M-aer /lnzeiger
^zjNaek.Dei Lieferungsbehlnütrungea durch ^hM Gewalten", Streiks, Ttasfpetniagen, ^«»sperre ttj®. erwachsen dem Bezieher seine Sprache. Verlag §rre-rich Ehrercklao, Zntüa, Wglieö Ser Verein» ventscher Zeitungsver» l^ Postscheckkonto: Keankfurt e. M. $38.46«»
jlr. 106 — 1928
Tageblatt für Rhön rm- Vogelsberg Zvlöa. UK- Haunetal *§u!-aer Krelsblatt
«erakS— «- SeMstsstâ: Mützlenstraße 1 ♦ Zervfperch^schkrß Ur. W «ach »„» «» â* »«schEN?»r«ct «»r »N ^âE^ ,Z»tt«e ^nsets^-eOeük«,
Fulda, Samstag, 5. Mai
Msetsrnpreis: §& SrhLr-en, Gimsffensihc^. t«,Dm'.keu usw. beträgt ölrKleinzcile 0B0M^ für avswârtige Auftraggeber 0.25 Mk.,fâr die RrAamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 M., Revamezeile 0^0 Mark ♦ Bei rkechnunIsftet- Karg hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol» ßtn ♦ Tag- end plahvorschrrsten vnverbmölich. HKSMmNMmitaMMMMmuuwiMtMwmMaai^
5. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser
S General Nobile ist mit dein Polarlustschifs „Italia" In gelandet.
. PeiBua hat ein Hochverratsprozetz gegen Kommunisten. «Ln der drei Wochen bauern wirb.
“ <yn Tftnanfu sind hundert Japaner von südchinesischen U,Ken^ermordel worden.
1 Im Sauseschritt.
iMicher Triumphzng. — Grenzvolk. — Trauriges Spiel.«
I Gan; plötzlich ist der Sommer über uns gekommen, 'n daß, noch vor dem wunderschönen Monat Mai, die chen anfgegangen und die linden Lüste entfacht waren, - endlich, endlich den scharfen Nachwinter abgelßft litten. Und nun drängen sich auch schon die Hochsommer- ,chüsse, als hätten sie Angst, den Anschluß an bnf jenen Bildstreifen zu versäumen, der vor unseren M allzusehr verwöhnten Augen abzürollcn beginnt. j
In Rewhork und in Washington durchkosten putsche Flieger alle Wonnen eines glorreichen MÄPhes. Zu gleicher Zeit erhebt sich au der deutschen Keküste ein italienisches Luftschiff zu in Flug über den 'Mpol,' der eben erst den Besuch ciues amerikanischen Siegers erhalten hatte und danach, wenn bem General ?»bile —wie wir hoffen wollen — sein kühnes Wagnis ^ingt, auch bald über ständige Verlassenheit nicht mehr ii llaaen haben wird. Über die liebliche Bergstraße i« Hessischen Land aber rast unterdessen ein verheerender M und Wirbelsturm hinweg, der die arglosen Stadt- ^a itnb Dörfer in ein Jammertal verwandelt. ^ocb »nier Iver den bulgarische und gricchucke Lan-dichaften finMsucht, unter denen die Erde zu vcbcn n^t inihö'tt, so daß unsagbares und wohl auch^lustlübare-» IÄ über ganze Böllerscharen attsgegossen wird. DWtbutg wiederum hat sich eine sogenannte^ .> r l i - f liilin vor Gericht zu verantworten, der erlmnnlune »Westen, im Scklaszustäud verborgene Dinge und G<- J'^ic zu erkennen und auszusageu, tracb^ruhmt
und die in der Tat höchst verwunderliche Brov»» I richi »bernatürlichen Begabung vor ihrer« Richtern I aWt
Röer Nähe der deutsch-französischeu Grenze zwal sm èochv e r ra t spr 0 z c ß vor frauzowchen < c- ' Wreiten die Aufmerksamkeit auf sich, der ö" eure ^t nachträglicher Bolksentscheidung über die Behandlung Asttès verlorengegangenen Reichslandes tu den dunu. ^Äsalstagen voni November 1918 auszuwachsen ictseini. Wn läßt sich mit Händen greifen, wie die ganze Brozest- ; f“Wg daraus angelegt ist, um die Rrcklm und Genosten s»n vornherein eine Atmosphäre moralifchcr Minder. Artigkeit wie patriotischer Unzulänglichkeit zu verbreite^ >"dllè eigentlich nur noch der Grad her Verurteilung, al-> M nicht etwa erst die Frage ihrer Schuld oder Unfchuu M Erörterung steht.
Das tragische Schicksal des Hauptangeklagten, der in Wr Zeit gegen den Verdacht des Franzoientums «Netzt in französischer Zeit gegen den Verdacht traf. I ^r Hinneigung zum Deutschen Reich sich wehren mg& fein gewiß als typisch gelten für bie schmerzvolle Lagi rW Grenzvolkes, das durch die Jahrhunderte nicht 1 «he gekommen ist und jetzt, unter französischer verrieth I ^ allem Überschwang der Befreiungsszeuen nach dew Krieg, am allerwenigsten seinem eigenen Wesen unt I Men nachleben kann. Aber die Elsässer haben lu deub I Zeit ihren Zaber »Prozeß gehabt unb sie l-aber IS unter der Verwaltung ihres Herrn lMd ^^u^^ Mcarâ ihren K 0 l m a r e r Prozeß. Man brauch Mu Vergleichen nicht erst aufzufordern, sie sind kritisch Mn veranlagt, um zu überlegen, ob sie in deutscher Zc Mag Gerechtigkeit zu erwarten gehabt hätteil, wie st »^ in diesem Autonomistenprozeß id)»n nach |ti . §,^Anlage und Aufmachung offenbar bevorsteht. W ; fischen werden uns natürlich davor hüten, ^lw Äolgerungen aus den Erscheinungen diese^ orensi §- Dramas zu ziehen: vergessen aber können wir mch E werden wir nicht, daß es im Grunde u nfer e Lairds >«nb Stammesgenossen sind, um deren Schicksal dar 'M ur Kolmar jetzt gewürfelt wird: daß wi^er N deutschen Volkstums vor der tjragc juhu Mstb^uptung oder seiner gelvaltsamen Vernlch uni & "Nd Daß wir also nicht als unbeteiligte ZAHan^ ?u> trauriges: ^biel folgen können, wre es uns vg* S^niofen, aber auch wohl mancherlei Leu e dicss- tt «A^«fs zumuten möchten. Dieser- Mmp wird, gl.i > l|tL^ »i Kolmar über ihn entschieden wird, mit be.r der Geschworenen nicht beelldet sei».
soll ein Urteil allerdings "ichi schâ 4 BTX ist' aber der Kolniarer Gerichtshof.touM«; i« in fe 00^ "sine weiteres voraus ehen, chesem Sch.ck ^ '^ zu entgehen vermögen; das llegt schor lilij \ ^ugxrechtiakeit der Sache, mit der man ibn besaß Äbet. Anders siebt es mst der E^ b des Reichsgericht s in der Frage des W " t k ü m p f e r v e r b 0 t e s, obtvohl le doch oder vielmehr 6 Ü “
^ »I n ^er gefallen ist. Mau mag sich >"/br sie ^ eil ^' 'n jeden. Falle aber darf man sich 'h^» )n^ neuen Beweises für die ab s o l t U n a d 1 Mi u u s e r e r Mi e ch t f p r * ^it n g f MrA sich ja auch bei uns schon die Gewohnhelt e^ >S?11 Gerichten, je nachdem sie Anha««- de !"e T^der anderen Partei bestrafen oder srel pr^ M I Ni(^ Rechtsprechung vorzulver cu, ^hu ^rauf, ob nicht die Strafe in dem einen und der
Reichsresorm und
Reformberaiungen der Länder.
Erste Tagung des Ausschusses. ^
Im Reichskanzlerpalais in Berlin trat der im Januar von der Länderkonferenz beschlossene Ausschuft für Berfaffungs. und Verwaltungsreforrn zu seiner ersten Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte für den auf Erholungsurlaub befindlichen Reichskanzler Dr. Marx sein Stellvertreter, Reichsjustizminister Hergt. An' der Sitzung nahmen die neun von der Reichsregierung berufenen Mitglieder teil, nämlich: die Reichsminister Dr. von K e n d e l 1, Dr. Köhler, Dr. Curtius und Dr. Schätzel, Reichsminister a. D. H a m in, die Uni- versitätsprosefloren Geheimräte Dr. Anschüt, und Dr. T r i e p e l, Unterstaatssekretär a. D. B u s ch und Rcichs- tagsabgeordneter Dr. Brüning, sowie die neun Ländervertreter Ministerialdirektor Dr. Brecht sPreuftens, Ministerpräsident Dr. Held sBaycrn), Ministerialdirektor Dr. Pötzsch-Heffter (Sachsen), Staatsminister Bolz (Wüttemberg), Gesandter Honold (Baden), Staatsminister Dr. Le u t h e u s: e r (Thüringen), Staatspräsident Adelung (Heffen), Bürgermeister Dr. Petersen (Hamburg) und Ministerpräsident D e i st (Anhalt).
In Begleitung der Ländervertreter resp, als Stellvertreter waren u. a. anwesend: Staatsminister Dr. Stützel und Gesandter Dr. von Preger (Bayern), Gesandter Dr. Bosler tWürttemberg), Gesandter Dr. Nuß (Hessen), Senator Dr. Strandes (fcambura) und Unwern-
Freispruch in bem anderen Falle durch die verschiedenartige Gestaltung der Sachlage selbst gerechtfertigt und geboten war. Es ist das eine üble, eine sehr , bedauerliche Gewohnheit, die gar nicht rasch genug wieder aufgegeben werdeit kann. Wetin oie Ablehnung des Rotfrontverbores durch das Reichsgericht wenigstens die eine Wirkling haben sollte, den allgemeinen Respekt, vor der Unabhängigkeit ti n s e r e r G e r i ch t c wieder 31t festigen, so könnte man sich dieser Tat unseres höchsten deutschen Gerichtshofes auf allen Seitenlinie herzlich freuen. Dr. Sv.
Der Autonomistenprozeß.
Kolmar, im Mai.
Nacki der VernelmlUttg des Dr. R i ck l i N begann die Vc. neh^ung Ed ÄngSteuS Wall, ehemaligen Redakteurs der SSt .Die Zukunft". Schall gibt über bie Gründung wertest sei gewesen, daß das Elsaß wiedererlange, was es "^,^ Ä* - no m " Alsdan I g Blattes bezeigen sollen, ^MÄ Ä»« â NIE
-ä»»»Sä alle Weisungen nach besten Kräften Z ' - Diese Worte ihnen das Endziel einmal ntch "sichtlich iei. ^^e und auch bie in dem Mhinb^retben
anempfohlene Gchcnnhaltung
«Mutert e<W «u! ^’1*".^®^ Geheimhaltung der ^rgawsat - w l 6 damals viele des Blattes notwendig,«cweicn sin ™ ^ ^^r-r Schrift- Polizeispitzel tätig öcwesLn se , Cs Bewegung ESFää^
Autonomie im Rahmen „rankreichS
, 1Q11 s-staelcaten Grnndzugen. schall gib, in den im Januar 1911 üün c . . . Schriftstücken unt eine Reihe von Erläuternngen^ »u w^e uttft werde man weist auf das Wort B^ands h ^^^Znur norf) Europäer nicht mehr Deutscher oder 0 '^' 1 üd)t beS Staatsverrates fein. . Wenn h- «mit Bnand^ MM ^^ ^ ^ schuldig gemadit habe, Ä g n^t schuldig gemacht. Du kunst" eines derartigen ^c ^ Charakter bei. «otoidlle MS W% f"% S Ä S. «Il »»b- Elsässers so gestaltet ft » Angehörigkeit gewechselt Schâ das Elsaß feine staaM ^ ' Sdjtbaxe Geheimnis, das der erklärte zuletzt, daß da. gar-> f . glaube, barii wi« A d« ÄÄ jÄ^ bestauben habe, vag d e ° zusammenzutreten, um »beworben seien, von »)eu 01 die politische Lage zu beraten.
Schweres Flugzeugunglück in Zapau.
Tokio Ein auf Veranlassung des VcrkehrSnlinisteriumS konstruiertes Großflugzeug für den PcrsoncntranSport lft während eines ProbeflugeS abgeftürst Sämtliche an Korb befindlichen acht Personen, zum größten -teil tfWW mechaniker, wurden getötet. Das. Flugzeug wurde venu Anprall auf den Boden zertrümmert.
Reichsverwaltung.
tätsprofessor Dr. Nawiaskh. Staatsminister a. D. Reichs-- sparkommissar Sämisch nahm als Generalsachverständiger an der Sitzung teil, die Reichskanzlei war durch Staats-, sekretär Dr. Pünder vertreten.
Das Arbeitsprogramm.
Nach kurzen Begrüßungsworten durch b»'« Vorsitzenden erstattete der Reichsminister des Innern, Dr. von Keudell, ein Sachreserat über das Arbeitsprogramm, an das sich eine vorläufige Anssprache anschloß, die sich im Wesentlichen um die Geschäftsordnung bewegte. Es handelte sich namentlich um die Frage, welches Geivicht bie Stimme des Reichskanzlers als des Ausschußvorsitzenden bei der Abstimmung haben soll. Da neun Stimmen der Reichsregierung und ihrer Vertreter den neun Stimmen der Länder gegenüberfteben, so kommt dem Stimmrecht des Kanzlers besondere Bedeutung zu. Im weiteren unterhielt man sich über den vom Reichs- Innenminister vorgetrageurn Entwurf für die Arbeitsteilung und die Verteilung der Referate. Auch die Frags der En- und Exklaven wurde in Betracht gezogen.
*
Oie Kohlenprsiserhöhung vor dem Kabinettsrat.
Das Reichskabinett nahm einen Bericht des Reichs- wirlschaftsministcrs Dr. Curtius über die Frage der Kohlenpreiserhöhung entgegen. Im Anschluß hieran berichtete Reichsminister des Innern Dr. v. Keudell über die Vorbereitungen zur Sitzung des Ausschusses für Ver- fassungs- und Verwaltungsreform. Außerdem lvurden einige lausende Angelegenheiten erledigt.
Die zweèis Etappe der „Italia".
Landung in Vadsö.
Nach fast büstürldigiir WMWe^ Fahrt von Stolp rmch Rordnorwege» landete das Polarschifs Robiles, die „Italia", in Badsö. Sie hat bei ber Landung einen un- bedeurcndcn Rift erhalten.
Einige Zeit nach der Landung kam ein schwerer Sturm auf, der über das ganze Eismeer zwischen Ror- wegen und Spitzbergen sich auszudehnen scheint. Deshalb wird General Nobile keinesfalls früher als im Laufe des Sonnabends seine Fahrt antreten können.
Von Vadsö aus hat die „Italia" noch einen Flug von 16 Stunden vor sich, bevor sie Kingsbay und die dort befindliche Luftschiffhalle erreichen kann. Die Halle wurde in letzter Zeit noch vergrößert, da das Luftschiff der letzten Nordpolcxpedition, die „Norge", etwas kleiner war als die „Italia". Die Wetterverbältnisse über dem Nördlichen Eismeer sind äußerst unstabil.
Das Koifronikampferverboi.
Amtliche R i ch t i g st e l l u n g e n.
Von Regierungsseite werden mehrere in Berlin erschienene Meldungen zu dem vom Reichsgericht als nicht rechtskräftig erklärten Verbot des Rotfrontkämpser- bundes richtiggestellt. Ein Blatt hatte geschrieben, daß in der Angelegenheit vermutlich aus Veranlassung des Reichsjustizininisters Hergt ein Gutachten des Reichs« Justizministeriums erstattet sei, wonach ein solches Verbot rechtlich zulässig sei. Die Nachricht ist unrichtig. Vom Rcichsjustizministerium ist ein Gutachten über die Frage nicht erstattet worden.
Von anderer Seite war behauptet worden, der Reichsminister des Innern hätte vor dem Ersuchen an bie Länder um Verbot des Rotfrontkämpserbundes schon Erkundigungen darüber eingezogen, wie das Rcicbsgerickt zu entscheiden gedenke. Diese Mitteilung entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Irgendwelche Erkiurdigungen sind beim Reichsgericht nicht cingezogen, noch ist sonst auf das Reichsgericht eingewirkt worden^
Gras pourtalès gestorben.
Der letzte deutsche Botschafter am Zarenhose.
In Bad Nauheim starb, fast 75 Jahre alt, Graf Friedrich von Pourtalès, der von 1908 bis zum Ausdruck des Weltkrieges deutscher Botschafter in Petersburg war. In seinen vor nicht langer Zeit erichienenerr Tagesaufzeichnungen und Dokumenten aus den krltische» Iulitagen 1914 („Meine letzten Verhandlungen m St Petersburg Ende Juli 1914") legt Graf Pourtalès dar, wie er am 31. Juli 1914 beim Zaren selbst noch einmal den Versuch machte, die drohende Kriegsgefahr abzuwenden. Mit eindringliche» Worten wies er darauf hin daß dieser Krieg, wenn er ^m Ausbruch käme, für das monarchische Prinzip eine ernste Gefahr bedeuten könnte. Nikolaus II. mochte das einsehen, aber er^ war bereits viel zu sehr von den Kriegstreibern den vw> 0- now und Iswolski, umgarnt, als daß er noch in zwölfter Stunde hätte „umlernen" können. Mit resignierter Miene zeigte er nach oben, nur anzudeuten, daß vielleicht noch von überirdischen Mächten Rötung kommen konnte- Graf Pourtalös hatte längst erkannt, daß bie russischen Kriegshetzer unter allen Umständen den Krieg herbei, führen wollten, unb hatte in diesem Sinne nach Berlin berichtet. Er war in Petersburg persönlich sehr beliebt, was sich auch bann noch offenbarte, als der Krieg schon beschlossene Sache war. Der Botschafter, der Ritter bey Jobanniterordens war, verbrachte seine letzten Lebensjahre auf seinem Gute Glumbowitz in Schlesien.