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FuLVa, Frertag, 5 Oktober
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5. Jahrgang
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Veröffentlichung des Wortlautes des lisch-franzöfifchen Marine-Abkommens?
H London, 5. Oktober. Ein französischer Korrespon- "L Daily Telegraph" meldet aus Paris, Briand weqëben, daß der französische Botschafter in London Wtag bei der britischen Regierung auf Veröffent- ' je/ Marineabkommens gedrungen hat und im an den französischen Ministerrat vom Dienstag Wt wurde, den Schritt zu wiederholen. Die fr an« Regierung wünsche lediglich die Veröffentlichung Mitlautes des Marineabkommens, während die bri- Kegierung meine, die drei Noten, aus denen das »-britische Abkommen besteht, sollten in ihrer âit veröffentlicht werden. Der Korrespondent daß die französisch-britische Vereinbarung aus fol- 'drei Noten besteht: 1. einer Note des britischen Mrs in Paris vom 28. Juni, 2. der Antwort des in Außenministeriums vom 20. Juli und 3. der ienben Note der britischen Botschaft in Paris vom
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Juli. 3« der 1. Note erwähnt der britische Botschaf- «e vom französischen Marine-Delegierten auf der ßmgskonferenz dem britischen Delegierten Admiral ’ gegenüber gemachte Anregung, daß außer den be- O der Washingtoner Konvention von 1921 einge- M Kriegsschifssgaitungcn als tätige noch diejenigen mit einem
' s Zoll eingeschränkt werden sollten. Es sollten also inft werden: Schlachtschiffe, Flugzeugmutterschiffe, M 10 000 Tonnen mit 8 Zoll Geschützen und
Der britische Botschafter fragte an, ob die
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des französischen Vertreters autoritativ erfolge hinzu, wenn dies der Fall fei, würde feine Ortung bereit sein, die Anregung anzunehmen. Hrei^ Anstimmen, dann würde die britische
Regierung ihren Widerspruch gegen die französische These betr. der Reserven der französischen Armee zurückziehen. In der 2. Note wurde namens Briands erklärt, Frankreich würde es vorgezogen haben, daß England dem im März 1927 in der Vorbereitenden Abrüstungskommission
gemachten französischen Vorschlag angenommen hätte. Aus Gründen der Versöhnlichkeit aber sei Frankreich bereit, dem britischen Vorschlag zuzustimmen, dessen wesentlicher Teil im Wortlaut wiederholt wird. Außerdem wird die britische Regierung ersucht, den drei Anregungen zuzustimmen, die inzwischen von dem Chef des französischen Ma- rinestabes, Admiral Violette, dem Admiral Kelly gegenüber gemacht wurden. Die ersten beiden Punkte beziehen sich auf Festsetzung eines Höchstmasses der Tonnage fü. 10 000 Tonnen-Kreuzer und Ü-Voote. Der dritte Punkt besagt: Il-Boote sollten in solche über und unter 600 Tonnen eingeteilt werden und nur die erste Kathegorie sollte der Einschränkung unterworfen sein. In der dritten Note erklärte der britische Botschafter, seine Regierung hätte die Annahme des ursprünglich britischen Vorschlages vorgeschlgaen. Für sie sei der Unterschied, der zwischen Offensiv- und Defensiv-Abrüstung gemacht werde, nicht überzeugend. Dessen ungeachtet nehme sie im Interesse allgemeiner Versöhnung die französische Zusatzforderung an und werde ihren Vertreter in der Vorbereitenden Ab- rüsttmgskommission entsprechend instruieren. In den letzten Paragraphen der britischen, Note werden alle Punkte für ein volles Programm der Einschränkung der Seerüstungen auf Grundlage der beiderseitig vereinbarten Prinzipien zusammengefaßt. Dieser letzte Paragraph der britischen Note vom 28. Juli ist es, der Anfang August nach Washington, Rom und Tokio für gemeinsame Vorschläge gesandt wurde. In ter letzten Septemberwoche wurden dann die soeben angeführten Dokumente (in ihrer Gesamtheit) den drei Hauptstädten mitgeteilt.
Kleine Reifung für eilige Leser
* Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages wurde bet deutschen Delegation für ihre in Genf geleistete Arbeit Dank ausgesprochen, dabei aber bedauert, daß die Angelegenheiten der Rheinlandräumung und der Abrüstung nicht weiter als geschehen gefördert werden konnten
* Die preußischen Kommunalmahlen sollen in Verbindung mit den Provinzial- und Kreistagswahlen erst im Jahre 1929, nicht, wie es die Regierung beabsichtigte, schon am 2. Dezember dieses Jahres stattfinden
* .Der Entwurf eines Konkordats zwischen Preußen und dem Vatikan soll so weit vorgearbeitet sein, daß er in kurzem dem Ministerrat vorgelegt werden kann.
* Die große Amerikasahrt des „Graf Zeppelin" ist, nachdem die Probefahrten außerordentlich zufriedenstellend verlaufen sind, für den 9 Oktober vorgesehen
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Gröner triit für Räder ein.
Zurückweisung der Vorwürfe.
Gegen den an Stelle Zenkers zum Ches der Marine- leituug ernannten Admiral Räder wurden alsbald mehrfache Angriffe gerichtet, nach denen der Admiral eine zweifelhafte Stellung zur jetzigen Verfassung einnebme und sich mehrfach nicht besonders freundlich gegen die Republik gestellt habe. Besonders sei Räder auch verantwortlich für den bekannten Zwischenfall mit dem Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen auf dem Kreuzer „Berlin".
Wegen dieser Angriffe hatte Reichswehrminister Gröner nach seiner Rückkehr aus den Manövern jetzt eine Pressekonferenz einberufen, in der er ausführlich bii Beschuldigungen Räders widerlegte. Die Ernennung fei aufs sorgfältigste vorbereitet worden, er halte unbedingt
an Räder fest. Die einzelnen Vorwürfe betraf, sächliche Dinge. Der für den Zwischenfall bei
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M Zeppelin" klar zur Amerikafahrt
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Die Vesatzungsbehörde beschwert sich.
Sie französische Besatzungsbehörde hat darauf auf- gemacht, daß der „Graf Zeppelin" auf seiner Iahrt über W i e s b a d e n gefahren sei, obwohl WAttfliegung des besetzten Gebietes nach den Bestim- p nicht gestattet sei. Dr. Eckener hat dem Reichsver- ■Hinifferiunt darauf mitgeteilt, daß meteorologische ihn gezwungen haben, den Kurs über Wiesbaden D«hinen. Es ist anzunehmen, daß die Angelegenheit Mittledigt ist. übrigens ist der „Graf Zeppelin" auf ■SW den Rhein entlang von einem franzö-
Flugzeug begleitet worden.
M Haus Doorn nicht überflegen.
M-. Eckener hat die Meldung, daß der „Graf Zeppe- Haus Doorn besucht habe, dementiert. Das Luft- b01t Nymwegen aus direkten Kurs auf Rotter- ■ .Mmtneit Haus Doorn liegt etwa 20 Kilometer M '^on der Route des Schiffes.
nach Norddeutschland einzuhalten. Bereits über Frankfurt habe der Entschluß festgestanden, rheinabwärts zu fliegen und Kurs auf Rotterdam zu nehmen, da die Stadt einen beleuchteten Hafen und einen Leuchtturm habe, der sich als bester Übergangsort für die. Fahrt über die Nordfee nach der englischen Küste eignete.
über die Amerikafahrt erklärte Dr. Eckener: Frühestens am Dienstag sei das Schiff startklar. An Bord würden außer der Mannschaft im ganzen etwa 16 Personen fein, darunter vier zahlende Fahrgäste, Amerikaner, die sich zurzeit in Deutschland aufhielten und nach Amerika zurückkehren wollten. Diese Fahrgäste würden für die überfahrt
des Prinzen Heinrich aus dem Kreuzer „Berlin" verantwortliche Konteradmiral Wülfing v. Ditten ist vor einiger Zett zur Verfügung des Chefs der Marineleitung gestellt worden. Konteradmiral Wülfing v. Ditten wird seinen Abschied erhalten.
Reichswehrminister Gröner bat zum Schluß, manmöge ihn in der Erfüllung seiner Aufgabe möglichst wenig behindern. Die Wehrmacht werde zu der Deutschen Republik die beste und zuverlässigste Stellung einnehmen, wenn sie aus der öffentlichen Erörterung möglichst heraus« bleibe.
einen Preis von je 3090 Dollar
^ ein „Zeppelins-Billett nach Amerika? mit Dr. Eckener gab dieser ? über die ganze Fahrt; er legte dar, wie u ^, schlechten Wetterlage zu der Einsicht ge» daß es zwecklos wäre, den geplanten Kurs
entrichten. Ferner habe das Reichsverkehrsministerium drei Plätze reservieren lassen. Der Reichsrat werde gleichfalls einen Vertreter entsenden. Zur Frage der Verfor- gung mit Brenngas wies Dr. Eckèner darauf hin, daß schon jetzt der notwendige Brennstoff vorhanden sei, und zwar bis jetzt rund 25 000 Kubikmeter. Das Luftschiff werde im ganzen für etwa 120 Stunden Brennstoff an Bord haben. Bei seiner Amerikasahrt werde das Luftschiff umfangreiche Post mitnehmen.
Bisher seien etwa 500 Kilogramm eingegangen und 12 000 Briefe. Als Schlußtermin für die Einsendung von Briefen sei der 8. Oktober, 12 Uhr mittags, festgelegt worden. Nach dieser Zeit fei eine Annahme von Post nach Amerika unmöglich.
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unartiger Ausschuß über Genf,
^j^ Lage der Minderheiten.
^uüpa1». Lor$efet?ten Beratung des Auswärtigen »toi imlr^ über die Genfer Verhand-
^liefmnno ^wefllich über verschiedene Anträge und Nlieiiiin^ "bgestimmt. Angenommen wurde eine " Satori^ Deutschen Volkspartei, des Zentrums, 11 $in ’„f" Volkspartei, der Sozialdemokraten, L Nitiw u und der Wirtschaftspartei, worin
Hie j,. ^ Ausschuß der deutschen Delegation geleistete Arbeit seinen Dank ki n'r»».„" ^dlusfchuß bedauert jedoch, dass die Rieu £ ' das deutsche Volk in allen seinen p ’ ii I a n h ^uden Fragen der Räumung des * io qeförhp^.^ ""^ der allgemcien Abrüstung Wen A^'uo^den sind, wie es aus rechtlichen und l, "^ Ausser, '".erwartet werden konnte.
i Iberia™ cer)u^ die Reichsregierung, entsprechend - > friewns auch fernerhin aus beschleunigte k^em >1*9 dieser Fragen hinzuwirken.
cinc Entschließung derselben Par- Li1 * ’^b über s;’ ^“ttn der Besorgnis Ausdruck ge« kè^ Die .7° Entwicklung der Lage der Minder- h.knb bnfii? '^e Regierung wird aufgefordert, im tv.et ^öirJr rf ^'uzutreten, daß die für die Befrie- L ^ckheit.'» ^ bedeutungsvolle Frage des Schutzes 'N Dawit .„7^^rkte Aufmerksamkeit und Sorge naren die Beratungen des Ausschusses
Konkordat preußm-SiMan.
Fertigstellung einer Vorlage.
Es wird jetzt besannt, daß die in der Konkordatsfrage zwischen dem Kultusminister Becker und dem apostolischen Nuntius in Berlin, Pacelli, geführten Verhandlungen abgeschlossen sind. Die Konkordatsvorlage ist im Kultusministerium fertiggestellt und wird Voraussicht- lich noch im Lause dieser Woche im Mittelpunkt der politischen Verhandlungen in Preußen stehen und wahrscheinlich schon in den allernächsten Tagen das Staatsministerium beschäftigen.
Die vorläufigen Vereinbarungen sollen sich, wie man hört, nicht nur mit finanziellen, sondern auch mit Kultnr- und Schulfragen beschästigen. Wie die Aussichten auf ein Zustandekommen des Konkordatsentwurfes sind, läßt sich bei dem gerade hier scharf voneinander abweichenden Standpunkt der verschiedenen Parteien zurzeit kaum beurteilen. Aus rheinischen Zentrumskreisen verlautet, die ganze neuerliche Koalitionspolitik des Zentrums im Reiche und auch.in Preußen Hänge mit den Konkordats- bestrebungen zusammen. Mit dem tatsächlichen Bekanntwerden einer Koalitionsvorlage würden sich die Ziele der Parteien voraussichtlich bald klarer abzeichnen.
Bon amtlicher Seite wird erklärt, daß die bisherigen Verhandlungen unverbindlich geführt werden und keineswegs abgeschlossen sind. Gegenüber den aus dem Schul- gebiet geäußerten besonderen Besorgnissen wird ausdrücklich erklärt, daß eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche, die die Staatshoheit auf dem Schulgcüiet ein- schränken könnte, nicht in Frage kommt.
Oer Aufmarsch in Wiener -Neustadi.
Kompromiß über den 7. Oktober.
Aus Wien kommt die Nachricht, daß die nach der Wiederaufhebung des Verbots für die sozialistische Gegenkundgebung beim Aufmarsch der Heimwehrverbände in Wiener-Neustadt am 7. Oktober aufgenommenen Verhandlungen beim Landeshauptmann Dr. Buresch zu einem Kompromiß geführt haben, das die Aufmärsche der beiden Parteien sowohl zeitlich wie räumlich abgrenzt. Der Hauptplatz der Stadt steht der Heimwehr bis 12 Uhr mittags und von da ab den Sozialdemokraten für die Aufmärsche zur Verfügung. Die Aufmarschlinien wurden im gegenseitigen Einvernehmen so abgegrcnzt, daß Zusammenstöße zwischen den beiden Parteien nach menschlicher Voraussicht vermieden werden. Zwischen beiden Aufmarschgebieten wird eine neutrale Zone geschaffen werden. Das Überschreiten dieser Zone wird nur mit Ausweis gestattet sein.
Im N a t i o n a l r a t wurde von sozialdemokratischer Seite eine dringliche Anfrage wegen des 7. Oktober eingebracht, die von dem Abgeordneten Dr. Renner begründet und von Bundeskanzler Dr. Seipel beant- lvortet wurde. Renner begründete den Kampf gegen die Heimwehren damit, daß diese tatsächlich fast faschistisch geworden seien, auch einen Mann zum Führer hätten, Ivie Pabst, der in verschiedene politische Mordaffären verwickelt sei. Eine erneute zwischenparteiliche Behandlung der Frage der gegenseitigen Abrüstung der Selbst« schuHorganisatioyen sei notwendig.
Während der Antwort des Bundeskanzlers S e i p e k kam es mehrfach zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Mehrheit und den Sozialdemokraten. Seipel führte u. a. aus, er glaube, wenn Pabst eine so gefährliche Persönlichkeit wäre, hätte Deutschland wohl dagegen Einspruch erhoben, daß er in Österreich eine so wichtige Rolle spiele. Der Bundeskanzler erklärte weiter, er und die Bundesregierung seien bereit, nach dem 7. Oktober in Verhandlungen über den Abrüstunggsvorschlag einzu- treten. Es handele sich aber nicht ausschließlich um die gegenseitige Abrüstung, sondern um die wirkliche Herstellung dès inneren Friedens.
Eröffnung der Internationalen Wirtschaftskonferenz.
Prag. Die von der Internationalen Union der Völker- bundligcn einberufene Internationale Wirtschaftskonferenz wurde in Prag eröffnet. Auf der Konferenz sind 20 Staaten und 30 internationale Organisationen vertreten Der Vorsitzende der Tschechoslowakischen Bundesliga, Senator Rabaljc-» wurde zum Präsidenten der Konferenz gewähl:. Dr. Rabatsch entwickelte in einer Ansprache das Programm der Konferenz. Die Konferenz soll für die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Werte des Völkerbundes Zeugnis ablegen und Interesse für diè wirtschaftliche Zusammenarbeit und für die Umgestaltung des wirtschaftlichen Lebens wecken, und zwar nach den Grundsätzen, die von der Vorwirtschaftskonferenz in Genf aufgestellt wurden. Unter allgemeiner Zustimmung wurde ein neungliedriger engerer Exekutivausschuß ernannt, in dem Deutschland durch Dr. Robert Kaufmann vertreten ist.