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Zulöaer /lnzeiger

Erschetiit seSen Werktag. Bezugopreis: monak- lich 2 Mark. Bei Lieferungübehmöernngen durch ^yhere Gewalten", Streiks, -ürofxcrnmgen, ynhnfpc^c tiftv. ermaßen dem Le^leher keine Einsprüche. Verlag ArieSrich Ehrenklan, ^nlöa, Mitglied des Vereins Deutscher seliungsver- leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. V?r. 16000

Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Neüaktlon unö Geschäftsstelle: Mühlenstcaße 1« Zernfprech-flnschluß Nr.HS^ Nachörnck Ser mit * versehenen flrtlfel nur mit ttzuellenangabe .ZulSaer Fnzeiger'gestavel.

Fulda, Dienvlafl, 7. Februar

Rnzelgenpreio: §ür Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. betrügt die Kleinzeile 0.30 IHL, für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Neklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnung-stel­lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen < Tag- und B^ahvorschristen unverbindlich.

5. Jahrgang

Meine Zeitung für eilige Leser

* Alclchsauhenministrr Dr Stresemann hat einen Wey wWgm Erholungsurlaub an die französische Riviera an- ^'" ^ sächsische Ministerpräsident Heldt hat seinen Austritt flllS dem Reichsbanner erklärt.

Auf dem westfälischen Zentrumstag betonte der Ab- aeoidnctc Jmlmsch, bah die Spannungen innerhalb der Parier noch keineswegs bcigclegt seien.

* Nach dreizehnmonatiger VerhandUmgsdaucr beginnen letzt tue Plädoyers im Barmat-Prozeß. n^ ^t^^l ^«». ,.v, m^<-u~nt ^rto-nv ."!»«>»»»>SMteeewwwieBweWiWewww^^^^B

Ser Kümps um das

Washingtoner Abkommen.

Die lange Leidensgeschichte, die das Washingtoner Abkommen über die Einführung dergründ- j ii V l i ch" a ch t st ü u d i g e n Arbeitszeit (oder 48 Arbeitsstunden wöchentlich) in den fast neun Jahren seines Daseins durchlebt hat, weist jetzt ein neues Kapitel auf: die englische Regierung bat dein Internationalen Arbeitsamt mitgeteilt, sic sähe sich beiläufig nicht in der Lage, das Abkommen bem Parlament zwecks Ratifikation dorznlegen. Begründet wird dies mit der schwierigen mirtschaftlichen Lage in England, die eine Verkürzung der Zeichen Arbeitszeit auf acht Stunden verbiete. Natürlich nm die Entrüstung darüber in Genf sehr groß, da durch diese Stellungnahme der englischen Regierung auch die *ren in Frage kommenden Länder, besonders Dcutsch- Im, Belgien und Frankreich, an der Ratifikation ge­bindert werden, jene Leidensgeschichte vermutlich also noch viel länger werden wird.

s Allzu überraschend ist das aber nicht, denn die eng* lijciic Negierung hat schon einmal, nämlich gleich nach dem (mc des großen Bergarbeitcrstreiks, das gleiche mit- iwiült, und als sich in London der deutsche, der englische, der mnzösische, der belgische und der italienische Arbeits- Wâr trafen, bat man sich auch m^ über die Aus- ^^üg des Abkommens unterhalten, nicht aber über die Ratifikatiom Und nur durch diese erhält es gesetzliche Kraft für das Land, das dieses Abkommen annimmt. Strittig ist aber schon, ob ein Land die entsprechenden Gc- setze, die die Bestimmungen des Abkommens in die Wirk­lichkeit umsetzen, v 0 r der Ratifikation erlassen muß oser erst hinterher seine Gesetze diesem Abkommen lmzuposscn hat. Deutschland scheint den ersten Weg 31t wählen und ist aus diesem schon sehr iveit vorwärts gegangen, während z. B. Italien erst vor nicht allzulanger seit durchgehends den Reun = Stunden - Arbeitstag ein- gefuhrt hat. Nun gestattet das Abkommen überhaupt sehr ßrofre A u ë n a h m e n von der achtstündigen ArheitS-

'Ne Bestimmungen darüber sind so dehnbar und auS- legiiltgsfähig, daß von dem ursprünglichen Grundgedanken Urzlich wenig übriMeibt. Daher haben sich eine Reihe von Maaten zwargrundsätzlich" auf den Boden des Ab- icmniens gestellt, halten es damit aber durchaus für Ver- sirtzar, daß es auf ganze Industriegruppen keine Änwen- ^« findet. Die einzige Ausnahme darin ist Deutsch- 3 yrcich, wo nirgends mehr als acht Stunden gearbeitet ^drf? Man muß sich aber daran erinnern, daß in England nach dem Berg arbeitet' streik eine Ver- "'wenmg der Arbeitszeit erfolgte, die sicherlich sobald 'uchi wieder rückgängig gemacht wird.

L Noch komplizierter wird das alles dadurch, daß her« !^chw Staaten ihre Geneigtheit zur Ratifikation des g^^NiUgtoner Abkonnuens zwar bekundet, aber an die yibebingnug geknüpft haben: erst müssen mehrere andere ^k'rschreibeu. Dazu kommen noch jene oben angebeuteten ^ygimg^ und A>!sdeuiungsmygl!chkeiten und schließ- .^'i 'i/ch die ausdrücklich kundgcgcbcne Absicht, bei sich die v? voraefeheue Kontrolle des Internationalen ^Mmics darüber' nicht zu dulden, ob und wie es ." nach der Ratifikation wirklich auch durchgeführt ? "'6. O an ül^bt Atta n: ii U>-Ub aohmfC i anit ^Ä^hitr.rirt-

Man sieht also, mit welch' gewaltigen Schwicrig- u- Väter und Weg bereiter des Washingtoner Ab-

/'Y1 «wi'i iuiv <»v$iueivuei l>es «vazylngroner eco tV ' rupfen haben, wobei vielleicht das merk- ^> <^gsie ist, daß es dort, wo cs entstand, nämlich in v.; "V ^ni härtesten bekämpft wird. Nicht zu se in aus .Dkni Grunde^st auf die baldige allseitige Durchführung p nicht zu rechnen.

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Enèführ-Nng Deutscher in China.

v geb! i ch e G-e w a l t t a t von Banditen.

'ie dauernden Unruhen in China haben nun auch Reichsangehörige in Schaden und Gefahr ge- . "Di. Sogar der Tod einer Deutschen ist dabei ^n be- ; "^w Ans Peking ivird über den Vorfall gemeldet:

Während eines Gottrsdienstrs Mitte ^nmmr dran- I? hundert Banditen bei Tage in das Gebäude der deut- -'l- > '»misch katholischen Mission in Putschau ein und ^Mhrten nach einem Zusainurenstos:, bei Dem einige i »'«eien getötet und verwundet wurden, drei

E s ch c M i s s j 0 » a r e und eine Nonne als Ge- - gene. Bate», die nach Tungtschangfu gesandt wurden. ..." Läßegkid non <«) mm Dollar für die vier Deutschen t wurden verhaftet: daraus mürben Truppen -i,, .'^s"'HUg dcr Teutschen nbgcschickt Als die Truppen LJ' .^ 'hklss schritten, stellten die Banditen die Deutschen ""f Während des Kampfes starb die Nonne vor ''. As"ug Ein Deutscher wurde verwundet.

-Mcnm "hfKlerweh^ eine Befreiung der deutschen Priester duiw^ i|"i ,w- kW» über Loiidpn kommenden Mel- Ttelä-N "'^" ersichtlich. Jedenfalls ist von den zuständigen p.S^ »" "warten, daß alle Mittel in Bewegung gesetzt bi"m Befreiung der Gefangenen und Sühne für 1 ' o^^eltal zu erreichen.

Plädoyers im Varmat-Prozeß.

Eine blendende Kaffade."

Die Staatsanwaltschaft über Iulius Barmat.

Nach den »lehr als einjährigen Untersuchungen im Prozeß gegen die Brüder Barmat beginnen jetzt die Plädoyers der Staatsanwälte, die mehrere Wochen dauern werden.

Vor Mürz ist das Urteil erster Instanz nicht zu erwarten.

Der Barmat-Prozeß ist der größte, den ein deutsches Gericht jemals geführt hat.

Während die Öffentlichkeit sich für den Prozeß lange Zeit nicht mehr interessiert hat, weil er allztilange dauert und die Materie sehr schwierig war, findet man jetzt wieder überfüllte Zuschauertribünen, zahlreiche Stenographen und eine im Gerichtssaal unge­wohnte Rednertribüne, die das Forum als ein Parlament erscheinen läßt.

Tiaarsanwalt Trani »i a n n eröffnete den Reigen der Plädoyers: In der Öffentlichkeit sei wiederholt die Frage laut geworden, wie cs möglich war, daß dieser Prozeß so lange Zeit und Dauer entnehmen konnte. Die Mitarbeiter bei dieser Ver­handlung wußten jedoch, daß es nötig war, den Prozeß in dem von Der Staatsanwaltschaft gesteckten Rahmen durchzuführen, denn eine andere Verhandlnugsan hätte der Materie und Den Angeklagten nicht gerecht werden und zu keinem gerechten Urteil führen sönnen Von Politik habe man sich, wie das für ein Gericht selbstverständlich ist, ferngehalten. Dann ging oer Staatsanwalt ans Die Persönlichkeit Julins Barma 1 s. des meistgenannten von den vier Brüdern, ein.

Der Nimbus eines ungeheuer reichen Mannes, der um Barmal gewoben war, so führte der Staatsanwalt aus, ist jetzt

Deutsch-russische Handelsbeziehungen.

Weiter e r A u s b a u.

Nach einer amtlichen Veröffentlichung der russischen Negierung hat daS zweijährige Bestehen deS deutsch- russischen Abkommens von 1925 zu einer Reihe von Schlüssen berechtigt, die auf die Möglichkeit eines weiteren Ausbaues der Handelsbezichnngen zwischen der Sowjet­union und Deutschland Hinweisen. Die deutsche Regierung schlug der Sowjetrcgierung vor, die Ergebnisse der An­wendung des Vertrages von 1925 gemeinsam zu prüfen und für beide Teile erwünschte und annehmbare Maß­nahmen zu entwerfen, die auf den ferneren Ausbau des Warenumsatzes Zwischen beiden Ländern gerichtet sein sollen. Im Hinblick auf das Interesse der beiden Parteien an dieser Besprechung, die in diesem Monat in Berti n stattfinden soll, stimmte die Sowjetregierung dem Vor­schläge der deutschen Regierung zu und entsandte zu diesem Zwecke das Mitglied des Kollegiums des Handels- kommissariats, Schleifer, und den Chef der Abteilung für Vertrags- und Rechtsfragen des gleichen Kommissa­riats. K a u s in a u n . nach Berlin.

Kurpfuscherhekampfung in Nr Schute.

Anregung des preußischen Wohlfahrtsministeks.

Der preußische Minister für Volkswohlfahrt hat in einem Rundcrlaß unter besonderem Hinweis auf die Ver­handlungen des Gcsnndheitsrates über diese Frage die Mißstände aus dem Gebiet der Kurpfuscherei in Preußen betont. Er bringt in Diesem Runderlaß zum Ausdruck, daß er ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Kur- Pfuscherei in der planmäßigen Belehrung der K i n der über die gesundheitlichen Gefahren der Kurpfuscherei sehe. Im Einvernehmen mit dem Ministerium für Wiffen- schaft, Kunst- und Volksbildung wird daher ersucht, daß bei der Unterweisung der Schulkinder über Gesundheits­fürsorge auch auf das schädigende Treiben der Kur- Pfuscher in einer dem Verständnis der Schulkinder an. gepaßten Weise hingewicscn werden soll.

Elternschâstsversicherung.

Beschlüsse des ReichSbuudeS der Kinderreichen.

Auf Einladung des Rcichsbmides der Kinderreichen fand unter Leitung des Vorsitzenden. Konrad-Düsseldorf, ant L und 5. Februar in Berlin eine grundlegende Aussprache von Bevölkcrungspolitikern über einen ge­rechten Ausgleich der Fa in i l i è n l a st c n statt. U. a. waren der Präsident des BabcrifdKn Statistischen LandeS- amteS, Professor 3 a h n , Oberregierungsrat Burg- börffer vom Statistischen Poichsamt Berlin, der erste deutsche Sozialüygiciiikcr Professor G r o t j a h n , Berlin, Reichsgerichtsrat Zeil c r, Leipzig, Mediz.-Rat 6 n g c ls mann, Kiel, DA Har m s e nz Berlin, und Prozessor Thomsen, Münster, anwesend.

Anlaß zu dieser Zusammenkunft waren die zahl­reichen Vorschläge, die von verschiedensten Seiten in den letzten Jahren zur Bekämpfung des Verfalls der deutschen Familie, insonderheit der kinderreichen, in der Öffentlich­keit gemacht worden sind. Alle Beteiligten waren sich dar­über einig daß die Erfüllung des Artikels 119 der Reichs Verfassung (kinderreiche Familien haben Anspruch auf Fürsorge) nur durch eine Elternschaftsversichermlg ge­währleistet werden könne. Man einigte sich auf folgende Richtlinien: 1. Gefordert wird ein Gesetz für die Familien aller Berufsstände, soweit sic incht schon jetzt angemessene Kinderzulagen beziehen. 2. Als geeigneter Weg wird wo Angliederung an die bestehende S o Z i a l v e r s r ch c - r n n g betrachtet. 3. KinderZulagen sollen für jedes Kind gewährt werden, gestaffelt nach der Zahl.

verschwunden. Der Glanz seiner Persönlichkeit ist verblaßt, und der große ttonzcrii, Der feinen Ramen trug, ist zusammen- gebrochen Jetzt stehl Julins Barma« in seiner wahren Gestalt vor uns, wir wissen nun, was wir von ihm und seinen Hel ein zu halten haben, wir kennen seine Ziele und Wege und wtsicn, daß er vom Pfade des Rechts abweichen mußte. Er Hal dabei außerordentlich schwerwiegende strafbare Handlungen be­gangen

Oberstaatsanwalt Dr. Trautmann gab dann eine Charak­teristik des Hauptangeklagten, den er als einen

ungewöhnlich klugen Geist

und eine undurchsichtige Hündlcrnatnr voller Verschlagenheit und spekulattvischer Energie kenn,zeichnete. Er hatte Gelder über Gelder geliehen und Die Gesamtübersicht zeugte von einem Phantastischen Umfang seiner Kredite Die Listen wären noch länger geworden, wenn nicht Der Staatsanwalt cingcgriffcn hätte Damals wiesen sie schon 38 Goldmillionen a!S Schuld­summe aus Barmat sei cs gelungen, sich als den Mann hin­zustellen. Der gewaltiges Vermögen besaß: alles sei jedoch nur gut aufgezogene Regie unb eine blendende Fassade gewesen.

Mil 100 Goldmillionen

sei Barmat von der deutschen Sieperbehörde veranlag! worden und habe selbst nur 844 000 Gulden besessen Tas Betriebs- kapi'al des Konzerns habe nur einige tansend Gulden betragen.

Der zweite Redner, Oberstaatsanwalt Rasch, verglich Barinat mit Dem verstorbenen Hugo Sünnes Julins Barmat hat sich auch selbst mit diesem Industriekapitän verglichen, aber der Dtinneskonzern habe sich als gesund und lebensfähig er« Wie'en, während Barmat zusainmcngebrochcn sei. Der Unterschied zu 'eben Stinnes und Barmal sei gewesen, daß im Gegensatz zu Barmat Stinnes Die Inflation meisterhaft beherrscht und nur Dort gekauft habe, wo die Schornsteine rauchten, während Barmat allerlei ivertlose Unternehmungen nur deswegen gekauft habe, weil sie billig waren.

Die Epaiuninuen im Zentrum.

Der westfälische Zentrumstag sand Sonntag in Ham m statt, über die deutsche Innenpolitik sprach Reichstagsabgeordneter Dr. Schreiber. Er betonte die starken Gegensätze in der Kulturpolitik bei den Re­gierungsparteien. Die Reden Steger walds und I m b u s ch s deckten sich mit den im Reichsausschuß des Zentrums am 29. Januar in Berlin gemachten 'Ausfüh­rungen. Abg I m b u f ch führte aus, die weitgehenden sachlichen Meinungsverschiedenheiten, die in der letzten Zeit in der Partei zutage getreten seien, könnten nicht mit einer schönen Erklärung aus der Welt geschafft werden. Er stellte ausdrücklich fest, daß die Differenzen noch nicht erledigt seien. Mit Erklärungen könnten sich die armen Leute kein Brot kaufen. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, in der sich das westfälische Zentrum einmütig auf den Boden der Entschließung stellt, die am 29. Januar vom Reichsparteiausschuß in Berlin angenommen wurde.

Dr. Luther über BerfKssungsleben.

Bei den allgemeinen Kulturveranstaltungen der Stadt Düsseldorf sprach Reichskanzler a. D. Tr. Luther über das aktuelle Thema:Aus dem Verfassüngsleben der Gegenwart". In seinen Ausführungen umriß Dr. Lurher in großen Linien die historisch bedingte Eigenart des D eu t sche n , die Entwicklung des Staatslebcns uno die damit verbundenen Höhepunkt in der Geschichte. Trotz der schweien"Erschütterungen im Jahre 1918 nach Beendk gung des Krieges und kurze Zeit später, während der Ju flation, habe das Reich seine Feuerprobe bestanden. Nun stelle das Schicksal neue Probleme. Die Wirtschaft sei, da sie die Reserven, die sie vor bem Kriege besaß, noch nicht wiederhabe, und auch aus anderen Gründen sehr empfind­lich.

Was sei zu tun? Beeinträchtigung der Lebens­haltung der Bevölkerung müsse mit allen Mitteln der mieden werden. Nur grundsätzliche Einstellung auf Sparen könne Erfolg bringen. Der Staat müsse dem Volke mit gutem Beispiel vorangehen. In der öffentlichen Arbeit müsse man dazu kommen, die inneren Reibungen aus dem Wege zu räumen. Mit einer Müdigkeit dürfe man sich nicht zufriedengeben. Die augenblicklich vor handenen drei verschiedenen Auffassungen hin sichtlich eines Staatsaufbaues, die unitaristische, die föderalistische und die allpreußischc, müßten sich, wenn auch der einzelne Opfer bringt, vereinigen lassen. Wenn der redliche Wille vorhanden sei, werde man die Lösung finden. Voraus­setzung sei eine Einstellung, die daS Gesamiwohl über alles stelle. Dann dürfe man die Jugend und ihren Willen zur eigenen Gestaltung nicht vergessen. Zivischeri Inter Nationalismus und Kbernatimlalismus liege der Scheide­weg für das deutsche Volk. Nur von bewußter nationaler Grundlage aus könnten wir übernational erfolgreich wirkeu.

Kongresse und Versammlungen.

_ k- Die Ciencralvcrsammlung des Groß-Berliner Stahlhelms. Im Berliner Knegerverciushaus fauD Die Generalversamm­lung des«Stahlhelms" von Groß-Berlin und Potsdam statt, unter den Anwesenden befanden sich neben Bundesführer toelbte auch Prinz Eitel-Friedrich und Pritt z O u g u st W l i h c l m v o n P r c u ß e n. Nach dem von: Führer des Landesverbandes, Major von Stephani, erstatteten Jahresbericht hat sich die Mitglicderzahl des Landesverbandes im Jahre 1927 um 3000 erhöht. Zum Landcsverbandsführcr wurde Major von Stephani auf drei Jahre Wicdcrgetvählt. Im Aigchluß an die Generalversammlung fand dann der Wcrbcmarich durch den Norden und Osten der Reichshaupt-- stadt zum Lustgarten statt, wo der Laudcsvcrbandsfüürcr den VorbelUiarsch abnahm. Die Kommunisten versuchten teilweise, den Zug zu stören, so daß die Polizei 123 Verhaltungen vor­nehmen mußte.