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Zulöaer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg

Zul-a- un- Haunetal Zulöser Kreisblaü

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Fulda, Mittwoch, 2d. Februar

7drze!genprers: Für BehSröea, Genossenschaf­ten, Banken usw.betrâgt die Kleinzeile 0.30 IHL, für auswärtige Fustraggeder 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsstel» jung hat Zahlung innerhalb S Tagen zu erfol­gen Tag- und Plahvorschriften unverbindlich.

5. Jahrgang

Meine Zeitung für eilige Leset

* Rj-icksantzènminister Dr. Stresemann trifft nächsten Sonn- Kens zur beginnenden Völkcrbuudragung ein.

* ^cr Ostpreußische Provinziallandtag hat eine Auslands- eiiicihe von vier Millionen beschlossen.

r Der Enkel des Fürsten Bismarck hat sich mit einer sMeSischen Dame verlobt.

» DieLos Angeles" (2. Z. 3") hat ihren Flug Newyork Panama glücklich volle, ldet. __________

Deutlicher Wink.

Nun weiß man wenigstens, was der Reichstag in den kommenden Wochen noch an Schularbeiten er­lagen muß, ehe er auseinandergeht. Das Programm jK ausgestellt, aber die große Frage bleibt immer übrig, kd wirklich dieses Programm abgespielt werden wird. Man liegt auf der Lauer, späht eifrig danach aus, wie man dem parteipolitischen Gegner irgendwie eine schwache

Beite abgewinnen kann, um bei der künftigen W a h l m: Rennen zu machen. In Vertretung des erkrankten ^Man'Jerâ hat am Montag der Vizekanzler Hergt ^»Programm entwickelt, das vom Reichstag und vom beiden« noch erledigt werden soll, ehe man zur Auf- ibsung des Reichstages und zu Neuwahlen schreitet.

Pichs Arbeitsprogramm interessiert aber weit mehr als he Feststellung, daß sich an die Erledigung der vor- chhenen Arbeit die Auflösung des Reichstages an- Äießen soll. Namens der Reichsregierung erklärte der Azekanzler, daß in jedem Falle die Neuwahlen in der j Weiten Hälfte des Monats Mai stattfinden sollen, und ! K: Reichstag muß sich infolgedessen beeilen, das zu er- I teilen, was man ihm als Arbeit

tsprogramm vorgesetzt A Die Regierung hat unmißverständlich mitgeteilt, daß r te Programm ein einheitliches Ganzes ist, I * in einem Zuge verwirklicht Werben muß. Man ist I «zu der Anschauung zurückgekommen, daß der Etat s ® Der N achtrag setat für 1927, der die finanzielle ki'MiIage für das landwirtschaftliche Notprogramnr ent- < UMp ohne jede Abänderung wesentlicher Art an- - "crimen werden muß Wie das Kleinrerttnürversor- MB- und das Liguidationsschädenschlußgesetz. Weite

- Hc des deutschen Volkes würden also von dem Inhalt Programmes sehr wesentlich beeinflußt und es "W nicht unbeachtet, daß es in der Regierungserklärung W .Die Gerechtigkeit verlangt es, daß jede dieser Be- -kmrunFsgruppen bié ihr angemessenen Leistungen zu- A mit denen der übrigen unverkürzt erhalte: durch Cr- £&nmgeu an einer Stelle darf die Tragfähigkeit des '-"iMchrdgramms nicht gefährdet werden."

Angesichts der völlig ungeklärten parlamentarischen der Führer des Zentrums z. B. erklärte, daß er vWiifab zu der Ansicht der Regierung das Kabinett Nehr als ein ordn » n g s g e in äßes , sondern nur "li'. geschästsführendes betrachte vermag man heute SjH^i zu sagen, Wie nun die Einzelheiten der dem vorgelegten Gesetzentwürfe aussehen werden, die sozialpolitischen Vorschläge werden vtel- !wch große Erweiterungen erfahren, aber über das ';'.^ scheint man sich doch ziemlich

Immer vorausgesetzt, daß die Oppo- i^cht.alle diese Pläne in die Lust sprengt. Aber man - ütt! Eindruck, daß eigentlich keine Partei ein Risiko j K 10- Vor allem nicht etwa das Scheitern k^cotprogramms für die Landwirtschaft herbei-

}. Vizekanzler wies Darauf hin, daß die ^11 in der Landwirtschaft bei der Aufstellung m^ ^ 1928 zwar bekannt Waren, aber in den die Dinge sich krisenhaft zuspitzten.Auch w^M^ic! Durchführung der geplanten Äkatznahmen i>^,ff!. dringende Notstände ein sofortiges Einsetzen erforderlich machen; als Notfonds df» ^ Herden 30 Milli orten bestimmt, die gleichfalls durch \^^ Zur Verfügung gestellt werden sollen." Wenlt im Reichstag Schwierigkeiten sich ergeben ii-*vr^ie OLplanten Maßnahmen für die Landwirtschaft, 'frr'tef 5-^ die Invaliden, die Liqudationsgeschä- Äil- ^m- durchzuführen, wenn die Opposition ober ; - Regierungsparteien die Erledigung des Pro- hmbey« r" ^^ von der Regierung geivollten Sinne be- i^mi/,,, '" ^ftd man doch nach den Andeutungen der Rvtvrn^^erklärung damit rechnen können, daß dieses auf einem andern, einem außerparlamen- hrinX's fF durchgeführt wird. Denn die Not ist zu Seilua â ^^ ^^ Parlamentarische Zwistigkeiten Gewicht ^7y bemmenb oder entscheidend zu wirken.

I ^ë her .^^kanzler hat auf eine Anfrage hin erklärt, nosle f.^e® ^^ Verordnung zunächst allerdings nur in hic si/E^I bei der Änderung der Reichsgrundsätze für hin ^1^ und Sozialrentnerfürsorge. Das ist nun fen LLber einer, der an Deutlichkeit nichts zu wün- l^eich^ ^bt. Es ist schließlich wesentlicher, daß der hii '.um ivenil er sich zunl Sterben anschickt, noch I Arbeit Aift rcn Augenblick praktische, lebensnotwendige daß über diese Lebensnotwendigkeiten M^rfHiu.^ Interessen ein ebenso böses wie

Sptel treiben.

, ^^;,te iH^n 5n)Ci Reichsdeutsche in Rumänien.

w'- >vUkdx,.V^.bie Bereinigung Ernster Bibelforscher mit-

«ach y,'->wei rcickisdeutsche Mitglieder Der Bereinigung, iv'^ entsandt worden wären, um dort cih^tb?«?^Megen einen rumänischen Staatsbürger ^{L maischen m?Er Manipulationen einzuleiten, aus Grund W^ Da,: "^'ge des Beschuldigleu verhaftet und ein- ; ^!"3« berN erfahren die Blätter, daß die beiden Ber- '^Nah^u wieder aus freien Fuß gesetzt worden sind.

Legen sie nimmt jedoch seinen Fortgang. ..,

Bor der Völkerbundtagung

Sie Genfer Mrziagung vor dem Aeichskabinett.

Vorbesprechungen an der Riviera.

Die deutsche Delegation, die das Reich auf der kor» utenben Völkerbundtagung in Genf vertreten wird, wird am Sonntag in Gens zusammentreffen. Staatssekretär von Schubert hat vor den Mitgliedern des Reichskabinetts einen Vortrag über die Probleme gehalten, die in Genf voraussichtlich zur Sprache kommen werden. Er hat sich Dienstag abend an die Riviera begeben, um dort mit Reichsaußenminister Dr. Stresemann die letzten vor­bereitenden Besprechungen für die Ratstagung abzu halten. Stresemann und Schubert werden gemeinsam nach Genf fahren. Dort wird Dr. Stresemann am Sonn­tag eintreffen.

Von Paris reist Außenminister Briand am näch­sten Sonntag nach Genf zur Tagung des Bölkerbundrates ab. Er wird dabei zum erstenmal auch vom General­sekretär des Auswärtigen Amtes, Philippe Berthelot, begleitet sein. Auch der englische Außenminister Chamber­lain wird voraussichtlich wieder an der Genfer Tagung teilnehmen.

Der deutschen Delegation gehören an Ministerial­direktor Gaus, der bereits in Genf weilt, ferner Geheim­rat von Dirksen, die Ministerialdirektoren Ritter und Zechlin. Geheimrat Weizsäcker, ver bereits an den Be­ratungen der Sicherheitskommiffion tcilgenomw.en hat, wird voraussichtlich ebenfalls während der Völkerbund­tagung in Hlenf bleiben. Außer den genannten Herren Werben die zuständigen Sachbearbeiter des Auswärtigen Amtes zugezogen werden. 3m Bedarfsfälle ist vor­gesehen, daß weitere Herren aus Berlin berufen werden.

Neue srsuMische Manöver?

Graf Bernstorff in Genf.

Der deutsche Delegierte in der Vorbereitenden Ab- rüstungskommission, Graf Bernstorff, ist in Genf cin- getroffen. um dem Abschluß der Verhandlungen des Sicherheitsausschusses beizuwohnen. Graf Bernstorff wird während der Tagung des Vöikeibundrates in Genz bleiben, um mit Außenminister Dr. Stresemann im Hin- bltd aus die Bedeutung der kommenden Tagung der Ab­rüstungskommission direkte Fühlung zu nehmen und Aus­sprachen haben zu können. .

In Völkerbundkreisen sind wiederum Gerüchte un Umlauf, nach denen eine Vertagung der am 15. März be­ginnenden Session der Vorbereitenden Abrüstungskommrf- fitm erwogen wird. Es dürfte sich hierbei um Versuche von französischer Seite handeln, die seit längerer Zeit un Gange sind. Bekanntlich wird von französischer Seite bis Weiterführung der Abrüstungsverhandlungen von dem Gang der Sicherheitsverhandlungen abhängig gemacht und hierbei erklärt, eine Förderung der Abrüstungs­arbeiten sei ohne die Schaffung der notwendigen Wicher- Heitögarantien nicht denkbar. Hierbei dürften jedoch die bevorstehenden französischen Wahlen eine Rolle spielen. Es verlautet, daß der französische Delegierte in der Ab-

Hilfe bei Autounfällen

Landstraßenhilfs-ienfi.

Die neue A.-H.-Hilfe für den Verkehr.

Die Zahl der Verkehröunfälle ist in den letzten Jahren leider in nicht unerheblichem Maße gewachsen. Die Un­fälle würden aber weit weniger von sich reden machen, wenn nicht in vielen Fällen die erste Hilfe so spät zur Stelle wäre. Trotz der dichtet! Bevölkerung Deutsch­lands (besonders im Vergleich zu den Vereinigten Staaten) dauert es. wie jeder Automobilist wohl wissen wird, oft unendlich lange, bis man bei einem Unglücks- fall an das nächste Telephon kommt und den Arzt oder die Feuerwehr zu Hilfe rufen kann.

Die am Kraftfahrwesen beteiligten Verbände sind nun im Reichsverkehrsministerium zusammengetreten, um über die Einführung eines L a n d st r a ß e n Hilfs­dienstes zu beraten und schnelle Beschlüsse zu fassen. Der telephonische Nachrichtendienst soll sofort organisiert werden, während man von einer zentralen Regelung des P a t r o u i l l e n d i e n st e s wegen der Kostspieligkeit und schweren Durckrfnhrbarkeit Abstand genommen hat. Auch das preußische Innenministerium hat sich zur Unter­stützung dieser Organisation dadurch bereit erklärt, daß die amtlichen polizeilichen Telephone für diesen Hilssdienst benutzt werden dürfen.

Auf den Landstraßen werden also jetzt in einem Ab­stand von drei bis fünf Kilometern T e l e p h o n k ä st e n angebracht werden, die zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzt werden können. Die Damen auf den Telephon­ämtern werden auch in kleinen Dörfern zu jeder Zeit Die Verbindung mit einem Arzt Herstellen.

Der Telephonnachrichtendienst führt den Namen A.-H.-Hilfe^.

Die Telephonkästen werden zunächst auf den Hauptstraßen­zügen angebracht werden, Orientierungstafeln werden aber darüber hinaus auch auf Nebenstraßen angeschlagen

rüstungstommlssion, Paul-Boncour, infolge der etnsetzen- den Wahlpropaganda an der Vertretung in der Ab­rüstungskommission verhindert ist und infolgedessen von französischer Seite eine Verschiebung der T a ° g it n 8 der Abrüstungskommission angestrebt werde.

Gegenüber diesen Versuchen wird jedoch von deutscher Seite entsprechend der deutschen Auffassung mit großem Nachdruck eine sofortige und sachliche Wetterführung der Abrüstungsarbeiten gefordert werden müssen. Die Ab­rüstungsaufgabe des Völkerbundes steht nach den Bestim­mungen des Völkerbundpaktes in keinerlei sachlichem Zu­sammenhang mit der Schaffung irgendwelcher neuer Ga­rantien und muß mit diesen auch nicht in ZnsammenyAng gebracht werden.

Genfer Aussprache über

die Gicherheiisverirage.

Eingreisen des deutschen Vertreters.

Das Vorbereitende Sicherheits- oder Abrüstungs­komitee beendete die Aussprache über die Sicherheitsfrage. Der schwedische Delegierte ist dagegen, daß die Ver­pflichtung gegenseitiger Unterstützung in Regionalpakten auch gegen dritte außerhalb des Regionalpaktes stehende Staaten gelten soll, Da sich sonst die Pakte zu Defensiv­bündnissen alten Systems entwickeln könnten. Schweden schließe sich in dieser Hinsicht vollkommen der Auffassung Englands, Deutsch! and.s und Hollands an. Auf eine Rede des rumänischen Vertreters, der besonderen Wert auf die Verpflichtung zu gegenseitiger Unterstützung legte und die Abrüstung ohne greifbare Zufatzgarantien, die allein den Maßstab für die Abrüstung geben könnten, als unmöglich bezeichnet hatte, erwiderte der deulfchr Delegierte,

Herr von Simson, dah er Die Schwarzseherei oes rumänischen Vertreters für unberechtigt halte. Er widerspreche durchaus der Auffassung, daß ohne meßbare Garantien die Abrüstung unmöglich sei. Er sei auch nicht gegen Regionalverträge mit dieser Verpflichtung, wohl aber müsse er die Auf­fassung zurückweisen, daß das Sicherheitskomitee nichts erreicht haben würde, wenn solche Verträge mit Einschluß der gegenseitigen Hilseleisiung nicht aufgestellt werden könnten. Er erinnerte schließlich an den starken Eindruck, den die Erklärung des chilenischen Delegierten im Sicher- heitsausschuß unlängst gemacht habe, daß es in S ü d - amerika nur Nichtangriffspäkte mit Ein­schluß der Verpflichtung zur friedlichen Regeluna aller Streitigkeiten gebe, aber ohne irgendeine Verpflichtung zur gegenseitigen Unterstützung.

Damit wurde die Aussprache über die regionalen Verträge abgeschlossen. Ein Redaktionsausschuß wird in den nächsten Tagen die Vertragsentwürfe für Schieds- und Verglcichsverträge, für regionale Sicherheitsverträg« und außerdem verfchieoene Entschließungsanträge uni Empfehlungen ausarbeiten, zu deren Beratung der Voll­ausschuß am Freitag Wieber^ufammcntreten wird. Nack Auffassung des Vorsitzenden Benesch kann die Tagung der Sickerheitskoinitees. am Sonnabend noch vor Beginn bei Natstaauna abaefcbloüen werden.

werden, wo sie mindestens ebenso wichtig sind wie auf den Chausseen mit großem Verkehr.

In E n g l a n d herrscht auf den Chausseen und Land­straßen ein Patrouillendienst, der auf Motorrädern die Hauptstraßen des Landes tagsüber und auch nachts abfährt. Jeder Patrouillengänger befährt eine ihm zu­geteilte Strecke. Stützpunkte sind zahlreiche Stationen aN Wegkreuzungen, an denen das für Unglücksfälle notwen­dige Verbandzeug und ähnliches Material zu finden sind. Außerdem befinden sich auf diesen Stützpunkten auch Tankstationen, die in Deutschland noch vielfach fehlen Die Betriebsstoffgesellschaften bringen ihrerseits selbst wieder T a n k a u t o m,a t e n an, die das not- wendige Material, das bei Verkehrsunfällen gebraucht Wirb, voll unb ganz enthalten.

Die Telephonkästen werden auf den Hauptstraße« Deutschlands von der A.-H.-Hilfe bald angebracht werden. Es wird sich empfehlen, daß auch die Tankstationen aus- gebaut werden und Verband- und Werkzeugmaterial führen. Gegenseitige Hilfe kann es auf dem Gebiete des Verkehrswesens nicht genug geben. Hoffentlich wird hier schnelle Arbeit geleistet.

Deutscher Reichstag

08. Berlin, 28. Februar.

(338. Sitzung.)

Nach Erledigung der gestrigen Rednerliste zur Regierungs- Erklärung über das Notprogrämm wurde bei den Abstimmun­gen zum Haushalt des Reichsministeriums und der Reichskanzlei ein kommunistischer Antrag aus Aushebung der Reichsverlretuns in München gegen die Linke und die völ­kischen Gruppen abgelehnt. Der Haushalt wird bewilligt.

Das kommunistische Mißtrauensvotum gegen die Regie­rung wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kom­munisten und einen Teil der Demokraten vor der Vertagunr abgelehnt.

Heute wurde die zweite '

Beratung des Haushaltsplanes für 1928