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«zmenfeld,' ^ Dsrtrâr der NONtgâ' SâFtzMerstrr Meber-HofbchoÄ und - BütWMststor- Herberr-Jrrrembach; als Abtreter der Arbeitnehmer Maurer Fritz Schöwherr-Erotzen? lüder und Vorschlosser Josef Engel^Neuenberg.

Nachdem die seitherigen. Vertrauensmärmer für den Aus- ichuß zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für die 3 Amtsgerichtsbezirke des Kreises größtenteils wiedergewähll und einige Schièdsmänner bestätigt worden waren, gab Herr Landrat Frhr. von Eagern an Hand eines Achtmoriats- abschlusses einen kurzen Ueber bl ick über die Finanz­lage des Kreises, aus dem zu entnehmen war, daß, wenn der Winter nicht ganz außergewöhnlich ungünstige Verhältnisse bringt, die Verwaltung des Kreises ohne Nachsteuern durchgezuhrt werden kann, trotzdem verschiedene Einnahmeausfälle eingetreten sind. Auf Antrag des Herrn Oberrentmeisters Korten, der d i e R e ck n u n g d e r K r e i s k o m m u n a l k a s s e f ü r l 9 2 8 geprüft und in mustergültiger Ordnung vor gefunden hatte, wurde diese Kassenrechnung festgestellt und dem Rechnungsfüh­rer Entlastung erteilt. Nach längerer Aussprache, in der zahl­reiche Abgeordnete Wünsche auf Wegeverbesserung usw. vor­brachten, wurde der Landwegebauetat für 19 3 0, der eine Gesamtausgabe von 208100 Mark vorsieht, von der Land- Md Stadtkreis Fulda je 65 550 Mark zu tragen haben, geneh­migt. Einer formellen Aenderung der Satzung des Areisjugendamtes wurde zugestimmt. Zustimmung fand ebenfalls der Antrag der Kreisverwaltung auf Verkauf des H aus es Leipziger st ratze 4 an das Siechenhaus. Auch der Verkauf der kreis eigenen Ländereien in Eichenzell wurde genehmigt. Diese Grundstücke im Werte von ca. 23 600 RM. (Größe 12 ha) haben dem Kreis seither an Pachtgeldern 685 RM. eingebracht; sie wurden im Jahre 1920 zum Preise von 34 600 Papiermark erworben. Nach dem mit dem Domänensiskus abgeschlossenen Kaufvertrag "t der Kreis verpflichtet, während eines Zeitraumes von 30 Jahren bei etwaiger Weiterverüutzerung der Grundstücke den Mehr­erlös an den Fiskus abzugeben. Da der Kaufpreis bei Um­rechnung von Papiergeld in Goldmark nur 2377 Goldmark be­tragen hat, wäre eine Veräutzerunq während der Eeltunas- dauer dieser Bedingung im Interesse des Kreises nicht möglich. Der Fiskus hat sich jedoch mit einer Abfindungssumme von 6000 RM., die in 4 gleichen Jahresraten zu zahlen ist, einverstan­den erklärt. Unter diesen Umständen entspricht der Verkauf sowohl den finanziellen Interessen des Kreises als auch den Interessen der für den Grundstückserwerbs in Betracht kommen­den Käufer. Die Verkaufsverhandlungen sind von einer Kom­mission des Kreisausschusses gemeinschaftlich mit dem Gemein- dèvorstand Eickenzell vorgenommen worden. Das Ergebnis von rund 23 000 RM. muß als angemessen anerkannt werden. Nach Abführung von 6000 RM. an den Fiskus bleiben 17 000 RM. übrig, die zur Abdeckung von Schulden benutzt werden sollen.

Eine nahezu einstündige lebhafte Debatte entstand über

die geplante Erwerbung der Siedlung Flieden.

Herr Landrat Frhr. von Eagern gab über diese, die Kreisöffentlichkeit bereits leit längerer Zeit interessierende An­gelegenheit folgende Darstellung: Ueber das Vermögen der Siedlungsvereinigung Flieden ist unter dem 13. September 1929 das Konkursverfahren eröffnet worden, da die Siedlunis- vereinigung ihren Verpflichtunoen zur Zahlung der fälligen Hypotheksnzin'en fortlaufend nicht nachaekommen ist. Da auf den Gruv-dstücken eine staatliche Hauszinssteuerhvvothek in Höhe von 75 000 RM eingetragen ist, ist dem Herrn Regierungsprä­sidenten von der Eröirnuna des Konkurses Bericht erstattet wo den. Der Herr Regierungspräsident hat unter Bezuanabme auf den Erlaß des Wohlkah tsministers vom 1. Juli 1927

dem Kreise pflichtet sei, Hypothek zu Kreises, die

mitgeteilt daß dieser im vorliegenden ver- für die Erhaltung der staatlichen Hausünssteuer- fegen. Erforderlichenfalls sei es die Pflicht des Grundstücke unter Ausbietung der Hauszinsstever- erwerben. Von Seiten des Steifes wurde dem

Hypothek zu

Herrn Reaierungsprösidenten gegenüber der Standpunkt ver­treten, daß die Deiskörperichaften wohl nickt gezwungen werden könnten, auf Grund des angeführten Ministerialerlasses Ae.Erundstücke unter Ausbietung der HausUnssteuerhypotheken zu erwerben. -Der. H§rr Landrat hat,, aber bei den eingehenden Verhandlungen mit der Reaierrmo den Eindruck gewonnen, d^ß

es nickt im Interesse des Kreises Fulda läge wenn er die 75 000 RM. staatlicher Hauszinssteuerhvpothek verfallen lassen wurde. Dem Staat selbst ist die Ansteigsrung von Grundstücken, die mit Hauszinssteuer belastet sind, durch ministerielle Anordnung untersagt. Wenn die staatliche Havszinssteuerlwpothek in Ver­lust geriete, so bestünde die Gefahr, daß der Landkreis Fulda brw. leine Bewohner bei der Zuteilung künâ^iasr Hauszins- steve"hypotheken den Schaden trauen müßten. Die Belastung der Siedlung durch die 75 000 RM. Hauszinssteuer ist auhcr-'rdent- lich aering da sie nur mit 1 Prozent verzinst werden. Es sind dies'im 'hre 750 RM. Es wurde deshalb dem He^rn Regie­rungspräsidenten der Erwerb der Grundstücke in Aussicht ge­stellt. falls er nochmals einen Hauszinssteuerbetrag bewillige, io daß die hochverzinslichen Hypotheken vermindert und die Belastung der Grundstücke erträglich gestaltet werden könnte. Daraufhin sind nochmals 15 000 RM Hauszin-ssteuerhypothek zugesagt worden. Löst man hierdurch 15 O00 RM Sparkassen- Hvpatbek zu 10 Prozent - 1500 RM. Zinsen ab. so bedeutet dies eine Zinsverbilligung von 1350 RM. im Jahr. Die Grund­stücke sind dadurch geringer mit Zinsen belastet, als wenn unter Ausfall der oesamten staatlichen Hauszinssteuerhypothek sie le­diglich zum Betraue der ersten und zweiten Hvpothekenforde- runa von 100 000 RM. gekauft würden. Die Ersteigerung un­ter Ausbietung der staatlichen Hauszinsiteuerhypoihek liegt also nicht im Interesse der der Hauszinssteuer bedürftioen Be- woHer des Landkreises, sondern stellt auch einen wirtschaft­lichen Vorteil für die Siedlung selbst dar. Selbstverständlich beabsichtigt die Kreisverwaltung nicht, die Siedlunasbauten dauernd im Eigentum zu behalten. Sie wird versuchen, die­selben zu verkamen. Da die 'Belastung eine durchaus erträg­liche ist und die Baukosten neuer Häuser heute schon weit höher ui sieben kämen, darf erwartet werden, daß die Häuser ohne Verlust weiter veräußert werden können. Sie stellen eine gute und vorteilhafte Kapitalsanlage besonders für alle diejenigen dar, die durch eine kleine Baranzablung von 23000 RM. die Zinlenlast weiter erheblich senken könnten.

In der Auschrache wandten sieb die Abgeordneten Auth und Kramer-Flieden gegen den Ankauf. Schließlich wählte die Versammlung eine Kommission, die aus dem Kreis-Aus­schuß und dem Finanzausschuß, d-n Abaq. Kreß-Re u bas und Kramer-Flieden und 2 Bausachverständigen besteht, die die Angelegenheit nochmals prüfen und die Siedlungsbau- ;ten besichtigen' soll. Diese Kommission erhielt die Cermmfitb guna. gegebenenfalls über den Ankauf der Siedlung selbständig ontikbeiden zu dürfen.

! Eine sehr ausgedehnte Airssprache entstand dann über den Antrag B r o s k e -Bachrain (Christlich-soziale Reichspartei) auf Gewährung einer WeihnachtsLeibMe ün die Hilfsbedürftigen i des Kreises.

Herr Broske begründete seinen Antrag und forderte, analog den «erderunaen seiner Partei im Fuldaer Stadtparlament, für die ^werbslostn. Klein- und So-ialrentner ie 30 Mark und für l««s zuschlagsberechtiate Familienmitglied weitere 5 Mark, Werdern erhöhte Kohlen- und Holzzuwendungen. Die Dek- kunoLvorichläge, die Abg. Broske machte, sahen u. a. eine frei» willige Umlage auf die Eutverdicner vor. In der Aussprache M zunächst Herr Landrat Freiherr von Eagern einen Ueberblick über die Maßnahmen zur Linderung der Not im Landkreise Fulda. Er betonte, daß die Notlage der hilfsbe­dürftigen Kreisbewohner, insbesondere der Erwerbslosen, ge- Wot zu Beginn des Winters allen mit d n VerbäUnisten Ver­trauten sehr am Herzen liege und Gegenstand ständiger Sorge und Fürsorge bildet. Auch von christlichen Gewerkschaften liege «n Antrag vor. der für weitgehende Unterstützung der Erwerbs- anzunebmen und soweit als möglich Owen Arbeit zu Wt d. I. die Landgemeinden angewiesen, sich der Erwerbs- « anzunehmen und soweiit alsmöglich, ihnen Arbeit zu 1 r Ab" Me kommunalen D'etri be Lundesbanamr und e»erlâw«rk. sind erluckt worden, soweit als irgend möglich, Waffen. Unter dem 31. Oktober und 18. November

LKs Jahres seien weitere Verfügungen im Interesse der Er-

weto§lo>jen an bis L andgemerniX/n - rgangca., Der Krers yab- - jrâ) bereit mllârr M don Kostsn'AeerFnercr NotMnosarbLirM, bei denen Erwerbslose, insbesondere solche, die keine Erwerbs- losenrmterstütz'Ung erhaltens beschäftigt werden, auf vorherigen Antrag Zuschüsse zu gewähren. Er habe die GemernLerc auf die Notwendigkeit von Unterstützungen, besonders für die kin­derreichen Familien, hingewiesen. Sodann sei angeordnet wor­den, daß in allen Gemeinden die Verhältnisse der Erwerbslosen geprüft und Berichte über die ergriffenen und noch notwendi­gen Maßnahmen erstattet werden. Von der zu zahlenden Un­terstützung habe der Kreis die auf ihn gesetzlich ent fallenden 70 Prozent für alle Unterstützungsfälle zugesagt. Darüber hinaus habe die Kreisverwaltung sich an die Karitasausschüsse sämt­licher Gemeinden gewandt und diese gebeten, über die engbe- grerigte Unterstützungstätigkeit der kommunalen Stellen hinaus

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 21. Dezember.

Sonnenaufgang 8.3, Sonnenuntergang 15.53 Uhr. Mond­aufgang 22.17, Monduntergang 11.52 Uhr.

1804: Der englische Staatsmann Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, in London geb. (gest. 1881).

Magst alles werfen in des Lebens Fluten, Nur eines halte

fest: die Sehnsucht nach dem Guten.

O. D. Leixner.

Wetterbericht.

Das festländische Hochdruckgebiet ist durch die fortgesetzte Wirbeltätigkeit über 9iotbweiteuropa zwar in seinem westlichen Teil abgebaut worden, hat sich jedoch im Osten neu gekräftigt, so daß wir jetzt an seiner Westseite liegen. Sein Einfluß wird immer noch überwiegend bleiben, so daß, abgesehen von Nebel­bildung, meist heiteres und trockenes Frostwetter andauern wird. Vorhersage bis Freitag abend: Stellenweise Nebel­bildung, sonst meist heiter, trocken, Fröste um minus 5 Grad, östliche Winde. Witterungsaussichten für Samstag: Noch wenig Aenderung.

WinterfportmLglichkeitcn.

Auf dem Hoherodskopf ist stellenweise Sportmöglich­keit vorhanden, aber nur für Ski. Die Gesamtschneehöhe (Pul­verschnee) ist 34 Zentimeter, die Temperatur 8 Grad Cel­sius. Aus der Herchenhainer Höhe dagegen keine Sportmög­lichkeit. Von der Rhön liegen keine Nachrichten vor.

LeSensnoL und Wsihnachtszeit.

Menschliche Armut und Glücksenterbung wird nie härter und bitterer empfunden als in der Weihnachtszeit. Wenn alles ringsumher erfüllt und bewegt ist von der Erwartung und Vorfreude des Festes, wenn alles sinnt und trachtet, die Seinen zu beschenken, ihnen Liebe zu bezeigen und Freude zu machen, dann fühlt sich der arme, kranke oder sonst von harter Lebensnot heimgesuchte Mensch am verlassensten und unglück­lichsten. Dann bedarf er des Mitfühlens, des guten, Wortes, Der barmherzigen Tat seiner llnrmelt am meisten. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Das Elend um uns her mahnt uns, diesen Begriff nicht zu eng aufzusassen. Liebe sollen wir zeigen, nicht nur Weib und Kind, nicht nur unseren Freunden und Bekannten, der Mensch schlechthin soll in den Mittelpunkt unserer weihnachtlichen Gefühlswelt gestellt sein Es, gibt ja so namenlos viel Iamiuer und Elend in der Welt Nie haben wir mehr die Pflicht, zu lindern, zu helfe», wohlzutuu, merlschenfreundlich und barmherzig zu sein, als um die Weih­nachtszeit. Sie ruft uns eindrucksvoll das Heilandswort entgegenWas ihr dem Geringsten unter euch getan, das habt ihr mir getan!" So gedenke um das Weihnachtsfest jeder der Bedürftigen und zünde ihnen durch eine gute Tat ein Weih- nachtskerzlein an. Es ist ja so schön und auch so leicht. Wer kennt nicht ein armes Kind, eine verhärmte Mutter, einen sich sorgenden Familienvater, einen hilfsbedürftigen Kranken, ein gebeugtes Alterchen? Nur einem von ihnen bringe er am Weihnachtsabend Licht und Trost, Liebe und Freude, Hilfe und Beistand und dann erst wird er selber wissen, was Weih- -achtsgeist und Weihnachtsfrieden ist.

* Fulda, den 20. Dezember 1929.

Die Geschäftsräume der Reichsbankstelle sind am HeUigenabend von mittags 12 Uhr ab für den Publi­kumsverkehr geschlossen.

Genehmigte Sammlung.

Das Landratsamt teilt mit:

Dem Hessen-Nassau-Walde ckjchen Blindenbund e. V. in Kassel ist die Genehmigung erteilt worden, zum Besten der Blinden für das Jahr 1930 eine einmalige Sammlung frei­williger Gaben in der Zeit vom 1. Januar 1930 bis 31. Dezem­ber 1930 zu veranstalten.

Bei Ausführung bet Sammlung muß der Sammler mit Aus­weispapieren und einem Samelbuch versehen sein. Die Blätter des Sammelbuches müssen mit fortlaufenden Seitenzahlen be­zeichnet sein, auch muß der Sammler die Genehmigungsverfü­gung des Herrn Oberprästdenten in Kassel in amtlich beglau­bigter Form jederzeit bei sich führen. Der Sammler soll dar­um bitten, daß alle Eintragungen der Geber mit Tinte oder Tintenstift geschehen."

Bürgerverein Fulda.

Wir werden gebeten, an dieser Stelle nochmals darauf auf­merksam zu machen, daß heute, Freitag, abends 8% Uhr eine Generalversammlung mit wichtiger Tagesordnung, u. a. Neu­wahl des Vorstandes, stattfindet. Es wird zahlreiche Beteili­gung erwartet.

In falschem Verdacht.

Zu der gestrigen Notiz betreffend Brand in dem Anwesen Königstratze Nr. 6 erfahren wir von zuständiger Stelle, daß sich der Verdacht gegen den Wohnungsinhaber nicht bestätigt hat und er infolgedessen bereits gestern nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt worden ist.

Aus dem Gcrichtssaal.

Ueble Nachreden: Gelegentlich einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Fulda hatte sich der damals angeklagte Fabrikant K. zu üblen Nachreden gegen einen Zeugen hin­reißen lassen. Ein dieserhalb vor dem Schiedsmann stattgefun­dener Sühnetermin war ergebnislos verlaufen, so daß gestern eine Hauptverhandlung stattfinden mußte. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärte sich der Beschuldigte auf wiederholtes gutes Zur- den des Richters zu einem Vergleich bereit. Er be­zahlte sofort als Buße 20 M für die Gefangenen-Fürsorge und übernahm die Kosten des Privatklägers sowie die Anwalts­und Gerichtskosten. Falsche Namensangabe: Bei Feststellung seines Ramens vurch einen Polizeibeamten hatte der Arbeiter V. aus Petersberg einen falschen Ramen angc- geben. Er wurde dafür zu 10 JI Geldstrafe verurteilt. Wegen Unterschlagung stand der Arbeiter M. D. aus Dirlos vor dem Strafrichter. Er batte im Winter 1928 in der Nähe desDicken Turms" eine Wagendecke gefunden, die er einem Bürgermeister zum Kauf anbot In Wirklichkeit soll die Decke aber gestohlen gewesen sein. Dies konnte jedoch nicht einwandfrei feftgeftellt werden, so daß bei Angeklagte freiqe= sprachen werden mußte. Verstöße gegen bie Kraft- fahrzeugordnung: Weil b r Kraftwagenführer K. von hier einen Zusammenstoß mit einem anderen Kraftwagen in bet Schloßstraße verschuldet hatte wurde er zu 10 Ji Geld­strafe verurteilt. Dem Anaestcllten C. H. aus Keulos wurde zur Last gelegt am 11. Oktober an der Kreuzung Lindenstraße- Babnhofstraße einen Zusammenstoß mit einem Mo o'nadfabrer verschuldet zu haben, wobei der Motorradfahrer stickt verletzt wurde. Im gestrigen Termin konnte jedoch die Schuld des Anaeklagten nicht voll erwiesen werden, so daß pine Frei­sprechung erfolgen mußte, Wegen nicht ordnunasmüßiger Straßenrc'niannq wurde bev Verwalter eines hiesigen kom­munalen Gebäudes zu 3 JI Geldstrafe und in die Kosten zweier Termine verurteilt.

lut b,e Rottc,det-^,-u uacp,^-ttu.-,, ZU- ,0!A^. oew..---'- Notstin-Se habe «r Kreis»"A Mr lür ÄroyträrMtens- zwecke zur Derfüa-un§ gestellten Betrag 3200 Mark Zuschüsse und Gaben in Aussicht gestellt.

In der weiteren Aussprache wurde von zahlreichen Rednern zu dem Antrag Broske, der wiederholt als demagogischer Agtta- ttensantrag bezeichnet wurde, Stellung genommen. Äon Ver­waltungsseite wurde erklärt, daß die Finanzierung des Antrags Mittel im Betrage von etwa 150 000 Mark erfordere. Die Ver­sammlung stimmte schlißlich einem Anträge zu, der die Unter­stützung der besonders stark Notleidenden (vor allem der ausge­steuerten Erwerbslosen) nach Priifung der Bedürftigkeit vor­sieht.

Damit war die Tagesordnung erschöpft. Gegen 4 Uhr wurde die nahezu sechsstündige Sitzung geschlossen.

Kauft rechtzeitig für Weihnachten ein!

Vor einigen Tagen hat der Reichstag ein Gesetz beschlossen, wonach am Heiligen Abend alle Geschäfte bereits um ;> llhr nachmittags schließen müssen mit Ausnahme von Lebensmittel-, Genußmittel- und Blumenläden, für die aber auch Eeschäfts- schlutz um 6 Uhr vorgeschrieben ist. Diese Vorschriften gelten ausdrücklich auch für den Straßenhandel und für Bahnhofsver- kaufsstellen. Sie dürfen auch nicht dadurch umgangen werden, daß Waren nach dieser Zeit noch nebenher, etwa in Gast- und Schankwirtschaften, Friseurgeschäften usw. verkauft werden. Für den Weihnachtsmarktverkehr hat der Preußische Handels­minister bereits in einem Erlasse die Regierungspräsidenten er= sucht, soweit es nach den gesetzlichen Vorschriften möglich ist, zu veranlassen, daß auch die Weihnachtsmärkte um 5 Uhr abends aufhören.

Das bedeutet also für alle Käufer, insbesondere die Haus­frauen, daß sie sich in diesem Jahre darauf einrichten müssen, nicht mehr im letzten Augenblick zu kaufen, sondern daran zu denken, daß rechtzeitig nicht nur für das Fest, sondern auch für mehrere Feiertage Vorsorge getroffen werden muß. Auch wäre es dringend wünschenswert, wenn alle Lohnzahlungen und be­sondere" Ausschüttungen aus Anlaß des Weihnachtsfestes mög­lichst schon vor dem 24. Dezember erfolgten, um zu vermeiden, daß viele Käufer genötigt sind ihren Einkauf auf die letzten Stunden am Heiligen Abend selbst zusammenzudrängen. Dann werden nicht nur die kaufmännischen Angestellten den Vorteil davon haben, daß sie früh nach Hause gelangen und mit ihrer Familie zusammen Weihnachten feiern können, sondern auch den Geschäftsleuten wird der Schaden erspart bleiben, den sie durch den früheren Ladenschluß vielfach befürchten.

* Tann sRhön^, 18. Dez. Am hiesigen Bahnhof ist eine neue Gleiswage eingebaut worden -durch veranlaßte Bau eines VeMndungs^-ifcs machte oie Verschmälerung des Vahn- Hofsplatzes notwendig.

* Dermbach (Rhön). 19. Dez. (Der Feldababnb.au schon wie­der stillgele"t.) Ueber dem Ausbau der Felda-Rhönbahn scheint ein böfts Omen zu stehen, nachdem bereits vor einiger Zeit die Arbeiter die Arbeit für längere Zeit niedergelegt hatten, weil sie Lohn nicht erhielten. Nachdem dann vor kurzem erst die Arbeiten zur Freude Set anliegenden Bevölkerung wieder ausgenommen worden waren, ist jetzt der gleiche Fall einae- treten. Die Firma Sichler konnte die Löhne nicht "us'chlsn und die Arbeiter lechen aus diesem Grunde die A beit nieder. Es scheint hier notwendig zu Pin, daß man von höherer Stelle einmal nach den Gründen forscht.

Bebra. Der hiesige Bürgerverein beschieß in seiner letzten Sitzung, mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, daß unserer Gemeinde das Stadtrecht verliehen wird. Es soll mit Abge­ordneten sämtlicher Parteien Fühlung genommen merd-m um sie für die Angelegenheit zu interessieren. Ueber die schlechte Beschaffenheit einzelner Straßen, insbesondere der Göttinger Straße, wurde lebhaft Beschwerde geführt. Es sollen an die maßgebenden Stellen Anträge gestellt werden, damit die Uebel­stände beseitigt werden. Lehrer Reumann hielt sodann einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte Bebras, der mit Beifall ausgenommen wurde.

Gelnhausen, 18. Tei.

Kreistages.)

lDie erste Sitzung des Eelnhäufer

Der Kreistag des _ Kreises Gelnhausen trat

gestern zu seiner ersten Sitzung zusammen. Zu Sen ton der Sitzung gab der Vorsitzende Landrat Delius Eelnbaüfen einen Rückblick auf das ausgedehnte Wirkungsflt ^es vorigen Kreis­tages. Die neue Geschäftsordnung des Kreistages wurde mit großer Mehrheit angenommen, die Rechnungen der Kreiskam- munalkasfe d-s Wasserwerks und Elektrizi^ätsam^s sowie der Kreis-Sparkasse Gelnhausen und der Kreisspar^asse Ba^ sh

nach Vorlage als in Ordnung gehend befunden.

innen

wurde der Erwerb einer Aktie int Betrage von 1000 M^r: h-r Bodenkultur A. E. Für b-n Wegeetat werden weit-re 10 000 Mark bewilligt, so daß dieser für das Jahr 1928 b:e Summe von 274 000 Mark erreicht. Ein Teilbetrag von 10 000 Mark für die im nächsten Sommer neu zu deckenden Straßen wird im voraus bereitgestellt, damit das Anfahren der Steine an die Straßen des oberen Kreisteils mit Rücksicht auf die zur Zeit unbescköftiaten Kleinbauern jetzt schon beginnen fanni Durch die erschöpften Mittel des Wohlfahrtsetats sah der Kreisaus­schuß sich genötiat dem Kreistag eine Vorlage zu unterbreiten, nach der die Deckung des hierdurch entstehenden Fehlbetrages von rund 40 000 Mark durch einen Zuschlag von 6 48% zu den Realsteusrn und 7,13 % zu den lleberweisunqssteuern erfolgen solle. Beschlossen wird, nur einen Teil dieser Summe auf die Gemeinden umzulegen, während die Restsumme durch Strei­chung entbehrlicher Ausgaben oder Schaffung anderer Ein- nabmeauellen gedeckt narben soll. Die Wahlen der Kreisaus- schußm'tglieder hatten folgendes Ergebnis: Zentrum 2 Sitze, Landvolk 2 Sitze, S. P. D. 1 Sitz. K.' P. D. 1 Sitz. Anaenom- men wurde ferner ein Antrag der S. P. D.. der für die öffentlichen Fürsorgeempfänger' eine Weihnachtsunteritützung von 15 Mark pro Ehepaar. 5 Mark pro Kind und 10 Mark für alleinstehende Ausgesteuerte vorsieht, die aus Kreisbetrieben und Steuern gedeckt werden soll.

Bad Orb. Der vielfach erörterte Bahnbau Bad Drb^Surâ= joßPartenstein wird als zur Zeit undurchführbar bezeichnet.

Frankfurt a. M., 18. Dez. (Die Insolvenz der Bankfirma Rudolf R. Bauer. Ruhige Abwicklung zu erwarten.) ^tn der heutigen Gläubigerversammlung der insolventen Bankfirma Rudolf R. Bauer wurde festgestellt, daß eine Eefnhrduna der Gläubiger nickst in Frage kommt, wenn eine ruhige Abwick­lung gewährleistet wird. Um diese ruhige Abwicklung sick.-r- zustellen. faßte die Versammlung folgende Beschlüsse: Es wurde ein Gläubigerausschuß gewählt, der aus vier Perjonen besteht mit dem Recht der Kooptation Die gerichtliche Racklaßve wal- tung wird eingeleitet. Der Nachlaßverwalter verpflichte! sich die Verwertung der Aktiven in enger Fühlungnahme mit dem Gläubrgerausschuß vorzunehmen und Zahlungen an Gläubiacr jowelt sie nicht bevorrechtigt oder absonderungsberechtigt sind nur mit Zustimmung des Eläubioerausschufles zu leisten. Da­gegen erklärten die Gläubiger sich damit einverstanden von einem gesonderten Vorgehen Abstand zu nehmen und das Er­gebnis der Abwicklung als für die Forderung maßgebend zu behandeln.

Frankfurt a. M. 18. Dez. (Zu den gestrioen Frankfurter Straßcntumulten.) Zu den gestrigen Erwerbslosenunruben teilt der Volizeibericht mit: Bei den gestern Abend in der Alstt-dt im Anschluß an die Demonstrationen erfolgten Zusammenstößen der Polizei mit dem Mob (als Demonstranten konnte die'er nickt mehr angesehen werden) sind sieben Verletzte festgestellt worden, von denen fünf dem Heilig-Geist-Hospital und zwei dem Städtischen Krankenhaus zugekührt wurden. Die Reitunas- wache hat drei Transporte und elf Hilfeleistunoen aus-enihrt Bei dreien Personen wurden keine Schußverletzungen feite, -stellt Eine Verton wurde von dem Mob meacn einer Fusn-e-S ng (wahrscheinlich Säußverletzung) abgeschleppt. Durch Eteinmiir- fe wurden drei Polizeibeamten verletzt, jedock nickt ernstlicher Natur. TukO einen Schuß aus der Richtung Gelnhäuser Gasse wurde die Windschutzscheibe eines Kraftwaoens beschädigi "7 Personen wurden festoenommen. davon zwölf wieder enilassen und 15 wurden dem Richter vorgefuhrt.