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Mlöaer Anzeiger

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219-1928

Fulda, Montag, 17. September

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5. Jahrgang

gleme Zeitung für tilgt Leser

^verschoben.

Meaer v. Winterfeld und Eichler sind in Berlin zu, ^«Mstreckenflug nach dem Osten gestartet.

.Tornado, der über den Vereinigten Staaten tobt, hat

2 hundert Menschenleben vernichtet und ungeheuren EKi angerichtet.

0 öu mein Oesterreich!

Äi das alte Österreich hatte vor dem Kriege eine Lilia erhebende Berühmtheit erlangt wegen der Ä mit der dort die innenpolitischen ® e- Ulte aufeinanderkrachten. Waren es damals in der die Streitigkeiten zwischen den Völkerschaften lästaltigen Habsburger Monarchie, so fehlte es sijwck nicht an einem Aufeinanderprallen der ver-

Parteien. Immerhin hatten aber doch die Sm ber Völkerschaften gegeneinander das «flammen parteipolitischer Differenzen so- Mj dm Deutschen des Habsburger Reiches ab- ut Jetzt, im kleinen Deutsch-Österreich, in dem Wutschen ganz unter sich sind, ist es aber ganz anders fan und man muß die Feststellung machen, daß fti parteipolitischen Gegensätze wohl noch schärfer I Mägen als im Deutschen Reich. Schon im Parla- I MM dies zum Ausdruck, in dem einer Koalition [ i-^tt bürgerlichen Parteien die oppositionelle Sozial- hihé mit einem übrigens recht unbedeuteniden kom- «Wil Anhängsel gegenübersteht, obwohl es eine MM hat manchmal hatte es sogar den An- [ MM diese Zeit wiederkehrte, da eine Koalition M/Mdemokraten und Christlichsozialen, der Partei ^Wn Bundeskanzlers Dr. Seipel, bestanden hat. HW werden die Gegensätze noch dadurch, daß die »molratifihe Partei imRepublikanischen stitzbund" eine kräftige Kampforganisation hat, âM in Wien die Herrschaft über diesenWaffer- Mtermchs fest in Händen hält. Auf der: anderen Ak stehen die erst in neuester Zeit begründeten k-'matwehren, deren Anhänger von der äußersten schm bis tief in die Reihen der Christlich? ozlialen Hin- michen. Und diese Heimatwehren wollen nun am 7. über in Wiener-Neustadt eine Kundgebung veran- R gleichzeitig aber hat die Sozialdemokratie bzw. u.rpublikanische Schutzbund erklärt, er würde diesen Marsch der Heimatwehren mit einer Gegenchemonstra- M beantworten.

Tie österreichische Regierung ist nun Por die Not. «Weit versetzt, die erwarteten Zusammenstöße durch Maßnahmen zu verhindern. Daß irgendein:

Seiim auf die Demonstration verzichtet, if W Athmen. Und daß die Gemüter bis zum 7. Ok- zur Siedehitze emporgekocht sein werden, daran ^.mcht zu zweifeln. Gesellt sich doch zu diesem Gegensatz auch noch i r nche andere iLS verschärfend wirkt, nicht zuletzt die Tat- Deutsch-Österreich die Kluftzwischen Stadt genauer gesagt, zwischen Wien und nament- Ä«?Eandern, weit tiefer ist als in Deutschland Ein Drittel der Gesamteinwohnerzahl entfällt auf Wien und aurS diesem tm Schatten von St. Germain so wider- l^M^^öte Gestaltung Deutsch-Osterreichs jener "Wasserkopf" und den arideren Körper- ^°rden. Und schließlich fehlt es auch MauS Differenzen, die sich in diesen! in der E ^m katholischen Land gerade in den Zeiten ^^olution besonders drastisch cherausgebildet

V Giffen, um zn verstehen, daß INcbt die Regierung dem 7. Oktober ent-

begründet ist. Man denkt noch m? I^U' Wien ^ân. den 15. Juli vergangenen Jahres, für ist W die bekannten Ereignisse abspielten. |1l ritfjiq ?-â^,?8ewalt in Deutsch-Österreich das Ä längst Nicht so gefestigt wie

l^irtschaün?^^^ ") angesichts der unaluck-

^iswöfid vi^"..?age dieses Landes mit seiner ver- W Endes ^oberen Zahl von Arbeitslosem auf beiden ^lvrinderlich. Mun verfährt infolge- JyiMer" in bei der Agitation auch Viet

r dessen, was man will, auch

jAm am allcrni??^r/^art dabei natürlich mit wilden x. 'u diesig Agsten. Übrigens ist es merkwürdig, ö>fchb S;6/ in dem das Bild des alten Kaisers :7^n Hütte hing, von einer mon-

i^^enb in ^bw|f»u»>'t nicht die Rede ist; zweifel- w ^chisch^ Trgdn^ Lande von einer viel älteren u»ch die edoi??^ "ls beispielsweise Deutschland. k?Ä stark 'b?'-»?^^ren eigentlich nur antisozial- ihre wesentlich länd- Hr .,^le aber vorE«^' dinsichtlich ihrer rein politi- Riia^e^en Seite Ä? ^ noch recht unbestimmt. Auf ââ^>utzbund ^El>er sozialdemokratische Repnbli- \W^ .darin von dem deutschen

» S3nM^fo!?E te*\lF unversöhnlichem Gegen- Ä 'Utti darter, die bekanntlich dem dent- kA Parteien^äw?? Lutsche Mittelglied zwi- ^bgx. Erreich so '^?^^ die Demokraten, fehlt in IlS'Ä ^ nicht ganz; seine wenigen An- fWe. flanken fidi «»Vm?m Abgeordneten gebracht L 7 "uf Wien, spielen aber gar keine

Rheinlandsitzung des Reichskabinetès

Reichskanzlerbericht aus Genf. iÄÄ»

w ÖÄ ^" der Sitzung nahmen unter dem Vorsitz des ^ -I^^ânristers Grüner sämtliche Mitglieder des Reichskablnetts mit Ausnahme des Reichskanzlers, des Relchsaußenministers und des Justizministers Koch teil. Den Beratungen lag der telegraphische Bericht zugrunde, den die deutsche Delegation in Genf über die bisherigen Beratungen nach Berlin gesandt hat. Die Kabinetts- sltzung trug den Charakter besonderer Vertraulichkeit. Das erklärt sich schon daraus, daß in dieser Kabinettssitzung Acht nur zu bestimmten Vorschlägen der Genfer Delegation Beschluß zu fassen, sondern auch die in Genf zu befolgende Taktik zu beraten war. Die Sitzung wurde nach einigen Stunden unterbrochen und später wieder ausgenommen.

Die Beschlüsse des Kabinetts werden der' deutschen Delegation in Genf telegraphisch mitgeteilt, damit sie resp, der Reichskanzler Sonntag bei der dritten Räumungsaus- spräche in Genf in voller Übereinstimmung mit der Reichs- regicrung vorzugehen imstande ist.

Reichskanzler Müller stattete in Genf dem polnischen Minister des Äußern, Zaleski, einen Gegenbesuch ab und folgte sodann einer Einladung des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, bei dem er Gelegenheit zu einer Begegnung mit Bernard Shaw und zu einer längeren Unterhaltung mit dem tschecho­slowakischen Minister des Äußern, Benesch, hatte. Dann empfing der Reichskanzler den lettländischen Minister des Äußern, B a l o d i s, den rumänischen Gesandten in Berlin, C o m n e n, und das Mitglied der norwegischen Delegation Frithjof Nansen.

Die Beschlüsse des K-richskabineLis.

' Das Verhandlungen des Reichskabinetis über die Genfer Räumungsverhandlungen dauerten bis in den Abend des Sonnabend. Dann wurde folgende Veröffent­lichung ausgegeben: >

Das Reichskabinett trat unter Vorsib des Reichs­ministers Gröner zu einer Sitzung zusammen, an der die Reichsminister Curtius, Dietrich, von Guèrard, Hilferding, Severing, Schätzel und Wissell teilnahmen Gegenstand der eingehenden Beratung bildete die Lage in Genf, rote sie sich auf Grund der Bericht der Delegation darstellt. Dre Haltung der Delegation in Genf fand einmütige Billigung. Die Stellungnahme des Reichskabinetis zu den in Frage stehenden Problemen wurde der Delegation telegraphisch übermittelt.

Die Beratung des Reichskabinetts dauerte vier Stun­den Über alle mit Genf zusammenhängenden Fragen bat ein lebhafter Meinungsaustausch nicht nur zwischen Kabinett und Delegation, sondern auch mit Außenminister Stresemann in Baden-Baden stattgefunden. Das Kabinett hat sich mit seiner Entscheidung der Rede Strese­manns vom Januar angeschlossen, die jede Beaufsichtigung des Rheinlandes über das Jahr 1935 hinaus a blehnt Das Kabinett hat eine Schieds- oder Schlichlungsmstanz nur für annehmbar erklärt, wenn sie mit dem Jahre 1935 verschwindet. ,

A Aachischung in Genf.

Nachdem die Depeschen aus Berlin an die deutsche Delegation eingetroffen und entziffert waren, traten die deutschen Vertreter zu einer Nachtsitzung zusammen. Die Beratung, die um 11 Uhr begann, war nach einer Stunde beendet @§ hat den Anschein, daß in der Delegation noch vorläufig, und zwar im wesentlichen unter Führung des Reichskanzlers die Ansicht gesiegt hat, daß die vom Ka­binett und von der Delegation für die Vereinbarungen ausgestellten Bedingungen von der Gegenseite zugestanden werden muffen, wene es zu einer Vereinbarung kommen foU ___________'£ij$^

Oanzlg vor dem Völkerbund.

Der Völkerbundrat hat in geheimer Sitzung die mit tem Stabilisierungswerk in Bulgarien in Zusammenhang stehenden Ernennungen vorgenommen und dann in längerer ergebnisloser Aussprache die Frage der etn- iäbriaen Verlängerung des im Februar nächsten ^zahre^ ablaufenden Mandats des Völkerbundkommissars in D a? zig van Hamel, bzw. der Ernennung eines Nach- folgers beraten. Die Aussprache wird in einer der nächsten ^^^ Der französische Außenminister Briand und Arbeits­minister Louchcur trafen, von Paris kommend, wieder in Genf ein.

- bat die Nachkriegssntwicklung Österreich da- Greben daß dieses unglückliche Land nun auch noch unter schärfster parteipolitischer Zersetzung mehr als genug leid?» V Es fehlt auch ganz und gar an den Wirt- f^Af/AinlitifdienQuerverbindungen", die es in Deutsch- Reichstag recht reichlich gibt unb aus dèn Gegensatz der politischen Parteien vielfach 'Ädernd einwirkten und einwirken. Dort aber zwischen 'Ae ha und bom Bodensee, zwischen dem Brenner und 'tschechischen Grenze platzen die Kopse und, wie es Äu sciber allzuoft geschehen ist, auch die pauste in un- ÄÄidcrtcm Haß aufeinander. Dr. Seipels Regierung viel tun müssen, damit der 7. Oktober in Wiener- Neustadt nicht dieselbe traurige Berühmtheit erhalt wie jener 15. Juli 1927.

Dritte SenferRhemlandbchrchWg.

Weitere Konferenz zunächst nicht erwartet.

Die dritte gemeinsame Besprechung über die Frage der Rheinlandräumung wurde Sonntag nachmittag nach mehr als dreistündiger Dauer beendet. Deutschland war wieder durch Reichskanzler Müller und Staatssekretär von Schubert vertreten, für England nahm Lord Cushendun teil, für Frankreich Briand, für Belgien Hymans, für Italien Scialoja und für Japan Adatci. Nach der Besprechung waren die Teilnehmer einschließlich der Dolmetscher Gäste beim Frühstück bei Lord Cushendun. Eine weitere Besprechung während der jetzigen Tagung wird nicht mehr erwartet.

Die amtliche Mitteilung.

Das gemeinsam vereinbarte Communique über die Besprechung hat in der amtlichen deutschen Übersetzung folgenden Wortlaut:

Am Schluß der dritten Besprechung, die die Vertreter Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Japans abhielten, haben sie mit Befriedi­gung die freundschaftlichen Bedingungen festgestellt, unter denen die wichtigen Fragen erörtert worden sind, welche der Gegenstand ihres Meinungsaustausches waren.

Eine Einigung ist in folgenden Punkten zwischen ihnen zustandegekommen:

1. über die Eröffnung einer offiziellen Verhandlung über die vom Reichskanzler vorgebrachte Forderung nach vorzeitiger Rheinlandräumung.

2. über die Notwendigkeit, das Reparalionsproblem vollständig und endgültig zu regeln und zu diesem Zweck eine Kommission von Finanzsachverständigen der sechs Regierungen einzusetzen.

3. über den Grundsatz der Einsetzung einer Fest- stellungs- und Vergleichskomulission. Die Zusammen­setzung, das Funktionieren, der Gegenstand und die Dauer dieser Kommission sind einer Verhandlung zwischen den Regierungen Vorbehalten." _ _

Abreise des Reichskanzlers von Genf.

wtb. Genf, 17. Sept. Reichskanzler Hermann Müller hat heute Nacht 1.10 Uhr in Begleitung von Staatssekretär Dr. Pünder und Reichspressechef Ministerialdirektor Dr. Zechlin Genf verlassen, um über Baden-Baden die Rück­reise nach Berlin anzutreten.

Auswärtiger Ausschuß Ende der Woche.

> Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags wird für Ende der Woche einberufen werden. Sein Vorsitzende*- der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann, ist ei^ am Sonnabend nach Berlin zurückgekehrt, hat aber noch keine Entscheidung über einen bestimmten Termin ge­troffen.

Lord Cushendun empfängt die deutsche Presse.

wtb. London, 17. Sept. Lord Cushendun gab gestern den britischen Pressevertretern nach einer Reuter-Meldung eine ins Einzelne gehende Darstellung der Rheinlandbe­sprechungen und den dabei vertretenen britischen Stand­punkt. Dieser ging dahin, daß Großbritannien eine frühest mögliche Räumung des Rheinlandes anstrebt, aber es hoffe gleichzeitig auf eine Regelung des Reparationsproblems, obgleich nicht darunter verstanden wurde, daß ein notwen­diger logischer Zusammenhang zwischen den beiden Proble­men bestehe. Es wurde weiterhin nachdrücklichst betont, daß die Räumung auf jeden Fall in der zweiten Zone ziemlich rasch stattfinden sollte. Die Mächte sollten dann dazu übergehen, das gesamte Reparationsproblem zu erörtern und wenn dies befriedigend geregelt wird, eine Beschleu­nigung der Räumung der dritten Zone erwägen. Lord Cushendun betonte, daß während der ganzen Besprechun­gen auf allen Seiten wirklich der Wunsch bestanden ^be, die Jrage auf eine bessere Grundlage zu bringen. Es lei nicht bekannt, wann oder wo die Besprechungen wieder aufaenommen werden. Deutschland, bei dem die Initia­tive liege, werde zweifellos bald Vorschläge für ihre Wie­deraufnahme machen. Ein freundschaftlicher Geist habe während der ganzen Zeit zwischen der beutf-W und der französtschen Delegation geherr'-stt. Briand der eine äußerst versöhnliche Haltung zeigt, habe selbK den Vor- iunag gemaast, daß die Feststellungs- und Veraleichskommis- sion nicht militäris neu Charakter tragen solle, ^n der Reparationsfrage müsse Großbritannien keine finanziellen Opfer bringen. Großbritannien bestehe auch besonders darauf, daß die Erörterungen nicht irgendeine Vereinba­rung einschließen, die eine Art von Appell an Amerika bedeute oder nur andeutet. Großbritannien ist fähig und entschlossen, seine Schulden an Amerika voll zu bezahlen. Wenn die Finanzsachverständigen einen Plan finden könn­ten, durch den das Reparationsproblem dazu liquidiert werden könnte, daß endgültig Deutschlands Verpflichtung festgesetzt wird, so würde dies ein merklicher Fortschritt sein. Was die Frage der künftigen Kontrolle der entmilitarisier^ ten Zone betreffe, so sei in einer der Erörterungen darüber verhandelt worden, ob die Kontrolle über das Jahr 1935 hinaus dauern könnte. Die Deutschen hätten anfangs ver-