M-aer Anzeiger
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9^60^-1928
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg"
Kulöa- unö Haunetal-Kulöaer Kreisblatt
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Fulda, Samstag, 10. März
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5. Jahrgang
Genfer Appell an Spanien und Brasilien.
Mechmdemladung
an ausgelrelene Rächte.
Der ungarisch-rumänische O P t a n t e n st r e i t.
Der Völkerbundrat beschäftigte sich noch einmal mit dem Warisch-tumänischen Optantenstreit. Chamberlain schlug W, durch den Rat zwei Persönlichkeiten zu ernennen, die m Weltkrieg neutral gebliebenen Staaten angehören, die ton gemischten ungarisch-rumänischen Schiedsgericht zur Kilegung des Streites beigeordnet werden sollen.
Nachdem sämtliche am vorliegenden Streitfall nicht heiligten Ratsmitglieder ihre Zustimmung zum Vor- Mg Chamberlains erklärt hatten, erklärte der Ratsvor- Äende. daß durch diesen Vorschlag die Prinzipien
Aus einer Völkerbundraisitzung.
Sefafoia (Italiens Briand (Frankreich), TsÄcn Long (China!.
r Inte r nat'i 0 n a len Gerichtsbarkeit, die Grundlagen der modernen internationalen Beziehungen, ■ ^Wt seien. Er forderte die beiden Parteien aus, ihr« diillmimung zu erklären. '
Im weiteren Verlauf seiner öffentlichen Sitzung ge- Außte der Rat die vom Ratspräsidcntcn auf Grund . iuerlichkn Appells an Brasilien und Spanien vor- ^iczte Entschließung und den Text der beiden Briefe, in . ^" diese Länder unter Anerkennung ihrer früheren m Völkerbund geleisteten wertvollen Dienste zur Wie- ^ufnahnie ihrer Mitarbeit aufaefordert werden. In
Pflege deutscher Kultur
Wsnnttel für kulturelle Zwecke. |
Der Nachtrag sc ta t für 1927.
6 -cr Nachtragst, at für 1927 liegt jetzt dem Reichstag vor. in ^hâlt neben den Posten für die Besolrungsreforul, für k-.X^urdatioWgeschädtglen. für die Grenzgebiete, für die und Kleinrentner, für die Unwetterkatastrophen, für link» .hcMösung, für die Abfindung von Läiideranspruchctt 'Eben den sieben Millionen mr Abwicklung der Phöbus- tvN^eit noch zahlreiche kleinere Ansorderungen. So ks^, .bic siunuieu aui Pflege kultureller, humanitärer und li»ast icher Beziehungen zum Auslande um 2,5 Mil- '6lc Unterstützungen und
Beihilfen für Deutsche im Auslande «stkW-Wo Mark und die Teilbeträge zur Errichtung des .Zi,Ä5 ^G'audcs in Angora um 900 300 Mark erhöht. AlS Silbefm JUZ Neu- und Erweiterungsbauten der Kaner- Timaw- ^'^scbast werden 1,4 Millionen, für die studentische für hi? » 11 ,C 450 000 Mark mehr angciorberL Der Betrag nnter s?I"!"ltütztt>lg besonderer kultureller Aufgaben im Deutschtums wird um 750 009 Mark erhobt. Als »Ä “’L58“« eines Studicngcbändeö für da» a.cutzche ' M ü n ch e 11 werden 200 000 Mark, als für bi, D.Eichszuschutz an den Deutschen Sängerbund
■Wau Z Z unahme am SängerbuNdesfest in Wien 100 000 in D'lek?^kostenzuschuß für das Deutsche Hngicncmmeum «enbc N^ '' weitere 500 000 Mark angcsoâl. , s«r drin- iidjen 9l1r ^’^uun^arbeitcn am Grnndmaterial für die anu- ^000»“«fe des Reichsamts für Landes ins nähme sind wcn, unn « botgesehen, für die Erweiterung der Emkom- ^rer ?"k,,l^'rperschnftsstcucrstalistik und zur Durchführung ^“Wtchu^ 1 321 050 Mark Zur Veschanung von ^nen. ^ür Flüchilingssiedler sollen 4 ItoO 000 Blatt
•o ir Verbilligung des Zinssatzes von Darlehen zur inirb ei,, Förderung der Milchwirtschaft !°rdm Ztster Teilbetrag von 1,5 Millionen Mark ange- l^tiibe Zinsverbilligung soll für fünf au,einander- gewähri werden Als Beitrag zu den Kosten '' Min »"?" Ostbahnbrücken über die ovcr und Warthe H^^rbcrt Ä^ ein Ergänzungsvetrag von -.^kW Mark
H -^ Z ^ Umerbringuna von Zolldienststellen in Kehl ÜiA biniMu6”u ^""r Zoüabserüaüngsstclle inOcn 3.1 <00 M 'Jint ^ u Betrag für mr Förderung von Anstalten
der Entschließung des Rates wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Spanien bzw. Brasilien mit größtem Wohft wollen die Möglichkeit der Fortsetzung ihrer Arbeit im Völkerbundrat prüfen werden. Urrutia benutzte die Gelegenheit. um auch an die Reaieruna von K 0 st a r i k a. die seit zwei Jahren im Völkerbund nicht mehr mitarbeitet, ebenfalls die dringende Aufforderung zur Rück- »hr in den Völkerbund zu richten. Auf Antrag Briands wirb diese Rede des Ratspräsidenten der Regierung von Kostarika durch den Generalsekretär des Völkerbundes zur Kenntnis gebracht werden.
Ms nächsten Punkt behandelte der Völkerbund ein ihm vorliegendes Schreiben des polnischen Außenministers, in dem dieser ähnlich wie vor einigen Tagen Litwinow die Zuziehung der Türkei zu den Arbeiten des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses beantragt. Der
Rat beschloß, dem polnischen Anträge (tattzugeven unv den Generalsekretär mit den entsprechenden Schritten zu beauftragen.
Schließlich wird entsprechend dem telegraphisch geäußerten Wunsch der litauischen Regierung beschlossen, daß die polnisch-litauische Angelegenheit erst auf der nächsten Ratstagung behandelt und daß zu diesem Zweck der holländische Außenminister einen neuen Bericht cinreichen wird. Der Berichterstatter weist darauf, hin, daß die beiden Staaten nunmehr in direkte Ver- Handlungen cinzutreten bereit sind.
privaten Wohlfahrtspflege wird um zwei Millionen Mark erhöht. Der Nachtragsetat ermSchtmt ferner den Reichsf-nanzministcr. die Garanue da- sür zu übernehmen, daß für einen Betrag von Mo Millionen Goldmark
Vorzugsaktien der Deutschen RcichSbahngcscÜschast bzw für die darüber anszugebenden Zertifikate eine Dividende von 7 Prozent jährlich gezahlt wird. ferner füllen W Rationalisierung industrieller Betriebe in bcionde.s geiain- deren Grenzgebieten Garantien bis zu 1'2 Millionen Mar. übernommen werden. Es hanveti sich hier beso'lders um das Waldenburger Kohlenrevier. Schließlich zoll »ur
Beschaffung von Düngemitteln für nie von Unwctterschäden betroffenen Gebiete Pommerns eine Garantie bis zu 3,5 Millionen Mark übernommen werden.
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Der Dank Aman Mahs.
Dcpcschcnwcchsel der Staatsoberhäupter.
Der König von Afghanistan hat aus Aachen folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg gerichtet: „Im Begriff. Deutschland zu verlassen, ist cs mir und der Königin ein herzliches Bedürfnis, Ihnen, sehr verehrter Herr Reichspräsident, und dem ganzen deutschen Volk unseren aufrichtigsten und innigsten Dank für die uns erwiesene Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft zum Ausdruck zu bringen. Wir werden an die s ebene n Tage, d i e wir i n Deutschland verleben d u r f t c u, stets die freundschaftlichste Erinnerung bewahren. Empfangen Sie die aufrichtigsten Wünsche für Ihr Wohlergehen und für den weiteren Wiederaufstieg des ruhmreichen deutschen Volkes. Aman UCao."
Reichspräsident von Hindenburg hat dem König hierauf telegraphisch erwidert: „Eurer Majestät danke ich herzlichst für die so freundlichen AbschiedSgrüße. Ich cr^ widere sie mit den aufrichtigsten Wünschen für einen guten weiteren Verlauf der Reise und das Wohlergehen Eurer Majestät und der Königin sowie für eine glückliche Zukunft des afghanischen Volkes, v. Hindenburg." ,
Kleine Zeitung für eilige Leser
* König Aman Ullah sandte aus Aachen vor überschreiten der deutschen Grenze ein Danktelegramm für die gastliche Aufnahme in Dcutschlanv an Reichspräsident von Hindenburg, das dieser erwiderte.
* Ministerpräsident Braun nahm im Preußischen Landtag das Wort, um in längeren Ausführungen die ablehnende Haltung Preußens zum Panzerkreuzerbau zu begründen.
* In der Nähe von Bunzlau ereignete sich ein neues Grubenunglück, das drei Menschenleben forderte.
Llnheiliger Krieg.
Unbezahlte Rechnungen. — Erne überlegeneHerrschernatur. Der polnische Kleinkrieg.
Wir haben eben erst, nach mehr als vierzehniâgiger Dauer, den Besuch des K ö n i g s v o n A f g h a n i st a n in Deutschlands wichtigsten Städten und Industriezentren überstanden. Schon beginnt die Öffentlichkeit sich in mehr oder weniger liebenswürdiger Form mit den Kost e n und Geschenken, mit den Hoffnungen und — Enttäuschungen zu beschäftigen, die dieser Besuch aus den, Morgenlande dem Deutschen Reich und seiner Hauptstadt verursacht hat. Wer nachträglich seinem Ärger über manche Merkwürdigkeit dieser hohen Staatsaktion mit Spötteleien und Boshaftigkeiten Luft machen will, der findet dazu überreichen Anlaß, auch wenn er sich nur über die vielen unbezahlten Rechnungen hermachen wollte, die in dem prinzlichen Palais in der Wilhelmstraße zurückgeblieben sind. Aber Aman Ullah und die Damen und Herren seiner Begleitung wollen ja im März oder im April sich noch einmal für kurze Zeit bei uns sehen lassen. Vielleicht wird dann noch dies und das üv Ordnung gebracht, was wir in solchen Dingen etwas pedantisch veranlagten Deutschen lieber gleich beim Abschluß der großen Slaatsvisite gern auf Heller und Pfennig erledigt gesehen hätten.
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Zur gleichen Zeit, da bCr Beherrscher von Afghanistan seine Schritte nun nach England lenkt, ist man dort von der Nachricht überrascht worden, daß ein anderer König aus dem Morgenland, Ibn eflub, der König de r Hedschas, an zwei feiner Nachbarländer den heiligen Krieg erklärt hat. Hier soll man es, wenn die Berichte der wenigen Europäer, die mit ihm bisher in persönliche Berührung gekommen sind, den Tatsachen entsprechen, mit einer wahrhaft überlegenen Herrschernatu^ zu tun haben, deren staatsmännische Fähigkeiten sich bereits in dem systematischen Aufbau eines großen unabhängigen Arabischen Reiches unter außerordentlichen Schwierigkeiten erprobt hätten. Richtig ist cs jedenfalls, daß Ibn Saud den Einfluß des Britischen Reiches in Bordcrasicn Schritt um Schritt zurückgedrängt und seinen Machtbereich in zielbewußtem Ringen auf arabische Stämme ausgedehnt und gesichert hat, die bis dahin sich keiner fremden Gewalt unterworfen hatten. Jetzt will er weiter nach Westen vorstoßen und damit englischem K olo- ttial- und Mandatsbesitz zu Leibe gehen. Schon werden an der ■ Grenze von Transjordanien große militärische Vorbereitungen getroffen, Luft st re ltkräftc konzentriert, T a n k g e f ch w a d e r aufgestellt und was dergleichen eindringliche überzeuguichsmittel mehr sind. Von cnglifcher Seite wird dieser Krieg, wenn er wirklich zum Ausbruch kommt, bestimmt mit sehr unheiligc n Mitteln durchgeführt werden, denn in gewissen Dingen verstehen die Londoner Befehlshaber, so nachsichtig sie sich auch sonst vielfach im Verkehr mit fremben Volker schäften niedriger Kulturstufe zeigen, durchaus keinen Spaß. Daß sic hier ernstlich mit einem Aufstand der ganzen arabischen Welt und mit einer Erhebung des Islams zu rechnen haben, darüber werden sie sich itdjerltd) keiner Täuschung hingeben: und sie werden diese Gefahr im Zusammenhang mit den peinlichen Verwicklungen, denen ihre Beauftragten gerade jetzt in I n d i e u begegnet sind, gewiß nickt unterschätzen. Hier eröffnen pck thuen mlt einer Plötzlichkeit, die vielleicht nur für genaue Kenner des Orients nichts überraschendes hat, sehr unerwuufcktt politisch-militärische Aussichten, die mobt auch ohne weiteres als notwendige Fernwirkungen dcs^velnrtegc^ mit seiner unseligen Aufrührung der farbigen Völker gegen Die weiße Rasse gelten müssen. Auch eine, u n b c g 11 m c n gebliebene Rechnung — nur daß hier die Zahlungspsltcht auf der europäischen Seite zu liegen scheint!
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Fm Grunde genommen dürfen freilich die Träger der europäischen Kultur sich nicht darüber wundern, daß die Großen dieser erst im Erwackfen begriffenen fremden,Welt für die Heiligkeit von Verträgen immer weniger Vcr,tand- nis zeigen. ' Gehen ihnen doch die weißen Regierungen darin mit ausfällig schlechtem Beispiel voran. ^o erinnert man sich wohl noch der eben gehörten melancholischen Feststellung unseres RerchswirtschaftsuiMistcr^ Curtius, daß der d e u t f di = e n g l i f cf) e Handelsvertrag nicht gehalten habe, was er versprach, weil die englische Regierung es für richtig befindet, seine Wirkungen durck mehr oder weniger vertragswidrige Einführung von Hoch- schutzzöllen auf bestimmte Warcngattungcn zunichte zu machen. - Und der tschechischen Regierung gar mußte Dr. Curtius, zwar nicht mit ausdrücklichen Worten, aber doch deutlich dem Sinne nach, Vorhalten, baß sie in einigermaßen hinterhältiger Weise mit der rechten Han^ kaputtschlage, was sie der deutschen Regierung mit der linken Hand zu geben sich anschicke. Von der P c l “• 1 ch$ n Republik überhaupt nicht zu reden, die, wenigstens un Verkehr mit Deutschland, Abmachungen irgendwelcher dy überhaupt nicht zu respektieren pflegt, sondern Unsremch- lichkeiten, ja Ungesetzlichkeiten sonder Zahl aufemandcr häuft, als wenn sie ohne einen ständigen Kleinkrieg gegen