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Zirkusdirekiors mit einer Dompteuse des NntèrnehuLNs. Eine Kavalkade von Cowboys begleitete die Neuver­mählten bis zum Standesamt, vor dem sie Salvenschüsse abfeuerte. Die kirchliche Trauung fand im Löwen-- Iäfig statt.

* 0 Die ersten Leichen des U-Bootes „S IV* geborgen. Die am Wrack des Unterseebootes „S IV* arbeitenden Taucher haben aus dem gesunkenen Unterseeboot die ersten drei Leichen ans Tageslicht gebracht. Der Ab­geordnete Laguardia erklärt, er habe festgestellt, daß «illes mögliche getan worden sei, um die im Wrack der ■„8 IV* Eingeschossenen zu retten, und er werde von nun an für denBau größerer Tauchboote und für höhere Löhnung für die braven Seeleute eintreten, die räglich in diesen Fahrzeugen ihr Leben aufs Spiel setzen.

0 Ein russischer Naphthazug verunglückt. Bei Datum ist ein aus Tislis kommender Eisenbahnzug mit Naphtha­produkten infolge eines Bergsturzes verunglückt. Die Lokomotive stürzte um und 27 Tankwagen mit Naphtha und Benzin verrannten. Eine Person kam dabei ums Leben.

O Das Schiffsunglück im Schwarzen Meer. Ser ita- ' Henifdte Petrolcumdampfer „Elituno", der bei Sabla Schiffbruch erlitt, gilt als endgültig verloren. Der Schaden wird auf annähernd 30 Millionen geschätzt. Die Rettung der Besatzung gestaltete sich äußerst schwierig, da ein Aus­sehen der Boote infolge des Sturmes unmöglich war. Die 35 Mann sprangen daher ins Meer und retteten sich sämtlich durch Schwimmen.

Katharinenrieth. Beim Spiel am User der Helme, die in einer Breite von etwa einem Meter zugesrorcn ist, sind zwei Kinder umgekommen. Die Spielenden glitten aus dem ver­eisten Schnee aus fielen ins Wasser. Zwei von ihnen er­tranken.

London. Die Kirchenmissiousgesellschast erhielt ein Tele- Kramm aus China des Inhalts, daß eines der wichtigsten Go- däude des Trinitu College in Fuckschau nicdcrgcbrannt ist.

Riga. Ter hier stationierte Eisbrecher hat während seiner ersten Ausfahrt 29 Dampfern Hilfe aus Eisnot bringen muffen. Nur sechs konnten dank ihrer starken Maschinen das Eis bewältigen.

Moskau. Die Leitung der Sow-etdampffchifsahrt -demen­tiert die Meldung von dem Untergang eines Sowjetdampfers im Schwarzen Meer. -

Newyork. Das Elektrizitätswerk von San Paolo (Minne­sota) wurde durch Explosion zerstört. Der Schaven beträgt mehr als eine Million Dollar.

0 Dreißig Affen verbrannt. Im Warschauer Zoologi- 1 ^en Garten brach infolge Unachtsamkeit bei der Heizung! der Ofen ein Feuer aus, wodurch das gesamte Affenbaus mit dreißig Affen verbrannte. Der Brand wurde so spät bemerkt, daß keines der sehr wertvollen Tiere gerettet werden konnte.

.0 Unterschlagungsskandal in Baku. Aus Moskau wird die Aufdeckung von Unterschlagungen in der Verbrauchs-- zenossenschaft in Baku gemeldet. Es sind 15 Kontrolleure der Genossenschaft verhaftet worden, die sich von Privat- Händlern bestechen ließen. Vier'Geschäftsleute, die Waren aus dem Genossenschaftslager bezogen und auf privatem Wege veräußerten, sind ebenfalls verhaftet worden. Es ' werden acht Todesurteile erwartet.

punte Tageschronik.

Landsberg a. d. W. Die hiesige Schrot- und Mahlmühle Alexander Haase ist mit 300 Zentner Getreide und 100 Zentner Mehlvorräten niedergebravm.

Bingen, 5. Jan. (Beim Christbaumanzünden verbrannt.) In dem benachbarten Dro-mmersheim wollte gestern vormittag die sieben Jahre alte Margarethe Dickerscheidt, während die Mutter zum Markt nach Bingen gefahren war und der Vater Nachbarn beim Dreschen Hilfe leistete, den Christbaum anzün­den. Hierbei gerieten die Kleider des Kindes in Brand. An den erlittenen Brandwunden ist das Kind in der vergangenen Nacht gestorben.

Lychen. Der Amtsgerichtsr-at Dr. Schulz erschoß sich in seinem Amtszimmer.

München. Hier hat ein int Verlag eines Fernsprechadreß­buches tätiger Schriftleiter in seinem Schlafzimmer, das er vorher von innen verschlossen hatte, seine im Bett liegende Ehefrau, seinen Hund und sich selbst erschossen.

Kattowih. In der Eisenbahnwerkstatt von Sicmianowitz ereignete sich eine Keffelexploston, durch die drei Arbeiter schwer verlebt wurden.

Hermann Grimm.

/Zum 100. Geburtstag a m 6. Januar.

Wer von uns kennte und liebte nicht die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm, deren „Kinder- und Haus­märchen", die zu einem wahren Volksbuch geworden sind, unsere Jugend verschönten! Herniunn, ein Sohn des Zweiten der beiden Brüder, würde, hvenn er noch lebte — er ist aber schon seit 1901 tot —, am 6. Januar seinen hundertsten Geburtstag feiexn können. Das will natür­lich nicht viel bedeuten, aber es muß darum erwähnt werden, weil auch Hermann Grimm ein nicht unbedeuten­der Schriftsteller war. v^eine dichterischen Versuche im Drama, im Roman und 'm der Novelle haben zwar keinen bleibenden Wert, aber f(eine Studien über Literatur und Kunst, seine „Vorlesungen über Goethe", sein „Leben Michelangelos" und /anderes verdienen hohe Anerken­nung. Hermann Griaim, der von 1873 bis zu seinem Tode an der ^Berliner Universität als Professor der Kunst­geschichte wirkte, war verheiratet mit Gisela von Arnim, einer Tochter des romantischen Dichters Achim von Ar­nim und seiner Gemahlin Elisabeth, die unter dem Namen „Bettina" in der deutschen Literatur eine große Rolle gespielt hat.

ENriMugen der Menschen und Tiere.

Von Dr. Georg Bründl-München.

Die tiefsten Temperaturen, welche von Menschen erlebt und wissenschaftlich festgestellt wurden, haben Flieger und Polarforscher gemessen. So berichtet der amerikanische Mrli^ tärflieger Marcready, bekannt durch seine Höhenflüge, daß er eine Temperatur von 35—45 Grad Celsius unter Null an­getroffen habe. Auch Nansen gibt in seinem Werk „In Nacht und Eis" häufig eine Kälte von 30—40 Grad unter Null an, einmal maß er sogar 50 Grad und bemerkte dazu: „Wir befinden uns ganz wohl". Shackleton, Scott und Amundsen haben im Südpolargebiet noch heftigere- Kälte ohne Allgemern- schädigung erlebt.

Ueber einen Aufenthalt im Schaee, bei dem das Leben des Eingeschneiten trotz der zwölftägigen Dauer erhalten blieb, berichtet der Russe Professor Zaboltsky folgendes: _ „Der kurskische Bauer Subkoff wurde im Winter 1850/51 in seinem Schlitten eingeschneit. Der Schnee formte sich in einer festen Kruste zu einem Gewölbe über ihm. So lag er zwölf Tage lang, genoß nur zwei Weißbrote, stillte seinen Hunger und Durst mit Schnee. und blieb am Leben. Als er gefunden wurde, antwortete er sogleich und ton»^ bis zur nächsten Hütte geführt werden. Das Gesicht, war gelblich, der Körper sehr abgemagert, und einige Zehen, waren erfroren. Er genaß aber vollkommen, nur an den Augen traten nach zwei Mo-

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Deutschland besitzt zurzeit rund 10 Millionen Milchkühe, die täglich ca. 50 Millionen Liter Milch geben (das entspricht einem Jahreswert von ungefähr 3,6 Milliarden Mark). Auf Grund von angestellten Erhebungen kann man annehmen, daß diese Milchmengc im wesentlichen wie folgt verwertet wird: 40 Prozent dienen dem unmittelbaren Verzehr als Trinkmilch, 50 Prozent werden zu Butler verarbeitet, 7 Prozent finden bei der Kälberaufzucht Verwendung und 3 Prozent werden zur Herstellung von Käse verwertet.

Die deutsche Landwirtschaft ist nach Kräften bemüht, den steigenden Anforderungen der Verbraucherschaft hinsichtlich Menge und Qualität der Milch und Molkereierzeugnisse Rech­nung zu tragen. Die deutsche Hausfrau ist in erster Linie be­rufen. diese Bemühungen durch den Bezug heimischer Ware zu unterstützen. Nicht oft genug kann der irrigen Auffassung entgegengetreten werden, daß die ausländischen Molkereipro­dukte besser seien als die deutschen.

Wstß und WMe^.

w. Emil Frommels hundertster Geburtstag. Der Theolog und Dolksschriftsteller Emil Frommel, dessen Geburtstag sich am 5. Januar zum Hundertstenmal jährte, war einer der bckanu- 1 eiten und beliebtesten unter den evangelischen Predigern der Reichsbauplstadt. wo er von 1869 bis kurz Vor feinem cm November 1896 erfolgten Tode gewirkt hat, zuerst als Gar- nifonpfarrer, dann, nach dem deutsch-französischen Kriege, als Hofprediaer ^ätenftt Wn'W sich «rommet durch liebenswürdigen, nie verletzenden Witz und durch lein freundliches, hilfsbereites Wesen aus. Er war, wenn manjo sagen darf, die Verkörperung verfeinerter süddeutscher Gemüt­lichkeit. An dem Kriege 1870-1871 hatte er unter General von Werder als Feldprediger teilgenommen. Als Sct)nnireuer be­währte Frommel in seinen zahlreichen Erzählungen unv Skizzen, die tief ins Volk gedrungen pnd, volkstümliche» Denken mib ein tiefes gläubiges Gemüt. Nach dem Tode efflichen Mannes hat die Familie Frommel ein Gedenküuch" mit Reden, Briefen, Denksprüchen uno

des vortrc

„Frommel-Gedenküuch" mit Reden, Briefen, Deuhprumen uno ansgewählten Predigten des Verstorbenen herausgegeben.

w. Beobachtung einer leuchtenden Himmelserscheinung in Neapel. Das Königliche Observatorium in Neapel teilt mit, daß sich in westlicher Richtung einige Minuten lang am .Himmel eine in grüner Farbe hell leuchtende Erscheinung gezeigt habe, die sich deutlich vom klaren Himmel abhob. Es handelt lieg dabei wahrscheinlich um eine sehr helle Sternschnuppe.

naten Sehstörungen aus." Der Arzt Bachmetieff hat bei ver­schiedenen Säugetieren wie Ratten und Katzen ähnliche Ver­suche vorgenommen. Durch Erstarrung und vorsichtiges Wie- deraustauen sollen diese Tiere noch nach Wochen vollständig wieder gesund geworden sein und weiter gelebt haben.

Der schmelzende Schnee ist meist gefährlicher als der Pulverschnee, weil die Aenderung des Aggregatzustandes, nämlich der Uebergang aus dem festen zu dem flüssigen Zu­stande, dem mit ihm in Berührung kommenden Körper die Wärme entzieht. So wird der schmelzende Schnee zu einem guten Wärmeleiter, dringt in das dichteste Schuhwerk und verursacht Erfrierungen der Füße, was beim Pulverschnee

nicht der Fall ist. Die Kälte n

Die Kälte wirkt im Gegensatz zu den Verbrennungen langsam und allmählich. Dabei hängt die Wirkungsdauer von der Bodenbeschassenheit und den Luftströmungen ab. Bei Nacht und klarem Himmel ist die Ausstrahlung der Warme am stärksten, während nördliche Winde stets eine Steigerung der Kälte Hervorrusen. Von Bedeutung ist hierbei die Stärke des Windes und der Gehalt an Wasserdunst; durch bewegte, windige Luft werden niedrige Temperaturen geradezu un­erträglich. So konnten die Mannschaften des Nordpolfahrers Roß noch bei 41 Grad Kälte im Freien arbeiten, wenn die Luft ruhig blieb, bei einem leichten Wind waren sie aber schon bei —29 Grad Celsius außerstande, ihr Fahrzeug zu ver­lassen. Ebenso gefährlich ist auch ein schneller Uebergang von niedriger zu einer höheren Temperatur. Während der Schlacht bei Eylau zum Beispiel stieg die Temperatur von —19 Grad auf +6 Grad Celsius, was massenhafte Erfrierungen zur

Folge hatte.

Die Wirkung des Frostes auf den Menschen richtet sich nach Körperbau, Temperament, Alter,. Ernährungszustand und nach Ruhe oder Bewegung. „ Jusolge de r, ver­schiedenen Widerstandsfähigkeit des Einzel­nen läßt sich somit eine allgemeine Grenze für die unter ste Temperatur nicht fest st eilen.

Bei der Einwirkung niedriger Temperaturen muß man zwischen der örtlichen Wirkung aus die Gewebe und der all­gemeinen Wirkung aus den Gesamtorganismus unterscheiden. Es ist bekannt, daß die niedrigsten Organismen, nämlich die Bakterien, ihre Keimfähigkeit noch nach Abkühlung auf — 100 Grad Celsius bewahren. Auch viele Protozoen, Infusorien und Amöben leisten der Kälte den größten Widerstand, ebenso viel Würmer, Arthropoden, Molluskeln und Weichtiere. So konnte eine Schnecke, die während mehrerer Tage einer Temperatur bis zu — 120 Grad Celsius ausgesetzt war, wieder­belebt werden (nach Tigerstedt, Lehrbuch der Physiologie des Menschen).

Doch widersprechen sich auf diesem Gebiete auch manche Experimentalergebnisse. Während im allgemeinen angenom­men wird, daß alle diese Tiere, insbesondere die Weich- und Wirbeltiere, einmal zu Eis gefroren, nach dem Auftauen nicht wieder zum Leben zurückkehren, haben einige Forscher wie Kochs und Horvath gezeigt, daß Frösche, bie.au einem EiL-

Vermischtes.

— Selbst eine Ohrfeige kann lebensgefährlich werden. Ein 17jähriger Schiosserlehrling in Erlangen, der in einer Maschi­nenfabrik beschäftigt ist, gab durch sein Betragen Veranlassung zur Beanstand iing. Sein Werkmeister hielt es für richtig, dem Lehrling eine Ohrfeige auf das linke Ohr 311 versetzen, sodaß der Lehrling anschließend über Schmerhörigkeit und Sausen des Ohres klagte. Nach drei Tagen suchte der Lehrling den Arzt auf, der Mittelohreiterung feststen t& Der Zustand des Lehrlings machte die Uederführung in eine chirurgische Klinik notwendig, wo er, da mittlerweile Schwellungen ant linken Ohr ausgetreten waren, operiert wurde. Der operative Ein­griff war erfolglos, sodaß eine zweite Operation vorgenommen werden mußte. Wegen Verdachts eines Gehirnabzesses wurde der Lehl'ling später der Universitätstlinik für Ohren-, Nases- intb Kehlkopfkrankheiten in Erlangen überwiesen. Der Zustand des Lehrlings verschlechterte sich dermaßen, daß mit seinem Ableben gerechnet werden mutzte. Eine, neuerliche dritte Ope­ration erbrachte erst den Mwiinfchten Erfolg. Nach dreimonat­lichem Klinikausenlhalt townte der Lehrling entlassen werden. Als bleibende Schädigung ist nach Ausheilung des Hirnab- zefses eine lzochgradige linksseitige Schwerhörigkeit zurück­geblieben.

— . . . . und ward nicht mehr gesehen! Aus der Gegend von Hochstätten wird folgender komische Zwischenfall aus einer Pfälzer Schule berichtet: Während der biedere Lehrer an fei­nem Pulte saß und Unterricht erteilte, tat sich plötzlich die Erde auf und verschluckte den Lehrer samt seinem Stuhl. Der Fußboden hatte wohl aus Altersschwäche unter ihm nachge­geben. Der über bas plötzliche Mißgeschick tieferfchrockene Leh­rer kam ohne Schaden aus den: Unfall davon.

— Was ist das Bohnrirfest? In der Rheingegend wird am Vorabend des Dreikönigsfestes an manchen Orten noch das luftige Dohncnfeft gefeiert. Die Hausfrau hat für diesen Abend einen Kuchen gebacken und in dessen Teig eine Bohne versenkt. Des Abends zerschneidet der Hausherr in Anwesen­heit der Familie und der Gäste den Kuchen und macht ein Stück mehr, als Personen da sind. Wer. in seinem Stück die Bohne sinket, ist Dohne nkönig und mutz sich einen Hofstaat bilden. Von biefem mutz er sich den ganzen Abend bebienen lassen, was zu viel Scherz Anlaß gibt, besonders da auch ein Sofnarr ernannt ist. Ist die Bohne in dem letzten Stück, so deutet dies nichts Gutes.

= Schadet Kälte der Gesundheit? Ein großer Teil Europas hat vor Weihnachten eine für unsere Verhältnisse i ganz ungewöhnliche Kälte über sich ergehen lassen müssen . und wenn nicht alles trügt, steht uns, nach kurzer „Er­holungspause", eine neue Frostperiode in Aussicht. Da erhebt sich denn, die Frage, ob wir so intensive Kälten er- tragen können, ohne an unserer Gesundheit Schaden zu L leiden. Diese Frage ist, wie von ärztlicher Seite var­gelegt wird, im großen und ganzen mit Ja zu beant­worten. 28ir haben den diesmaligen Kälteeinbruch nur darum so schwer empfunden, weil wir durch eine Reihe milder Winter verwöhnt waren und uns deshalb gegen die Einwirkung niederer Temperaturen nicht genügend abgehärtet hatten. Es lassen sich aber bestimmt bttru) rationelle Gegenarbeit die unangenehmen Einwirkungen der Kälte auf unsern Körper wenn and) nicht ganz be­seitigen, so doch stark mindern und mildern. Jeder weiß, daß man einem frierenden Körperteil — bezeichnender­weise erinnert das Schmerzgefühl, das man beim Irreren empfindet, sehr an die Empfindungen bei einer Brand­verletzung — durch Bewegung neue Wärme Zufuhren kann, wodurch der Erfrieruugsprozeß wenigstens zeit­weife unterbrochen wird. Bei rationeller Bewegung — ans und ab gehen, „marschWren am Ort" (was man von der Turnstunde oder vom Militärdienst her «u-tt), HütHS reiben usw. — ist das sogenannte Erfrieren eines Körper­teiles so gut wie ausgeschlossen. Es ist auch nicht wahr, daß, abgesehen von Fällen unvorsichtigen Temperatur­wechsels, durch die Kälte die Zahl der Erkrankungen der Atmungsorgane gesteigert wird. Erkältungen und Grcppe- fälle sind in den Perioden großer Kälte weit seltener als bei normaler Temperatur oder bei feuchtem Wetter.

ist ja übrigens allbekannt, daß Leute mit tränten Atmungsorganen von den Ärzten gern in Hochgebirge aeaenden geschickt werden, und daß dort ihr Leiden oft tu überraschend kurzer Zeit behoben wird. Und jeder von uns hat wohl schon die Beobachtung gemacht, daß selbst .ein hartnäckiger Schnupfen bei großer Kälte plötzlich.wie weggeblasen ist.

klumpen gefroren waren, dennoch am Leben blieben. Ebenso | gelang es Pictet, bei langsamem Gefrieren (—8 bis —15 i Grad) Fische mit dem Wasser zu einem Eisklumpen gefrieren zu lassen, doch schwammen sie nach allmählichem Auftauen wie- j der gesund im Wasser. Bei —20 Grad gelang der Versuch | nicht mehr. Marchand ist das Experiment mit einem Frosch j nicht gelungen; dieser war nach langsamem Gefrieren bei S —10 Grad tot. |

Der Einfluß der Kälte auf die roten Blutkörperchen bc- steht darin, daß sie durch Gefrieren aufgelöst werden, wodurch I das Blut Lackfarbe erhält. Die erste Erscheinung beim Ge- ! frieren von Teilen des menschlichen Körpers ist eine Zusam­menziehung der Gefäße, wodurch das Strömen des Blutes unterbrochen wird. Solange jedoch kein Brand hinzutritt, kann bcf§ Leben des betreffenden Gliedes erhalten wer­den. «Bei langsamem Auftauen ist Genesung eher möglich als bei raschem. Die Gefäßnerven werden durch die Kälte zu­nächst gereizt, nachher gelähmt. Da wegen der Gefäßverenge­rung kein Blut mehr in die Adern gelangen kann, so wird die Haut weiß, und es entsteht eine Empfindungslosigkeit des betreffenden Gliedes („Klammwerden" der Extremitäten), verbunden mit einem erheblichen Kälteschmerz.

Kurzdauernde Gefrierungen hinterlassen im allgemeinen keine anhaltend schädlichen . Folgen. Die menschliche Haut verträgt das vorübergehende Harlfrieren zum Beispiel bet Anwendung des Chloräthyls zwecks Operation ohne Nachteil, obwohl es hierbei bis zur völligen Eisbildung der Zell- und Fettgewebe kommt, so daß die Operationsmesser beim Ein­schneiden in die gefrorene Haut, die völlig unempfindlich ge­worden ist, förmlich knirschen. Beim Auftauen entsteht dann ein erheblicher Schmerz und Juckreiz.

Die Erfrierungen sann man ebenso wie die Verbrennun- ( gen in verschiedene Grade einteilen. Legouest unterscheidet fünf Grade: Frostbeulen, Blasenbildung mit Blutaustritt, leichte Schorfbildung (stellenweiser Brand), tiefere, gruppen­weise auftretende Schorfbildung sowie Absterben und Tod des betreffenden Gliedes. Der tödliche Ausgang ist meist mit einem Erstarrungszustande verbunden, wobei durch GtW mung der Herztätigkeit der Tod eintritt. Meist geht eii^ akute Lungenentzündung voraus. ,

Was nun die Behandlung der Erfrierungen anbclang., so soll man bei leichteren Fällen die betresfenden Glieder nm; plötzlich, sondern nur ganz langsam erwärmen. Es empt-ey sich,' die erfrorenen. Glieder nach russischer Gepflogenheit n Schnee zu reiben oder mit kaltem Wasser zu hegwßen. kalte Umschläge sind von Erfolg. Derartige Verfahren könn bei Erfrierungen der Nase, der Wange, des Kistus un Ohren angewendet werden. In schweren Fällen 0« ^ aseptische Wundbehandlung Platz zu greifen, da bei J J ‘ bildunq und Zerstörung der Hautgewebe ftnfcUom-'g I ' besteht! ' ■