. Die Zeitungen „Times" und „Herald-Tribune" erörtern in Leitaufsätzen die Vorzüge des Luftschiffes gegenüber dem Flugzeug und bringen ebenso, wie dies Präsident Coolidge tat, die Hoffnung zum Ausdruck, der transatlantische Flug des „Graf Zeppelin" werde die Luftschiffahrt im allge» meinep wesentlich fördern. Das Handelsamt erließ besondere Vorschriften für die Zivilflieger, die nach den Anweisungen den „Graf Zeppelin" nicht überfliegen dürfen und ihm mindestens 300 Meter fernbleiben müssen. Aus Lakehurst wird gemeldet, man habe dort jede denkbare Vorsichtsmaßnahme für die Sicherheit des „Graf Zeppelin" getroffen. Es wird erwartet, daß sich eine Menschenmenge von mindestens 50 000 bei der Ankunft des Luftschiffes sammeln werde. Zwei kleinere Luftschiffe werden dem „Graf Zeppelin" entgegensliegen, um ihn als Eskorte zum Landungsplatz zu begleiten.
(Weitere Meldungen unt. „Letzte Nachrichten".)