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vom 8.10. Juli in Langen

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herrliches Soinmerwetter, festlich relchgeschmückte Häuser ^Straßen, starke Beteiligung der evangelischen Bevölke- una von nah und fern bildeten den äußeren Rahmen der "län- i verlaufenen Tagung. Den Auftakt bildeten am Sonntag Zmittag Festgottesdienste, in den Kirchen der Umgebung des -r-'lstortes, von Diasporapfarrern gehalten, im Anschluß daran n laendgottesdienste, in langen selbst ein von Pfarrer Slorck- c mvenheim geleiteter Jugendgottesdienst. Am Nachmittag V in der stattlichen, würdig geschmückten Kirche der durch M tWirkung des Kirchengesangvereins Langen verschönte Fest- ; '^.tesdienst statt, in welchem an Stelle des in letzter Stunde eines Trauerfalls verhinderte Pfarrer D. Mahnert- 1 ÄMuck die tiefschürfende Festpredigt von Pfarrer Bruhns- ö^ivtig gehalten wurde, über das Pauluswort Kap. 3, Vers 13 ; Thema.Die Leiden der Diaspora für uns ein I und eine Ehre." Tiefen Eindruck hinterließen die mar- - Worte des Vertreters der Kirchenregierung: Prälat Dn Diehl, der unter Hinweis auf die kirchengeschichtliche Bedeutung Gustav Adolfs als die Hauptaufgaben des Gustav Adolf-Bereins bezeichnete: Stärkung der sterbenden Diaspora- Liemeinden und Einbau der lebendig gewordenen in einen gro- L;' kirchlichen Zusammenhang. In einem Parallelgottcsdienst neuen Gemeindehaus predigte Pfarrer Babick-Berlin, früher : Argentinien. Ein imposanter Festzug bewegte sich sodann , jcr Begleitung der Posaunenchöre von Arheiligen und Darm- I rAf (Martinsgemeinde) von der Kirche durch die Straßen der Studt worauf in und vor dem Gemeindehaus große Volksver- itawnchungèn stattfanden; die Uebprmittlung der Ansprachen faeschah durch Lautsprecher. Der Hauptoereinsvorsitzcnde D. Dr. o. Heyl zu Herrnsheim hielt nach einleitenden Begrußungs- - warten eine Ansprache über die Nöte der Diaspora, worauf Worträge von Acrslandsoertretern über die evangelische ^Diaspora gehalten wurden und zwar von Pfarrer Babick-Berlin Mber Argentinien, Superintendent Meyer aus dem Vurgen- chund über Deutsch-Oesterreich, Pfarrer May-Cilli über Jugo- blaocn, Pfarrer Bruhns-Leipzig über Sibirien. Die ergreifen­den Bilder deutsch-evangelischer Not, aber auch starken Lebens- willens traten plastisch vor die Versammlung, die mit atemloser Spannung den Rednern folgte. Der Familienabend im Fest- 1 snai(; des Gemeindehauses bildete den würdigen Abschluß des yn Mtages. Begrüßungsworte sprachen Dekan Lehn-Offeu- Mch für das Dekanat Offenbach, der Ortsgeistliche Pfarrer Mbèr für die Festgemeinde nebst Kirchenoorstand, Pfarrer i g)t-chnghaus-Offenbach für den Zweigverein Offenbach-Langen, WKirchenrat D. Kübel-Frankfurt a. M. für die benachbarten Kauptoercine der Rheinprovinz, von Hessen-Kassel, istessen- k Nassau Pfalz und Frankfurt a.M. Nach Ueberreichung nam- Master Festgaben und musikalischen Darbietungen erfolgte zum »Schluß durch die evangelische Eemeindejugend Langens die Auf- Whrung des Voll'sstücksDie Salzburger" von Dr. Vortisch, die Pin den gemeinsamen Gesang des Lutherliedes ausklang, ein k weihevoller Abschluß des wohlgelungenen Festtages.

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Wetterbericht.

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Die über Nordeuropa liegenden Tiefdruckstörungen werden mich in den nächsten Tagen die Witterung Mitteleuropas nur 'wenig beeinfluffen, so daß mit der Fortdauer des vorwcegend i heiteren Wetters gerechnet werden kann. Vorhersage Lis Dienstag abend: Wollig bis Heiler, trocken, mäßig warm, west­liche Winde. Witterungsaussichten für Mittwoch: Zunächst

Iiiiie wesentliche Aenderung.

Ü.

Zur Besteuerung nicht buchsiihrender Landwirte.

Die Besteuerung nicht buchführender Betriebe ist nicht nur in der Landwirtschaft ein Gegenstand ständiger Klagen. Der Kleinbetrieb kann sich eben keinen Buchhalter leisten, und der jehaber muß zumeist von früh bis spät so angestrengt arbeiten, «ii er sich die so nötige Nachtruhe rauben müßte, wenn er selbst )ie Buchhaltungsarbeiten leisten wollte. Die in einem neuen blaß des Reichsfinanzministeriums genanntenNormalbe­riebe" gibt es in der Wirtschaftspraxis nicht. Das Reichsbe- miungsgesetz von 1925 kennt 21 Ertragswertklassen, deren Be- luebe man evtl, als typisch bezeichnen darf. Dabei ist es na- ßrlidj nicht ausgeschlossen, daß auch diese Betriebe bei un- iinitiger Lage mit Verlust arbeiten. Dementsprechend legt dem »Reichstag ein Antrag vor, der steuerrechtliche Berücksichtigung Micher Verlustbetriebe, insbesondere bei den nichtbuchführenden Mmdwirten, verlangt. Es ist selbstverständlich, daß die Muß- Mchchrift des § 4 der Reichsabgabeordnung besonders auch dann Snw.bttitg zu finden hat, wenn die Ertragsfähigkeit eines MM^irtichaftlichen Betriebes infolge Wetterschäden gelitten Mat.

* Fulda, den 10. Juli 1928.

Sie Trauung in der evangelischen Landeskirche Hessen-Kassel.

I Der Evangel. Presseverband für Hessen-Kassel teilt mit:

Nachdem der Preußische Minister gegen das vom letzten andeskirchentag beschlossene Trauungsgesetz keinen Einspruch wen hat, ist es samt seinen Ausfuhrungsbestimmungen im Mdjeit in Kraft getreten. Im wesentlichen bleibt es bei den .'Her geltenden Bestimmungen. Manches ist neu formuliert, lnißcs geändert.

Das kirchliche Aufgebot, das der Trauung vorangehen soll, 1,1 teilten öffentlich rechtlichen Charakter, sondern nur den " Fürbitte. In der Charwoche, sowie in der Woche, in die ir jährliche Landesbußtag fällt, dürfen Trauungen nicht vor- Hicntnien werden. Ueber die Frage, ob an den ersten Weih- "lhts-, Oster- und Pfingsttagen getraut werden darf, entschei- der Kirchenvorstand. Die Trauung ist unzulässig, wenn Ehegatte keiner christlichen Religionsgemeinschaft angehört. M sind auch die aus der Landeskirche Ausgetretenen zu Men. Hat der Pfarrer im übrigen wegen des Lebens- mndels der zu Trauenden oder aus anderen Gründen Be- Men gegen die Zulassung zur Trauung, so hat er unter f'buziehnng seines Kirchenvorstandes die Entscheidung des WiUreisbcritanb herbeizuführen. Ueber etwaige dagegen ratete Beschwerden entscheidet das Landeskirchenamt.

Ein Kiichenbrand.

.Durch Ueberheizen des Küchenherdes entstand.Montag mii- im Hinterhaus des Anwesens Raunengasse 1 ein Brand. , M die starke Hitze fing eine hinter dem Herd befindliche °Mand Feuer. Als der Rauch aus dem Fenster drang, we mgst auf die Gefahr aufmerksam. Die Feuerwehr war ar rasch zur Stelle, brauchte aber njM mehr in Tätigkeit zu ^u, da, die Hauptgesahr bereits beseitigt war.

Verlegung einer Krastpost-Haltestrlle.

Die Haltestelle der Kraftpostlinien Fulda Brückenau und ^S-W.efel wird in Kohlhaus vom 12. Juli 192S ab an die ^"gerichtete Poststelle Gastwirtschaft Leopold Harth

BxrussaneLclduKgKtzrsetz und Kaufmannslehrlinge.

Drr 18...2LütjchL Kaufmannsdhiäfentag hat kürzlich anläß-. iah seiner Tagung in Dresden folgende bemerkenswerte Enr- schließung zum Berussausbilvungsgesetz gefaßt: Die Kauf­mannslehre und die Berufsausbildung der Kaufmannslehr- linge bedürfen größerer Aufmerksamkeit und stärkeren Schutzes als bisher. Die Feststellungen der amtlichen Gewerbeaufsicht, die Erhebungen des Verbandes für das kaufmännische Bil- dnngsweken über die Vorbildung der Lehrlinge, und nicht zu­letzt unsere eigenen dreißigjährigen Beobachtungen ergeben einwandfrei, bug auf allen webieren des kaufmännischen Lehr­lingswesens schwere Mißstände vorhanden sind. Der 18. deutsche Kausmannsgehilfentag erklärt deshalb, daß die Ge­staltung der Kausmânnslehre nicht mehr wie bisher rechtlich allein von der Einsicht und dem guten Willen der Arbeitgeber abhängig sein darf. Auswahl und Erziehung ihres eigenen Nachwuchses ist in gleichem Ausmaß auf Aufgabe und Recht der Kausmannsgehilfen. Die Gemeinschaftsarbeit auf diesem Gebiete zwischen Kaufmannsgehilfen und Arbeitgebern muß auf gesicherter rechtlicher Grundlage beruhen und schlechtem Mllen gegenüber sich durchsetzen können. Diese Voraus­setzungen erfüllt, unbeschadet weiterer Derbesserungsnotwendig- kciten, der Entwurf des Verufsausbildungsgesetzès, wenn in ihm eine klare Gliederung der Aufgaben eindeutig sicherge­stellt wird, dergestalt, daß über Fragen der Kaufmannslehre nur Kaufleute und Kaufmannsgehilfen zu entscheiden haben. Der 18. deutsche Kausmannsgehilfentag verlangt mit allem Nachdruck auch die Einbeziehung der 'Kaufmannslehrlinge in das Berufsausbildttngsgesetz. Er erwartet von der Reichsregie­rung, daß sie von ihrem Recht zur Festsetzung von Lehrlings- höchtt-ahlen für das Handelsgewerbe, unbeschadet der späteren endgültigen Regelung, unter Berücksichtigung der Vorschläge des Deutschnationalen Handlungsgehilfe'n-V'erbandes, schnell­stens und durchgreifend Gebrauch macht.

Lichtbildervortrag im Bürgerverein.

Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle auf den am kommenden Donnerstag im Hochzeitszimmer des Bürgervereins stattsindenden Lichtbildervortrag des Foto-Clubs Fulda über das ThemaWandertage durchs Grödnertal" aufmerksam zu machen (siehe auch heutige Anzeige).

Die Schonzeit für Rehkälber

ist für den Landkreis Fulda auf das ganze Jahr 1928 aus­gedehnt worden.

Das Kreistriegerverbandsfest in Tann.

Wieder schien die liebe Sonne am vergangenen Sonntag nach einer trüben regnerischen Woche genau wie vor 14 Tagen beim Sängerfest in ihrem vollen Glanze strahlend auf die festlich geschmückten Straßen unseres Rhönstädtchens herab, um dein Verbandsfest des Kreiskriegerverbands Gers­feld die gebührende Weihe zu geben. Auch die Einwohner hatten ihrerseits keine Mühe gespart, zum Gelingen des Festes beizutragen und den Straßen ein festliches Aussehen zu geben; überall sah man lange, schwere Girlanden, grün geschmückte Häuser und flatternde Fahnen und Fähnchen. '

Die Einleitung zur Feier bildete ein wohlgelungener Ve- grüßungs- und Festabend imHotel Münzel" unter Mit­wirkung der Kapelle des Artillerie-Regiments Nr. 5 aus Fulda unter der persönlichen Leitung von Herrn Obermusikmeister Hewers. Der Vorsitzende des Tanner Vereins, Herr Oberförster Marquardt, begrüßte mit warmen Worten die Erschienenen, besonders aber den Ehrenvorsitzenden des Kurhessischen Krleger- bundes, S. Exz. Herrn General der Infanterie von Hülsen, der die Mühe und klmständlichkât der Reise nach Tann nicht ge­scheut hatte, um das Verbandsfest mitzu feiern. Nach ihm be­grüßte Herr Bürgermeister Oetzel die Versammlung im Namen der Stadt Tann. Dann sprach Exz. von Hülsen und brachte die Grüße vom Vorstand des Kurhessischen Kriegerbundes. Er be­tonte in seiner Ansprache, daß die Grundlage für ein gesundes Staatsleben glückliche Familien seien, deren Glück eben auf dem kameradschaftlichen Geiste der einzelnen Familienange­hörigen beruhen müsse.. Die Frau als Mittelpunkt der Familie aber müsse Pflegerin und Hüterin dieses Geistes sein und die Jugend zu wahrhaft deutschen Männern und Frauen erziehen, daß sie sich ihrer Pflichten dem deutschen Vaterland gegen­über bewußt werden. Er beendete seine Ansprache mit einem Hoch auf die deutsche Frau. Zum Schluß brachte der zweite Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes Gersfeld, Herr Krämer aus Lahrbach, die Grüße des Vorstandes und seine Wünsche für ein gutes Gelingen des Festes. Die Fuldaer Militär­musik sorgte durch flotte Märsche und Lieder für Stimmung und hielt so die Festversammlung bis spät nach Mitternacht zusammen.

Der Festsonntag wurde um 7 Uhr mit einem Wecken ein­geleitet. Um 9.30 Uhr folgte gemeinsamer Kirchgang sämt­licher Vereine. Herr Pfarrer Bäumler legte seiner Predigt ein Textwort aus dem ersten Petrusbrief zugrunde und ge­dachte am Schlüsse des Gottesdienstes der im Kriege gefallenen Kameraden. Während eines ergreifenden Orgelspiels, dem die Gemeinde still lauschte, legten vier junge Bkädchen an den Gefallenen-Eedächtnistafeln Eichenkränze nieder.

Um 11 Uhr fand auf dem Marktplatz ein Platzkonzert statt, während dem sich die Abgeordneten der einzelnen Vereine zu einer Beratung zusammen'geschlossen hatten. Infolge der plötz­lichen Versetzung des Vorsitzenden des Kreiskriegerverbande's, Kamerad Röder, von Gersfeld nach Hanau konnten mehrere Punkte der Tagesordnung, wie Iugendgruppen, Kleinkaliber­schießen, Kriegsfürsorge u. a. nicht erledigt werden. Zum Punkte soziale Fürsorge, die sich der Kyffhäüserüund ganz be­sonders angelegen sein läßt, nahm Exz. von Hülsen im Schluß­wort noch einmal Stellung und betonte, daß diese Fürsorge den Verbänden ganz besonders am Herzen liegen müsse. Kame­rad Wepler-Neuswarts stellte den Antrag, wieder neue Waf­fen für Ehrensalut bei Beerdigungen zu beschaffen, nachdem, durch das Entwaffnungsgesetz veranlaßt, sämtliche für diesen Zweck vorhanden gewesenen Waffen abgegeben worden seien. Der Antrag wurde lebhaft begrüßt, jedoch einstweilen vertagt.

Um 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug mit vielen flatternden Fahnen zum Festplatz auf dem Felsenkeller. Dort begrüßte Herr Oberförster Marquardt die Kameraden und dankte ihnen für ihr Erscheinen und gedachte noch einmal der gefallenen Kameraden. Eemeinsain sangen alle das Lied:Ich hatt' einen Kanteraden". Dann überbrachte Herr Bürger­meister Oetzel die Grüße der Stadt. Nach ihm betrat Herr General von Hülsen das Rednerpult zu einer längeren An- sprache, in der er wünschte, daß aus diesem Tage ein rechter Segen für die Zukunst entstehe. Er führte dann u. a. etwa folgendes aus:Wir Deutschen sprechen eine Sprache und ver­stehen uns nicht, wir sind ein Volk und kennen uns nicht, wir haben ein Schicksal und gehen nicht zusammen, wir haben eine Not und tragen sie nicht miteinander. Der Kyffhäuserbund will verstehen utid helfen. Wir müssen ein einiges Volk werden und zu e i n e r Gemeinschaft kommen. Darum ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes des Kyffhäuserbundes, daß es das deutsche Gewissen seiner Gemeinschaft werde. Es wird im­mer gesagt, daß unserer Jugend Disziplin fehle. Schaffen wir eine neue Disziplin, erziehen wir unsere Jugend zu Ehrfurcht und Gehorsam. Nur wer gehorchen gelernt hat, kann später etwas tüchtiges schaffen. Nicht Selbstsucht, sondern Selbstzucht, nicht getragen werden, sondern tragen. Dein Vaterland dienen,aber nicht der Partei. Das sei unser Gelöbnis. Eick Ziel darf es für uns nur geben: Das Glück des Vaterlandes!" Mit einem Hoch auf das Vaterland endete Exz. Hülsen seine Ansprache.

Zum Schluß brachten Herr Landrät Dr. Wiechens-Gersfeld. Herr Krämer der zweite Vorsitzende des Kreiskriegerver- bandeo Gersfeld und der Vorsitzende des Kavalleristenver- eine Fulda herzliche Grüße und wünschten dem Verein ein gutes Gelingen des Festes.

Frohes Treiben herrschte auf dem Festplatz, so daß wohl ein jeder Festteilnehmer auf seine Kosten gekommen, und hoch- befriedtigt nach Hause zurückaekehrt ist. Abends fand als Ab­schluß des Festes in zwei Sälen Ball statt. Besonders er­freulich war, daß auch viele Vereine aus dem nahen Thürin­gen erschienen waren.r.

* Lauterbach, Die Weberei Menzel u. Hoos feierte ftp .\ iittgc st-üren und Arbeitern in wohlgelungener Weise das 7.'>.jayirge Bestehen der 'Firma.

* Bernshausen, 9. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier das alljährliche Schlitzerlünder Miffionsfest statt. In dem schon sehr stark besuchten Vormittagsgottesdienft predigte der Darm­städter Diakon issenhauspfarrer Hickel in eindringlicher, erweck- licher Weise. Der bkachmiltagsgotlesdienst mußte ins Freie ge­legt werden wegen des ausgezeichneten Besuches aus dem Schlitzerland und Umgebung. Es predigte da der Mijsions- direktor der Leipziger Mission, Herr Dr. Ihmels; arm ohne Christus, reich mit ihm, darum seht die Aufgabe, die gegeben ist. Nach einer Pause versammelte sich wieder die Festgemeinde an dem wundervoll gelegenen Platz am Rande des Waldes mit herrlichen Fernblick zur Nachfeier. Chöre des Posaunenchores Stockhausen-Schadges, Gefangsoorlrüge des Männergcjangver- eins Bernshausen wechselten mit Liedern der Gemeinde und Ansprachen. Herr Pfarrer Hickel sprach davon, daß uns das Wort Gottes gegeben ist, daß wir ihm Antwort geben und daraus Verantwortung heraushören. Herr Missiönsdirektor Dr. Ihmels berichtete von seiner Afrikareise und vor allem von der neuen Arbeit in der Steppe. Herr Pfarrer Bohn-Queck, der Missionsvertrauensmann des Schützerlandes, sprach ein ein­dringliches Schlußwort: Gott ist am Werk! Gott hatte uns strahlenden ^Himmel geschenkt, in außerordentlich großer Zahl kamen die Festgäste herbei. Eine erfreuliche Sammlung kann an unsere Mission abgeliefert werden: Kollekte über 500 Reichsmark, Schriftenverkauf ca. 50 RM., dazu die Sammlung für eine Afrikakiste mit Schulmaterial für die Missionsschulen aus dem Schlitzerland, die an Materialien und Geldgaben weit die Summe von 50 RM. übersteigen wird. Hoffentlich gehen von diesem Festtage Segenskräfte aus in Häusern und Herzen.

* Bernshausen. Unser bisheriger Bürgermeister Konrad Schwarz hat dies A mt jetzt niedergelegt. Ueber den Termin der Wahl eines neuen Bürgermeisters ist noch nichts bestimmtes verfügt; doch wird dies wohl nicht allzulange auf sich warten lassen. Als Bürgermeisterkandidat wird jetzt schon der bisherige Beigeordnete Heinrich Fischer genannt, dem eben vom Kreisamt dies Amt vertretungsweise übertragen worden ist und der in der ganzen Gemeinde als aufrechter und rcchl- flhaffener Mann sich großen Ansehens erfreut. Ob noch andere Bewerber um den Bürgermeisterposten auftreten werden, ist vorläufig noch nicht vorauszusagen. Es wäre aber wünschens­wert, wenn die bevorstehende Wahl im erfreulichen Gegensatz zur letzten Bürgermeisterwahl ohne viel Zank und Gehässigkeit erfolgen würde.

Gelnhausen, 8. Juli. (Milchstreik der Landwirte.) In den am Mittwoch nachmittag imDeutschen Haus" hierselbst statt­gefundenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Land­wirtschaft und der hiesigen Milchhändlervereinigung wegen der von den Milchhändlern geplanten Herabsetzung des'Liefèrmilch- preifes um einen weiteren Pfennig wurde seitens der Landwirte beschlossen, in den Lieferstreik einzutreten. Diese Maßnahme soll am Montag in Kraft treten und unnachsichtig durchgeführt werden.

Treysa, 9. Juli. (Ein Bienenstand durch Blitzschlag vernich­tet.) Bei einem Gewitter schlug in Allendorf der Blitz in den Bienenstand des Lehrers Schneider und zündete. Acht wert­volle Völker wurden trotz sofort angestellter Löschversuche ein Raub der Flammen.

Marburg, 9. Juli. (Von der Universität Marburg.) Das Personalverzeichnis der Universität ergibt für das Sommer­semester einschl. von 41 Hörern 3 503 Studierende, darunter 610 Frauen. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich diese wie folgt: Theologen 322 (15 Frauen), Juristen 960 (22), Me­diziner 705 (82), Philosophen 1 475 (491). Aus Preußen stam­men 2787 (485), aus anderen deutschen Ländern 554 (105), aus Danzig. Memelland und Oesterreich 35 (5), aus anderen europäischen Staaten 7, (15) und aus außereuropäischen Ländern 14 Studierende.

Gießen, 9. Juli. (Ein schwarzer Räuber.) Ein merkwürdi­ger Vorfall hat sich in den letzten Wochen wiederholt in der Feldgemarkung des Dorfes Holzheim im Kreise Gießen ereig­net. Dort wurden in etwa 15 Fällen den auf dem Felde ar­beitenden Landwirten an verschiedenen Tagen die Frühstücks­brote aus den Kleidern heraus gestohlen. Lange Zeil war man sich über den merkwürdigen Liebhaber der Bauernfrühstücke nicht im Klaren, bis man eines Tages einen alten schwarzen Raben beobachtete, der kunstgerecht aus den Kleidern das eingewickelte Frühstück herausholte und damit auf und davon flog. Der lose Geselle ging auf seinen Diebeszug immer erst aus, wenn die Landleute einige 100 Meter von dem Aufbewahrungsort ihrer Kleider entfernt auf dem Acker arbeiteten. Wo der Rabe feine Frühstücksniederlage angelegt hat, konte bisher in der Gemar­kung nicht ermittelt werden.

* Ober-Ohmen, 7. Juli. (Frecher Diebstahl.) Dem Poftoer- walter a. D. Heinrich Kratz 12. von hier wurden aus einem transportablen Hühnerstall dicht bei feinem Hause ein Hahn und zwei Hennen, reinrassigeschwarze Hamburger", gestohlen. Zwei Exemplare des Zuchtstamms ließ der Dieb zurück. Die gestohlenen Tiere wird er versuchen, an den Mann zu bringen, natürlich wird er vorher die Fußringe, die ihm zu Verrätern werden können, entfernen. Vor Ankauf der Tiere sei gewarnt. Die Hühner sind mittelschwer, blauschwarzes Gefieder, dunkle Füße, Körper schlank.

Bad Nauheim, 9. Juli. (50 Jahre Elisabethhaus in Bad Nauheim.) Die älteste und größte Anstalt des Bades, die Kinderheilanstalt Elisabethhaus, begeht im kommenden Jahr ihre 50jährige Gründungsfeier. Im vergangenen Jahr fanden über 1500 Kinder aus ganz Deutschland in der Anstalt Auf­nahme. Zur Schaffung weiterer Zimmer für besonders kranke Kinder wurde ein Ausbau der Kinderheilanstalt beschlossen.

Frankfurt a. M., 8. Juli. (Schweres Autoomnibus-Unglück.) Heute nachmittag kurz vor ck Uhr ereignete sich am Dftausgang des Vororts Sossenheim ein schweres Autoomnibus-Unglück. Zwei Omnibusse der Linie Frankfurt a. M.Sossenheim fuhren so,dicht aneinander vorbei, daß sie sich streiften, der eine dicht besetzte Omnibus aus der Fahrbahn geriet und in den Chaussee- giabeit stürzte. Von den Insassen sind zehn Personen verletzt worden, davon zwei schwer. Sämtliche Verletzten mußten in das Krankenhaus gebracht werden. Von anderer Seite wird die Zahl der Verletzten mit zwölf, davon drei schwer, angegeben. Einzelheiten fehlen noch.

Mainz, 9. Juli. (Verbandstag der hessischen Schlosjer- meifter.) Die hessischen Schlossermeister versammelten sich am Samstag und Sonntag in Mainz zu ihrem 10. Verbandstag. Im Rahmen der geschäftlichen Verhandlungen hielt der Syn­dikus der Handwerkskammernebenstelle Darmstadt, Dr. Koll­bach, einen interessanten Vortrag über die zur Zeit geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen bezüglich des Arbeilszeitnot­gesetzes, wobei er zu der Schlußfolgerung kam. daß das Hand­werk auf diesem Gebiet möglichst große Freiheit brauche. Die Frage einer Zusammenlegung der hessischen Verbände kam erneut zur Erörterung. Es ergab sich dabei eine grundsätzliche Ablehnung der ^Zusammenlegu-cg mit dem hessisch-nassauischen Verband. Die Frage soll auf dem in Hannover stattfindenden Rcichsverbandstag endgültig geklärt werden. Schließlich wurde der Vorstand beauftragt, an das gesamte hessische Handwerk und Gewerbe eine Resolution zu richten des Inhalts, bei den zu­ständigen Behörden darauf hinzumirken, daß Verordnungen, die die wirtschaftliche Tätigkeit der einzelnen Verbände betref­fen, ohne Hinzuziehung der betreffenden Organisationen nicht erlassen werden dürfen, weil andernfalls wirtschaftliche Stö­rungen die Folge sein könnten. Der nächstjährige Verbandstag wird in Friedberg in Oberhessen stattfinden.

Kaiserslautern, 8. Juli. (Eine gemeine Tat.) In der Nacht zum Sonntag wurde aus dem israelitischen Friedhof un­serer Stadt ein gemeines Bubenstück ausgeführt. 33 Grabsteine wurden dort umgeworfen und erheblich beschädigt. Trotz eif­rigster ilsachforschungen der Polizei mit Spürhunden konnten die Täter man vermutet zwei nicht ermittelt werden. Die israelitische Kultusgemeinde hat 300 Mark für die Ermittlung der Täter ausgesetzt.