Deutscher Reichstag
(409 Sitzung.) CB. Berlin, 24. März.
Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnen- Ministeriums wurde fortgesetzt. Abg. Petzold (Wirtsch. Bereinigung) wies daraus hin. daß nach dem Scheitern des Keudellschen Schulgesetzes auw bei der Neubildung der Regierung dieses Gesetz eine ausschlaggebende Rolle spielen werde. Seine Partei sei Mr die Gleichberechtigung der christlichen Volksschule mit der weltlichen Schule und für die Wahrung des elterlichen Rechtes ohne Überspannung. Wichtiger als der Einheitsstaat sei die Herbeiführung der Ruhe §m Staat.
Abg. Frau Lang-Brumann (Bahr. Vp.) schloß sich dem Proteste des Zentrumsrcdncrs gegen dre Behandlung der Katholiken in Mexiko ay Im Schund- und Schmutzgefetz müßten noch manche Lücken geschlossen werden. Bedauerlich wäre es, wenn das Gesetz zum Schutze der Jugend bei Lustbarkeiten nicht mehr von vielem Reichstag verabschiedet werden könnte.
Abg. Kube (Rai. ■ 2 oz.) wandte sich gegen die Anssührun- gen des Abg. Koch-Weser. Die alten Demokraten hatten, so meinte der Rev er, nichts zu tun mit den heutigen Pazijatzken «Heiterkeit i preußische lul!u-!uinister treibe dèu schliu ..^en Gesinuungs.'chwindrl ins Blaue hinein
Abg. Dr Bredt (W. Vgg.) äußerte sich zu der Staats- gerichlshofcntschcidung gegen jene cinzclstaaiüchcn Wahlgesetze, die kleine Parteien aus dem Wahlkampfe ausschalten wollten. Ter Staatsgerichtshof hätte zwar diese Wahlgesetze für ungültig erklärt, nicht aber die auf Grund dieser Gesetze vollzogenen Wahlen.
Abg Seyffert (Wahlrechtspartei) begrüßt die Haltung des Münsters zu den Fragen der Verfassungsreform. Die Volks- reünspartei stände in schärfster Kampffront gegen die Deutsch- nalionalen, aber sie beglückwünsche die Deutschnationalen ehrlich zu diesem Minister
Abg. Sollmann (Soz.) wirst dem Reichsinnenminister von Keudell vor, er habe durch seine letzte Rede den Konflikt mit Preußen weiter vertieft. Zur Ordenssrage stellt der Redner fest, daß das Gutachten, das dem Reichspräsidenten Ebert die Annahme der „Sonne von Peru" empfahl, nicht von ihm aus- Searbeitet sei und nicht in seine Amtszeit falle.
Abg Dr. Spuler (Tun) meint, die deutschnationalen Mi sèer hätten nicht so viele Minister ihrer Gesinnung in die Rc' rrung berufen wie die Minister anderer Parteien.
"og. Griffen (Soz.) übt Kritik an den Darbietungen des Ku unks.
Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) beklagt sich über die Benachteiligung weiblicher Beamten bei den verschiedenen Behörden.
Abg. Frau Arendsee (Komin.) verlangt größere Mittel für die Erforschung menschlicher Krankheiten — vor allem der spinalen Kinderlähmung
Abg. Dr. Spahn-Köln (Dtn.) wünscht eine reichs- resetzliche Regelung des Studcntenrcchts und wendet sich gegen die Maßnahmen des preußischen Kultusministers Dr. Becker auf Diesem Gebiet.
In einer längeren Rede wendet sich der Abg. Heutz hDem.) gegen die Slaatsaussasiung der Deutschen Volkspartes, die von der Monarchie nicht genügend abrücke. Weiterhin setzt der Redner sich mit dem Zentrum auseinander und tritt für die Simultanschule ein.
Abg. Graf zu Reverulow (Nat.-Soz.) verlangt ein Gesetz, das den Juden den Zuzug verbietet und die seit 1914 eingewanderten Juden unter Fremdherrschaft stellt.
Sodann wird die Weilerberatung auf Montag, 12 Uhr, vertagt. Die auf der Tagesordnung stehende erste Beratung des Notprogramms zur Nentenbankkredttanktall wird ohne Aussprache erledigt.
Die phöbusuniersNchung.
Bericht des Ausschusses. - .
tBer Ausschuß zur Untersuchung der Lohmann-Untrv- krehmungen (Phöbusangelegenheit) hielt seine Schlußsitzung ab. Der Berichterstatter, Abg. Heinig (Soz.), legte seinen Bericht vor, der vom Ausschuß' gebilligt wurde D"r Bericht ging an den HauShaltSausschutz des Reichstages.
Der Untersuchungsausschuß bat sich mH drei Fragen beschäftigt, den Geldquellen der Lohmannschen Unternehmungen, den Vollmachten des Kapitäns Lohmann und den Funktionen der Lohmannschen Unternehmungen ES wurde festgestelll. daß die Mittel für Die Unternehmungen flossen auS dem Ruhr- fondS und den Restbeträgen auS dem „Tokio-Fonds" für Kriegs- Gefangenentransporte sowie den Erlösen von Prisenschifsen und Geräten, aus dem Marineetal, aus Mitteln, die Lohmann auf dem Kredilwege aufbrachte. Diese Mittel betragen insgesamt 19,7 Millionen. Zur Frage der Vollmachten wurde feste gestellt, daß Lohmann in der Tat für die Durchführung der Um übertragenen Maßnahmen Handlungsfreiheit hatte, evenso, daß Kapitän Lohmann niemals eine Abrechnung erstattet oder gar etwa einen parlamentarischen Beirat für die Verwendung seiner Mittel gewünscht hat; es ist auch niemals eine Revision erfolgt.
Eine Rohbilanz ergibt pro 20. März 1928 eine Gesamt Passiva von 35,161 Millionen, davon zu Lasten deS Reiches 25,9 Millionen Hiervon 12,7 Millionen auS dem RuhrfondS, sieben Millionen durch NachtragSelat, drei Millionen an See« Landlunaskiediten. Der Rest des Defirits in Höbe von drei Millionen soll nach Möglichkeit dadurch gedeckt werden, Daß diejenigen Positionen, aus denen die Reichsmarine einen Nutzen gezogen hat oder noch ziehen wird, auf den Marineetat übernommen werden
r Uiitersnchungsausschuß ist der Ansicht, daß mit Aus«
1 der dem RuhrfondS entstammenden Mittel die Brr- wendung 'oer übrigen Gelder eine schwere Verletzung des
. eé . ' et habe Es wird gesorvert, daß Die völlige LlgUivanon aller Lotzmann-Unternehmungen erfolgt, wobei alle Möglichkeiten zu Rcgreßansprüchen gegen Treuhänder, zu Ersparnissen durch Ablehnung von Verpflichtungen auS Bürgschaftsversprechen des Kapitäns Sohmann, ferner alle Möglichkeiten zur Abwehr übermäßiger Zins- und sonstiger Forderungen wahrgenomme» Bleiben sollen.
politische Rundschau.
Deutsches Reich.
Deutsch-tschechoslowakischer Odervertrag.
In Prag ist von dem deutschen Gesandten Dr. Eckardt und von dem tschechischen Kommissar für Grenzangelegenheiten ein Vertrag über die Grenzoder unterzeichnet worden, dem mehrtägige Verhandlungen vorausgegangen sind. Der Vertrag bezieht sich in der Hauptsache auf die Unterhaltung und den Ausbau der Strecke der Oder zwischen der Eisenbahnbrücke bei Annaberg und oer Olsa- mündung, der die deutsch-tschechoslowakische Grenze zum Teil folgt und sie an verschiedenen Stellen durchschneidet. Flaggengesetz im Preußischen Landtag.
Der Verfassungsausschuß des Preußischen Landtages nahm den Gesetzesantrag der Regierungsparteien über das Flaggen durch öffentliche Körperschaften an. Durch die Vorlage wird die Beflaggung der Dienstgebäude, der zum öffentlichen Gebrauch bestimmten Gebäude und sonstigen Einrichtungen der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der öffentlichen Straßen und Plätze als zu den örtlichen Geschäften der allgemeinen Landesverwaltun g gehörend bestimmt. Das gleiche soll auch für die nicht vom Staate allein unterhaltenen öffentlichen Schulen gelten. Auch das Flaggen durch die übrigen Körper- fchaften des öffentlichen Rechts soll der Bestimmung des Staatsministeriums unterliegen. Annahme fand ferner ein Zusatzantrag des Zentrums, wonach für die Religi- onsgesellschaften keine Verpflichtung zur Beflaggung besteht,
Treugelöbnis in Kiel für das Reich.
In Kiel fand die Feier zur Erinnerung an die Erklärung der provisorischen Regierung in Kiel vor 80 Jahren vor dem alten Kieler Rathaus statt. Turn- und Sporwcrbändc, die vaterländischen, heimatlichen und landsmännischen Verbände sowie die Studentenschaft nahmen daran teil. Dr. Ludwig Ahlmann hielt eine Ansprache, in der er auf die Vorgeschichte Der Erhebung hinwies. Mit einem Hoch auf Schleswig-Holstein, das von Der vieltausendköpfigen Menge begeistert ausgenommen wurde, Dem Schleswig-Holstein-Lied sowie Dem Gesang des Niederländischen Dankgebets schloß die Feier. Nach einem Fackelzug hielt von dem Balkon des Rathauses Der Gauvorsitzende des Kieler Turngaues eine Ansprache, in Der er betonte, daß die Dem Heimatgedanken gewidmete Feier ausklingen sollte in einem Treugelöbnis für das Deutsche Reich. Nach Dem gemeinsam gesungenen
" der große Zapfenstreich gespi
Aus Sa« und Ausland
Berlin. Der Verwalüntgsrat Der Neichsanstalt für Arbeits-
uiig und ÄIb c uRmLuvelsicherUNg setzte Die Wartezeit in der Arb c ü slosenversichètung für die Zeit vom 15. April bis 1. Juli 1928 aus fünf Tage fest. Mit dem 1. Juli setzt die gesetzliche Wartezeit von einer Woche ein.
Kattowitz. Der Präsident der Gemischten Kommission, Calo aber, weilt gegenwärtig in Berlin, vn in oberschlesi- schen Fragen mit Den zuständigen Stellen zu verhandeln. Anschließend daran fährt der Präsident nächste Woche nach Warschau, um auch dort mit den zuständigen Ministerien Rücksprache über die Durchführung deS Genfer Abkommens zu nehmen
London. In der Sitzung des Unterhauses wurde der Antrag der Arbeiterpartei auf Verkürzung der Arbeitszeit in den Bergwerken aus sieben Stunden täglich mit 154 gegen 127 Stimmen und gleichzeitig ein Mißtrauensantrag gegen die Regierung abgelehnt.
Washington. Staatssekretär Kellogg überreichte den Gesandten Österreichs und Ungarns die Entwürfe zu Verglcicüs- und Schiedsverträgen.
Aus Seffen-Rciffau und RachSargebietm.
Merkblatt für den 27. März.
Sonnenaufgang 5!7 ü Mondaufgang 85®1 Sonnenuntergang 18“ || Mor»dunlergang 054 1845 Der Physiker Röntgen geb.
Zeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist. Machiavelli.
Wetterbericht.
Der gestern über England liegende Kern des westlichen Tiefdruckwirbels hat sich südlich verlagert und namentlich Westfrankreich starke Niederschläge gebracht. Er wird sich im wesentlichen weiter südostwärts verlegen, so daß unser Gebiet nur vorübergehend von ihin betroffen wird. Dabei wird die östliche Luftströmung wieder die Oberhand gewinnen und uns heiteres Wetter bringen. Aussichten bis Dienstagabend: Vielfach aufheiternd, meist trocken, südöstliche bis östliche Winde.
Die Zeitkartentarife im Eisenbahnnahverkehr.
Tie Reichsbahn plant bekanntlich eine Neugestaltung bei Eisenbahnklassen: die erste und die vierte Wagenklasse solle» abgeschasst werden, so daß es dann nur noch eine Polsterklass« und eine Holzklasse geben dürfte. Wann diese Reform durchgeführt werden wird, steht noch dahin, aber wann immer sie auch eingeführt werden sollte — Tarifänderungen im Sinn, von Fahrpreiserhöhungen sollten damit unter keinen Umstände» verbunden sein, mindestens nicht, soweit Die Holzklasse in Frag« kommt. Denn was wäre den Reisenden, die jetzt aus „Billig. keitsgründen" die vierte Wagenklasse benutzen, geholfen, wen» sie fortan zwar die dritte Wagenklasse benutzen könnten ode' vielmehr müßten, dafür aber mehr zu zahlen hätten als jetzt Tas kann doch wohl der Sinn der geplanten und an sich durch aus begrüßenswerten Reform nicht sein! Noch viel wichtige: aber ist die Frage der Zeitkartentarife im Nahverkehr, also in Verkehr zwischen Orten, die nicht weit voneinander entfern: liegen. Wenn z. B. die Monalsabonnementskartenbesitzer, bii ans Dörfern und kleinen Städter» nach ihrer in der größerer Stadt gelegenen Arbeitsstätte fahren müssen, mehr bezahler sollten, weil sie Hinfort in der dritten Wagenklasse zu sitzer hätten, so wäre das unter keinen Umständen zu billigen. Der Deutsche Ausschuß für Vorortsverkehrs- und Tariffragen uni die in ihm arbeitenden Spitzenverbände (Deutscher Städtctag Reichsstädtebund, Deutscher Landkreistag, Verband reisender Kaufleute Deutschlands u. a.) haben daher in einer einstimmst angenommenen Entschließung mit Recht gefordert, daß bei einer Neugestaltung der Eisenbahnklassen unter allen Umständen eine Niedrighaltung der Zeitkartentarife im Nahverkehr gewährleistet werde
□ Krisenunterstützung nach dem 31. März. Die Krisenunterstützung für Arbeitslose bleibt bis auf weiteres zugelassen. Bezüglich des Personenkreises wird die gegew wärtige Regelung bis zum 14. April verlängert. Alsdann gilt folgendes: Der Personenkreis bleibt für Ausgesteuerte grundsätzlich derselbe (Gärtnerei, Metall-, Leder-, Holz-, Bekleidungsindustrie und Angestelltenberufe). Auf diese sechs Berufsgruppen wird die Krisen- unterstützung im Gegensatz zu Der bisherigen allgemeinen Zulassung auch für Arbeitslose mit nur 13wöchiger Anwartschaft eingeschränkt. Krisenunterstützle der letzteren Art, die anderen Berufsgruppen angehören, erhalten die Unterstützung für ihre Person aber weiter, bis sie Die Höchstdauer erschöpft haben.
* F u l d a, den 26. März 1928.
Konsirmandenprüfung in der Evangelischen Kirche.
Die Prüfung der diesjährigen Konfirmanden fand gestern nachmittag von 2—4 Uhr unter starker Anteilnahme der Ee- meindemitglieder statt. Sämtliche Prüflinge, Mädchen wie Knaben, gaben durchweg befriedigende Antworten.
Arbeits-Jubiläum.
Aus eine Löjährige Tätigkeit bei der Firma Emaillirwerk A. E., Fulda, kann heute der Brenner Philipp Groß aus Edelzell zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von fetten der Firma und der Arbeiterschaft sowie von der Handelskammer besondere Ehrungen zuteil.
Zahlung der Renten.
Die Zahlung der Militärrenten für den Monat Avril findet beim hiesigen Postamt am 29. März statt. Die Zahlstellen sind von 8—12 und von 15- 18 Uhr geöffnet. Die bei der letzten Zahlung ausgegebenen Lebensbescheiniguirgen sind ausgefüllt, unterschrieben und beglaubigt bei der jetzigen Zahlung vorzulegen. Wird die Ledensbescheinigung nicht vorgelegt, erfolgt keine Zahlung.
Die Zahlung der Invaliden- und Unfallrenten für den Monat April und die vierteljährlichen Unfallrentcn für April—Juni wird am 2. und 3. April erfolgen. — Um restlose Abholung der Renten an den genannten Tagen wird gebeten.
Aus.iebszeit am nächsten Viehmarkt.
Der Austrieb des Viehes am kommenden Viehmarkt findet nicht wie irrtümlich angegeben um 7 Uhr sondern schon um 6.30 Uhr statt.
Verdingungsergebnis.
Die zum Neubau des Verwaltungs- und Wohngebäudes der Allgemeinen Ortskrairkenkape der Stadt Fulda erforderliche«: Schreinerarbeitei» waren durch den bauleite»»den Architekten, Herrn Adam öffentlich zur Vergebung ausgeschrieben worden.
Im Oesfnutzast«rmin am 24. März mittags lagen sâ. . W geböte vor: Fr. Malkmus u. Plappert 26^IG6.8O
ner 26 880.20 <41, Herzig 27 881.40 Ji, August '97 oÂ
Bortrags-Bereimgung.
. Am Samstag abend hatte sich eine stattliche AnE q , im Saale des Burgervcrems versammelt, um Dr E Lektor der Vortragskunit an der Universität Berlin beutle Ballade" zu hören. Der Redner stehung der Ballade. Wenn die Altvordern beim durfte der Sanger nicht fehlen. Je nach den Lände?» man diese Skalden, Ragsoden, Barden, auch Syicbn?n»°"^ Märchenerzähler. S i c waren die eigentlichen ?dki Dichtung. Aus Freude an Heldentaten, an Neigung zu Märchen und Spukgeschichten und «s Liebesabenteuer formte der Sänger in tunen lir tische Lieder, Gesänge und Erzählungen. Lange
i"cht viel Achtung gezollt, erst der Ballade (Mnnch) und das Fremdartige verhalüH?.?^ Anerkennung. Herder brachte in den „Stimmen her & eine inhaltreiche Sammlung solcher Lieder. Vüroerq „Lenore" (1773) wirkte bahnbrechend für eine w-cklung der Ballade. Goethe, Schiller, Münchhause? crcn sind mit die hervorragendsten Balladendicht°r x Strachwitz, Fontane und neuere Dichter schenkten den schöne Gedichte dieser Form. Dr. Drach gab seinem" tischen Vortrag eine Dreiteilung. Zum Anfang derungen aus dem Leben vor, wo das Eingreifen licher Mächte den Hörer ergreift und ihn in seelische Enan»» oder in tiefe Anteilnahme versetzt. Es wurden G«tbc?^ midier“, Brentanos „Lorelei", Heines „Die Walliâi"^ Kevelaer" und Bürgers „Lenore" zum Vortrag gebracht schien die erstgenannte Ballade nicht ganz glücklichaewäb t W» ein krast- und klangvolles männliches Organ nicht i|t zur Wiedergabe eines verführerisch-bestrickenden in Melodie hinreißenden _ Sirenengesanges, so klang die' liu^ Silage der Lorerei, im Gegensatz zu Den würdenoben wv greifenden Worten des Bischofs, amprechender. Kiaxz M fit fahrt nach Kevelaer war in seiner Wiedergabe von uüer nerlichkeit. In Lenore gelang die Schilderung be^ Rjs« „hurre, hurrc, hopp, hopp, hopp" meickerhaft. Im zweiten pH wurden Balladen buntfarbenen Ee^behens vorgeiragen. étri^
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iäd iiiite 1896 1919 t» bot eilen
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nutz „Das Herz von Douglas" und Fontane „Aribald SouaV gäben Dr. Drach Gelegenheit, seine Stinimberrschung m -Wanp-unasiäbigkeit zu zeigen, nur bedingen die öfter mein schnell gesprochenen Schilderungen von Kampf, Reitmi usw. einen Saal mit voHäal'^-r Akustic, — sonst dürfte " die hinteren Reihen der Zuhörer viel verloren gehen. Pi erschütternd wirkte Liliencrons „Wer weiß, wo?“ (SdM Bei Kol in 1757). Im letzten Teil hörte man Balladen aller, volkstümlicher Art, wie Uhland „Der Wirtin Töchterlein", auch Dichtungen, in welchen Ideen u. Gedanken hineinvermb-n und eindrucksvoll gestaltet werden. Münchhausens „Mabe vom Brennesselbusch", Konrad Ferd. Meyers „Haruns Ahm", Goethes „Gott und die Bajadere" lösten lebhaften Beifall aas' der zum Schluß noch eine humoristische Scheffelsche Ballade „Da Vogt von Tenneberg" zugab, in der seine Vielseiiigkeil'm zur Geltung kam. Es wäre ein erfreulicher Erfolg Herrn P. Drachs, wenn er die Jugend für feine Kunst begeisterte, di( in bet Geselligkeit von heutzutage sehr vernachlässig! wirb. Sie würde manches gesellige Zusammensein genußreicher und kal- turell wertvoller gestalten. Hh. '
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Ordeittliche Hauptversammlung des Spar- und Bauverniis
e. G. m. b. H., Fulda.
Zu der am Samstag abend in der Harmonie stattgefüiidem ordentlichen Hauptversammlung hatte«» sich über 100 Senoij™ eingefunden. Der 1. Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Reichsbahnoberrat, Regierungsbaurat a. D. Landenberger eröffnete die Versammlung und brachte seine Freude übet Den sehr zahlreichen Besuch rinn Ausdruck. Sodann gedachte er des wM- benen Aussichtsrätsinitgliedes Leipold und der verstoM» glicbcr: Regierung'sbaurät Seyffert, Gattlermi"^ , fionär Schlehuber und Kriegsbeschädigten KaczmÄ. A Ehren der Verstorbenen erhob sich die Versammlung.m M Sitzen. Aus dem sodann erstatteten Bericht des AuWsimsl ging hervor, daß der Verein auch im abgelaufenen Jahr c« i größere Anzahl gesunde und billige Wohnungen in der W1 linstraße und im Künzellerweg neu erstellt hat u.^zwar
bestem
Stellen 4-, 3- und 2-Ziinmerwohnungcn. 2lu!,„,..- Vorstand waren bestrebt, diese Wohnungen nach bestem zu verteilen, was aber sehr schwer war, denn für Die 22« Wohnungen lagen 86 Bewerbungen vor. Den Üiitgl®^ wurde ferner empfohlen, die bei dem Spar- und Bauvciem r.^- stehende Sparmöglichkeit eifriger als seither zu benutzen. « im verflossenen Geschäftsjahr mußten mehrere säumige -", Glieder, die mit der Zahlung der Beitrage im Rückstans f blieben waren, ausgeschlossen werben. Der Verein ha- neues größeres Baugelände an Der Leipziger Stratze erM°- Zum ersten Male war die Genossenschaft in der W, _ die Miethäuser Sebastianstraße 26—28 und Leipziger Streb - sowie auf Inventar insgesamt 3 694.80 Ji abzuschrecken. dem sodann vom 1. Vorsitzenden Des Vorstands Herrn bahninspektor Ellkberlet erstatteten Geschäftsbericht in a^ - wähnen, daß der Fuldaer Spar- und Bauverein im letzten mit einem guten Ergebnis abgeschnitten hat, das «hn m Lage versetzt, ohne finanzielle Sorgen in das neue jähr einzutreten. Außer zahlreichen Ausbesserungen W -^ unb innerhalb der Häuser war die Neubautätigkeit eine ‘ 14 Wohnungen in der Zeppelinstraße und 8 Wohnung^ Künzeller Weg wurden neu erstellt. An Hausfinsileuery-M" , ken gab die Stadt Fulda 4000 Mark für eins Wohnung- ö^j gab die Sterbekasse der Reichsbahndirektion Framsurl eine erststellige Hypothek von 160 000 Mark aus die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ein Arbcltger- ,^ lehn von 24 000 Mark. Die benötigten restlichen EelcU u ^ aus eigenen Mitteln der Genossenschaft auf gebraut kosten der 14 Wohnungen in der Zeppelinstratze Ceucn 177 000 Mark und diejenigen der 8 Wohnungen am ^,- Weg aus 98 000 Mark. Im Jahre 1927 sind durch j., bauten 9 Vier-, 9 Drei- und 4 Zweizimmerwohnung^. Zugang gekommen, so daß der Verein letzt »jß? 76 Drei- und 32 Zweizimmerwohnungen, Mam, -^ Wohnungen und 2 Läden besitzt. Ueber den , Kinder Bautätigkeit in 1928 läßt sich noch m»)‘® injncitta tes sagen, da die Finanzierung der in Aussicht ■ ^ Wohnungen noch nicht gesichert ist. Bei der «M N j^ für das Jahr 1928 für 30 Wohnungen HauszinssiSuerME^^,, aiigemeldet worben, es muß aber mit einer bedeulsno» "^j^èS Zuteilung im Hinblick auf die finanzielle Lage j . ^>,1:- und der Stadt gerechnet werden. Die Einzahlungen M und Eeschäftsguthaben betrugen in 1927 zufaiymen - ^^nb Der Aufsichtsrat hielt im verflossenen Jahre --- tb.-M ^" 29 Sitzungen ab, 6 Sitzungei» erfolgten gentetnw L^^t» Aufsichtsrat und Vorstand. Trotz des erhöhten du ^s, ist der Zudrang von Wohnuirgssüchenden sehr Itarr,. .^ W datz der Verein den Ruf hat, in jeder Beziehung ^ ^ «rfilt® neuzeitlich ausgestattete Wohnungen zu erschwing ^ ^ eii; herzustellen. Als ein besonderes Zeichen der - ! MB Wicklung der Genossenschaft ist ni erwähnen, vag L.!MarIgB des Geschäftsjahres 1927 die früher eingezahlten . 0 31.1-;
haben mit 70 Proz. aufgewertet wurden. — Die-', J A *• 1927 schließt ab in Aktiva und Passiva mit 80- gf jAdfen lll‘ Gewinn- und Verlustberechnung schließt ab in jetR Einnahmen mit 58 327,05 Mark. Die am 31. Dezember 1927 465 (davon 322 Sui * go? Jot « mit 679 Geschäftsanteilen. Im Laufe des Jan Mar. gu das Geschäftsguthaben der Mitglieder o1^' „jij®?13«" mehrt, die gesamte Haftsumme betrug am Sch"» jet — Mark. Sie bat sich in 1927 um 5400 Mort verm^ nnd) t g teilung des Reingewinns von 3079 RMk. ® J Vorschlag des Aufsichtsrats zugestjinmt. Danach ^„j-eiite ^ zent dem gesetzlichen Reservefoiids zu, t PrMNl - Ajiktel-L men zur Verteilung und 213,28 Mark fliehen Jeni » w fonds zu. Dem Vorstand wurde Entlastung c Berds richt über die gesetzliche Geschäftsprüfung bwm Äufst^^ revisor diente zur Kenntnis. Die ausscheidcnv