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Wintersport.

Das Bedürfnis nach Leibesübungen befiehl im Winler nicht weniger als im Sommer. Zum Ausgleich einseitiger Körper­bewegung bei der Alben oder sitzender Lebenswei e, zum Durch­lüften der Lunge nach langem Aufenthalt in geschlossenen. ge­heizten und staubigen Räumen, als Flucht aus der im Winter leider oft überfüllten und schlecht gelüfteten Wohnung, ist aus­giebige Bewegung in freier Lust im Winter noch nötiger als im Sommer. Wintersport ist ja bekannt genug. Wer das Glück hat, in den Bergen tu wohnen und genügend Geld für eine Skiausrüstung und noch etwas mehr, um die Zureise zum Ski- gelände zu bestreiten, dem braucht nicht mehr geraten zu wer­den, der verfolgt schon längst mit Ungeduld die Schneederrchte aus den Höhenlagen. Ein anspruchsloserer Wintersport ist das Rodeln. 'Auch hierbei kan man gesundheitlich voll auf seine Rechnung kommen. Aber tiefer Schnee ist dazu nötig, den man nicht in allen Lagen findet. Leichter ist schon überall eine Eis­fläche zu haben zum Schlittschuhlaufen. Ist kein natürlicher Wasserspiegel vorhanden, so tut es ebenso gut eine über- schwemmte Wiese. Der Eislauf ist der Wintersport, der jeder­mann zugänglich ist, und deshalb sollte er als volkstümlicher Sport viel mehr betrieben werden, als es gemeinhin geschieht. Ein Paar Schlittschuhe sind nicht teuer, eine Eisbahn kann die kleinste Gemeinde herstellen und unterhalten. Die Schulkinder sollten ebenso wie im Turnen, jo auch im Eislauf von einem Lehrer ume-wiesen werden, denn erst mit der Geschicklichkeit kommt die Freude daran. Wir müssen unbedingt die Forde­rung stellen: Gebt uns auch im Winter Gelegenheit, uns im Freien zu tummeln, es ist nötiger als im Sommer. Denn, wenn wir im Sommer sonst auch gar keine Gelegenheit zu ir­gendwelcher Sportausübung hätten, so bleibt uns immer noch das Wandern. Im Winter ist aber das Wandern durch Wetter und Schneeverhältniste oft sehr erschwert. Und dennoch, wenn es irgend angäng ist, soll man auch das nicht vernachlässigen. Es gibt auch im Winter genug trockene und freundliche Tage und cutt' eine Wanderung durch den winterlichen Wald und über weite Schneeflächen in der Ebene kann trotz der Kälte zu einem E.lebnis werden. Und ein wahres Labsal ist dann die Heim­kehr in die warme Stube. Bei aller Abhärtung soll aber selbst der sportgestählte Körper die Gefahren der Erkältung nicht ganz außer Acht laßen. Man soll, solange der Körper in Be­wegung ist, sich so leicht kleiden, wie es die Temperatur erlaubt, soll aber warme Kleidung bei sich tragen und sie anlegen, so­bald Ruhe eintritt, um eine allmähliche Abkühlung der erhitzten Haut herbeizuführen. Bei jedem Wintersport aber soll man warme Strümpfe tragen und möglichst wasserdichte Schuhe, Er­frierungen vom leichtesten bis zu schweren Graden könnten sonst die Folgen sein.

Aus den Parteien.

Die einzige Gelegenheit.

Rückblickend auf Verhandlungsgelegenheiten, schreibt Her­riot im Pariser Soziali st enblaitOeuvre" über den Dawes-Plan:Das Sonderbarste an der Sache ist, die Deut­schen sind zufrieden! . . . Was die Dinge betrifft, die man ihnen nimmt, so finden sie deren Hingabe ganz natürlich. Von dieser Seite besehen, ist der Erfolg von London für uns ge­radezu glänzend. Besser als jede Sanktion, besser als jede poli­tische Aufteilung vollendet der Pakt von London den Sieg der Alliierten. Denn was ist in Wahrheit dieser Plan der Sachverständigen? Einfach die Wegnahme der wichtigsten Do­mänen, der Reichseisenbahnen und indirekten Steuern. Die Souveränität des Deutschen Reiches wird nun Dreiviertel ver­mindert ... In Versailles hat noch niemand gewagt, der­gleichen Dinge vorzufchlagen, weil man die deutsche Würde nicht antasten wollte. Heute ist man von solchen Bedenken'weit entfernt. Niemand kümmert sich mehr um die deutsche Sou­veränität oder die deutsche Ehre . . . llnd was ihre Feinde nicht machen können oder tun wollen, das machen die Deutschen selber. Sie sind durchaus zufrieden mit dem Ergebnis, sie ver­langen gar nichts anderes . . .

Nun krönt der Poungplan endgültig die versteckten Absich­ten Deutschland für Generationen am Boden zu halten, die Verhandlungen lasten Bedrohungen deutscher Souveränität und Würde ganz offen zu Tage treten, man fordert in Paris Sank« 'm- -n Wie hat man dem deutschen Volke Gelegen­heit gegeben, zu dieser Frage völkischen Lebens oder Todes ceeUuuu zu meinenr Iu wirklich alles geschehen, um ihm den Ernst ^er Lage tTifr zu machen? Oder muß man nicht befürch­ten, daß wieder nach geheimen Verhandlungen Beschlüsse gefaßt werden. obre daß die volle Tragweite rorher bekannt wurde. Der Verfasser des amerikanischen Kriegsbuches, Historiker Marschall Kelly" schrieb an einen deutschen Bekannten u. a. folgendes:Tausendmal muß man an die verpaßten Gelegen­ste''en denken wie anders die Dinge hätten gehen können, wenn in Deutschland ein befähigter und entschlossener Mann an der Spitze der Geschäfte gestanden hätte. Die wiederholte Nachgiebigkeit hat furchtbaren Schaden zur Folge gehabt . . . Wenn es in Ihrem Lande möglich wäre, eine feste, entschlos­sene Front ins Leben zu rufen, dann würde sich, ergeben daß die Ansichten der Welt einen großen Wechsel erfahren haben. Alles Nachgeben erzeugt nur Verachtung, selbst bei denen, die Ive ugefüai n Beleidigungen schon deshalb bedauern und zu föblen beginnen, weil ihr eigenes Interesse sie einen anderen Weg weist".

Die einzige Gelegenheit, die dem deutschen Volke noch ge­boten wird Einigkeit und Kampfeswillen zu zeigen, voraus­sichtlich die letzte. soll auch sie verpaßt werden? Sollen wirklich Zahlungspläne von Deutschen angenommen werden,welche dem Haß und dem Wahnsinn entsprungen sind, wie Senator Borah sagt?

'Joh Georae bot am Juli 1929 im englischen Unter- Hause über das Unheil des Poungplans für Deutschland gesagt: Deutschland kann nach den Zahlungsplänen nur erfüllen, wenn es in Gestalt von Anleisten Schulden macht und die Löhne seiner Arbeiter niedrig hält!"

Das ist die Wahrheit' Wer sie erkennt, muß seinem Ge­wissen nach handeln und sorgen, daß deutscher Arbeiter Wohl­fahrt nicht verhandelt wird. 'Wo ein Wille ist, da ist ein Weg!

R.

Zum Volksentscheid.

Die rücksichtslose Willkür der derzeitigen Machthaber und die Angst vor der Erkenntnis und vor dem Tatwillen eines nach Freiheit drängenden Volkes macht es notwendig, die uns geheiligte Vorweihnachtszeit zu einer Kampfzeit von größter vaterländischer Bedeutung zu machen. Es handelt sich bei der Durchführung des Volksentscheides nicht um parteipolitische Belange sondern um die Lebensinteressen des gesamten Volkes aller Schichten und Berufsstände. Das ganze Volk ist sich dar­über einig, daß die von den Feindmächten geforderten Tribut- leistungen nicht aufgebracht werden könnten. Wir hätten er­wartet, daß Regierung und Parlament sich zum Sprecher des Volkes gemacht und den Mut aufgebracht hätten, die Wahr­heit zu bekennen, die sich doch in kurzer Zeit offenbaren wird. Aber nach geleisteter Unterschrift sind wir des Vertragsbruches schuldig und laden schwere Sanktionen sowie das Odium künf- t;ger Vertragsunwürdigkeit auf uns. Der Reichsbankpräsident Schacht, der Hauptsachverständige bei den Tributverhand­lungen, hat eindringlich an die deutsche Oeffmtlichkeit gegen die Tributpolitik unserer Regierung appelliert, nachdem er sich von der Unmöglichkeit der Leistungen der geforderten Tri­bute überzeugt hat. Die Regierung Müller-Hilftrding hat sich gezwungen gesehen, dem bisher irregeleiteten Volk über das bestehende Finanzelend Aufklärung zu geben, weil bei einem Kastendefizit von 1700 Millionen der sichere Zusammenbruch in wenigen Tagen bevorstand. Dieser ist nach nochmaliger Be­schaffung einer ausländischen Anleihe auf einige Monate ver­schoben 'worden. Aber die Krisis und mit ihr die Finanzkata­strophe steht uns Ausgang des Winters bevor. Der Stahl­helm fordert, daß erst diè Lebensbedingungen des deutschen Völkel- 'n erfüllen sind bevor man sich bereiterklären darf, Tributleistungen den Feindmächten vertraglich ohne Zwang zu versprechen. Die Sorge für unser Volk, für Beamte, Ar­beiter, Pensionäre. Rentner, Arbeitslose, Bauern und Gewerbe­treibende steht über allem anderen. Daß Regierung und Reichstagsmehrheit diese Sorge nicht fühlen, ist' ein schweres, nicht wieder gutzumachendes Unrecht.

Die Entscheidung in der grausamen Tributfrage wird

22. Dezember dem Volk übertragen. Deutscher, entscheide über dein Schicksal' So lautet die Parole für alle Volksgenossen Eine parteipolitische Bindung oder Zugehörigkeit hat in dieser ernsten Lebensfrage nichts zu tun. Jeder Deutsche hat an die­sem Tage sein und des Volkes Schicksal in der Hand. Es m ein Wahnsinn, sich von Deschönigern und Lägern irreleiten zu lassen und widerstandslos den drohenden Zusammenbruch der ganzen Wirtschaft und mit ihr des deutschen Volkes anzusehen Jeder helfe für den Erfolg des Volksentscheides und stimme mitJa". Die Stimmabgabe erfolgt unter gesetzlich geschich.. tem Wahlgeheimnis. Jeder Versuch, festzustellen, wie ein Wähler gestimmt hat. ob mitJa" oderNein", ist technisch unmöglich, und wäre überdies gerichtlich strafbar.

Deutscher, tue deine Pflicht und trage zur Ret'ung unseres Volkes bei! Stahlhelm.

Evangelische Kirche G rsfeld

Evangelischer Gottesdienst.

Sonnabend, den 21. Dezember, abends 8 Uhr Weihnachtliche Feier der Svnntagsschule im Diakonissenheim.

Sonntag, den 22. Dezember 1929. 4. Advent. 10 Uhr Got­tesdienst mit Liturgie und Predigt Pfr. Langheinrich. 11,3g Uhr Kindergvttesdienst im Diakonissenheim. 6 Uhr Abendgot­tesdienst mit Predigt (Pfr. L.) 7.30 Uhr Weihnachtsfeier- stuside des Jungmädchen- und Müttervereins im Diakonissen­heim.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Nach Artikel I Abs. 2 des Gesetzes über den Ladenschluß am 24. Dezember ist auch das Fcilbieten von Waren auf öffent­lichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten am genannten Tage nach 5 Uhr nachmittags nicht mehr gestattet. Ebenso dürfen Lebensmittel, Eenußmittel oder Blu­men auch außerhalb der offenen Verkaufsstellen nach 6 Uhr nachmittags nicht mehr verkauft werden

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bestraft.

Fulda, den 20. Dezember 1929.

Der Landrat: I. V. Dr. Stachels, Regierungs-Assessor.

Bekanntmachung.

Kastel, den 27. Novembe r 1929.

Auf den Antrag des Magistrats in Fulda vom 19. Novem­ber 1929 Nr. 2079 M. Pr. wirb die Gültigkeitsdauer der Ge­nehmigung der Cchankerlaubnissteuerordnung für die Stadt Fulda vom 18. März 1927 auf Grund des § 77 des Ko-mmunal- abgabengejetzes vom 14. Juli 1893 in der Fassung der Gesetze vom 26. August 1921 (G.S S 495) und vom 8. August 1923 (G.S. S. 377) bis zum 31. März 1932 verlängert.

Namens des Bezirksausschusses:

(L.S.) Der Vorsitzende: J. V. gez. Bickell.

B. A. St. 332/29.

__Die Zustimmung wird erteilt ^Kassel, den 10. Dezember 1929.

Der Oberpräsident:

(L.S.) I. A. gez. Hausleutner. Nr. 12 209.

Wird veröffentlicht.

Fulda, den 19. Dezember 1929.

Der Magistrat: Dr. Antoni.

Verantwortlich für die Schriftleitung:

Dr. Karl Krömmelbein - Fulda.

LtM

St 701 Kissen, 50/70 cm mit apartem Muster auf modefarbenem Grund verzier:. Die Bwien sind in gelben Tönen, die Blätter und Santèn in Schwarz ausge führt. Lnon-Abplättmufter 1 Bogen erhältlich.

St. 1022 Decke aus Rip» aber Bastseide mit moderner StickeGi et Wolle und Seide. Durchmesser SO an. Das Muster sann muh a« MiUelstiur für eine gröbere Dette dienen. Lyon-Abplâtlmupek 2 Sagen crhâiiiich.

St. 1021 Quadratische Decke aus Ripa, MW at, mit wirkungsvollem Rosenmuster bestickt. Ma Slick- material wird Wolle und Seide verwendet. Pranten» abschlug aus Kunstseide gelnüpft. Lyon-Abplttt» Muster 2 Bogen erhältlich.

St. 1020 (Eleganter Schlummerpuff aus welcher Seide "M Rosen- bordlire in Wolle und Seide bestickt. Die eingelrauften Enden schmücken Quasten aus Kunstseide. Lnon-Abplattmujtek */i Bogen erhältlich.

St- 702 Dreiteiliger Kaffeewärmer mit leichter Stickerei auf [ane- färbigem Oiipsgrunb geschmückt. Schnunlmraätning lind Schnurösen zum Anfassen. Stoffgröbe: 42/80 cm. Lyon- Äbptättmu per ' Sc-en erhältlich.

Aparte Vuntstickereien

Aie Buntstickerei ist vielleicht deshalb so beliebt, weil ihre Ausführung soviel Freude macht. M die schimmernden, farbenprächtigen Seidensäden und die tièfen, satten Töne der Wollfäden ver­locken uns, zur Nadel zu greifen und Stich für Stich in "den schmiegsamen Stoff zu sticken. Mit Liebe und Sorgfalt aneinandergereiht, ist jeder Stich ein kleiner Schritt zur Vollendung. Es kommt uns ja nicht darauf an, möglichst viele Handarbeiten zu fertigen, sondern wir wollen etwas Gutes leisten, etwas, das uns und andere auch befriedigt. Für die Hausfrau ist das Stündchen, das sie ihrer Handstickerei widmet, oft die einzige Zeit am Tage, in der sie sich auf sich selbst be­sinnen kann. Ihre geschickten Hände formen die Blüten und Ranken des Musters und ihre Gedanken schweifen hinaus in die Weite. Freude und Besinnlichkeit kann uns die Handarbeit also schenken, und wir werden deshalb immer ihren Wert schätzen. Unsere Abbildungen zeigen eine ganze Reihe geschmackvoller Modelle und es wird gewiß nicht schwer sein, das herauszufinden, was man gern Nacharbeiten möchte. Der elegante Schtummerpuff und die quadratische Decke sind mit einem übereinstimmenden Muster bestickt. Ms Überzug für den Puff der beliebig groß gearbeitet werden kann, dient weiche Seide, die an den Enden dicht eingekraust und mit langen Quasten geschmückt wird. Für die Decke verwendet man Rips als Grundstoff, säumt den Rand mit möglichst unsicht­baren Stichen und knotet eine kunstseidene Franse ein. Als Material für die runde Decke kommt Rips oder Bastseide in Frage, wenn das Muster in Wolle und Seide ausgeführt wird. Doch kann man die Decke auch aus Leinen arbeiten und als Stickfaden Perlgarn oder Glanztwist verwenden. Der Durchmesser des Musters beträgt 80 cm; es kann auch als Mittelstück für eine größere Decke dienen, die mit Fransenabschluß ausgestattet wird. Sehr geschmackvolle Sticke­reien verzieren den unten abgebildeten Kannenwärmer und das Kisten, die ebenfalls auf einem Ripsgrund gearbeitet find. Die käuflichen Lyon-Abplättmuster gestatten ein müheloses Übertragen aller Muster.

^5/. 702.2

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